Dienstag, Oktober 17, 2017

Diggl-Wochenende - 14./15.10.2017

Nach einem durchwachsenen letzten Wochenende und einer krankheitbedingtern Liegewoche, hatten wir uns gerade rechtzeitig für ein Traumwochenende wieder derappelt. Mit Laura, Vladi, Claudi, Peter, Chrissi, Ole und Steffen gings nach Ginzling, zum Diggl. Der Freitagabend war sehr nett, aber ganz fit fühlten wir uns noch nicht und letztes Jahr war mir eine Lehre und so gingen wir recht früh ins Bett.
Ohne Kinder konnten wir endlich mal wieder ausschlafen. Nach dem Frühstück brachten uns Chrissi und Ole kurz vor Mittag vor den Ortsanfang von Ginzling, damit wir zur Alpenland (6+, 6/7 SL) zusteigen konnten. Noch etwas schlapp von der letzten Woche stiegen wir den steilen Wald hinauf bis unter die Wand (40 Minuten, ↑270 hm). Die erste Seillänge (6+) ist dann etwas weniger schönes Plattengeschleiche und ein erdiges Band, wird aber in der zweiten Seillänge (6-) an einem Riss immer besser und ab der dritten Seillänge (6+) ist die Kletterei weitgehend steil und toll. Vor allem die Verschneidung in der vierten (6) und fünften (6+) Seillänge macht richtig Spaß. Die letzten zwei Seillängen (6-) lassen sich ohne Probleme zusammenhängen, wobei dieser Teil dann eher moosig war (4 Stunden). Die Tour ist gut mit Bohr- und Normalhaken gesichert, nur in der ersten Verschneidungslänge kann man auch mal einen Cam und/oder Keil legen. Wir seilten entlang der Route 4-mal ab (1 Stunde), wobei sich vom Ende der Tour bis zum 3. Stand mit 2x60 Meter unter einmal ausgegangen wäre. Ob es sich von dort gerade hinunter zum Wandfuß unter einmal ausgeht weiß ich nicht, könnte aber knapp gehen. Am Wandfuß angelangt war die Sonne gerade hinter den Bergen verschwunden und so stiegen wir nach einer kurzen Rast schnell bis zum Diggl ab (40 Minuten). Eine nette Tour nach der die Sauna, das Grillen und der Hot Tub gleich noch mehr Spaß machten.
2017_10_14_Alpenland

Sonntag zeigte sich das Wetter noch einmal von seiner perfekten Seite. Am Plan standen die Ewige Jagdgründe. Nach einer kleinen Aufwärmrunde in der Via Lisa (5c, im Führer steht nicht umsonst: [...]"dass eine 5c im Zillertal ganz schön fordern kann"[...]). Danach kämpfte ich mich die El Schuppo (6a+ alter Zillertalerführer, 6b+ neuer Tirolführer) hoch, leider nicht sauber durchgestiegen. Für so eine Piazschuppe braucht man halt einfach Kraft und zwar von unten bis oben. Die Kraft kam leider im Toprope in El Schuppo auch nicht mehr und mein Ausbouldern von Maracuja (6c+/7a) war dann auch etwas kläglich. Spaß gemacht hat es trotzdem, auch Karin. Sie war die Via Lisa nachgestiegen und hatte sich in der El Schuppo probiert.
2017_10_15_EwigeJagdgruende

Wieder ein rundum gutes Wochenende mit einem super Trupp und natürlich mit meiner Lieblingskletterpartnerin.

Sonntag, Oktober 01, 2017

Neuer Schimkepfeiler am Untersberg und Kälberstein - 30.09./01.10.2017

Samstag war der wohl vorerst letzte schöne Tag, also unbedingt noch etwas Klettern. Schon seit einiger Zeit stand der Schimkepfeiler am Untersberg auf unserer Liste, mit dem neuen Ein- und Ausstieg von Richard Koller heißt das Ganze jetzt Neuer Schimkepfeiler (UIAA 6), ist 15 SL lang und muss trotz Sanierung noch an der ein oder anderen Stelle selbst abgesichert werden. Wie immer starteten wir von Ettenberg hinauf zum Scheibenkaser (1¼ Stunde, ↑650 hm), wo wir in der Sonne frühstückten und dann über den Zustieg vom Klettersteig unter den Begrenzungspeilfer der Gelben Mauer stiegen (¾ Stunde, ↑150 hm).
In der zweiten Seillänge muss man schon recht kräftig zupacken und die Schlüsselstelle (6) muss auch selbst abgesichert werden. Leider ist trotz des neuen Zustiegs noch immer eine Seillänge Schotter zu wandern, bevor es in die recht kompakten Längen des Originalpfeilers geht. Die Kletterei ist anregend und zwischen den schönen Bewegungen freut man sich immer wieder, wenn man einen Keil oder Cam versenken kann. Am Wandbuch trifft man dann auf die Route "50 plus" und so hatten wir an dem Stand gleich zwei Seilschaften zum Ratschen (Stress hatten wir ja keinen). Nach der eigentlichen Tour hat man die Möglichkeit den Koller-Ausstieg (6-) zu klettern um damit das Schrofenwandern zum Gipfel deutlich zu verkürzen. Alles in allem ein tolle Route (6 Stunden, ↑350 hm), wobei ich mir in den Kollerlängen, wenn auch schwerer bewertet (6 und 6-), deutlich leichter tat als im Originalpfeiler (5+), technisch drüberschwindeln ist auf jeden Fall in der ganzen Tour nicht möglich. Ob es an unserer Kletterei lag weiß ich nicht, aber über uns kreiste kurzzeitig einer der am Untersberg ansässigen Gänsegeier.
Im Abstieg legten wir noch eine Pause und ein TAB am Stöhrhaus ein. Dort trafen wir Kathi und Vali die den Schertle-Pfeiler und die Pfeilersüdwand "Hinterstoisser" gemacht hatten. Aber leider wird durchs Sitzen der Abstieg nicht kürzer und so stiegen wir zügig zum Scheibenkaser (Karin übers Stöhrgatterl und ich durchs Mittagsloch) und weiter nach Ettenberg ab (2 Stunden, ↓1150 hm).
Ein sehr schöner Tag in einer sehr schönen Wand mit meiner liebsten Kletterpartnerin. Die Touren am Untersberg sind am Ende doch immer recht lang und so waren wir doch etwas geschafft als wir nach 11 Stunden (mit Pausen) und 1150 hm wieder am Bus ankamen.
2017_09_30_NeuerSchimkepfeiler

Sonntag kam dann das angesagte Schlechtwetter. Eine kleine Wanderung mit den Kindern auf den Kälberstein und zum Tiergehege am Oberkälberstein ging sich trotzdem aus (1 Stunde, 150 hm).
2017_10_01_Kaelberstein

Montag, September 25, 2017

Karwendelwochenende: Biken und Klettern - 23./24.09.2017

Karin hatte von Laura und Vladi eine Biketour mit einem Testbike von Liteville geschenkt bekommen, sozusagen das Rundum-sorglos-Paket. Nach dem eher weniger schönen Wetter der letzten Woche kündigte sich ein Traumtag an und so trafen wir uns in der Früh in Fall. Nach einem kurzen Techniktraining gings gleich ans Eingemachte, mit einer steilen Forststraße zur Wiesalm. Ab da dann flacher weiter zum Grammersberg und etwas über der Grammersbergalm (2¼ Stunden, ↑800 hm) machten wir dann Pause. Wie es sich für ein Rundum-sorglos-Paket gehört wurde aufgetischt: Käse, Speck, Wurst, Brot, Spezi und Tegernseer. Ein Wahnsinn die Beiden!
Nach der Pause kam eine Tragepassage über die Pürschschneid vorbei am Grasköpfl (1 Stunde, ↑100 hm). Gar nicht so leicht so ein Bike. Und endlich wars auch wieder für Karin und mich fahrbar, der recht einfache Weg zum Wiesnbauern Hochleger. Der Weiterweg dem Stuhlbach entlang hinunter ins Rißbachtal war dann doch an einigen Stellen ziemlich knifflig. Das letzte Stück zur Straße dann aber um so schöner (2 Stunden).
Nach so viel Arbeit hatten wir uns natürlich ein TAB im Gasthof Post in Vorderriß verdient. Beim Weg zurück nach Fall handelte es sich nur noch um die Pflicht nach der Kür (½ Stunde) und so verabschiedeten wir uns nach knapp 8 Stunden (mit Pausen), 27 km und 950 hm ein wenig müde von Laura und Vladi. Danke für die tolle Tour, ich hätte nicht gedacht, dass Biken so viel Spaß macht (und so anstrengend ist).
2017_09_23_Biketour

Nachdem wir Samstagabend noch auf Claudis Geburtstagsfeier in Ohlstadt waren und es in der Nacht geregnet hatte, überlegten wir was mit dem Tag noch anzufangen wäre. Am besten Kletterei, gut abgesichert, nicht zu schwer und Zustieg darf auch nicht zu lange sein. Da bleibt eigentlich nur die Martinswand. Unsere Wahl viel auf die Rucola (7 SL, 5+/6-) direkt neben der Spätlese. Die ersten zwei Seillängen sind irgendwie seltsam und fielen mir recht schwer und so freute ich mich, dass die oberen Seillängen ganz nette Kletterei bieten und wesentlich leichter rein liefen als die unteren Platten (3 Stunden). Nach dem Ende der Tour unterm Ostriss gings dann über das Bandsystem hinüber zur Galerie und zurück zum Auto (¾ Stunde). Dort begann es dann auch zu tröpfeln und wir konnten uns im trockenen Auto über das Unwetter freuen.
Ein sehr nettes Wochenende an den zwei Enden des Karwendels.
2017_09_24_Rucola

