Montag, Juni 20, 2022

Eine Reise in tausend-und-eine Nacht - Marokko - 05.-17.06.2022

Was für eine Reise. Was für ein schönes Land. Es gibt so viel zu erzählen. Von Erlebnissen, von Eindrücken, von liebenswürdigen Menschen, von Gerüchen und von verschiedenen Geschmäcken. Kurzum ein Land auf das man sich zwar einlassen muss, das aber umso mehr zurückgibt. Was wir jetzt schon sagen können, es war nicht das letzte Mal für uns, dass wir Marokko bereist haben. Für die schöne Zeit: Merci beaucoup - Shukran - Tanmirt

Unsere ganze Reise begann ein bisschen mit einer Schnapsidee, die große Frage war, was sollten wir denn über Pfingsten machen. Marokko stand nach unserem Turboschaden in Portugal noch aus und eine Freundin hatte sich über Weihnachten dort einen Camper gemietet, also warum nicht einfach mal Flüge buchen…wohin, keine Ahnung, nehmen wir doch Marrakesch, der Rest würde sich schon geben. Eine Woche vor dem Abflug erinnerten wir uns, dass wir uns vielleicht doch Gedanken wegen der Reise machen sollten. Wieder sehr kurzentschlossen mietete ich einen Camper bei ZigZag Camper. Für ein Air BnB in Marrakesch hatte Karin gesorgt und so saßen wir am Pfingstsonntagmorgen in unserem Flieger nach Brüssel. Das Chaos dort nahmen wir mit stoischem Gleichmut (eine gute Übung) und da unser Weiterflug sowieso verspätet war, kam erst gar kein Stress auf (auch wenn der Flughafen von Brüssel wirklich das aller Letzte ist). Umso besser dann der Flug nach Marrakesch, danke an die Piloten für das magische Erlebnis. Die Ankunft in Marrakesch erinnerte uns sehr an unsere Ankunft in Islamabad vor elf Jahren. Und das beste daran, alles funktioniert wie geschmiert, ohne Probleme kamen wir in die Medina und fanden uns um zehn Uhr abends in dem quirligen Tumult der Altstadt Marrakeschs. Was für Eindrücke, was für Leben, was für eine Möglichkeit unseren Kindern so direkt und hautnah andere Kulturen zeigen zu können. Zwei weitere Tage verbrachten wir hier in den engen, stinkenden, bunten, lebendigen und schmutzigen Gassen. Neben den Suks sahen wir uns die Gerbereien, den Jamaa El Fna (der Platz der Geköpften mit seinen Schlangenbeschwörern, Händlern und Musikanten), aber auch die Mederssa Ben Youssef (fast so schön wie die Alhambra) und den Jardin Secret an.

