Dienstag, März 22, 2016

Großglockner - 17.03.2016

Für das verlängerte Wochenende stand die Planung und so formte sich bei Vladi und mir schnell die Idee eine kleine Eingehtour am Donnerstag zu machen. Ob gut 1900 hm eine kleine Eingehtour sind ist zwar Ansichtssache, aber schlimmsten Falls kann man ja umkehren. Die Nacht in Vladis Bus am Lucknerhaus war nicht nur kurz, sondern auch kalt. Dies vor allem weil uns nicht aufgefallen war, dass die Beifahrertür die ganze Nacht offen stand.  Auf jeden Fall endete die Nacht um 4 Uhr und um 5 Uhr konnten wir im Schein der Stirnlampe Richtung Lucknerhütte aufbrechen. Dass wir nicht die Einzigen sein würden war uns schon klar, aber es war doch überraschend, dass vom Lucknerhaus aus mit uns noch etwa 20 andere losgingen.
Gemütlich gings auf hartgefrorenen Schnee hinauf zur Lucknerhütte und weiter am Normalweg zur Stüdlhütte bis unter einen Felsriegel. Ab hier zieht man nach Osten bis man auf das Ködnitzkees trifft (2½ Stunden, 1000 hm) und steigt über diesen bis zum Felssporn unter der Adlersruhe mit den Skiern auf (1 Stunde, 450 hm). Hier machten wir Skidepot und wechselten auf Steigeisen. Der versicherte Steig führt direkt zur Erzherzog-Johann Hütte auf der wir unsere erste richtige Pause einlegten (25 Minuten, 140 hm).
Den Weiterweg könnte ich inzwischen im Schlaf gehen (nach den zwei Begehungen: 2005 über den Stüdlgrat und 2009 mit meinen Eltern), aber bei solchem Kaiserwetter machte es natürlich wesentlich mehr Spaß. Unschwierig stiegen wir über Bahnhof und Leitl zum Grat (¾ Stunde, 250 hm) und weiter zum Kleinglockner auf (20 Minuten, 60 hm) und ab da standen wir im Stau. Um die Wartezeit zu nutzen, seilten wir uns an, was sich als Fehler erwies. Einzeln hätten wir wahrscheinlich immer wieder recht einfach überholen können, so waren wir aber gezwungen uns die Leistung der anderen Bergsteiger anzusehen. Der Bergführer einer Gruppe vor uns baute sogar ein Fixseil auf. Leider beschleunigte das das Vorankommen nicht wirklich, da die meisten Leute am Grat nicht mal eine Rücklaufsperre bauen konnte. Endlich nach einer ¾ Stunde (für 50 hm) standen wir am total überfüllten Gipfel, dem steinschlagsichersten Ort Österreichs. Leider nicht der idiotensicherste. Diese manifestierten sich als Dreierseilschaft direkt vor uns, die sich und alle anderen mit ihrem Seilverhau gefährdeten. Als wir das Chaos an der Oberen Glocknerscharte hinter uns gelassen hatten, machte der Abstieg sogar wieder Spaß. Wir gönnten uns auf der Adlersruhe wieder eine kurze Pause und stiegen dann zu den Skiern ab. Der erste Hang war ganz gut, leider hielt sich die Qualität der restlichen Abfahrt ziemlich in Grenzen und weil ich den ganzen Tag wenig getrunken hatte fühlte sich mein Kopf bei jedem Schwung an als würde er platzen.
Am Auto angelangt ließen wir uns erstmal ein Bier in der Sonne schmecken ehe wir abflackten bis die Jungs kamen. Eine sehr schöne 8¾ Stunden, 1900 hm, 16,4 km Tour, wenn man die anderen Bergsteiger ignoriert. Nach 3 Mal reichts aber vorerst wieder. Fotos und Bericht vom Vladi gibts hier.
2016_03_17_Glockner

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