Samstag, September 09, 2017

Partnachklamm - 09.09.2017

Trotz schlechter Wettervorhersage gings heute mit Marc und Luca in die Partnachklamm. Der Weg vom oberen Klammende zum Vordergraseck ist leider wegen eines Hangrutsches letzte Woche gesperrt. Wir fanden trotzdem ein nettes kleines Gamssteiglein weiter hinten im Tal zum Hintergraseck. Von dort war es dann nur ein Katzensprung zur Graseckbahn, die uns zurück an den Klammeingang brachte. Eine sehr nette Runde mit den Kindern und die Variante zum Hintergraseck war für die Kinder ein kleines Abenteuer (3 Stunden, 250 hm).
2017_09_09_Partnachklamm

Mittwoch, September 06, 2017

Wanderung auf die Arzler Alm - 03.09.2017

In die Berge sind wir in letzter Zeit wenig gekommen. Nach dem schönen Campingwochenende am Wolfsee, einem verregnetem Geburtstagswochenende von Karin und einer Campingwiederholung am Simssee, besuchten wir Vroni, Moschtl und die Kids in Innsbruck. Das Wetter war miserabel, so waren wir froh die ursprüngliche Planung, ein Geburtstags-Hütten-Wochenende auf dem Westfalenhaus, verworfen zu haben und verbrachten ein gemütliches Wochenende in der Stadt. Den Sonntag wanderten wir dann noch mit den Kindern von der Hungerburg zur Arzler Alm (½ Stunde, 200 hm) bei der es zwar kühl, aber trocken war. Ein sehr schönes Wochenende auch wenn das Wetter schlecht war.

Dienstag, August 29, 2017

Patagonia Trailrunning Lauftreff - 24.08.2017

Am Donnerstagabend veranstaltete Patagonia einen Lauftreff. Thomas Bohne begleitete uns auf Trails durch München.  Da war ich gespannt, meine üblichen Runden gehen mir nämlich langsam auf die Nerven. Zu zehnt liefen wir eine entspannte Runde durch den Nordteil des Englischen Gartens. Nicht wirklich neu, aber ich wurde wieder daran erinnert, wie schön es im Nordteil ist und vor allem östlich der Isar lässt sich doch auch ein bisschen Trail laufen. Danke für die entspannte Veranstaltung.

Mittwoch, August 16, 2017

Verlängertes Wochenende Campen und Klettern - 12.-15.07.2017

Mit Julia, Julian, Lisa, Dominik und den ganzen Kids gings über das verlängerte Wochenende zum Wolfsee bei Fischbachau. Sehr nette Gegend mit nettem Camping, kleinem Ausflug nach Geitau, Schwimmen im Wolfsee und nächtliche Schatzsuche in den Ruinen am See. Montag Abend besuchten wir dann meine Eltern und am Dienstag konnten wir endlich mit Kathi und Hannes am Silberberg klettern und unsere letzte Hochzeitsrätselstation lösen. Zum Abschluss gabs noch eine Abkühlung im Fischweiher und eine super Grillerei, bevor wir die Heimreise antraten. Ein sehr gemütliches und doch abwechslungsreiches Wochenende mit lauter guten Freunden.
2017_08_12-15_Wolfsee

Donnerstag, August 10, 2017

Guggihütte - 05./06.08.2017

Freitag Abend konnte ich endlich Karin und die Kids in die Arme nehmen. Wie jedes Jahr war für das erste Augustwochenende ein Besuch auf der Guggi geplant und so trafen wir uns in Interlaken. Diesmal begleiteten uns Laura, Vladi und Martina. Meine Eltern waren leider kurzfristig ausgefallen. Bei strahlendem Sonnenschein stiegen wir Samstag von der Kleinen Scheidegg auf. Am Weg besuchten wir auch das Eigernordwandmuseum (an dem wir zwar schon oft vorbei gewandert waren, aber noch nie hineingeschaut hatten), sahen Steinböcke und ließen uns gut Zeit (↑880 hm, ↓160hm, 4¼ Stunden). Paul ging diesmal die gesamte Strecke alleine, Anna ließ sich die zweite Hälfte von mir tragen. Der Nachmittag war wie auch schon die letzten Jahre feuchtfröhlich und kulinarisch hochwertig.
Beim Abstieg trennten wir uns, Laura und Vladi (der eine ziemlich schlechte Nacht hinter sich hatte) stiegen schon ab, während wir noch aufräumten. Die beiden mussten ja noch nach München weiter. Beim Abstieg (3 Stunden) wurden wir noch richtig nass, also typisches Guggiwetter. Am Nachmittag lockerte es auf und bei wieder gutem Wetter konnten wir den Tag bei Dani bei Grillen, Wein und in seinem Jacuzzi ausklingen lassen.
Wieder ein sehr nettes Wochenende bei Dani und eine schöne Möglichkeit Martina und Corinna zu treffen und mit Laura und Vladi etwas zu unternehmen.
2017_08_05_Guggi

Mittwoch, August 09, 2017

Hochtouren Oberengadin - 31.07.-04.08.2017

Der erste Teil dieses Blogbeitrages entstand während der Tour, der zweite dann zu Hause unter den Eindrücken des Erlebten. Diese Tour hat uns sehr eindrücklich gezeigt, wie nahe Freude und Katastrophen beieinander liegen. Wer also nur über schöne Touren lesen möchte, sollte das Lesen bei der Begehung des Biancograts einstellen. Für mich ist dies eine Möglichkeit das Erlebte zu reflektieren, aufzuarbeiten und möglicherweise in einer ähnlichen Situation andere Entscheidungen zu treffen.

Chamanna Boval
Montag konnte es endlich mit unserer Hochtourenwoche los gehen. Die schweren Ziele für die Woche hatten Vladi und ich schon begraben, nun ging es nur noch darum ein Gebiet mit halbwegs brauchbarem Wetter zu finden. Das Engadin zeigte als einzige Region stabiles Wetter und so starteten wir von Morteratsch aus zur Chamanna Boval (1¾ Stunden, ↑580 hm). Der Abend verging recht schnell, da wir zum einen Christoph trafen (der einen Hochtourenkurs für den Holländischen Alpenverein führte) und wir zum anderen einer Hubschrauberbergung vom Spallergrat bei einsetzender Dunkelheit zusehen konnten.
2017_07_31_Boval

Piz Morteratsch (3751 m, PD/II)
Der Dienstag begann um 4 Uhr, so dass wir kurz vor 5 Uhr als erste den Weg zur Fuorcla da Boval hinauf wandern konnten. Kurz vor der Fuorcla gings noch in leichter Kraxelei durch einen Felsriegel (2 Stunden, ↑830 hm) und dahinter hinunter auf den Gletscher. In der Nacht gab es Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt und so war der Gletscher kurz nach Sonnenaufgang ein einziges Sulzfeld. Nach einer kurzen Pause (und aufmascherln fürs Eis) stiegen wir in eisigem Wind (im Gegensatz zur Morteratsch Seite wehte es auf dieser Seite der Fuorcla sehr kräftig) zur Schulter und weiter zum Gipfel des Piz Morteratsch auf (1½ Stunden, ↑450 hm). Der Ausblick auf Piz Palü, Biancograt und Piz Roseg sind gigantisch, der kalte Wind ließ uns aber nicht lange verweilen und so traten wir nach 20 Minuten den Abstieg an.
Nach einer kurzen Schrecksekunde auf der blanken Flanke unterhalb der Schulter (Vladi war ein Steigeisen weggerutscht) trafen wir noch Christoph mit seiner Gruppe und erreichten nach einem Sprung über den Bergschrund das Block- und Schottergelände oberhalb der Chamanna Tschierva (1 Stunde, ↓580 hm). Das Aufräumen gestaltete sich als etwas mühsam (vor allem das Seil war etwas widerspenstig) und der Wind nervte uns inzwischen schon sehr, aber nach dem endgültigen Abstieg zur Hütte (1 Stunde, ↓560 hm) konnten wir endlich ein Bier und den Windschatten genießen.
2017_08_01_PizMorteratsch