Am Mittwoch hieß es dann aber Marrakesch den Rücken kehren, wir waren wieder bereit um „on the road“ zu sein. Etwas nördlich von Marrakesch übernahmen wir den, für uns super luxuriösen und riesigen, Camper und stürzten uns damit ins Getümmel der Ausfalls- und Umfahrungsstraßen von Marrakesch. Ein Vergnügen das mich mit Sicherheit um Jahre altern ließ und für eine ständigen Puls von 180 sorgte. Aber auch dieser Abschnitt, sowie das Auffüllen unserer Vorräte, gelang uns ohne Probleme und so steuerten wir unser erstes Ziel, Ouzoud, an. Ein schönes Fleckchen und wenn man, so wie wir, früh genug dran ist, ist nicht nur die Temperatur erträglich, sondern man ist auch fast allein (2 Stunden, 350 hm, 5 km). Trotz des dreckigen Wassers, ließ ich mir eine Runde Schwimmern nicht nehmen. Schlucken sollte man das Wasser dort aber definitiv nicht (es sei denn man steht auf Durchfall). Paul war den ganzen Morgen schon schlapp und klagte über Ohrenschmerzen, offensichtlich hatte er sich in einem der Pools der letzten Tage einen Keim eingefangen. So brachte uns eine gut 2 Stunden Fahrt ins nächste Krankenhaus, nach Beni Mellal. Eine Notaufnahme in Marokko ist schon spannend und eine Erfahrung auf die zumindest Paul gerne verzichtet hätte. Der Arzt war äußerst zuvorkommend und ziemlich erpicht darauf uns so schnell wie möglich wieder los zu werden (aber im guten Sinne). Unser Glück, so konnten wir nach zehn Minuten eine Tüte voller Antibiotika in einer Apotheke abholen und unsere Reise fortsetzen. Durch den Atlas bei Ilmichil (mit einem wunderschönen See) zum Col du Tirherhouzine (2709 m) wo wir eine kleine Wanderung auf einen namenlosen 3000er unternahmen (2 Stunden, 500 hm, 6 km). Vom Pass ging es hinunter bis durch die Todhra-Schlucht und nach Tinghir. Im kleinen versteckten Paradies des Camping Le Lac blieben wir gleich zwei Nächte, um in der Todhra-Schlucht klettern zu gehen. Am oberen Schluchtende gibt es einen Klettersteig (2 Stunden, 100 hm) der ganz nett ist um sich an den Fels zu gewöhnen. In der Schlucht wehte eine angenehmer Wind, so dass man auch bei über 30°C ohne weiters klettern konnte. Touren gibt es jede Menge, der Fels ist super fest, die Touren gut abgesichert und wir waren die einzigen Kletterer in der Schlucht. Nach einer kleinen Morgenwanderung am nächsten Morgen in der Palmeraie de Tinghir (1 Stunde), fuhren wir nach Merzouga, zur Erg Chebbi eines der beiden Sanddünenfelder Marokkos (und ja, das ist alles die Sahara). Auf dem Weg besichtigten wir ein antikes Oasenbewässerungssystem, ziemlich beeindruckend. Zum Sonnenaufgang ritten wir mit Kamelen in die Erg hinein und wanderten auf eine der hohen Dünen (2 Stunden, 200 hm, 4 km). Nie hätte ich es mir träumen lassen, dass wir mal in der Sahara wandern würden.

Von Merzouga gings zurück in die Gegend um Tinghir, um genau zu sein in die Dades-Schlucht. Die Nacht in Ait Oudinar war endlich etwas kühler als die Nächte zuvor (was an der Höhe von knapp 1700 m lag) und Ibrahim war der wahrscheinlich beste Gastgeber auf unserer Reise. Er gab uns auch noch den Tipp durchs Vallee du Rose zu unserem nächsten Ziel, Aït-Ben-Haddou, zu fahren. Aït-Ben-Haddou ist die besterhaltenste Ksar Marokkos und seit den 80er-Jahren UNESCO Weltkulturerbe. Besichtigen kann man diese Lehmstadt solange es hell ist und so konnten wir am Abend fast alleine durch die Gassen spazieren. Es wundert nicht warum diese Stadt als Kulisse für jede Menge Filme diente.

Der letzter Abschnitt der Reise führte uns wieder in den Hohen Atlas. Über den Tizi n‘Tichka (2260 m) querten wir diesen auf die Nordseite immer auf Marrakesch zu. Kurz vor Marrakesch kehrten wir wieder zum Atlas um und fuhren durch das Ourika-Tal und weiter bis nach Oukaïmeden hinauf. Dieser höchste Skiort Marokkos bietet ein ziemlich großes Bouldergebiet. Zum Bouldern kamen wir zwar nicht mehr, aber die angenehme Kühle des Hochgebirges (immerhin übernachteten wir auf ca. 2400 m im Park Oukaïmeden) verschaffte uns eine wunderbare Nacht, bevor wir wieder in die Hitze Marrakeschs zurückkehrten. Das Durchqueren Marrakeschs sorgte wieder für Bluthochdruck, aber wie schon zwei Wochen zuvor gelang es ohne größere Probleme und zur Freude unserer Kids verbrachten wir noch einen ganzen Nachmittag am Pool des Le Relais de Marrakesch, wo wir unseren fahrbaren Untersatz nach 1553 km wieder zurück brachten. Das negativ Highlight, auch auf dem Rückflug, war wieder der Flughafen von Brüssel. Wenn man schon eine inkompetente Organisation hat, dann ist es natürlich immer eine gute Idee unfreundliche Mitarbeiter zu beschäftigen...kurzzeitig wäre beinahe meine innere Ruhe gestört worden, aber nur beinahe. Und so kamen wir schließlich und endlich nach einem Durchstarten in München (die Maschine vor uns war wohl zu langsam von der Piste gerollt) wieder zu Hause an. Das Ende eines unvergleichlichen Urlaubs.

