Donnerstag, Juni 20, 2019

Mit dem Schlauchboot auf der Isar - 20.06.2019

Nachdem ich schon am Mittwoch mit Martin und dem SUP von der Arbeit nach Hause gepaddelt bin, war klar, am heutigen Feiertag müssen wir wieder auf die Isar.
Mit U und S gings nach Höllriegelkreuth, zu Fuß über die Grünwalderbrücke und an der Isar hieß es dann das Boot aufpumpen. Die Strecke kenne ich inzwischen schon ziemlich gut (nach einigen Heimpaddelaktionen vom letztem Jahr) und so mussten wir nur zweimal aussteigen. Einmal um das Boot über die Geschiebesperre vor der Großhesseloherbrücke zu heben. Das andere Mal weil wir vor einer Kiesbank den falschen Arm nahmen und im flachen Wasser steckenblieben. Das Highlight für alle: die Bootsrutsche am Marienklausensteg. An der Thalkirchner Brücke stiegen wir dann aus, trockneten das Boot und genossen die Sonne. Das etwas wechselhafte Wetter hatte sich nämlich verzogen und es brannte die Sonne vom blauen Himmel. Dass ein Gewitter nicht lange auf sich warten ließ war zu erwarten und wir schafften es gerade so nach Hause bevor kurzzeitig die Welt in Schwabing unterging.
Ein super schöner Tag an der Isar und vielleicht können wir demnächst auch eine weitere Strecke mit den Kindern fahren.
2019_06_20_IsarBootsfahrt

Mittwoch, Juni 12, 2019

Pfingsten - SUPen und Biken - 08.-11.06.2019

Schwubs und schon ist wieder Pfingsten. Während sich viele in den Stau stellten, boykottierten wir das Auto, nutzten die freie Parkplatzwahl in Schwabing und machten München unsicher. Nicht die schlechteste Entscheidung. Karin musste Samstag sowieso arbeiten, so radelte ich mit den Kindern an den Olypiasee und SUPte dort eine Runde mit den beiden. Positiver Nebeneffekt, wir hörten den Soundcheck von Rammstein und konnten uns eine Band beim Pfingsttheatron ansehen. Nach einer sonntäglichen Radltour durch den Nordteil des E-Gartens (1½ Stunden, 11 km) sahen wir uns das zweite Rammsteinkonzert am Olyberg an. Die Pyroshow war nicht nur für die Kinder ein Erlebnis. Montag gings dann mit den Rädern an den Poschinger Weiher (¾ Stunde, 9 km). Unser SUP durfte natürlich nicht fehlen, auch wenn wir es wieder nur für eine kurze Runde auspackten. Den Weg zurück, mit Stop am Bump Park in Oberföhring und an der Isar, schafften wir gerade rechtzeitig, um nicht in die schweren Gewitter zu geraten. Viel erlebt, kein Stau und trocken geblieben, ich würde sagen: Das ganze verlängerte Wochenende alles richtig gemacht.
2019_06_08-10_PfingstSUP-Bike

Keine Berge ist auch keine Lösung und so schloss ich mich Dienstag nach der Arbeit noch Laura und Vladi für eine Runde auf die Gorialm an. Von Hohenaschau strampelten wir über steile Forststraßen, den Reitweg und am Ende eine sehr steile Straße hinauf zum dienstäglichen Biketreff (1¼ Stunden, 650 hm, 5,5 km). Den Grillteller und das Bier hatten wir uns redlich verdient. Die Abfahrt führte uns zuerst noch bergauf zur Schlechtenbergalm und von dort über Trails (Zieh- und Reitweg) wieder ins Tal (1 Stunde, 50 hm, 6 km). Eine super gemütliche Runde mit Laura und Vladi, bei der ich fast ein wenig stolz war, dass ich fast alles fahren konnte.
2019_06_11_Gorialm