Piz Roseg (Schneekuppe, 3917 m) über Eselsgrat (AD-/40°/III+)
Spätestens am Gipfel des Piz Morteratsch war klar, dass unser Ziel, die Ostwand des Piz Roseg nicht machbar ist. Die warmen Nächte hatten die Wand blank und mit riesigen Felsriegeln hinterlassen und das Steinbombardement startete schon vor Sonnenaufgang. Also über den N-Grat (Eselsgrat) hinauf und hinunter, auch schön. Zusammen mit den Biancograt-Begehern bekamen wir um 3 Uhr unser Frühstück auf der Tschierva. Anschließend überquerten wir im Schein unserer Stirnlampen den Ostteil des Vadret da Tschierva, stiegen am Piz Umur bis zum Beginn des Nordgrats auf und wechselten auf den Westteil des Vadret da Tschierva. Das Gletscherbecken durchquerten wir in einem weiten Süd-Bogen, bis wir an den Beginn des Eselsgrat gelangten (3 Stunden, 800 hm). Ab hier begann die ziemlich lustige Kletterei in bombenfestem Fels, sogar mit einigen Bohrhaken abgesichert. Teils luftig ging es über zwei Türme und ein paar Türmchen (1 Stunde, 200 hm). Der Weiterweg führte erst durch sulzigen Schnee und dann durch blankes Eis (in der Gipfelflanke) zum Gipfel der Schneekuppe (1½ Stunden, 450 hm).
Auch hier dauerte unser Gipfelaufenthalt nicht lange. Der Weiterweg auf den Hauptgipfel sah zwar ziemlich spektakulär aus, wegen des aufgeweichte Schnees am weiteren Grat verwarfen wir aber den Plan weiter zum Hauptgipfel zu gehen und stiegen ab. In der steilen Flanke ließ ich Vladi gesichert abklettern und so erreichten wir den Beginn des Eselsgrats etwas später als gedacht (1½ Stunden). Der Bergführer mit seinen zwei Kunden war allerdings auch nicht schneller. Die Abseilstellen waren leicht zu finden und so waren wir 1 Stunde später über den Bergschrund am Gletscher. Der Rückweg durch das Spaltengewirr des Tschiervagletschers, über das Geschottere des Piz Umurs und zurück zur Tschiervahütte war dann die Pflicht nach der Kür (2 Stunden), aber eigentlich halb so schlimm. Wenn die Temperaturen bleiben wie sie sind, dürfte der Weg durch den Gletscher erheblich schwerer werden.
2017_08_02_PizRoseg

Piz Bernina (4049 m) über Biancograt (AD+/40°/IV-)
Der Donnerstag hatte gut begonnen. Ein schnelles Frühstück und schon wanderten wir zur Fuorcla Prievlusa (2½ Stunden, 860 hm). Schon am Klettersteig nahm ich Vladi ans Seil, auch wenn er es nicht gebraucht hätte. Der Felsteil nach der Fuorcla machte, sowie auch am Tag zuvor schon, richtig Spaß (welch ein Unterschied im Trockenen zu klettern, im Gegensatz zum letzten Mal). Als wir am Firn vor der Haifischflosse ankamen (1 Stunde, 170 hm) bereitete sich gerade eine Dreierseilschaft vor loszugehen. Zusätzlich war noch ein Bergführer (Raphael) mit Kunde da und zwei Vorarlberger Bergretter (Dana und Marco), die uns im Felsteil überholt hatten.
Also Stau in der Umgehung, die schon recht blank aussah. Als sich er Stau auflöste stiefelten auch wir los und direkt hinter den Vorarlbergern setzte ich im ersten Blankeis eine Schraube für Vladi als Stand. In der etwa 40° Flanke gings schnell hinauf und als ich an der Hälfte die zweite Schraube setzte, hörte ich einen Schrei über mir. Mit einer leichten Drehbewegung flog der Erste der Dreierseilschaft über den Grat, dicht gefolgt von der Zweiten. Nach einer kurzen Pause wurde der Dritte über den Grat gerissen und die Drei nahmen unaufhaltsam Fahrt auf. Nach einer gefühlten Ewigkeit, nur das klimpern der schlagenden Ausrüstung im Ohr, und vielen Versuchen der Drei ihre Rutschpartie zu stoppen, trafen sie auf die Randfelsen auf und verschwanden aus unserem Blickfeld. Schnell legte ich die letzten Meter zu Dana und Marco zurück, die schon die Rega verständigten, und holte Vladi zu mir herauf. Wir sahen uns an, keiner hatte in diesem Moment schon wirklich realisiert was gerade passiert war. Die Rega fragte ob wir ausgeflogen werden wollten, nach kurzer Beratung die einhellige Meinung: nein uns geht es gut. Nachdem wir der Kantonspolizei noch unsere Namen und Telefonnummern gegeben hatten, warfen wir vier unsere Ausrüstung zusammen und entschlossen uns als eine Seilschaft gesichert den blanken ersten Grataufschwung zu gehen. Langsam ging es hinauf, alle 20-30 Meter eine Schraube, jede zweite Schraube ein Tibloc. Nach dem ersten Aufschwung wieder aufgeweichter Firn. Wir entschieden die Seilschaft aufzulösen und mit Vladi am kurzen Seil stapfte ich dem Gipfel entgegen. Der Wind hatte aufgefrischt und wehte uns fast vom Grat. Mitten in der Firnspur auf einmal ein runder Ausbruch, eine Rutschspur, keine Seileinschnitte. Das dürfte die Stelle sein, an der am Tag zuvor eine Bersteigerin abstürzte. Immer wenn sich der Grat blank zeigte wieder ein Stück an Eisschrauben gesichert weiter, ohne Blankeis am kurzen Seil, die Nerven zum Zerreißen gespannt. Raphael hatte ein paar gute Stände für seinen Gast geschlagen, wir konnten sie nutzen, um bis in den Firn hinein zu sichern. Die Beiden hatten die Dreierseilschaft direkt nach der Haifischflosse überholt und waren beim Sturz ein gutes Stück über ihnen. Raphaels Gast, zu der Zeit mit Klettern beschäftigt, hatte nicht nach unten gesehen. Nicht auszudenken wenn sich die Beiden knapp hinter/unter den Stürzenden befunden hätten. Langsam setzte mir das Erlebte zu, sickerte in mein Bewusstsein, aber weiter konzentrieren, funktionieren. Wenn ich Vladi an einer Eisschraube nachsicherte begann das Zittern. Die Vorarlberger blieben immer weiter zurück und zogen schließlich den Rega Joker (Hut ab vor dem Piloten und dem Flugretter, eine Seilbergung bei diesem Sturm). Nach einer kurzen Absprache mit Vladi zeigte ich dem Helikopter, dass wir keine Hilfe benötigen, es sind nur noch wenige Meter zum Gipfel des Piz Bianco (3¼ Stunde, 450 hm). Am Gipfel angelangt fällt die Anspannung ab, ich kauere mich hin, zittere und werde von Weinkrämpfen gepackt, was machen wir hier eigentlich. Dieses Mal benötigte ich den guten Zuspruch von Vladi.
Aber die Tour ist am ersten Gipfel noch lange nicht vorbei, der Teil vor dem ich am meisten Respekt hatte kommt erst noch, der Verbindungsgrat zwischen Piz Bianco und Piz Bernina. Doch dieses Mal liegt hier kein Schnee. Ohne Steigeisen macht die Kletterei richtig Spaß und das Erlebte wird wieder in den Hintergrund gedrängt. Trotzdem sind wir langsam, legen viele Sicherungen, gehen vieles nicht am laufenden Seil sondern sichern konsequent. Am letzten Aufschwung werden wir von einem Bergführer (Marcel) mit Gast (Natascha) und ihrem Fotografen (Thomas) überholt, es werden ein paar freundliche Worte gewechselt und dann geht es weiter. Die beiden Italiener, die schon die ganze Tour auf Abstand hinter uns sind, kommen immer näher. Und da erreichen wir die Bernina (2½ Stunden, 130 hm), mein fünfter Versuch an diesem Berg. Mir wäre heute ein wetterbedingtes Umkehren lieber gewesen. Am Gipfel gibt es Platz und wir machen eine ½ Stunde Pause, geredet wird wenig (außer von den dauerquasselnden Italienern). Alle brechen auf und wir lassen sie vor, auch am Spallergrat müssen wir uns noch konzentrieren. Der Absturz von Norbert Joos letztes Jahr ist mir noch gut in Erinnerung. Noch vor dem ersten Firnteil kommt uns Thomas wieder entgegen. Er ist auch Bergführer und bietet uns an, uns zur Marco e Rosa Hütte zu bringen. Wir sind froh, die Belastung der letzten Stunden hat ihren Tribut gefordert und so ist es schön sich über Seiltechnik und Wegfindung keine Gedanken mehr machen zu müssen. Die Abseilstellen klettern wir ab und so überholen wir auch die Italiener mit ihrem Seilverhau wieder. Am Ende des Felsgrates habe ich Netz und kann Karin anrufen. Als ich ihr erzähle bricht es wieder aus mir heraus, ich hatte nicht gedacht, dass mich das Erlebte so sehr berührt. Ich dachte ich wäre abgebrühter.... Endlich erreichen wir die Hütte (2 Stunden, ↓450 hm) und können uns aus unserer Ausrüstung schälen. Nach 12½ Stunden und dem Erlebten sind wir fertig mit der Welt. Die Hüttenwirte nahmen uns herzlich auf und Bier und Pasta (mit dem besten Pesto das ich je gegessen habe) stärkten uns und wir konnten mit den anderen (vor allem mit Raphael, Thomas und Marcel) den Unfall durchsprechen. Mir tat es gut darüber zu sprechen, jetzt da alles im Bewusstsein angekommen ist. Überraschenderweise schlief ich schnell und gut ein und auch fast aus (wenn man 5 Uhr ausschlafen nennen will). 
2017_08_03_Bernina

