Montag, Januar 23, 2023

Taubenstein, Jägerkamp, Tanzeck und Taubenstein - 21./22.01.2023

Seit knapp sechs Wochen war ich auf keiner Skitour mehr. Nach Weihnachten fehlte nicht nur der Schnee in den Alpen, mich hatte auch eine Lungenentzündung komplett ausgeknockt. Gerade rechtzeitig zum dringend notwendigen Schnee fühlte sich für mich zum ersten Mal seit einem Monat auch Bewegung wieder richtig an.

Im Schneetreiben fuhr ich zum Spinnradl, ein Hoch auf den Allrad. Da ich erst sehr spät losstartete, hatte sich der Parkplatz schon ziemlich geleert. Gemütlich stieg ich zum Taubensteinsattel (1 Stunde, 515 hm) und weiter zum Gipfel des Taubenstein (10 Minuten, 100 hm) auf. Durch die neue Ausweisung des Wildschutzgebiets, müsste man von hier über den Sommerweg abfahren, was auch bei viel Schnee nur bedingt Freude macht, so entschied ich mich durch den lichten Wald zur Oberen Maxlrainer Alm abzufahren. Gar nicht so schlecht, um nicht zu sagen: gut. Also fuhr ich weiter zur Unteren Maxlrainer Alm und fellte wieder auf (¼ Stunde). Jetzt hieß es nämlich die Pflicht nach der (knietiefen) Kür zu absolvieren, der Rückaufstieg zum Lochgraben für die Restliche Abfahrt zum Parkplatz (½ Stunde, 75 hm). Der Vorteil dieser Variante, nicht nur eine wunderbar unverspurte Abfahrt über die Maxlrainer Almen, sondern auch ein einfacher Zugang zu den unteren Hängen der Wilden Fräulein und damit eine schöne Variante zum mittleren Lochgraben. Im letzten Licht kam ich am Auto an und kämpfte mich wieder durchs Schneetreiben und ziemlich dichten Verkehr zurück nach München.

Eine Lehre aus der Samstagnachmittagtour war, man erwischt zwar noch den einen oder anderen Stein, für meine Steinski ist der Pulver aber zu tief. Also im Keller die Powderwaffen ausgegraben und im ersten Licht wieder zur Taubensteinbahn. Dieses Mal zog ich nach links und spurte bis zum Jägerkamp (1½ Stunden, 680 hm). Ja genau spurte, das habe ich auch noch nie erlebt, dass man am Spitzing mal selbst spuren darf/muss. Beim Abfellen beobachtete ich eine Gruppe zum Benzingspitz aufsteigen. Warum man dieses Wildschutzgebiet betreten muss, ist mir nicht ganz klar, weil abfahrtstechnisch ist der Benzingspitz nicht lohnend. Unwissenheit kann es eigentlich auch nicht sein, Schilder stehen dort oben inzwischen nämlich auch mehr als genug. Für alle, denen die Wildschutzgebiete/Wildruhezonen am im Taubenstein-/Rotwandgebiet nicht klar sind, Markus Stadler erklärt diese auf seiner Seite sehr gut. Ich querte zur Schnittlauchmoosalm, wo ich wieder kurz auffellen musste, um zum Tanzeck aufzusteigen (½ Stunde, 70 hm). Nächste amüsante Anekdote, beim Abfellen im Sattel unter dem Tanzeck (Einfahrt zur Krottentaler Alm) meckerte mich eine Skitourengeherin an, ich würde ihr im Weg stehen und außerdem sei dies die Spur und solle ausstellen (wohlgemerkt wir standen im flachen Sattel). Ich sah sie nur verständnislos an und fragte, ob sie denn so viel Zeit hätte, sonst müsse sie um mich herum gehen. Laut schimpfend und motzend zog sie dann von Dannen und spurte wohl oder übel drei (!) Meter selbst. Der Skitourengeher der neben mir abfellte, schüttelte auch nur den Kopf. So kommt man zumindest ins Gespräch. Zusammen zogen wir die ersten Spuren in die Hänge zur Krottentaler Alm (½ Stunde). Alleine dafür hatten sich meine breiten Ski schon ausgezahlt. Nun hieß es aber wieder spuren, wenn auch in einer alten Spur und so stieg ich wieder zum Taubenstein auf (¾ Stunde, 320 hm). Die Abfahrt vom Vortag hatte genug Spaß gemacht für eine Wiederholung. Und siehe da, nur eine neue Spur vor mir. Also wieder maximaler Pulvergenuss zur Unteren Maxlrainer Alm (¼ Stunde). Dort dann "same procedure as last year day": Auffellen und zurück zum Lochgraben und den Hängen unter den Wilden Fräulein. Diesmal ein kleines Stück weiter am Weg zum Spitzingsattel, man will ja nicht seine eigene Spur kreuzen (½ Stunde, 80 hm).