Sonntag, Mai 29, 2022

Ein Abstecher in Tirol und ein Bikewochenende im Isartal - 26./28./29.05.2022

An Christi Himmelfahrt besuchten wir meine Eltern, die wieder aus ihrem Urlaub zurück waren und die wir seit dem Winter nicht mehr gesehen hatten. Das Wetter war ganz brauchbar und die Kids zeigten sich im Garten recht zufrieden und nicht gewillt diesen zu verlassen. So lief ich eine kleine Runde Richtung Kienberg, weil ich mich ja eh immer bewegen muss. Übers Wasserschloss gings bis unter die Weiße Wand wo ich meine Umkehrzeit erreichte (40 Minuten, 500 hm). Auf dem Rückweg legte ich noch eine Pause am Klaus Bankerl ein, bevor es im Laufschritt zurück ging und ich auf die Minute pünktlich zum Mittagessen kam (½ Stunde).

Samstag waren wir zum Grillen in Ascholding eingeladen. Da liegen die Isartrails sozusagen auf dem Weg und so drehten wir eine Runde vom Brückenwirt aus. Die Ostseite bis kurz vor den Tierpark, das steile Hochufer hinauf, über die Großhesseloher Brücke auf die Westseite und zurück zum Brückenwirt (2½ Stunden, 160 hm, 13,5 km). Das gab genau den richtigen Hunger und Durst für die Feier mit lauter HG Altnasen. Damit die Kalorien dann wieder verbraucht werden können, fuhren Paul und ich von Ascholding über Geretsried und Wolfratshausen zurück nach München (4¼ Stunden, 230 hm, 42 km). Eine doch ganz ordentliche Runde und wegen eines schönen Regengusses und einer (tiefen) Bachquerung auch recht feucht (und dadurch leider auch echt kalt). So endete unser kleines Abenteuer in Hinterbrühl mit Karin als Joker-Taxi, auf die restlichen zwölf Kilometer durch die Stadt hatten wir, durchgefroren wie wir waren, keine Lust mehr.

Dienstag, Mai 24, 2022

Biken mit den Sterndls - 21./22.05.2022

Das nächste Wochenende, der nächste Samstagsdienst. Des einen Leid (nämlich Karins) kann des anderen Freud sein (also meine).
Samstag packte ich die Kids ein und zusammen gings zum Schwimmen an den Eisbach. Anna debütierte sogar an der Dianabadschwelle. Drei Mal schwammen wir zusammen durch die Welle, Anna auf dem Surfboard und ich nebenher. Als Karin endlich nach Hause kam, packten wir unsere Bikes auf den Bus und fuhren zu den Sterndls. Nach einem lustigen und recht ergiebigen Grillabend drehten wir am Sonntag alle zusammen eine Runde mit den Bikes (4 Stunden, 250 hm, 21 km). Da gab es für jeden Geschmack etwas, Trails durch den Wald, nette Wege über Wiesen und ein Bad in der Amper. Ein wirklich schönes und entspanntes Wochenende.

Dienstag, Mai 17, 2022

Biken in und um München - 16./17.05.2022

Nach den letzten, sehr arbeitsreichen Wochen, mit einem kleinen Ausflug nach Finnland, stand endlich ein ruhiges Wochenende an. Karin und Anna waren auf einem Reiterhof und so hatten Paul und ich das Wochenende für uns alleine. Neben Schwimmen im Eisbach am Samstag, drehten wir am Sonntag eine Runde mit Pauls neuen Bike. Über die Isartrails fuhren wir zum Poschinger Weiher, schwammen ein bisschen und testeten die  Downhills nördlich des Weihers und am Müllberg. Am Heimweg machten wir noch einen Abstecher im Ungererbad, bevor wir die Runde ziemlich müde beendeten (3¾ Stunden, 225 hm, 27 km). Ein schönes Männerwochenende.
Montag stand dann Martin und mein Isartrailsaisonauftackt an. Deshalb drehte ich in der Früh eine Runde über die östlichen Trails am Weg in die Arbeit (1 Stunde, 160 hm, 20 km). Nach der Arbeit gings dann über Schäftlarn und die westlichen Trails nach Hause (3¼ Stunden, 450 hm, 39 km). Da es vor dem Start noch ein heftiges Gewitter gab, waren die Trails ziemlich rutschig, Spaß gemacht hat es aber trotzdem und so richtig eingesaut haben wir uns auch.