Abstieg über Fortezza
Auf der Marco e Rosa Hütte gibt es nur eine Frühstückszeit und so starten alle fast gleichzeitig sowohl zur Bernina, wie auch zum Palü, oder wie wir zum Abstieg über die Fortezza. Etwas wehmütig verabschiedeten wir uns von den anderen und ließen sie vor uns wegziehen. Der Abend mit Natascha, Marcel und Thomas (und auch Raphael) hatte gut getan. Vor allem Thomas sind wir sehr dankbar, ohne ihn hätten wir sicher noch ein bis zwei Stunden länger für den Abstieg benötigt.
Bei bestem Wetter folgten wir der Spur durch das Spaltengewirr zur Belavista Terrasse. Ich frage mich, was ich mir dabei gedacht hatte mit Claudi und Peter hier bei praktisch Nullsicht durchzustolpern. Am Beginn der Fortezza (1¾ Stunden, 200 hm, ↓300 hm) hat sich die Routenführung wegen einem frischen Ausbruch verändert, durch die gute Markierung kann man sich aber eigentlich nicht verlaufen. Und so kletterten wir den Grat ab. Vladi vor, ich hinterher (1½ Stunden, ↓ 160 hm). Am Ende des Grates warteten noch ein paar Eispassagen (praktisch alles blank) und der Fortezzagletscher, bis wir endlich die Isla Persa erreichten (1 Stunde, ↓480 hm). An einem kleinen Schmelzsee machten wir Pause und sahen hinüber zur Unfallstelle des Vortages, kein schöner Anblick, aber zumindest begann ich nicht mehr am ganzen Körper zu zittern.
Der restliche Abstieg ist dann nur noch Geschottere und die Überquerung des Morteratschgletschers, musste natürlich auch noch gemacht werden. Nach den letzten Tagen war vor allem der "Gletscherpfad" nach Morteratsch hinaus etwas skurril. Wir mit unseren Rucksäcken vollgestopft mit Ausrüstung und unseren Köpfen schwer von Erlebnissen, inmitten von Tagesausflüglern und Familien (2 Stunden, ↓950 hm). 
2017_08_04_Fortezza

Unsere gesamte Runde waren ⇅5120 hm, die Bedingungen in den Eisteilen der einzelnen Touren  zum Teil heikel. Durch den direkt miterlebten Seilschaftsabsturz am Biancograt waren wir psychisch stark belastet und hätten im Nachhinein betrachtet sofort die Notbremse (aka Rega Joker) ziehen sollen. Die psychische Komponente habe ich definitiv unterschätzt. Vor allem wie langsam uns das Erlebte am weiteren Weg gemacht hat. Da sich das Wetter stabil gehalten hatte, kamen wir nicht in Bergnot, wobei wir beide froh waren, als Thomas uns beim Abstieg unter seine Fittiche genommen hat. Ob ich beim (hoffentlich niemals eintretenden) nächsten Mal schlauer bin, ich hoffe schon, hier die Hubschrauberbergung abzulehnen kommt mir im Nachhinein als falscher Stolz vor. Vielleicht habe ich unterbewusst aber auch zum Weitergehen gedrängt da ich an diesem Berg schon vier erfolglose Versuche hatte. Andererseits gab uns der Abschluss der Tour auch wieder Selbstvertrauen in unsere Fähigkeiten. Wie sehr mich das Erlebte bei weiteren Touren beeinflussen wird kann ich auch noch nicht abschätzen, (panische) Angst vor Mitreisunfällen hatte ich sowieso schon (spätestens seit unserer Aktion am Glocknerleitl nach dem Stüdlgrat). Trotz allem war die Woche eine schöne Zeit mit Vladi, hoffentlich begleitet er mich trotzdem wieder ins Eis.

Montag, August 07, 2017

Blue Moon - 29./30.07.2017

Nach der anstrengenden Woche in Rock Springs, brauchte ich irgendetwas, um meinen Jetlag zu bekämpfen und um wieder ein bisschen runter zu kommen. So fuhren Vladi und ich am Samstag gemütlich in den Kaiser und stiegen zum Wasserfall unter der Kopfkraxn auf (1½ Stunden, ↑600 hm). Die Biwaknacht brachte mir mehr als tagelanges Ausruhen. Nach einem kurzen Regen in der Früh, waren wir dann auch wach genug, um in die Blue Moon (11 SL + 3 SL, 6+) einzusteigen. Der Einstieg war diesmal schnell gefunden (½ Stunde. ↑200 hm) und flüssig ging es höher. Auch die Wasserrillenplatte (diesmal zwar im Nachstieg, aber mit schwerem Rucksack) behagte mir gut und die Piaz-Verschneidung spulte ich im Vorstieg ohne Probleme ab. Was für eine tolle Länge! Oben sind leider zwei etwas weniger schöne Längen, die beide bei mir lagen), dazwischen wartete aber noch eine super kompakte Länge am Einstieg des Ausstiegspfeilers (6 Stunden, ↑400 hm).
Vom Ausstieg ging es, den Gipfel rechts liegen lassend, zurück zum Wasserfall (1 Stunde) und hinunter zum Jägerwirt (1 Stunde) wo wir uns unser TAB schmecken ließen. Als wir dann bei meinen Eltern grillten, gewitterte es heftig und wir waren froh, halbwegs früh unterwegs gewesen zu sein. Ein wirklich gemütlicher Einstieg in meine gemeinsame Woche mit Vladi.
2017_07_30_BlueMoon

Samstag, Juli 29, 2017

Rock Springs, das wahre Amerika - 19.-28.07.2017

Ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Eigentlich wollten wir am Samstag auf Kathis und Hannes Hochzeit gehen, aber nach einem kurze Anruf am Dienstagmorgen saß ich Mittwoch schon im Flieger nach Wyoming. Viel Zeit für Aktivitäten neben der Arbeit bleibt bei so einem Aufenthalt sowieso nicht, aber für einem kleinen Ausflug am Abend reichte es dann doch.
Mein Ziel waren die Killpecker Sand Dunes nördlich von Rock Springs. Am Weg dorthin konnte ich noch einen kleinen Abstecher beim und auf dem Boars Tusk (max. UIAA III) machen. Am Gipfel gäbe es sogar einen Abseilstand aus drei Haken, ohne Seil musste ich aber die etwas brüchige Aufstiegsroute wieder abklettern. Das Dünenfeld ist dann schon recht beeindruckend, auch wenn man mit einem normalen Auto nur einen kleinen Teil erkunden kann (angeblich das zweitgrößte aktive Dünenfeld der Erde). Im Gegensatz zu den Dünen im Death Vally, die wir letztes Jahr  besucht hatten, darf man hier große Teile mit ATVs befahren. Am Rückweg sah ich mir noch die White Mountain Petroglyphs an und drehte eine Runde über den Wild Horse Loop. Der Wild Horse Loop heißt so, weil dort die Wahrscheinlichkeit wilde Pferde zu sehen ziemlich groß ist. Neben den Wildpferden bekam ich auch noch Pronghorn Antelopen, Kaninchen, einen Uhu und Beifußhühner zu sehen. Zum Sonnenuntergang stieg ich schließlich noch auf den Pilot Butte, die höchste Erhebung des White Mountains, bevor ich todmüde ins Hotel zurück kam.
Auf meiner Rückreise hatte ich noch Zeit mir Denver anzusehen und eine Führung im Colorado State Capitol mit zu machen. Ob man sich Denver wirklich ansehen muss sei dahin gestellt, aber besser als am Flughafen zu sitzen ist es aus jeden Fall.
Alles in allem eine sehr anstrengende Reise an den A. der W., wegen der tollen Leute auf der Baustelle aber gut auszuhalten. Danke dafür.
RockSpringsBlog

Montag, Juli 10, 2017

Oberammergau mit meinen Eltern - 08./09.07.2017

Zu Weihnachten hatten wir meinen Eltern einen Besuch beim Brandner Kasper in Oberammergau geschenkt, zusammen mit einem Wochenende mit uns. So trafen wir uns alle am Freitag Nachmittag am Campingpark Oberammergau und verbrachten einen gemütlichen Abend bei Geschichten von ihrem Sizilienurlaub und unserem Korsikaurlaub.
Leider war das Wetter recht unbeständig, aber für eine Wanderung auf den Kofel reichte es allemal. Vorbei am Friedhof und dem Dottenbichel zogen wir einen steilen Weg hinauf auf den Kofelsattel (1½ Stunden, 400 hm). Am Unterstand am Sattel durften die Kinder ihre Klettersteigsachen anziehen und schon gings über den versicherten Steig zum Gipfel, es einen Klettersteig zu nenne fände ich übertrieben. Aber perfekt für Paul, um das Umhängen der Karabiner zu üben und Anna hängten wir vorsorglich an, ein Fehltritt auf dem Steig wäre nicht wirklich gesundheitsfördernd (½ Stunde, 100 hm). Vom Gipfel hatten wir trotz der herumziehenden Wolken einen fantastischen Rundumblick und nach einer Motivations- und Smartiespause stiegen wir wieder in den Sattel ab (½ Stunde). Zurück zum Camping war es dann nicht mehr schwer, höchstens ein motivatorisches Problem, wobei Paul die gesamte Wanderung selbst ging und Anna nur im Abstieg zwei kleine Tragepassagen hatte. (1¼ Stunden). Erst als wir wieder an den Bussen waren begann es zu regnen und den ganzen Abend/Nacht zogen immer wieder teils sehr kräftige Gewitter durch.
Sonntag begann dann gleich wieder mit einem Regenguss, so ließen wir die Klettersachen zurück und radelten zuerst zur Ettaler Mühle (vorbei an Frauenwasserl, was zwar trocken, aber auch total überfüllt war) über Graswang zum Schloss Linderhof (2 Stunden, 14 km). Nach einer Mittagspause und einem Besuch im Schlosspark fuhren wir (diesmal die Kinder für die gesamte Streck im Hänger) zurück (¾ Stunde) und erreichten die Busse wieder gerade bevor es zu regnen begann.
Ein sehr schönes Wochenende, auch wenn das Wetter recht instabil war.
2017_07_08_Oberammergau