Ein geniales Pulverwochenende und endlich fühle ich mich wieder fit genug meine Kondition aufzubauen, Zeit wurde es.

Sonntag, Dezember 18, 2022

Snow in the City - 17./18.12.2022

Die ganze Woche über wechselten sich schon Eisregen und Schneefall ab, was mit dem Rad nur mäßig Spaß machte. Dafür war die Stadt endlich wieder in ein weißes Kleid gehüllt. Genau bei solchen Bedingungen finde ich es super Surfen zu gehen. Genau das schaffte ich Freitag endlich wieder mal.
Samstag musste Karin schon wieder arbeiten, deshalb fuhren die Kids und ich alleine nach Poing in den Wildpark. Ein schöner Ausflug bei super Wetter und so leer haben wir den Wildpark noch nie erlebt, bis Mittag hatten wir ihn praktisch für uns alleine.
Sonntag wollte ich zum Sonnenaufgang mit den Ski auf den Olyberg. Ich war rechtzeitig da, nur die Sonne verpasste unser Rendezvous. Lustig war es trotzdem ein paar Runden (6x) die "Nordflanke" zum Olysee abzufahren (1 Stunde, 330 hm). Mit den Steinski geht es allemal, außerdem macht es Spaß sich die Ski ohne Autofahrt davor zu ruinieren. Im Anschluss gings mit Paul zum Rodeln auf den Luitpoldhügel und am Nachmittag noch mit Karin eine Runde durch den verschneiten Englischen Garten.

Ein schönes Winterwochenende im tiefwinterlichen München, das hatte ich vor Weihnachten auch noch nicht erlebt.

Dienstag, Dezember 13, 2022

Powderhausen in Hochfügen ... oder der nächste Skitourenauftakt - 10./11.12.2022

Es ist schon fast Tradition, der gemeinsame Skitourensaisonauftakt mit Bäda. Je nach Schnee- und Wetterlage mal am Gletscher, mal im Kurzen Grund, mal in einem Winterraum im Sellrain oder wie letztes Jahr auch mal ganz ohne Bäda. Auf jeden Fall, jedes Mal ein schönes Wochenende. Diesmal konnte Vladi nicht mitkommen und so fuhren Bäda und ich alleine nach Hochfügen.
In den letzten zwei Wochen ist leider nicht mehr viel Schnee dazu gekommen, deshalb stiegen wir Samstag im Skigebiet auf. Neben der Piste und entlang von Forststraßen kann man ohne den Trubel des Skigebiets über die Holzalm bis zur Bergstation des Zillertal Shuttels aufsteigen (2¼ Stunden, 910 hm). Nach einer kurzen Abfahrt, ließen wir uns ein Mittagessen auf der Wedelhütte schmecken und stiegen wieder zurück zum Joch auf, um nach Hochfügen abzufahren (½ Stunde, 60 hm). Wirklich gut sind die Pistenverhältnisse nicht, aber zumindest Steine erwischt man so nicht. Den Nachmittag und Abend verbrachten wir dann bei immer stärker werdendem Schneefall noch in der Therme in Fügen.

Der Sonntag weckte uns zwar mit ebenso schlechter Sicht wie sie am Samstag war, dafür mit 10 bis 15 Zentimetern Neuschnee. Weiter oben sogar mehr. Wenn man schon die Steinski mit hat, kann man natürlich auch eine "richtige" Skitour gehen. So stiegen wir über die Rodelbahn zum Mittelleger der Pfundsalm auf und weiter über die Almböden zum Kleinen Gilfert (2½ Stunden, 930 hm). Danke der Gruppe vor uns fürs Spuren. Diese entschied sich wohl über den Pfaffenbichl ins Skigebiet zu queren (was durch die Felsen etwas seltsam aussah), so hatten wir die Abfahrt für uns alleine. Schlechte Sicht und jede Menge Sharks sind ja genau meins, aber zwischen drin (vor allem am unteren Ende des "Gipfelkessels" und über die Almweiden der Pfundsalm) ging es richtig gut. Was für ein Traumpowdertag, bei dem Start in die Saison freu ich mich auf mehr.

Wie immer ein sehr schönes Wochenende mit dem Bäda, das nächste Mal hoffentlich auch wieder mit Vladi.

