Mittwoch, April 28, 2021

Schönheitskönigin, Hexe und Brett - ein langes kurzes Wochenende im BGL - 24./25.04.2021

Nachdem wir die letzten zwei Wochenenden mit Ausflügen in und um München (Surfen am Eisbach, Bouldern in Buchenhain, Weltwald in Freising, Biken in Gilching) verbracht hatten, gings dieses Wochenende wieder in die Berchtesgadener Berge. Eigentlich weil wir einen Trail-Technik-Kurs beim DAV gehabt hätten, Corona sei Dank, fiel der aber aus. Aber Ersatzbeschäftigungen sind für uns ja selten schwer zu finden, so gab es ganz schnell einen neuen Plan.

Die Schönheitskönigin von Schneitzelreuth - Samstagvormittag
Samstagfrüh traf ich mich mit Peter in Karlstein, unser Ziel Die Schönheitskönigin von Schneitzelreuth (6 SL, 6+). Es war noch ganz schön früh und die Nacht war, zumindest für mich, kurz, also schnauften wir langsam zum Einstieg hinauf (1¼ Stunden, 630 hm). Die Sonne lässt sich um diese Jahreszeit leider erst ein bisschen später blicken, so kletterten wir mit Daunenjacken und kalten Fingern los. Die Tour ist wirklich so schön, wie ich sie in Erinnerung hatte (ok, die erste Seillänge ist ein wenig komisch und über den Spalt in der fünften Seillänge brauchen wir auch nicht reden). Kurz vor dem Ausstieg kam dann sogar die Sonne um die Ecke und so konnten wir uns nach der Tour auch endlich unserer Daunenjacken entledigen, warm geworden war uns schon beim Klettern davor (2½ Stunden, 130 hm). Auf einem kleinen Steig gings zurück zum Einstieg (½ Stunde, 50 hm), wo wir eine wohlverdiente Pause einlegten bevor es weiter zurück zu den Autos ging (¾ Stunde). Wir hätten die Bikes mitnehmen sollen, aber ich kann mich erinnern, das haben Karin und ich beim letzten Mal auch schon gesagt.
Eine superschöne Tour mit Peter, immer wieder eine Freude mit ihm zu klettern.


Hexe - Samstagnachmittag
Da ich nach einer Tour sowieso nicht aufhören kann und weil ich Paul versprochen hatte mit ihm eine Vater-Sohn-Tour zu machen, gings gleich als ich heim kam wieder los. Zusammen stiegen wir zum Rotofensattel auf (1¾ Stunden, 600 hm). Den eigentlichen Plan, über das Kinn auch die Nase, verwarf ich nach einem halbherzigen Versuch in der Westflanke des Kleinen Rotofenturms. So ganz untrainiert bewege ich mich doch nicht mehr ungesichert in solchem Gelände. Also stiegen wir zum Einstieg der Berchtesgadener Rinne ab. Zum ersten Mal hängten wir die Seillängen nicht zusammen, sondern teilte den Anstieg in vier 30-Meter Seillängen bis zum Gipfel (1¾ Stunden, 140 hm). Dabei stieg Paul die erste Seillänge sogar vor, ich bin begeistert. Nicht mehr lange und ich muss mich meine Projekte nicht mehr hochzittern, sondern kann sie ganz entspannt nachsteigen, weil der Junior sie mir einhängt ;)
Am Gipfel machten wir eine ausgedehnte Pause, suchten unsere früheren Gipfelbucheinträge und genossen die späte Sonne. Doch irgendwann hieß es wieder absteigen, weil im Dunkeln abseilen macht auch nur bedingt Spaß. Zurück zum Einstieg kamen wir in einer Mischung aus Ablassen (Paul) und Abklettern bzw. zum Schluss Abseilen (ich). Schon am Anfang hatten wir uns gegen das Abseilen durch die Reichenhaller Rinne entschieden, da im schattigen Ausläufer noch jede Menge Schnee lag (1 Stunde). Nun hieß es in der Dämmerung hinunter zum Parkplatz, den wir im Mondlicht erreichten (1 Stunde, 50 hm). Die letzten Meter begleitete uns Karin, die gekommen war um uns abzuholen und uns ein Stück des Weges entgegen kam.
Ein schöner Nachmittag mit dem Junior, auch wenn ich am Ende ganz schön platt war.