Sonntag, Juni 02, 2019

Klettereien mit den Kindern im BGL - 31.05./02.06.2019

Das verlängerte Wochenende verbrachten wir im Berchtesgadener Land. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit und so konnte ich mich an Christi Himmelfahrt nicht aufraffen mehr zu machen als zu faulenzen. Freitag war zwar auch wolkenverhangen, aber zumindest schüttete es nicht und so stiegen Karin, Paul und ich zur Hexe auf. Nachdem Paul seine erste Mehrseillängenklettertour im Baskenland mit mir begangen war, war es nun an der Zeit, die heimischen Berge mit ihm unsicher zu machen. So kamen wir bei leichtem Regen am Einstieg der Berchtesgadener Rinne an (1¾ Stunden, ↑650 hm, ↓50 hm). Auch wenn ich jedes Mal sage, nie wieder in zwei Seillängen, zu den Zwischenständen kann ich mich dann doch nie durchringen. Und so standen wir nach zwei Seillängen und ziemlicher Reibung am Gipfel des Großen Rotofenturms (1¼ Stunde, 2 SL, III-, 70 hm). Und siehe da, wir waren nicht alleine. Zwei andere Seilschaften warteten gerade darauf abzuseilen. Naja, sollte nicht unser Problem sein, wir wollten sowieso eine ausgedehnte Pause machen. So ausgedehnt konnten wir gar nicht pausieren, dass wir beim Abklettern nicht wieder unweigerlich auf die anderen aufliefen. Da beide Seilschaften durch die Reichenhaller Rinne abseilen wollten, entschied ich mich einfach vom Grat direkt zum Einstieg der Berchtesgadener Rinne abzuseilen, mit 60 Meter Halbseilen überhaupt kein Problem (1 Stunde). So sparten wir uns das Anstehen in der Montgelasscharte und den Bruch in der Rinne mit den Anderen. Auf dem selben Weg wie am Vormittag gings zurück zum Rotofensattel und hinunter zum Auto (1¼ Stunde, ↑50 hm, ↓650 hm).
Immer wieder eine sehr schöne Runde (6 Stunden, 770 hm) und eine kleine Anekdote gibt es zum Schluss auch noch. Paul beklagte sich während des Abkletterns und Abseilens über Kopfschmerzen und wir dachten eigentlich, dass er zu wenig getrunken hatte. Nachdem er am Rotofensattel seinen Helm abnahm, meinte er nur: "jetzt ist das Kopfweh weg". Das wunderte uns nicht wir konnten die Abdrücke des Helms sehen, diesen hatte er möglichst eng gedreht, weil wir ihm gesagt hatten, dass er nicht verrutschen darf.
2019_05_31_Hexe

