Samstag, Juni 27, 2026

Von Bosten zu den Niagara Falls - ein Roadtrip durch den Nordosten - 15.-27.06.2026

Wieder mal hatte ich die Möglichkeit über ASTM zu einem interessanten Ort zu gelangen, inklusive eigenem Vortrag, diesmal das MIT.
Montagabend traf ich mich mit Jim in Boston und ab Dienstag machten wir Bosten bzw. Cambridge bzw. das MIT unsicher, inklusive Vortrag, treffen alter Bekannter (vor allem von der NASA) und einem Baseballspiel der Red Sox im Fenway Park. Was für eine coole Woche.
Da ich die folgende Woche für eine Reihe von Themen in Tonawanda sein sollte, nutzte ich das Wochenende für einen Roadtrip, fliegen kann ja wirklich jeder. Was ich nicht ganz einkalkuliert hatte, zum einen die Entfernungen und zum anderen den Verkehr auf den großen Straßen an der Ostküste. So wurden es am Ende fast 12 Stunden Fahrzeit, aber auch viel Zeit dazwischen für Klettern, Wandern und Sightseeing.
Freitagabend kam ich nach einer schier endlosen Fahrt von Bosten in den Gunks an. Die späte Ankunft hatte den Vorteil, dass wieder genügend Parkplätze in den West Trapps frei waren. Trotzdem war, wie beim letzten Mal, noch ganz schön Betrieb am Überfall. Da ich ein Rope Solo geplant hatte, war mir der Rummel zu viel, wollte ich mein Setup doch lieber in Ruhe und vor allem alleine testen. So wanderte ich am Cliff weiter, um den Einstieg von High Exposure (2 oder 3 SL, 5.6) zu suchen (1 Stunde, 120 hm, 2,5 km). Die Tour hatte mir Jon empfohlen, der leider keine Zeit hatte, um zu dem Treffen in Bosten zu kommen. Und siehe da, an High E war niemand. Überhaupt war es an diesem Wandteil viel ruhiger als vorne. Es war zwar schon 6 Uhr, trotzdem wollte ich mein Setup an der ersten Seillänge probieren. Nicht ganz ideal, aber auch nicht ganz schlecht und Reibung im Seilverlauf stört bei dieser Art des Klettern auch nicht. Also kam ich ohne viel Stress am großen Band an (60 Meter Seil reichen gerade so). An einem der Blöcke dort baute ich einen Stand und seilte ab, um die Seillänge zu cleanen. Zurück am großen Band stellte sich die Frage aller Fragen, wie wieder runter kommen, ohne Material zurück zu lassen? Sehen wir uns mal die obere Seillänge an (die Money Pitch wie der Ami sagt). Und ja, der Name ist Programm, die Ausgesetztheit ist enorm, der Schwierigkeitsgrad gibt diese definitiv nicht wieder! Nach einer etwas unangenehmen Bewegung aus dem Dach, mit viel Luft unterm Hintern, gehts steil bis zum Ende der Wand hinauf. Perfekt abzusichern, so störte auch ein kurzer Regenguss in diesem letzten Teil nicht wirklich. Am Ende der Route belohnte nicht nur die Aussicht zum Sonnenuntergang, sondern auch ein perfekter Regenbogen. Jetzt hieß es aber nicht trödeln, abseilen, cleanen und die Abseilpiste suchen. Nach dreimal Abseilen, stand ich im letzten Licht wieder am Fuß der Wand (3 Stunden) und war total geflasht von dem Abenteuer. Ich hatte gerade wirklich einen der absoluten Gunks Klassiker (Kraus/Wiessner - 1941) geklettert, sowohl im Vorstieg, wie auch im Nachstieg/Toprope. Da schmeckte das Bier gleich dreimal gut!
So war es nicht weiter schlimm, dass der Samstag mit weniger Motivation begann. Ich wanderte erstmal dem Millbrook Ridge entlang und legte eine gemütliche Frühstückspause in der Sonne ein. Erst als es fast Mittag war stieg ich den nicht gekennzeichneten Pfad zum Fuß der Wand ab und sah mir die letzten paar Routen der Near Trapps an (¾ Stunde, 150 hm, 2,5 km). In King of P, die Tour die mich am ehesten anlachte, war die einzige andere Seilschaft in diesem abgelegenen Teil des Gebiets. So versuchte ich mein Glück in Eowyn (2 SL, 5.4). Mit der Route wurde ich einfach nicht warm, so seilte ich am ersten Stand ab und baute ab. Dabei traf ich Alex, er war auch alleine und da die andere Seilschaft inzwischen weg war, taten wir uns zusammen und kletterten King of P (2 SL, 5.3) gemeinsam. Was für ein lustiger und netter Abschluss für meinen Aufenthalt in den Gunks.
Von den Gunk gings westwärts in die Region der Finger Lakes, wo ich eine Wanderung durch den Watkins Glen State Park machte. Die Wanderung vom oberen Eingang entlang des Gorge Trails und am North Rim Trail retour (1¼ Stunde, 120 hm, 3,7 km) war eine willkommene Pause vom Autofahren.

