Sonntag, Januar 13, 2019

Schneeschaufeln im Nordstau - 12./13.01.2019

Eigentlich wollte Karin mit Claudi und Kathrin ein gemeinsames Mädelswochenende verbringen. Die Schneemassen in den Bayrischen Alpen machten den Dreien aber einen Strich durch die Rechnung und so begleitete mich Karin zu meinen Eltern. Dort war, durch die gewaltigen Schneehöhen, vor allem eines angesagt: Schneeschaufeln. Mein Vater und ich bewegten in etwa 4 Stunden gut 120 m³ Schnee vom Dach. Ein gutes Workout und eigentlich kann man es auch als Graben von über 100 Schneeprofilen sehen. Am Nachmittag konnte ich dann doch noch die Ski herausholen und ein paar Runden über die Jagawa Felder drehen. Ein Traum, 30 cm lockerer Pulver auf festem Untergrund. Aufstieg und Abfahrt wiederholte ich fünf Mal, dann wurde es dunkel, so wurde aber doch halbwegs eine Skitour (Reibn) draus (↑↓2 Stunden, 800 hm). Mit den Kindern unternahmen wir dann noch eine Fackelwanderung durch die tief verschneite Landschaft bevor wir alle todmüde ins Bett fielen.
Der Sonntag begrüßte uns dann wieder mit Schneefall, gut 20 bis 30 Zentimeter waren in der Nacht gefallen. Mit Karin wollte ich die weiße Pracht gleich nutzen und so stiegen wir über die Jagawa Felder zum Waldrand auf (20 Minuten, 170 hm). Leider war der neue Schnee nicht lockerer, flauschiger Pulver wie am Tag zuvor, sondern gut feucht. Unsere Abfahrt erinnerte eher an eine Schneefräse und machte so wenig Spaß, dass wir lieber wieder zum Schneeschaufeln wechselten. Da wartete nämlich das nächste Dach auf uns. Und die Terrasse, schon wieder. Ein ganz schön anstrengendes Wochenende.
2019_01_12_JagawaReibn

Samstag, Januar 05, 2019

Powderalarm im BGL - 02.-05.2019

Nachdem sich das Wetter an Neujahr kurz gebessert hatte, brachte ein Hoch über Großbritannien jede Menge feuchte Luftmassen vom Atlantik über den hohen Norden in die Ostalpen. Und was machen solche Luftmassen im Nordstau? Richtig, schneien was das Zeug hält. Die Lawinensituation war zuvor schon nicht ganz einfach, jetzt wurde es aber zunehmend heikel. Nachdem Mengen um einen Meter vorhergesagt waren, rief der LWD ziemlich schnell einen "4er" aus. Und das BGL hat bei so einer Lawinensituation nicht wirklich viele Skitouren zu bieten. So nutzen wir unsere Zeit, die Kinder hatten Skikurs am Götschen, mit Runden auf den Götschen. Wahlweise während dem Kurs von der Götschenalm aus (1 Stunde, 450 hm) oder am Abend vom Bahnhof (1 Stunde 10 Minuten, 700 hm). Und der Schneefall hielt an und so gabs die nächsten Runden auf den Götschen (55 Minuten, 450 hm; zweite Runde bis unter den Gipfelaufbau ¾ Stunde, 370 hm) mit ganz netten Pulverabfahrten im Wald. Unsere Abendrunde vom Bahnhof variierten wir dann auch und stiegen durch den Wald bzw. über die Rodelbahn auf (1½ Stunden, 700 hm). Die definitiv besten Abfahrten gabs aber am letzten Kurstag (bevor der Kurs wegen der vorhergesagten großen Schneefallmengen abgesagt wurde). Nach einem Aufstieg durch den Wald (1 Stunde 10 Minuten, 450 hm) fuhren wir Richtung Silberg ab, der Wahnsinn. Die beste Abfahrt der Saison, wenn auch leider viel zu kurz. Einen kleinen Wiederaufstieg (¼ Stunde, 200 hm) mussten wir noch absolvieren bevor wir die Kids beim Skirennen anfeuern konnten.
Samstag wurde der Kurs dann wegen der Wettervorhersage abgesagt und so machten wir mit den Kindern den Götschen gemeinsam unsicher. Die beiden kommen inzwischen überall hinunter (ähnlich ihrem Vater) und so macht Skifahren mit ihnen ziemlich viel Spaß. Mit Paul übte ich dann im Garten noch ein Panzerknacker-Iglu, bevor Karin und ich noch eine kleine Runde Richtung Götschen drehten. Der Schneefall wurde aber zusehends nässer und so ließen wir den Götschen Götschen sein und kehrten an der Silbergstraße wieder um ins Warme (1 Stunde, 400 hm).
Eine sehr nette Woche mit genialem Schnee, der Götschen bietet gerade bei solchen Bedingungen einfach ungeahnte Möglichkeiten. Jetzt hoffen wir nur noch, dass wir morgen ohne Megastau wieder nach Hause kommen.
2019_01_02-05_Goetschen