Samstag war ein gemütlicher Pausetag beim Entenrennen in Reichenhall und dem Backofenfest in Bischofswiesen. Dafür standen wir am Sonntag wieder etwas früher auf, um der sengenden Sonne am Grünstein zu entgehen. Naja früh ist relativ und so war es auch 10 Uhr als wir am Königssee los gingen. Warum man sich um diese Zeit den Grünsteinklettersteig antun muss, ist mir allerdings ein Rätsel, brütend heiß und Stau. Wir ließen den Einstieg links (bzw. rechts) liegen (¾ Stunde, 250 hm) und wanderten den gesperrten Klingersteig zum Einstieg des Klingerturms hinauf (¾ Stunde, 280 hm). Trotz des Murenabgangs, im letzten Abschnitts südlich des Klingerturms, ist der Steig eigentlich problemlos zu begehen. Ungesichert (bis auf Anna, die ich am kurzen Seil hatte) stiegen wir durch die lose Rinne in die Scharte des Turms auf. In einer Seillänge gelangte ich auf den Gipfel (ca. 30 m, III+) und sicherte Paul nach. Als Anna und Karin kommen sollten, hörte ich nur herzzerreißendes Geheule von Anna, die wohl etwas Angst in der steilen Stelle von der Scharte weg hatte. Also doch nicht die ganze Familie auf dem kleinen Gipfel. Paul und ich machten noch ein paar Fotos und winkten den Leuten auf der Grünsteinhütte, bevor ich ihn wieder abließ und selbst zurück zum Einstieg abseilte. Nun hieß es aus der Scharte queren und zum Klingerweg aufsteigen, sozusagen die Pflicht nach der Kür, da man sich immer noch im Absturzgelände befindet (1½ Stunden, 70 hm). Nach all diesen Strapazen hatten sich alle eine ausgiebige Rast verdient und das Sitzen an der Weggabelung mit dem Gesperrt Schild zum Klingersteig war besser als Fernsehen. Zum einen ist der Steig eigentlich ohne Probleme zu begehen (ich verstehe die Sperrung aus Haftungssicht der Gemeinde), zum anderen wird aber keine Alternative ausgewiesen. Für einen Ortsfremden dürfte es relativ schwierig sein abzuschätzen wie viel Mehraufwand ein "Abstieg" über die Kühroint und Klingeralm ist. Beziehungsweise wie lange der Abstieg über Hammerstiel und die Straße entlang nach Königssee ist, wenn man dort sein Auto geparkt hat. Zumal es am Klettersteigeinstieg keine Information zur Sperre des (einzigen probablen) Abstiegs gab. Für uns war der Abstieg auf jeden Fall kein Problem und so standen wir recht schnell wieder am Königssee (1¼ Stunden). Natürlich durfte am Weg etwas Planschen im Klingerbach direkt über der Rodelbahn nicht fehlen und so hatten wir alles in allem eine sehr schöne Runde mit den Kindern (5 Stunden, 600 hm, 7 km), auch wenn wir nicht alle am Gipfel waren.
2019_06_02_Klingerturm

