Mittwoch, Juni 12, 2024

Tonawanda und Las Vegas - 03.-12.06.2024

Manchmal können Dienstreisen wirklich gut werden, zum Beispiel wenn man mit den richtigen Kollegen unterwegs ist oder wenn man ein paar Urlaubstage dran hängen kann, um mit einem guten Freund Zeit zu verbringen. Dieses Mal trat beides ein, was für eine coole Reise.

Es stand wieder mal ein Besuch in Tonawanda, Upstate New York an. Dieses mal aber nicht alleine, sondern zusammen mit Sebastian. Da er ziemlich ähnlich tickt wie ich, war die Abendgestaltung gesichert. Am Weg von Toronto nach Buffalo besuchten wir aber erst mal die Canadian Falls, um das Sightseeing abzuhandeln.

Die Abende verbrachten wir dann bei Spaziergängen zur Eternal Flame (1¾ Stunden, 160 hm, 4,5 km) und anschließendem Schwimmen im Lake Erie, dem Wirlpool und Devils Hole Trail (3 Stunden, 240 hm, 10,5 km) und einem Ausflug zum Stony Brooks State Park und dem Letchworth State Park. In Letchworth stolperten wir nicht nur beinahe über eine Schlange, sondern wurden auch gleich von einer Rangerin erwischt, wie wir über eine Trailabsperrung kraxelten....die Touris halt wieder. Alles in allem eine sehr vollgepackte und arbeitsreiche Woche. So hatte ich mir ein paar Urlaubstage zusammen mit Tommi redlich verdient.
2024_06_03-08_Tonawanda


Während sich Sebastian auf den Weg zurück nach Toronto machte, flog ich nach Vegas, um mit Tommi im Red Rock Canyon Klettern zu gehen. Den Wahnsinn dieses Plans realisierten wir erst, als wir bei über 40°C den Flughafen verließen. So leicht ließen wir uns aber nicht abschrecken und ein netter Verkäufer bei REI empfahl uns noch ein paar Routenklassiker im Schatten. Die suchten wir dann auch gleich auf. Vom Pine Creek Canyon Parkplatz wanderten wir zur Nordwand des Mescalito (¾ Stunde, 100 hm, 2,5 km). In der Hitze wäre ich beinahe umgekippt. Am Wandfuß dann aber Schatten, ein kleines Bächlein und eine Wahnsinnslinie durch die schattige Wand: Dark Shadow (4P/5.8/Trad). Die ersten zwei Längen hängte ich zusammen, mit einer ziemlich coolen glatten Verschneidung. Die dritte Länge lag bei Tommi, der die steile Verschneidung bis unter ein weit ausladendes Dach meisterte. So blieb mir noch ein Risssystem auf den Pfeiler Kopf, von dem aus Abgeseilt wurde. Was für eine schöne Kletterei. Die Stände und Abseilstände mit zwei Bohrhaken abgesichert, so musste man nicht übermäßig viel Angst haben. Als die Sonne tiefer stand, sank auch die Temperatur etwas, was den Abstieg etwas erträglicher machte.

Die erste Nacht wollten wir in Red Rock übernachten, so wanderten wir kurz vor Sonnenuntergang noch von Willow Springs in die Rainbow Mountain Wilderness. Ein passendes Plätzchen war bald gefunden, nur mit unserem Zelt hatten wir etwas weniger Glück,. Wir wollten nur das Innenzelt mitnehmen, um Gewicht zu sparen. Leider blieb der falsche Teil im Auto....naja Biwak ist auch schön und zuviel Getier sollte es ja hoffentlich auch nicht geben. Nach einer relativ erholsamen Nacht, weckte uns ein Kolibri und die Sonne und damit stiegen auch die Temperaturen wieder. Für diesen Tag hatten wir uns eine kleine Wand zum Sportklettern herausgesucht, die Hidden Falls Wall im Lost Creek Canyon (10 Minuten). Um es vorweg zu nehmen, mein Mut war bei der Tour am Vortag aufgebraucht, so stieg ich nur Camel Doe (5.9/Sport) vor. Von dort aus topropten wir noch Bigfoot/Sole Slasher (5.10a/Sport). Der Kopf war aber nicht wirklich bei der Sache, also gings rein ins Vergnügen von Vegas. Wir stiegen im The Venetian ab und verbrachten den Nachmittag am Pool und  am Abend erkundeten wir den Strip.