Dienstag, Januar 01, 2019

Silvesterbiwak am Jenner - 31.12.2018/01.01.2019

Am Jenner herrscht diesen Winter immer noch Großbaustelle. So sehr diese Baustelle im Sommer nervt, so bringt sie im Winter einen gewaltigen Vorteil, der obere Teil des Skigebiets ist nicht in Betrieb und damit ein schönes, ruhiges Tourengebiet. Perfekt für unser alljährliches Silvesterbiwak. Und dazu die letzte Möglichkeit für Ruhe an Silvester, nächstes Jahr wird es im Restaurant an der Bergstation sicher hoch hergehen.
Bei tiefwinterlichen Bedingungen starteten wir in Hinterbrand. Da wir für die Fahrt länger als gedacht benötigt hatten (für alle Gebietsunkundigen, ohne Allrad benötigt man definitiv Ketten für die Vorderbrandstraße bei Neuschnee), wurde es langsam duster als wir zur Bergstation kamen (2 Stunden, 700 hm). Für die letzten Meter zur Aussichtsplattform unter dem Gipfel hieß es dann noch ordentlich Schwitzen (½ Stunde, 50 hm). Knietiefes Spuren geht halt doch in die Beine.
Als unser Zelt aufgebaut war und wir uns einen warmen Tee machten, ereignete sich eine skurrile Episode. Plötzlich tauchte Licht auf und eine Stimme grüßte uns. Nach einem kurzen Hallo meinte er, er müsse noch die Spur für seinen Kollegen verbreitern. Zehn Minuten später waren dann beide da, ein Skitourengeher (wohl Barrasler aus der Strub) und ein Schneeschuhwanderer. Ein Lockerschneerutsch hatte einen der zwei in einer der Rinnen kurz vor unserem Platz erwischt, es war aber nichts passiert. Ich gesellte mich zu ihnen, als sie gerade diskutierten ob sie sich nun eingruben (wobei keiner einen Schlafsack dabei hatte) oder so schnell wie möglich zurück gingen. Nach ein paar Fotos mit unserem beleuchtetem Zelt verabschiedeten sie sich wieder. Auf meine Frage, ob sie denn LVS-Geräte mit hätten, für den Fall, dass in einer der Rinnen doch noch etwas kommen würde, verneinten beide. Karin und ich sahen uns nur ungläubig an, aber zumindest hatten wir nun wieder  unsere Ruhe. Um Mitternacht legte sich der Schneesturm und wir konnten das neue Jahr hoch über dem Königsee begrüßen. Leider ohne direkter Sicht ins Tal, aber man kann nicht alles haben.
Wirklich spektakulär war dann der erste Sonnenaufgang im neuen Jahr, ein Wolkenmeer unter uns und die, von der aufgehende Sonne beleuchtete Watzmann Ostwand gegenüber. Das zum Teil hüfttiefe Spuren zum Gipfel ging da fast nebenbei und hatte etwas von ganz großem Bergsteigen. Die  anschließende Abfahrt war ganz nett, auch wenn der Schnee etwas schwer war, ist aber auch nicht schlecht, wenn es noch Verbesserungspotential im neuen Jahr gibt. Inzwischen unser fünftes gemeinsames Silvesterbiwak und jedes war einzigartig.
2019_01_01_Jenner

Montag, Dezember 31, 2018

Ein gutes neues Jahr 31.12.2018

Wie jedes Jahr verabschieden wir das alte Jahr und begrüßen das neue Jahr in den Bergen. Wo erfahrt ihr vielleicht morgen.
Das Jahr war unglaublich abwechslungsreich. Die reine Statistik zu Beginn, wir waren etwas mehr als 60000 hm in den Bergen unterwegs, davon fast 32000 mit Skiern (der letzte Winter war aber auch ein Wahnsinnswinter). Neben den vielen, vielen, zum Teil sehr anspruchsvollen Skitouren (Alpspitze, Hochmiesing, Valluga, Hocheisspitze, Hochkalter) war die erste Hälfte des Jahres sicher am meisten durch meine "Wanderungen" im Wetterstein (Eisenzeit, Jubiläumsgrat) geprägt. Außerdem konnte ich sowohl mit Karin (SchönheitsköniginKopftörlgrat) als auch den Kindern (Hupfleitenjoch, Stuibensee) sehr schöne Bergerlebnisse sammeln. Das wahrscheinlich prägendste Ereignis dieses Jahr war aber sicher unsere dreimonatige Reise durch Spanien und Portugal.
Danke an alle, die unseren Weg begleiten, egal ob Familie oder Freunde. Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und hoffentlich können wir auch nächstes Jahr wieder viele schöne Stunden mit euch in den Bergen verbringen.