Donnerstag, Mai 30, 2019

California/Oregon - 01.-25.05.2019

Noch ein letztes Mal vor Pauls Einschulung wollten wir größer verreisen. Wie schon vor drei Jahren gings an die Westküste der USA. Als erster Anlaufpunkt fungierten wieder Jamie und Tommi in der südlichen Bay Area. Am ersten Tag nutzen wir das gute und warme Wetter, um am Indian Rock im Castle Rock State Park klettern zu gehen (South Face, 5.8). Die schöne Sandsteinkletterei im verwilderten Wald ist zum Teil sogar mit Bolts abgesichert, so konnten wir den Jetlag und die Anstrengungen der Reise ganz gemütlich und ohne Angst hinter uns lassen.
Da ein Wochenende anstand, packten Jamie und Tommi Philip ein und zusammen fuhren wir zum Lake Tahoe. Am Weg dorthin kommt man am Sugarloaf vorbei und so kletterten wir noch am Sugarbun die Dirty Dog (5.10b/c). Samstagmorgen hieß es dann für Tommi und mich etwas früher aufstehen. Wir hatten nämlich den Tahoe-Ultraklassiker Bear's Reach (5.7/5.9, 3 SL) am Lover's Leap geplant. Um es vorweg zu nehmen, was für eine geniale Route. Obwohl die Tour nicht wirklich schwer ist, hatte ich etwas Muffensausen. Mit dem Tahoe-Granit hatte ich am Sugarbun etwas Probleme und Bear's Reach ist dazu eine komplette Clean Tour. Aber Tommi meisterte die erste Seillänge und die Bear's Reach Länge ging an mich. Was für eine schöne Kletterei, für den Grad gut ausgesetzt und perfekt absicherbar. Viel zu schnell steht man am oberen Ende der Wand. Mit dieser Tour ging für mich ein Traum in Erfüllung. Die Tour hatte ich mir gewünscht seit dem ich das Speed Free Solo von Dan Osman in Masters of Stone 4 gesehen hatte (übrigens ist die Version von Alex Honnold fast noch besser). Mit 2½ Stunden benötigten wir übrigens nur geringfügig länger als Dan Osman ;) .
Nachmittag war dann für Familienwandern reserviert. Von Emerald Bay wanderten wir zum Teil über ziemlich viel Schnee zu den Cascade Falls und zurück (2 Stunden, 100 hm, 4 km). Am Sonntag ließen wir das Wochenende noch bei einer Wanderung zu den Horse Tail Falls ausklingen (3¾ Stunden, 280 hm, 6 km). Während Jamie, Tommi und Philip zurück mussten, ging unsere Reise weiter nach Norden. Über Placerville fuhren wir die Goldgräberstraße (CA49) über Coloma (wo der Kalifornische Goldrausch begonnen hatte) nach Grass Valley, zur Empire Mine und nach Nevada City. Ein Abstecher in eine andere Zeit.
Der nächste Stop war am Mount Shasta, einem Vulkanriese (4322 m) in den Cascades. Durch den vielen Schnee war an Wandern oder Bergsteigen am Mt. Shasta nicht zu denken, dort war die Skitourensaison noch voll im Gange. An seinem kleinen Nachbarn, dem Castle Peak, konnten wir aber eine Winterwanderung unternehmen. Vom Castle Lake wanderten wir den Hart Lake Trail (3 Stunden, 420 hm, 5 km), vom Castle Lake über den Heart Lake zum Castle Peak mit seinem einmaligen Ausblick auf den Mt. Shasta. Vor allem das Runterrutschen über die Schneeflanken machte den Kindern Riesenspaß. Vollkommen durchnässt machten wir uns auf den Weg in den Crater Lake Nationalpark, mit dem wunderbaren Blick vom Kraterrand in den tiefsten See der USA (immerhin 593 m tief). Der letzte Stop bevor wir wieder zum Klettern kamen, war noch die Lava River Cave und der Lava Butte im Newberry National Volcanic Monument.
Da wir auf unseren Reisen immer nach neuen Klettergebieten suchen, war klar, dass wir in Oregon im Smith Rock State Park vorbei sehen müssen. Smith Rock ist DAS Sportklettergebiet in den USA. Mehr als die Hälfte der ca. 1800 Kletterrouten ist mit Bohrhaken abgesichert, sehr ungewöhnlich für die USA. Im Park gibt es auch einen Walk-in-Campingplatz auf dem wir unsere Zelte aufschlugen. Direkt von diesem Platz aus konnten wir zwei junge Weißkopfseeadler und ihre Eltern in ihrem Horst beobachten. Am nächsten Tag kletterten wir, um uns an den Fels zu gewöhnen, zuerst am Dope de Rope Block. Von links nach rechts (von leicht bis mäßig schwer) gings durch North Slap Crack (5.5), Immortal Beloved (5.9) und Sting Like a Bee (5.10b). Zur Mittagspause ließen wir, im Schatten einiger Bäume, unsere Füße in den Crooked River baumeln und als die Hitze am späteren Nachmittag etwas abnahm, wechselten wir die Flussseite zur Morning Glory Wall und kletterten The Outsiders (5.9) und 5 Gallon Buckets (5.8). Wegen der hohen Temperaturen (fast 30°C) und dem regen Andrang (es war wieder Wochenende geworden) ließen wir am Samstag das Klettern sein und wanderten zum Asterisk Pass (2½ Stunden, 160 hm, 4,5 km), bevor wir am Mount Hood vorbei weiter nach Portland fuhren.
2019_05_01-11_USAMountain

