Sonntag, November 10, 2019

Winterliche Herbstwanderungen im BGL - 09./10.11.2019

Samstag, der Fünfgipfelhatsch:
Eigentlich wollte ich noch vor dem Frühstück eine kleine Runde drehen. Als aber mein Wecker läutete und ich den Regen prasseln hörte, drehte ich mich wieder um und schlief aus. So startete ich erst nach dem Frühstück, dafür immer noch bei Regen, am Parkplatz der Schlafenden Hexe. Zunächst im Regen, dann in Schneefall stieg ich den altbekannten Weg zum Rotofensattel und weiter zum Signalkopf/Mittlerer Rotofen auf (1¼ Stunde, 700 hm). Ich wurde recht eindrucksvoll daran erinnert, dass nicht immer jeder Fels im Lattengebirge ganz fest ist, als ein großer Stein an dem ich mich festhalten wollte, neben mir ins Tal segelte. Schon schön dort oben, aber auch schön rutschig, weshalb ich zurück zum Rotofensattel auch länger als hinauf benötigte (¼ Stunde). Vom Sattel folgte ich dem, in immer tiefer werdenden Schnee versinkenden, Weg zur Steinerne Agnes (½ Stunde, 120 hm). Auf das besteigen verzichtete ich diesmal sogar freiwillig.
Da ich noch nicht genug hatte und noch ein wenig herumstreunen wollte, rief ich kurz Karin an und holte mir die Erlaubnis doch ein wenig länger auszusein. Im Nebel und zum Teil fast knietiefen Schnee spurte ich zum Karkopf hinauf (1¼ Stunde, 500 hm) und von diesem zum Dreisesselberg (¼ Stunde, 60 hm). Die ganze Zeit hatte ich schon mit dem Gedanken gespielt Richtung Norden abzusteigen, wegen des Nebels und des Schnees aber verworfen. Nun sah ich am Gipfel eine Spur von Norden herauf ziehen, außerdem lichtete sich der Nebel. Endlich! So war der Abstieg zum Lattenbergstoa (1 Stunde) nicht nur einfach zu finden, sondern auch landschaftlich der Wahnsinn. Von hier aus folgte ich dem Weißbach-Speik-Rundweg (seit neuestem Lattengebirgsquerung) hinunter zum Speikbach und von dort wieder hinauf zum Freimahder Köpfl (50 Minuten, 280 hm). Das Köpfl ist zwar ein Umweg und etwa 100 extra Höhenmeter, aber die Aussicht ist es auf jeden Fall wert. In 10 Minuten war ich wieder zurück am Weg und über diesen ging es hinunter zum Maximiliansreitweg am Rötelbach (½ Stunde). Und damit ist die Runde auch schon fast vollendet, nur noch den Maximiliansreitweg zurück zum Parkplatz (¼ Stunde, 90 hm).
Eine super coolerRunde, auf der ich in 6½ Stunden, 1750 hm und 16 km nur einen anderen Wanderer traf (und zwar schon kurz vor dem Rotofensattel).
2019_11_09_Lattengebirge


Sonntag, für Frühaufsteher:
Was ich am Samstag spät aufgestanden war, quälten Karin und ich uns am Sonntag aus dem Bett. Und es zahlte sich aus, zum Sonnenaufgang waren wir auf dem Rauhen Kopf (2¾ Stunden, 1050 hm). Auch wenn die Sonne schnell zu wärmen begann, machten wir uns nach ¼ Stunde Pause an den Abstieg zu unserem Frühstück (1¾ Stunden, 50 hm).
Wie immer eine schöne Tour und bei winterlichen Bedingungen auch noch interessant.
2019_11_10_RauherKopf

Sonntag, November 03, 2019

Kienberg - 03.11.2019

Unsere Heimfahrt aus Osttirol hatten wir für einen Besuch bei meinen Eltern unterbrochen. Sonntagfrüh stiegen Karin und ich zum Sonnenaufgang übers Wasserschloss (1 Stunde, 350 hm) zum Kienbergkreuz auf (1 Stunde, 350 hm). Und nach einer kurzen Pause gings übers Brandköpfl (10 Minuten, 70 hm) wieder zurück nach Jenbach (1½ Stunden) und zu einem ausgiebigen Frühstück.
2019_11_03_Kienberg

Samstag, November 02, 2019

Herbstferien auf dem Bauernhof - 26.10.-02.11.2019

Nachdem wir nun auch an die Ferien gebunden sind, verbrachten wir das erste Mal Herbstferien und zwar in Osttirol, auf einem Bauernhof, mit Julia und Julian und den Mädels. Um es vorweg zu nehmen, Bauernhof? ICH?.... Ja und es war eine super Woche, trotz schlechtem Wetter. Am Obergollerhof in Schrottendorf fühlten wir uns rundum wohl und die Berge der Umgebung taten ihr übriges.
Sonntag begrüßte uns der letzte schönen Herbsttag und so nutzten wir das Traumwetter, um am Kreithof (Tristach) klettern zu gehen. Ein südseitig ausgerichtetes Klettergebiet mit kurzen Routen für jeden Geschmack und jedes Können. Danach wurde das Wetter leider schlecht. Aber schlechtes Wetter gibt es bekanntlich nicht, sondern nur schlechte Kleidung und so unternahmen wir Wanderungen im Wald um den Hof, besuchten den Wildpark Assling samt Sommerrodelbahn, gingen Schwimmen im Dolomitenbad in Lienz und halfen jeden Abend bei der Stallarbeit. Freitag wanderten wir noch vom Klammbrückl durch den Nebel zur Dolomitenhütte (2½ Stunden, 570 hm; Abstieg 1¼ Stunden). Überraschenderweise hatte diese noch offen, da sonst schon fast alle Hütten und Attraktionen (z.B. die Galizenklamm) geschlossen hatten. Am Heimweg besuchten wir noch die Lienzer Klause und bei bestem Wetter (nördlich des Hauptkamm war es nämlich föhnig) die Krimmler Wasserfälle.
Ein rundum schöner Urlaub. Mir (als Tourismussgeschädigter) hat vor allem der sanfte Tourismus in Osttirol sehr gut gefallen.
2019_10_26-11_02_Osttirol

Mittwoch, Oktober 16, 2019

Besuch aus der Schweiz - 12./13.10.2019

Dieses Wochenende hatten wir Besuch aus der Schweiz. Chanti und Joël hatten sich angemeldet und so war es Zeit für ein Portugal-Revival. Zusammen mit Chanti und Joël versuchte ich mein Glück auf der E2. Nicht so einfach wie es aussieht, aber ziemlich lustig, auch bei 12°C Wassertemperatur. Zusammen mit Knirschis gings dann noch zur Eisbachwelle, den "richtigen" Surfern zusehen und Bier trinken. Für uns gabs dann noch einen Zwischenstopp am Chinesischen Turm, bevor wir ziemlich müde und fertig zu Hause einliefen.
2019_10_12_E2

Für Sonntag hatten wir uns alle in der Eng verabredet, das schöne Wetter ausnützen. Die Idee hatten ein, zwei Andere auch, naja mit Einsamkeit hatten wir sowieso nicht gerechnet. Mit vielen Spiel- und Brotzeitpausen wanderten wir vom wunderbar eingefärbten Großen Ahrnboden zum Hohljoch (3¼ Stunden, 600 hm). Leider ein klein bisschen zu spät, so dass der Schatten schon vor uns das Hohljoch erreicht hatte. Also hielten wir uns nicht lange mit einer Pause auf und stiegen wieder in die Eng ab (1½ Stunden), wo wir noch eine Kleinigkeit aßen bevor es Abschied nehmen hieß. Ein schönes Wochenende ging damit zu Ende und Pläne fürs nächste Treffen sind schon geschmiedet. Für Knirschis war der erste Teil der Heimfahrt dann auch noch recht spannend, weil das Rißtal auf Tank-Reserve ganz schön lang sein kann, bis Lenggries hats dann aber auch ohne Abschleppseil gereicht.
2019_10_13_Hohljoch

