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Sonntag, Mai 10, 2026

Knie OP - 23.04.-10.05.2026

Um einen meiner Lieblingsautoren zu zitieren: „Jetzt ist schon wieder was passiert."

Also nicht jetzt, sondern schon vor einem Jahr.....beim Klettern.....nein keine spannende Tour.....Kletterhalle, Dienstagabend, Väter von der betreuten Gruppe.....nein eine spannende Geschichte beginnt anders.
Aber es ist eben was passiert, ein lautes Krachen in meinem linken Knie, Bewegung eingeschränkt und ziemlich schmerzhaft. Für mich war eigentlich sofort klar, das ist der Innenmeniskus, am "guten" Knie. Aber siehe da, mein allmorgendliches Yogaprogramm beinhaltete eine Bewegung, die das Verklemmen behob und damit war auch der Schmerz weg. So verbrachte ich dann ein knappes Jahr. Meistens gut, nur hie und da, erlaubte ich mir eine Bewegung, die mir mein Meniskus übel nahm und verklemmte, natürlich immer dann, wenn man es gerade richtig gut brauchen kann (z.B. in einer alpinen Tour, 10 Meter über dem letzten (schlechten) Friend). Als das ganze auch bei Skitouren immer wieder zum Problem wurde, stattete ich Jörg doch einen Besuch ab, nützt ja nichts. Aus dem Verdacht wurde Klarheit und für Ende April, also nach dem Ende der Wintersaison (wer konnte schon ahnen, dass dieser Winter hinten raus nochmal so richtig gut werden würde), wurde ein Termin in der Seestraße vereinbart.

Diesmal lief es sogar noch besser als beim letzten Mal, keine Schmerzen, keine Schwellung, keine Drainage und schon am Tag eins nach der OP keine Stützen mehr. Katja, meine Physio, war zufrieden, Steffi, meine Osteopathin, war zufrieden und ich, mir konnte es wie immer nicht schnell genug gehen. Leichtes Radfahren auf kurze Strecken ging ab Tag vier oder fünf und das rächte sich dann am Tag acht, da saß ich (zum ersten Mal) mit schmerzendem, dicken Knie auf der Couch. Also wieder langsamer, wie Katja so schön sagt: jetzt langsam, um später schnell zu sein.....nicht neu diese Erkenntnis, trotzdem schwierig für mich. Jetzt also erstmal noch Muskelaufbau Koordination und Bewegungsumfang. Streckung geht schon fast komplett, Beugung wird noch etwas dauern, aber alles in allem ist auch Jörgs Kollege bei der Kontrolle zufrieden. Also geht’s ab kommoder Woche wieder in die Arbeit, nicht, dass mir noch langweilig werden würde.

Donnerstag, November 06, 2025

Unschönes Ende der Bikesaison - Bike mit Paul am Geißkopf - 03.-05.11.2025

Die Mädels verbrachten die Herbstferien in Berlin, so hatten Paul und ich Zeit Biken zu gehen. Die meisten Bikeparks in den Alpen haben schon zu, deshalb gings wieder in den Bayerischen Wald. Den Geißkopf kennen wir inzwischen nicht nur recht gut, sondern auch das Campen am Parkplatz ist einfach gemütlich. Also gings Montagvormittag nach Bischofsmais. Der Nachmittag war eine Schlammschlacht, trotzdem sehr lustig (4 Stunden, 45 km, 2750 hm, 10 Runden: Flow Country, Geißkopf Flow, Enduro 1 und Mallet). Dabei lernten wir Emanuele kennen, der die zweite Hälfte des Nachmittags mit uns shreddete. Am Abend gabs dann wie immer Lagerfeuer, auch wenn wir uns früh im Bus verkrochen, weil es ohne Sonne empfindlich kalt wurde.

Dienstag begrüßte uns endlich gutes Wetter. Die Trails waren zwar noch etwas feucht, aber es lief deutlich weniger matschig ab als am Montag (3 Stunden, 30 km, 1920 hm, 7 Runden: Geißkopf Flow, Enduro 1 + 2, Timber Coaster + Transformers und Downhill). Da ich Nachmittag arbeiten musste, drehten die Jungs noch 9 Runden alleine, bevor wir den Grill und das Lagerfeuer wieder anwarfen.

Da wir Mittwoch nach Hause fahren wollten, kauften wir nur mehr eine 3-Stunden-Karte. Die inzwischen trockenen Trails machten richtig Spaß. Auf dem Enduro 1 und dem Mallet gab es kein Rutschen mehr. So gings gleich ein zweites Mal in den Mallet Trail. Paul wollte unbedingt den Mega-Drop relativ am Anfang springen. Er hatte sich die Anfahrt bei der Runde zuvor schon angesehen, machte aber noch zwei Testanläufe, um zu sehen, wie schnell er sein musste. Was soll ich sagen, leider hat der Schwung letztendlich nicht gereicht und er schlug mitten in der Landezone ein. Zum Glück weder mit Kopf noch Rücken, aber der Arm war ab, das stand direkt fest. Die alarmierte Bergwacht war innerhalb weniger Minuten da und versorgte ihn. Wegen seiner Schmerzen wurde ein Notarzt nachgefordert und der kam mit dem Christoph 15 aus Straubing. Paul bekam einen verordneten Vollrausch und wurde direkt aus dem Wald aufgewinscht und nach Deggendorf geflogen. Ich kümmerte mich noch um das Organisatorische mit der Bergwacht, rollte zurück zum Auto und machte mich auf den Weg nach Deggendorf (2 Stunden, 21 km, 1330 hm, 5 Runden: Flow Country, Geißkopf Flow, Enduro 1, Mallet).
Dort wartete Paul schon ganz sehnsüchtig in der Notaufnahme auf mich. Distale Radius- und Ulnafraktur mit Dislokation. Nach der Aufklärung vom Unfallchirurgen und dem Anästhesisten schaute die Helicrew noch kurz herein und wünschte Paul viel Glück. Wir wechselten in den OP, wo wir noch eine Not-OP abwarten mussten, bevor es los ging. Hier musste ich Paul kurz alleine lassen, aber im Aufwachraum durfte ich auf ihn warten. Nachdem alles gut verlaufen war, konnten wir ziemlich genau sieben Stunden nach seinem Aufschlag mit Schmerzmitteln, etwas Metall im Körper und einem angekratzten Ego nach Hause fahren. Nicht wie wir uns das Ende der Saison vorgestellt hatten, aber es hätte auch viel blöder ausgehen können.
Auf jeden Fall einen herzlichen Dank an die Bergwacht Deggendorf, die Mannschaft vom Christoph 15, dem Team der Notaufnahme, des OPs und des Aufwachraums im Klinikum Deggendorf. Ihr alle wart der Wahnsinn und habt es Paul damit viel erträglicher gemacht, danke.