Mit der Querung von den Cascades über Portland an die Küste kehrten wir den Bergen den Rücken. Nun war Pazifik angesagt. Letzten Herbst hatte ich in Ericeira Blut geleckt und so war klar, dass ich auch im Pazifik surfen musste. Nur die Wassertemperaturen von gerade mal 11°C schreckten mich ein wenig ab. Gleichzeitig mit dem Erreichen der Küste kühlte es noch dazu deutlich ab. Eine Schlechtwetterfront war herein gezogen und obwohl es noch recht sonnig war, stiegen die Temperaturen kaum noch über 16°C. Von Seaside fuhren wir die US101 nach Süden. Vorbei an den Sandsteinformationen von Cape Kiwanda, den jagenden Adlern und Robben am Yaquina Head  und den Oregon Dunes, zur kalifornischen Grenze. In Klamath, dem nördlichen Zugang zum Redwood Empire, stellte sich dann strömender Regen ein. Von wegen It never rains in California. So verspielten Karin und ich ein paar Dollar in einem Indianerkasino und fuhren mit unserem Mietauto durch einen Redwood, alles was man in einem 779-Einwohnernest halt so macht.
Der Regen brachte in den Prairie Creek Redwood State Park und den Redwood National Park eine mystische Stimmung. Und als während unserer Wanderung am Trillium Falls Trail (2 Stunden, 150 hm, 5 km) kurz die Sonne durch die Bäume schien, hüllte uns der dampfende Boden in eine ganz eigene Zauberwelt. Aber damit war unser Aufenthalt bei den Baumriesen noch nicht zu Ende. Südlich von Eureka durchquerten wir den Humboldt Redwood State Park über die Avenue of the Giants und verließen damit das Land der Giganten.
Bei Leggett wechselten wir von der US101 auf den Highway 1. Dieser nördlichste Abschnitt bis nach Stinson Beach fehlte uns nämlich noch auf der wohl bekanntesten kalifornischen Straße. Entlang der zerklüfteten Küste schlängelt sich der Highway bis zur Golden Gate Bridge, vorbei an Fort Ross, einer ehemalig russischen Enklave und Point Reyes, einem Nationalpark und Walbeobachtungspunkt. Schließlich erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein die Golden Gate Bridge und schossen tausende Fotos vom Moor Rd Pier und dem Hawk Hill aus.
Unsere Runde hatte sich geschlossen und von Jamie und Tommi aus konnten wir noch ein paar schöne Tagesausflüge unternehmen. Zum Beispiel nach San Francisco, natürlich mit Insidertipps von Jamie und ihrem Kindermädchen (die Schaukel am Bernal Hights ist der absolute Knaller), oder nach Santa Cruz zum Surfen. Das Surfen gestaltete sich bei 1-1,5 Meter Wellen gar nicht so leicht. Mein Ego bekam fast einen Knacks. So mussten wir am nächsten Tag gleich nochmal hin. Siehe da, ein geringfügig längeres Board und etwas kleinere Wellen und schon rockte ich Cowells und traute mich sogar zur Steamer Lane hinaus. Ich bin definitiv immer noch voll angefixt von dem Sport. Panther Beach besuchten wir an den beiden Tagen auch, sind ja nur noch 10 Minuten Weg von Santa Cruz, und der Strand ist einfach schön.
Den Urlaub beendeten wir, wie wir ihn begonnen hatten, mit einem Ausflug zum Castle Rock. Diesmal zwar nicht mehr zum Klettern, das Kletterzeug war schon in den Tiefen eines Koffers verstaut, aber für eine kleine Wanderung zum Castle Rock Fall (2 Stunden, 100 hm, 3 km). Das Ende eines wunderschönen Urlaubs, bei dem wir nicht nur einige Meilen (2916 mi / 4692 km) zurück gelegt haben, sondern vor allem gute Freunde besucht, viel Natur erlebt und tolle Routen geklettert haben.
2019_05_12-24_USACoast