Nach Tonawanda zu kommen, fühlt sich inzwischen fast ein bisschen wie heimkommen an. So wurde mir am Abend auch nie langweilig. Egal ob ich bei Regen einen Abstecher im AKG Museum machte (mit Kusama Sonderausstellung!) oder bei bestem Wetter am Wirlpool State Park eine Wanderung zum Wasser hinunter machte (1½ Stunden, 140 hm, 6,8 km), es war auf jeden Fall immer ein super Ausgleich für die arbeitsreichen Tage. Donnerstagabend besuchte ich dann noch das Trift Reserve, eine alte Industriebrache im südlichen Hafen von Buffalo, wo sich die Natur ihren Platz zurück holen durfte, inklusive Gänsen, Schildkröten, Hasen und Rehen. Den Abschluss bildete noch eine kurze Runde zur Eternal Flame allerdings schaffte ich es diesmal ums verrecken nicht sie zu entzünden (½ Stunde, 50 hm, 2,5 km).

Und so kam ich nach nicht ganz zwei Wochen, ziemlich Schnitzelfertig wieder in München an. So schön es auch jedes Mal ist, bin ich doch froh wieder bei Karin und den Kids zu sein.

Montag, Juni 15, 2026

Eine Bikerunde zum Blauen Kastl und ein Vater-Sohn-Tour auf den Staufen - 13./14.06.2026

Nach einer regnerischen Woche traute sich die Sonne am Wochenende endlich wieder hinter den Wolken vor. Freitag besuchten Karin und ich noch das Linkin Park Konzert in der Allianz Arena und Samstagfrüh gings ins BGL. Eigentlich um Karins Mutter im KH zu besuchen, aber so einen Krankenbesuch kann man ja gut für ein bisschen Bewegung nutzen. So fuhren Paul und ich mit den Bikes rüber ins KH BGD (20 Minuten, 100 hm, 6 km) und am Rückweg bogen wir zum Blauen Kastl ab (1 Stunde, 600 hm, 7 km). Mit meinen müden Beinen, ließ ich mich sogar ein bisschen von Paul ziehen, schon eine feine Sache so ein E-Bike. Den Fußweg runter zur Kastensteinerwand gings deutlich besser als das letzte Mal mit Karin und Paul kann solche Trails sowieso praktisch durchfahren. Der Blitzweg ist dann sowieso weniger anspruchsvoll und etwa zweidrittel der Kehren kann ich inzwischen fahren (½ Stunde, 75 hm, 3 km).