Der Kulturschock setzte uns so zu, dass wir kurzentschlossen am nächsten Tag wieder in die Red Rocks fuhren, Angst hin oder her, das war Verlockender als der Wahnsinn in Vegas. Im Icebox Canyon stiegen wir zur Necromancer Wall zu (½ Stunde, 110 hm, 1,5 km). Diese Wand ist im Sommer zumindest am Vormittag im Schatten und bietet darum ganz gute Bedingungen. Mit der Hop Route (2P/5.7/Trad) findet man eine leichte Tour, super abzusichern und im bombigen Fels. Das machte alles vergessen und brachte pures Vergnügen. Zurück im Hotel hatte sich auch der Wochenendtrubel etwas gelegt und so funktionierte das abendliche Entspannen auch etwas besser.

Was für ein absolut gewaltiger Trip mit Tommi. Schön, wie viel Spaß man mit einem guten Freund auch (oder vor allem) abseits der Vergnügungsmeile am Strip haben kann.

Donnerstag, Juni 06, 2024

Surftrip an den Atlantik - 18.05.-01.06.2024

Die letzten beiden Jahre verbrachten wir die Pfingstferien immer alleine und etwas weiter weg (MarokkoFuerte). Diesmal sollte es eine Bustour werden und zwar mit unserer Portugal-Reisegruppe. Vom ursprünglichen Plan nach Nordspanien zu fahren, waren wir schon in den Faschingsferien abgekommen und entschieden uns stattdessen für Süd-Westfrankreich.

Chanit, Joël und Jari hatten eineinhalb Wochen Vorsprung und checkten schon mal die Wellen rund um La Rochelle aus, während Knirschis und wir im Dauerregen in Bayern starteten. Das Wetter besserte sich, je weiter wir nach Westen kamen und so verbrachten wir zusammen eine trockene Nacht auf einem französischen Autobahnrastplatz. Die weitere Fahrt an die Westküste war lange, aber ereignislos, bis etwas nördlich von Bordeaux eine Nachricht von Knirschis kam, Womo-Dick hat vereinzelte Zündaussetzer. Nach einem kurzen Treffen an einer Tankstelle, schien alles wieder zu laufen. Dann kurz vor Royan der Anruf, nichts geht mehr, der Motor ist aus und Womo-Dick muss auf der Autobahn abgeschleppt werden. Nach kurzer Beratung fiel die Entscheidung, wir fahren weiter und Knirschis sehen mal wohin es geht und was die Werkstatt sagt. So erreichten wir die Fähre in Royan und setzten alleine nach Le Verdon sur Mer über. Von dort war es nur noch ein Steinwurf nach Montalivet, wo Chanti, Joël und Jari mit dem neuen Dethi auf uns warteten ... und Wellen ... und eine wahnsinns Abendstimmung. Also ab ins Wasser und die Bretter und mich nass machen.

