Posts mit dem Label Klettersteig werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Klettersteig werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, Juni 15, 2026

Eine Bikerunde zum Blauen Kastl und ein Vater-Sohn-Tour auf den Staufen - 13./14.06.2026

Nach einer regnerischen Woche traute sich die Sonne am Wochenende endlich wieder hinter den Wolken vor. Freitag besuchten Karin und ich noch das Linkin Park Konzert in der Allianz Arena und Samstagfrüh gings ins BGL. Eigentlich um Karins Mutter im KH zu besuchen, aber so einen Krankenbesuch kann man ja gut für ein bisschen Bewegung nutzen. So fuhren Paul und ich mit den Bikes rüber ins KH BGD (20 Minuten, 100 hm, 6 km) und am Rückweg bogen wir zum Blauen Kastl ab (1 Stunde, 600 hm, 7 km). Mit meinen müden Beinen, ließ ich mich sogar ein bisschen von Paul ziehen, schon eine feine Sache so ein E-Bike. Den Fußweg runter zur Kastensteinerwand gings deutlich besser als das letzte Mal mit Karin und Paul kann solche Trails sowieso praktisch durchfahren. Der Blitzweg ist dann sowieso weniger anspruchsvoll und etwa zweidrittel der Kehren kann ich inzwischen fahren (½ Stunde, 75 hm, 3 km).

Sonntag sah das Wetter zwar nicht so gut aus wie am Samstag, aber dafür konnte ich Paul motivieren mit mir noch eine Runde zu drehen. Diesmal einen meiner Lieblingsklettersteige in der Gegend. Mit den Bikes kamen wir fast bis zur Abzweigung des Klettersteigzustiegs, weil wer muss schon Akkuladen (½ Stunde, 400 hm)? Also Bikes abstellen und zum Rastplatzl unterhalb des Klettersteigeinstiegs hinauf spazieren (¼ Stunde, 130 hm). Das Bankerl lud zu einer kurzen Rast ein und so mascherlten wir uns auch gleich hier auf. Eine Dreiergruppe, die hinter uns ankam, tat es uns gleich.
Im unteren Teil war der Steig weitgehend trocken und zwischenzeitlich zeigte sich sogar immer wieder kurz die Sonne. Die relativ steilen Pfeiler machen jedes mal wieder Spaß, die Wanderwege zwischen drin müssten nicht sein, sie machen den Steig aber auch irgendwie aus. Im oberen Teil kamen wir dann in den Nebel und der Fels war an vielen Stellen relativ feucht. Die Arme müde, der Fels rutschig, da freuten wir uns als wir aus dem Steig ausstiegen konnten und nur noch die paar Meter zum Gipfel hinauf gehen mussten (3 Stunden, 790 hm). Die Pause am Gipfel hielten wir sehr kurz und machten uns schnell an den Abstieg zurück zu unseren Bikes. Beim Rausrollen zeigte sich wieder mal, warum man für den Steig unbedingt die Räder mithaben sollte (1¼ Stunden) und so konnten wir nach knapp fünfeinhalb Stunden zum Mittagessen mit den Anderen fahren.

Was für zwei schöne Touren mit Paul. Jetzt freu ich mich aber auch schon auf die nächsten zwei Wochen in den USA, schauen wir mal was da so geht.

Montag, Mai 25, 2026

Pfingsten zwischen Koasa und BGL - 23.-25.05.2026

Seit dem Skitourenabschluss mit Daniela, war ich nicht mehr in den Bergen unterwegs. Da das Knie unter moderater Belastung inzwischen schon sehr gut ist, war es Zeit zu sehen, was geht.

Nachdem wir die Kids im Gate für ihren Bleau-Tripp mit der Klettergruppe abgeliefert hatten, gings für Karin und mich in den Kaiser. Vom Parkplatz Tannbichl kurbelten wir zur Obere Regalm hinauf und stellten die Bikes am Anfang des Steigs zur Ackerlhütte ab (1 Stunde, 520 hm). Bis hierher hatte das Knie super mitgemacht, auch wenn gerade nicht viel Saft in den Oberschenkel ist. Auch die paar Meter zur Ackerlhütte waren problemlos (¼ Stunde, 90 hm) und so gings weiter ins Hochgrubachkar. Karin blieb auf einem Fels zurück und sah den Kletterern am Waxensteiner Turm zu, während ich noch in den Niedersessel aufstieg und mir den Einstieg der Göttner ansah (1 Stunde, 400 hm). Dort waren auch zwei Kletterer, mit denen ich kurz ratschte, bevor es das ausgesetzte Steiglein zurück ins Hochgrubachkar ging (¼ Stunde). Hier hatten wir uns beide eine ausgedehnte Pause verdient. Brotzeit machen, ratschen und Kletterern zusehen, was will man mehr (¾ Stunde).
Beim Aufstieg hatten uns zwei Wegbauer den Tipp gegeben eine Runde übers Bergsteigergrab (Baumgartenköpfl zu drehen. Der Weg rüber ist wirklich nett und recht abwechslungsreich (1 Stunde, 70 hm). Am Bankerl tranken wir unser letztes Wasser und stiegen dann zur Ackerlhütte ab/auf (½ Stunde, 60 hm). An so schönen Wochenenden verkauft der Hüttenwart Getränke und wir konnten noch einer Seilschaft in der Querung der Buhl in der Mauk-Westwand zusehen. Eigentlich wollte Lena hier an diesem Wochenende ihren Geburtstag feiern, leider klappte das nicht, wäre super schön gewesen wieder mal einen Abend hier oben zu verbringen. So hieß es zurück zu den Bikes absteigen und dann hinunter zum Parkplatz. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, nahm ich den Fußweg, ziemlich schön und sogar für mich fast durchgängig zu fahren (½ Stunde).

Wie so oft, wenn eine Tür zu geht, geht eine andere auf. Wir verbrachten zwar den Abend nicht mit Lena auf der Ackerlhütte, dafür aber mit Carola, Oliver und den Kids in Going. Und als wir uns am Morgen aus unserem Bus schälten, hatten wir gleich einen traumhaften Blick auf den Ostkaiser.
Jetzt wechselten wir aber von Tirol ins Salzburgerland und besuchten meine Eltern in Weißbach. Zusammen drehten wir eine Runde durch die Zahme Gams (1¼ Stunde, 110 hm). Hohe Stufen, mag mein Knie noch nicht ganz so gerne, deshalb entschieden wir uns gegen einen zweiten Klettersteig am Nachmittag und fuhren stattdessen mit den Rädern in die Vorderkaserklamm (½ Stunde, 100 hm, 6 km). Der Steig durch die Klamm ist wirklich spektakulär und schon der Weg ins Tal entlang des Baches mit vielen Bademöglichkeiten und Spielplätzen vor allem mit Kindern empfehlenswert (1¼ Stunde, 160 hm). Zurück nach Weißbach kann man dann relativ viel rollen (½ Stunde, 20 hm, 6 km) und so waren wir nicht komplett fertig, als wir noch ins BGL weiterfuhren.

Der Montag begrüßte und dann genauso sonnig wie die letzten Tage und nach einem späten Frühstück fuhren wir über Winkl in die Mordau (1½ Stunde, 600 hm, 11 km). Gefühlt war ich hier der einzige ohne Motorunterstützung.....naja, jeder wie er es kann und braucht. Runter zweigten wir dann in Loipl ab und nahmen noch unsere "Haustrails" mit (¾ Stunde, 80 hm, 10 km).

Was für ein schönes verlängertes Wochenende mal ganz ohne Kids, wir freuen uns aber auch schon, sie am nächsten Wochenende in Bleau aufzugabeln.

Mittwoch, Januar 21, 2026

Alpspitze - 21.01.2026

Hämmernde Gitarrenriffs im Ohr, hämmernder Herzschlag in der Brust, Schritt, Schritt, Atmen. Die Schenkel brennen, der Blick nach unten bereitet leichtes Unbehagen. Warum mache ich das?

Szenenwechsel, eine Stunde später. Immer noch Herzschlag bis in die Ohren, gepresste Atmung, alle paar Schwünge eine kurze Pause. Dafür stehe ich in der Sonne und die Tiefe zieht nicht mehr so sehr. Aber wo war jetzt der "fahrbare" Durchschlupf? JA, das geht, nur wenige Sharks....ist eh der Steinski, Hauptsache nicht stürzen.

Wo hatte ich mich denn da schon wieder hineinmanövriert? Eigentlich waren meine Beine müde von einem sportmedizinischen Belastungstest am Dienstag, aber es war halt auch Mittwoch und richtig gutes Wetter. Schnee ist aber leider immer noch rar. Also wieder eine Pistentour, Garmisch vor zwei Wochen war nicht so schlecht und damals hatte ich schon ein paar Leute in der Alpspitz Ferrata gesehen. So stieg ich mit dem bisschen Zusatzgewicht von Steigeisen und Pickel zum Kreuzeck auf (1¾ Stunde, 950 hm). Die Beine fühlten sich nicht schlecht an, also gings weiter. Ohne den Umweg auf den Längenfelderkopf, querte ich vom Sommerweg knapp unter dem Osterfelderkopf hinüber zum Einstieg der Ferrata (1 Stunde, 510 hm). Die Spur ist super ausgetreten und das Seil weitgehend frei. Wahrscheinlich würde es im Moment sogar ohne Steigeisen gehen...ausprobieren wollte ich es aber nicht. Auch wenn die Alpspitz Ferrata sehr einfach und die Flanke relativ flach ist, ausrutschen wäre doch eher ungesund. Bis zur Schulter kamen mir ein paar andere Begeher entgegen und ich überholte eine Gruppe Gebirgsjäger (1 Stunde, 430 hm). An der Schulter kann man die Nase dann endlich wieder in die Sonne halten und es ging ein bisschen ausgesetzter das letzte Stück zum Gipfel hinauf (¼ Stunde, 100 hm).
Durchschnaufen, trinken, eine Kleinigkeit essen. Aber was jetzt? In der Ostflanke waren zwar keine Abfahrtsspuren, aber so ganz schlecht sah sie nicht aus. Da ich die Ski schonmal mitgeschleppt hatte, wollte ich eine Abfahrt zumindest probieren, wenns nicht passt, kann ich ja auch wieder aufsteigen. Was soll ich sagen, weit entfernt von perfekt, aber in diesem Winter bin ich nicht wählerisch und so würde ich sagen, das war gar nicht schlecht. Gerade im steilen, felsigen, unteren Teil, muss man höllisch auf Sharks aufpassen, aber der Treibschnee ist in der gesamten Flanke leicht zu erkennen. Es findet sich ein durchgängiger Weg, ohne dass man die Ski abschnallen müsste. Im Kessel unter der Ostflanke liegt ein nicht allzu alter Lawinenkegel und erinnert daran, dass man solche Unternehmungen nur bei halbwegs stabilen Bedingungen starten sollte (¾ Stunde). An den Schöngängen wechselte ich wieder auf Steigeisen. Im Gegensatz zur Alpspitz Ferrata sind die hier notwendig, zwischen drin gibt es ein paar Passagen mit dickem Wassereis (¼ Stunde). Und dann war die Tour auch schon zu Ende. Natürlich noch nicht ganz, aber die Abfahrt über die Piste hinunter zum Auto zählt eigentlich nicht wirklich (½ Stunde). Knapp 6 Stunden und 2000 hm nach meinem Start kam ich am Bus an. Jetzt durften die Schenkel wirklich müde sein.