Hohes Brett - Sonntag
Noch lacht der Schnee von den Bergen und so war der Sonntag für eine Skitour reserviert. Mit dem Brett entschieden wir uns für einen der kürzesten Berchtesgadener Klassiker. Im Moment reicht uns konditionell aber auch so eine kleine Tour. Die durchgängige Schneedecke beginnt über dem Sommerwandl, aber im harten Schnee entschieden wir uns die Ski noch ein Stück bis über die zweite Steilstufe zu tragen (¾ Stunde, 360 hm). Dann wechselten wir auf die Ski und Harscheisen. Die waren bis zu den Umgäng auch wieder Gold wert (1½ Stunden, 520 hm). Während fast alle anderen durch die Umgäng nach Osten zogen, schwenkten wir nach Süden in die Nordrinne des Hohen Bretts. Langsam und mit schweren Beinen ging es durch die Rinne bis zum Gipfel (1¼ Stunden, 350 hm). Vor zwei Monaten waren die Felsstufen in der Rinne komplett frei und an eine Begehung/Befahrung kaum zu denken, heute konnten wir ohne Probleme Aufsteigen bzw. Abfahren.
Am Gipfel blies ein eiskalter Wind, so fellten wir nur kurz ab und fuhren etwas ab, um an einer windgeschützten, sonnigen Stelle Pause zu machen (¾ Stunde). Aber irgendwann ist die schönste Pause vorbei und so bissen wir in den sauren Apfel und machten uns an die Abfahrt. Die Schneequalität lies schon merklich zu wünschen über, nur im Bereich der Umgäng und der Alpeltalköpfe gab es etwas Firn. Dafür konnte man sogar die Steilstufe abfahren und musste erst kurz vor dem Sommerwandl die Ski wieder am Rucksack verstauen (¾ Stunde). Da das Sommerwandl inzwischen fast schneefrei ist, gestaltete sich der restliche Abstieg einfach und wir kamen 20 Minuten später am Auto an.
Das Brett ist immer wieder eine schöne Skitour und im Gegensatz zum, meist gut besuchten, Göll fast einsam und natürlich deutlich kürzer. Einfach unbezahlbar solche Tage mit meinem Lieblingsmenschen.

Dienstag, April 06, 2021

Ein Brett am Kalter und ein Spaziergang ins Kar - der Saisonabschluss im BGL - 02.-08.04.2021

Wir hatten zwar noch lange daran festgehalten, aber schon einige Zeit vor Ostern zeichnete es sich ab, Bleau würde dieses Jahr wieder ausfallen. Der Plan nach dem Plan sah ein Ausweichen auf Franken vor, aber nachdem dort auch wieder eine nächtliche Ausgangssperre herrschte, wurde es jetzt doch wieder das BGL.
Das Wetter war eher solala angesagt und so machten wir uns erst Freitagmittag auf den Weg. Das gab uns aber noch genug Zeit um mit Paul am Nachmittag noch eine Runde von Loipl aus mit den Bikes zu drehen. Für den ersten Downhill (½ Stunde, ↓250 hm) kam er noch mit, den Weg zurück zum Auto (½ Stunde, ↑250 hm) überließ er uns dann. Und weils beim ersten Mal so schön war, fuhren Karin und ich noch einen zweiten Downhill, diesmal über den Panoramaweg nach Winkl (1 Stunde, ↓420 hm, ↑170 hm). Das letzte Mal zum Auto hoch durfte ich dann alleine (½ Stunde, ↑250 hm), das ist der Nachteil, wenn man oben parkt. Und dann überraschte mich meine liebe Frau wieder einmal. Nach dem Essen meinte sie, ob ich noch Lust hätte eine Skitour auf den Götschen zu gehen. Na was für eine Frage, NATÜRLICH! Viel weniger Schnee darf es nicht mehr sein, aber man kann noch durchgängig aufsteigen, außer durch den Wald zum Gipfel (55 Minuten, 450 hm) und auch abfahren, auch wenn man sich an ein paar Stellen "leicht machen muss" (¼ Stunde).
2021_04_02_Goetschen