Montag, Januar 27, 2025

Sulzen-/Eiskarlschneid und Kamplbrunn - Skitourenwochenende im westlichen Dachstein - 25./26.01.2025

Seit Jahren treffen wir uns für ein Ski- beziehungsweise Skitourenwochenende. Früher noch in großer Runde in Obertauern, dem Pitztal, am Reschensee oder im Langtaufenertal, schließlich in immer kleinerer Runde, aber nicht weniger lustig, in Gastein, im Spertental oder in Engelberg. Dieses Jahr stellte uns die Auswahl des Ziels aber vor eine Herausforderung. Es liegt fast nirgends Schnee, noch dazu sollte es in der Nähe einer der Großeltern sein, damit auch die Kinderbetreuung gewährleistet ist. So verschlug es uns diesmal in die Region Dachstein West.
Nachdem wir die, wegen der Baustelle an der Tunnelkette Golling, etwas aufreibende Anfahrt geschafft hatten die Riesenüberraschung, der Nord-Osten des Pongaus ist ein wahres Schneeloch. Sogar in Eben im Tal war alles weiß. Nach einem gemütlichen Busabend, fuhren wir in der Früh ein paar Minuten nach Filzmoos, wo unsere erste Tour startete.

Samstag: Sulzen-/Eiskarlschneid (1970 m)
Die Tour startete mit einem, zugegeben langweiligen, Talhatscher entlang der im Winter gesperrten Mautstraße zur Oberhofalm. Auch wenn man die Zeit gut mit Ratschen verbringen kann,  an der Bögreinalm verlässt man endlich die Straße und die eigentliche Tour beginnt (1 Stunde, 170 hm). Leider hatte das Tal hier schon seinen Tribut gefordert. Laura musste wegen einer verletzten Wade aufgeben. Zum Glück hat die Unterhofalm eine ausgezeichnete Sonnenterrasse und so war für sie das Warten auf uns nicht all zu schlimm. Wir anderen stiegen nämlich weiter zur Sulzenalm auf. Dort entschied sich Karin für die ruhige Variante und machte es sich in der Sonne an einem Baum gemütlich. Zu dritt ging es weiter. Vladi, Peter und ich stiegen zur Sulzenschneid auf. Unsere Variante, ziemlich direkt durch einen lichten Lärchenwald und einen kurzen Latschengürtel. Das ist zwar einigermaßen steil, sah aber einladender aus, als ein flaches Queren ins hintere Ende des Kessels, mit einem anschließenden Aufstieg im Schatten (2¼ Stunden, 730 hm). Am Fuße des Gipfelaufbaus ließen wir uns auf der Wiese nieder und genossen die Sonne. Im Gegensatz zum Gipfel war es hier windstill und so warm, dass man im T-Shirt sitzen konnte. Nach einer ausgedehnten Pause mit kurzem Abstecher am Gipfel (30 hm), schnallten wir wieder die Ski an und freuten uns auf die Abfahrt über die herrlichen Süd-West-Hänge, die beginnenden Firn versprachen. Im ersten Hang variierte die Schneequalität schon ziemlich und als ich gerade vor der Einfahrt zu einer steilen Rinne abschwang, sah ich Vladi durch ein paar Latschen purzeln, unterlegt von einem lauten Schrei. Den hatte übrigens auch Karin 400 Höhenmeter unter uns gehört. Peter und ich stapften beide so schnell wie möglich zu Vladi und besahen uns den Schaden. Schnell kam die Erkenntnis, mit dem Knie kommen wir nicht hinunter. Also Bergrettung anrufen. Long Story short: Nach einigem hin und her kam ein Notarzthubschrauber, nutzte den Sattel neben der Sulzenschneid, um den Flugretter ans Seil zu nehmen und anschließen Vladi aus dem gut 30°-steilen Hang zu bergen (1¼ Stunde, 40 hm). Was für eine Aufregung, da war die anschließende Abfahrt von Peter und mir vollkommen unspektakulär. Je nach Exposition hatten wir guten Firn bis Bruchharsch, also für jeden was dabei. Selbst die Straße raus nach Filzmoos und zu den Mädels war weniger schlimm als gedacht und wir mussten nur ein kurzes Stück schieben (½ Stunde).
Und das beste an dem Tag, nachdem Karin, Peter und ich aus der Sauna kamen, waren Laura und Vladi auch schon wieder aus dem Krankenhaus zurück. Was genau kaputt ist, muss erst abgeklärt werden, aber es hätte definitiv blöder ausgehen können.