Montag, November 28, 2022

Skitrourenopening in Hochfügen - 26./27.11.2022

Schnee, endlich. Und das in einer Menge, dass man die Ski aus dem Keller holen kann. Gefühlt halb München war dabei die Grasnabe am Spitzing umzugraben, deshalb fuhren wir zu meinen Eltern. Hochfügen liegt doch ein gutes Stück höher als der Spitzing und die Pisten rund um den 8er-Jet sind schon so weit in Schuss gebracht, dass Hochfügen mit zwei Liften bereits in einen Vorsaisonsbetrieb geht.

So wurden die Kids am Samstag zum Lamark Hochleger "raufgeschleift" (2 Stunden, 530 hm). Wobei schleifen übertrieben ist, die Beiden haben sich wirklich gut geschlagen und so gab es oben eine wohlverdiente Brotzeit. Auch bei der Abfahrt merkte man kaum, dass die letzten sieben Monate Skipause waren.
Sonntag durften die Kids dann mit meinen Eltern basteln, während Karin und ich das perfekte Wetter für eine zweite kleine Tour nutzten. Neben der Piste ist noch arg wenig Schnee, auch wenn schon einige vom Metzen zum Lamark Hochleger abgefahren sind. Wir blieben aber auf der Piste und stiegen bis zur Bergstation des Waidoffen Lifts auf (2¼ Stunde, 850 hm). Dort machten wir Skidepot und stapften noch zum Gipfel des Pfaffenbichl (20 Minuten, 130 hm). Immer wieder eine schöne Vorsaisonskitour.

Das Wochenende hat definitiv Lust auf die kommende Saison gemacht, jetzt dürfte es von mir aus aber auch langsam richtig schneien.

Donnerstag, November 17, 2022

IG Trainerwochenende auf der Latschenkopfhütte - 12./13.11.2022

Ein paar Jahre ist das letzte Trainertreffen schon wieder her, umso schöner, dass Benni wieder mal auf die Latschenkopfhütte einlud. Damals hatten wir Neuschnee und Sauwetter, diesmal lachte die Sonne und die Temperaturen luden zum Klettern im und sogar ohne T-Shirt ein.
Nachdem ein paar schon Freitag auf die Hütte gegangen/gefahren waren, stiegen Samstagmorgen nur Paul, Nicole und ich vom Draxlhang zur Hütte auf (2 Stunden, 800 hm). Nach einer kurzen Pause trafen wir die anderen an der Zirkuswand und verbrachten einen ziemlich guten Nachmittag beim Klettern. Mit den Routen Schuppenterror (6), Beni Versarium (6+), Farchanter's Bladdler (6+), Bartl der Partykönig (6+), Zirkusweg (7-) und Skiclimb (7-) konnte ich auch fast die ganze Wand abgrast.
Den Abend verbrachten wir bei Bennis berühmten Schweinebraten und Hedis Kaiserschmarrn, lustigen Gesprächen und Paul bis spät in die Nacht beim Beer-(Wasser)-Pong spielen. So startete der Sonntag dann sehr gemütlich und etwas später. Zum Klettern gings diesmal in den Stie-Alm Kessel zum Wilderland. Die Routenausbeute war etwas geringer und Squaw Nez Froid (7) schaffte ich nur mit zweimal sitzen, die Krux ist aber auch etwas unübersichtlich! Zum Abschluss kletterte ich noch Le Saut De La Mort D´Un Escargot (6-) und Streichwurst (5+), bevor wir uns auf den Heimweg machten.

Ein rundum gelungenes Wochenende mit super netten Menschen und in einem superschönen Klettergebiet (wenn der etwas fade Zustieg nicht wäre). Danke an alle die dabei waren, es war mir (und Paul) eine Freude.

Mittwoch, November 09, 2022

Männerwirtschaft - Herbstferienroadtrip durch Frankreich - 29.10.-06.11.2022

Was für ein wilder Ritt. Und alles begann damit, dass ich es irgendwie verbaselt hatte Flugtickets nach Lissabon zu buchen. Als ich endlich daran dachte, waren die Preise so astronomisch, dass ich, bei aller Liebe zum Surfen und zu Ericeira, nicht bereit war so viel Geld auszugeben. Also kein Surfurlaub in Portugal. Was aber sollten Paul und ich stattdessen in den Herbstferien unternehmen? Auf eine Woche zu Hause hatte ich auf jeden Fall keine Lust. Zum Glück war ich letzte Woche bei Laura und Vladi in Irland und so entstand die Idee, sich mit den beiden in Bleau zu treffen. Das Wetter war im Gegensatz zu letztem Jahr ausgezeichnet vorhergesagt und schon stand unser Plan: Bouldern in Bleau und dann weiter in die Normandie zum Surfen, ein bisschen Swell sollte wohl zu finden sein.