Blaueisspitze und Hochkalter

Samstag hatte es etwas geschneit und war (was das wichtigste war) wieder deutlich kühler geworden. So stand für Sonntag der Plan und mit Stephan der richtige und motivierte Partner fest. Noch im Dunkeln trugen wir unsere Ski bis zur Schärtenalm (1 Stunde, 600 hm) und auf Ski ging es weiter über die gefrorenen Hänge hinauf zur Blaueishütte (¾ Stunde, 300 hm). Dort hatten wir uns ein kleines Frühstück verdient, ob das das Schneehuhn, das uns laut anmotzte auch fand, weiß ich nicht, es ließ sich aber bis auf das Gemotze auch nicht weiter von uns stören.
Für uns ging es aber sowieso weiter ins Kar des Blaueisgletschers und über die (zum Teil) steilen Hänge hinauf über das obere Eisfeld bis unter die Felsen (1¾ Stunde, 700 hm). Vor der steilen Rinne hieß es auf Steigeisen wechseln und die Ski am Rucksack verstauen. Mit ein paar beherzten Zügen und der Hilfe des neuen Fixseils wuchteten wir uns über die vereisten Platten hinauf zu einer schneeigen Querung, um nach ein paar Metern zur Blaueisscharte zu gelangen (¼ Stunde, 60 hm). Ganz ehrlich, an der Stelle war ich über das Fixseil ganz froh, dieser Teil dürfte bei mehr Schnee deutlich leichter sein, auch wenn man dann wahrscheinlich das Seil nicht mehr findet.
Da wir nun schon mal hier waren, ließen wir die Rucksäcke zurück und statteten der Blaueisspitze einen Besuch ab (½ Stunde, 100 hm). Der Anstieg ist bis auf den überwechteten letzten Teil des Grates einfach und das nette kleine Kreuz ist definitiv einen Abstecher wert. Leider zog die ganze Zeit das Wetter um uns herum, so konnten wir weder die Aussicht genießen, noch uns ein wirkliches Bild über den Weiterweg machen. Obwohl die Tour in der vergangenen Woche mehrmals begangen wurde, waren keinerlei Spuren zu finden, dafür aber etwa 5-10 Zentimeter Wildschneeauflage.
Also stiegen wir wieder zur Blaueisscharte ab (¼ Stunde), schulterten die Rucksäcke und spurten Richtung Nordrinne(n). Die Bedingungen stellten sich als ziemlich gut heraus und so stiegen wir stetig höher durch das etwa 50°-steile Gelände, bis zu einer kleinen Scharte direkt unter dem Gipfel. Von dort sind es keine fünf Minuten über den Grat bis zum Gipfel des Hochkalters (1 Stunde, 220 hm). Hier erwartete uns nicht nur das lange ersehnte gute Wetter sondern auch drei Jungs, die vom Ofental aus gekommen waren.
Die Rundumsicht und eine ausgedehnte Pause hatten wir uns nun wirklich verdient. Und so ließen wir uns Zeit und genossen die Sonne und unsere Brotzeit, bevor wir unter den Gipfelfelsen abstiegen und die Steigeisen wieder im Rucksack verstauten. Wie schon vor drei Jahren, wollten wir die Südflanke möglichst durchgängig abfahren. Die Rechnung hatten wir aber ohne die Schneelage gemacht. Es lag deutlich weniger Schnee als beim letzten Mal und so war im Mittelteil an eine Befahrung überhaupt nicht zu denken. Stattdessen hieß es stellenweise abklettern und ein kleinem Zwischenanstieg. Erst im unteren Teil konnten wir wieder fahren, was im Gegensatz zu der Gipfelrinne sogar Spaß machte (¾ Stunde, 30 hm).
Was nun aber kam, war ein Traum in weiß. Das schattige Hochtal hielt perfekten Holländerpowder für uns bereit und so cruisten wir bis in den Wald hinunter (½ Stunde). Dort wo die Abfahrt sowieso unangenehm wird, endete diesmal auch der Schnee und so montierten wir unsere Ski wieder am Rucksack und nahmen wohl oder übel den 600 hm Abstieg ins Klausbachtal in Angriff (1 Stunde). Von dort hieß es nur noch durchs Klausbachtal und um den Hintersee, vorbei an Spaziergängern und Familien, zurück zum Auto hatschen, weil gehen konnte man das schon fast nicht mehr nennen (1 Stunde).