Samstag, Dezember 29, 2018

Ein paar Tage in Tirol - 27.-29.12.2018

Donnerstag, Arbeserkogel (2025 m):
Donnerstag starteten Paul, mein Vater und ich zu einer kleinen Skitour am Hecher. Das Verkehrs- und Parkplatzchaos dort ist fast schon legendär, trotzdem fanden wir einen Parkplatz und konnten im strahlenden Sonnenschein neben der Piste aufsteigen. Etwa bei der Hälfte reichte es Paul (1½ Stunden, 250 hm) und so spurtete ich noch schnell alleine zum Hecherhaus (20 Minuten, 250 hm) und weiter zum Arbeserkogel (10 Minuten, 150 hm).
2018_12_27_Arbeserkogel

Freitag, Roßlaufspitze (2248 m) und Kleiner Gilfert (2390 m):
Für Freitag war eine gemeinsame Tour geplant. Kathi, Hannes, Bäda, Matze, Tommi und ich trafen uns in Innerst und bei netten Gesprächen stiegen wir zur Roßlaufspitze auf (2½Stunden, 1000 hm). Die meisten von uns hatten sich ja auch schon einige Zeit nicht mehr gesehen. Um die Gesprächszeit zu verlängern fuhren wir nach einer kurzen Pause ins Nurpenstal ab (½ Stunde, ↓500 hm). Dort hieß es auffellen und schon konnten wir weiter reden, auf dem Weg zum Kleinen Gilfert (1½ Stunden, 630 hm). Dort steht ein wirklich schönes Gipfelkreuz, im Zeichen aller Weltreligionen und als Zeichen des Friedens. Die Abfahrt war, wie schon auf der anderen Talseite, überraschend gut, nur im Talgrund ein wenig Bruchharsch. Da kam von Matze dann auch wieder eine Weisheit wie letztes Jahr (damals zum Thema Holländerpowder): Bruchharsch ist das skifahrerische Äquivalent zum Plattenklettern. Danach gings über einen Forstweg bis hinunter nach Innerst, wo wir 5½ Stunden nach unserem Aufbruch wieder ankamen. Eine super schöne Tour mit Kathi und den Jungs. Der Abend stand dann wieder im Zeichen eines Alle & Easy bei Kathi und Hannes, auch ein sau-lustiger Abend der viel zu schnell vorüber war.
2018_12_28_KleinerGilfert

Samstag, Gamskopf (2205 m):
Die dritte und letzte Tour startete in geänderter Besetzung (Hannes, Maaf, Benz und Alexandra) von Inneralpbach. Flach stiegen wir der Rodelbahn entlang durch den Greiter Graben zur Greitalm auf und weiter Richtung Krinnjoch. Noch vor dem Krinnjoch ziehen die Osthänge des Gamskopf herunter und über die freien Hänge gings bis zum Süd-Ost-Grat, dem wir in wenigen Minuten zum Gipfel folgten (3 Stunden, 1150 hm). Ein Traumtag und im Gegensatz zu Freitag nur wenig Wind am Gipfel. Leider verhieß die Abfahrt nichts gutes, aber siehe da, so schlimm wars nicht und der Großteil  der Hänge war sogar überraschend gut. So kamen wir nach 4¼ Stunden wieder am Auto an, guad is gangen, nix is gschechen und Spaß hats ganz narrisch gmacht. Ein gelungener Abschluss für eine tolle halbe Woche, jetzt bin ich aber auch froh Karin wieder zu sehen, die die letzten Tage arbeiten musste. 
2018_12_29_Gamskopf

Sonntag, Dezember 23, 2018

Skitour zur Bärenbadalm - 22.12.2018

Vom Schnee der letzten Wochen hat der Regen leider nicht viel übergelassen. Ein wenig Bewegung mit meinem Vater ging aber trotzdem. So stiegen wir zur Sprengbahn überhalb der Bärenbadalm auf (1 Stunde 10 Minuten, 550 hm). Für die Abfahrt musste man flach fahren, damit man nicht zu viele Steine mitnahm. Wegen der Abfahrt hätte man die Tour definitiv nicht machen müssen.
Sonntag besuchten wir noch alle zusammen die Kletterhalle in Jenbach, eine schöne Nachmittagsbeschäftigung bei dem Regenwetter.
2018_12_22_Baerenbadalm

Samstag, Dezember 22, 2018

Feierabend am Brecherspitz 20.12.2018

Bäda, Stephan, Vladi und ich starteten Donnerstagabend zu einer kleinen Feierabendskitour. Massig Schnee hat es im Moment nicht. Für eine kleine Runde am Spitzing reicht es aber noch (wenn einem die Ski nicht allzu leidtun). Die einzige geöffnete Hütte im Gebiet ist im Moment die Obere Firstalm und so war schnell klar, dass unser Ziel die Brecherspitze werden würde. Bei einem angeregten Gespräch waren wir schnell oben am Westgipfel (1¼ Stunden, 550 hm) und die Abfahrt ging mit ein wenig Geschick auch fast ohne Steinkontakt. Das Abendessen auf der Oberen Firstalm rundete den Abend dann ab und so gings rundum glücklich ins Bett.
2018_12_20_Brecherspitze