Sonntag Kamplbrunn (2050 m)
Laura und Vladi verabschiedeten sich in der Früh Richtung München während Karin, Peter und ich ins Lammertal fuhren. Von Mauerreith aus folgten wir der Forststraße (diesmal mit ziemlich konstanter Steigung) zur Loseggalm (1¼ Stunde, 360 hm). Wie schon am Tag zuvor, immer die Bischofsmütze vor Augen, querten wir die Almböden, folgten einem Graben und erreichten eine kleine Hütte am Fuße des Gipfelhangs des Kampls (½ Stunde, 180 hm). Hier ließen es Karin und Peter gut sein und ich stieg alleine die letzten paar Hundert Höhenmeter zum Gipfel auf (¾ Stunde, 400 hm). Im Gegensatz zum Samstag war das Wetter recht schlecht. Wind und die Aussicht auf kräftige Niederschläge drängten mich zu einer schnellen Abfahrt und so erreichte ich kurz nach den zwei anderen den Bus (½ Stunde).

Was für ein aufregendes Wochenende, auch wenn Vladi sicher gerne auf die Aufregung verzichtet hätte. Drücken wir mal die Daumen, dass nicht zu viel kaputt ist in seinem Knie. Das Tourengebiet rund um den Gosaukamm bzw. Südwestlich des Dachsteins hat auf jeden Fall Lust auf einen weiteren Besuch gemacht.
2025_01_25-26_Sulzenschneid+Kampl

Sonntag, Dezember 31, 2023

Ende des Jahres am Rauhen Kopf - 31.12.2023

Wie die letzten Jahre landeten wir für Silvester im Berchtesgadener Land. Auch hier ist die Schneelage eher bescheiden, deshalb ließ ich für die Jahresabschlussrunde die Ski im Bus und stieg zu Fuß auf den Rauhen Kopf (1¾ Stunde, 1020 hm). Und wie beim letzten Mal, schaffte ich es gerade so wieder runter, bevor es stockdunkel war (1 Stunde, 50 hm).

Irgendwie war dieses Jahr wieder etwas krankheits- und verletzungsgeprägt. Inzwischen kommt es mir vor, solche Jahre häufen sich, umso älter wir werden. Anfang des Jahres (bzw. Ende letzten Jahres, deshalb gab es da auch keine Jahreszusammenfassung) lag ich fast einen Monat mit einer Lungenentzündung flach und direkt danach erwischte ich noch COVID. Im Februar passierte Karin ein Missgeschick mit ihrem Knie, dann im Oktober die klassische Wiesngrippe und nun Ende des Jahres liegen Karin und Anna noch mit Influenza flach. Jetzt reichts dann aber auch. Für die Berge blieb aber nicht nur wegen der gesundheitlichen Einschränkungen weniger Zeit als sonst, mich spannte die Arbeit recht gut ein. Auch wenn mir die zwei USA Reisen viele coole Möglichkeiten boten (NASA und Hueco Tanks, Niagara und Eternal Flame), so waren sie doch vor allem anstrengend. Auch unsere Urlaube waren dieses Jahr fern der Berge (Fuerte und Dänemark), trotzdem gab es ein paar schöne Wanderungen in der Schweiz oder den Dolomiten und mit der Ostwand im September gelang mir ein ganz besonderes Berchtesgadener Schmankerl. Alles in allem waren wir 48120 hm in den Bergen unterwegs, davon 20035 hm mit den Ski und 3300 hm mit dem Bike.

Wir wünschen euch allen von Herzen ein gutes und gesundes neues Jahr und vielleicht treffen wir uns ja irgendwo in den Bergen.


Sonntag, Februar 26, 2023

Faschingsferien in Surcuolm - 18.-25.02.2023

Wir durften unsere Faschingsferien wieder bei Chanti und Joël verbringen. Im Gegensatz zu letztem Jahr herrscht diesen Winter aber eine historische Schneearmut in der Schweiz. Macht nichts, wir sind ja flexibel.

Da für Karin Skifahren seit ihrer St. Anton Aktion, wie auch jeder andere Sport, sowieso ausfällt und Stefan erst am Sonntagabend nachkam, gingen Judith, die Kids und ich am Sonntag alleine Telemarken bzw. Skifahren. Vor allem die südseitige Abfahrt nach Triel hatte es uns angetan und so verbrachten wir fast den gesamten Nachmittag dort. Die Schneelage ist wirklich katastrophal niedrig, so wurden am Montag auch die letzten Lifte am Piz Mundaun für Skifahrer geschlossen und Stefan, Judith und ich mussten nach Obersaxen, um überhaupt ins Skigebiet einsteigen zu können. Auch für die Skischule (die Kids waren wieder im Snowboardkurs) eine Herausforderung, bei der Joël sein Organisationstalent beweisen konnte. Nachmittags hatte er trotzdem Zeit mit Stefan und mir eine Runde Vollgas mit dem Snowboard zu geben. Ich war schon lange nicht mehr so fertig, wie nach diesem Tag.
Dienstag ließen Judith, Stefan und ich es deshalb auch gemütlich angehen und stiegen mit den Tourenski durch das geschlossene Skigebiet zum Piz Mundaun auf (2¼ Stunden, 750 hm). Zurück in Cuolm Sura aßen Karin und ich zusammen zu Mittag, bevor ich noch zum Hitzeggerkopf aufstieg (1¼ Stunde, 500 hm). Mit dem Steinski funktionierte sogar die Abfahrt nach Surcuolm ohne tragen zu müssen. Trotz des gemütlichen Tempos merkte ich, dass mir meine Coronainfektion noch etwas nachhing und so war am Mittwoch Pausetag angesagt, bei einem kleinen Spaziergang mit Karin durch Surcuolm.
Donnerstag wanderten Stefan und ich dann von Castrisch nach Trin durch die Rheinschlucht (4¼ Stunden, 500 hm, 17 km). Zurück gings mit dem Zug. Eine wunderschöne Wanderung bei frühlingshaften Temperaturen. Und am Abend zeigten die Skilehrer der ganzen Region ihr Können beim Demofahren in Valata. Freitag schnappte ich mir wieder meine Tourenski und stieg zum Stein auf (2 Stunden, 870 hm), wobei ich inzwischen die Ski bis Cuolm Sura tragen musste. Bei der Abfahrt fand sich aber, bis auf ein paar Unterbrechungen, ein fast durchgängiger Weg im Schnee. So war ich rechtzeitig zum Skirennen zurück in Valata und wir konnten die Kids anfeuern.