Eine telefonische Krisensitzung am nächsten Tag zeigte, der Urlaub musste ein bisschen angepasst werden. Wegen des Feiertags würde die Werkstatt noch bis Dienstag geschlossen bleiben, aber per Zug, Bus und Fähre konnten Knirschis zu uns stoßen. Zum Glück hatten wir gemeinsam genügend zugelassene Sitze, um alle (aufgeteilt auf zwei Autos, aber immerhin alle) mitzunehmen. Das Übernachtungsproblem lösten wir mit Campingplätzen, die auch Mobile Homes anbieten. Somit waren wir gemeinsam on the Road again.
Nach ein paar Tagen in Monatlivet zog es uns weiter nach Süden, nach Lacanau. Dort stoppten wir ausnahmsweise in einem Luxuscamping, mit Rutschenpark, Schwimmbad, Riesenspielplatz und Pumptrack. So sahen wir die Kids die nächsten Tage nicht mehr und hatten Zeit und Muße uns dem großen, nassen Spielplatz hinter der Düne zu widmen.
Auf dem Weg zum nächsten Stop, Biscarrosse, besuchten wir noch die Dune du Pilat. Trotz der vielen Leute ein sehr cooler Nachmittag und unbedingt einen Besuch wert. Der Stellplatz am Strand von Le Vivier befindet sich in einem Pinienwäldchen direkt hinter der Düne, ein unglaublich idyllischer Platz und, wie die anderen Plätze auch, perfekt um Surfen zu gehen. Zuvor waren die Kids zwar auch ein paar mal im Wasser, hier fand Paul aber richtig Gefallen am Surfen und zeigte Stefan und mir, wie man ins Line-up paddelt ohne gewaschen zu werden.
Nach ein paar Tagen hieß es Abschied nehmen, während Knirschis in Biscarrosse blieben und sich auf ihren Rückflug vorbereiteten (Womo-Dick wurde auf einem Autotransporter auf die Heimreise geschickt), fuhren wir noch ein Stück weiter in den Süden. Etwa 70 Kilometer vor der Spanischen Grenze, etwas nördlich von Hossegore, liegt das Surferstädchen Vieux Boucau, wo wir die letzten Tage und Wellen unseres Urlaubs genossen. Und wieder war unser Campingplatz direkt hinter der Düne, einfach eine schöne Sachen, wenn man jeden Tag zu Fuß zum Surfen gehen kann.

Nach vielen Surf-Sessions (13 von 14 Surftage), hohen und niedrigen Wellen (1 bis 7 ft), schmerzenden Schultern, viel geschlucktem Wasser und gespülten Nebenhöhlen neigte sich unser Urlaub dem Ende zu. Es hieß die Zelte abbrechen und die über 1400 Kilometer nach Hause in Angriff nehmen. Nach einer letzten Session umfuhren wir  Bordeaux und spulten die Kilometer bis Genf ab. Dort trafen wir uns ein letztes Mal, um zu übernachten, bevor wir uns endgültig trennten. Der Dethi fuhr Richtung Süden in die Berge und wir über überflutete Autobahnen nach München.

Ein super schöner Urlaub, der wieder mal gezeigt hat, egal was passiert, wenn die richtigen Menschen zusammen kommen, dann wirds einfach gut. Hoffentlich wird das Womo-Dick wieder heile, damit wir bald wieder alle gemeinsam auf Reisen gehen können.

Dienstag, Mai 14, 2024

Himmelfahrt am Untersberg und Sonnenuntergang/Polarlichter am Starnberger See - 09/11.05.2024

Seit meiner letzten Tour auf die Amberger Hütte waren die Wochen ziemlich vollgepackt mit Arbeit und die Wochenenden blieben wir in München. Unter anderem auch, weil Karins Knie inzwischen die nächste OP hinter sich gebracht hatte.
Christi Himmelfahrt besuchten wir dann doch noch für einen Tag Karins Eltern. Grund genug für mich den Vormittag für eine kleine Runde zu nutzen. Über die Kastensteiner Wand und das Blaue Kastl (1 Stunde, 540 hm) gings wieder mal auf den Rauhen Kopf (¾ Stunde, 480 hm). Weil es den ganzen Aufstieg über geregnet hatte, war es nicht nur empfindlich kalt, sondern der Weg weiter über den Bannkopf zum Stöhr Gatterl auch ziemlich rutschig (1¼ Stunde, 260 hm). Damit fiel mir die Entscheidung, den Hochthronsteig nicht zu gehen, ziemlich leicht, zeitlich wäre es sowieso schwierig geworden. Der normale Weg zum Gipfel ist ja auch ganz nett und man ist deutlich schneller am Untersberg (½ Stunde, 320 hm). Das letzte Mal hatte ich mich beim Stöhrhauslauf hier rauf gequält.
Am Gipfel riss es sogar etwas auf, dennoch stieg ich schnell zum Stöhrhaus ab (10 Minuten) und legte eine Kaffee- und Rhabarberkuchenpause ein. Lustiges Detail am Rande, neben den neuen Wirtsleuten, traf ich auch einen Studienkollegen und wir ratschten ein bisschen über alte Zeiten.
Nach der Pause, die deutlich länger gedauert hatte als geplant, hieß es Gas geben, um zum Mittagessen in die Gern zu kommen. Durchs Mittagsloch, wie immer super rutschig, gings unendlich langsam zum  Scheibenkaser hinunter (¾ Stunde). Von dort aus probierte ich einen, für mich, neuen Steig in den Auergraben aus, um direkt zum Dürrlehen zu gelangen (1 Stunde, 160 hm). Ziemlich cool, leider kam ich dann doch wieder mal zu spät, obwohl ich vom oberen Ende der Almbachklamm fast durchgängig gelaufen war.