Sonntag, April 28, 2019

Bleau - 19.-27.04.2019

Nachdem letztes Jahr Ostern sehr früh war und wir alleine in Bleau gefroren hatten, war dieses Jahr wieder eine kleine aber feine Gemeinschaftsreise geplant. Laura und Vladi, Claudi, Peter mit Kids und wir trafen uns schon auf dem Weg nach Frankreich. Spätestens beim Zelt/Bus aufbauen am Camping waren wir alle im Urlaubsmodus und nur Laura und Vladi zog es am Nachmittag noch zu Karo und Marco in ein Gebiet.
Für uns anderen begann das Bouldern erst am nächsten Tag. Da es zu Ostern traditionell sehr voll ist, suchten wir uns wenig frequentierte Gebiete. Mit Apremont Désert am Samstag und Apremont Bizons am Sonntag lernten wir gleich zwei, für uns neue, Gebiete kennen. Beide sehr schön, mit guten/schönen Parcours und etlichen Einzelproblemen. Wie zu erwarten ging bei mir wenig bis gar nichts, aber gemeinsam in der Natur zu sein war ja schon mehr als genug. Montag wagten wir dann einen Besuch in Canche aux Merciers, dort trafen wir auch Wiebke mit Familie. Trotz Feiertag war es nur unwesentlich voller als normalerweise. Wie jedes Jahr hängte ich mich in Jeu de Jambes (fb 6a) und siehe da, es lief, gleich beim ersten Versuch. Und das wichtigste, mein Knie hatte nichts gegen das wilde Gehooke, sollte vielleicht doch noch was am Fels gehen? Der Dienstag in J.A. Martin brachte mich dann wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Für schwereres Zeug fehlt mir nicht nur die Kraft/Ausdauer, sondern auch der restliche Bewegungsumfang meines Knies. Mittwoch in Rocher Canon boulderten wir zwar wieder nicht schwer, dafür zog ich hier den gelben Parcours komplett mit allen Zusatzbouldern, eine wirklich empfehlenswerte Vormittagsbeschäftigung. An diesem Tag erwischte uns auch der erste Regenguss und es kühlte deutlich ab. Beim Einkauf im Carrefour konnten wir eine Wetterbesserung abwarten und so machten wir am späten Nachmittag noch einen Abstecher in Bas Cuvier. Die Marie-Rose (fb 6a) zickte ganz schön und so musste ich mir keine Gedanken über den  bescheidenen Abstieg von dem Bock machen.
Wie schon vom Wetterbericht vorhergesagt, hatte es deutlich abgekühlt und Donnerstag war an Bouldern nicht zu denken. In den Regenpausen konnten wir trotzdem eine kleine Wanderung südlich des Schlosses unternehmen, nicht nur schön, sondern auch einsam.
Freitag besserte sich das Wetter und in Rocher de la Reine konnte ich mit Le Vol du Bourdon (fb 6a+) und Néron (fb 6a+) zwei sehr schöne Probleme abhaken. Bouldern dürfte sehr gut werden, wenn ich die volle Beugung meines Knies wieder schaffe. Von unserem Plan, bei der Abreise noch in einem Gebiet vorbei zu sehen, nahmen wir bei einem Regen/Hagelschauer beim Abbauen schnell Abstand. So kamen wir dieses Jahr nur auf sechs Bouldertage, die aber besser als erwartet waren.
2019_04_19-27_Bleau

Montag, April 01, 2019

Der Weg zurück - 14.-31.03.2019

Egal wie gut eine OP verläuft, die eigentliche Arbeit beginnt danach. Jörg hatte sehr gute Arbeit geleistet, nun lag es aber an mir wieder auf die Beine zu kommen. Dieser Beitrag ist eine kleine Hommage an die drei Frauen, die mir dabei helfen.
Als erstes natürlich Karin. Sie hält nicht nur meine Launen und mein Gejammer aus, sondern macht mir auch jeden Tag eine Lymphdrainage. Außerdem kann sie ziemlich ehrlich sein, wenn ich meine Übungen nicht sauber oder viel zu selten mache.
Katharina ist meine Physiotherapeutin in der Manufactur. Neben kräftigenden Übungen für den Wiederaufbau meiner Muskulatur (vor allem der Quadriceps hatte etwas gelitten), arbeitet sie vor allem mit mir daran, meinen vollen Bewegungsumfang wiederzuerlangen.
Zu guter Letzt noch Juliane Zeller, meine Osteopathin. Sie sorgt für ein reibungsloses Zusammenspiel von Knie, Hüfte und unterem Rücken. Außerdem sorgt sie für etwas Ruhe in der Unordnung in meinem Knie und gibt mir zu Verstehen, dass etwas kürzer treten manchmal auch ein Schritt nach vorne sein kann.