Trotz des wenigen Schnees war es wieder eine tolle Woche mit viel Lachen, Ratschen, Trinken und auch der Wintersport kam nicht zu kurz. Jedes Mal wieder schön, die gesamte (inzwischen sind wir zu elft) Portugalcrew zu treffen.

Dienstag, Februar 14, 2023

Arc'teryx Freeride Academy St Anton - 04./05.02.2023

Endlich war es soweit! Mein Mädels Skiwochenende mit Claudi und Laura in St. Anton am Arlberg, zur Arc'teryx Freeride Academy. Freitag Abend hatten wir noch einen kurzen gemütlichen Abend in unserer Unterkunft, denn am Samstag hieß es früh aufstehen, um uns für unseren gebuchten Kurs (Skitouren nach Art des Hauses) anzumelden. Das klappte alles schnell und unkompliziert.
Aufgrund der angespannten Lawinensituation traf unser Guide die Entscheidung nicht ins offene Gelände zu fahren, er kannte sich im Gebiet bestens aus und so fuhren wir die ein oder andere unbekanntere Abfahrt ins Tal. Leider blieben an diesem Wochenende nicht alle so sicher.
Bei schönstem Sonnenschein ging es nach dem Mittagessen für uns auf die andere Talseite. Auch hier ein schönes Gebiet mit dem ein oder anderen Fleckerl Pulverschnee. Dann bin ich jedoch gestürzt,  dachte mir erst nicht viel dabei, bin also auch noch abgefahren, merkte aber schon, dass das rechte Kniegelenk was abbekommen hat.
Vor allem Nachts bei jeder Drehbewegung und am Tag darauf wusste ich, da ist was überhaupt nicht in Ordnung. Zuhause gings dann noch in die Notaufnahme, am nächsten Tag zum Arzt meines Vertrauens und Ende Februar wird mein Innenmeniskus operativ versorgt. Na ja was soll ich sagen...
Die Skisaison ist für mich vorbei und ich humpel nun so vor mich hin.
Es war nichts desto trotz ein erfahrungsreiches, schönes, sonniges Wochenende, gerne wieder mit euch beiden!


Und die Kids und ich (Flo(h))? Wir hatten uns auch ein schönes Wochenende gemacht. Freitagabend Dropkick Murphys Konzert mit Anna und Sonntag Snowboarden mit den Kids am Draxlhang. Und natürlich nicht zu vergessen: Notaufnahme mit Karin am Sonntagabend, langweilig wars also nicht.   

Donnerstag, Dezember 31, 2020

Rückblick auf ein verrücktes Jahr

Man könnte im Jahresrückblick sagen: was für ein S*****jahr, aber das wäre zu einfach gegriffen. Das Jahr hatte nämlich viel mehr als ein blödes Virus zu bieten. Neben Corona gab es einige Höhen und auch Tiefen in diesem Jahr. Die Skitourensaison am Anfang des Jahres bot einige Highlights, wie zum Beispiel das Kopftörl im Kaiser oder auch der Hundstodreibn im Steinernen Meer. Nach unserem super schönen Besuch bei Chanti und Joël bremste uns (und auch die restliche Welt) Corona aus und wir nutzten die Zeit für Bewegung in den eigenen vier Wänden.
Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit dieses Jahr brachte uns viele schöne Wanderungen und Übernachtungen in den Voralpen, schöne Klettertage in Franken und Treffen mit neuen und alten Freunden.
Ein sommerliches Highlight war die Begehung des Nollen während wir Dani auf der Guggi besuchten. Kurze Zeit später kam der absolute Tiefpunkt in diesem Jahr, mein Stolperer an Karins Geburtstag. Dass wir an dem Tag nun gemeinsam Geburtstag feiern können, habe ich nur einer ganzen Schar an Schutzengeln zu verdanken.
So waren wir trotz aller Unwägbarkeiten doch recht viel in den (vor allem bayrischen) Bergen unterwegs (55200 hm davon 19140 hm mit Ski und 8860 hm mit dem Bike).
So bleibt uns an diesem letzten Tag des Jahres nur noch euch einen guten Rutsch in ein hoffentlich super tolles Jahr zu wünschen! Rutscht gut rüber.



Mittwoch, August 26, 2020

Geburtstagsbiwak, Blassengrat Versuch und viel Glück im Unglück - 19./20.08.2020

Es gibt Geschichten, die gut beginnen und schlecht enden. Diese ist nicht so eine Geschichte, sonst würde ich diese Zeilen nicht schreiben. Aber zwischendurch war uns beiden das Lachen vergangen und zwar gründlich.