Donnerstag, Dezember 11, 2025

Sonntagsköpfl und Pfaffenbichl - 10.12.2025

Letztes Wochenende wurde es warm und nun wurde es auch noch sonnig dazu. So hieß es diesen Mittwoch: hoch hinaus und die Sonne genießen.
Von der Hochfügener Straße aus stieg ich zum Sonntagsköpfl auf (1¾ Stunden, 780 hm). Der durchgängige Harschdeckel machte das Gehen (wieder mal ohne Harscheisen) teilweise recht spannend, zu steil ist die Tour aber zum Glück sowieso nicht. Da der Harschdeckel schön tragfähig war, waren die ersten paar hundert Höhenmeter zum Lamark Mittelleger hinunter ziemlich gut zu fahren. Die Sonne hatte südseitig eine schöne Dezemberfirnschicht gebildet (ja Lukas, ich weiß, das ist kein Firn ;) ) und so cruiste ich im Slush, bis die Schneedecke so durchgeweicht war, dass an gemütliches fahren nicht mehr zu denken war. Deshalb wechselte ich am Mittelleger auf den Forstweg zum Niederleger hinunter (¾ Stunden). Dort kamen die Felle wieder an die Ski und ich stieg die Aufstiegsroute am Pistenrand zur Bergstation Waidoffen auf (1¼ Stunden, 720 hm). Das letzte Stück auf den Pfaffenbichl kann man inzwischen durch einen neuen Klettersteig (B/C) ziemlich spektakulär gestalten (¼ Stunde,120 hm). Je nach persönlichem Sicherheitsempfinden ist ein Klettersteigset anzuraten und je nach Schneelage/Eis könnten vielleicht auch Steigeisen helfen. Der Abstieg führt über den "Normalweg" (10 Minuten) und nach einer schnellen Abfahrt über die perfekt präparierten Pisten (¼ Stunde) musste ich die Ski für das letzte Stück zum Auto, entlang der Straße, noch schultern (¼ Stunde, 30 hm).

Ein perfekter Sonnentag, zwar mit Skigebietsnutzung, aber eben auch eine "richtige" Skitour. Durch meinen frühen Start, hatte ich sogar noch Zeit kurz bei meinen Eltern vorbeizuschauen und einen Termin in der BH Schwaz wahrzunehmen. Leider ist im Moment kein weißer Nachschub in Sicht, also wird es in den kommenden Tagen/Wochen wohl eher ohne Ski oder nur in Skigebieten auf die Berge gehen.

Sonntag, September 21, 2025

Island - If you don't like the weather, wait five minutes - 23.08.-15.09.2025

Island war schon lange ein Traum für uns. Eigentlich wollten wir immer mit dem Bus hin, aber alleine für die Anreise fast eine Woche, das macht es ohne Elternzeit/unbezahlten Urlaub fast unmöglich. Außerdem sind wir ja auch noch an die Ferien gebunden. Auf der anderen Seite, keiner weiß wie lange die Kids noch mit uns in den Urlaub kommen. Also fliegen. Drei Wochen ist auch nicht schlecht. Nur unsere typische Urlaubszeit, Ende August/Anfang September ist nicht ganz ideal, zumindest dürfte es nicht so heiß wie in Sizilien vor drei Jahren werden.
 
Als wir unseren Mietwagen in Keflavík abholten, zeigte sich das Wetter auf jeden Fall von seiner garstigen Seite, Regen der horizontalen Sorte. Die Dame von der Vermietung warnte uns noch eindringlich vor dem Zeltdach bei Wind, nicht beim Schlafen, sondern beim Fahren sollen wir aufpassen. Im Sturm waren wohl an dem Wochenende zwei Dächer in den Westfjorden abhanden gekommen. Mit den guten Tipps im Gepäck steuerten wir unseren ersten Bonus und dann den Campingplatz in Grindavík an. Was uns dabei gar nicht so bewusst war, das Lavafeld auf dem  Weg dorthin ist ziemlich frisch. Überall dampfte es und am Campingplatz waren Evakuierungsschilder angebracht. Im Moment gibt der Fagradalsfjall aber Ruhe. Keine Ruhe gaben dafür Regen und Wind, sodass wir am Morgen mehrere Liter Wasser im Zelt stehen hatten. Vor allem Karins Schlafsack war komplett durchgeweicht. Was für ein toller Start. Damit begann auch unsere Suche nach einem Campingplatz mit Trockner. Kleiner Spoiler, nicht das einzige Mal. Diesen fanden wir in Stykkishólmur auf der Snæfellsnes Halbinsel. Dorthin durchquerten wir nochmal das Svartsengi Lavafield (2024 Eruption), sahen uns die Blue Lagoon von außen an und unternahmen eine kleine Wanderung an den heißen Quellen bei Krýsuvík auf den Haverafjall (308 m) (¾ Stunde, 150 hm, 2,5 km). Ein langer Tag, aber wir bekamen alles trocken und die Nacht in Stykkishólmur blieb, bis auf einen kurzen Guss, auch trocken. Da wir nun mal schon auf der Snæfellsnes Halbinsel waren, bestiegen wir am nächsten Tag den Kirkjufell (463 m) (1¼ Stunde, 450 hm). Nette kleine Tour, teilweise mit Fixseilen versichert und bei Nässe sicher ganz schön blöd, aber mit einem tollen Blick in die Bucht. Paul und ich spazierten noch zum Nordgipfel und zurück (¼ Stunde, 50 hm), bevor wir alle wieder abstiegen. Etwas weiter westlich wanderten wir zum Svöðufoss und ganz im Westen besuchten wir den Saxhóll, einen erloschenen Vulkan. Um die Runde abzuschließen fuhren wir noch an Lóndrangar, ein paar Felstürme an der Küste und Gatklettur, einem Felsentor in Arnarstapi, vorbei. Eher zufällig fanden wir noch die Rauðfeldsgjá Schlucht, in die man reinkraxeln kann. Auf dem Weg zu unserem Camping an der Guðrúnarlaug stoppten wir noch an der Búðakirkja in Búðir und beendeten unseren Tag mit der ersten Schotterpiste, etwas wirklich besonderes…naja, mit ein paar Tagen Abstand, nicht mehr wirklich, irgendwann hing uns das Geholper auf der Reise ganz schön bei den Ohren raus. Aber so weit war es noch nicht.

Nach unserem morgendlichen Bad in der Guðrúnarlaug ging’s in die Westfjorde, zu unserem ersten Stopp in Flókalundur. Hier war dann auch meine erste richtige F-Road, die F66 Kollafjarðarheiði. Eine Bergstraße, aber ohne wirklicher Furt, damit überhaupt kein Problem mit unserem Karpatenmuli. Um uns den Staub der Straße runter zu waschen sprangen wir noch in die Hellulaug, ein kleiner heißer Naturpool direkt am Meer. Die Nacht war dann nicht nur die erste ohne Regenguss, sondern auch mit einer Aurora, was für ein Empfang in den Westfjorden. Unseren Tag begannen wir mit einer kleinen Wanderung zu einem namenlosen Wasserfall bei Flokalundur (¾ Stunde, 50 hm, 2 km), bevor wir uns das endlose Schottergerumple nach Látrabjarg antaten. Látrabjarg ist bekannt für die Brut von Papageientauchern. Leider waren diese für dieses Jahr schon ausgeflogen, die Wanderung an den Klippen entlang war trotzdem richtig schön und erinnerte mich sehr an die Cliffs of Moher in Irland (1½ Stunden, 200 hm, 5 km). Auf dem Rückweg besuchten wir noch Rauðasandur, einen zehn kilometerlangen Sandstrand. Der Camping in Tálknafjörður lag dann direkt neben dem Schwimmbad, in dem wir uns in der Früh von der Nacht (und dem Aurora-Schauen) aufwärmten. Die Fahrt weiter führte uns am Dynjani Wasserfall vorbei (¾ Stunde, 100 hm), über die alte Passstraße nach Pingeyri und nach Isafjördur. Wo der Camping direkt am Fuße des Bunárfoss liegt, Abendspaziergang zum Wasserfall natürlich inklusive (½ Stunde, 250 hm, ¼ Stunde Abstieg). Da die ganze Nacht der Nebel über Isarfjördur hing, hatten wir wenig Hoffnung am Kaldalón einen Blick auf die Gletscherzunge des Drangajöklls zu werfen. Je weiter wir aber nach Osten kamen, umso besser wurde das Wetter und im Skötufjördur sichteten wir dann sogar mehrere (Mink)Wale direkt von der Straße aus. Bei so gutem Wetter mussten wir natürlich auch den nördliche Teil der F66 mit der dortigen Furt fahren und in der Einsamkeit der Kollafjarðarheiði unser kleines Mittagessen genießen. Die Wanderung vom Kaldalón zur Gletscherzunge ließen wir dann aber ausfallen, zu langweilig sah der kilometerlange Talhatscher aus. Dafür spazierten wir noch in Dalbær Snæfjallaströnd zur Kirche (1 Stunde) und ich stieg anschließend den Kamm über dem Flugfeld auf (1 Stunde, 250 hm). Dabei stolperte ich fast über zwei Polarfüchse, die scheinbar genauso überrascht waren wie ich. In der Nacht sahen wir dann die letzte Aurora, wenn auch nur ganz schwach, weil es bis kurz vor der Dämmerung geschüttet hatte und es erst zusammen mit dem ersten Licht im Osten aufklarte. So war die Nacht zwar feucht, der Morgen startete aber sonnig und wir konnten das Zelt schön trocknen, bis wir unser Zelt abbauten, da schüttete es nämlich wieder. Gut, wir hatten zwar meistens Glück und das Zelt trocknete vor dem Abbau, aber es war auch nicht das erste Mal, dass wir ein nasses Zelt einpackten. Neu war aber, dass wir an diesem Tag (und Nacht) keine Möglichkeit fanden das Zelt wieder zu trocknen. Es schüttete den ganzen Tag, zur Krossneslaug, beim Abstecher in einer verlassenen Konservenfabrik in Ingólfsfjörður und bei unserer Ankunft am Camping. Dieser hatte einen großen Gemeinschaftsraum, in dem wir nicht nur das Zelt aushängten, sondern auch unsere Matten auswarfen und dort schliefen. Zum Glück waren wir alleine, außer zwei Off-Roader Paaren, die mit ihrem Defender und Jimny die F26 gefahren waren und weiter in die Westfjorde wollten. Die störten sich nicht an uns. Unsere Nacht war also trocken, leider war das Dachzelt der Kids auf der Wetterseite nicht komplett zu, somit stand das Wasser unter bzw. in der Matratze. Wenn’s läuft, dann mal richtig. Aber warum sich aufregen, wenn man es eh nicht ändern kann. Wetterbesserung war auch nicht in Sicht, also fiel die Campingwahl auf einen Platz mit großem Gemeinschaftsraum und eigenem Hot Pot. Auf dem Weg dorthin waren dann Museen angesagt. Zuerst moderne Kunst in der stillgelegten Heringsfabrik in Djúpavík und dann noch das Hexenmuseum Hólmavík. Beide super spannend und so störte der Regentag auf der Fahrt nach Reykjaskólavegur nicht wirklich.
2025_08_23-31_Westfjorde