Nun aber eine kleine Chronologie meiner Genesung (so weit):
Tag 0: Donnerstag, Tag der (ambulanten) OP; nach 4 Stunden konnte ich nach Hause. Auffällig war, dass ich das Knie sofort teilbelasten konnte, der Schmerz war weg.
Tag 1: Freitag, die Drainage wurde gezogen und Jörg besprach mit mir den Verlauf der OP (ich wusste nicht, dass gut 20 cm Schlauch in meinem Knie Platz haben). Öffentlich in die Praxis zu fahren, war an Tag 1 möglicherweise bis jetzt nicht die hellste meiner Ideen.
Tag 2/3: Wochenende, das Gehen, auch kurze Strecken in der Wohnung, ging nur mit Stützen und im Großen und Ganzen hieß es vor allem das Bein hochlegen und kühlen.
Tag 4: Montag, erster Physiotherapietermin; ich war begeistert da das Knie schon wieder zwischen 10° und 90° funktionierte.
Tag 5: Dienstag, für kurze Strecken (in der Wohnung) konnte ich inzwischen schon die Stützen weglassen.
Tag 6: Mittwoch, Physiotherapie; diesmal arbeiteten wir (bzw. Katharina) primär an meiner Streckung. Mein Quadrizeps ließ sich wieder ansteuern... was für ein Gefühl wieder Kontrolle über seinen Körper zu haben.
Tag 7: Donnerstag, Osteopathie; Juliane Zeller brachte wieder etwas Ruhe in mein Knie, vielleicht hatte ich es die Tage zuvor doch etwas übertrieben. Die letzten zwei Nächte waren auf jeden Fall gar nicht so gut und obwohl die Schwellung zurück gegangen war, war das Knie noch deutlich dicker als das andere.
Tag 8-10: Wochenende mit Anna; mit den Stützen war ich inzwischen ziemlich mobil, aber regelmäßige Pausen waren noch dringend nötig. Was ich dabei nicht bedacht hatte, war der Muskelkater in Schultern und HWS wegen der Stützen den ich spätestens am Montag hatte.
Tag 11: Montag, Physiotherapie und leichtes Radfahren; außerdem entschied ich mich auf die Stützen zu verzichten, meine Schultern würden es mir danken. Das Knie war bis jetzt schmerzfrei, wenn ich es aber übertrieb, konnte es schon ein wenig Zwicken, vor allem wenn ich abends/nachts zur Ruhe kam.
Tag 13: Mittwoch, Physiotherapie; ja Herrschaftszeiten, es ging gerade gar nichts weiter und das Humpeln ging mir auch langsam auf die Nerven. Ich steckte irgendwo in den letzten 2° meiner Streckung und bei etwa 110° Beugung fest.
Tag 15: Freitag, Osteopathie; neben dem Stagnieren meines Fortschritts schwoll das Knie jetzt auch wieder an. Vielleicht ein Zeichen des Universums, dass es nicht nur nach meinem Willen geht.
Tag 16/17: Wochenende; leichtes Radfahren, Schwimmen, Biergarten und Sonne. Ein bisschen langsamer machen wirkte wahre Wunder, dem Knie ging es besser und ich lerne nun anscheinend, dass ich nicht an einem Tag wieder fit werden muss.
Tag 18: Montag, wieder in die Arbeit; nach der Physio gings zum Fäden ziehen. Jörg war zufrieden mit dem Knie und ich auch. Der Tag in der Arbeit gestaltete sich zwar stressig, aber es lief besser als gedacht. Scheint ja doch alles gut zu werden.
2019_03_14-31_Reha