Für bayrische Schüler gibt es natürlich keinen Brückentag, also wieder zurück nach München. Das Wochenende verbrachten die Kids mit der IG am Brauneck beim Klettern, was uns ein Wochenende als Paar bescherte. Sightseeing in München (auch mal ganz witzig) und Sonnenuntergang und Polarlichter am Starnberger See. So können Wochenenden auch ganz schön sein.

Dienstag, April 23, 2024

Aprilpowder auf der Amberger Hütte - 19.-21.04.2024

Vor zwei Jahren waren wir als Familie relativ spontan auf der Lavarella Hütte im Fanes. Nun hatte dieselbe Gruppe ein Wochenende auf der Amberger Hütte geplant und wieder einen Restplatz zu vergeben. Nach einigem hin und her standen wir am Freitagabend schließlich zu viert, Max, Martin, Leo und ich, am Parkplatz in Gries und machten uns bei Schneetreiben zur Amberger Hütte auf. Trotz des Wintereinbruchs mussten wir die Ski, mit ein paar Unterbrechungen, bis über die Sulztalalm tragen (1¾ Stunde, 500 hm).

Am Samstag herrschte ähnliches Wetter, Schneefall und Nebel. Wir entschieden uns für den Aufstieg zum Schwarzenbergferner, da in dem Tal einige große Blöcke zur Orientierung herumliegen. Immer wieder wurde die Sicht etwas besser, um kurze Zeit später noch schlechter zu werden. Während uns eine Zweiergruppe überholte und weiter auf den Schwarzenbergferner zog, bogen wir zum Schwarzenbergjoch ab und stiegen den steilen Hang und das abschließende Schuttfeld bis zum Joch auf (3½ Stunden, 1100 hm). Am Joch dann die freudige Überraschung, es riss kurz auf und wir konnten über den Alpeiner Ferner bis zur Ruderhofspitze sehen, insgeheim unser Traumziel an dem Tag. Vom Joch sind es nur ein paar steinige Meter auf den Gletscher und diesem folgten wir ohne wirklichen Höhengewinn oder -verlust zur Hölltalscharte und weiter in das Gletscherbecken unter der Ruderhofspitze (1¼ Stunde, 200 hm). Der Weg zum Gipfel würde nun über die Obere Hölltalscharte auf den Grat führen, dem man dann bis zum Gipfel folgt. Wegen der schon fortgeschrittenen Stunde und dem alles andere als idealen Wetter entschieden wir uns aber zur Umkehr und fuhren bzw. gingen zurück zum Schwarzenbergjoch (1¼ Stunde, 50 hm). Hier kam das Highlight des Tages, die Abfahrt zum Schwarzenbergferner hinunter. Ein gut 35°-steiler Hang, in dem locker flauschiger Pulver lag. Es geht doch nichts über Pulver im April. Die restliche Abfahrt war dann ok, wenn auch immer wieder mit Steinkontakt und am Ende muss man die flache Sulze hinaus zur Amberger Hütte (1 Stunde, 50 hm).

An diesem Abend hatten wir uns das Abendessen, das übrigens ausgesprochen gut ist, redlich verdient und so verbrachten wir noch einen wirklich netten Abend bei Bier und Berggeschichten mit einer der Kellnerinnen.

