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Montag, Dezember 29, 2025

Rauher Kopf, Vier Jahreszeiten an der Eisberg Südostwand, Götschen und Hintersee - Kaiserwetter im BGL - 27.-29.12.2025

Nachdem wir Weihnachten in München verbracht hatten, gings am 26ten abends, nach Karins Dienst, ins BGL. Im Gegensatz zum Alpenvorland zeigte sich der Talkessel in bestem Sonnenschein, kein bisschen Nebel, aber leider auch kein Schnee.

Samstag traf ich mich mit Gregor auf der Kastensteinerwand am Abzweig zum Rauhen Kopf (¼ Stunde, 140 hm). Ratschend stiegen wir zum Kleinen Rauhen Kopf auf (1 Stunde, 780 hm). Einfach schön sich wieder mal zu sehen und auszutauschen. Nach einer kurzen Trinkpause gings wieder runter zur Kastensteinerwand (¾ Stunde), damit er noch rechtzeitig mit seinen Mädels in die Therme kam. Und für mich gings über den Blitzweg nach Hause (½ Stunde, 80 hm).

Sonntag hatten Peter und ich eigentlich eine größere Tour am Untersberg geplant. Nachdem er mit seinen Jungs aber eine unruhige Nacht hatte, entschieden wir den Start ein wenig zu verschieben und den kürzeren Zustieg zur Eisberg Südostwand zu nutzen. Nach der Zick Zack im Oktober gings diesmal in die Vier Jahreszeiten (6 SL, UIAA 7+). Schon im Zustieg genossen wir die Sonne (1 Stunde, 550 hm). In der Tour war es dann genauso angenehm warm und die rauen Platten und Wasserrillen sind ein wahrer Klettergenuss (2¾ Stunden, 130 hm). Diesmal brachte ich meinen Kopf etwas besser unter Kontrolle als beim letzten Mal und so gingen wir die Tour in Wechselführung. Nur die 7+ Stelle musste ich im Nachstieg kurz "nullen", ansonsten liefs ganz gut rein. Vom Ende der Tour seilten wir über die Zick Zack zum Einstieg ab (½ Stunde) und nach einem TAB am Wandfuß gings in den letzten warmen Sonnenstrahlen zurück zum Auto (¾ Stunde). Was für ein cooler Tag, perfekt genutzt und einfach schön.

Montag war dann der letzte Tag mit Kaiserwetter. Das nutzten Karin und ich für eine kleine Wanderung auf den Götschen. Ich mit Ski am Rücken, Karin ohne. Beim Bankei (¾ Stunde, 300 hm) kehrte Karin um und ich stieg den Rest der Tal-/Familienabfahrt mit Ski auf (¾ Stunde, 380 hm). Für den Aufstieg reicht der Schnee gerade so, abfahren kann man aber vergessen. Sogar auf der FIS-Abfahrt geht nur die untere Hälfte. So packte ich an der Götschenalm die Ski wieder auf den Rucksack und wackelte zurück zum Mittagessen. Das Eislaufen am Hintersee am Nachmittag war dann definitiv besser, auch wenn beide Mädels Stürze hinlegten.

Jetzt hoff ich aber, dass mit der morgigen Störung auch ein bisschen Schnee kommt, ist ja zum Mäuse melken dieser Winter.

Samstag, Mai 03, 2025

MSFC Huntsville, Yosemite und JSC Houston - immer wieder USA - 20.04.-01.05.2025

Wie schon vor zwei Jahren, bekam ich dieses Jahr wieder die Möglichkeit einen Vortrag bei der NASA zu halten, diesmal im NASA Marshall Space Flight Center (MSFC) in Huntsville, Alabama. Als im letzten Oktober klar war, dass das ASTM Frühjahrestreffen in Huntsville stattfindet, musste ich mich nur noch auf die Suche nach einem Vortragsthema und einem Sponsor machen...mit etwas Vorlauf und genügend Durchhaltevermögen kein größeres Problem. So verbrachte ich den zweiten Teil der Osterferien in den USA, während Karin und Anna in Paris waren und Paul das BGL unsicher machte.