Sonntag sah das Wetter zwar nicht so gut aus wie am Samstag, aber dafür konnte ich Paul motivieren mit mir noch eine Runde zu drehen. Diesmal einen meiner Lieblingsklettersteige in der Gegend. Mit den Bikes kamen wir fast bis zur Abzweigung des Klettersteigzustiegs, weil wer muss schon Akkuladen (½ Stunde, 400 hm)? Also Bikes abstellen und zum Rastplatzl unterhalb des Klettersteigeinstiegs hinauf spazieren (¼ Stunde, 130 hm). Das Bankerl lud zu einer kurzen Rast ein und so mascherlten wir uns auch gleich hier auf. Eine Dreiergruppe, die hinter uns ankam, tat es uns gleich.
Im unteren Teil war der Steig weitgehend trocken und zwischenzeitlich zeigte sich sogar immer wieder kurz die Sonne. Die relativ steilen Pfeiler machen jedes mal wieder Spaß, die Wanderwege zwischen drin müssten nicht sein, sie machen den Steig aber auch irgendwie aus. Im oberen Teil kamen wir dann in den Nebel und der Fels war an vielen Stellen relativ feucht. Die Arme müde, der Fels rutschig, da freuten wir uns als wir aus dem Steig ausstiegen konnten und nur noch die paar Meter zum Gipfel hinauf gehen mussten (3 Stunden, 790 hm). Die Pause am Gipfel hielten wir sehr kurz und machten uns schnell an den Abstieg zurück zu unseren Bikes. Beim Rausrollen zeigte sich wieder mal, warum man für den Steig unbedingt die Räder mithaben sollte (1¼ Stunden) und so konnten wir nach knapp fünfeinhalb Stunden zum Mittagessen mit den Anderen fahren.

Was für zwei schöne Touren mit Paul. Jetzt freu ich mich aber auch schon auf die nächsten zwei Wochen in den USA, schauen wir mal was da so geht.

Donnerstag, Juni 11, 2026

Normandie - 30.05.-06.06.2026

Die erste Hälfte der Pfingstferien verbrachten Karin und ich als kinderloses Paar bei bestem Sommerwetter in München. Anna und Paul waren nämlich mit ihrer Klettergruppe in Fontainebleau. Und so entstand auch schnell die Idee für die zweite Ferienwoche: Kids in Bleau aufgabeln und einen Kurztripp in die Normandie. Gesagt, getan, mit der kleinen Einschränkung, dass Karin Freitagabend noch Konzertkarten hatte. Um eins kroch sie zu mir ins Bett, um zwei läutete der Wecker...das Leben kann ganz schön hart sein.
Die Fahrt verlief aber gut und so schlossen wir kurz vor Mittag die Kids wieder in die Arme...die hatten uns doch glatt ein wenig vermisst, bildeten wir uns zumindest ein. Da es viel zu heiß zum Bouldern war, flackten wir am Pool ab, unternahmen eine Radltour zum Schloss Fontainebleau und legten eine abendliche Session in Petit Bois ein. Bevor wir am Montag weiter in die Normandie fuhren durfte sich Paul noch an der Marie Rose (Bas Cuvier) versuchen.

Nachdem wir den Großraum Paris hinter uns gelassen hatten, folgen wir der Seine bis zur Schleife in der Les Andelys liegt. In den Kreidefelsen nah des Ortes ist das Falaise Val Saint Martin, ein ziemlich cooles "Softmover" Gebiet, mit fast perfekter (Kletterhallen-)Absicherung. Von dort ging es weiter mit einem Abstecher in Rouen, der unglaublich pittoresken Hauptstadt der Normandie (in der Jeanne d'Arc verbrannt wurde), nach Le Havre (weniger schön). Die Küste entlang nach Ètretat, wo die Kreidefelsen zwar sehr malerisch sind, uns das schon fast isländische Wetter aber auch total durchweichte. Jede Bucht und jedes Kap ausfahrend gings weiter nach Saint-Valery-en-Caux und letztendlich nach Dieppe, von wo aus wir die Heimreise antraten.
Am Rückweg legten wir noch einen Stopp in Les Glachoirs ein, zwar nicht um zu klettern, aber uns das Gebiet mal anzusehen. Ob man extra hin muss, wage ich zu bezweifeln, aber wenn man in der Gegend ist lohnt sich ein Abstecher auf jeden Fall. In der Champagne übernachteten wir dann noch in Trépail, bevor es den letzten Teil der Reise in einem Rutsch zurück nach Hause ging.