Eine wahnsinnig geniale Tour mit einem super Tourenpartner. Sicher DAS Highlight der Saison! Wir benötigten für die 2010 hm und 24 km insgesamt 9¾ Stunden. Eine Tour die eher den konditionsstarken und vor allem alpinistisch versierten Skitouristen ansprechen dürfte.

Watzmann Skischartl

Obwohl die Beine noch etwas schwer waren, wollten Karin und ich noch das gute Wetter am Montag ausnutzen. Sozusagen zum Saisonabschluss noch ins Kar. Die Erklärung, dass damit nur das Watzmannkar gemeint sein kann, erübrigt sich im BGL eigentlich.
Mit Bike und E-Bike konnten wir bis kurz unter die Benzinkurve fahren (¾ Stunde, 530 hm) von wo es direkt mit Ski weiter ging. Wir sorgten für einige Lacher, da Karin mich über weite Strecken mit unserem Kommit abschleppte, ich war froh darum. Der Aufstieg ins Kar war, wie immer, landschaftlich überwältigend schön. Nachdem wir die Massen an Tourengehern zum 3. Kind ziehen sahen, entschlossen wir uns für das Skischartl, mal etwas anderes da Karin noch nicht dort war (3 Stunden, 1090 hm). Hier war zwar auch, wie nicht anders zu erwarten, reger Betrieb, aber wir fanden noch einen schönen Platz an den Felsen und konnten so die warme Frühlingssonne genießen. Inzwischen schien die Sonne auch in weite Teile des Kars und weil jede Menge anderer Tourengeher nun das Skischartl für sich entdeckt hatten, fuhren wir ab. Beginnend mit etwas schwerem Schnee über ein Stück mit konserviertem Pulver hin zu bestem Firn und am Ende, wie so oft, einer Sulz/Eis Waldabfahrt (1 Stunde).
Spätestens jetzt freuten wir uns über unsere Räder, die Ski auf die Rucksäcke und ab in den Sattel. Wie schön ist es, wenn man das Kar so komfortabel hinter sich lassen kann (¼ Stunde).

Ein wunderschöner Saisonabschluss mit Karin (gesamt 6 Stunden, 1620 hm, 20 km). Es soll zwar in den nächsten Tagen noch schneien, aber ob wir uns nochmal motivieren können die Ski hervor zu holen, wage ich zu bezweifeln. Aber mit diesen Abschlusstouren bin ich nun auch wieder mit der Saison versöhnt.
2021_04_05_Watzmannkar

Dienstag begann es dann wieder zu schneien. Und weil es so richtig durchschneite, hatten wir am Mittwoche unseren ersten Ski/Freeride-Tag. Magels eines Skilifts, nutzen wir den Bus zum Shutteln am Rossfeld. Nach sechs Tiefschneeabfahrten war Paul dann schnitzelfertig.
Aber es schneite weiter und so drehte ich am Donnerstag noch eine Runde auf den Götschen (1¼ Stunden, 700 hm). Jetzt kann es von mir aus aber wirklich Frühling werden. Immerhin gingen sich selbst in dieser Saison 24 Skitouren mit insgesamt 23545 hm aus (Nachtrag vom 25.04.). Viele davon immerhin auch schon mit den Kiddies, was uns natürlich ganz besonders freut, auch wenn diese Touren meist eine motivatorische Herausforderung sind.