An Karins Geburtstag war richtig gutes und vor allem stabiles Wetter vorhergesagt wie schon seit Jahren nicht mehr. So war für uns beide klar, eine größere Tour musste her, am besten mit Biwak. So begann der Plan zu reifen, den Blassengrat zu begehen, der kleine, aber wildere Bruder des Jubi. Vorgenommen hatte ich mir die Tour schon ewig, gepasst hatte es noch nie. Gesagt getan, am Mittwochnachmittag ging es los nach Garmisch und mit der Alpspitzseilbahn hinauf zum Osterfelderkopf. Schnell entflohen wir den Massen in Richtung Nordwandsteig. Unschwierig aber unendlich langsam, wegen der Hitze und dem schweren Gepäck, wanderten wir zum Bernadeinkopf und hinunter zum Stuibensee. Im Gegensatz zu dem Biwak mit den Kindern vor zwei Jahren stiegen wir noch fast bis zum Ostgrat des Hohen Gaif auf, um dort einen wunderbaren Biwakplatz zu finden (2½ Stunden, ↑400 hm, ↓310 hm). Eine schöne Abendstimmung ließ uns in eine gute klare Biwaknacht gleiten und der Sonnenaufgang weckte uns mit seiner ganzen Pracht.
Leider zog nach dem prächtigen Sonnenaufgang das Wetter etwas herum, so war das aber nicht vorhergesagt! Und der Ostgrat auf den Hohen Gaif stellte sich als wesentlich ausgesetzter heraus als gedacht. Immer wieder sicherte ich Karin gestuft und als ich in einer steilen Rinne ziemlich am Anfang des Grates einen Stein los trat und dieser genau Karin am Helm und hinterm Ohr traf, dachte ich eigentlich schon die Tour sei zu Ende. Langsam waren wir und wir sicherten viel, einen langen Grat begehen sieht eigentlich anders aus. Am Gipfel des Hohen Gaif (1 Stunde, ↑150 hm) glaubten wir schon beide nicht mehr an die Tour, dennoch stiegen wir noch in die erste große Scharte vor den Schlüsselstellen ab (¾ Stunde, ↓80 hm). Dort fiel dann die endgültige Entscheidung, Umkehr bevor ein Rückzug schwierig wird. Wenn der Kopf nicht passt, kommt einem das Wetter manchmal zugute und so tröpfelte es immer wieder kurz auf unserem Weg zurück zum Gipfel und hinunter zu unserem Biwakplatz. Am Ende des Grates trafen wir noch eine Seilschaft, die trotz des einsetzenden Regens einstieg, wir verkrochen uns in den trockenen Biwaksack. Als der Regen nachgelassen hatte, hieß es zusammenpacken und hinunter zum Stuibensee und auf der anderen Seite wieder zum Bernateinkopf hinauf (1 Stunde, ↑150 hm, ↓180 hm). Bevor wir aber auf die Massen auf den Wanderwegen trafen, genossen wir noch eine ruhige und fast einsame Pause.