Trotz gewisser Befürchtungen, war die Einreise in Houston unkompliziert und so kam ich spät am Abend in Huntsville, Alabama an. Um nicht total gejetlagged beim ASTM Treffen anzukommen, hatte ich die Reise in die Feiertage gelegt und so blieb mir ein bisschen Zeit mich anzupassen. Mein Mittel der Wahl für die Zeitverschiebung ist Bewegung an der frischen Luft, so ging ich im Monte Sano State Park wandern. Erst folgte ich dem Arrowhead Trail (1¾ Stunde, ↑70 hm, ↓200 hm, 7,5 km), vorbei an ziemlich coolen Felsformation (nur zum Bouldern hatte ich keine Motivation), um entlang des McKay Hollow Trail auf das Plateau zu gelangen und dem South Plateau Loop und dem Rocky Nightmare Trail wieder am Ende des Arrowhead Trails anzugelangen (1¾ Stunde, ↑250 hm, ↓230 hm, 8 km). Über den Natural Well Trail gelangte ich dann schlussendlich wieder zum Auto (1 Stunde, ↑210 hm, ↓100 hm, 4,5 km), gerade rechtzeitig bevor es zu regnen begann. Den Nachmittag verbrachte ich noch im US Space & Rocket Center, mit ganz viel Raumfahrtgeschichte.
Das weitere Wetter gestaltete sich als etwas launisch, aber leichter Regen ist bekanntlich kein schlechtes Wetter und so entschied ich mich noch für einen kleinen Spaziergang am Rainbow Mountain. Nach der Runde über den Rainbow und JaMooKo Loop Trail (1¼ Stunden, 160 hm, 4,5 km) hatte der Regen sich gelegt und ich folgte dem Balance Rock Trail bis zum Felsabbruch, um zum Fuß der Felsen und den meisten Bouldern in dem Gebiet zu gelangen. Mit The Artist (V3) konnte ich einen der einfacheren Boulder in wenigen Versuchen lösen (ohne Ausstieg, da dieser komplett nass war).

Das Treffen und mein Vortag im NASA Marshall Space Flight Center waren dann ein voller Erfolg und wir bekamen die Möglichkeit uns Raketenteststände, die Entwicklung der ISS Lebenserhaltungssysteme und das ISS Payload Operations Center anzusehen. Manchmal zahlt sich ein bisschen Hartnäckigkeit definitiv aus.
2025_04_21-25_NASA-MSFC