Sonntag fiel das Aufstehen deutlich schwerer als am Tag zuvor, doch das Wetter hatte sich gebessert und so stiegen wir diesmal in Richtung Sulztalferner auf. Nach der Zwinge am Grund der Sulze bogen wir aber nach Westen ins Wannenkar bzw. zum Kuhscheibenferner ab. Unser Ziel war die Zahme Leck am oberen Ende des Ferners. Als wir die Rinne die zum Grat führt erreichten, zog es leider zu und begann wieder heftig zu schneien (4 Stunden, 1050 hm). Das hinderte uns allerdings nicht uns noch bis auf den Grat hinauf zu wühlen (¼ Stunde, 50 hm). Obwohl uns zum Gipfel nicht mehr viel gefehlt hätte (laut Karte etwa 70 Meter und 50 hm) entschieden wir umzukehren. Um ehrlich zu sein, hatte ich die Hosen gestrichen voll. Eingeschneite Platten sind anscheinend nicht mehr so ganz meins, dafür war die Freude über ein kleines Wetterfenster für die Rinne (immerhin gut 45°-steil) umso größer. Was soll ich sagen, es hat den ganzen Weg zurück zur Hütte gestaubt (1 Stunde).
So blieb uns nach Kuchen und Bier nur noch der Abstieg bzw. Abfahrt nach Gries, ich sags mal so: ich war froh den Steinski mitzuhaben.

Ein rundum gelungenes Wochenende in einer super Tourengruppe, gerne wieder Jungs.

Samstag, April 13, 2024

Summer Mode On - Samerberg und Isartrails - 07./08.04.2024

Der Sommer hatte Einzug gehalten in Mitteleuropa. Temperaturen knapp unter 30°C ließen im Voralpenland den guten und ziemlich schneereichen Winter vergessen.
Samstag war für unsere Bierprobe bei Camba in Seeon reserviert. Dass an dem Tag zufällig auch noch Brauereifest war, war sozusagen noch die Kirsche auf der Sahne….oder der zusätzliche Hopfen im Bier. So war es auch ganz gut, dass ich mich Sonntag erst Mittag mit Paul traf, der aus dem Berchtesgadener Land kam. Am Samerberg stellten wir uns in die Schlange an der Hochriesbahn, um im Bikepark unsere Runden zu drehen. Nachdem wir zwei Runden mit jeweils einer ¾ Stunde Anstehen gedreht hatten, entschied ich mich Paul Liftfahren zu lassen und selbst hoch zu strampeln (20 Minuten, 200 hm). Ein sehr cooler Tag mit Paul und ein ganz netter Start in die Bikesaison (3¼ Stunden, 600 hm, 13 km).
Montag wollten es dann Martin und ich wissen. Für mich heißt das, am Morgen Isartrails in die Arbeit (1¼ Stunden, 160 hm, 20 km) und Nachmittag dann nach Schäftlarn, dort ein paar Downhillrunden und zurück nach München (3½ Stunden, 550 hm, 42 km). So muss ein Arbeitstag aussehen und so kann’s von mir aus auch weitergehen, wobei jetzt erst mal Genua ansteht, dann Hochzeit in Franken und dann Annas Schullandheim. Ich bin neugierig.

Montag, April 01, 2024

Bergtriathlon im Berchtesgadener Land - 30.03.-01.04.2024

Ich mag den Frühling, das ist die Zeit des Bergtriathlons: mit dem Rad so weit es geht und dann zu Fuß weiter, bis man endlich auf Ski umsteigen kann. Ob man die Ski allerdings wirklich zum weiteren Aufsteigen nutzen kann, ist nicht immer gewährt.