Nun könnte diese Geschichte zu Ende sein, nur noch die ½ Stunde zurück zur Alpspitzbahn über den Nordwandsteig, aber es kam anders und zwar ganz anders als wir uns das vorgestellt hatten. Direkt nach der versicherten Rinne des Steigs überholten wir zwei Klettersteiggeher und ich spurtete wie gewohnt über den breiten Weg. Kurz vor einem Absatz mit Trittsprossen musste ich zurück auf den ausgetretenen Teil des Weges und registrierte noch das Glänzen der abgetretenen Felsen. Ok, kein Problem, rutschig, keine schnellen Richtungswechsel, kein abruptes Bremsen, nur ein schneller Schritt drüber. Ich weiß nicht warum mein Fuß weggerutscht ist und noch weniger weiß ich wo mein zweiter Fuß hängen geblieben war, aber bevor ich reagieren konnte, stürzte ich auch schon kopfüber in die Nordwand der Alpspitze. Ein unschönes Gefühl, so einen Wandfuß auf sich zukommen zu sehen. Und wenn sich jemand gefragt hat, ob der Körper in so einem Moment genug Adrenalin ausschüttet um einen Aufschlag nicht zu spüren....nein. Der erste Aufschlag tat definitiv weh. Instinktiv hatte ich mich ein bisschen zur Seite gedreht und so schlug ich auf Hüfte und Ellbogen auf, krallte mich an Felsen fest und überschlug mich. Und der Flug ging weiter. Wie oft ich mich überschlagen habe weiß ich nicht, gefühlt drehte sich alles um mich herum und mit jedem Aufprall versuchte ich hektisch irgendwie den Sturz zu bremsen. Auf einem Schotterband/Rinne blieb ich dann liegen. Mein ganzer Körper schmerzte und sowohl an mir, wie auch an den umliegenden Steinen glänzte mein Blut (also ich nehme an, dass es meines war, weil mehrere Leute werden ja nicht so dämlich sein an der gleichen Stelle hinunter zu knallen). Schnell war ich auf den Beinen, einer Wandererin, die zu mir absteigen wollte, rief ich noch entgegen, dass alles in Ordnung sei (wobei glaube ich auch mehrmals das Wort Scheiße und Aua fiel) und stieg wieder zum Weg auf. Karin kam hinter mir über die Trittsprossen herunter gestiegen, ganz schön blass um die Nase, half mir die letzten Schritte zum Weg und legte mich auf unsere Rucksäcke. Sie hatte nur meinen Schrei gehört und meinen Kopf/Helm plötzlich aus ihrem Blickfeld verschwinden gesehen. Als sie um die Ecke gebogen kam, war ich schon wieder auf meinen Beinen, aber eben deutlich unter dem Weg. Auf unseren Rucksäcken, quer über den Weg liegend, machten wir erst mal Pause, bei der ich vor mich hin blutete, versuchte meinen Kreislauf weiter im Kreis laufen zu lassen und dabei nicht den guten Inhalt unserer Brotzeit zu verlieren. Karin untersuchte die Stellen, die mir am meisten weh taten, auf grobe knöcherne Verletzungen. Kaputt schien nichts zu sein, also machten wir uns auf den Weg und stiegen zur Bahn ab. Mehrmals musste ich ziemlich irre lachen. Auch wenn ich es ungern zugab, mehr noch als körperlich, hatte mich der Abflug psychisch mitgenommen. Als wir endlich aus dem steilen Geländer heraus waren und ich mich auf weichem Gras hinlegen konnte, schluchzte ich hemmungslos los. Ich konnte nichts dagegen tun, ich heulte wie ein Schlosshund und mit den Tränen fiel auch die Anspannung der letzen Stunde von mir ab. Was für eine Scheiß Schlagzeile wäre das denn gewesen:"38-jähriger stürzt auf Wanderweg aus ungeklärte Ursache in den Tod".
Humpelnd erreichten wir die Bahn (1¼ Stunden, ↑100 hm, ↓160 hm) und fuhren, unter den kritischen Blicken einiger Wanderer, zu unserem Auto zurück. Karin hatte mir das Versprechen abgenötigt, dass ich mich im Krankenhaus untersuchen lasse, oder zumindest zum Arzt gehe. Im Gegenzug bestand ich darauf, dies in München zu tun, um gleich wieder nach Hause humpeln zu können. In der Notaufnahme der Schön Klinik Harlaching (ich hatte ja schließlich Hüfte, Elbogen, Knie und Ferse, deshalb ab zur Orthopädie) sagte man mir, man könne mich nicht adäquat versorgen und ich solle doch ein Haus mit Maximalversorgung aufsuchen, hier könne man nämlich keine inneren Blutungen oder Organschäden ausschließen. Für diese Aussage musste die Schwester auch erst einen Arzt fragen, der sich übrigens nicht blicken ließ. Aus Angst vor meinen inneren Blutungen hatte man übrigens auch keinen Rettungswagen für einen Weitertransport gerufen, aber dafür meine Versichertenkarte eingelesen. Ziemlich geladen humpelte ich wieder zum Auto. Ok, dann am Heimweg noch im Schwabinger vorbeischauen, aber gleich mit der Anweisung an Karin, dass sie in der Nähe parken soll, weil ich auf langes Warten keinen Bock mehr hatte und deshalb eigentlich nach Hause wollte. An der Anmeldung der Notaufnahme schilderte ich kurz den Unfall, als ein Rettungswagen mit Notarzt ankam. Die Dame telefonierte und sagte irgend etwas von Triage in der Zwei und Polytrauma und schickte mich mit der Anweisung an das Ende des Ganges, dort an der Glastür zu läuten, bis mir jemand aufmacht. Also wieder weiter humpeln, das Schild an der Klingel:"nur für Rettungsdienst" und der volle Warteraum nebenan, kamen mir allerdings schon etwas seltsam vor. Als sich die Tür öffnete, machte ich mich schon auf Anschiss gefasst und wollte erklären, dass die Dame an der Anmeldung doch gesagt hatte, dass ich läuten soll und zwar bis mir aufgemacht wir. Aber nichts mit Anschiss....ich wurde auf eine Liege gelegt und dann ging alles ganz ganz schnell. Mit dem Polytrauma am Telefon war wohl nicht der Patient des Rettungsdienstes gemein. Die nette Ärztin erzählte mir auch, dass man nach einem Sturz wie ich ihn hatte normalerweise nicht selbst absteigt, sondern man in ein Krankenhaus geflogen wird (so weit kommts noch) und, was die Dame noch sympatischer machte, sie erklärte mir etwas von Sturzenergie (da geht dem Ingenieur natürlich das Herz auf, wenn es noch Ärzte gibt die dir etwas von Energieerhaltung erzählen). Was ich weniger schön fand war ihre Meinung dazu, wohin die Sturzenergie wirkt, nämlich nicht nur in den Stellen, die mir weh taten, sondern vor allem in meinen Bauchraum. Ok, zugegebenermaßen, tat mir inzwischen alles oberhalb der Hüfte bis unter den Rippenbogen auch weh, aber das konnte ja viele Gründe haben. Bei der Auswahl Traumaspirale (CT von Kopf bis Fuß) oder gezielte Röntgens der betroffenen Bereiche plus Ultraschall aller Organe, ließ sie noch mit sich reden, bei meiner Anmerkung, dass eine stationäre Aufnahme überhaupt nicht nötig sei, weil ja eh alles gut ist, nicht mehr. Zehn Röntgen, ein großes Ultraschall, Wundversorgung und einem Coronatest später bezog ich mein Zimmer und Karin durfte mich kurz besuchen.

Das war das Ende eines Scheißgeburtstags für Karin. Und der Tag an dem ich in Zukunft auch Geburtstag feiern kann. Ich hatte verdammtes Glück, außer ein paar Prellungen, jeder Menge blauer Flecken und Abschürfungen ist mir nichts passiert. Ein paar Meter früher oder später hätte die Geschichte ganz anders ausgesehen, liegenbleiben eher unwahrscheinlich. Ob ich wieder ohne ein blödes Gefühl in die Berge kann? Ich weiß es nicht, im Moment fühlt sich auf jeden Fall nur der Gedanke an Berge unangenehm an.

Dienstag, Dezember 31, 2019

Jahresrückblick und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Das Ende des Jahres ist auch die Zeit der Rückblicke. Wir blicken auf ein sehr gemischtes Jahr zurück. Ein Jahr mit einem super Start (Sonnenaufgang am Jenner), einem ersten Quartal mit Verletzungen (Pauls Schienbeinbruch, meine Meniskusverletzung) die unsere Bergambitionen ziemlich bremsten, aber auch viel schöner Zeit mit neuen und alten Freunden. Zwei Kletter Highlights gab es auch, beide Male mit Tommi. Im Mai kletterten wir Bear's Reach am Lake Tahoe und August die Rittlerkante am Bauernpredigtstuhl. Zu den Wanderungen mit den Kindern gesellten sich im Sommer auch noch einige Touren mit dem Mountainbike. So waren wir dieses Jahr 48550 hm in den Bergen unterwegs, davon 26660 hm mit Ski (24 Skitouren) und 5040 hm mit dem Bike (8 Touren). Jetzt bereiten wir uns aber auf unser Silvesterbiwak vor. Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch.