Sonntag, März 28, 2021

Alpgartenrinne und Hochalmscharte - 27./28.03.2021

Langsam gehen uns coronabedingt etwas die Wochenendideen aus, so waren wir wieder im BGL, schön ist es ja. Freitagabend drehten Karin und ich noch eine Abendspaziergangsrunde auf die Kastensteinerwand (1 Stunde, 200 hm). Aber natürlich ging es bei dem Besuch eher darum den Schnee des letzten Tiefdruckgebiets nochmal zu nutzen.
Bei der Fahrt ins BGL sahen wir von Reichenhall aus die Nordseite des Lattengebirges und sofort stand unser Plan für Samstag, die Alpgartenrinne. Das Wetter war zwar nicht wirklich gut vorhergesagt, aber für diese Tour war das nicht weiter schlimm, Sonne würden wir dort sowieso nicht sehen. Also trugen wir unsere Ski bis zum Abzweig des Alpgartensteigs, wo man den Wappach zum ersten mal queren muss (½ Stunde, 200 hm). Von hier ging es mit recht solider Schneeauflage, immer dem Alpgartensteig folgend, bis zum Anfang der Rinne (1½ Stunden, 450 hm). Der Zugang zur Rinne war diesmal einfach und schon konnte der Spitzkehrentango beginnen. Immer steiler und enger zieht es hinauf, bis wir endlich aufgaben und unsere Ski wieder von den Füßen auf die Rucksäcke wechselten (1½ Stunden, 350 hm). Nun hieß es noch teilweise grundloses Stapfen (¼ Stunde, 100 hm). Speziell der Ausstieg aus der Rinne war sehr unangenehm, aber auch machbar. Nach dem steilen Aufstieg war Karin etwas verzagt, wie sie die Abfahrt schaffen sollte (und das von jemandem, der viel besser Ski fährt als ich). Naja 45° sehen von oben auch wirklich steil aus. So machten wir erst mal eine ½ Stunde Pause, damit Karin Mut sammeln konnte.
Die Bedingungen für die Abfahrt waren nicht ganz ideal, aber so schlimm wie die drei Jungs getan hatten (sie waren uns recht weit untern entgegen gekommen), waren sie nicht. Ein bisschen Rutschen, ein paar gesprungene Schwünge und schon ist man nur noch in 40°-steilem Gelände und wirklich eng ist die Rinne ja auch nicht (oben einmal etwa 3 Meter). So wurden die Bewegungen weniger zaghaft und die Schwünge immer flüssiger und schon waren wir unter der unteren Engstelle und musste aus der Rinne queren, um nicht wieder zurück aufsteigen zu müssen (¾ Stunde, ↓500 hm). Die weitere Abfahrt durch den Wald war dann leider nicht wirklich der Hit, ziemlich grundloser Sulz mit versteckten Wurzeln, Steinen und Bäumen (½ Stunde, ↓300 hm). Aber auch das schafften wir ohne größere Probleme und so schnallten wir die Ski wieder auf die Rucksäcke und spazierten zurück zum Auto (½ Stunde, ↓300 hm).
Eine spaßige Tour, das Wetter hatte viel besser gehalten als vorhergesagt (kurz leichtes Nieseln, aber definitiv nicht der vorhergesagte Regen) und der relativ späte Start hatte für eine nicht zu harte Rinne gesorgt.

Sonntag ließ sich dann die Sonne blicken und so starteten wir von der Ramsau aus zur Hochalm. Da unsere Beine noch etwas müde vom Vortag waren, war diesmal nicht der höchste Punkt (Am Hund) unser Ziel, sondern die Hochalmscharte.
Ohne die Ski tragen zu müssen, stiegen wir die Forststraße zur Eckaualm auf (1 Stunde, 350 hm). Langsam, die Beine waren in der Tat sehr schwer, stiegen wir durch den teilweise ziemlich steilen Wald zum kupierten Gelände der Hochalm auf. Als wir aus dem lichten Wald kamen, hielten wir uns südöstlich und erreichten den Einschnitt der Hochalmscharte (1½ Stunden, 600 hm). Im Sommer kann man von hieraus ins Wimmbachtal absteigen, heute warfen wir nur einen Blick Richtung Hundstod.
Im Windschatten war es angenehm warm und so genossen wir die Sonne und machten ein Stündchen Pause, bevor wir uns an die Abfahrt machten. Die Abfahrt war überraschend gut. Selbst die Steilpassagen im Wald waren durchgängig zu fahren. An der Forststraße angelangt hieß es nur noch laufenlassen und am Auto abschwingen (ok, das letzte Stück musste man teilweise einen Ski anheben, aber gefahren ist gefahren) (¾ Stunde).
Ein schöner Abschluss für dieses Wochenende, an dem wir seit langem wieder als Paar (#lieblingsmensch) ein paar Touren machen konnten.