Dienstag, Juli 04, 2017

Korsika - 15.06.-01.07.2017

Unser diesjähriger Urlaub begann an Fronleichnam. In aller Frühe fuhren wir in Richtung Süden los, bis Livorno. Dort verbrachten wir nicht nur einen gemütlichen Nachmittag und Abend am Lago Le Tamerici sondern übernachteten auch, um ohne Stress unsere Fähre am Freitagmittag zu erreichen. Nach 4 Stunden ereignisloser Überfahrt über spiegelglatte See (was Karin sehr entgegen kam) erreichten wir in Bastia endlich korsischen Boden. Da wir wussten, dass Freunde aus Pauls und Annas Spielegruppe auch auf Korsika waren, fuhren wir noch eine Stunde nach Süden, nach Aleria, um sie auf dem Campingplatz zu treffen. Zusammen verbrachten wir ein paar wunderbar entspannte Tage mit Baden, Grillen und Nichtstun. Doch schließlich kam wieder unser Bewegungsdrang durch und es war Zeit weiterzuziehen. Alex, Roland und die Kids begleiteten uns noch als Tagesausflug zu den Gumpen am Weg zum Bavella Massiv. Eine herrliche Erfrischung bei den heißen Temperaturen, wobei der Solenzara Fluss wesentlich wärmer war als er aussah. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen auf unserem neuen Camping (U Rosumarinu) kehrten sie nach Aleria zurück und wir machten es uns in der Gumpe unter dem Camping gemütlich. Eine Waterline sorgte für ein bisschen Action beim Plantschen.
Vom Bavella Massiv hatten wir schon gehört und der Blick auf dem Weg zu den Gumpen in das Massiv bekräftigten unseren Plan, da müssen wir hin. Also gings die kurvenreiche Straße über Bocca di Larone hinauf aufs Col de Bavella. Von dort aus unternahmen wir eine Wanderung zum Crocé Leccia (↑1¼ Stunden, 200 hm, ↓1 Stunde). Dabei konnten wir uns ein paar der Sektoren des Sportklettergebiets am Col de Bavella ansehen. Sieht schon toll aus, aber wirklich gut schauen die ganzen alpinen Geschichten im Massiv de Bavella aus.
Nach Bavella kam unser erster Boulderspot an die Reihe, Palombaggia nahe Porto-Vecchio. Palombaggia selbst ist angeblich der schönste Strand Korsikas, naja, wem es gefällt (laute Musik und viel zu viele Leute). Uns gefiel dafür die Blockansammlung am Ende des Strands. Zwar nicht wirklich groß, aber echt sehr fein und die Kulisse ist einmalig. Leider riss ich mir beim Baden meine Ferse auf, was mich den gesamten Urlaub verfolgte (inklusive ziemlich vieler vollgebluteter Socken). Die Bewertung der Boulder in Palombaggia ist ziemlich egofördernd, was auch mal schön sein kann.
Bonifacio, die südlichste Stadt Frankreichs, war unser nächstes Ziel. Von einem Schiff aus kann man sehen wie die Stadt auf den Kreidefelsen thront. Ein Pflichttermin ist die steile "Escalier du roi d'Aragon" von der Altstadt bis knapp übers Meer. Außerdem kann man seinen Mut am "Sandkorn", zusammen mit den einheimischen Jugendlichen, beweisen (gute 8 Meter ist der Sprung und die Einheimischen warten immer auf die Touristenboote um Publikum zu haben). Etwas westlich von Bonifacio befindet sich Capineru, ein zauberhafter Ort, versteckt hinter 100ten Metern von Stachelbüschen. Hat man sich erst durch die Dornenhecken gekämpft erwartet einen ein Paradies in Granit. Der Fels ist besser als in Palombaggia und auch die Auswahl an Bouldern ist größer. Die Bewertung ist außerdem um einiges ehrlicher.
Der Weg Richtung Norden an der Westküste ist dann um einiges "mühsamer" als an der Ostküste. So legten wir eine Pause in Olmeto (Bucht von Propriano) an einem Luxuscamping ein. Das verschaffte uns nicht nur eine Erfrischung in einem ziemlich luxuriösem Pool, sondern auch eine nur noch ½-stündige Anfahrt ins Valdu di Saltu. Angeblich DAS Topgebiet in Korsika. Nach einigem Suchen fanden wir es auch und ja, der Wald ist super, der Fels auch UND ganz wichtig, man sollte eine gute Bürste nicht vergessen. Die meisten Linien sind vom Wald zurückerobert, viel wird dort wohl im Moment nicht gebouldert. Das die Blöcke in dem Wald etwas magisches haben ist unumstritten, leider ist auch im Schatten des Waldes bei über 30°C nicht wirklich an Bouldern zu denken. Ein paar schöne Bewegungen waren aber dennoch dabei.
Unser nächster Stopp führte uns nach Sagone, bekannt für seine Buchten und Strände. Sehr schön ist die Liamone Mündung, aber im Großen und Ganzen für uns nur eine Pause, um weiter nach Galéria und ins Fango-Tal zu kommen. Doch zuvor fährt man noch ein paar der schönsten aber auch kurvigsten Straßen der Insel. Der Abschnitt zwischen Piana und Porto, die Calanche, ist sogar UNESCO Weltnaturerbe. Doch schließlich erreichten wir doch das Fango-Tal und schlugen unser Lager in einem kleinen, einfachen Camping in Tuvarelli auf. Von dort waren es zwei Minuten bis zu den ersten Gumpen. Das Wasser des Fangos ist, wie schon in Bavella, angenehm warm und die schwarzen Steine speichern die Wärme des Tages bis weit in die Nacht hinein. Mit den Kindern unternahmen wir eine kleine Flusswanderung. Immer abwechselnd schwammen wir durch Gumpen und wanderten von einer Gumpe zur nächsten und ich sprang von jedem Felsen, der genug Wasser darunter hatte. Fotos davon gibts keine, da wir unsere wasserdichten Säcke zu Hause vergessen hatten, aber ich hatte es geschafft mir als Andenken einen gehörigen Sonnenbrand zu holen.
Unser letzter Halt brachte uns nach Calvi, dem wahrscheinlich touristischsten Teil Korsikas. Trotzdem ist Calvi mit seiner Zitadelle ein malerisches Städtchen und noch viel wichtiger, rund um Calvi kann man richtig gut bouldern. Eines der Gebiete befindet sich am Strand von Lumio. Das Gebiet ist ziemlich klein und beherbergt fast ausschließlich leichte Boulder. Landschaftlich ist das Gebiet aber kaum zu überbieten und die Blöcke haben wieder fantastische Formen. Baden konnten wir nicht, da eine Gewitterfront das Meer aufgepeitscht hatte und nach einer kurzen Bouldersession erwischte uns dann ein kurzer, aber umso heftigerer Regenguss. Bis auf die Haut nass zogen wir von dannen, nur um zu sehen, dass eine ½ Stunde später die Sonne wieder schien und kein Wölkchen am Himmel war. Diesen Umstand nutzten wir, um uns noch ein letztes Bouldergebiet auf unserer Reise anzusehen, Tramariccia im Stadtgebiet von Calvi. Auch dieses Gebiet liegt wieder direkt am Meer und bietet, wie auch Lumio, die absonderlichsten Felsformationen. Da ich die nassen Kletterschuhe im Bus gelassen hatte, hieß es barfuß bouldern, auch nett. Eine Anekdote zu Calvi gibt es natürlich auch noch. Als wir ankamen, bekam ich eine SMS, Absender unbekannt. Darin erklärte mir Daniel, dass er unseren Bus gesehen hätte, zum Klettern mit seiner Freundin da sei und ob ich nicht Lust hätte zusammen was zu unternehmen. Es stellte sich heraus, dass Daniel ein Freund von Josef ist und er von ihm meine Nummer bekommen hatte. Anscheinend ist unser Bus doch recht auffällig. Leider ging sich zusammen Klettern nicht mehr aus, denn bei uns gings wieder nach Bastia (über Saint-Florent), wo wir mit etwas Verspätung (meteorologischen Bedingungen sei Dank) unsere Fähre nach Livorno bestiegen. Karin hatte bei dieser Überfahrt nicht ganz so viel Spaß wie zwei Wochen zuvor, die Kinder und ich genossen aber das einschläfernde Schaukeln.
Nach einer kurzen Nacht am Lago Le Tamerici folgte der obligatorische Besuch in Pisa, wo die Kinder kontrollieren mussten, ob die Olchis den Turm wirklich nicht gerade gerückt hatten. Ein Einkauf bei Decathlon verlief dann etwas anders als erwartet, nachdem Paul aufgrund eines Unfalls mit einem Tretroller mit seinem Gesicht aufschlug. Wie üblich bei Verletzungen im Gesicht, war sofort alles total blutverschmiert und Paulchen bekam eine dicke Lippe. Auf der Weiterfahrt gings ihm allerdings schnell besser und so konnten wir unseren geplanten Zwischenstopp in Arco einlegen. Der Spaziergang zur Festung wurde nur getrübt von der Tatsache, dass diese um 19 Uhr zusperrt und wir so am verschlossenen Burgtor umkehren muss. Bevor wir am Samstag die endgültige Rückreise antraten, stiegen wir noch mit den Kindern über den Klettersteig auf den Colodri (↑ Zustieg: ½ Stunde, 100 hm; Steig: 1 Stunde, 150 hm; Gipfel: ¼ Stunde, 50 hm; ↓1½ Stunden) und frühstückten dort. Anna ist noch ein wenig klein für so einen Steig, aber Paul konnte den gesamten Steig alleine meistern (wenn auch von mir zusätzlich am Seil gesichert).
Und so ging ein wirklich schöner Urlaub zu Ende. Mit dem festen Vorsatz Korsika wieder zu besuchen, vielleicht wenn die Kinder etwas größer sind, um im Landesinneren Wandern und Klettern zu gehen.
KorsikaBlog