Sonntag, April 28, 2019

Bleau - 19.-27.04.2019

Nachdem letztes Jahr Ostern sehr früh war und wir alleine in Bleau gefroren hatten, war dieses Jahr wieder eine kleine aber feine Gemeinschaftsreise geplant. Laura und Vladi, Claudi, Peter mit Kids und wir trafen uns schon auf dem Weg nach Frankreich. Spätestens beim Zelt/Bus aufbauen am Camping waren wir alle im Urlaubsmodus und nur Laura und Vladi zog es am Nachmittag noch zu Karo und Marco in ein Gebiet.
Für uns anderen begann das Bouldern erst am nächsten Tag. Da es zu Ostern traditionell sehr voll ist, suchten wir uns wenig frequentierte Gebiete. Mit Apremont Désert am Samstag und Apremont Bizons am Sonntag lernten wir gleich zwei, für uns neue, Gebiete kennen. Beide sehr schön, mit guten/schönen Parcours und etlichen Einzelproblemen. Wie zu erwarten ging bei mir wenig bis gar nichts, aber gemeinsam in der Natur zu sein war ja schon mehr als genug. Montag wagten wir dann einen Besuch in Canche aux Merciers, dort trafen wir auch Wiebke mit Familie. Trotz Feiertag war es nur unwesentlich voller als normalerweise. Wie jedes Jahr hängte ich mich in Jeu de Jambes (fb 6a) und siehe da, es lief, gleich beim ersten Versuch. Und das wichtigste, mein Knie hatte nichts gegen das wilde Gehooke, sollte vielleicht doch noch was am Fels gehen? Der Dienstag in J.A. Martin brachte mich dann wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Für schwereres Zeug fehlt mir nicht nur die Kraft/Ausdauer, sondern auch der restliche Bewegungsumfang meines Knies. Mittwoch in Rocher Canon boulderten wir zwar wieder nicht schwer, dafür zog ich hier den gelben Parcours komplett mit allen Zusatzbouldern, eine wirklich empfehlenswerte Vormittagsbeschäftigung. An diesem Tag erwischte uns auch der erste Regenguss und es kühlte deutlich ab. Beim Einkauf im Carrefour konnten wir eine Wetterbesserung abwarten und so machten wir am späten Nachmittag noch einen Abstecher in Bas Cuvier. Die Marie-Rose (fb 6a) zickte ganz schön und so musste ich mir keine Gedanken über den  bescheidenen Abstieg von dem Bock machen.
Wie schon vom Wetterbericht vorhergesagt, hatte es deutlich abgekühlt und Donnerstag war an Bouldern nicht zu denken. In den Regenpausen konnten wir trotzdem eine kleine Wanderung südlich des Schlosses unternehmen, nicht nur schön, sondern auch einsam.
Freitag besserte sich das Wetter und in Rocher de la Reine konnte ich mit Le Vol du Bourdon (fb 6a+) und Néron (fb 6a+) zwei sehr schöne Probleme abhaken. Bouldern dürfte sehr gut werden, wenn ich die volle Beugung meines Knies wieder schaffe. Von unserem Plan, bei der Abreise noch in einem Gebiet vorbei zu sehen, nahmen wir bei einem Regen/Hagelschauer beim Abbauen schnell Abstand. So kamen wir dieses Jahr nur auf sechs Bouldertage, die aber besser als erwartet waren.
2019_04_19-27_Bleau

Montag, April 01, 2019

Der Weg zurück - 14.-31.03.2019

Egal wie gut eine OP verläuft, die eigentliche Arbeit beginnt danach. Jörg hatte sehr gute Arbeit geleistet, nun lag es aber an mir wieder auf die Beine zu kommen. Dieser Beitrag ist eine kleine Hommage an die drei Frauen, die mir dabei helfen.
Als erstes natürlich Karin. Sie hält nicht nur meine Launen und mein Gejammer aus, sondern macht mir auch jeden Tag eine Lymphdrainage. Außerdem kann sie ziemlich ehrlich sein, wenn ich meine Übungen nicht sauber oder viel zu selten mache.
Katharina ist meine Physiotherapeutin in der Manufactur. Neben kräftigenden Übungen für den Wiederaufbau meiner Muskulatur (vor allem der Quadriceps hatte etwas gelitten), arbeitet sie vor allem mit mir daran, meinen vollen Bewegungsumfang wiederzuerlangen.
Zu guter Letzt noch Juliane Zeller, meine Osteopathin. Sie sorgt für ein reibungsloses Zusammenspiel von Knie, Hüfte und unterem Rücken. Außerdem sorgt sie für etwas Ruhe in der Unordnung in meinem Knie und gibt mir zu Verstehen, dass etwas kürzer treten manchmal auch ein Schritt nach vorne sein kann.