Freitag, Oktober 04, 2019

Zwei Klettersteigbretter im Frühherbst - 28./29.09.2019

Karin musste Arbeiten und ich besuchte mit den Kindern meine Schwiegereltern. Das hat Potential für eine gewisse Unentspanntheit, deshalb benötigte ich einen Ausgleich. Früh starten und nicht zu lang, damit ich noch mit den Kindern etwas unternehmen konnte und am besten alleine (Peter musste leider aufs Kind aufpassen und war deshalb für einen frühen Start raus). Wenn einem der Kletterpartner fehlt, bieten sich natürlich Klettersteige an.
Also war der Plan für Samstag schnell gefasst. Pidinger Klettersteig, der sollte auch bei schlechter Wettervorhersage gehen, neu war er für mich ja nicht mehr (2009, 2015). Um kurz nach 4 Uhr strampelte ich mit dem Bike bis zum Abzweig von der Forststraße (1 Stunde, 420 hm). Von dort gings, immer noch im Dunkeln und inzwischen bei strömendem Regen zum Einstieg des Klettersteigs (¼ Stunde, 150 hm). So hatte ich mir das nicht vorgestellt, wobei, doch eigentlich schon. Vorhergesagt war der Regen ja und die trockene erste Stunde empfand ich als glückliche Fügung. Der Regen machte den Kalk im Steig zu einer lustigen Seifenrutschbahn und so musste ich doch an der einen oder anderen Stelle ganz schön zupacken. Wirklich schnell war ich dadurch nicht und in meiner Erinnerung war der Steig auch irgendwie kürzer. Aber was solls, irgendwann kam ich am Ende des Steigs an und spazierte noch die fünf Minuten zum Gipfel hinüber (3 Stunden, 730 hm). Nebel und Wind, da war die Lust auf Pause eher gering und ich stieg sofort zur Steiner Alm und meinem Rad ab (1¼ Stunden). Auch im Abstieg gestalteten sich die Steine als teilweise ganz schön unangenehm rutschig, bloß nicht unkonzentriert werden. Im letzten Abschnitt machte sich dann das Hochgestrample vom Morgen bezahlt, in 10 Minuten gings knieschonend zurück zum Auto.
2019_09_28_Staufen


Der Wetterbericht versprach für Sonntag superschönes Herbstwetter und somit machte ich mich um Dreiviertel Vier Uhr vom Parkplatz Erichhütte auf zum Königsjodler. Viel wurde über diesen Klettersteig geschrieben, nicht wegen der Einzelstellen, aber wegen seiner Länge, einer der schwersten Klettersteige der Ostalpen. Der Zustieg zog sich, ich spürte eine Erkältung heranrollen und im Lichtkreis meiner Stirnlampe stolperte ich in Richtung Hochscharte und zuletzt auf Steigspuren zum Einstieg (2¼ Stunden, 960 hm). Selten hatte ich mir so oft überlegt einfach umzukehren und mich wieder ins Bett zu legen. Der Stirnlampentatzelwurm hinter mir näherte sich gefühlt unaufhaltsam und ich kam mir unendlich langsam vor. Trotzdem stieg ich ein. Es begann zu dämmern und nach dem Flower Tower war die Stirnlampe schon fast nicht mehr notwendig. Und plötzlich ging die Sonne auf, was für eine Erlösung. So gings ostseitig in der wärmenden Sonne und westseitig in beißender Kälte weiter zum Mühlbacher Turm, Teufelsturm, Teufelshörndl und wie die ganzen Spitzen heißen. Für den Flying Fox hatte ich sogar an eine Seilrolle gedacht. Ein unangenehmes Gefühl blieb aber, da es kein zusätzliches Sicherungsseil (wie z.B. in El Chorro) gibt. Unter dem Kematstein machte ich kurz Pause (2 Stunde, 350 hm). Hier hat man gut die Hälfte des Steiges geschafft und die einzige Fluchtmöglichkeit. Aber an Flucht war nicht mehr zu denken, viel zu viel Spaß machte das Auf und Ab und das Balancieren über den Grat. Für einen Klettersteig erinnert das Gekraxle überraschenderweise ziemlich stark an "richtiges" Bergsteigen. Meine Verfolger konnte ich noch nicht sehen, so langsam wie gedacht war ich doch nicht und der Tatzelwurm hatte mich vor dem Einstieg völlig unnötig gestresst. Im zweiten Teil gehts noch anhaltend anstrengend über den Kematstein, den Matras Kopf und auf den Hoher Kopf (1½ Stunden, 350 hm). Und dann ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Ein eisiger Wind pfiff über die Übergossene Alm und ich schnaufte unendlich langsam zum Gipfel des Hochkönigs und dem Matras Haus hinauf (½ Stunde, 160 hm). Die ½ Stunde Pause, den Radler und die Suppe hatte ich mir redlich verdient.
Nur wird vom Sitzen der Abstieg nicht weniger und so verabschiedete ich mich und stieg wieder zur Birgkarscharte ab (20 Minuten, 60 hm). Kurz vor der Birgkarscharte begegneten mir die ersten anderen Klettersteiggeher. Das hatte den Vorteil, dass ich alleine im Birgkar abstieg. Wirklich nett ist der ganze Schotter auf Platten im Absturtzgelände nämlich eher nicht, wenn auch noch viele Leute unterwegs sind. Drei Klettersteiggeher stiegen gerade im Notausstieg ab, ansonsten war ich aber alleine. Bis zum Schneefeld unter der Abzweigung zur Hochscharte heißt es ständig konzentriert sein, ein Stolperer wäre fast überall ziemlich ungesund (1½ Stunden, ↓740 hm). Der untere Teil über die Stegmoosalm ist dann noch ein netter Hatscher durch die hochalpinen Vegetationszonen. Und schließlich erreicht man nach ein paar Minuten an der Straße wieder den Ausgangspunkt (1¼ Stunde, 40 hm).
Was für eine tolle Tour, insgesamt 10 Stunden (mit Pause) unterwegs und 1920 hm im Auf- und Abstieg. Genau das Richtige für so einen herbstlichen Wandertag ohne Kletterpartner. Bei Schnee sollte man sich genau überlegen ob man den Abstieg durch das Birgkar wagen soll, je nach Bedingungen könnten Steigeisen oder der Abstieg zum Arthurhaus angeraten sein.
2019_09_29_Koenigsjodler

Mittwoch, September 18, 2019

Kampenwand mit dem Bike und zu Fuß - 17.09.2019

Wie schon einige Male dieses Jahr gings nach der Arbeit nach Aschau, diesmal mit Sebastian. Um nicht immer den Reitweg zu fahren, starteten wir von der Kohlstatt und fuhren die Forststraße hinauf Richtung Kampenwand, ganz schön steil und gar nicht so nett. Die Gorialm ließen wir links (bzw. rechts) liegen und strampelten im Nebel bis zur Steinlingalm (1½ Stunden, 830 hm). Dort ließen wir die Bikes zurück und stiegen im dichten Nebel noch zu Fuß zum Ostgipfel auf (20 Minuten, 200 hm). Rundumblick und Abendstimmung gabs nicht, dafür Wind, Nebel und Kälte, auch schön. Wieder zurück an der Steinlingalm (20 Minuten) entschlossen wir uns nicht einzukehren, sondern sofort abzufahren und bogen bei der Schlechtenbergalm in den Trail durchs Goriloch ab. Diesmal folgten wir dem Trail allerdings weiter Richtung Nordosten und kamen nach einigen verblockten Stellen wieder auf einen Forstweg, der uns zurück in die Kohlstatt brachte (35 Minuten). Trotz nicht ganz gutem Wetter eine nette Feierabendrunde und müde Beine fürs in die Arbeit radeln am Mittwoch gabs auch.
2019_09_17_Kampenwand

Dienstag, September 10, 2019

Eine Hochzeit in Apulien - 04.-09.09.2019

Die letzten paar Tage vor dem ersten Schultag nutzten wir für einen kleinen Kurzurlaub in Apulien. Anlass war die Hochzeit von Isabel und Andrea und so erkundeten wir ein paar Tage die Umgebung von Ostuni. Neben Ostuni und Albarobello besuchten wir vor allem die Strände von Torre Pozzella, Torre Guaceto und Torre Colimena. Die Hochzeit war dann natürlich das Highlight der Reise. Eine unvergessliche Party. Danke an alle die dabei waren und an alle die wir kennen lernen durften und natürlich danke an Isa und Andrea für die Einladung. Nun heißt es aber dem Ernst des Lebens nachgehen.
2019_09_04-09_Apulien