Sonntag, Juni 04, 2017

Signalkopf (Mittlerer Rotofen) Direkte Nordwand, Klettern am Aschi und Rauher Kopf - 03.-05.06.2017

Pfingstsamstag weckte uns perfektes Wetter und so stiegen Karin und ich von Hallthurm Richtung Rotofensattel auf. Kurz vor dem Sattel bogen wir unter die Nordwand der Signalkuppe (Löwenkopf, Mittlerer Rotofen) ab und folgten den Steigspuren bis zum Einstieg der Direkten Nordwand (4 SL, 6/5/6+/6+) (1½ Stunden, 600 hm). Leider war die erste SL pitschnass und so stieg ich nicht direkt ein, sondern stieß erst am dritten Bolt auf die Linie. Nach zwei Bohrhaken verließ ich die gebohrte Linie wieder und stieg in weniger nassem Gelände zum Stand hoch. Ab der zweiten SL wars dann nicht nur trocken, sondern auch überraschend steil, fest und ausgesetzt. Eine tolle Linie entlang von Rissen und Verschneidungen. Die letzte SL verläuft über zwei kompakte Pfeiler (original Route geht rechts über eine brüchige Verschneidung hinaus (4+)) in perfektem Fels bis direkt auf den Gipfel (2½ Stunden, 125 m). Das warme Wetter lud uns ein am Gipfel eine ausgedehnte Rast zu machen (½ Stunde) und den Blick im schönen BGL schweifen zu lassen. In unserem Rücken wälzte sich die Blechlawine der Pfingstferien-Nach-Süden-Fahrer gegen Salzburg (hier gute Gedanke dazu) und wir waren froh dem ganzen Wahnsinn, zu mindest dieses Wochenende, entflohen zu sein. Ein kurzer Abstieg (1 Stunde) und schon standen wir wieder am Auto und konnten rechtzeitig zum Abendessen zu Hause sein. Eine schöne Halbtagestour im Lattengebirge, für warme Sommertage.
2017_06_03_SignalkopfDirekteNord

Am Sonntag trübte es dann wie vorhergesagt ein, doch bevor es zu regnen begann gingen wir mit den Kindern noch Klettern am Aschi. Leider begann es promt bei der ersten Tour zu schütten und so durften zwar die Beiden ein wenig klettern, aber wir brachen bald wieder zum Märchenpfad auf, um im Wald etwas regengeschützt zu sein. Trotz des Wetters ein netter Vormittag mit den Kids.
2017_06_04_KletternAschi

Der Montag überraschte dann mit richtig gutem Wetter. Wir sahen uns den Umzug zum 500 Jahr Jubiläum des Salzbergwerks Berchtesgaden an bevor wir mit Tante Waltraud in der Gern Essen gingen. Um nach Hause zu kommen, wählte ich den Weg von der Ober Gern über den Rauhen Kopf (1 Stunde, 650 hm). Beim Abstieg nahm ich noch eine kleine extra Runde mit, da ich nicht zwischen Kleinem und Großem Rauhen Kopf heraus gekommen war, wie gedacht und wissen wollte wo ich mich verhaut hatte (1 Stunde, 100 hm). Ein netter Nachmittagsspaziergang bei bestem Wetter.

Freitag, Juni 02, 2017

Grünstein Klettersteig - 02.06.2017

Das letzte Wochenende und die Woche waren recht anstrengend. Mit müden Beinen vom Wochenende kämpfte ich mich mit dem Radl in die Arbeit, war Bouldern mit Matze und lief am Mittwoch beim Oberlandlauf (5 km, 24:56 Minuten) in Geretsried mit. Freitag wollten wir eigentlich mit Vroni, Matths und Sophia in den Freizeitpark nach Ruhpolding. Leider zerlegte Matths seinen Fuß und so fiel der Parkbesuch ins Wasser, das frühe ins BGL Fahren behielten wir aber bei, um den Pfingststau zu umgehen.
So konnten wir am Freitag ausschlafen und nach einem gemütlichen Frühstück legte ich leider alleine, Karin hat eine Sommergrippe erwischt, eine kleine Vormittagsrunde auf den Grünstein ein. Vom Echostüberl gings rauf zum Einstieg und nach einem kurzen Ratsch mit ein paar anderen Klettersteiggehern gings in die Räuberleiter (½ Stunde, 250 hm). Trotz kurzer Schauer in der Nacht und in der Früh war der Steig weitgehend trocken und nach der Alpinvariante (Gipfelvariante) erreichte ich mit langgezogenen Armen den Gipfel (1¼ Stunden, 450 hm). Nach dem Abstieg zum Auto (35 Minuten) kam ich rechtzeitig zum Mittagessen wieder zu Hause an.
2017_06_02_Gruenstein

Montag, Mai 29, 2017

Verlängertes Wochenende in Tirol - 25.-28.05.2017

Donnerstag: Georgenberg über die Wolfsklamm
Verlängertes Wochenende in Tirol und gutes Wetter und Vatertag, das klingt nach Aktion in den Bergen. Donnerstag war noch der schlechteste Tag, aber nach dem Regen in der Nacht, war es zumindest trocken. Nach einem späten Frühstück ergatterten wir einen Parkplatz in Stans an der Wolfsklamm und nachdem wir am Mauthäuschen den Eintritt entrichtet hatten, konnten wir eintauchen in die wilde Wasserwelt. So eine Klamm mit Wasserfällen, Brücken, Stegen und Treppen zusammen mit einem Seil um den Bauch ist für die Kinder Motivation pur und so gestaltete sich der Aufstieg durch die Klamm als sehr kurzweilig (1 Stunde, 200 hm). Eine lange Pause am Bach oberhalb der Klamm war noch ein zusätzlicher Lohn. Der weitere Weg nach Georgenberg stellte sich dann motivatorisch als eher anspruchsvoll dar. Wenn man selbst Forstwege nicht mag, ist es relativ schwierig Freude bei den Kindern dafür zu wecken. Aber spätestens bei der Hohen Brücke erwachten die Geschichten, über Raubritter die die Mönche überfallen wollen, zum Leben (¾ Stunde, 150 hm). Unsere Raubritter bekamen ein Eis und im Sauseschritt gings zur und durch die Klamm zum Auto (1 Stunde) zurück.
Eine sehr nette Wanderung mit Kindern (2¾ Stunden, 350 hm, 6 km), die durch spielen (vor allem am Bach oberhalb der Klamm) leicht zu einer Tageswanderung ausgedehnt werden kann.
2017_05_25_Wolfsklamm

Freitag: Hirsch Kopf und Fiechterspitz / Pioniersteig Pill
Um 4 Uhr steht es sich immer schlecht auf, diesmal aber besonders. Trotzdem stellte ich kurz darauf den Bus am GH Karwendelrast in Vomperberg ab und machte mich auf den Weg zur Waldhornalm (1 Stunde, 700 hm). Der Weg ist ganz nach meinem Geschmack, er zieht, bis auf kurze Unterbrechungen, steil berauf und gibt sich nicht mit unnötiger Strecke ab. In gleicher Manier gings weiter auf den Hirsch Kopf (½ Stunde, 390 hm). Nun stand ich früher als geplant am Gipfel und überlegte, was ich mit der gewonnen Zeit anfangen könnte. Zum Glück fällt einem beim Blick nach Westen sofort etwas ein, der Fiechterspitz. Bis zum Beginn der Kletterei folgt man einfach einem Gamssteig (mit roten Punkten markiert) (¼ Stunde, 200 hm). Der Weg durch den abweisenden Gipfelaufbau führt zunächst durch eine Rinne (roter Pfeil und am weiteren Weg vereinzelte rote Punkte). Die Schlüsselstelle stellt dabei der Einstieg in die Rinne dar (III- / zwei oder drei Stellen). Nach der Rinne steigt man leicht links empor bis man auf eine Rampe trifft. Dieser Rampe folgt man bis zur Hälfte und quert dann nach links auf einen Grat, dem man bis auf den Gipfel folgt (½ Stunde, 130 hm). Die Wegfindung ist vor allem wegen der roten Punkte einfach, solange gute Sicht herrscht. Versteigen ist wie so oft eher keine gute Idee, es handelt sich definitiv ab dem Einstieg um Absturzgelände. Der Fels ist überwiegend karwendeluntypisch fest, nur in der Rampe liegt etwas Schotter auf den man aufpassen muss. Der Weiterweg zur Mittagsspitze sieht ähnlich gut aus. Für mich stand aber fest, dass ich jetzt nach Hause musste, wenn ich das Brot zum Frühstück mitbringen wollte (erst zu Hause sah ich, dass mich der Abstieg über Mittagsspitze, Schneekopf und Bärenkopf wahrscheinlich nicht viel mehr Zeit gekostet hätte).
Der Abstieg ist dann mindestens genauso fordernd wie der Aufstieg, aber alle unangenehmen Stellen lösten sich schön auf (½ Stunde). Auch auf den steilen Grashängen zum Hirsch Kopf muss man ein bisschen Aufpassen, ein Fehltritt wäre auch dort ungut (¼ Stunde). Ab dem Hirsch Kopf konnte ich dann aber wieder Gas geben. Im Laufschritt gings über die Walhornalm (20 Minuten) zurück zum Auto (½ Stunde). Nach den 1400 hm schmeckte das Frühstück zu Hause natürlich besonders gut.
2017_05_26_Fiechterspitz