So besuchten wir samstags noch mit Karin, Marc und Luca die Bauma und machten uns im Anschluss auf den Weg nach Fontainebleau. Dort trafen wir uns Sonntagmittag mit Laura und Vladi in Apremont Désert. Zu Ostern hatten wir dort unsere Woche ausklingen lassen, diesmal starteten wir dort gemütlich mit ein paar gelben, orangen und Off-Circuit (bis Fb 6a+) Problemen. Sonntag boulderten wir noch zu viert in 95.2 und verbrachten einen Marshmallow-Lagerfeuer-Abend zusammen, bevor sich Laura und Vladi Richtung Heimat verabschiedeten. So waren Vater und Sohn wieder alleine. Paul hatte sich den Kinderparcours in Apremont Bizons gewünscht und danach wechselten wir in die Franchard Gebiete. Vor allem der gelbe Parcours in Hautes Plaines hatte es Paul (auch zu Ostern schon) angetan. Und da wir die Bikes mit hatten, konnten wir Rocher de la Reine auch mit einer kleinen Radeltour erreichen (⇄ 1½ Stunden, 14 km, ⇅ 200 hm).

Nach vier Tagen Bouldern waren Pauls Finger endgültig durch und so beschlossen wir einen Sightseeing Trip nach Paris zu unternehmen und dann weiter an die Kanalküste zu fahren. Da hatte ich die Rechnung aber nicht mit der Greater Paris Low Emission Zone gemacht. Ich schaffte es nicht, die Umweltplakette per Handy zu bestellen, also benötigten wir eine andere Idee. Also wieder Fahrradfahren! Direkt außerhalb der Zone, in Versailles, parkten wir und mit dem Fahrrad gings auf ziemlich gut ausgebauter Fahrradinfrastruktur zum Eiffelturm (⇄ 1¾ Stunden, 30 km, ⇅ 100 hm). Was soll ich sagen, wieder eine neue Art die Stadt kennenzulernen. Nach einer regnerischen Fahrt in die Normandie sahen wir uns am Abend noch Le Mont Saint Michel an. Übrigens eine super Zeit um die Stadt fast für sich alleine zu haben. Der einzige Wehmutstropfen, die obere Feste (zu der man Eintritt bezahlen muss) ist dann nicht mehr zugänglich. Auch hier bewährten sich die Räder, um unabhängig von den (gratis) Shuttlebussen zu sein.

Und dann schafften wir es doch noch zum Surfen. MSW prognostizierte für Freitag und Samstagmorgen einen brauchbaren Swell, der zwar etwas vom Wind verblasen wurde, aber für uns beide definitiv ausreichend war. So verbrachten wir die Tage am weiten Strand von Hatainville beim Surfen, Lenkmatte fliegen und Muscheln sammeln. Als wir nach einer Morgensession der Normandie den Rücken kehrten, machten wir noch einen Abstecher am Omaha Beach. So wurden die 1200 km Heimfahrt doch etwas kürzer und nachdem wir auch noch Paris durchquert hatten (ein Hoch auf die zwei Meter Höhenbegrenzung auf der Ringautobahn), legten wir uns kurz vor der deutschen Grenze aufs Ohr. So hatten wir sozusagen die Pole Position für einen kleinen Abstecher im Legoland, liegt ja direkt am Weg.

Eine tolle Woche mit dem Junior und trotz des sehr vielfältigen Programms war es nie stressig, so sollte Urlaub immer sein.

Dienstag, Oktober 25, 2022

The Ireland Experience - verlängertes Wochenende zu Lauras Geburtstag - 20.-24.10.2022

Lovely …. dieses Wort, das die Iren scheinbar in jedem Satz unterbringen können, ist so bezeichnend für unsere Erfahrungen in Irland. Dieses wunderschöne Land mit seinen grünen Wiesen, rauer See, vielen Schafen und täglichen Regengüssen (die aber immer in einem wahnsinnig schönen Regenbogen endeten).

Laura hatte schon letztes Jahr in Bleau erzählt, dass sie plant ihren 40er in Südirland zu feiern, da sie und Vladi zu der Zeit einen Monat durch Irland reisen würden. Und wir, es war ja noch lange hin, überlegten sofort mit den Kids übers Wochenende zu kommen. Schnell zeigte sich aber, dass es keinen Flug von München nach Cork gibt und somit eine Wochenendaktion mit den Kids schwierig werden würde. Erst viel später, also vor ein paar Wochen, wurde die Planung konkreter und Claudi hatte ganz gute Flüge gefunden, aber nach Dublin und für ein verlängertes Wochenende. Eigentlich wollte Karin mit, leider, oder zum Glück für mich, bekam Karin nicht frei und so hob ich die Hand und buchte kurzerhand die Flüge. Somit war die Sache für mich erledigt. Als ich dann eine Woche vor der Reise anfragte, wo denn die anderen übernachten würden, damit ich versuchen konnte dort auch noch ein Zimmer zu ergattern, erntete ich ziemlich viel Gelächter. Sowohl ein Mietwagen, wie auch ein Haus am Strand waren längst gebucht und ich musste mich nur zurücklehnen und auf den Abflug warten.