Den Westfjorden hatten wir nun den Rücken gekehrt, das Wetter blieb aber schlecht. Zwar bekamen wir das Dachzelt (also die Matratze) trocken, es stürmte aber so sehr, dass wir das kleine Zelt nicht aufstellen konnten. Der Karpatenmuli wurde am Schotterparkplatz im Windschatten des Küchengebäudes geparkt und für uns stand schon wieder eine Nacht im Gemeinschaftsraum an. Dafür besserte sich das Wetter, zumindest im Nordwesten. Vor allem für Blönduós sah es vielversprechend aus, wenig Wind und wolkenlos. So fuhren wir „nur" die nächste Halbinsel aus. Aber auch das hatte einiges zu bieten. In Illugastadir beobachteten wir Robben mit ihren Jungtieren. Hvítserkur, einem Felsentor vor der Küste und der Basalt Festung Borgarvirki statteten wir einen Besuch ab und am Campingplatz in Blönduós waren wir so früh, dass wir nicht nur unsere Wäsche waschen konnten, sondern auch noch einen Spaziergang auf die Insel Hrútey im Blanda River unternehmen konnten. Die Off-Roader bei Krossnes hatten uns von Grettislaug erzählt, zwei kleinen Pools direkt am Meer. Hier badeten wir und planten den nächsten Abschnitt. Zunächst stoppten wir gegenüber, auf der anderen Seite des Fjords, bei der Grafarkirkja in Hofsós, der ältesten Kirche Islands und dann bei der Fosslaug in Varmahlíð. Hier badet man direkt am Kopf des Wasserfalls, wie man aus dem Namen schon schließen kann. Die Nacht bei Akureyri war dann wieder feucht und der Camping riesig und für unser Gefühl ganz schön voll, naja inzwischen sind wir auf der Ringroad angekommen und etwas verwöhnt von den Westfjorden.
Da das Wetter ganz im Norden (Húsavík und die nördlichen Fjorde) leider sehr schlecht vorher gesagt war, begruben wir den Plan auch diesen Teil der Insel komplett zu umrunden und machten uns stattdessen auf den Weg zum Mývatn. Vorbei am Goðafoss und mit den Kids umrundeten wir den Skútustaðir (¾ Stunde, 3 km), einen kleineren See südlich des Mývatn, mit einem tollen Infozentrum. Am Dimmuborgir Lavafeld streikten die Kids dann und blieben im Auto, während Karin und ich zur „Kirche“ spazierten (1 Stunde, 4 km). Bei der Wanderung auf den Hverfell (452 m) begleitete uns dann zu mindestens Paul (1¼ Stunden, 200 hm, 4,5 km).  Die Grjótagjá, bekannt aus der GoT Szene zwischen John Snow und Ygritte, sahen wir uns wieder alle gemeinsam an.  Leider ist das Wasser dort inzwischen viel zu heiß um zu baden. Um den Tag abzuschließen machten wir noch alle einen Spaziergang über Hverir, einem geothermalen Feld, und zum Dettifoss, dem wasserreichsten Wasserfall Europas.
Wie so oft regnete es in der Nacht, aber die Sonne am Morgen ließ schnell wieder alles trocknen. Trotzdem war uns kalt und wir waren feucht. So legten wir eine Aufwärmpause im Schwimmbad von Egilsstaðir ein, aber erst nach einem Abstecher am Stuðlafoss und einer Wanderung zur Stuðlagil Schlucht (1½ Stunden, 100 hm, 5,5 km). Die Schlucht war übrigens bis dato „the most over-rated place" der Reise, Massen an Menschen und durch den Regen der letzten Tag ein so hoher (und brauner) Wasserstand, dass ein Wandern in die Schlucht unmöglich war. Die Nacht verbrachten wir dann im äußersten Osten, dem Fährhafen Seyðisfjörður. Ein pittoresker Ort, mit Regenbogengasse und schöner Kirche, in der wir der Orgel-/Gesangsprobe beiwohnen konnten. Am nächsten Tag gings wieder zurück nach Egilsstaðir und zum Hegifoss (1½ Stunden, 260 hm), auch hier wieder ein Touri Hotspot, aber die geologische Schichtung des Falls ist wirklich schön. Um wieder etwas abseits der Ringroad Touristen zu reisen, machten wir einen Abstecher an Kárahnjúkavirkjun, einem riesigen Staudamm (700 Meter breit und 200 Meter hoch) nördlich des Snæfell (1833 m). Von hier nahmen wir den östlichsten Teil der F910 (Austurleið), um zur Laugavallalaug, einer warmen Quelle, die als kleiner Wasserfall zum Baden einlädt. Über die F907 (Brúarvegur) gelangten wir schließlich zum Camping an der kleinen Alm Sænautasel. Die Nacht hier im Hochland wurde empfindlich kalt, so wärmten wir uns bei Tee, Kaffee, heißer Schokolade und Pancakes im ehemaligen Schafstall der Alm auf. Dieser Tag wurde leider einer unserer „Regentage". Bei leichtem Regen gings das letzte Stück F-Road zurück auf die 1 und nach Egilsstaðir. Der Regen intensivierte sich und so stoppten wir nur kurz bei Djúpivogur und am Snædalsfoss, bevor wir entschieden kurzfristig vier feste Wände für die Nacht zu mieten. Im Glacier World - Hoffell Guesthouse konnten wir nicht nur unsere gesamte Ausrüstung trocknen, sondern auch die hauseigenen Hot Pots mit Blick auf den Hoffellsjökull nutzen, dem wir natürlich an diesem Abend auch noch einen Abstecher abstatteten.

Der nächste Tag startete dann, wie der letzte begonnen hatte, mit Regen und Sturm, so wurden wir am Diamond Beach durch den horizontalen Regen so nass, dass uns allen die Lust am Aussteigen verging. Gut, man kann ja auch viel mit dem Auto machen, zum Beispiel die Heizung auf Maximum stellen und einer Piste auf den Breiðamerkurjökull zwischen Jökulsárlón und Breiðárlón fahren. Ziemlich spannend, vor allem wenn man das erste Mal realisiert, dass man inzwischen auf schuttbeladenen Gletscher fährt. Karin und ich stiegen am Fjallsárlón noch aus, die Kids bekamen wir aber erst am Svínafellsjökull wieder aus dem Auto heraus. Das Wetter hatte sich endlich gebessert und wir konnten gemeinsam eine kleine Runde auf den Gletscher machen (1¼ Stunden). Als wir dann in Skaftafell ankamen, konnte man das Wetter schon fast gut nennen. In der Früh weckte uns sogar die Sonne und wir unternahmen eine Wanderung zu den Wasserfällen in Skaftafell (2 Stunden, 300 hm, 6 km). Dass das isländische Wetter recht wechselhaft sein kann, wussten wir ja schon, aber dieser Tag war wirklich extrem. Wir sahen uns an diesem Tag Wasserfälle an, deren Wasser nach oben floss (oder wehte) und in Vik, als wir uns die „Sneaker Waves“ am Reynisdrangar ansahen, empfing uns wieder Regen und Sturm. 10 Kilometer weiter westlich und eine ½ Stunde später wanderten wir schon wieder in der Sonne zur Seljavallalaug, (¼ Stunde Fußweg) und auch am Camping Skógafoss war es nur bewölkt, aber trocken.
Die Nacht war ausnahmsweise fast windstill und auch ohne Regen, dafür riss uns asiatisches Geschnatter aus unseren Träumen. Zwei Asiatinnen hatten sich unseren Karpatenmuli ausgesucht, um davor Selfies zu schießen, leider mit dazugehöriger Geräuschkulisse. Auf Karins Ansprache reagierten die beiden leider gar nicht, erst als Karin sie mit einem „Gsch-Gsch" davonjagte, hatten wir wieder unsere Ruhe. Da wir nun aber schon mal munter waren, unternahmen wir noch eine Wanderung am Skógafoss (1 Stunde, 160 hm, km), bevor es weiter, bzw. wieder zurück, zum Sólheimajökul ging. Für eine Wanderung am Gletscher und den dortigen Gletscherhöhlen hatten wir leider keine Ausrüstung dabei, aber auch der Weg zum Gletscher war ziemlich beeindruckend (1 Stunde, 100 hm, 3,5 km). Bevor wir nun in den „Golden Circle" einbogen, gings noch hinter den Seljalandsfoss und in die enge Spalte des Gljúfrabúi.
Wie schon die letzten zwei Wochen, suchten wir unseren Schlafplatz mit Hilfe der Veður App (offizielle App des isländischen Wetterdienstes) und die zeigte für den Nordwesten des Golden Circles halbwegs stabiles Wetter, naja zumindest für isländische Verhältnisse. So steuerten wir direkt den Geysir an und stellten uns auf den Camping neben diesem. Der Vorteil: man kann am Abend und in der Früh fast alleine an den Geysiren sein. Und so konnten wir dem Strokkur Geysir (das ist der kleinere Geysir, etwa 20 Meter hoch) zum Sonnenuntergang wie auch zum Sonnenaufgang zusehen. Der große Geysir (ca. 70 Meter) schläft leider seit einigen Jahren. Bevor wir weiter zum Gullfoss fuhren, spazierten Karin und ich noch eine kleine Runde zu den Geysir-Aussichtspunkten, etwas oberhalb des Geysirparks (¾ Stunde, 80 hm, 2 km). Am Gullfoss zeigte sich dann eine leichte Wasserfallmüdigkeit der Familie. Paul meinte nur: „Mir hängen diese Wasserfälle inzwischen am Arsch heraus!" Dafür war noch keiner Laugmüde, weshalb der Besuch in der Secret Lagoon in Flúðir wesentlich positiver von allen aufgenommen wurde. Bevor wir unser Lager am (fast komplett leeren) Camping Úlfljótsvatn, südlich von Pingvellir aufschlugen. Stoppten wir noch am Kerið Kratersee und wanderten einmal rundherum, natürlich bei Regen. Den Abschluss im Golden Circle machte dann der Nationalpark Thingvellir. Hier wanderten wir entlang der Europäisch-Amerikanischen-Plattengrenze und sahen den Tauchern und Schnorchlern an der Silfra Spalte zu.

