Der Frühling macht sich auch in den Bergen immer mehr bemerkbar und gleichzeitig sind die Nächte kalt und klar. Beste Bedingungen für eine gute Abstrahlung und somit beginnt endlich die Firn-Zeit. Und was gibt es für eine schönere Firntour, als durchs Kübelkar ins Ellmauer Tor? So brauchte es überhaupt keine Überzeugungsarbeit, um Daniela als Tourenpartnerin zu gewinnen.
Von der Wochenbrunner Alm mussten wir die Ski zwar ein kurzes Stück tragen, aber unterhalb der Gaudeamus Hütte konnten wir wieder auf die Ski (und Harscheisen) wechseln. Die Grundlawinen im Latschengürtel haben ganze Arbeit geleistet und so sind einige der Schotterreißen dort bereits komplett schneefrei. Noch ging’s ohne Ski abschnallen bis ins Kübelkar aufzusteigen, lange geht das aber nicht mehr. Im Kübelkar hat die Schneedecke noch etwas mehr Reserven, aber wirklich mächtig ist sie nicht. Auf dem weiteren Weg ins Ellmauer Tor kamen uns die ersten Abfahrer entgegen, was die Vorfreude auf die Firnabfahrt steigen ließ und in der Ostwand der Vorderen Karlspitze konnten wir ein paar Kletterer in der Göttner beobachten. So kamen wir schnell höher und während Daniela im Ellmauer Tor zurück blieb, erreichte ich das Skidepot an einem Felsen auf halber Höhe des Gipfelhangs des Goinger Halts (2½ Stunden, 1000 hm). Die gute Spur zum Gipfel des Hinteren Goinger Halt war auch ohne Steigeisen problemlos machbar (¼ Stunde, 130 hm) und im Abstiegt merkte ich, dass der Gipfelhang auch leicht zu firnen begann, sollte eigentlich ganz gut zu fahren sein. Also schnappte ich mir meine Ski und stieg nochmal auf, um dann ins Ellmauer Tor abzufahren (½ Stunde, 70 hm). Was soll ich sagen, muss man mal gemacht haben, aber nicht unbedingt wiederholen, mein Adrenalinspiegel stieg dadurch auf jeden Fall erheblich. Der erhoffte Firn wurde nämlich durch eine Wolke massiv behindert. So hatte ich mir die Pause zumindest verdient, bevor es mit einer kurzen Passage abschnallen wieder zurück zum Auto ging (¾ Stunde).
Eine schöne Tour mit Daniela, bei der gefrorener Schnee, Firn und Sulz recht nahe beieinander lagen.