Wirklich schön diese Ostnormandie. An der wilden Steilküste reiht sich ein wunderschönes Örtchen an das nächste an und auch wenn es hier nichts zum Klettern gibt und ich kein Surfbrett mit hatte, die kleineren und größeren Biketouren und Spaziergänge machten es zu einen super entspannten Urlaub.

Mittwoch, Mai 27, 2026

Feierabend auf der Gori - 26.05.2026

Vor zwei Wochen haben die Grillabende auf der Gori wieder begonnen und so stand schnell der Plan für unsere kinderfreie Woche. Karin gabelte Martin und mich in der Arbeit auf und in Aschau trafen wir uns mit Vladi. Der alter Local (mit ohne Hut) zeigte uns die Auffahrt über Hintergschwendt zur Gori (1½ Stunde, 650 hm, 12 km). Deutlich weiter als über den Reitweg, aber viel angenehmer zu strampeln, nur die letzte Steigung ist und bleibt einfach sacksteil.
Nach einem genialen Sonnenuntergang, leckeren Ripperl und einem erfrischenden Russen fuhren wir die paar Meter zur Schlechtenbergalm hinauf und dann durchs Goriloch und dem Reitweg zurück nach Hohenaschau (¾ Stunde, 30 hm, 6 km).
Was für ein lässiger Feierabend, sollten wir wieder öfter machen.

Montag, Mai 25, 2026

Pfingsten zwischen Koasa und BGL - 23.-25.05.2026

Seit dem Skitourenabschluss mit Daniela, war ich nicht mehr in den Bergen unterwegs. Da das Knie unter moderater Belastung inzwischen schon sehr gut ist, war es Zeit zu sehen, was geht.

Nachdem wir die Kids im Gate für ihren Bleau-Tripp mit der Klettergruppe abgeliefert hatten, gings für Karin und mich in den Kaiser. Vom Parkplatz Tannbichl kurbelten wir zur Obere Regalm hinauf und stellten die Bikes am Anfang des Steigs zur Ackerlhütte ab (1 Stunde, 520 hm). Bis hierher hatte das Knie super mitgemacht, auch wenn gerade nicht viel Saft in den Oberschenkel ist. Auch die paar Meter zur Ackerlhütte waren problemlos (¼ Stunde, 90 hm) und so gings weiter ins Hochgrubachkar. Karin blieb auf einem Fels zurück und sah den Kletterern am Waxensteiner Turm zu, während ich noch in den Niedersessel aufstieg und mir den Einstieg der Göttner ansah (1 Stunde, 400 hm). Dort waren auch zwei Kletterer, mit denen ich kurz ratschte, bevor es das ausgesetzte Steiglein zurück ins Hochgrubachkar ging (¼ Stunde). Hier hatten wir uns beide eine ausgedehnte Pause verdient. Brotzeit machen, ratschen und Kletterern zusehen, was will man mehr (¾ Stunde).
Beim Aufstieg hatten uns zwei Wegbauer den Tipp gegeben eine Runde übers Bergsteigergrab (Baumgartenköpfl zu drehen. Der Weg rüber ist wirklich nett und recht abwechslungsreich (1 Stunde, 70 hm). Am Bankerl tranken wir unser letztes Wasser und stiegen dann zur Ackerlhütte ab/auf (½ Stunde, 60 hm). An so schönen Wochenenden verkauft der Hüttenwart Getränke und wir konnten noch einer Seilschaft in der Querung der Buhl in der Mauk-Westwand zusehen. Eigentlich wollte Lena hier an diesem Wochenende ihren Geburtstag feiern, leider klappte das nicht, wäre super schön gewesen wieder mal einen Abend hier oben zu verbringen. So hieß es zurück zu den Bikes absteigen und dann hinunter zum Parkplatz. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, nahm ich den Fußweg, ziemlich schön und sogar für mich fast durchgängig zu fahren (½ Stunde).