Unsere Reise neigte sich langsam dem Ende zu und so entschieden wir uns nun Reykjavik zu erkunden. Der Campingplatz in Reykjavik ist so teuer (die meisten Campingplätze in Island sind teuer, für das was sie bieten, aber die Plätze in und um Reykjavik sind nochmal eine ganz eigene Kategorie), dass wir uns entschieden eine kleine Wohnung zu mieten und in der Stadt die Vorteile von trockenen, festen vier Wänden zu nutzen. Wie in den meisten isländischen Städten besuchten wir zuerst ein öffentliches Bad, die Vesturbæjarlaug und bestaunten dann diese vielfältige, quirlige Stadt. Wir aßen Fish and Chips im Reykjavik-Fish, Crêpes im Café Babalu und Hummersuppe in der Seegräfin. Und, um eine der Fragen in einem unserer Lieblingsspiel endlich abschließend beantworten zu können (Wo bitte ist Umtata) besuchten wir das Penismuseum (fragt bitte nicht, wer Penisse sammelt). Aber nach zwei Tagen Stadt, zog es uns doch wieder hinaus. Diesmal zum geothermalen Feld von Hveragerði, dort kann man nämlich eine kleine Wanderung zu den heißen Quellen von Reykjadalur machen (1 Stunde, 250 hm, 3,6 km). Definitiv kein Geheimtipp, aber wenn man später am Nachmittag kommt, hat man noch ein bisschen Restsonne an den Badestellen und die Menschenmassen werden etwas weniger. Karin und ich umrundeten (bzw. ich kraxelte noch rauf) den Ölkelduhnúkur (440 m)(1 Stunde, 220 hm3,5 km), bevor wir uns ein Bad im heißen Fluss gönnten, der übrigens am oberen Ende so heiß ist, dass man sich verbrühen würde. Am Abstieg sahen wir uns noch ein paar der heißen Krater an (¾ Stunde, 60 hm, 3,6 km) und am Abend stellten wir unser Zelt am einzigen gratis Campingplatz Islands auf, am Gata Free Camping (qualitativ übrigens nicht viel schlechter als manch anderer Campingplatz).
Am letzten Tag auf Island umrundeten wir noch die Reykjanes Halbinsel, die wir ganz am Anfang unseres Urlaubs kurz besucht hatten (Grindavik!). Am Weg dorthin sahen wir noch ein letztes Mal Seehunde an der Küste und am Fagradalsfjall Vulkan östlich von Grindavik wanderten wir ins Nátthagi Valley, einem kleinen Tal in dem es seit 2022 fast jährlich Ausbrüche gegeben hatte, den letzten noch bis etwa Februar 2025. Beeindruckend, das noch immer dampfende Lavafeld, wenn man entlang des Langihryggur (296 m) Ridge wandert (1 Stunde, 250 hm, 3 km). Wie immer gab es kurze Regengüsse (horizontaler Art), weshalb Karin und die Kids wieder zum Auto zurückgingen, während ich noch auf den Stóri Hrútur (357 m) und einen vorgelagerten View Point stieg, um mir den neuesten Krater im Geldingardalir anzusehen. Zurück zum Parkplatz brachte mich dann der Hrútatalur Trail (1½ Stunden, 450 hm, 6 km). Hier war auch wieder Sonne und Wind, also die perfekten Bedingungen, um die Ausrüstung ein letztes Mal zu trocknen. In Grindavik fanden wir die Spalten und das nahe Lavafeld immer noch gleich beeindruckend wie vor drei Wochen, am Anfang unserer Reise. Diesmal durchquerten wir das Lavafeld aber nicht, sondern blieben an der Küste. Sahen uns die Gezeitenpools von Brimketill und die Thermalquellen Gunnuhver nahe des Reykjanes Lighthouse an. Vor dem Leuchtturm sind noch ein paar schroffe Felsen vorgelagert, Valahnúkamöl, und ein paar Kilometer weiter trifft man wieder auf die Kontinentalplattengrenze. In diesem Fall führt die „Bridge Between Continents" darüber. So endete unsere Reise nach 4200 Kilometern, in der Nähe des Flughafen Keflavik mit einer, wie sollte es anders sein, regnerischen und vor allem kurzen Nacht, da wir unser Auto um 5 Uhr Früh abgeben mussten, um unseren Flug ins warme und sonnige München zu erwischen.

Ein Urlaub, der in vielen Aspekten anders als geplant und/oder vorgestellt war. Was aber nicht heißen soll, dass er schlecht war, eher unerwartet und spannend. Es war vor allem anstrengend, nicht nur das Wetter, sondern auch die unglaublich vielen verschiedenen Eindrücke. Wir werden Island sicher wieder besuchen. Karin möchte gerne noch den Norden sehen und mich zieht es ins Hochland. Auf jeden Fall sind wir beim nächsten Mal keine Islandneulinge mehr und machen hoffentlich den ein oder anderen Anfängerfehler weniger.

Dienstag, Juli 08, 2025

Nasenwand und Zimmereben Klettersteig - ein Wochenende in Ginzling - 05./06.07.2025

Seit zehn Jahren besuchen wir einmal im Jahr den Diggl in Ginzling. Über die Jahre änderte sich immer wieder die Zusammensetzung der Gruppe und die Ausrichtung der Aktivitäten, aber eines ist über die Jahre gleichgeblieben: Bier, gutes Essen und lustige Gespräche.

Samstag begingen Marie, Wini, Peter Karin und ich den Nasenwand Klettersteig. Im feucht-warmen Wetter spazierten wir zum Einstieg (¼ Stunde, 40 hm), wo gerade ein Bergführer mit seinen drei Kundinnen einstieg. Scherzend und ratschend kraxelten wir durch den unteren Teil. So war es gar nicht schlimm, dass wir mehrmals auf sie aufliefen. Am Notausstieg verließen uns Karin und Marie und wir drei Jungs stiegen weiter. Leider konnten wir nirgends wirklich überholen und so standen wir mehrmals blöd in der Gegend herum. Zum Glück hatten wir es nicht eilig, da allerdings relativ instabiles Wetter von Süden hereindrückte, wäre mir etwas mehr Geschwindigkeit lieber gewesen (2½ Stunden, 300 hm). Trotz allem kamen wir trocken zurück zum Diggl (¾ Stunde, 30 hm) und am späteren Nachmittag kam noch Hannes vorbei. Mit ihm ging ich noch eine Runde Bouldern im Ginzling Wald. Da erwischte uns dann aber endgültig das Nachmittagsgewitter und wir zogen uns im Regen zum Biertrinken im Diggl zurück.

Bevor es nach Hause ging, wanderte Karin am Sonntag noch von Mayrhofen zum Gasthaus Zimmereben, während Steffen, Peter und ich den Zimmereben Klettersteig machten. Die Sonne brannte sowohl im Zustieg (¼ Stunde, 90 hm), wie auch im Klettersteig (¾ Stunde, 150 hm) ganz schön herunter und so waren wir über jede Schattenpassage froh. Am Gasthaus trafen wir uns wieder mit Karin und stiegen zusammen zu den Autos ab (½ Stunde).

Was für ein schönes Wochenende zusammen, wenn auch diesmal in sehr kleinem Kreis.

Sonntag, November 10, 2024

Dem Münchner Nebel entfliehen - Wanderung aufs Ettaler Manndl - 10.11.2024

Gefühlt hängt seit Wochen der Nebel in München, dafür sind die Berge diesen Herbst mit besonders gutem Wetter gesegnet. Also hieß es für uns, nach dem Wetterdesaster in den Herbstferien, wieder mal Sonne tanken. Ganz gemütlich fuhren wir kurz vor Mittag nach Ettal, um aufs Ettaler Manndl zu wandern.
Vom Parkplatz am Kloster gings ratschend rauf bis unter den Gipfelaufbau (1½ Stunden, 690 hm). Schon auf dem Weg waren uns einige Wanderer mit Helm und Gurt am Rucksack begegnet, nun sahen wir auch warum. Den letzten Teil des Wegs auf den Gipfel beging ein Großteil der Wanderer mit einem Klettersteigset. Nur genauer hinsehen darf man meist nicht, wobei einem im Stau kaum etwas anderes übrig bleibt. Am Ende ist der Steig (A/B) nicht mehr als ein Schrofenhang an dem ein Seil gespannt ist. Der Fels rund um das Seil hat beinahe den Glanz von Carrara Marmor und bei Nässe ist er sicher etwas unangenehm, bei Bedingungen wie heute konnten wir aber ohne Probleme auf ein Klettersteigset verzichten (10 Minuten, 70 hm). Wer sich aber nicht wirklich sicher ist was er tut, sollte definitiv ein KS-Set mitbringen, weil ein Sturz tödlich wäre.
Nach einer sehr ausgedehnten Pause reihten wir uns wieder in den Gipfelaufbaustau (¼ Stunde) und stiegen schnellen Schrittes wieder zum Kloster ab, sodass wir die Kneipanlage mit den letzten paar Sonnenstrahlen hinter der Notkarspitze erreichten (¾ Stunde).
Ein sehr schöner Sonntag als Familie und sogar Karins Knie hatte mitgemacht.

Dienstag, August 13, 2024

Großer Donnerkogel Klettersteig mit Paul - 10.08.2024

Mit Paul wollte ich schon länger einen etwas spektakuläreren Klettersteig gehen, den Steig auf den Großen Donnerkogel. Rechtzeitig zur ersten Bergfahrt der Gosaukammbahn trafen wir am Vorderen Gosausee ein und ein paar Minuten später standen wir schon an der Bergstation und konnten unsere Tour starten. Schon auf dem Weg zum Einstieg merkten wir, dass wir nicht nur nicht alleine sind, sondern schon einiges vor uns los war (¼ Stunde, 120 hm). So stellten wir uns vor der Kaiserverschneidung das erste Mal in den Stau. Paul war gar nicht so begeistert, da die Sonne ziemlich unbarmherzig in den ostseitigen Steig brannte. An der Verschneidung musste er dann auch ganz ordentlich hinlangen, aber kein wirkliches Problem für ihn. An den Bändern des Kleinen Donnerkogels war dann zum Glück auch etwas Schatten, so konnte er wieder etwas regenerieren. Nach dem Ende der Sektion 1 und 2, dem Einstieg Himmelsleiter (2 Stunden, 340 hm) hieß es wieder warten. Zum Glück im Schatten, aber trotzdem etwas nervig, aber wir konnten die Zeit zumindest mit einer kleinen Brotzeit nutzen (½ Stunde).
Ob sich das Warten lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden, Paul hatte auf jeden Fall Spaß bei einem Klimmzug in der Mitte der Leiter. Das quittierte ein Bergführer hinter uns mit den Worten: "gewaltig Kleiner, super gemacht!"
Der Weiterweg über den Nordgrat des Großen Donnerkogels (Sektion 3 und 4, eigentlich eine Preuß-Tour) ist dann deutlich ausgesetzer als der erste Teil des Steigs, aber auch nicht wirklich schwierig. Und so steht man nach einer letzten Gehpassage am Gipfel (¾ Stunde, 175 hm). Der Ausblick zum Dachstein(gletscher) während unserer Pause ist schon schön, dennoch machten wir uns rasch an den Abstieg, da wir noch ein Treffen am Nachmittag hatten. Über Serpentinen und immer wieder drahtseilversichert gelangt man westseitig zurück zum Einstieg und dann in wenigen Minuten zur Bergstation (1¼ Stunde, 25 hm).
Ein netter halber Tag mit Paul, wenn auch ziemlich voll und unglaublich heiß. Nach der Tour kühlten wir uns noch mit einem Sprung in den Vorderen Gosausee und einem Eis ab, bevor es im Stau (ja die mistige A10) zurück ins BGL ging.

