Mittwoch, Juni 08, 2016

FÜL Fortbildung Alpin im Kaiser - 05.06.2016

Schon letztes Jahr hatte mir bzw. uns das Wetter (und am Nachholtermin Indien) einen Strich durch die FÜL Fortbildung Alpin mit Christoph gemacht, diesmal wars nicht viel besser. Wieder war die Rittlerkante am Bauernpredigtstuhl geplant, das Wetter war durchwachsen vorhergesagt, sollte aber am Vormittag einige gute Stunden bringen und die Gewitterneigung sollte sich in Grenzen halten. Mit Regen und einem damit verbundenen Rückzug konnten wir (Christoph, Verena, Severin und ich) umgehen, also wollten wir es probieren. Bei der Anfahrt von München sank aber unser Mut, Regen. An der Wochenbrunneralm war uns dann klar, dass die Rittlerkante sicher nicht kletterbar ist, aber vielleicht geht der Südostgrat der Vorderen Karlspitze, zumindest bis zum Matejak Kamin. In leichtem Nieseln gings gemütlich zur Gaudeamushütte und dann relativ trocken zum Einstieg (1¾ Stunde, 700 hm). Trocken allerdings nur von außen, weil zumindest ich schwamm im eigenen Saft, ganz schön dampfig zwischen den Latschen. Schnell war die Ausrüstung aufgeteilt und die Seilschaften eingeteilt und schon stiegen Christoph und Verena durch ein steiles Schneefeld zur Wand zu. Wie immer im Kaiser gestaltete sich das Einstiegfinden als eher schwierig und Christoph stieg über Bänder und Verschneidungen in Richtung einer Schlinge die er von unten gesehen hatte. Kein Haken in Sicht so wie im Topo versprochen. Ich lies mir die Zustiegsbeschreibung, die ich zwei Tage vorher auf Bergsteigen.at gelesen hatte, noch mal Revue passieren: irgendwas mit einem Klemmblock und dann rechts Start an einem Haken. Eine Rinne rauf war wirklich ein Klemmblock und nach einem brüchigen Kamin fand ich wirklich einen Klebehaken vor einer Platte, gute 20 Meter entfernt von Christoph, der immer abenteuerlicher herumturnte. Der Regen der inzwischen wieder eingesetzt hatte verwandelte das bisschen festen Fels zwischen dem ganzen Bruch in eine Seifenpartie. Christoph hatte scheinbar von seiner Kraxelei genau so die Schnautze voll, wie ich von meinem Einstiegsuchen. Bei den Bedingungen war nicht mal diese einfache Tour drin, zumal ein Rückzug über das doch recht steile Gelände, im Falle einer Verschlechterung vor dem Matjeka Kamin, doch recht anspruchsvoll gewesen wäre. Also wieder runter über Bruch, Seifenplatten und das Schneefeld. Was sollten wir nun mit dem angebrochenen Tag anfangen? Es soll ja einen Klettergarten zwischen Gruttenhütte und Gaudeamushütte geben, vielleicht können wir dort zumindest klettern. Der Jubiläumssteig zur Gruttenhütte stellte sich dabei als wirklich schön heraus. Erinnerte mehr an Dolomiten, als an den Kaiser und die ziehenden Nebel machten eine tolle Stimmung, zu regnen hatte es kurz nach dem Abstieg von der Wand aufgehört, war ja klar. Bis zur Gruttenhütte fanden wir keinen Klettergarten, also über den Klammlweg runter zur Gaudeamushütte, dabei erwischte uns nun doch auch noch ein richtiger Wolkenbruch. Innerhalb kürzester Zeit ließen jetzt auch noch die Regensachen ein, na toll. Den Gamsfelsen fanden wir dann etwa 2 Minuten vor der Abzweigung ins Elmauertor, das hätten wir auch kürzer haben können, war aber schön. Zu regnen hatte es auch wieder aufgehört, also übten wir noch ein paar Placements bis wir alle durchgefroren waren und stiegen zum Auto ab. Dort kam natürlich die Sonne heraus und wir konnten bei Kaffee und Bier zumindest ein bisschen von unseren Sachen trocknen. Trotz Scheißwetter und wanderlastiger Veranstaltung (knapp 7 Stunden und 800 hm), wars sehr lustig und das Placementüben im Klettergarten war wahrscheinlich effektiver als im leichten Gelände des Südostgrats.
2016_06_05_FUELAlpinKaiser

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