Samstag war starker Föhn angesagt, gleichzeitig war die Sicht recht eingeschränkt, da jede Menge Saharastaub in der Luft lag. Gut, wegen der Aussicht mache ich's ja sowieso nicht und nordseitig ist man auch vor dem Wind geschützt. So nahm ich mir das Rad und strampelte nach Bayerisch Gmain in den Alpgartengraben (½ Stunde, 180 hm, 11 km). Am Ende der Forststraße schulterte ich die Ski und stieg bis in die Alpgartenrinne auf (1 Stunde, 630 hm). Dass der Schnee erst über der Querung in die Rinne anfängt, hatte ich bis jetzt auch noch nie, dafür war durchgängig guter Trittfirn vorhanden und so beließ ich die Ski am Rucksack und stapfte bis zum Ausstieg (1 Stunde, 370 hm). Gut, dass ich nicht Aufgefellt hatte. Am Ausstieg erwartete mich zwar Sonne, aber auch der vorhergesagte Föhn, also keine lange Pause. Gleichzeitig war die Sicht so schlecht, dass man den Watzmann vom Lattengebirge aus nicht sehen konnte. Die Abfahrt war überraschend gut, nicht hartgefroren, aber auch kein grundloser Sulz und keine Lawinenboller. Schade, dass ich so bald die Ski wieder Schultern musste, um zum Fahrrad zu kommen (1¼ Stunde). Und mit dem gings wieder zurück nach Hause (¾ Stunde, 200 hm, 11 km).

Die Nacht zum Sonntag war besonders kurz, erst kamen wir nach einem lustigen Abend von Martina und Max relativ spät heim, dann war Zeitumstellung und zu guter Letzt, wollte ich um 6 Uhr an der Hirschbichlstraße starten, damit ich es rechtzeitig zum Mittagessen schaffe. Kleiner Spoiler, das Mittagessen habe ich nicht rechtzeitig geschafft. Müde stolperte ich in der Dämmerung Richtung Ofental. An einer der ersten Kehren ließ ich mich durch einen kleinen Pfad dazu verleiten viel zu tief ins Steintal abzubiegen. Auch hier ein kleiner Spoiler, es war deutlich zu früh und bescherte mir einen Kampf durch die Latschen, bis ich eine schneeige Rinne am Südende des Steintal erreichte (2½ Stunden 680 hm). Die Rinne war ganz gut zu stapfen und so erreichte ich endlich das Steintal (½ Stunde, 120 hm). Das hätte man auch einfacher haben können.
Von hier aus war der Weg in die Steintalscharte ziemlich straight forward (1¼ Stunde, 750 hm). In der Scharte erwartete mich zwar ein eisiger Wind, da die Böen aber nicht zu stark waren, entschied ich mich auch das letzte Stück zum Ofentalhörndl hinauf zu stapfen (¼ Stunde, 150 hm). Was für eine Aussicht, im Gegensatz zu gestern hatte sich der Saharastaub gelegt und das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Da ich am Anfang der Tour ziemlich langsam war, war die Zeit schon recht fortgeschritten und ich sah zu, zu meinen Ski zurück zu kommen und durch das Hochtal abzufahren (½ Stunde). Gar nicht schlecht, oben etwas hart, in der Mitte ziemlich schöner fester Schnee, nur im lichten Wald musste man etwas aufpassen, um nicht im faulen Schnee in ein Latschenloch zu fallen. Nach dem Abschnallen der Ski, verpasste ich leider den Abzweig des Steintalsteigleins und so startete ich in Runde 2 meines Latschenkampfs. Wie schon im Aufstieg, hätte ich das definitv einfacher (und schneller) haben können. Trotzdem war ich irgendwann aus den Latschen wieder raus und konnte schnellen Schrittes zurück zur Hirschbichlstraße joggen (1½ Stunden). Das half leider alles nichts, zum Mittagessen kam ich eine Stunde zu spät....also sozusagen genau um die Zeitumstellung.