Bevor ich in der zweiten Woche noch einen Abstecher in unsere Niederlassung in The Woodlands in Texas machte, nutzte ich das Wochenende für einen Besuch bei Jamie und Tommi, vor allem bei Tommi. Spät abends kamen wir im Yosemite Valley an und suchten uns ein Plätzchen im Camp 4, wie zwei richtige Climbing Dirtbags. Nachdem die ganze Woche die Sonne schien, hatte sich nun das Wetter massiv verschlechtert ... naja probieren kann man`s ja mal, schlimmsten falls dreht man halt um. So starteten wir im Morgengrauen zum El Cap. Bei The Nose trafen wir auf die Wand und folgten ihr von dort, entlang an viel Klettergeschichte, bis zur East Buttres (5.10b) (1¼ Stunden, 330 hm). Dass das Wetterfenster an diesem Tag nicht für die gesamte Route reichen würde, war uns klar, aber der Rückzug ist in den ersten paar Seillängen noch relativ einfach. Im Kamin der ersten Länge kam mir schon mal das große Kotzen, selbst als ich meinen Rucksack an einer Schlinge nachzog. Also Zwischenstand gemacht und Tommi vorgeschickt, der war nämlich genauso heiß aufs Klettern wie ich. Während er sich hocharbeitete, verschlechterte sich das Wetter zusehends und aus ziehendem Nebel wurde Regen und dann sogar Schneefall. Gemütlich ist etwas anderes, ab wie schon Tommy Caldwell so schön sagte: I don't know what's wrong with me, but I love this shit!
Der Fels wurde immer nässer, mir wurde immer kälter und Tommi legte einen sauberen Abgang im letzten Teil des Kamins hin. Jetzt war auch sein Mut aufgebraucht und ich musste nochmal ran. Das müsste doch gehen, weit ist es ja nicht mehr bis zum Stand. Kurzer Spoiler, nein es ging nicht, aber man kann zumindest den Rückzug relativ „kostengünstig" gestalten. Obwohl der Kamin im gesamten eigentlich ganz gut ging und ich mich mit ein paar „Stem-Moves" über Tommis Umkehrpunkt hinaufgearbeitet, sah ich für die letzten 2 oder 3 Meter (einen sich öffnenden, runden Riss, zu schmal für die Schulter, zu breit für die Faust) keinen Auftrag. Das rinnende Wasser und gefrorene Finger taten ihr übriges und so platzierte ich einen bombigen Keil, hängte meinen ältesten Karabiner dran und baute die restliche Route ab. Der Umkehrpunkt war perfekt, denn mit Seildehnung reichten die 70 Meter von Tommi genau bis zum Einstieg. Schön faszinierend, wie lange man für eigentlich einfache Kletterei brauchen kann (2½ Stunden).
Wie zwei getretene Hunde, mit einem guten Knick im Ego, traten wir den Abstieg an. Diesmal ließen wir uns noch mehr Zeit als beim Zustieg, um die Steilheit und die Dimensionen dieser Wand auf uns wirken zu lassen (1 Stunde, 40 hm). Der Vorteil von einer frühen Rückkehr vom Klettern ist, dass man noch viel vom Tag hat. Zum einen, um sich Burger reinzustopfen, aber auch, um im Camp 4 noch Bouldern zu gehen. Der Regen hatte aufgehört und überall wo es steil genug war, war es sogar relativ trocken geblieben. Je später der Tag (und dann auch der Abend) wurde, desto mehr trocknete es ab und unser Plan für den nächsten Tag entstand, zumindest die erste und zweite Seillänge nochmal zu probieren.
Da machte uns aber das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung. In der Nacht begann es wieder in Strömen zu regnen und so machten wir nur noch einen kleinen Spaziergang vom Curry Village zum Mirrow Lake (2 Stunden, 100 hm, 7,5 km). Nicht nur, dass der Regen den Loop Trail überflutet hatte und wir den See nicht komplett umrunden konnten, sondern als sich die Wolken etwas lichteten, sah man, dass es fast bis in den Grund des Valley geschneit hatte.
Nun gut, ein Erlebnis war es allemal und wir haben eine super Ausrede wieder zu kommen. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht und wir haben ein gutes Gefühl für die Bewertungen im Valley bekommen.
2025_04_26-27_Yosemitey

Der letzte Stopp meines Tripps war Houston bzw. The Woodlands, wo ich eine unserer Niederlassungen besuchte. Bevor es aber wieder heim ging, machte ich noch einen Abstecher im Visitor Center des Lindon B. Johnson Space Center (JSC). Die Tour durch das Astronauts Training Center ist definitiv empfehlenswert und auch der Rest ist ein Muss für Raumfahrtenthusiasten. So ging eine spannende, aber auch ganz schön anstrengende Reise zu Ende. Ich bin ja neugierig, ob und wann ich es wieder zur NASA schaffe. Tommi sehe ich auf jeden Fall im Sommer in den Tiroler Bergen, das hilft unserem Ego hoffentlch wieder.
2025_04_30_JSC

Dienstag, Mai 14, 2024

Himmelfahrt am Untersberg und Sonnenuntergang/Polarlichter am Starnberger See - 09/11.05.2024

