Die erste Hälfte der Pfingstferien verbrachten Karin und ich als kinderloses Paar bei bestem Sommerwetter in München. Anna und Paul waren nämlich mit ihrer Klettergruppe in Fontainebleau. Und so entstand auch schnell die Idee für die zweite Ferienwoche: Kids in Bleau aufgabeln und einen Kurztripp in die Normandie. Gesagt, getan, mit der kleinen Einschränkung, dass Karin Freitagabend noch Konzertkarten hatte. Um eins kroch sie zu mir ins Bett, um zwei läutete der Wecker...das Leben kann ganz schön hart sein.
Die Fahrt verlief aber gut und so schlossen wir kurz vor Mittag die Kids wieder in die Arme...die hatten uns doch glatt ein wenig vermisst, bildeten wir uns zumindest ein. Da es viel zu heiß zum Bouldern war, flackten wir am Pool ab, unternahmen eine Radltour zum Schloss Fontainebleau und legten eine abendliche Session in Petit Bois ein. Bevor wir am Montag weiter in die Normandie fuhren durfte sich Paul noch an der Marie Rose (Bas Cuvier) versuchen.
Nachdem wir den Großraum Paris hinter uns gelassen hatten, folgen wir der Seine bis zur Schleife in der Les Andelys liegt. In den Kreidefelsen nah des Ortes ist das Falaise Val Saint Martin, ein ziemlich cooles "Softmover" Gebiet, mit fast perfekter (Kletterhallen-)Absicherung. Von dort ging es weiter mit einem Abstecher in Rouen, der unglaublich pittoresken Hauptstadt der Normandie (in der Jeanne d'Arc verbrannt wurde), nach Le Havre (weniger schön). Die Küste entlang nach Ètretat, wo die Kreidefelsen zwar sehr malerisch sind, uns das schon fast isländische Wetter aber auch total durchweichte. Jede Bucht und jedes Kap ausfahrend gings weiter nach Saint-Valery-en-Caux und letztendlich nach Dieppe, von wo aus wir die Heimreise antraten.
Am Rückweg legten wir noch einen Stopp in Les Glachoirs ein, zwar nicht um zu klettern, aber uns das Gebiet mal anzusehen. Ob man extra hin muss, wage ich zu bezweifeln, aber wenn man in der Gegend ist lohnt sich ein Abstecher auf jeden Fall. In der Champagne übernachteten wir dann noch in Trépail, bevor es den letzten Teil der Reise in einem Rutsch zurück nach Hause ging.
Wirklich schön diese Ostnormandie. An der wilden Steilküste reiht sich ein wunderschönes Örtchen an das nächste an und auch wenn es hier nichts zum Klettern gibt und ich kein Surfbrett mit hatte, die kleineren und größeren Biketouren und Spaziergänge machten es zu einen super entspannten Urlaub.