Samstag, August 31, 2019

Immer wieder Dienstags - 27.08.2019

Es war Dienstag und wir hatten einen Babysitter, das mussten wir ja fast nutzen und so ging's auf die Gorialm. Zusammen mit Laura, Vladi, Bäda, Bäda und Uwe strampelten wir den Reitweg zum Grillabend hinauf (1¼ Stunden, 600 hm). Bergauf machte mein neues Bike schon Spaß, runter war es aber der absolute Wahnsinn, wie konnte ich nur jemals mit meinem alten Hardtail Trails fahren?! (¾ Stunde, 50 hm)
Ein super netter Abend, jetzt freu ich mich aber mein Bike auch mal im Hellen zu testen.
2019_08_27_Gorialm

Donnerstag, August 22, 2019

Ein bisschen Abenteuer im Kaiser - Bauernpredigtstuhl (2119 m) "Normalweg" - 17.08.2019

Tommi hatte in Deutschland zu tun und so konnten wir zusammen wieder mal ein kleines Abenteuer erleben. Samstagmorgen fuhren wir zur Wochenbrunner Alm und stiegen zum Bauernpredigtstuhl auf (1¾ Stunden, 850 hm). Unser Ziel war die Rittlerkante (6+/5+A0, 5SL), ganz nette, sanft sanierte, alpine Kletterei. Selbst in der ersten Seillänge muss man schon etwas hinlangen, was sich in der zweiten (und für uns schwersten) Länge gleich noch richtig steigert. Ziemlich luftig gehts der Kante entlang hinauf in einen überhängenden Riss. Ich war heilfroh, dass Tommi diese Länge vorstieg. Leider waren ihm beim Legen einer Hex unser Klemmkeilsortiment und beim Legen eines Cams zwei kleine Cams runter gefallen. So musste es mit der Hex und drei mittleren Cams gehen. Der Kamin in der dritten Länge war dann ganz nett und die vierte Länge ist wirklich schön. Und schon ist man an der Ausstiegslänge und ich war wieder dran. Mit ein bisschen Bammel stieg ich ein, aber bis zur Platte ist es leichte, schöne Kletterei. Mit zwei beherzten Griffen in die rostigen Haken ist man auch schon in der letzten Rinne (frei hatte ich mir die Stelle nicht zugetraut) und ein paar Meter drüber ist die Kletterei endgültig zu Ende (3½ Stunden, 200 hm). Nachdem wir den Großteil der Kletterei im Schatten absolviert hatten, genossen wir die Sonne am Gipfel und machten eine ½ Stunde Pause. Unten konnten wir die Massen sehen, die sich das Kübelkar aufs Ellmauer Tor schoben. Wir waren alleine. Das folgende Abseilen klappte bis zum ersten Stand unproblematisch. Doch dort passierte uns dann ein Malheur beim Abziehen. Der Knoten verhakte sich und nichts ging mehr. Also hieß es wieder aufsteigen. Ich hatte zwei Tiblocs am Gurt und so konnte ich recht schnell und unspektakulär diese Seillänge wieder aufsteigen, den Knoten frei machen und diesmal frei nach Süden abseilen, damit sich das Seil nicht noch einmal verhaken konnte. Eine weitere Abseillänge später standen wir wieder am Einstieg (1 Stunde) und direkt daneben fand ich auch noch meine Keile und Cams wieder, ein guter Tag. Den Abstieg brachten wir mit einer kurzen Presshalben in der Gaudeamushütte hinter uns (1 Stunde) und so waren wir recht früh wieder in München, so dass Tommi noch das Spa seines Hotels nutzen konnte, bevor Karin, Alex und wir einen netten Abend bei Bier und Burger verbrachten.
2019_08_17_Rittlerkante

Freitag, August 16, 2019

Eine Woche in Tirol - 12.-16.08.2019

Da Karin wieder arbeiten musste, besuchte ich mit den Kindern meine Eltern. Den Stress noch am Sonntag vom Berner Oberland nach Tirol zu fahren tat ich mir, auch wegen der miserablen Wettervorhersage, nicht an. So kamen wir erst Montagabend an.
Dienstag zeigte sich das Wetter eher durchwachsen. Alle zusammen fuhren wir mit der neuen Glungezerbahn nach Halsmarter und streiften durch den Kugelwald. Ein kleines Zirbenwäldchen in dem lauter Kugelbahnen aufgebaut sind und in diesem kann man Zirbenkugeln rollen lassen. Den Abschluss bildete eine Wanderung hinunter nach Tulfes (1½ Stunden, ↓600 hm).
Mittwoch besserte sich das Wetter im Laufe des Tages und wir stiegen von der Gramai zur Lamsenjochhütte auf (2½ Stunden, 700 hm). Da wir dort übernachteten, hatten Paul und ich noch genügend Zeit vor dem Abendessen den Brudertunnel zu begehen (1 Stunde, 200 hm). Das ist übrigens der erste Klettersteig, den meine Eltern vor über 30 Jahren mit mir begangen sind. Damals wie heute zieht sich der Weg nach dem Brudertunnel zur Lamsenscharte ein wenig. Das letzte Stück zur Hütte zurück, über die Schotterreißen macht aber immer noch genau so viel Spaß wie damals (1 Stunde, ↑130 hm, ↓330 hm).
2019_08_13-14_Kugel+Lamsen

Der eigentliche Grund für unseren Besuch war aber eine kleine aber feine Tour am Donnerstag mit meinem Vater, die Lamsenspitze NO-Kante. Der Tag begrüßte uns wolkenlos und nach einem kurzen Frühstück stiegen wir zum Einstieg auf (½ Stunde, 250 hm). Kurz aufgerödelt und schon konnten wir über die Einstiegsplatte in den Spaß starten. Dieses Mal leistete ich mir keinen Verhauer und mein Vater hatte auch niemanden zum Ratschen an den Ständen, wie damals meine Mutter, und so gewannen wir schnell an Höhe. Und ehe man sich versieht ist die Tour am Vorgipfel schon wieder zu Ende, eigentlich schade. Das Schrofengelände rüber zum Gipfel brachten wir auch recht schnell hinter uns und so konnten wir am Hauptgipfel das ausgezeichnete Panorama genießen (3 Stunden, 350 hm). Die Pause am Gipfel hatte sich mein Vater redlich verdient und nach einer ½ Stunde brachen wir nur deshalb auf, da es sich langsam einzutrüben begann und der Wetterbericht Regen am frühen Nachmittag vorausgesagt hatte. Die Seilversicherung zum Lamsenspitz ist nicht nur komplett erneuert sondern hat auch eine neue Führung, sodass man nicht mehr durch die steinschlaggefährdete Rinne im unteren Teil muss. Der Abstieg hat sich dadurch ziemlich verbessert. Wie schon am Mittwoch gings noch über die Lamsenscharte hinunter zu den Schotterreißen, wo uns Paul schon entgegen kam, um mit uns zusammen zur Hütte zu laufen (50 Minuten). 5 Stunden nach unserem Start ließen wir uns auf der Sonnenterrasse nieder, bestellten Mittagessen und beobachteten ein paar Seilschaften in NO-Kante und O-Wand. Dass einige der Kletterer noch nass werden würden war uns fast klar. Beim Abstieg zur Gramai (1½ Stunden, ↓700hm) riss es noch ein letztes mal auf und die Sonne brannte herunter, bevor es pünktlich am Auto wie aus Kübeln zu schütten begann.
Ein paar schöne Tag mit meinen Eltern auch wenn das Wetter eher durchwachsen war. Die Klettertour mit meinem Vater war wie schon letztes Jahr mit meiner Mutter eine Riesengaudi und hat uns beiden viel Spaß gemacht.
2019_08_15_LamsenspitzeNO