Freitag, August 09, 2024

Hosen voll in den Dolos - 02.-04.07.2024

Wenn man sich in unserer Wohlstandsgesellschaft mal so richtig gruseln will, fährt man Geisterbahn...oder man geht Alpinklettern in den Dolomiten. Ihr dürft raten für was wir uns entschieden haben.
Matze, Bäda und ich konnten uns relativ kurzfristig Freitag freinehmen und so trafen wir uns in aller frühe in Rosenheim, um möglichst schnell über den Brenner zu kommen. Und siehe da, kurz vor Mittag waren wir schon am Valparola. Schnell ein paar Friends und die Gurte in den Rucksäcken verstaut und schon stiegen wir durch den Goinger Stollen zum Einstieg (½ Stunde, 150 hm) der Hexenstein Südkante (7 SL, UIAA 5-). Die Route ist wirklich nett für den Schwierigkeitsgrat und die Stände sind sogar mit jeweils einem zementierten Ring ausgerüstet. Dass uns am vierten Stand ein Hagelschauer überraschte, trübte die Stimmung nur geringfügig, zumal wir auf dem Gipfel (1¾ Stunden, 150 hm) die nassen Sachen schon wieder trocknen konnten. Nach einer gemütlichen Pause stiegen wir durch die Stellungen (wie mit den Kids letzten Herbst) wieder zum Parkplatz am Werk Tre Sassi ab (½ Stunde).
Eine gemütliche, kleine Runde an so einem Nachmittag. Wir hatten aber Blut geleckt und der Plan für den nächsten Tag nahm, bei Bier und Nudeln immer mehr Gestalt an. Und so suchten wir uns einen gemütlichen Schlafplatz nahe dem Rifugio Dibona.

Samstag ging es nämlich im ersten Licht für uns an den 2. Tofana-Pfeiler. Die berühmt-berüchtigte Pilastro trauten wir uns (zu Recht) nicht zu, aber für die Pfeiler Kante (14 SL, UIAA 6-) sollten wir das Rüstzeug schon haben. Der Zustieg über den Wanderweg und ein Band am unteren Ende der Wand (¾ Stunde, 280 hm), ist noch recht lieblich, aber schon in der ersten Seillänge geht es zur Sache. Und es wird nicht leichter. Mich hatte der Start schon ziemlich eingeschüchtert und so war ich froh, dass Bäda am scharfen Ende unserer Halbseile unterwegs war. Die Krux der Tour, ein brüchiger 6- Quergang mit unglaublich viel Luft unter den Sohlen, ist wirklich beeindruckend. Und auch darüber ist die Ausgesetztheit gewaltig. Noch dazu sind die Stände dolomitentypisch, also mehr oder minder gute Schlaghaken und einige davon sind Hängestände. Wie viel Spaß es macht an so einem zu dritt zu hängen, kann jeder für sich selbst entscheiden. Aber jeder Spaß geht irgendwann zu Ende und so stiegen wir über die letzten, etwas leichteren Meter auf den Pfeiler aus (8 Stunden, 500 hm). Die Pause hatten wir uns redlich verdient und so vernichteten wir endlich unsere Brotzeit, bevor wir auf einem kleinen, ausgesetzten Militärsteig aus dem 1. Weltkrieg zum Rifugio Giusanni abstiegen (½ Stunde, 20 hm). Das Bier, obwohl ein italienisches, schmeckte unglaublich gut und so war der Abstieg zum Rifugio Dibona auch nur noch halb so schlimm (½ Stunde).
Nach den 800 hm und 11 Stunden (mit Pausen), hatten wir uns an diesem Abend Bier und Pizza in Cortina verdient, bevor wir uns ein Schlafplätzchen nahe dem Passo Tre Croci suchten, um die Anfahrt für den nächsten Tag zu verkürzen.

Auch Sonntag starteten wir wieder im Morgengrauen, diesmal aber mit einer Autofahrt zur Auronzo Hütte. Unser Ziel für diesen Tag war nämlich die Große Zinne Westwand Dülfer (8 SL, UIAA 5+). Der Zustieg zog sich deutlich mehr als gedacht und ist, vor allem im oberen Bereich, relativ unangenehmes Geschottere (¾ Stunde, 360 hm). Zusammen mit einer Unterlandler Seilschafft kamen wir an der Tour an. Die beiden ließen uns aber den Vortritt und so stieg Bäda bis zum ersten Stand vor. Recht kompakt, aber auch unglaublich steil für den Grat. Die folgende Riesenverschneidung tropfte aber vor Nässe. Also entschieden wir uns Abzuseilen und zum Einstieg zurück zu kehren (1. SL + Abseilen; 1 Stunde, 40 hm). Durch die Rinne, über die wir schon zugestiegen waren, traten wir unseren Abstieg an (½ Stunde). Am unteren Ende der Rinne querten wir aber nach Osten, um zum Normalweg (UIAA 3+) auf die Zinne zu gelangen (½ Stunde, 150 hm). Der Normalweg ist relativ einfach zu finden. Hie und da glänzt ein Abseilhaken oder ein Steinmadl weißt den Weg über die Rinnen, Kamine und Bänder zum Gipfel (1½ Stunden, 450 hm). Auch wenn wir den Aufstieg seilfrei absolvierten, so waren wir doch froh das Seil für den Abstieg zu haben. Im oberen Bereich folgten wir der Aufstiegsroute, bis zum unteren Terrassenband. Über dieses gibt es Steigspuren nach Westen bis zu einem Köpfchen, dort kann man entweder eine steile Rinne in die Rinne zwischen Großer und Kleiner Zinne absteigen, oder an nigelnagelneuen Abseilständen über die Süd-Ostwand vier- bzw. zweimal abseilen (2 Stunden). Somit gelangten wir fast direkt an den Punkt, an dem wir ein paar Stunden vorher zur Dülfer zu- bzw. abgestiegen waren. Von hier aus sind auch die letzten paar Hundert Meter zurück zum Auto nicht mehr der Rede wert (¼ Stunde). Durch unseren kleinen Abstecher an der Westwand hatten wir an diesem Tag dann doch 1000 hm in 7 Stunden (mit Pausen) gesammelt.

Was für ein Wochenende, viel steiler, brüchiger Fels, viel Angst und am Ende jeder Tour unglaublich viel Erleichterung und Freude. Ob wir drei wirkliche Dolomitenfreunde werden, ich weiß nicht, aber hie und da gruseln in unserer Wohlstandswelt, warum nicht. Jungs, das Wochenende mit euch war mir ein Volksfest.

Montag, Juli 08, 2024

Ginzling Wochenende - 06./07.07.2024

Zum achten Mal trafen wir uns dieses Jahr im Diggl in Ginzling. Wie jedes Jahr eine nette, gemischte Gruppe. 
Samstag zog es Vladi und mich an die Rabenwand, zumt55 Rabennest (4 SL, 7-). Der Zustieg (½ Stunde, 200 hm) ging schnell und unproblematisch von statten. Allerdings fiel mir beim Umziehen einer meiner Kletterschuhe in die Schlucht am Einstieg. Also abseilen und in den Büschen im Schluchtgrund suchen. Eine ¼ Stunde später stand ich dann wieder am Einstieg, mit zwei Schuhen. Die erste Seillänge ist etwas seltsam, zwei Bäume sind direkt in der Verschneidung und stehen dort einigermaßen im Weg und der Spreizschritt am Anfang ist auch relativ unangenehm. Dafür sah die zweite Länge sehr schön aus. Leider kamen wir gar nicht so weit, weil Vladi über den Spreitzschritt nicht drüber kam. Ich seilte also wieder ab, wir packten zusammen und stiegen wieder zum Breitlahner ab (1½ Stunde, 50 hm). Mit Ruhm hatten wir uns wirklich nicht bekleckert, dafür blieb uns an diesem Nachmittag mehr Zeit zum Biertrinken und in den Hot Tub springen.
Nach einem feucht-fröhlichen Abend zog in der Nacht eine Front über den Alpenhauptkamm und bescherte uns Regen. So stiegen Karin und ich am Heimweg nur noch in den Talbach Klettersteig in Laimach ein. Den unteren (Übungs-) Teil kann man sich getrost sparen, der obere Teil durch die Schlucht ist aber sehr schön und die zweite Brücke ist spektakulär (1 Stunde, 150 hm). Der andauernde Nieselregen störte nicht weiter, es gibt ja gute Regenjacken und dafür konnten wir den Steig komplett alleine genießen. Im Steig und beim Abstieg sammelte Karin übrigens jede Menge Heidel-, Brom- und Himbeeren (¼ Stunde). Gefühlt für sie der Höhepunkt des Tages.
Wieder mal ein schönes Wochenende mit der ganzen Truppe und vor allem mit schönen Überraschungsgästen.

Dienstag, Mai 14, 2024

Himmelfahrt am Untersberg und Sonnenuntergang/Polarlichter am Starnberger See - 09/11.05.2024

Seit meiner letzten Tour auf die Amberger Hütte waren die Wochen ziemlich vollgepackt mit Arbeit und die Wochenenden blieben wir in München. Unter anderem auch, weil Karins Knie inzwischen die nächste OP hinter sich gebracht hatte.
Christi Himmelfahrt besuchten wir dann doch noch für einen Tag Karins Eltern. Grund genug für mich den Vormittag für eine kleine Runde zu nutzen. Über die Kastensteiner Wand und das Blaue Kastl (1 Stunde, 540 hm) gings wieder mal auf den Rauhen Kopf (¾ Stunde, 480 hm). Weil es den ganzen Aufstieg über geregnet hatte, war es nicht nur empfindlich kalt, sondern der Weg weiter über den Bannkopf zum Stöhr Gatterl auch ziemlich rutschig (1¼ Stunde, 260 hm). Damit fiel mir die Entscheidung, den Hochthronsteig nicht zu gehen, ziemlich leicht, zeitlich wäre es sowieso schwierig geworden. Der normale Weg zum Gipfel ist ja auch ganz nett und man ist deutlich schneller am Untersberg (½ Stunde, 320 hm). Das letzte Mal hatte ich mich beim Stöhrhauslauf hier rauf gequält.
Am Gipfel riss es sogar etwas auf, dennoch stieg ich schnell zum Stöhrhaus ab (10 Minuten) und legte eine Kaffee- und Rhabarberkuchenpause ein. Lustiges Detail am Rande, neben den neuen Wirtsleuten, traf ich auch einen Studienkollegen und wir ratschten ein bisschen über alte Zeiten.
Nach der Pause, die deutlich länger gedauert hatte als geplant, hieß es Gas geben, um zum Mittagessen in die Gern zu kommen. Durchs Mittagsloch, wie immer super rutschig, gings unendlich langsam zum  Scheibenkaser hinunter (¾ Stunde). Von dort aus probierte ich einen, für mich, neuen Steig in den Auergraben aus, um direkt zum Dürrlehen zu gelangen (1 Stunde, 160 hm). Ziemlich cool, leider kam ich dann doch wieder mal zu spät, obwohl ich vom oberen Ende der Almbachklamm fast durchgängig gelaufen war.

Für bayrische Schüler gibt es natürlich keinen Brückentag, also wieder zurück nach München. Das Wochenende verbrachten die Kids mit der IG am Brauneck beim Klettern, was uns ein Wochenende als Paar bescherte. Sightseeing in München (auch mal ganz witzig) und Sonnenuntergang und Polarlichter am Starnberger See. So können Wochenenden auch ganz schön sein.