Seit meiner letzten Tour auf die Amberger Hütte waren die Wochen ziemlich vollgepackt mit Arbeit und die Wochenenden blieben wir in München. Unter anderem auch, weil Karins Knie inzwischen die nächste OP hinter sich gebracht hatte.
Christi Himmelfahrt besuchten wir dann doch noch für einen Tag Karins Eltern. Grund genug für mich den Vormittag für eine kleine Runde zu nutzen. Über die Kastensteiner Wand und das Blaue Kastl (1 Stunde, 540 hm) gings wieder mal auf den Rauhen Kopf (¾ Stunde, 480 hm). Weil es den ganzen Aufstieg über geregnet hatte, war es nicht nur empfindlich kalt, sondern der Weg weiter über den Bannkopf zum Stöhr Gatterl auch ziemlich rutschig (1¼ Stunde, 260 hm). Damit fiel mir die Entscheidung, den Hochthronsteig nicht zu gehen, ziemlich leicht, zeitlich wäre es sowieso schwierig geworden. Der normale Weg zum Gipfel ist ja auch ganz nett und man ist deutlich schneller am Untersberg (½ Stunde, 320 hm). Das letzte Mal hatte ich mich beim Stöhrhauslauf hier rauf gequält.
Am Gipfel riss es sogar etwas auf, dennoch stieg ich schnell zum Stöhrhaus ab (10 Minuten) und legte eine Kaffee- und Rhabarberkuchenpause ein. Lustiges Detail am Rande, neben den neuen Wirtsleuten, traf ich auch einen Studienkollegen und wir ratschten ein bisschen über alte Zeiten.
Nach der Pause, die deutlich länger gedauert hatte als geplant, hieß es Gas geben, um zum Mittagessen in die Gern zu kommen. Durchs Mittagsloch, wie immer super rutschig, gings unendlich langsam zum  Scheibenkaser hinunter (¾ Stunde). Von dort aus probierte ich einen, für mich, neuen Steig in den Auergraben aus, um direkt zum Dürrlehen zu gelangen (1 Stunde, 160 hm). Ziemlich cool, leider kam ich dann doch wieder mal zu spät, obwohl ich vom oberen Ende der Almbachklamm fast durchgängig gelaufen war.

Für bayrische Schüler gibt es natürlich keinen Brückentag, also wieder zurück nach München. Das Wochenende verbrachten die Kids mit der IG am Brauneck beim Klettern, was uns ein Wochenende als Paar bescherte. Sightseeing in München (auch mal ganz witzig) und Sonnenuntergang und Polarlichter am Starnberger See. So können Wochenenden auch ganz schön sein.

Sonntag, Dezember 31, 2023

Ende des Jahres am Rauhen Kopf - 31.12.2023

Wie die letzten Jahre landeten wir für Silvester im Berchtesgadener Land. Auch hier ist die Schneelage eher bescheiden, deshalb ließ ich für die Jahresabschlussrunde die Ski im Bus und stieg zu Fuß auf den Rauhen Kopf (1¾ Stunde, 1020 hm). Und wie beim letzten Mal, schaffte ich es gerade so wieder runter, bevor es stockdunkel war (1 Stunde, 50 hm).

Irgendwie war dieses Jahr wieder etwas krankheits- und verletzungsgeprägt. Inzwischen kommt es mir vor, solche Jahre häufen sich, umso älter wir werden. Anfang des Jahres (bzw. Ende letzten Jahres, deshalb gab es da auch keine Jahreszusammenfassung) lag ich fast einen Monat mit einer Lungenentzündung flach und direkt danach erwischte ich noch COVID. Im Februar passierte Karin ein Missgeschick mit ihrem Knie, dann im Oktober die klassische Wiesngrippe und nun Ende des Jahres liegen Karin und Anna noch mit Influenza flach. Jetzt reichts dann aber auch. Für die Berge blieb aber nicht nur wegen der gesundheitlichen Einschränkungen weniger Zeit als sonst, mich spannte die Arbeit recht gut ein. Auch wenn mir die zwei USA Reisen viele coole Möglichkeiten boten (NASA und Hueco Tanks, Niagara und Eternal Flame), so waren sie doch vor allem anstrengend. Auch unsere Urlaube waren dieses Jahr fern der Berge (Fuerte und Dänemark), trotzdem gab es ein paar schöne Wanderungen in der Schweiz oder den Dolomiten und mit der Ostwand im September gelang mir ein ganz besonderes Berchtesgadener Schmankerl. Alles in allem waren wir 48120 hm in den Bergen unterwegs, davon 20035 hm mit den Ski und 3300 hm mit dem Bike.

Wir wünschen euch allen von Herzen ein gutes und gesundes neues Jahr und vielleicht treffen wir uns ja irgendwo in den Bergen.