Irland ist nicht nur bekannt zum Kiten, sondern der Atlantik an der Westküste liefert regelmäßig gute Wellen zum Surfen. Also warf ich meinen Neo in den Koffer, vielleicht, dachte ich mir, habe ich ja Glück und ich kann ein paar Wellen catchen. Zusammen mit Claudi und Barbara flogen wir ereignislos nach Dublin, holten den Mietwagen ab und durchquerten einmal die Insel, zur Brandon Bay auf der Dingle Halbinsel. Entgegen des Wetterberichts regnete es nicht dauernd, sondern gar nicht. So konnten wir, nach einer relativ langen Anreise, am Strand vor dem Haus ein Bier trinken.

Freitagvormittag holten Laura und Vladi Lauras Mutter in Dingle ab und Barbara, Claudi und ich erkundeten das Nordende von Kilshannig. Wo wir nicht nur einen riesigen Walwirbel fanden, sondern auch bis auf die Unterhose nass wurden. Eine Regenjacke ist übrigens wirklich der wichtigste Gegenstand auf einer Irlandreise. Nachmittags frischte der Wind auf und Claudi war heiß aufs Kiten. So verbrachten wir den Nachmittag am Strand bzw. im Wasser. Ich mietete ein Board und hatte an diesem Nachmittag richtig Spaß mit dem Windswell. Der eigentliche Swell war aber für Samstag angesagt und den nutzen wir dann auch, Claudi, Laura und Vladi mit den Kites und ich mit dem Surfbrett. Bis mir die Arme fast abfielen und wir in der Sonne vor dem Haus den sportlichen Teil des Tages bei einem Bier ausklingen ließen. Am Abend hieß es dann Geburtstag feiern, authentisch irisch, im örtlichen Pub.

Etwas verkatert fuhren wir am Sonntagmorgen über den Connor Pass nach Dingle zum Wellness und anschließenden schlenderten wir durch die "Stadt". Auch hier hatten wir Glück mit dem Wetter und Regen erwischte uns erst am Weg zurück über den Pass zum Brandon Point. Aber wie so oft hier, der Regen dauerte nicht lange und endet in einem spektakulären Regenbogen. Und am Fuße des Regenbogen fanden wir keinen Pott mit Gold, sondern Delfine, die sich am Fuße des Brandon Point tummelten. Eine kleine Wanderung brachte uns/mich noch zum An Buaicìn (251 m) einem kleinen Hügel im Kamm des Mount Brandon. Diese kleine Runde (½ Stunde, 150 hm, 3 km) zeigte mir warum die Wanderer in Irland alle schwere Bergschuhe anhaben. Meine Approache Schuhe hätte ich fast im Morast verloren und wie schon die Tage davor hatte ich nasse Füße.

Zurück am Haus wollte ich eigentlich noch das Board zurück geben, dabei sah ich aber, dass einige Autos am Stand parkten. Ein untrügliches Zeichen, dass es zum Surfen geht! Also quetschte ich mich wieder in meinen Neo und verbrachte mit der Jugend des Ortes eine wunderschöne Sonnenuntergangssession. Schon lustig wenn neben dir eine Mutter paddelt, die ihrem Sohn sagt, ein Set darf er noch mitnehmen, dann wird aber nach Hause gegangen, weil man noch Abendessen kochen muss. Ein perfekter Abschluss für ein perfektes langes Wochenende.

Montag sprangen wir alle nur noch kurz in den Atlantik, bevor Claudi, Barbara, Lauras Mutter und ich wieder die Insel durchqueren mussten, um unseren Flug nach München zu erwischen. So gingen anstrengende, aber unglaublich schöne, fünf Tage mit guten Freunden zu Ende und ich freute mich wieder auf Karin und die Kids. Danke an alle die dabei waren, es war mir ein Fest. Irland aber hat mir so gut gefallen, dass ich unbedingt mit Karin und den Kids hier her reisen will, aber nicht mit dem Bus, dafür regnet es mir dann doch ein bisschen zu viel.

2022_10_20-24_Irland