Wie so oft, wenn eine Tür zu geht, geht eine andere auf. Wir verbrachten zwar den Abend nicht mit Lena auf der Ackerlhütte, dafür aber mit Carola, Oliver und den Kids in Going. Und als wir uns am Morgen aus unserem Bus schälten, hatten wir gleich einen traumhaften Blick auf den Ostkaiser.
Jetzt wechselten wir aber von Tirol ins Salzburgerland und besuchten meine Eltern in Weißbach. Zusammen drehten wir eine Runde durch die Zahme Gams (1¼ Stunde, 110 hm). Hohe Stufen, mag mein Knie noch nicht ganz so gerne, deshalb entschieden wir uns gegen einen zweiten Klettersteig am Nachmittag und fuhren stattdessen mit den Rädern in die Vorderkaserklamm (½ Stunde, 100 hm, 6 km). Der Steig durch die Klamm ist wirklich spektakulär und schon der Weg ins Tal entlang des Baches mit vielen Bademöglichkeiten und Spielplätzen vor allem mit Kindern empfehlenswert (1¼ Stunde, 160 hm). Zurück nach Weißbach kann man dann relativ viel rollen (½ Stunde, 20 hm, 6 km) und so waren wir nicht komplett fertig, als wir noch ins BGL weiterfuhren.

Der Montag begrüßte und dann genauso sonnig wie die letzten Tage und nach einem späten Frühstück fuhren wir über Winkl in die Mordau (1½ Stunde, 600 hm, 11 km). Gefühlt war ich hier der einzige ohne Motorunterstützung.....naja, jeder wie er es kann und braucht. Runter zweigten wir dann in Loipl ab und nahmen noch unsere "Haustrails" mit (¾ Stunde, 80 hm, 10 km).

Was für ein schönes verlängertes Wochenende mal ganz ohne Kids, wir freuen uns aber auch schon, sie am nächsten Wochenende in Bleau aufzugabeln.

Sonntag, Mai 10, 2026

Knie OP - 23.04.-10.05.2026

Um einen meiner Lieblingsautoren zu zitieren: „Jetzt ist schon wieder was passiert."

Also nicht jetzt, sondern schon vor einem Jahr.....beim Klettern.....nein keine spannende Tour.....Kletterhalle, Dienstagabend, Väter von der betreuten Gruppe.....nein eine spannende Geschichte beginnt anders.
Aber es ist eben was passiert, ein lautes Krachen in meinem linken Knie, Bewegung eingeschränkt und ziemlich schmerzhaft. Für mich war eigentlich sofort klar, das ist der Innenmeniskus, am "guten" Knie. Aber siehe da, mein allmorgendliches Yogaprogramm beinhaltete eine Bewegung, die das Verklemmen behob und damit war auch der Schmerz weg. So verbrachte ich dann ein knappes Jahr. Meistens gut, nur hie und da, erlaubte ich mir eine Bewegung, die mir mein Meniskus übel nahm und verklemmte, natürlich immer dann, wenn man es gerade richtig gut brauchen kann (z.B. in einer alpinen Tour, 10 Meter über dem letzten (schlechten) Friend). Als das ganze auch bei Skitouren immer wieder zum Problem wurde, stattete ich Jörg doch einen Besuch ab, nützt ja nichts. Aus dem Verdacht wurde Klarheit und für Ende April, also nach dem Ende der Wintersaison (wer konnte schon ahnen, dass dieser Winter hinten raus nochmal so richtig gut werden würde), wurde ein Termin in der Seestraße vereinbart.