Montag, Oktober 30, 2023

Zu viert der Hexe auf die Nase - abendlicher Großer Rotofenturm und Rauher Kopf Runde - 28.29.10.2023

Im September war Anna mit mir schon auf dem Signalkopf (Brust der Hexe). Damals hatten wir ein paar Kletterer auf der Nase gesehen und Anna hatte von sich aus den Wunsch geäußert das nächste Mal auch dort hinauf zu klettern. Gesagt getan, aber warum nicht als Familie? So brachen wir zu viert vom Parkplatz in Hallthurm auf. Da Paul und Karin das kleine Steiglein hinter dem Sozialpädagogischen Zentrum noch nicht kannten, stiegen wir über dieses zum Rotofensattel auf (1¾ Stunde, 600 hm). Nach einer kurzen Pause gings zum Einstieg der Berchtesgadener Rinne (¼ Stunde, 50 hm) und über diese in zwei Seillängen auf den Gipfel (1¼ Stunden, 70 hm).
Da wir ziemlich spät gestartet waren, ging nun langsam die Sonne unter und für uns hieß es schnell abseilen, so lange es noch hell war (1¼ Stunden). So ging es im letzten Licht zurück über den Rotofensattel (¼ Stunde, 50 hm) und im Stockfinsteren den Normalweg zum Parkplatz hinunter (1 Stunde).

Sonntagnachmittag drehte ich dann noch eine kleine Runde auf den Rauhen Kopf (1:18:46, 1020 hm, nur knapp langsamer als meine „Bestzeit“). Von Karins Eltern über den Blitzweg zur Kastensteiner Wand (18 Minuten, 170 hm), weiter zum Blaues Kastl (24 Minuten, 375 hm), auf den Grat (29 Minuten, 380 hm) und zum Gipfel (7 Minuten, 95 hm).
Im Abstieg besuchte ich noch den Kleiner Rauher Kopf (¼ Stunde, 20 hm), bevor es wieder nach Hause ging (¾ Stunde, 50 hm). Wie immer eine lustige kleine Runde und der Blick über das herbstlich, bunte BGL ist einfach schön.

Donnerstag, August 17, 2023

Ein paar heiße Tage in Tirol - 15.-17.09.2023

Nach unserem verlängerten Wochenende in der Schweiz fuhren wir, wie auch schon in den letzten Jahren, zu meinen Eltern nach Tirol. Der gesperrte Arlbergtunnel erschwerte die Fahrt zwar ein wenig, eine Übernachtung am Arlbergpass teilte die Fahrt aber in gut machbare Abschnitte. Während Karin mit dem Zug nach München weiterfuhr, besuchte ich mit den Kindern das Schwimmbad meiner Jugend, jedes Mal wieder sehr lustig.

Um der Hitze des Tages zu entfliehen, drehten wir mit meinen Eltern in aller Frühe eine kleine Runde über das Zeiselegg. Meine Eltern stiegen wieder ab und die Kids und ich stiegen weiter zum Wasserschloss auf (1½ Stunden, 415 hm). Am Rückweg machten wir noch einen Abstecher an der Kienbergmadonna, bevor zu Hause ein Frühstück auf uns wartete (1 Stunde). Den Nachmittag verbrachten wir, wie schon letztes Jahr, mit Hannes an der Brandenberger Ache. Eine herrliche Abkühlung bei den hochsommerlichen Temperaturen.