Donnerstag, Februar 08, 2024

Ellmauer Halt mit Lena - 07.02.2024

Mittwoch, Lena hat Zeit, die Wettervorhersage ist gut, nur das mit dem Schnee ist noch so eine Sache, mit dem Nachschub hapert es nämlich. Aber wie schon in den Weihnachtsferien, kann man fehlenden Pulver auch mit Firn substituieren. Also eine südseitige Tour....wir dachten beide an den Ellmauer Halt, den hatten wir uns schon seit Jahren vorgenommen.
Um 8 Uhr starteten wir mit geschulterten Ski an der Wochenbrunner Alm. Im Wald unter der Gruttenhütte konnten wir dann endlich auf die Ski wechseln (½ Stunde, 200 hm) und so zogen wir gemütlich unsere Spur durchs Hochgrubachkar hinauf zum Brotzeitplatzl in die Rote-Rinn-Scharte (1½ Stunden, 800 hm). Die letzten 100 Höhenmeter stapften wir zum einen, da der Schnee hartgefroren war und zum anderen weil Lena einen Ski bei einer Spitzkehre verloren hatte. Zum Glück blieb er etwa 50 bis 100 Meter tiefer liegen. Lena entschied sich Zeit zu sparen und ihn nicht zu holen, sondern auch den zweiten zurückzulassen und erst beim Abstieg wieder einzusammeln.
Vom Brotzeitfels stiegen wir nicht weiter in die eigentliche Rote-Rinn-Scharte, sondern durch eine steile Rinne Richtung Norden zur Jägerwand hinauf. Am oberen Ende dieser Rinne begegneten uns zwei andere Begeher auf ihrem Weg herunter (½ Stunde, 125 hm). Nach einem kurzen Ratsch, deponierte ich meine Ski und wir stiegen in dem nun kombinierten Gelände weiter. Immer wieder wechselten sich seilversicherte mit seilfreien Passagen ab. Da einige Stellen mit Eis überzogen waren, waren wir froh Steigeisen und Pickel mit dabei zu haben. Durch den schneegefüllten Kamin stapften wir hinauf zur Babenstuber Hütte und dem Gipfel entgegen (¾Stunde, 195 hm). Im Gegensatz zum Sommer, ist die Passage oberhalb des Kamins relativ exponiert und verlangt trotz der vorhandenen Spur eine halbwegs sichere Steigeisentechnik.
Obwohl der Gipfel eine Wahnsinnsaussicht bietet und die Sonne immer noch schien, blies ein eisiger Wind, der uns eine Pause gehörig vermieste. Also schnell wieder hinunter, wobei schnell immer relativ ist, vor allem in diesem Gelände. Den Kamin umgingen wir über die Rissspur, wobei die letzten Meter vor der Rissspur relativ unangenehm zu gehen waren. Und so benötigten wir für den Abstieg zu meinen Ski länger als hinauf (1 Stunde). Während Lena ihren Abstieg durch die steile Rinne begann, machte ich mich für die Abfahrt bereit. Zum Glück war die Rinne gut firnig, aber nicht grundlos sulzig und so war ich wenige Minuten und einige gesprungene Schwünge später wieder am Brotzeitfels. Nun verfluchte Lena die Entscheidung die Ski zurück zu lassen und musste zu mir herunter stapfen. Von der Scharte runter ins Hochgrubachkar war der Schnee deutlich härter, was die Abfahrt zwar weniger angenehm machte, dafür aber den Abstieg für Lena, zusammen mit dem deutlich flacheren Gelände, massiv vereinfachte. Und siehe da, neben ihrem Ski, stand auch der zweite, der abgehauen war. Irgendein netter Skitourengeher hat in mit hinaufgebracht, vielen Dank!
Hier im Hochgrubachkar hatte es schön aufgefirnt und das weite Kar machte super Spaß zum Abfahren. Vorbei an der Gruttenhütte konnten wir mit nur einer kurzen Unterbrechung bis in den Wald über der Wochenbrunner Alm abfahren (1 Stunde). So beschränkte sich das Tragen nur mehr auf die letzten 100 Höhenmeter (¼ Stunde).

Was für eine schöne Tour. Tolle Bedingungen, gutes Wetter und nicht zu Letzt eine super Tourenpartnerin, so machen Mittwoche Spaß.

Sonntag, Dezember 31, 2023

Ende des Jahres am Rauhen Kopf - 31.12.2023

Wie die letzten Jahre landeten wir für Silvester im Berchtesgadener Land. Auch hier ist die Schneelage eher bescheiden, deshalb ließ ich für die Jahresabschlussrunde die Ski im Bus und stieg zu Fuß auf den Rauhen Kopf (1¾ Stunde, 1020 hm). Und wie beim letzten Mal, schaffte ich es gerade so wieder runter, bevor es stockdunkel war (1 Stunde, 50 hm).

Irgendwie war dieses Jahr wieder etwas krankheits- und verletzungsgeprägt. Inzwischen kommt es mir vor, solche Jahre häufen sich, umso älter wir werden. Anfang des Jahres (bzw. Ende letzten Jahres, deshalb gab es da auch keine Jahreszusammenfassung) lag ich fast einen Monat mit einer Lungenentzündung flach und direkt danach erwischte ich noch COVID. Im Februar passierte Karin ein Missgeschick mit ihrem Knie, dann im Oktober die klassische Wiesngrippe und nun Ende des Jahres liegen Karin und Anna noch mit Influenza flach. Jetzt reichts dann aber auch. Für die Berge blieb aber nicht nur wegen der gesundheitlichen Einschränkungen weniger Zeit als sonst, mich spannte die Arbeit recht gut ein. Auch wenn mir die zwei USA Reisen viele coole Möglichkeiten boten (NASA und Hueco Tanks, Niagara und Eternal Flame), so waren sie doch vor allem anstrengend. Auch unsere Urlaube waren dieses Jahr fern der Berge (Fuerte und Dänemark), trotzdem gab es ein paar schöne Wanderungen in der Schweiz oder den Dolomiten und mit der Ostwand im September gelang mir ein ganz besonderes Berchtesgadener Schmankerl. Alles in allem waren wir 48120 hm in den Bergen unterwegs, davon 20035 hm mit den Ski und 3300 hm mit dem Bike.

Wir wünschen euch allen von Herzen ein gutes und gesundes neues Jahr und vielleicht treffen wir uns ja irgendwo in den Bergen.


Samstag, Oktober 28, 2023

Kleiner Lagazuoi und Hexenstein - ein Wochenende am Falzarego- und Valparolapass - 21./22.10.2023

Nach der Neffe-Onkel-Tour Ende September auf den Lagazuoi war klar, hierher müssen Paul und Anna auch. Da wir aber nach der Wiesn ein wenig kränkelten, warteten wir noch zwei Wochenenden, bis es nun, Ende Oktober, so weit war. Am Samstagmorgen starteten wir zu nächtlicher Stunde, um dem Verkehr am Brenner zu entgehen und genug Zeit am Berg beziehungsweise im Freilichtmuseum zu haben.
Wie schon mit Jamie, parkten wir am Falzaregopass und stiegen über den Kaiserjägersteig zum Gipfel des Kleinen Lagazuoi auf (3½ Stunden, 710 hm). Diesmal erkundeten wir aber nicht nur die Stollen im Steig, sondern auch die Vonbank-Stellungen, wie auch die Vonbank-Stollen am Fuß der Südwand. Die ziehenden Nebel und der immer wieder einsetzende leichte Schneefall tat das übrige, um eine beeindruckende und beklemmende Stimmung zu erzeugen. Da das Wetter, im Gegensatz zum letzten Mal, nicht zu einer Pause am Gipfel einlud und auch die Hütte bereits geschlossen hatte, stiegen wir direkt zum Einstieg des italienischen Stollen auf der Vorkuppe ab. Durch diesen, mit all seinen Abzweigen, Stellungen und Räumen, gelangten wir auf den Beginn des Martini-Bands, dem wir bis zu den ausgebauten Mannschaftsunterkünften folgten (2 Stunden, 100 hm). Anna und Karin legten hier, im Windschutz des Bandes, eine Pause ein, während Paul und ich noch den italienischen Gegenminenstollen erkundeten. Nun hatten wir aber wirklich jeden Winkel des Berges erkundet und so konnten wir endlich den Abstieg zum Pass antreten. Dass wir inzwischen alle etwas müde waren, zeigte sich, weil keiner mehr Lust hatte, kurz vor dem Pass, ein paar Meter neben dem Weg zu den Öllacher-Stellungen aufzusteigen, um diese zu erkunden (1¾ Stunden, 100 hm).
Müde und durchgefroren wärmten wir uns bei einem Abendessen im Rifugio Valparola auf, bevor wir uns ein gemütliches Schlafplätzchen mit dem Bus suchten.

Über Nacht hatte es die umliegenden Gipfel ein wenig angezuckert, was bei Sonnenaufgang eine noch schönere Stimmung zauberte. Nach dem Frühstück sahen wir uns das Museum im Werk Tre Sassi an, bevor wir durch den Goinger-Stollen zu den Goinger-Stellungen am Südostgipfel des Hexensteins gelangten (1¼ Stunden, 160 hm). Auch hier gab es für die Kids wieder jede Menge zu erkunden (¼ Stunde, 30 hm). Als die Neugierde gestillt war, stiegen wir entlang der Südwand des Hexensteins zum Einstieg der Ferrata Sottotenente Fusetti ab (½ Stunde, ↑20 hm, ↓130 hm). Ein wirklich netter, einfacher Steig (B/C) der von einer Einheit der Alpini-Brigade erschlossen wurde, auf der Suche nach den Überresten des Unterleutnant Mario Fusetti, der mit einem Trupp über diesen Weg den Gipfel des Hexensteins, zumindest kurz, erobert hatte (1 Stunde, 150 hm). Da Karins Knie sich wieder meldete, trennten wir uns hier. Karin stieg zum Bus ab, während wir anderen drei durch die Laufgräben und Stellungen zum Gipfel des Hexensteins (Sasso di Stria) aufstiegen (¾ Stunde, 150 hm). Wir vertilgten die Reste unserer Brotzeit und genossen die Sonne, die durch den Nebel spitzte. Und dann hieß es nur noch durch die Gräben zum Bus absteigen (½ Stunde), wo Karin schon auf uns wartete.

Ein super spannendes und schönes Wochenende, wieder mal ein kleines Abenteuer als Familie. Auf dem Heimweg besuchten wir noch kurz die Innsbrucker und ich konnte mir meinen Preis als Tagessieger bei der Hang-Challenge im Base-Five abholen, bei der ich letztes Wochenende ganz zufällig beim Base-Five-Festival teilgenommen hatte.

Mittwoch, Juli 26, 2023

Nasenwand, Tristner, Pfeilspitzwand und Asteck - ein Wochenende in Ginzling - 21.-23.07.2023

Dieses Jahr verbrachte ich den ersten Teil des Diggl-Wochenendes leider ohne Karin. Sie ermöglichte Paul die Teilname an der Hortübernachtung und kam erst Samstagnachmittag nach, während ich mit Laura und Vladi am Freitagnachmittag ins Zillertal fuhr.