Guggiwochenende - 10./11.08.2019

Unser kulinarischer wie auch Berghöhepunkt ist jedes Jahr unser Besuch bei Dani auf der Guggi. Dieses Jahr konnten wir auf unserem Weg in die Schweiz auch Gerlinde, Hans und Early besuchen. Ein schönes Wiedersehen nach zwei Pausejahren. Freitag machten wir dann noch einen Abstecher beim Rheinfall in Schaffhausen, bevor wir bei Dani einfielen und mit Olga und Martina zu Abend aßen.
Wie so oft beim Aufstieg zur Guggi war Petrus uns nicht hold und wir stiegen teilweise bei Regen und dichtem Nebel zur Guggi auf (3 Stunden + ½ Stunde Pause, ↑880 hm, ↓160 hm). Wie letztes Jahr bewältigten die Kinder den Aufstieg komplett alleine, Paul benötigte diesmal sogar weder Gurt noch Seil. Der Nachmittag und Abend zeichnete sich dann wie immer durch nette Gespräche mit guten Freunden, Wein und gutes Essen aus, die Mischung weshalb wir die Guggi so lieben.
Der Sonntagmorgen erwartete uns dann mit perfektem Wetter und so konnten wir beim Abstieg noch einen Abstecher zur alten Guggi machen (1 Stunde, ↓400 hm) und dort wie auch am Abfluss des Eigergletschers (1 Stunde, ↓300 hm) zwei ausgedehnte Pause machen (1 Stunde, ↑160 hm, ↓180 hm). Wie jedes Jahr ein unvergessliches Wochenende mit guten Freunden.
Karin musste leider Sonntagabend schon wieder nach München, während ich mit den Kindern am Montag nach Tirol weiter fuhr. Dass Karin ihren Bus in Bregenz nicht mehr erwischte und ich sechs Stunden Autofahrt bei Starkregen zu bewältigen hatte sind aber andere Geschichten.
2019_08_10-11_Guggi

Donnerstag, August 08, 2019

Campingwochenende am Staffelsee - 03./04.08.2019

Im Moment sehen wir die Berge relativ selten, dafür schaffen wir es zumindest mit SUP und Schlauchboot die Flüsse und Seen Bayerns zu erkunden. Wie auch in den letzten zwei Jahren trafen wir uns mit Julia und Julian und den Mädels für ein Campingwochenende, dieses Mal am Staffelsee. Trotz durchwachsenem Wetter (Samstag schüttete es leider immer wieder) genossen wir die Zeit zusammen. Anna und ich drehten am Sonntag mit dem SUP eine Runde über den See und umrundeten die Insel Mühlwörth (~3 km). Ein schöner Kurzurlaub inmitten vollgepackter Arbeitswochen.
2019_08_04_Staffelsee

Mittwoch, Juli 31, 2019

Riepenkopf und Petersilienfest - 27.07.2019

Laura und Vladi luden uns dieses Wochenende zu ihrem Petersilienfest ins Diggl in Ginzling ein. Für mich das perfekte Wochenende um nach meinem Südafrikatrip wieder runter zu kommen. Nach einem äußerst geselligen Abend am Freitag starteten wir Samstag erst recht spät zum Schlegeisstausee. Claudi, Karin, Peter und ich wanderten zunächst ein Stück Richtung Pfitscherjoch und dann weiter ins Unterschrammacherkar. Ein sehr schöner Weg, leider ziemlich heiß mitten durch die Latschen. Kühler und aussichtsreicher ging es dann vom Kar dem Berliner Höhenweg folgend zur Olpererhütte (2½ Stunden, 600 hm). Hier trennten wir uns und während die Anderen sich einen Kaiserschmarrn schmecken ließen wanderte ich noch auf den Riepenkopf (1 Stunde, 500 hm). Einen Weg den ich schon von der Olpererüberschreitung kannte. Am Gipfel zog dann das erste vorhergesagte Gewitter heran und so beeilte ich mich wieder zur Olpererhütte abzusteigen (35 Minuten). Ein Teil des Abstiegs gestaltete sich als äußerst nass und da ich sowieso schon durchweicht war, machte ich keine Pause sondern stieg gleich weiter zum Schlegeisspeicher ab (½ Stunde). Auf dem Weg überholte ich noch eine Mutter mit ihrem kleinen Sohn, ohne Regenjacke und völlig durchnässt. Etwa 100 hm weiter hörte ich dann ein "Mama" und fand kurz darauf ein durchnässtes, schlotterndes und weinendes Mädchen. Ich gab ihr erstmal meine trockene Softshell und führte sie zum See hinunter (20 Minuten), wo schon zwei andere mit ihrer kleinen Schwester warteten. Zusammen brachten wir die Mädels zu ihrem Vater, der im trockenen Auto wartete... auch eine Möglichkeit seiner Familie die Lust am Wandern zu verleiden.
Den Abend feierten wir dann alle mit einem Spanferkel, viel Bier und dem Hot Tub im Diggl. Eine sehr schöne Wanderung und eine noch viel bessere Feier mit guten Freunden.
2019_07_27_Riepenkopf

Freitag, Juli 26, 2019

SUPen am Starnberger See und Bootfahren auf der Pegnitz - 19./20.07.2019

Am Freitag traf sich unsere Abteilung zum alljährlichen "Wandertag", diesmal mit den Rädern am GH Buchenhain (1 Stunde, 100 hm, 20 km). Mit etwas Verspätung (weil Josef seine Steckachse vor der Garage liegen gelassen hatte und deshalb in Pullach ein MVG Rad leihen musste) starteten wir in den Forstenrieder Park. Doch weit kamen wir nicht. Unser indischer Kollege kollabierte fast am Rad und so radelte Josef zurück zu seinem Auto, um ihn zur S-Bahn zu bringen. Dann, fast zwei Stunden nach unserem geplanten Start, konnten wir endlich Richtung Starnberger See fahren. Eine ziemlich schöne Strecke und überraschend hügelig (2¼ Stunden, 150 hm, 38 km). In St. Heinrich liehen wir uns SUPs und paddelten gemeinsam zur nahen Strandbar. Für den Weg zurück hatten wir uns noch einen Abstecher in Wadelhausen herausgesucht, das Bild am Ortsschild war den Umweg definitiv Wert. Und so trafen wir uns alle wieder (auch die nicht Radler) am GH Buchenhain, um den Tag im Biergarten ausklingen zu lassen (1½ Stunden, 200 hm, 33 km). Für mich hieß es nur noch nach Hause strampeln (¾ Stunde, 20 km) und dann gings schon weiter nach Franken, zur Kirwa in Velden. Meine Beine und meinen Hintern spürte ich nach den 111 km und 450 hm schon ganz ordentlich.
Das Wochenende verbrachten wir bei Karins Verwandtschaft in Franken und mit unserem Schlauchboot machten wir am Samstag die Pegnitz zwischen Velden und Enzendorf (~ 5 km) unsicher. Die Kiddies und Karin testeten dabei gleich ausgiebig ihre neue UV-Schutz Kleidung von Hyphen, danke dafür. Am Nachmittag besuchten wir den Mittelaltermarkt auf der 900 Jahrfeier des Klosters Michelfeld, wo die Kinder Reiten, Klettern und Basteln konnten. Und zu guter Letzt ließen wir den Tag auf der Kirwa ausklingen. Ein wirklich gelungener Tag bzw. Wochenende. Am Sonntag gabs noch lecker Essen, dann mussten wir aber auch schon los, denn ich hatte ein Rendezvous mit meinem Flug nach Johannesburg, ein bisschen arbeiten muss ich ja leider auch noch.
2019_07_19-20_BikeBoot