Dienstag, Mai 03, 2022

Saisonabschluss auf der Wildspitze - 02.05.2022

Nachdem Karin und ich schon drei Mal auf der Wildspitze waren (2008, 2010 und 2012) bzw. ich schon zwei Mal den Pitztaler Eisexpress probiert hatte, war meine Motivation in der Gegend eine Tour zu unternehmen eher gering. Allerdings hatte Martin mal erzählt er würde gerne die Wildspitze gehen. Menschen die ich mag, tue ich ja gerne einen Gefallen, so ganz hässlich ist die Gegend ja nicht und den Brochkogel gibt es ja auch noch. Also fuhren wir zwei am Montagmorgen ins Pitztal.

Kurz nach 9 Uhr starteten wir mit der Abfahrt zum Mittelbergjoch und weiter auf den Taschachferner (½ Stunde, ↓200 hm). Dort hieß es nicht nur auffellen, sondern auch anseilen. Die vier anderen Seilschaften am Taschachferner stiegen den Normalweg auf, während wir völlig alleine unsere Spur zur Nordseite der Wildspitze zogen. Noch vor dem oberen Gletscherbecken verschluckte uns der Nebel und so hieß es mit dem GPS bis zum Bergschrund unter der Nordwand navigieren (2¼ Stunden, ↑525 hm). Durch die fehlende Sicht, war schon früh klar, dass der eigentliche Plan, die Nordwand, nicht funktionieren würde. Also querten wir nach Westen und stiegen über den Bergschrund und einen relativ steilen Hang zur Gratschulter auf (1 Stunde, ↑120 hm). In dem Stück hatten wir schon von Ski auf Steigeisen gewechselt und stapften nun auf diesen weiter zum Nordgipfel (¾ Stunde, ↑135 hm). Der Grat zum Südgipfel (¼ Stunde, ↑30 hm) war im Gegensatz zum letzten Mal (mit Karin) nicht überwechtet, sondern fast durchgängig Fels. Von dem mächtigen Eisschild auf der Westseite scheint nicht mehr viel über zu sein.
Die schlechte Sicht, aber auch unsere fehlende Fitness, hatte uns viel Zeit gekostet, so machten wir auch am Hauptgipfel keine Pause, sondern stiegen zum Skidepot ab (20 Minuten, ↓100 hm). Erst hier gönnten wir uns eine kurze Pause, schnallten die Steigeisen ab und bereiteten uns auf die Abfahrt vor. Das schlechte Wetter war inzwischen noch schlechter geworden und zum Nebel hatte sich nun auch Schneefall gesellt. Aber am Skidepot gab es endlich auch wieder andere Spuren (alle anderen hatten nämlich hier umgedreht) und so mussten wir nur diesen Spuren folgen, um zu unserem Startpunkt am Taschachferner ohne Spaltenberührung zurück zu finden (½ Stunde, ↓600 hm). Unsere Beine wurden zwar beim Rückanstieg ins Mittelbergjoch ziemlich schwer (¼ Stunde, ↑100 hm), wir mussten uns aber ein bisschen beeilen, um noch die Lifte für die Talfahrt zu erwischen. Ganz so knapp war es dann am Ende doch nicht, aber der Brochkogel wäre sich definitiv nicht mehr ausgegangen. Den muss ich also doch ein anderes Mal nachholen, vielleicht ja wieder mit Martin.
Ein coole Tour mit Martin, die wegen des Wetters doch recht abenteuerlich war. Und wessen Ego wird nicht gestärkt, wenn man es als einzige Seilschaft auf so einen beliebten Gipfel schafft. Außerdem war es ein krönender Abschluss für eine super Skisaison, die mit 38 Skitouren (36220 hm), 2 Freeridetagen, 6 mal Telemarken, 2 mal klassisch Pisteln und 2 mal Snowboarden selbst für meine Verhältnisse sehr gut war.