Donnerstag stand ich noch einmal früh auf. Gemächlich ging es über den Kreuzweg nach Eben (¾ Stunde, 400 hm) und weiter auf die Astenau (¾ Stunde, 500 hm). Von hier aus folgte ich dem kleinen Steiglein bis an den Ostgrat des Ebner Jochs, wo der Schützensteig in die Schicht hinunter führt. Den nun weglosen Abstieg in die Einschartung vor dem Martlspitz kannte ich schon, nur den weiteren Verlauf des Grats hatte ich nicht mehr so ausgesetzt und brüchig in Erinnerung. Wie auch beim letzten Mal hatte ich kein Vertrauen in das Fixseil und erst nach einem Blick um die Ecke und auf die Verankerung zog ich mich daran die letzten Zentimeter auf das Podest hoch. Nach den letzten brüchigen Metern stand ich endlich am Gipfel der Martlspitze (½ Stunde, ↑170 hm, ↓80 hm). Eigentlich kein großes Ding, für mich heute aber definitiv etwas außerhalb meiner Komfortzone. Den Abstieg brachte ich ähnlich vorsichtig (und mit einem beherzten Griff in das Fixseil) hinter mich und stand wenig später wieder an der Astenau (½ Stunde, ↑80 hm, ↓170 hm). Weil sich der Ostgrat des Ebner Jochs als komplett latschenverwachsen gezeigt hatte, stieg ich über den Normalweg aufs Ebner Joch (¾ Stunde, 450 hm). Einsam und alleine konnte ich das Panorama genießen, bis schließlich eine der Wandererinnen, die ich überholt hatte, am Gipfel ankam. Als immer mehr der Überholten eintrudelten, schulterte ich wieder meinen Rucksack und joggte zurück nach Jenbach (1 Stunde). Nach dieser Runde hatte ich mir nicht nur eine Dusche, sondern auch noch Schwimmen bei Hannes im Teich redlich verdient.

So endeten ein paar schöne Tage in Tirol, bei drückender Hitze. Nun heißt es aber zusammenpacken für unsere Tour in den Norden, morgen gehts nämlich los.

Mittwoch, Juli 26, 2023

Nasenwand, Tristner, Pfeilspitzwand und Asteck - ein Wochenende in Ginzling - 21.-23.07.2023

Dieses Jahr verbrachte ich den ersten Teil des Diggl-Wochenendes leider ohne Karin. Sie ermöglichte Paul die Teilname an der Hortübernachtung und kam erst Samstagnachmittag nach, während ich mit Laura und Vladi am Freitagnachmittag ins Zillertal fuhr.

Nachdem das Wetter am Freitagnachmittag stabiler als vorhergesagt war, stieg ich noch in den Nasenwand Klettersteig ein. Das schöne daran, man kann direkt vom Diggl zum Einstieg spazieren (¼ Stunde, 40 hm). Durch den vorausgegangenen Regen war vor allem der untere Teil, bis zum Notausstieg, relativ feucht, aber trotzdem gut machbar (½ Stunde, 170 hm). Der obere Teil war dann trocken, was gerade für die Nase ziemlich wichtig ist (20 Minuten, 90 hm). Nachdem ich wieder zum Diggl abgestiegen war (¾ Stunde, 30 hm), trudelten auch die anderen langsam ein und der gemütlich Teil mit Bier und Lagerfeuer konnte beginnen.

Obwohl der Abend recht lange dauerte, stand ich am Samstag schon vor Sonnenaufgang auf, um eine Runde auf den Tristner (2767 m) zu drehen. Gemütlich gings durch den Wald zum Wandeck hinauf (1½ Stunden, 820 hm), wo der Wald sich lichtet und grasigem Schrofengelände weicht. Der Weg zum Gipfel ist nie schwierig, aber stolpern braucht man auch nicht (1½ Stunden, 940 hm). Trotz des etwas instabilen Wetters hatte ich eine wunderbare Aussicht auf die Gipfel der Zillertaler Alpen. Den Abstieg nahm ich dann im Laufschritt. Gerade der untere Teil ist ein super Flowtrail, nur auf den Almgebieten musste man wegen des hohen Grases höllisch aufpassen. Es sorgte nicht nur für nasse Füße, sondern verdeckt auch Löcher und Steine (1¾ Stunden, 30 hm).
Ab Mittag war dann der vorhergesagte Regen da, den wir aber gut im Boulderraum bzw. der Sauna und dem Hot Tub überbrückten, nun auch endlich mit Karin. Und der Abend war wieder trocken genug für das nächste Lagerfeuer.