Noch bevor mein Knie gemuckt hatte, habe ich einen kleinen Beitrag zu einem Artikel für Gregor von Jäger der Berge geschrieben. Dieser ist nun online und ich freue mich, dass Gregor mich in so einem illustrem Umfeld (z.B. Benedikt Böhm oder Flo Neuschwandtner) auch nach meinem Lieblingstrailschuh gefragt hat. Leider steht meine Trailrunningzukunft in den Sternen, mit wenig Hoffnung auf positiven Ausgang.

Samstag, März 16, 2019

Ende Gelände... - 14.03.2019

... oder das Ende dieser Skisaison.
Jetzt hat es mich also erwischt, eine blöde Bewegung beim Bouldern in Hamburg hat das Saisonende eingeläutet. Ich hätte Scheiße schreien können. Die Hoffnung, dass der kleine Horizontalriss in meinem Innenmeniskus vernarbt, zerplatzt auf den staubigen Matten der DAV Halle. Nach meiner Rückkehr wurde ich sofort beim Orthopäden meines Vertrauens vorstellig und am Mittwoch darauf bekam ich einen MRT Termin. Der akute Schmerz hatte nachgelassen und im Geiste war ich schon wieder dabei Skitouren zu planen. Das Wochenende mit Chanti und Joël hatten wir schon abgesagt, aber mit ein bisschen Schonung sollte doch spätestens Dienstag eine Feierabendtour gehen. Dass das eine saublöde Idee ist, ist eigentlich klar und Karin konnte mich davon auch überzeugen. So blieb ich zu Hause. Als ich mich vor Anna auf den Boden setzen wollte, krachte es und ich lag wie ein Käfer auf dem Rücken. Annas Gesichtsausdruck zeigte irgendwas zwischen Faszination und Panik, meiner wahrscheinlich irgendwas zwischen Lachen und Weinen und die Saison - die keinen Gesichtsausdruck hat - war Geschichte.
Bis zum vereinbarten MRT Termin waren es nur noch wenige Stunden, so biss ich die Zähne zusammen, schmiss Tonnen an Schmerzmittel ein und humpelte auf Krücken zur Untersuchung. Der anschließenden Termin bei Jörg zeigte das Ausmaß der Verletzung. Luxierter Korbhenkelriss mit Verlagerung von Anteilen in den Hoffa-Fettkörper. Zumindest  wurde mir so die Bürde der Entscheidung abgenommen. Er schob mich für den nächsten Tag in den OP Plan ein und so spazierte ich (haha spazieren, der war lustig) am Donnerstagmittag in der Klinik ein, dort hatten Karin und ich uns vor 11½ Jahren kennengelernt. Vier Stunden später, waren ⅔ meines Innenmeniskus entfernt, es gab ein lustiges Aufwachbild von Axel und mir und Karin konnte mich dann auch schon wieder abholen. Jetzt, einen Tag später, ist auch die Drainage raus und damit auch das unangenehme Zwicken. Wie lange ich jetzt wieder auf die Beine brauche weiß ich nicht, die Skitourensaison ist mit 25 Skitourentagen (25790 hm), drei Telemarktagen und einer Handvoll Skitagen mit den Kindern auf jeden Fall beendet. Aufgrund des massiven Meniskusverlusts muss ich mir stark überlegen, ob es in Zukunft noch Trailrunning gibt. Klettern sollte aber hoffentlich bald wieder gehen. Nun heißts aber erst mal aufbauen, über alles andere kann ich mir Gedanken machen, wenn es so weit ist!
2019_03_14_EndeGelaende