Mittwoch, Juli 17, 2019

BOFF auf der Gorialm - 16.07.2019

Nach unserer Feierabendrunde letzte Woche auf die Gorialm, erzählte mir Lena von Trampelpfadlauf, dass diese Woche das BOFF (Bayrisches Outdoor Filmfestival) einen Stopp dort machen würde. Leider fand ich niemanden der mit mir Radeln wollte. Dafür hatte Lena vor, mit ein paar Lauffreunden dort zu sein. Also strampelte ich alleine über den Reitweg zur Gorialm hinauf (1 Stunde, 600 hm, 5,5 km). Wenn normalerweise am Dienstag schon einiges los ist, so war der Zugang diesmal der Wahnsinn. Trotzdem bekam ich relativ schnell etwas zu trinken und zu essen und beim Anstehen traf ich Andy von Happy Trails, den Bruder von Robert, den wir am Wochenende im Heumöderntal kennen gelernt hatten, klein ist die Welt.
Nach dem Essen war noch Zeit bis zum Start des BOFFs und so stiegen Lena und ich noch zum Gipfel der Kampenwand auf (↑37 Minuten, 420 hm). Dort waren wir genau rechtzeitig zum super Sonnenuntergang. Beim Abstieg verhauten wir uns dann zwar ein kleines bisschen vor lauter quatschen, trotzdem kamen wir noch vor dem Filmstart wieder an der Gorialm an (↓37 Minuten, 20 hm). Noch nicht mal die Moderation hatte begonnen. Die anderen erzählten uns, dass die Vorstellung hinter der Alm 10€ Eintritt kosten würde, was vorher auch nirgends kommuniziert wurde. Das war uns allen zu viel, denn keiner von uns wollte (und konnte) lange genug bleiben, um die gesamte Vorstellung anzusehen (zumal sie erst mit einer ¾ Stunde Verspätung startete). So machten wir uns auf den Weg ins Tal. Lena und die Läufer zu Fuß, zwei Mädels aus der Gruppe und ich mit dem Bike. Am Abzweig Ziehweg verabschiedeten sich die  beiden dann und so fuhr ich die Trails alleine bis zum Parkplatz (½ Stunde, 6 km). Am Parkplatz angekommen konnte man dann noch die partielle Mondfinsternis beobachten, ein schöner Abschluss für den Abend.
Obwohl die BOFF eher ein Griff ins Klo war, war es ein super schöner Abend. Vor allem Lena mal wieder zu sehen, hat richtig Spaß gemacht. Hoffentlich bald mal wieder.
2019_07_16_GorialmBOFF

Sonntag, Juli 14, 2019

Heumöderntrails - 13./14.07.2019

Dieses Wochenende waren wir zu  Uwes Geburtstag eingeladen. Unweit vom Wohnort von Evi und Uwe gibt es die Heumöderntrails und diesen haben wir auf dem Weg zur und von der Feier einen Besuch abgestattet. Leider spielte am Samstag das Wetter nicht ganz mit, so schüttete es wie aus Eimern, als wir in Treuchtlingen ankamen. Eine Viertelstunde später riss es aber auf und so konnten wir uns auf den Weg zum Julian Trail (einfach, 45 hm, 1 km) machen. Über eine Forststraße geht es zuerst ins Heumöderntal und dann ein bisschen bergauf zum Start des Trails. Den Kindern machte der Trail richtig Spaß, leider war Anna nicht ganz begeistert vom Hochstrampeln, also ließen wir zwei die zweite Runde aus und warteten auf Paul und Karin am Traileinstieg. Von dort ist es nämlich nicht weit bis zum Einstieg des Siggi Trails (leicht/mittel, 105 hm, 0,9 km), den ich mit Paul fuhr, während Anna und Karin die Skipiste (mittel, 95 hm,  0,5 km) zurück zur Talstation nahmen. Als wir an der Talstation ankamen, begann es wieder zu schütten, so gönnten wir uns erstmal was zum Essen. Nach dem Mittagessen verabschiedete ich mich kurz und drehte eine Runde über den Z Trail (mittel, 95 hm,  0,5 km), der zwei, drei technische Passagen hat, und eine Runde über den Siggi Trail. Dabei stieg ich dann auch prompt über den Lenker ab. Blöd wenn man unsauber am Bike steht und es noch dazu etwas rutschig ist. Nach ein paar Minuten Pause schwang ich mich wieder auf mein Bike, vollendete den Sigi Trail und kurbelte noch zum Eulenhof Trail (leicht/mittel, 130 hm, 2,5 km) hinauf. Im unteren Trail, dann ein ähnliches Bild wie im Z und Siggi Trail, ganz schön rutschig, zumindest als es mir das Bike unterm Hintern wegzog. Hoppla, aber nichts passiert, nur meine Hand tat mir vom Sturz am Siggi Trail noch höllisch weh. Was sich aber am Abend nach einer Ibu und nicht homöopathischen Mengen an Bier deutlich besserte.

Nach der super Feier bei Evi und Uwe schaute am Sonntag sogar die Sonne heraus und so beschlossen wir einen zweiten Abstecher in Treuchtlingen zu machen. Diesmal ließ ich mein Rad am Träger und lieh mir ein Ghost SL AMR X an der Talstation. Karin hatte sich am Samstag um die Kinder gekümmert und war deshalb nicht wirklich einen Trail gefahren. So drehte ich mit den Kindern am Pumptrack ein paar Runden, während Karin den Siggi Trail fuhr. Als Karin zurück kam, konnte ich das Bike am Siggi und am Z Trail testen. Schon schön, aber fahren muss man noch selber. Zuletzt wechselten sich Karin und ich noch am Eulenhof Trail ab und damit endete ein weiterer sehr schöner Tag.

Die Heumöderntrails sind ein sehr nettes Projekt und vor allem für Anfänger und Familien mit Kindern einfach ideal. Obwohl die Trails nur etwa 100 hm haben, summierten sich die paar Runden doch auf 800 hm und 30 km, also zumindest ein wenig Bewegung.
2019_07_13-14_Heumoederntrails

Mittwoch, Juli 10, 2019

Feierabendrunde auf die Gorialm - 09.07.2019

Sebastian, Vladi und ich drehten am Abend noch eine schnelle Runde zu den wahrscheinlich besten Spareribs ever, auf die Gorialm (1 Stunde, 600 hm, 5,5 km). Im Gegensatz zum letzten Mal hatten wir super Wetter und konnten die Abfahrt über die Schlechtenbergalm, Goriloch, Zieh- und Reitweg komplett ohne Stirnlampe fahren (¾ Stunde, 50 hm, 6 km). Einfach schön, so ein Feierabend in den Bergen, mit gutem Essen und viel dummen Gequatsche.
2019_07_09_Gorialm

Sonntag, Juli 07, 2019

Kienberg, Wolfsklamm und Höfemuseum in Kramsach - 06./07.07.2019

Karin musste arbeiten und ich besuchte meine Eltern. Um der Hitze des Tages zuvor zu kommen, startete ich schon um ½5 Uhr, mein Ziel der Kienberg. Noch im Düsteren stieg ich zum Wasserschloss auf, wo ich einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben durfte (¾ Stunde, 350 hm). Bei inzwischen gutem Licht gings über die Steigspuren an der Weißenwand vorbei zum Kienbergkreuz (½ Stunde, 320 hm). Nach einer kurzen Pause, bei der ich die LKW Kolonnen auf der Inntalautobahn beobachten konnte, spazierte ich noch zum Brandköpfl (10 Minuten, 70 hm) und von dort den Normalweg übers Zeiseleck wieder nach Hause (¾ Stunde). Da traf ich pünktlich ein als die Kinder aufwachten, so dass wir alle zusammen frühstücken konnten.
Am Vormittag traf sich dann die ganze Familie (9 Kinder und 8 Erwachsene, leider ohne Karin und Matths) in Stans und zusammen wanderten wir die Wolfsklamm hinauf (½ Stunde, 200 hm). Im Gegensatz zum letzten Mal verzichteten wir auf Georgenberg, sondern machten "nur" eine lange Spielpause am Bach. Nachdem wir wieder durch die Klamm zu den Autos bzw. Rädern (die Innsbrucker waren nämlich per Rad da) abgestiegen waren, fuhren wir noch weiter ins Jenbacher Schwimmbad bzw. zum Jenbacher Feuerwehrfest. Ein wirklich gelungener Tag mit all den Kindern.
Sonntag machte uns ein kurzes Zwischentief einen Strich durch die Rechnung bzw. Planung. So verzichteten wir aufs SUPen am Achensee und besuchten stattdessen das Höfemuseum in Kramsach. Ein schönes Wochenende in Tirol mit dem einzigen Wermutstropfen, dass Karin nicht dabei war.
2019_07_06_Kienberg