Mittwoch, April 27, 2022

Osterferien in Fontainebleau - 15.-23.04.2022

Obwohl es langsam Zeit für den Frühling ist, kämpfte sich der Winter diesen April immer wieder mit Gewalt zurück. Für uns ein weiterer Grund über Ostern Süddeutschland mit seinem Schmuddelwetter den Rücken zu kehren.

Mit einem Zwischenstopp in Rattenberg, um mit Hannes zu seinem 40er zu klettern, ging es am Karfreitag bis zur französischen Grenze. Der frühe Start und die nicht mehr so lange Fahrtstrecke bescherte uns am Samstag noch einen schönen Bouldertag in Segognole bzw. Roche aux Oiseaux. Beide Gebiete waren zwar nicht einsam, aber trotz des Osterwochenendes nicht restlos überlaufen. Das galt auch für Mont Aigu am Sonntag, wobei hier vor allem der relative lange Zustieg DER Grund dafür ist. Mit La Gorge aux Chats besuchten wir am Montag schon das dritte, für uns unbekannte, Gebiet. Wenn man oft in Bleau ist, wir waren immerhin schon mehr als zehn mal hier, dann passiert es oft, dass man eigentlich immer in die selben Gebiete fährt. So war es ziemlich erfrischend, dass wir bei diesem Aufenthalt nur in ein "altes", uns bekanntes, Gebiet gingen. Die ersten drei "neuen" Gebiete gefallen mir ziemlich gut, auch wenn Karin die Blöcke in Gorge aux Chats tendenziell zu hoch waren und Vladi am Mont Aigu keine schwer genugen Problem fand. Dienstag suchten wir ein Gebiet nahe an Fontainebleau und ohne langen Zustieg, da Peter mit dem Zug ankam und Claudi ihn vom Bahnhof abholte. So fiel die Entscheidung auf Bas Cuvier. Es war wie immer rappelvoll und viele der Probleme standen in der Sonne, ein Tag der eher unter die Rubrik: Hauptsache Bewegung an der frischen Luft lief, als unter schönes Bouldern.

Mittwoch war dann unser Pausetag. Nicht dass wir unsere Arme nicht mehr heben konnten, dafür hatten wir definitiv nicht genug gebouldert, aber die Haut an den Fingern wurde trotzdem langsam dünn. Wie früher, ohne Kinder, nutzen wir den Tag für einen Ausflug nach Paris. Mit dem Zug gings direkt zum Gare de Lyon und weiter nach La Defense zum Grande Arche, den wir uns diesmal auch von innen bzw. oben ansahen. Die weiten Flächen der Esplanade de la Defense luden zum Skaten ein. Am Eifelturm bestaunten wir die Menschenschlange, die sich für die Fahrt nach oben angestellt hatte. Viel schöner, ohne anstehen und noch dazu gratis ist aber der Blick von Trocadéro auf den Turm. Von dort spazierten/skateten wir entlang der Seine bis in Quartier Latin und den Ruinen von Notre Dame. Am Weg entdeckten wir noch das Musée du quai Branly - Jacques Chirac, eine grüne Oase der Ruhe mitten im Stress der Stadt. Alles in allem ein langer und anstrengender „Ruhetage“.

So konnten wir uns am Donnerstag wieder beim Bouldern ausruhen, diesmal in Franchard Hautes Plaines. Es ist eine Spur weiter zu gehen als Isatis, aber auch etwas ruhiger. Der gelbe und der orange Circuit sind sehr schön und halten auch gut beschäftigt, aber auch abseits von den Circuits gibt es jede Menge guter Probleme in jedem Schwierigkeitsgrad. Das selbe gilt auch für Apremont Désert, wo wir am Freitag waren. Mit Irrespirable (Fb 6c) schaffte ich sogar relativ easy eine 6, was ziemlich überraschend war. Da sieht man wieder mal, wie sehr Schwierigkeitsgrade von persönlichen Vorlieben und Können abhängen. Während Samstag alle gegen Mittag nach Hause fuhren, drehten wir noch eine Runde im Kinderparcours in Apremont Bizons. Ein super schöner Abschluss für die Woche mit guten Freunden, sieben schönen Bouldertagen und dem besten Wetter das wir bis jetzt (zu Ostern) in Bleau jemals hatten. Erst auf der Heimfahrt, die ganz ohne Stau und Verzögerungen ablief, erwischte uns ein kleiner Schauer.