Auf dem Heimweg legten Karin und ich dann noch einen Zwischenstopp in Mayrhofen ein. Im Zustieg zur Pfeilspitzwand waren leider zwei Holländerinnen vor uns und so stiegen die beiden auch vor uns in den Steig ein (¼ Stunde, 50 hm). Trotz langem Warten vor dem Einsteigen liefen wir fast direkt wieder auf die beiden auf. Zum Glück konnten wir uns aber am Kathedralendach an den beiden vorbeischummeln.....was soll ich sagen, da hat sich wohl jemand etwas überschätzt. Nach einer kurzen Pause in der Liebesgrotte, überholten wir noch ein Paar an der Glocke und so konnten wir den oberen Teil in unserem Tempo machen (1 Stunde, 230 hm). Während Karin zum Auto abstieg, sah ich mir noch den Astegg Steig an (25 Minuten, 210 hm). Wobei ich den Steig, bis auf die D/E Stelle, so uninteressant fand, dass ich ihn sicher nicht nochmal gehen werde. Zurück am Bus (½ Stunde), hieß es nur noch Zeug sortieren, die Kids in Jenbach abholen und uns in den Stau nach München stellen.

Wieder mal ein sehr schönes Wochenende im Zillertal, hat sehr viel Spaß gemacht zusammen zu sitzen und zu ratschen, aber auch sich ein bisschen auszupowern.

Donnerstag, Juni 01, 2023

Firmung von Jamie und Renee - Pfingstwochenende in Tirol - 27.-29.05.2023

Über Pfingsten besuchten wir die Innsbrucker, um bei Jamies und Renees Firmung dabei zu sein. Diesmal hatte ich daran gedacht das Surfskate einzupacken, weshalb wir einen guten Teil des Samstags am Landhausplatz verbrachten. Sonntag angelten wir dann unser Essen in Stams selbst. Und nach dem Grillen bei meinen Eltern spazierten Anna und ich noch über die Kienbergmadonna zum Oberen Wasserschloss (1 Stunde, 400 hm, Abstieg ¾ Stunde).
Nach diesen zwei exzessiven Ess- und Trinktagen musste ich mich Montag etwas bewegen. Im ersten Licht wanderte ich übers Wasserschloss zum Kienbergkreuz (1¼ Stunden, 670 hm). Von dort querte ich direkt auf der Südseite zur Jöchlalm (¾ Stunde, 310 hm) und folgte dem Weg zum Stanserjoch (1 Stunde, 590 hm). Hier liegt noch einiges an Schnee, warum ich mich gegen den Weiterweg Richtung Rappenspitze entschied und zum Weißenbachsattel (½ Stunde, 20 hm) abstieg. Der nordseitige Schnee machte die Passage definitiv spannend. Nach der ersten, sehr steilen Querung war der Schnee aber weich genug, um Spaß beim Abfahren zu haben. Wenn man jetzt schon mal da ist, kann man natürlich auch noch den Bärenkopf mitnehmen (½ Stunde, 300 hm). Von dort stieg ich wieder zum Weißenbachsattel ab und folgte der Forststraße aus dem Tal hinaus, bis zur neuen Forststraße Richtung Halsl (1¼ Stunde, 260 hm). Am Halsl kamen ganz viele Jugenderinnerungen hoch, hier hatte ich mit meinen Geschwistern vor über 30 Jahren die Sommer verbracht. Der Weg ins Tal hat sich seit dieser Zeit praktisch nicht verändert, nur dass es für mich diesmal nicht zur Rodelhütte ging, sondern direkt runter zum Kasbach und den Branterweg nach Fischl (1¼ Stunde, 60 hm). Mein Mittagessen beim Rieder hatte ich mir redlich verdient und am Ende war ich nicht ganz unglücklich darüber, dass Karin mich nach diesen 6¾ Stunden, 2210 hm und 22 km mit dem Auto nach Hause fuhr.
Ein schönes Wochenende im Kreise der Familie.

Dienstag, Mai 16, 2023

Muttertag im Berchtesgadenerland - Surfen am Almkanal und ein Spaziergang auf den Götschen - 13./14.05.2023

Seit meiner Rückkehr aus New Mexico ließen wir es ganz gemütlich angehen. Zum einen ist Karin immer noch außer Gefecht mit ihrem Knie, zum anderen hatte Anna am Wochenende Geburtstag. Trotzdem schaffte ich es, ein paar Runden mit dem Bike zu drehen und ein wenig auf der Welle(n) zu surfen. Zum Muttertag waren wir wiedermal im BGL und Samstag besuchte Anna mit ihrer Patentante eine Pferdeshow in Salzburg. Natürlich die perfekte Gelegenheit für Paul und mich am Almkanal Surfen zu gehen.
Sonntag drehte ich dann eine "Blumenpflückrunde" auf den Götschen (↑↓650 hm, ↑1 Stunde, ↓¾ Stunde), bevor es zum obligatorischen Muttertagsessen ging. So gabs doch ein wenig Bewegung an diesem Wochenende, schön wars.