Donnerstag, Juli 04, 2019

Biken in Lenzerheide, MASH, OutDoor und OutDays - 29.06.-02.07.2019

Was für ein "verlängertes" Wochenende. Sonnenschein, Hitze und jede Menge Veranstaltungen in und um München. Das Ganze war allerdings etwas geteilt, Karin war Samstag noch mit Laura beim Biken auf der Lenzerheide (mehr dazu unten), während ich mit den Kindern das MASH (also: Munich Action Sport Heros) im Olympiapark besuchte, eine sehr coole Veranstaltung. Neben den BMX-, Skateboard- und Wakeboardbewerben gab es viel zum selbst Ausprobieren. So auch bei der Parkourtruppe rund um Pauls Trainer. Die kurze Einführung in den Sport hat super viel Spaß gemacht und wer hätte gedacht, dass ich Bewegungslegastheniker noch Saltos machen würde.
Am Sonntag flüchteten wir dann vor der Hitze in die klimatisierten Messehallen in Riem. Die OutDoor (inzwischen OutDoor by ISPO) ist von Friedrichshafen nach München übersiedelt und somit auch für uns einen kleinen Abstecher Wert. Da ja alle Trends in der Outdoorbranche in Richtung Nachhaltigkeit gehen, reisten wir, CO₂-Neutral, mit unseren Fahrrädern an. Dafür stellt die OutDoor sogar eine eigene Parkfläche zur Verfügung. Die Messe selbst erinnert sehr an die ISPO, nur kleiner und gemütlicher. Wie auch auf der ISPO gabs viel zu sehen, bestaunen und testen. So konnte ich bei einer Plankchallenge ein nagelneues Plankpad abgreifen, im großen Pool ein Restube testen (und dann auch gleich kaufen), verschiedene Bikes auf dem Test-Track fahren, bei Deuter am Griffboard rumhängen (übrigens 5. in der Tageswertung) und Stefan Glowacz bei Red Chilly treffen. Wie auch bei der ISPO stand für uns das Treffen von Bekannten und Freunden, die wir sonst viel zu selten sehen, im Vordergrund.
Dienstagabend nahmen wir dann an einem Trail- und Schraub-Workshop mit den Profiathleten von ION im Zuge der OutDay teil. Mit Julia und Rob, bzw. Gregor weil Rob sich den Arm gebrochen hatte, fuhren wir die Isartrails, kleine Technikeinlagen inklusive. Und siehe da, mit ein wenig Anleitung kann ich auf einmal alle Hindernisse auf meinem Arbeitsweg fahren. Im Anschluss gabs noch Bier und Pizza in Robs Werkstatt und ein paar Profitipps zu Fahrwerksabstimmung und Dämpfereinstellung. Ein sehr gelungener Abend und für uns seit langem wieder eine Tour ohne Kinder.
2019_06_29-07_02_MASH-Outdoor

Biken Karin und Laura in Lenzerheide
Nach dem Mädelsskitourenwochenende Anfang März war nun unser lang ausgemachtes Bikewochendende da, leider ohne Claudi und zeitlich etwas abgespeckt, aber nichts desto Trotz. Am Freitag Nachmittag gings nach Chur, um dort die Nacht auf dem Campingplatz zu verbringen. In der Früh starteten wir mit dem Postbus zur Lenzerheide, von dort radelten wir durch den noch kühlen Wald zur Mittelsstation Scharmoin. Weiter ging es über einen netten Trail zum Joch wo wir in der Hütte eine verdiente Pause einlegten. 
Der Trail abwärts war anfangs etwas abenteuerlich, mitten über die Almwiese, wechselte dann zwischen Waldwegen, Forststraßen und Wiesenwegen ab und zum Schluß gings über die Strasse zurück nach Chur. Ein genialer Tag, wenn auch etwas heiß. Für die Outdoor war ich dann wieder pünktlich zurück in München. 
2019_06_29_Lenzerheide

Dienstag, Juni 25, 2019

Ein Wochenende bei Chanti und Joël - 22/23.06.2019

Endlich konnten wir umsetzten, wobei uns mein Knie im Winter einen Strich durch die Rechnung machte: Chanti und Joël besuchen.
Nach den sonnig, heißen Tagen begann es leider kurz nach unserer Ankunft zu regnen. Und es regnete sich so richtig ein. Nach einem sehr lustigen Abend am Freitag war das aber gar nicht so schlimm. Lange schlafen, frühstücken und dann in die Viamala Schlucht, ein gemütliches Schlechtwetterprogramm. Als wir am Rückweg noch im ersten Decathlon der Schweiz vorbei schauten, waren wir beinahe wieder in unserem Reisemodus. Am späten Nachmittag lockerte es ein wenig auf und so grillten wir am Abend auf Joëls Hütte.
Der nächste Morgen erwartete uns mit strahlendem Sonnenschein und nach dem Frühstück starteten wir zu einer kleinen Wanderung auf den Piz Mundaun (1 Stunde, ↑360 hm). Sozusagen die Geländebesichtigung für unseren nächsten Besuch (dann mit Ski). Beim Abstieg durchs Kanonenröhrli konnten wir uns eine der Rinnen aus nächster Nähe ansehen und am Weg weiter zur Cuolm Sura stolperten wir auch noch fast über ein Murmelier (1¼ Stunden, ↓450 hm). In Cuolm Sura machten wir eine ausgedehnte Mittagspause auf der Sonnenterrasse und die Kinder sprangen gefühlte Stunden am Trampolin und in den Pool.
Ein super schönes Wochenende mit Chanti und Joël. Es war fast als wäre keine Zeit zwischen unserer Reise und dem Besuch vergangen. Und jetzt freuen wir uns riesig auf den Gegenbesuch in München, auch wenns noch ein bisschen dauert.
2019_06_22-23_Obersaxen

Donnerstag, Juni 20, 2019

Mit dem Schlauchboot auf der Isar - 20.06.2019

Nachdem ich schon am Mittwoch mit Martin und dem SUP von der Arbeit nach Hause gepaddelt bin, war klar, am heutigen Feiertag müssen wir wieder auf die Isar.
Mit U und S gings nach Höllriegelkreuth, zu Fuß über die Grünwalderbrücke und an der Isar hieß es dann das Boot aufpumpen. Die Strecke kenne ich inzwischen schon ziemlich gut (nach einigen Heimpaddelaktionen vom letztem Jahr) und so mussten wir nur zweimal aussteigen. Einmal um das Boot über die Geschiebesperre vor der Großhesseloherbrücke zu heben. Das andere Mal weil wir vor einer Kiesbank den falschen Arm nahmen und im flachen Wasser steckenblieben. Das Highlight für alle: die Bootsrutsche am Marienklausensteg. An der Thalkirchner Brücke stiegen wir dann aus, trockneten das Boot und genossen die Sonne. Das etwas wechselhafte Wetter hatte sich nämlich verzogen und es brannte die Sonne vom blauen Himmel. Dass ein Gewitter nicht lange auf sich warten ließ war zu erwarten und wir schafften es gerade so nach Hause bevor kurzzeitig die Welt in Schwabing unterging.
Ein super schöner Tag an der Isar und vielleicht können wir demnächst auch eine weitere Strecke mit den Kindern fahren.
2019_06_20_IsarBootsfahrt

Mittwoch, Juni 12, 2019

Pfingsten - SUPen und Biken - 08.-11.06.2019

Schwubs und schon ist wieder Pfingsten. Während sich viele in den Stau stellten, boykottierten wir das Auto, nutzten die freie Parkplatzwahl in Schwabing und machten München unsicher. Nicht die schlechteste Entscheidung. Karin musste Samstag sowieso arbeiten, so radelte ich mit den Kindern an den Olypiasee und SUPte dort eine Runde mit den beiden. Positiver Nebeneffekt, wir hörten den Soundcheck von Rammstein und konnten uns eine Band beim Pfingsttheatron ansehen. Nach einer sonntäglichen Radltour durch den Nordteil des E-Gartens (1½ Stunden, 11 km) sahen wir uns das zweite Rammsteinkonzert am Olyberg an. Die Pyroshow war nicht nur für die Kinder ein Erlebnis. Montag gings dann mit den Rädern an den Poschinger Weiher (¾ Stunde, 9 km). Unser SUP durfte natürlich nicht fehlen, auch wenn wir es wieder nur für eine kurze Runde auspackten. Den Weg zurück, mit Stop am Pump Park in Oberföhring und an der Isar, schafften wir gerade rechtzeitig, um nicht in die schweren Gewitter zu geraten. Viel erlebt, kein Stau und trocken geblieben, ich würde sagen: Das ganze verlängerte Wochenende alles richtig gemacht.
2019_06_08-10_PfingstSUP-Bike