Dienstag, April 12, 2022

Götschen, Alpgartenrinne und Alpeltal - ein letztes bisschen Schnee im BGL - 09./10.2022

Ausnahmsweise hatte Karin wieder mal Samstagsdienst. Also fuhr ich mit den Kids Freitagabend alleine ins BGL. Das Wetter war nicht wirklich prickelnd, trotzdem wollte ich mich noch etwas bewegen und meinen neuen Ski testen. Da am Götschen der Skibetrieb inzwischen eingestellt ist, konnte ich von der Götschenalm direkt über die FIS-Abfahrt zum Götschenkopf hinauf (½ Stunde, 450 hm). Bis auf die letzten Meter gab es sogar durchgängig Schneedecke. Sogar die Familienabfahrt sah recht gut aus und so fuhr ich diese bis zum Schussstück ab. Kurz bevor ich wieder am Gipfel ankam (20 Minuten, 250 hm) begann es zu schütten. Bei der Abfahrt wurde ich ganz schön nass, weshalb ich gleich noch eine Runde drehen konnte, weil nass ist nass. Diesmal drehte ich allerdings schon an der Bergstation um, ich muss ja nicht dauernd Ski tragen (½ Stunde, 400 hm). Nach der Abfahrt hatte ich endgültig genug und so gings zurück ins Trockene zu einer warmen Suppe.

Auf der Fahrt hierher hatte ich gesehen, dass die Alpgartenrinne noch genug Schnee hat. Also stand der Plan für Samstag fest. Die Ski musste ich bis in den unteren Teil der Rinne tragen (1 Stunde, 600 hm). Diesmal querte ich an der Stelle in die Rinne, an der Karin und ich sie letztes Jahr verlassen hatten. Teilweise auf Skiern, meist aber Ski tragend stieg ich die Rinne hoch. Kurz vor dem Ende zweigte ich allerdings nach links, Richtung Schreck (1720 m), ab. Die Rinne wird noch mal steiler als die Alpgartenrinne und vor allem der Ausstieg war einigermaßen spannend. Wenn man nicht auf Garteln und Felskratzen steht, kann man sich den Ausstieg auf den Grat gut und gerne sparen. Von dort ist es dann noch ein bisschen Gesuche durch die Latschen zum unscheinbaren Gipfel (2 Stunden, 600 hm).
Die Abfahrt war dann nicht nur wegen dem herumziehenden Wetter, dem steilen Gelände und der vielen Lawinenreste spannend, sondern auch weil ich die neue Bindung nicht überprüft hatte. Naja, long Story short, ein Z-Wert von 5 ist für mein Kampfgewicht doch einigermaßen wenig. Trotzdem erreichte ich das Ende der Rinne, schulterte meine Ski wieder und stieg zum Auto ab. Eine nette 5 Stunden Runde, ziemlich tragelastig, aber so mag ich es ja.

Sonntag konnten Karin und ich dann noch eine kleine Runde zusammen drehen. Wir hatten uns den Göll herausgesucht, aber die Rechnung nicht mit dem Aprilwetter gemacht. Zum Glück hatte ich am Samstag noch die Reifen gewechselt. Es geht doch nichts über Schneefahrbahn den Obersalzberg hinauf.
Im frischen Schnee stapften wir bis kurz übers Sommerwandl (½ Stunde, 200 hm). Hier konnten wir die Ski anschnallen und stiegen in den gut 15 Zentimetern Neuschnee hinauf bis in das Joch beim Dürreckberg (1¼ Stunde, 500 hm). Im Whiteout und Schneesturm beschlossen wir umzukehren. Wobei die Abfahrt nur in kurzen Abschnitten schön war. Der Rest, naja, darüber müssen wir nicht sprechen. Aber Hauptsache Bewegung an der frischen Luft mit Karin.

Ob das nun das Ende der doch schon recht langen Saison ist? Für Karin sicher, ich hoffe noch ein bisschen auf den Mai. Jetzt gehts aber erst mal nach Bleau.