Mittwoch, März 24, 2021

Wochenstart mit Martin am Lösertalkopf - 22.03.2021

Nach den letzten Schneefällen und der netten aber etwas unergiebigen Tour von Sonntag war es klar, dass ich zum Wochenbeginn noch einmal in den Schnee musste. Martin hatte Zeit und von ihm kam auch die Idee in die Ammergauern zu fahren. Die Scheinbergspitze, der Klassiker dort, ist zwar ziemlich überlaufen, wenn man aber nur ein Tal weiter nach Norden geht, dann findet man schon Einsamkeit. In unserem Fall am Lösertalkopf.
Die Zufahrt zum Parkplatz Sägertal, knapp hinter Linderhof, war wegen des Neuschnees schon spannend. Die Schneehöhen im Graswangtal sind einigermaßen beeindruckend, vor allem für Mitte/Ende März. Das erste Stück des Weges teilt man sich noch mit der Scheinbergspitze, aber ab dem Hundsfällgraben geht es dann einsam auf einen Sattel (1½ Stunden, 550 hm) von dem man ins Lösertalmösl abfährt (¼ Stunde, 150 hm). Die erste richtig gute Abfahrt, so konnte es weiter gehen. Und das tat es auch, aber zunächst mit einem Aufstieg und zwar in ziemlich grundlosem Pulver. Wir mussten schon zuvor spuren, aber ab hier konnten wir nicht mal mehr Abfahrtsspuren nutzen, um uns die Arbeit zu erleichtern. Steil ging es hinauf in ein Kar, ab dem wir dann im Nebel standen. Trotzdem fand sich der Weg auf den Grat, dem man zum Gipfel folgen kann. Oder eben nicht. Die Sicht hatte sich leider nicht gebessert und der Aufstieg war zum Schluss direkt am Grat mit Ski nicht mehr möglich. Also ließen wir es, laut GPS etwa 20 Meter vor dem Gipfel, bleiben (1½ Stunden, 500 hm).
Leider besserte sich die Sicht während unserer Pause nicht (¼ Stunde), deshalb machte der erste Teil der Abfahrt ins Kar nur mäßig Spaß, aber das änderte sich am unteren Ende des Kars. Die steile Abfahrt hinunter ins Lösertalmösl war eine der besten Abfahrten des Jahres. Pulver ohne Ende und Spray im Gesicht. Nun hatten wir die Möglichkeit zur Scheinbergspitzenroute zurück aufzusteigen oder durch den Lösertal- und Hasentalgraben ins Sägertal abzufahren. Auf einen Gegenanstieg hatte ich aber überhaupt keine Lust mehr, also durch die Gräben. Diese Abfahrt hatte es noch einmal in sich, zum Zusammenfluss der beiden Bäche muss man nämlich eine 40° Waldabfahrt bewältigen. Bei Schneebedingungen wie im Moment ist das cool. Wenn es hart oder eisig ist, dann ist diese Abfahrt nur mäßig lustig. Am unteren Ende des Wald trafen wir auf eine Forststraße, der wir ziemlich flach bis zum Parkplatz hinaus folgt (1¼ Stunde).
Ein sehr cooler Wochenstart, wobei Touren mit Martin bis jetzt immer Spaß gemacht haben. Die Tour war durch die viele Spurarbeit, definitiv anstrengender als gedacht, hat sich wegen der super Abfahrt aber auf jeden Fall gelohnt.

Sonntag, März 21, 2021

"Après Ski" am Milchhäusl zum Frühlingsbeginn - 21.03.2021

Ok, zugegebener Maßen, die Skitour heute war eher keine wirkliche Skitour, dafür hatten wir aber alle ziemlich viel Spaß im Schnee. Die Erwachsenen beim Bier/Glühwein und die Kids beim Schneehöhlen graben. Dass wir dafür nur knapp 150 hm gegangen waren, naja, Sport kommt sicher auch wieder, heute ging es vor allem um Happy Kids und Happy uns, was zusammen mit Kathi, Peter, Nora und Jakob mal wieder so richtig gut geklappt hat. Danke für den schönen Tag.
2021_03_21_Milchhaeusl