Keine Berge ist auch keine Lösung und so schloss ich mich Dienstag nach der Arbeit noch Laura und Vladi für eine Runde auf die Gorialm an. Von Hohenaschau strampelten wir über steile Forststraßen, den Reitweg und am Ende eine sehr steile Straße hinauf zum dienstäglichen Biketreff (1¼ Stunden, 600 hm, 5,5 km). Den Grillteller und das Bier hatten wir uns redlich verdient. Die Abfahrt führte uns zuerst noch bergauf zur Schlechtenbergalm und von dort über Trails (Zieh- und Reitweg) wieder ins Tal (1 Stunde, 50 hm, 6 km). Eine super gemütliche Runde mit Laura und Vladi, bei der ich fast ein wenig stolz war, dass ich fast alles fahren konnte.
2019_06_11_Gorialm

Sonntag, Juni 02, 2019

Klettereien mit den Kindern im BGL - 31.05./02.06.2019

Das verlängerte Wochenende verbrachten wir im Berchtesgadener Land. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit und so konnte ich mich an Christi Himmelfahrt nicht aufraffen mehr zu machen als zu faulenzen. Freitag war zwar auch wolkenverhangen, aber zumindest schüttete es nicht und so stiegen Karin, Paul und ich zur Hexe auf. Nachdem Paul seine erste Mehrseillängenklettertour im Baskenland mit mir begangen war, war es nun an der Zeit, die heimischen Berge mit ihm unsicher zu machen. So kamen wir bei leichtem Regen am Einstieg der Berchtesgadener Rinne an (1¾ Stunden, ↑650 hm, ↓50 hm). Auch wenn ich jedes Mal sage, nie wieder in zwei Seillängen, zu den Zwischenständen kann ich mich dann doch nie durchringen. Und so standen wir nach zwei Seillängen und ziemlicher Reibung am Gipfel des Großen Rotofenturms (1¼ Stunde, 2 SL, III-, 70 hm). Und siehe da, wir waren nicht alleine. Zwei andere Seilschaften warteten gerade darauf abzuseilen. Naja, sollte nicht unser Problem sein, wir wollten sowieso eine ausgedehnte Pause machen. So ausgedehnt konnten wir gar nicht pausieren, dass wir beim Abklettern nicht wieder unweigerlich auf die anderen aufliefen. Da beide Seilschaften durch die Reichenhaller Rinne abseilen wollten, entschied ich mich einfach vom Grat direkt zum Einstieg der Berchtesgadener Rinne abzuseilen, mit 60 Meter Halbseilen überhaupt kein Problem (1 Stunde). So sparten wir uns das Anstehen in der Montgelasscharte und den Bruch in der Rinne mit den Anderen. Auf dem selben Weg wie am Vormittag gings zurück zum Rotofensattel und hinunter zum Auto (1¼ Stunde, ↑50 hm, ↓650 hm).
Immer wieder eine sehr schöne Runde (6 Stunden, 770 hm) und eine kleine Anekdote gibt es zum Schluss auch noch. Paul beklagte sich während des Abkletterns und Abseilens über Kopfschmerzen und wir dachten eigentlich, dass er zu wenig getrunken hatte. Nachdem er am Rotofensattel seinen Helm abnahm, meinte er nur: "jetzt ist das Kopfweh weg". Das wunderte uns nicht wir konnten die Abdrücke des Helms sehen, diesen hatte er möglichst eng gedreht, weil wir ihm gesagt hatten, dass er nicht verrutschen darf.
2019_05_31_Hexe

Samstag war ein gemütlicher Pausetag beim Entenrennen in Reichenhall und dem Backofenfest in Bischofswiesen. Dafür standen wir am Sonntag wieder etwas früher auf, um der sengenden Sonne am Grünstein zu entgehen. Naja früh ist relativ und so war es auch 10 Uhr als wir am Königssee los gingen. Warum man sich um diese Zeit den Grünsteinklettersteig antun muss, ist mir allerdings ein Rätsel, brütend heiß und Stau. Wir ließen den Einstieg links (bzw. rechts) liegen (¾ Stunde, 250 hm) und wanderten den gesperrten Klingersteig zum Einstieg des Klingerturms hinauf (¾ Stunde, 280 hm). Trotz des Murenabgangs, im letzten Abschnitts südlich des Klingerturms, ist der Steig eigentlich problemlos zu begehen. Ungesichert (bis auf Anna, die ich am kurzen Seil hatte) stiegen wir durch die lose Rinne in die Scharte des Turms auf. In einer Seillänge gelangte ich auf den Gipfel (ca. 30 m, III+) und sicherte Paul nach. Als Anna und Karin kommen sollten, hörte ich nur herzzerreißendes Geheule von Anna, die wohl etwas Angst in der steilen Stelle von der Scharte weg hatte. Also doch nicht die ganze Familie auf dem kleinen Gipfel. Paul und ich machten noch ein paar Fotos und winkten den Leuten auf der Grünsteinhütte, bevor ich ihn wieder abließ und selbst zurück zum Einstieg abseilte. Nun hieß es aus der Scharte queren und zum Klingerweg aufsteigen, sozusagen die Pflicht nach der Kür, da man sich immer noch im Absturzgelände befindet (1½ Stunden, 70 hm). Nach all diesen Strapazen hatten sich alle eine ausgiebige Rast verdient und das Sitzen an der Weggabelung mit dem Gesperrt Schild zum Klingersteig war besser als Fernsehen. Zum einen ist der Steig eigentlich ohne Probleme zu begehen (ich verstehe die Sperrung aus Haftungssicht der Gemeinde), zum anderen wird aber keine Alternative ausgewiesen. Für einen Ortsfremden dürfte es relativ schwierig sein abzuschätzen wie viel Mehraufwand ein "Abstieg" über die Kühroint und Klingeralm ist. Beziehungsweise wie lange der Abstieg über Hammerstiel und die Straße entlang nach Königssee ist, wenn man dort sein Auto geparkt hat. Zumal es am Klettersteigeinstieg keine Information zur Sperre des (einzigen probablen) Abstiegs gab. Für uns war der Abstieg auf jeden Fall kein Problem und so standen wir recht schnell wieder am Königssee (1¼ Stunden). Natürlich durfte am Weg etwas Planschen im Klingerbach direkt über der Rodelbahn nicht fehlen und so hatten wir alles in allem eine sehr schöne Runde mit den Kindern (5 Stunden, 600 hm, 7 km), auch wenn wir nicht alle am Gipfel waren.
2019_06_02_Klingerturm