Diesmal lief es sogar noch besser als beim letzten Mal, keine Schmerzen, keine Schwellung, keine Drainage und schon am Tag eins nach der OP keine Stützen mehr. Katja, meine Physio, war zufrieden, Steffi, meine Osteopathin, war zufrieden und ich, mir konnte es wie immer nicht schnell genug gehen. Leichtes Radfahren auf kurze Strecken ging ab Tag vier oder fünf und das rächte sich dann am Tag acht, da saß ich (zum ersten Mal) mit schmerzendem, dicken Knie auf der Couch. Also wieder langsamer, wie Katja so schön sagt: jetzt langsam, um später schnell zu sein.....nicht neu diese Erkenntnis, trotzdem schwierig für mich. Jetzt also erstmal noch Muskelaufbau Koordination und Bewegungsumfang. Streckung geht schon fast komplett, Beugung wird noch etwas dauern, aber alles in allem ist auch Jörgs Kollege bei der Kontrolle zufrieden. Also geht’s ab kommoder Woche wieder in die Arbeit, nicht, dass mir noch langweilig werden würde.

Mittwoch, April 15, 2026

Schönwetterfensterl und Westliche Hochgrubachspitze - Saisonabschluss im Griesnerkar - 15.04.2026

Letzter Mittwoch in dieser Saison, da brauchte ich noch ein besonderes Schmankerl. Daniela konnte ich als Begleitung gewinnen und das Wetter sollte auch ganz passabel werden, da war nur noch Schnee gefragt. In den Voralpen ist der Winter inzwischen durch und am Alpenhauptkamm hatten Sturm, Regen und Schnee eine ungute Gemengelage, mit hoher Lawinengefahr, hinterlassen. Da ist guter Rat teuer, oder die Antwort so nah, das Griesnerkar. Da vor drei Wochen überraschend viel Schnee lag, hoffte ich, dass es für eine halbwegs schöne Tour noch reichen würde und ja, es reichte!

Von der Griesner Alm muss man die Ski zwar erstmal bis über den Waldgürtel tragen (¾ Stunde, 280 hm), dann gings aber ohne Unterbrechung zur Fritz-Pflaum-Hütte hinauf (1½ Stunden, 600 hm). Das letzte Mal hatte ich mir die westliche Trilogie (Goinger Törl, Kleines Törl und Regalpscharte) einverleibt, so war diese Saison noch das Schönwetterfensterl offen. Nachdem wir das Griesnerkar gequert hatten, stiegen wir zur Rinne hinauf (½ Stunde, 130 hm) und dort wo es enger wird, packten wir unsere Ski auf den Rucksack und stapften weiter. Nach dem ersten Drittel der Rinne hatte Daniela genug und kehrt um, während ich mich weiter zum Schönwetterfensterl wühlte (¾ Stunde, 230 hm). Was für ein toller Ausblick, geschlossene Wolkendecke zu meinen Füßen und nur die Berge des Hauptkamms spitzen in den wolkenlosen Himmel. Der Weiterweg auf die Westliche Hochgrubachspitze war, im Gegensatz zu letztem Jahr, fast schneefrei (¼ Stunde, 80 hm). Wie immer in solchem Gelände benötigte ich zurück zum Schönwetterfensterl fast gleich lange wie hinauf.
Dann gings aber an die Abfahrt. Ganz schlecht waren die Bedingungen nicht, wirklicher Genuss aber auch nicht. Trotzdem konnte ich mich relativ schnell für eine Pause zu Daniela auf einen Stein im Kar setzen (¼ Stunde). Die Sonne hatte die Schneedecke inzwischen so durchweicht, dass grundloser Sulz ein Euphemismus wäre. Nach den ersten paar Hängen steckten wir aber wieder im Nebel und so besserte sich auch der Schnee. Nach dem Wald konnten wir sogar noch ein paar Meter Slalom von Schneefleck zu Schneefleck fahren und das sogar ohne schlimmeren Steinkontakt. Nur die letzten paar Meter kamen die Ski wieder auf den Rucksack (1 Stunde).

Was für ein cooler Skitourenabschluss, leider für diese Saison wirklich endgültig, auch wenn Skihochtouren sicher noch bis in den Juni hinein gehen dürften. Mit 38 Skitouren (41160 hm), drei Skitagen und einem Tag Snowboarden, war dieser Winter, auch wenn viele gejammert haben, ziemlich gut. Man musste nur dem Schnee ein bisschen hinterherreisen.