Ob der Ostermontag der Abschluss der Skisaison ist, weiß ich noch nicht, aber wie so oft am Ende der Saison fand ich mich in Hinterbrand wieder. Bis zur oberen Steilstufe musste ich tragen (½ Stunde, 300 hm), dann ging es aber in gut tragfähiger Schneeauflage in die Umgäng hinauf. Schon unter denen blies ein kräftiger Wind, so kräftig, dass er, als ich meine Windjacke anziehen wollte, einfach meinen Rucksack wegblies. Ein beherzter Sprung verhinderte, dass er wieder zu den Steilstufen hinunterrutschte. Dieser Wind schwoll in den Umgäng zu einem regelrechter Sturm an (laut Messstation am Funtenseetauern 50 km/h mit Böen von 100 km/h). Bis in den hinteren Teil, wo es wieder steiler wird, ging ich noch, als ich dann aber auch noch von fliegendem Schnee gesandstrahlt wurde und mich mit aller Kraft gegen die Böen stemmen musste, warf ich den Hut drauf und fellte ab (1¾ Stunde, 700 hm). Gar nicht so einfach, wenn man Angst haben muss, dass nicht nur das Fell sondern auch der Ski weggeweht wird bzw. man sich schwer tut überhaupt zu stehen. Der Vorteil, man kann sich vom Wind den flachen Teil der Umgäng einfach hinauswehen lassen und spart sich das Schieben. Ansonsten, die Abfahrt war noch halbwegs passabel und für den kurzen Abstieg hatte ich sogar meine Turnschuhe deponiert (1 Stunde). Das Wetter hatte relativ schnell umgeschlagen und so klatschten die ersten Regentropfen auf die Windschutzscheiben als ich die Tür zuwarf. Ich würde sagen, alles richtig gemacht.

Ein ziemlich ausgiebiges Wochenende und realistisch gesehen wahrscheinlich auch der Abschluss einer ziemlich guten Saison (aktualisiert am 22.04.24: 34 Skitouren (36750 hm), 4 Ski- und 3 Snowboardtage).

Freitag, März 22, 2024

Der frühe Vogel fängt den Firn - Frühlingsbeginn in den Tuxern - 20.03.2024

Was bietet sich mehr an für den letzten Skitourenmittwoch als die Tag-Nacht-Gleiche, also den offiziellen Frühlingsbeginn. Ok der war um 04:06 Uhr, da habe ich noch tief geschlummert, aber ich würde sagen es ist klar was ich meine.

Rechtzeitig als die ersten Sonnenstrahlen über die Berge huschten, startete ich an der Hochfügenerstraße hinauf zum Sonntagsköpfl (1½ Stunde, 780 hm). Es war zwar noch vor 10 Uhr, aber die Sonne hatte schon ganze Arbeit geleistet. So hielt ich mich nicht lange auf und nahm die direkte Abfahrt über die Südflanke hinunter nach Hochfügen (½ Stunde, ↓600 hm). Die erste Firnabfahrt des Tages, nur im letzten, ostseitgen Teil dann der befürchtete tiefe Sulz. Also Felle wieder drauf und über die Piste zum Lamark Hochleger hinauf (½ Stunde, 300 hm) und durch die Spitzlahn zum Südgrat des Gilfert. An der Einfahrt der direkten Rinne fellte ich wieder ab (¾ Stunde, 420 hm) und nahm die nächste Firnabfahrt in die Spitzlahn (¼ Stunde, ↓200 hm). Hier musste man die Exposition schon sehr sorgfältig wählen, um nicht im Sulz zu versinken.
Auch wenn die Beine langsam müde wurden, fellte ich wieder auf und stieg zum Gipfel des Gilfert auf (1 Stunde, 350 hm). Weil den eigentlichen Plan, in den Kessel unter dem Großen Gamsstein abzufahren, hatte ich noch nicht verworfen. Schon im obersten Teil fand ich zwar windgepressten, aber gut konservierten Pulver. Nach dem steilen, felsigen Durchschlupf Richtung Sonntagsköpfl, ging sich dann eine wunderbare Pulverabfahrt aus, bevor es je nach Exposition im Firn weiter ging. Nur der Waldgürtel vor der Loipe wechselte von Eis und Sulz, zu ein paar Meter absteigen ganz ohne Schnee (½ Stunde, ↓1050 hm).
Was für eine Wahnsinnstour zum Frühlingsbeginn. Jetzt bereiten wir uns aber auf unseren Städtetrip vor und ich hoffe zu Ostern kann ich die Ski noch ein bisschen ausführen.