Am Nachmittag drehten wir mit den Kindern noch eine Runde über den Pioniersteig in Pill (2 Stunden, 170 hm, 4 km). Wenn man im Grafenwald richtig abzweigt (nicht markiert), kommt man wieder am "Mausa Wiesl" heraus und man spart sich ein gutes Stück Forstweg und Asphaltstraße durch den Ort (wir haben am Müllplatz geparkt). Am "Mausa Wiesl" lädt übrigens nicht nur der Bach und das Kleintiergehege zum Verweilen ein, sondern auch ein paar Hängematten direkt am Bach.
2017_05_26_Pioniersteig


Samstag: Wanderung Richtung Loassattel
Beim Frühstück donnerte schon der erste Hubschrauber direkt übers Dach. Immer wieder landete er bei der Feuerwehr in Außerberg. Als wir zu unserer Wanderung Richtung Loassattel aufbrachen, sahen wir auch warum, die Grubenwehr hatte Übung. Immer zwei zusammen mit einem Flugretter wurden an der Longline zum Hüttegg geflogen. Das Zusehen machte nicht nur den Kindern Spaß. Die nächste Station war ein Wasserrad und ein Fischteich am Wegesrand. Leider führte der restliche Weg bis zur Tramwaldhütte ausschließlich über Forststraßen (3½ Stunden, 350 hm, 4 km). Das fanden nicht nur die Kinder langweilig und so zog sich auch der Rückweg ganz gewaltig (2¼ Stunden, 50 hm, 4 km).
2017_05_27_WegZurLoas

Sonntag: Kleiner und Großer Gamsstein
Sonntagfrüh bot sich noch für eine kleine Laufrunde an. Wobei nicht viel mit Laufen war, nach meinem Abstieg am Freitag. So humpelte ich zum Loassattel (1¼ Stunden, 700 hm). Meinen eigentlichen Plan über den Kuhmesser aufs Kellerjoch zu laufen verwarf ich und wand mich dem sonnigen Kleiner Gamsstein zu (½ Stunde, 300 hm). Auch auf dem Weiterweg zum Großer Gamsstein hatte ich kaum Schneeberührung (½ Stunde, 250 hm). Die Nordseite des Gilfert ist aber noch recht weiß und so stieg ich über Almrosenmatten ins Kar östlich des Großen Gamsstein ab, bis ich auf den Steig der von der Schneebrugalm herüberführt traf. Diesem folgte ich zur Lafaster und über die Forststraße und einen direkten Abschneider über einen frischen Schlag zurück nach Außerberg (2 Stunden, 50 hm).
Eine schöne "Almwanderung" bei bestem Wetter, wenn man durchgängig läuft sollte man ohne weiteres eine bis eineinhalb Stunden aus den 4¼ Stunden bei 1300 hm und 18 km herausholen können.
2017_05_28_Gamsstoana

Sonntag, Mai 14, 2017

Skitour Göll, mit Anna ins Nixloch und mit Peter auf den Staufen - 13./14.05.2017

Und Skitouren gehen immer noch, auch wenn das Wetter nicht ganz so toll ist.
Samstagfrüh startete ich von Hinterbrand aus Richtung Hoher Göll (typischer Saisonabschluss: 2009/2014). Die Ski muss man ein gutes Stück über die zweite Steilstufe tragen (1 Stunde, 450 hm), dann ist aber eine durchgängige Schneedecke bis zum Gipfel. Mühsam gings durch den weichen Schnee den oberen Teil des Alpeltal hinauf, aber zumindest die Sicht war gut, bis zum Beginn der Umgäng (1¼ Stunden, 400 hm). Leider steckte ich ab da im Nebel. Ohne eine bestehende Spur wäre ich umgekehrt, es ist ein Leichtes sich im Nebel in den Umgäng zu verirren und gerade die Dolinen dort sind wirklich kein Spaß. So begleitete mich der Nebel bis zum Gipfel (1½ Stunden, 550 hm). Zwischenzeitlich wurde es zwar ein wenig hell, am Gipfel wehte aber ein kalter Wind und so beschränkte ich mich aufs Abfellen (¼ Stunde Pause). Die Abfahrt entlang der Aufstiegsspur war dann wie erwartet nicht unbedingt der Brüller, obwohl der Schnee besser als erwartet war (¾ Stunde bis zu den Turnschuhen). Mit geschulterten Ski konnte ich den schneefreien Teil über der zweiten Steilstufe absteigen und direkt bis zur Steilstufe noch ein paar Schwünge ziehen (¼ Stunde). In der unteren Steilstufe begegnete ich dann noch einer Vierergruppe die sich den Göll auch antun wollten. Seit ich wieder aus dem Nebel gekommen war, hatte es geschüttet und so kam ich ziemlich durchnäßt am Auto an (¼ Stunde). Immer wieder eine schöne 1400 hm Tour (3¾ Stunden Auftieg, 1¼ Stunden Abfahrt).
Nach dem Mittagessen besuchten Anna und ich noch das Nixloch. Nachdem ich Paul letztes Jahr schon dorthin mitgenommen hatte, war das nun ihre Höhlenpremiere und es hat ihr gefallen.

Sonntag zogen dann die nächsten Regenbänder durch und so entschieden sich Peter und ich gegen den ursprünglichen Plan. Anstelle des Pidinger Klettersteigs stiegen wir über die Steinernen Jäger zum Hochstaufen auf. Bis zum Reichenhaller Haus hatten wir Sonne. Erst nach einer Presshalben zogen die Nebel um den Gipfel (2¼ Stunden, 1300 hm). Dafür kamen wir beim Abstieg zur Steineralm (¾ Stunde) schnell wieder aus dem Nebel heraus, das Wetter hatte sich aber verschlechtert und von Norden her türmten sich Wolken auf. Aber auch den letzten Hatscher, von der Steineralm den Forstweg entlang zurück zum Wandererparkplatz, schafften wir trocken (½ Stunde). Eigentlich hätten wir also auch den Klettersteig machen können, was mit dem Restschnee sicher bei der zweiten Querung (Panoramaweg) spannend geworden wäre. Es war aber auch so ein nette Vormittagswanderung.
2017_05_13_Goell+Nixloch+Staufen

Montag, Mai 01, 2017

Skitour auf den Gilfert und Bouldern in Vomperbach - 01.05.2017

Nach den Schneefällen Ende letzter Woche war die Skitourensaison doch noch nicht zu Ende. Den Samstag benötigte ich zur Regeneration vom JGA von Weis und der Sonntag war für die Kinder reserviert, aber der Tag der Arbeit, zumindest der Morgen, gehörte mir. Von Ausßerberg stieg ich mit den Ski am Rucksack über Forststraßen und querfeldein durch den Wald zur Forststraße die zur Lafasteralm führt auf. Dort war dann endlich genug Schnee, um die Ski an die Füße zu schnallen (1¼ Stunden, 570 hm). Dem Forstweg folgend gings zum Lafaster-Niederleger (¾ Stunde, 260 hm) und von dort den Hang direkt hinauf zum Lafaster-Hochleger (20 Minuten, 150 hm). Nach einem kurzen Ratsch mit einem Jäger an der Lafaster (er beobachtete die Auerhähne, die mit der Balz beginnen) folgte ich den Abfahrtsspuren über die noch gut gefrorenen Hänge hinauf zum Gilfert (1¼ Stunden, 610 hm). Das herumziehende Wetter machte die kurze Pause am Gipfel recht frisch und so fuhr ich schnell wieder ab. Die Abfahrt war eine Mischung aus eingewehtem Pulver (in einer Rinne), grausigem Bruchharsch (direkt unterm Gifel und im Mittelteil), schwerer Pulver unter angeschmolzenem Harschdeckel (in den Nordostpassagen) und tragfähigem Harsch (westseitig und direkt überhalb der Lafaster). Auf dem Forstweg gings dann noch ein kleines Stück weiter, als ich in der Früh durch den Wald gekommen war (40 Minuten Abfahrt), aber dann hieß es die Ski wieder schultern und diesmal weitgehend durch den Wald hinunter nach Außerberg (50 Minuten Abstieg). Wer hätte schon gedacht, dass der Maibaum dieses Jahr ein Gipfelkreuz sein würde und nochmal 1600 hm (auf ca. 16 km, in gesamt 5¼ Stunden) bringt.
2017_05_01_Gilfert