Nun aber eine kleine Chronologie meiner Genesung (so weit):
Tag 0: Donnerstag, Tag der (ambulanten) OP; nach 4 Stunden konnte ich nach Hause. Auffällig war, dass ich das Knie sofort teilbelasten konnte, der Schmerz war weg.
Tag 1: Freitag, die Drainage wurde gezogen und Jörg besprach mit mir den Verlauf der OP (ich wusste nicht, dass gut 20 cm Schlauch in meinem Knie Platz haben). Öffentlich in die Praxis zu fahren, war an Tag 1 möglicherweise bis jetzt nicht die hellste meiner Ideen.
Tag 2/3: Wochenende, das Gehen, auch kurze Strecken in der Wohnung, ging nur mit Stützen und im Großen und Ganzen hieß es vor allem das Bein hochlegen und kühlen.
Tag 4: Montag, erster Physiotherapietermin; ich war begeistert da das Knie schon wieder zwischen 10° und 90° funktionierte.
Tag 5: Dienstag, für kurze Strecken (in der Wohnung) konnte ich inzwischen schon die Stützen weglassen.
Tag 6: Mittwoch, Physiotherapie; diesmal arbeiteten wir (bzw. Katharina) primär an meiner Streckung. Mein Quadrizeps ließ sich wieder ansteuern... was für ein Gefühl wieder Kontrolle über seinen Körper zu haben.
Tag 7: Donnerstag, Osteopathie; Juliane Zeller brachte wieder etwas Ruhe in mein Knie, vielleicht hatte ich es die Tage zuvor doch etwas übertrieben. Die letzten zwei Nächte waren auf jeden Fall gar nicht so gut und obwohl die Schwellung zurück gegangen war, war das Knie noch deutlich dicker als das andere.
Tag 8-10: Wochenende mit Anna; mit den Stützen war ich inzwischen ziemlich mobil, aber regelmäßige Pausen waren noch dringend nötig. Was ich dabei nicht bedacht hatte, war der Muskelkater in Schultern und HWS wegen der Stützen den ich spätestens am Montag hatte.
Tag 11: Montag, Physiotherapie und leichtes Radfahren; außerdem entschied ich mich auf die Stützen zu verzichten, meine Schultern würden es mir danken. Das Knie war bis jetzt schmerzfrei, wenn ich es aber übertrieb, konnte es schon ein wenig Zwicken, vor allem wenn ich abends/nachts zur Ruhe kam.
Tag 13: Mittwoch, Physiotherapie; ja Herrschaftszeiten, es ging gerade gar nichts weiter und das Humpeln ging mir auch langsam auf die Nerven. Ich steckte irgendwo in den letzten 2° meiner Streckung und bei etwa 110° Beugung fest.
Tag 15: Freitag, Osteopathie; neben dem Stagnieren meines Fortschritts schwoll das Knie jetzt auch wieder an. Vielleicht ein Zeichen des Universums, dass es nicht nur nach meinem Willen geht.
Tag 16/17: Wochenende; leichtes Radfahren, Schwimmen, Biergarten und Sonne. Ein bisschen langsamer machen wirkte wahre Wunder, dem Knie ging es besser und ich lerne nun anscheinend, dass ich nicht an einem Tag wieder fit werden muss.
Tag 18: Montag, wieder in die Arbeit; nach der Physio gings zum Fäden ziehen. Jörg war zufrieden mit dem Knie und ich auch. Der Tag in der Arbeit gestaltete sich zwar stressig, aber es lief besser als gedacht. Scheint ja doch alles gut zu werden.
2019_03_14-31_Reha


Noch bevor mein Knie gemuckt hatte, habe ich einen kleinen Beitrag zu einem Artikel für Gregor von Jäger der Berge geschrieben. Dieser ist nun online und ich freue mich, dass Gregor mich in so einem illustrem Umfeld (z.B. Benedikt Böhm oder Flo Neuschwandtner) auch nach meinem Lieblingstrailschuh gefragt hat. Leider steht meine Trailrunningzukunft in den Sternen, mit wenig Hoffnung auf positiven Ausgang.

Samstag, März 16, 2019

Ende Gelände... - 14.03.2019

... oder das Ende dieser Skisaison.
Jetzt hat es mich also erwischt, eine blöde Bewegung beim Bouldern in Hamburg hat das Saisonende eingeläutet. Ich hätte Scheiße schreien können. Die Hoffnung, dass der kleine Horizontalriss in meinem Innenmeniskus vernarbt, zerplatzt auf den staubigen Matten der DAV Halle. Nach meiner Rückkehr wurde ich sofort beim Orthopäden meines Vertrauens vorstellig und am Mittwoch darauf bekam ich einen MRT Termin. Der akute Schmerz hatte nachgelassen und im Geiste war ich schon wieder dabei Skitouren zu planen. Das Wochenende mit Chanti und Joël hatten wir schon abgesagt, aber mit ein bisschen Schonung sollte doch spätestens Dienstag eine Feierabendtour gehen. Dass das eine saublöde Idee ist, ist eigentlich klar und Karin konnte mich davon auch überzeugen. So blieb ich zu Hause. Als ich mich vor Anna auf den Boden setzen wollte, krachte es und ich lag wie ein Käfer auf dem Rücken. Annas Gesichtsausdruck zeigte irgendwas zwischen Faszination und Panik, meiner wahrscheinlich irgendwas zwischen Lachen und Weinen und die Saison - die keinen Gesichtsausdruck hat - war Geschichte.
Bis zum vereinbarten MRT Termin waren es nur noch wenige Stunden, so biss ich die Zähne zusammen, schmiss Tonnen an Schmerzmittel ein und humpelte auf Krücken zur Untersuchung. Der anschließenden Termin bei Jörg zeigte das Ausmaß der Verletzung. Luxierter Korbhenkelriss mit Verlagerung von Anteilen in den Hoffa-Fettkörper. Zumindest  wurde mir so die Bürde der Entscheidung abgenommen. Er schob mich für den nächsten Tag in den OP Plan ein und so spazierte ich (haha spazieren, der war lustig) am Donnerstagmittag in der Klinik ein, dort hatten Karin und ich uns vor 11½ Jahren kennengelernt. Vier Stunden später, waren ⅔ meines Innenmeniskus entfernt, es gab ein lustiges Aufwachbild von Axel und mir und Karin konnte mich dann auch schon wieder abholen. Jetzt, einen Tag später, ist auch die Drainage raus und damit auch das unangenehme Zwicken. Wie lange ich jetzt wieder auf die Beine brauche weiß ich nicht, die Skitourensaison ist mit 25 Skitourentagen (25790 hm), drei Telemarktagen und einer Handvoll Skitagen mit den Kindern auf jeden Fall beendet. Aufgrund des massiven Meniskusverlusts muss ich mir stark überlegen, ob es in Zukunft noch Trailrunning gibt. Klettern sollte aber hoffentlich bald wieder gehen. Nun heißts aber erst mal aufbauen, über alles andere kann ich mir Gedanken machen, wenn es so weit ist!
2019_03_14_EndeGelaende