Donnerstag, Mai 30, 2019

California/Oregon - 01.-25.05.2019

Noch ein letztes Mal vor Pauls Einschulung wollten wir größer verreisen. Wie schon vor drei Jahren gings an die Westküste der USA. Als erster Anlaufpunkt fungierten wieder Jamie und Tommi in der südlichen Bay Area. Am ersten Tag nutzen wir das gute und warme Wetter, um am Indian Rock im Castle Rock State Park klettern zu gehen (South Face, 5.8). Die schöne Sandsteinkletterei im verwilderten Wald ist zum Teil sogar mit Bolts abgesichert, so konnten wir den Jetlag und die Anstrengungen der Reise ganz gemütlich und ohne Angst hinter uns lassen.
Da ein Wochenende anstand, packten Jamie und Tommi Philip ein und zusammen fuhren wir zum Lake Tahoe. Am Weg dorthin kommt man am Sugarloaf vorbei und so kletterten wir noch am Sugarbun die Dirty Dog (5.10b/c). Samstagmorgen hieß es dann für Tommi und mich etwas früher aufstehen. Wir hatten nämlich den Tahoe-Ultraklassiker Bear's Reach (5.7/5.9, 3 SL) am Lover's Leap geplant. Um es vorweg zu nehmen, was für eine geniale Route. Obwohl die Tour nicht wirklich schwer ist, hatte ich etwas Muffensausen. Mit dem Tahoe-Granit hatte ich am Sugarbun etwas Probleme und Bear's Reach ist dazu eine komplette Clean Tour. Aber Tommi meisterte die erste Seillänge und die Bear's Reach Länge ging an mich. Was für eine schöne Kletterei, für den Grad gut ausgesetzt und perfekt absicherbar. Viel zu schnell steht man am oberen Ende der Wand. Mit dieser Tour ging für mich ein Traum in Erfüllung. Die Tour hatte ich mir gewünscht seit dem ich das Speed Free Solo von Dan Osman in Masters of Stone 4 gesehen hatte (übrigens ist die Version von Alex Honnold fast noch besser). Mit 2½ Stunden benötigten wir übrigens nur geringfügig länger als Dan Osman ;) .
Nachmittag war dann für Familienwandern reserviert. Von Emerald Bay wanderten wir zum Teil über ziemlich viel Schnee zu den Cascade Falls und zurück (2 Stunden, 100 hm, 4 km). Am Sonntag ließen wir das Wochenende noch bei einer Wanderung zu den Horse Tail Falls ausklingen (3¾ Stunden, 280 hm, 6 km). Während Jamie, Tommi und Philip zurück mussten, ging unsere Reise weiter nach Norden. Über Placerville fuhren wir die Goldgräberstraße (CA49) über Coloma (wo der Kalifornische Goldrausch begonnen hatte) nach Grass Valley, zur Empire Mine und nach Nevada City. Ein Abstecher in eine andere Zeit.
Der nächste Stop war am Mount Shasta, einem Vulkanriese (4322 m) in den Cascades. Durch den vielen Schnee war an Wandern oder Bergsteigen am Mt. Shasta nicht zu denken, dort war die Skitourensaison noch voll im Gange. An seinem kleinen Nachbarn, dem Castle Peak, konnten wir aber eine Winterwanderung unternehmen. Vom Castle Lake wanderten wir den Hart Lake Trail (3 Stunden, 420 hm, 5 km), vom Castle Lake über den Heart Lake zum Castle Peak mit seinem einmaligen Ausblick auf den Mt. Shasta. Vor allem das Runterrutschen über die Schneeflanken machte den Kindern Riesenspaß. Vollkommen durchnässt machten wir uns auf den Weg in den Crater Lake Nationalpark, mit dem wunderbaren Blick vom Kraterrand in den tiefsten See der USA (immerhin 593 m tief). Der letzte Stop bevor wir wieder zum Klettern kamen, war noch die Lava River Cave und der Lava Butte im Newberry National Volcanic Monument.
Da wir auf unseren Reisen immer nach neuen Klettergebieten suchen, war klar, dass wir in Oregon im Smith Rock State Park vorbei sehen müssen. Smith Rock ist DAS Sportklettergebiet in den USA. Mehr als die Hälfte der ca. 1800 Kletterrouten ist mit Bohrhaken abgesichert, sehr ungewöhnlich für die USA. Im Park gibt es auch einen Walk-in-Campingplatz auf dem wir unsere Zelte aufschlugen. Direkt von diesem Platz aus konnten wir zwei junge Weißkopfseeadler und ihre Eltern in ihrem Horst beobachten. Am nächsten Tag kletterten wir, um uns an den Fels zu gewöhnen, zuerst am Dope de Rope Block. Von links nach rechts (von leicht bis mäßig schwer) gings durch North Slap Crack (5.5), Immortal Beloved (5.9) und Sting Like a Bee (5.10b). Zur Mittagspause ließen wir, im Schatten einiger Bäume, unsere Füße in den Crooked River baumeln und als die Hitze am späteren Nachmittag etwas abnahm, wechselten wir die Flussseite zur Morning Glory Wall und kletterten The Outsiders (5.9) und 5 Gallon Buckets (5.8). Wegen der hohen Temperaturen (fast 30°C) und dem regen Andrang (es war wieder Wochenende geworden) ließen wir am Samstag das Klettern sein und wanderten zum Asterisk Pass (2½ Stunden, 160 hm, 4,5 km), bevor wir am Mount Hood vorbei weiter nach Portland fuhren.
2019_05_01-11_USAMountain

Mit der Querung von den Cascades über Portland an die Küste kehrten wir den Bergen den Rücken. Nun war Pazifik angesagt. Letzten Herbst hatte ich in Ericeira Blut geleckt und so war klar, dass ich auch im Pazifik surfen musste. Nur die Wassertemperaturen von gerade mal 11°C schreckten mich ein wenig ab. Gleichzeitig mit dem Erreichen der Küste kühlte es noch dazu deutlich ab. Eine Schlechtwetterfront war herein gezogen und obwohl es noch recht sonnig war, stiegen die Temperaturen kaum noch über 16°C. Von Seaside fuhren wir die US101 nach Süden. Vorbei an den Sandsteinformationen von Cape Kiwanda, den jagenden Adlern und Robben am Yaquina Head  und den Oregon Dunes, zur kalifornischen Grenze. In Klamath, dem nördlichen Zugang zum Redwood Empire, stellte sich dann strömender Regen ein. Von wegen It never rains in California. So verspielten Karin und ich ein paar Dollar in einem Indianerkasino und fuhren mit unserem Mietauto durch einen Redwood, alles was man in einem 779-Einwohnernest halt so macht.
Der Regen brachte in den Prairie Creek Redwood State Park und den Redwood National Park eine mystische Stimmung. Und als während unserer Wanderung am Trillium Falls Trail (2 Stunden, 150 hm, 5 km) kurz die Sonne durch die Bäume schien, hüllte uns der dampfende Boden in eine ganz eigene Zauberwelt. Aber damit war unser Aufenthalt bei den Baumriesen noch nicht zu Ende. Südlich von Eureka durchquerten wir den Humboldt Redwood State Park über die Avenue of the Giants und verließen damit das Land der Giganten.
Bei Leggett wechselten wir von der US101 auf den Highway 1. Dieser nördlichste Abschnitt bis nach Stinson Beach fehlte uns nämlich noch auf der wohl bekanntesten kalifornischen Straße. Entlang der zerklüfteten Küste schlängelt sich der Highway bis zur Golden Gate Bridge, vorbei an Fort Ross, einer ehemalig russischen Enklave und Point Reyes, einem Nationalpark und Walbeobachtungspunkt. Schließlich erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein die Golden Gate Bridge und schossen tausende Fotos vom Moor Rd Pier und dem Hawk Hill aus.
Unsere Runde hatte sich geschlossen und von Jamie und Tommi aus konnten wir noch ein paar schöne Tagesausflüge unternehmen. Zum Beispiel nach San Francisco, natürlich mit Insidertipps von Jamie und ihrem Kindermädchen (die Schaukel am Bernal Hights ist der absolute Knaller), oder nach Santa Cruz zum Surfen. Das Surfen gestaltete sich bei 1-1,5 Meter Wellen gar nicht so leicht. Mein Ego bekam fast einen Knacks. So mussten wir am nächsten Tag gleich nochmal hin. Siehe da, ein geringfügig längeres Board und etwas kleinere Wellen und schon rockte ich Cowells und traute mich sogar zur Steamer Lane hinaus. Ich bin definitiv immer noch voll angefixt von dem Sport. Panther Beach besuchten wir an den beiden Tagen auch, sind ja nur noch 10 Minuten Weg von Santa Cruz, und der Strand ist einfach schön.
Den Urlaub beendeten wir, wie wir ihn begonnen hatten, mit einem Ausflug zum Castle Rock. Diesmal zwar nicht mehr zum Klettern, das Kletterzeug war schon in den Tiefen eines Koffers verstaut, aber für eine kleine Wanderung zum Castle Rock Fall (2 Stunden, 100 hm, 3 km). Das Ende eines wunderschönen Urlaubs, bei dem wir nicht nur einige Meilen (2916 mi / 4692 km) zurück gelegt haben, sondern vor allem gute Freunde besucht, viel Natur erlebt und tolle Routen geklettert haben.
2019_05_12-24_USACoast