Am Nachmittag fuhren wir noch mit den Kindern zum Bouldern nach Vomperbach. Ich konnte mich nach meiner Vormittagsbetätigung nicht mehr wirklich motivieren, den Kindern und Karin gefiel es aber. Der Bach und auch die Boulderei sind ganz nett, leider gibt es seit neuestem ein Fahrverbot und so kann man nicht mehr am Kraftwerk parken sondern muss von der Landesstraße los gehen. Das Verbot wir durch die Polizei Schwaz kontrolliert, was uns heute ein Organstrafmandat und einen Besuch am Polizeiposten Schwaz einbrachte. Klingt jetzt schlimmer als es war, mir wurde sehr freundlich erklärt warum es dort jetzt ein Fahrverbot gibt. Leider haben die lieben Besucher des Vomperbachs (Kletterer, aber auch alle anderen) so viel Müll zurück gelassen, dass es den Anwohnern irgendwann gereicht hat. Da kann ich die Anwohner verstehen, leider ist das Gebiet durch den massiv weiteren Zustieg (entlang der Straße zum Kraftwerk) nur noch wenig lohnend.
2017_05_01_Vomperbach

Sonntag, April 30, 2017

Fontainebleau - 14.-23.04.2017

Skitouren zu Ende, Frühling beginnt, das bedeutet für uns Bouldern in Bleau. Seit nunmehr 11 Jahren beginnt unsere Kletter-/Bouldersaison hier, inzwischen als Familienurlaub. Nachdem wir inzwischen auch die geistige Reife besitzen, nicht mehr am ersten Tag anreißen zu müssen, konnten wir am Freitag ganz gemütlich ankommen, einkaufen gehen und ein gemütliches Bier trinken. Aber anreißen ist sowieso relativ, bei meinem Trainingsstand.
Samstag gings nach Apremont. Dieses Gebiet hatten wir am ersten Tag unseres ersten Besuchs in Bleau nicht gefunden, Jahre später unverständlich, aber sogar wir lernen dazu. Schon länger waren wir nicht mehr dort und so hatte das Gebiet wieder einen fast neuen Reiz. Am Sonntag schlug Stephan J. A. Martin vor. Auch nach all den Jahren gibt es für uns immer noch neue Gebiete zu entdecken und J. A. Martin gehört da dazu. Der Mix aus kurzem Zustieg, Sandbecken und gemütlichem Wald und Boulder in allen Schwierigkeitsgraden macht das Gebiet sehr attraktiv. Am Ende zeigte sich mit Le Préfabriqué, dass auch ohne Training 6a geht. Den letzten Feiertag (Montag) wanderten wir den Weg nach Rocher Fin, um durch den langen Zustieg, Menschenmassen zu umgehen. Der Zustieg war lang, leer war es aber leider nicht, trotzdem ist es wirklich schön im Zentrum von Trois Pignons. Etwas frustrierend waren zwei kleine Mädels: die Eine fragt die Andere, was ist eigentlich der Unterschied zwischen 7a und 7b. Die Andere, naja 7b ist schwerer. Und dann steigen Die einfach ein und machen das Ding. In Désordre (6c) konnten wir dann aber sehen, dass sich manchmal auch kleine Mädchen schwer tun. Dienstag war für die Laura, Vladi, Claudi, Peter und Kimi Pausetag, während wir mit Steffi und Stephan und den Kids nach Rocher Canon fuhren. Der Kletterspaß an dem Tag hielt sich aber eher in Grenzen und wir fuhren weiter in den Carrefour. Als wir wieder zurückkehren wollten überraschte uns ein Regenguss und so war es auch für uns, wenn auch ungeplant, ein Pausetag.
Unseren geplanten Pausetag verbrachten wir am Mittwoch in Paris. Als wir im Gare de Lyon ankamen, wurde dieser gerade geräumt und generell hatte sich die Stadt seit unserem letzten Besuch vor 6 Jahren verändert. Viel mehr Polizei, der Platz unter dem Eifelturm abgesperrt, aber dafür auch mit neuen Parks an der Seine. Im Großen und Ganzen ein super Tag bei zwar schönem, aber auch saukaltem Wetter. Donnerstag gings dann wieder mit allen zum Éléphant. Perfekt ausgeruht konnten wir sogar ein wenig spielen. Gerade im unteren Teil gibts ein paar 6er die mir (wahrscheinlich wegen meiner Größe) recht leicht fielen. Vladi und ich probierten dann noch unser Glück in Le Cœur (7a) und Terminator (7a+), wenn auch mit wenig Erfolg. Freitag verzweifelte ich in Isartis gleich zu Beginn in ein paar Platten. Der rote und der weiße Circuit weisen aber weitgehend nette Boulderrei auf und so hatten wir den ganzen Tag richtig viel Spaß. La Power-Lolotte (weiß 10, 6a+), der lustige Schildkrötenboulder, ist seit Februar nicht mehr kletterbar (oder nur massiv schwerer), weil der große Griff in der Mitte ausgebrochen ist. Am Samstag brachen wir unsere Zelte ab, doch bevor es nach Hause ging, boulderten wir noch eine Runde in Rocher Canon. Dieses Mal ohne Regen, aber viel Bouldern spielte sich nach dieser Woche sowieso nicht mehr ab. Als wir Stunden später München bei Regen und Eiseskälte erreichten, sehnten wir uns schon wieder zurück nach Bleau.
Es war wieder eine sehr nette Runde in Bleau. Vielleicht schaffen wir es nächstes Jahr wieder uns vor Bleau ein bisschen fit zu machen, dann könnte man wieder an etwas Anspruchsvollerem Spaß haben.
2017_04_14-23_Bleau

Sonntag, April 09, 2017

Wimbachschloss - 09.04.2017

Diese Wintersaison war wie verhext, ich stolperte von einer Erkältung (oder Brechdurchfall) in die Nächste. Eigentlich waren die Bedingungen für Skitouren im BGL noch perfekt, leider lag ich aber die letzten eineinhalb Wochen mit Mittelohrentzündung flach. Also keine Abschlussskitour für diese Saison, die mit 23 Skitouren (22450 hm) nicht üppig, aber ganz passabel war (+ 4x Skifahren vor allem mit den Kindern). (Update 14.05.: 25 Skitouren/25450 hm)
Anstrengen traute ich mich noch nicht, aber ein Spaziergang mit den Kindern ging schon. So starteten Karin und ihr Vater mit den Kindern und mir bei der Wimbachbrücke ins Wimbachtal. Leider ist die Wimbachklamm wegen Steinschlags gesperrt, so mussten wir einige motivatorische Bachpausen einlegen, damit wir das Wimbachschloss erreichten (2½ Stunden, 300 hm, 5 km). Für mich das härteste an der Wanderung: ziemlich viele Skitourengeher die uns entgegen kamen und die große Reibn hinter sich gebracht hatten. Am Wimbachschloss pausierten wir ausgiebig an den Überresten der großen Lawine, die Mitte März herunter gekommen ist. Der Weg hinaus ging dann um einiges leichter, wir verkürzten ihn trotzdem mit einer langen Pause am Wimbach (1½ Stunden).
Ein sehr netter Sonntagsspaziergang bei bestem Wetter, einziger Wehmutstropfen war die noch gesperrte Wimbachklamm.
2017_04_09_Wimbachschloss

Sonntag, März 26, 2017

Olympiaturmlauf und Heavensgate Abschiedsklettern - 25.03.2017

Durch Fred, den ich bei der Ortovox Safety Night kenne gelernt hatte, erfuhr ich vom Radio Gong Turmrun. Und weil ich sowieso für jeden Mist zu haben bin und wir dieses Wochenende wegen Steffens Geburtstagsfeier in München bleiben wollten, stand dem Event nichts im Wege. Nach der Anmeldung hatte ich auch noch das Glück, einen der Startplätze zugelost zu bekommen, also fand ich mich am Samstag um 9 Uhr im Olympiapark ein, um mir mit ein paar anderen Bekloppten die 7€ für den Aufzug zu sparen.
Ich hatte die Startnummer 2 im ersten Startblock und so mussten Karin und die Kinder mit Großeltern nicht lange auf der Plattform auf mich warten. Mit einer Zeit von 7:51 (31. in der Männerwertung, 32. Gesamtwertung) bin ich ziemlich zufrieden mit mir, auch weil es praktisch jedem nach dem Zieleinlauf ziemlich dreckig ging. Nach einer kurzen Pause machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause, nun riss es auch langsam auf und die späteren Starter konnten sich über die wärmende Sonne freuen.
2017_03_25_TurmRun

Am Nachmittag trafen wir uns mit der ganzen alten Mannschaft ein letztes Mal im Heavensgate. Nächste Woche zum offiziellen Abschluss (Big Wallhalla) sind wir ja nicht da, also verabschiedeten wir uns auf unsere eigene Art von unserem Wohnzimmer. In den letzten 12 Jahre habe ich wirklich viel Zeit dort verbracht. Das Gate hat sich gewandelt, wir wahrscheinlich auch, trotzdem ist die kommende dreijährige Schließung traurig. Hoffentlich kann sich das (dann ganz neue) Gate von der Schließung erholen und sich zumindest ein bisschen seines Flairs bewahren.