Mittwoch, März 17, 2021

Powderhausen aka Brauneck - 17.03.2021

Geht doch, das mit dem Schnee. Die Messstation am Brauneck sprach immerhin von 70 Zentimetern seit Sonntag. Da musste ein Partner in Crime her, oder noch besser: zwei. Laura und Vladi konnten sich genauso wie ich den Vormittag freischaufeln und so stand der Plan, 6:30 Uhr Start in der Wegscheid.
Ganz so schnell kamen wir dann doch nicht los, weil der schöne, neue Bus Sommerreifen drauf hat. Damit gab es heute keine Chance zum Parkplatz hoch zu kommen, also durfte der alte Bus shutteln . Da hat er ja Erfahrung.
Immerhin konnten wir dann auch endlich starten, immer noch bei Schneefall. Der wurde zwar weniger, dafür gab‘s Nebel, Sicht wird sowieso überbewertet. Dass am Gipfel dann auch noch Wind dazu kommt, hätte aber nicht unbedingt sein müssen (2 Stunden, 825 hm). Also nur kurz Abfellen und rein ins Powdervergnügen. Und der war tief! Ich war das erste Mal richtig froh den ganz Dicken eingepackt zu haben. Erst am Draxlhang litt die Schneequalität durch die einsetzende Erwärmung, ok, dafür gab‘s auch Sonne. Wer hätte das gedacht (½ Stunde).
Nun hieß es erstmal wieder Shutteln, bevor ich mir das Gebiet ein zweites Mal zu Gemüte führte. Am Kotalmkessel (¾ Stunde, 490 hm) war die Sicht nun deutlich besser und so entschied ich mich die Hänge nördlich des Kessels aufzusteigen. Am Kamm westlich des Kotecks (½ Stunde, 170 hm) fand ich was ich suchte. Tiefen, steilen, unverspurten Pulver. Die Bedingungen ein Traum. Und die Abfahrt erst (¼ Stunde).
Nach diesen knapp 1500 hm konnte ich mich endlich zufrieden in die Arbeit begeben, was für ein genialer Vormittag.

Sonntag, März 14, 2021

Eckerleiten – Ende der Saison? – 13.03.2021

Letztes Jahr war unsere Geburtstagstour auf die Eckerleiten faktisch das Ende der Saison. Wie es dieses Jahr aussehen wird? Wer weiß, aber viel Schnee ist nicht mehr und die höheren Lagen sind wegen der Grenzschließungen praktisch nicht erreichbar. Also gut möglich, dass sich das Skivergnügen für diese Saison auch erledigt hat.
Samstag genossen wir aber auf jeden Fall noch einmal das gute Wetter, um als Familie eine kleine Skitour auf die Ecker Alm zu gehen (1 Stunde, 200 hm). So richtig motiviert waren die Kids nicht, deshalb stieg ich alleine weiter zum Ecker First auf, um noch ein bisschen mehr von dem herrlichen P̵u̵l̵v̵e̵r̵ Bruchharsch mitzunehmen (½ Stunde, 350 hm). Die Ostflanke sah schon grundlos sulzig und die Nordrinne nach zerpflügtem Eisvergnügen aus, so entschloss ich mich mein Glück Richtung Ofnerboden zu versuchen. Und siehe da, durch die geringe Schneeauflage war es zwar ein bisschen hakelig durch die Büsche im oberen Teil, aber die freien Flanken ließen sich ziemlich gut (und ohne Bruchharsch) fahren. Und schlussendlich fand ich auch noch den Abzweig zur Eckeralm, damit ich ohne Wiederaufstieg zurück zu Karin und den Kids kam (¼ Stunde). Dort ließen wir uns noch die Sonne auf den Bauch scheinen, während die Kids eine Schanze bauten und eine Schneeballschlachtschutzmauer gruben. Die Abfahrt war dann wie erwartet, nicht ganz so nett wie im Jahr zuvor, aber unsere beiden Rennsemmeln schafften auch das ohne Probleme und so kamen wir alle wieder gut zurück zur Enzianhütte (½ Stunde).
Falls es wirklich der Saisonabschluss war, dann war er gar nicht so schlecht. Einfach schön so Skitouren als Familie.