Nachdem das Wetter am Freitagnachmittag stabiler als vorhergesagt war, stieg ich noch in den Nasenwand Klettersteig ein. Das schöne daran, man kann direkt vom Diggl zum Einstieg spazieren (¼ Stunde, 40 hm). Durch den vorausgegangenen Regen war vor allem der untere Teil, bis zum Notausstieg, relativ feucht, aber trotzdem gut machbar (½ Stunde, 170 hm). Der obere Teil war dann trocken, was gerade für die Nase ziemlich wichtig ist (20 Minuten, 90 hm). Nachdem ich wieder zum Diggl abgestiegen war (¾ Stunde, 30 hm), trudelten auch die anderen langsam ein und der gemütlich Teil mit Bier und Lagerfeuer konnte beginnen.

Obwohl der Abend recht lange dauerte, stand ich am Samstag schon vor Sonnenaufgang auf, um eine Runde auf den Tristner (2767 m) zu drehen. Gemütlich gings durch den Wald zum Wandeck hinauf (1½ Stunden, 820 hm), wo der Wald sich lichtet und grasigem Schrofengelände weicht. Der Weg zum Gipfel ist nie schwierig, aber stolpern braucht man auch nicht (1½ Stunden, 940 hm). Trotz des etwas instabilen Wetters hatte ich eine wunderbare Aussicht auf die Gipfel der Zillertaler Alpen. Den Abstieg nahm ich dann im Laufschritt. Gerade der untere Teil ist ein super Flowtrail, nur auf den Almgebieten musste man wegen des hohen Grases höllisch aufpassen. Es sorgte nicht nur für nasse Füße, sondern verdeckt auch Löcher und Steine (1¾ Stunden, 30 hm).
Ab Mittag war dann der vorhergesagte Regen da, den wir aber gut im Boulderraum bzw. der Sauna und dem Hot Tub überbrückten, nun auch endlich mit Karin. Und der Abend war wieder trocken genug für das nächste Lagerfeuer.

Auf dem Heimweg legten Karin und ich dann noch einen Zwischenstopp in Mayrhofen ein. Im Zustieg zur Pfeilspitzwand waren leider zwei Holländerinnen vor uns und so stiegen die beiden auch vor uns in den Steig ein (¼ Stunde, 50 hm). Trotz langem Warten vor dem Einsteigen liefen wir fast direkt wieder auf die beiden auf. Zum Glück konnten wir uns aber am Kathedralendach an den beiden vorbeischummeln.....was soll ich sagen, da hat sich wohl jemand etwas überschätzt. Nach einer kurzen Pause in der Liebesgrotte, überholten wir noch ein Paar an der Glocke und so konnten wir den oberen Teil in unserem Tempo machen (1 Stunde, 230 hm). Während Karin zum Auto abstieg, sah ich mir noch den Astegg Steig an (25 Minuten, 210 hm). Wobei ich den Steig, bis auf die D/E Stelle, so uninteressant fand, dass ich ihn sicher nicht nochmal gehen werde. Zurück am Bus (½ Stunde), hieß es nur noch Zeug sortieren, die Kids in Jenbach abholen und uns in den Stau nach München stellen.

Wieder mal ein sehr schönes Wochenende im Zillertal, hat sehr viel Spaß gemacht zusammen zu sitzen und zu ratschen, aber auch sich ein bisschen auszupowern.

Freitag, August 19, 2022

Abkühlung in Tirol - Brandenberger Ache, Fiechter- und Mittagsspitz, Alpenzoo und Klettersteig in Mayrhofen - 16.-18.08.2022

Wie fast überall in Mitteleuropa war es auch in Tirol fast unerträglich heiß, so suchten wir uns Abkühlung. Das geht bekanntlich am besten an kalten Gebirgsbächen oder bei Wanderungen die in aller Früh hoch hinaus gehen. Letztes Jahr waren wir schon durch die Tiefenbachklamm gewandert, diesmal trafen wir uns mit Hannes und Simon etwas weiter flussaufwärts, um in der Brandenberger Ache zu baden. Ein kühler Spaß für Groß und Klein.

Mittwoch hieß es früh hoch hinaus. Von der Karwendelrast ging es wie vor ein paar Jahren schon zum Fiechter Spitz (2299 m). Meine Fitness scheint wie vor fünf Jahren zu sein, die Begehungszeiten gleichen sich auf jeden Fall sehr. Über die Waldhorbalm stieg ich zum Hirschkopf auf (1½ Stunden, 1070 hm) und von dort aus, über den recht zugewachsenen Pfad, bis zum Einstieg unter der Rinne zur Fiechter Spitz (½ Stunde, 220 hm). Die Route ist immer noch gut mit Punkten markiert und beim Nachlesen des Blogbeitrags zur letzten Begehung musste ich schmunzeln, so treffend hatte ich den Weg beschrieben (¼ Stunde, 130 hm). Dieses Mal hielt ich mich am Gipfel aber nicht lange auf, sondern machte mich an den Übergang zum Mittagsspitz (2332 m). Im Gegensatz zum Aufstieg zur Fiechter Spitz ist der Weg hier an ein oder zwei Stellen nicht ganz logisch und die Punkte helfen, um nicht suchen zu müssen (20 Minuten, ↑80 hm, ↓40 hm). Der Weg weiter zum Schneekopf (2313 m) führt dann wieder direkt am Grat entlang und ist nicht zu verfehlen (½ Stunde, ↑90 hm, ↓110 hm). Am Grat würde es nun deutlich schwieriger zu den Niedernissltürmen und dem Hochnissel gehen, ich aber folgte dem (markierten) Steig hinunter zum Oberen und Unteren Bärenkopf (¾ Stunde, ↑20 hm, ↓380 hm). Dieser Steig, wie auch der Steig weiter zur Jagdhütte Adlerblick, fordern noch mal Konzentration, aber ab der Jagdhütte kann man es laufen lassen und sich dem Flow des Trails hingeben (1 Stunde, ↓1040 hm). So kehrte ich nach ziemlich genau 5 Stunden und etwas über 1600 hm und 11 km wieder zum Auto zurück und konnte entspannt den Nachmittag im Garten genießen.

Donnerstag war dann nicht mehr so heiß, dafür viel labileres Wetter. Zusammen mit Jamie und Renee besuchten wir den Alpenzoo und danach die Dombaustelle in Innsbruck. Ein bisschen Kultur muss sein, vor allem wenn es diese Jahrhundert-Change gibt, sich die Fresken aus nächster Nähe anzusehen.

Freitag schoben sich dann kalte Luftmassen von Norden unter die warmen Luftmassen von Süden und sorgten für ergiebige Regenfälle. Vormittags hatten wir aber noch ein Wetterfenster, um in Mayrhofen einen Klettersteig zu gehen. Diesmal schafften die Kids den Huterlaner, nicht "nur" den Kinderklettersteig, wie beim letzten Mal (1¾ Stunden, 250 hm). Beide Kids machten ihre Sache super und so hatten wir uns alle ein Mittagessen im GH Zimmereben verdient. Danach gings schnell runter zum Auto und im Rückreiseverkehr zurück nach München. Ein schönes Ende einer superguten Woche.

Sonntag, Juli 31, 2022

Grünstein Klettersteig und Eingeschossener Steig zum Baumgarten - 30./31.07.2022

Nach längerer Zeit schafften wir es endlich wieder mal ins BGL. Den Samstagvormittag wollte ich eigentlich beim Surfen am Almkanal verbringen, leider war wegen eines Unwetters am Freitagabend Niedrigpegel am Kraftwerk und somit die Welle nicht finnenschonend surfbar. Also gings nach ein paar Versuchen wieder recht schnell zurück. So hatten wir viel Zeit für ein ausgedehntes Mittagessen am Weinfest in Bischofswiesen. Damit wir aber zumindest ein bisschen Bewegung bekommen, packten wir Paul ein und fuhren zum Königssee, um den Grünstein Klettersteig zu gehen.
Nach dem Zustieg (½ Stunde, 250 hm), vorbei an der schwer beschädigten Rodelbahn, stiegen Paul und ich in die Hotelroute (D) ein, während Karin den Isidorsteig (C) nahm. Vor dem Klammerwandl querte Paul über die Seilbrücke zu Karin in den Isidorsteig und ich traf die beiden wieder nach der Hängebrücke. Lange Pausen machten wir nicht, da das Wetter etwas instabil war und wir kein Gewitter im Steig riskieren wollten. Kurz vor dem Gipfel trennten wir uns nochmal. Karin und Paul über den Gipfelgrat, während ich mich noch in die Gipfelwand (E) hängte (2 Stunden, 450 hm). Die Gewitter am Kalter- und am Watzmannstock erwischten uns zum Glück nicht und so konnten wir sogar den Abstieg trocken hinter uns bringen (1¾ Stunden). Nicht aber ohne einer kleinen Pause an der Grünsteinhütte. Die Wirtsleute boten Paul gleich einen Sommerjob an, weil er beim Abräumen so brav half. Und eine kleine Anekdote vom Gipfel gibt es auch noch. Dort machte ein Wanderer Fotos von uns und Paul meinte zu uns: "der sieht aber aus wie Harry Potter". Das hatte er wohl gehört und musste es sofort seinem Spezl erzählen, mit dem Zusatz: "wie geil ist das denn". Schön wenn jemand so etwas mit Humor nimmt bzw. man jemandem so einfach eine Freude machen kann.

Sonntagvormittag wanderten wir alle gemeinsam, diesmal an der Reiter Alm. Vom Wachterl folgten wir dem Wachterlsteig bis zu unserem eigentlichen Ziel, dem nicht markierten Eingeschossenen Steig. Der Steig zweigt recht unscheinbar ab und führt dann schattig durch den steilen Wald. Unterhalb eines Felsriegels gewinnt man stetig Höhe auf freien Wiesenflächen, bis man zum eigentlichen Eingeschossenen Steig kommt. Die versicherte Querung durch den Felsriegel unterhalb des Baumgartes sieht im ersten Moment schlimmer aus als sie ist. Die Felsen sind zwar durch das rinnenden Wasser etwas rutschig, zur Not hat man aber ein solides Stahlseil, um sich festzuhalten. Am Beginn des Baumgartens drehten wir um (1 Stunde, 350 hm), da wir zum Mittagessen im Wachterl verabredet waren. Da der Steig im Gesamten relativ feucht war, dauerte auch der Abstieg seine Zeit und kostete noch einiges an Konzentration (1 Stunde). Aber schließlich konnten wir uns ohne Blessuren das Mittagessen schmecken lassen. Ein sehr netter "vergessener" Steig im Berchtesgadener Land.
2022_07_31_EingeschossenerSteig

Donnerstag, Juli 21, 2022

Diggl, ein ziemlich perfektes Zillertalwochenende - 16./17.07.2022

Lang war es ruhig hier im Blog. Was primär daran lag, dass Karin viele Samstagsdienste hatte und wir die Wochenenden in München verbracht haben. Ob bei Schlauchbootfahrten auf dem Schwabingbach zum Stustaculum, dem Surfen und Schwimmen im Eisbach, SUP auf der Isar oder dem Biken auf den Isartrails, langweilig war uns nicht.
Dieses Wochenende gings dann aber doch wieder mal in die Berge und das auch noch kinderfrei. Vladi hatte wieder ins Diggl eingeladen. Um es gleich vorweg zu nehmen, es war ein sehr schönes und entspanntes Wochenende, diesmal ganz ohne MSL Pläne. So endete der Freitag wie immer, mit einem gemütlichen Beisammensitzen am Lagerfeuer. Der Start am Samstag verschob sich damit (und dem Weißwurstfrühstück) eher zum Mittag hin und so waren wir froh, dass man im Zustieg zum Nasenwand Klettersteig (¼ Stunde, 40 hm) schön im Wald ist. Als ich den Steig das letzte Mal vor über zehn Jahren gegangen bin, war Hitze definitiv nicht mein Problem, jetzt war es aber gut, dass der Steig, zumindest in Teilen, im Schatten des Waldes verläuft. So kämpften sich Peter, Karin und ich die relativ steilen Wände hoch. Am Notausstieg verabschiedete sich Peter und wir stiegen alleine der Schlüsselstelle an der Nase entgegen. Hier muss man in der Tat etwas fester zupacken, das hatte ich so nicht mehr in Erinnerung. Die Stelle kann aber inzwischen umgangen werden, wo man auch gut zupacken muss (sagt Karin). Am Ausstieg steht ein wunderschönes Kreuz. Der Platz lädt perfekt zum Verweilen und Ausruhen ein (2 Stunden, 300 hm), bevor man durch den Wald, mit ein paar versicherten Stellen, wieder nach Ginzling absteigt (1 Stunde, 30 hm). Schön an der Runde ist, dass man alles zu Fuß vom Diggl aus machen kann.
Vladi hatte schon mit den Vorbereitungen fürs Grillen angefangen und nachdem alle langsam von ihren Tagesaktivitäten zurück kamen, wurde sich herausgeputzt für unseren eigenen kleinen Kocherlball. Was soll ich sagen, der Abend war lang und lustig und so wurde aus dem Klettern in den Ewigen Jagdgründe am Sonntag nichts mehr. Wir radelten zwar rein (¾ Stunde, 250 hm, 6 km) und hatten auch das Kletterzeug mit, ich konnte mich aber nicht mal motivieren mich in El Schuppo zu hängen. Naja, Bewegung hatten wir durchs Radeln auch und so konnten wir noch den Nachmittag im Garten mit den Kids am Pool verbringen, auch nicht ganz verkehrt.
Ein sehr schönes Wochenende, danke an alle die dabei waren an Vladi für die Einladung und das super Essen und natürlich auch an meine Eltern damit wir kinderfrei feiern konnten.

Montag, Juni 20, 2022

Eine Reise in tausend-und-eine Nacht - Marokko - 05.-17.06.2022

Was für eine Reise. Was für ein schönes Land. Es gibt so viel zu erzählen. Von Erlebnissen, von Eindrücken, von liebenswürdigen Menschen, von Gerüchen und von verschiedenen Geschmäcken. Kurzum ein Land auf das man sich zwar einlassen muss, das aber umso mehr zurückgibt. Was wir jetzt schon sagen können, es war nicht das letzte Mal für uns, dass wir Marokko bereist haben. Für die schöne Zeit: Merci beaucoup - Shukran - Tanmirt

Unsere ganze Reise begann ein bisschen mit einer Schnapsidee, die große Frage war, was sollten wir denn über Pfingsten machen. Marokko stand nach unserem Turboschaden in Portugal noch aus und eine Freundin hatte sich über Weihnachten dort einen Camper gemietet, also warum nicht einfach mal Flüge buchen…wohin, keine Ahnung, nehmen wir doch Marrakesch, der Rest würde sich schon geben. Eine Woche vor dem Abflug erinnerten wir uns, dass wir uns vielleicht doch Gedanken wegen der Reise machen sollten. Wieder sehr kurzentschlossen mietete ich einen Camper bei ZigZag Camper. Für ein Air BnB in Marrakesch hatte Karin gesorgt und so saßen wir am Pfingstsonntagmorgen in unserem Flieger nach Brüssel. Das Chaos dort nahmen wir mit stoischem Gleichmut (eine gute Übung) und da unser Weiterflug sowieso verspätet war, kam erst gar kein Stress auf (auch wenn der Flughafen von Brüssel wirklich das aller Letzte ist). Umso besser dann der Flug nach Marrakesch, danke an die Piloten für das magische Erlebnis. Die Ankunft in Marrakesch erinnerte uns sehr an unsere Ankunft in Islamabad vor elf Jahren. Und das beste daran, alles funktioniert wie geschmiert, ohne Probleme kamen wir in die Medina und fanden uns um zehn Uhr abends in dem quirligen Tumult der Altstadt Marrakeschs. Was für Eindrücke, was für Leben, was für eine Möglichkeit unseren Kindern so direkt und hautnah andere Kulturen zeigen zu können. Zwei weitere Tage verbrachten wir hier in den engen, stinkenden, bunten, lebendigen und schmutzigen Gassen. Neben den Suks sahen wir uns die Gerbereien, den Jamaa El Fna (der Platz der Geköpften mit seinen Schlangenbeschwörern, Händlern und Musikanten), aber auch die Mederssa Ben Youssef (fast so schön wie die Alhambra) und den Jardin Secret an.

Am Mittwoch hieß es dann aber Marrakesch den Rücken kehren, wir waren wieder bereit um „on the road“ zu sein. Etwas nördlich von Marrakesch übernahmen wir den, für uns super luxuriösen und riesigen, Camper und stürzten uns damit ins Getümmel der Ausfalls- und Umfahrungsstraßen von Marrakesch. Ein Vergnügen das mich mit Sicherheit um Jahre altern ließ und für eine ständigen Puls von 180 sorgte. Aber auch dieser Abschnitt, sowie das Auffüllen unserer Vorräte, gelang uns ohne Probleme und so steuerten wir unser erstes Ziel, Ouzoud, an. Ein schönes Fleckchen und wenn man, so wie wir, früh genug dran ist, ist nicht nur die Temperatur erträglich, sondern man ist auch fast allein (2 Stunden, 350 hm, 5 km). Trotz des dreckigen Wassers, ließ ich mir eine Runde Schwimmern nicht nehmen. Schlucken sollte man das Wasser dort aber definitiv nicht (es sei denn man steht auf Durchfall). Paul war den ganzen Morgen schon schlapp und klagte über Ohrenschmerzen, offensichtlich hatte er sich in einem der Pools der letzten Tage einen Keim eingefangen. So brachte uns eine gut 2 Stunden Fahrt ins nächste Krankenhaus, nach Beni Mellal. Eine Notaufnahme in Marokko ist schon spannend und eine Erfahrung auf die zumindest Paul gerne verzichtet hätte. Der Arzt war äußerst zuvorkommend und ziemlich erpicht darauf uns so schnell wie möglich wieder los zu werden (aber im guten Sinne). Unser Glück, so konnten wir nach zehn Minuten eine Tüte voller Antibiotika in einer Apotheke abholen und unsere Reise fortsetzen. Durch den Atlas bei Ilmichil (mit einem wunderschönen See) zum Col du Tirherhouzine (2709 m) wo wir eine kleine Wanderung auf einen namenlosen 3000er unternahmen (2 Stunden, 500 hm, 6 km). Vom Pass ging es hinunter bis durch die Todhra-Schlucht und nach Tinghir. Im kleinen versteckten Paradies des Camping Le Lac blieben wir gleich zwei Nächte, um in der Todhra-Schlucht klettern zu gehen. Am oberen Schluchtende gibt es einen Klettersteig (2 Stunden, 100 hm) der ganz nett ist um sich an den Fels zu gewöhnen. In der Schlucht wehte eine angenehmer Wind, so dass man auch bei über 30°C ohne weiters klettern konnte. Touren gibt es jede Menge, der Fels ist super fest, die Touren gut abgesichert und wir waren die einzigen Kletterer in der Schlucht. Nach einer kleinen Morgenwanderung am nächsten Morgen in der Palmeraie de Tinghir (1 Stunde), fuhren wir nach Merzouga, zur Erg Chebbi eines der beiden Sanddünenfelder Marokkos (und ja, das ist alles die Sahara). Auf dem Weg besichtigten wir ein antikes Oasenbewässerungssystem, ziemlich beeindruckend. Zum Sonnenaufgang ritten wir mit Kamelen in die Erg hinein und wanderten auf eine der hohen Dünen (2 Stunden, 200 hm, 4 km). Nie hätte ich es mir träumen lassen, dass wir mal in der Sahara wandern würden.

Von Merzouga gings zurück in die Gegend um Tinghir, um genau zu sein in die Dades-Schlucht. Die Nacht in Ait Oudinar war endlich etwas kühler als die Nächte zuvor (was an der Höhe von knapp 1700 m lag) und Ibrahim war der wahrscheinlich beste Gastgeber auf unserer Reise. Er gab uns auch noch den Tipp durchs Vallee du Rose zu unserem nächsten Ziel, Aït-Ben-Haddou, zu fahren. Aït-Ben-Haddou ist die besterhaltenste Ksar Marokkos und seit den 80er-Jahren UNESCO Weltkulturerbe. Besichtigen kann man diese Lehmstadt solange es hell ist und so konnten wir am Abend fast alleine durch die Gassen spazieren. Es wundert nicht warum diese Stadt als Kulisse für jede Menge Filme diente.

Der letzter Abschnitt der Reise führte uns wieder in den Hohen Atlas. Über den Tizi n‘Tichka (2260 m) querten wir diesen auf die Nordseite immer auf Marrakesch zu. Kurz vor Marrakesch kehrten wir wieder zum Atlas um und fuhren durch das Ourika-Tal und weiter bis nach Oukaïmeden hinauf. Dieser höchste Skiort Marokkos bietet ein ziemlich großes Bouldergebiet. Zum Bouldern kamen wir zwar nicht mehr, aber die angenehme Kühle des Hochgebirges (immerhin übernachteten wir auf ca. 2400 m im Park Oukaïmeden) verschaffte uns eine wunderbare Nacht, bevor wir wieder in die Hitze Marrakeschs zurückkehrten. Das Durchqueren Marrakeschs sorgte wieder für Bluthochdruck, aber wie schon zwei Wochen zuvor gelang es ohne größere Probleme und zur Freude unserer Kids verbrachten wir noch einen ganzen Nachmittag am Pool des Le Relais de Marrakesch, wo wir unseren fahrbaren Untersatz nach 1553 km wieder zurück brachten. Das negativ Highlight, auch auf dem Rückflug, war wieder der Flughafen von Brüssel. Wenn man schon eine inkompetente Organisation hat, dann ist es natürlich immer eine gute Idee unfreundliche Mitarbeiter zu beschäftigen...kurzzeitig wäre beinahe meine innere Ruhe gestört worden, aber nur beinahe. Und so kamen wir schließlich und endlich nach einem Durchstarten in München (die Maschine vor uns war wohl zu langsam von der Piste gerollt) wieder zu Hause an. Das Ende eines unvergleichlichen Urlaubs.