Montag, Mai 01, 2023

Zwei arbeitsreiche Wochen in den USA - LTC Tonawanda und NASA White Sands - 17.-29.04.2023

Direkt nach unserer Rückkehr aus Bleau, hieß es für mich neu packen. Ich reiste nämlich weiter in die USA. Zum einen, um meine Kollegen im LTC in Tonawanda, New York, zu besuchen und zum anderen, um an einem Workshop in den Labors der NASA WSTF in Las Cruces, New Mexico, teilzunehmen. Zwei sehr anstrengende und arbeitsreiche Wochen, in denen aber dennoch ein bisschen Zeit für Freizeitaktivitäten blieb.

Tonawanda liegt in direkter Nachbarschaft zu den Niagara Fällen. Durch die räumliche Nähe bot sich mehrmals die Möglichkeit diese am Abend zu besuchen. Von der amerikanischen Seite in Niagara Falls und Goat Island, aber auch von der kanadischen Seite. Zusätzlich ist die Schlucht flussabwärts der Fälle ein schönes Naherholungsgebiet, in dem man schnell aus dem hektischen Arbeitsalltag ausbrechen kann. Persönlich hat mir der Whirlpool Trail (1½ Stunden, 200 hm, 7 km) am besten gefallen, aber auch der Art Park Trail (½ Stunde, 80 hm, 2 km) und Devils Hole Trail (½ Stunde, 120 hm, 1 km) sind nette kleine Spaziergänge, auf denen ich weitgehend alleine war.

Von Upstate New York ging es weiter ins südliche New Mexico, nach Las Cruces. Über diesen Reiseabschnitt will ich mich lieber ausschweigen, nur so viel: Flugverspätungen, Umbuchungen und total bekifftes Hotelpersonal können sehr anstrengend sein und aus einer 8 Stunden Reise schnell mehr als 20 Stunden werden lassen.

Trotz all dieser Widrigkeiten hatte ich doch noch zwei Tage Zeit mir die Umgebung von Las Cruces etwas genauer anzusehen. Zum einen bei einer Wanderung/Bergtour in den Organ Mountains und bei einem Spaziergang im White Sands National Park.
Die Organ Mountains sind der südlichste Teil der San Andres Mountain Range, felsige Nadeln die sich aus der Wüste erheben. Meine Wanderung auf die Organ Needle (2738 m) führte mich von La Cueva über den Fillmore Fall steil hinauf zum Juniper Saddle (1¾ Stunden, 740 hm, 4,5 km). Anstatt am Sattel eine Pause zu machen, stieg ich noch auf einen kleinen Gipfel nebenan, um die Aussicht und vor allem meine Rast alleine zu genießen (¼ Stunde). Vom Juniper Saddle führt der immer schmaler werdende Steig steil hinauf zu den Westwänden der Needle und weiter zum Hummingbird Saddle südlich des Gipfels (¾ Stunde, 360 hm, 1,2 km). In der Tourenbeschreibung hatte ich schon gelesen, dass hier Ingraham's Gully (easy YDS 5th, ~UIAA 2-3) abzweigen soll. Eine wirklich schöne und lustige Kraxelei in bestem Fels. Der Gully, mit einer kurzen Wandstelle nach einer kurze Querung, führt in logischer Linie direkt zum Gipfel (¼ Stunde, 50 hm). Dabei war ich dann auch noch gleich die große Show für eine Wandergruppe, die von der Normalroute (YDS 3rd-4th) gerade zum Sattel zurück kam. Am Gipfel angekommen waren noch zwei Jungs dort, denen ich am Weg schon mehrmals begegnet war und deshalb die längere Pause am Juniper Saddle gemacht hatte. Sie verabschiedeten sich aber ziemlich schnell und so hatte ich den Großteil meiner ½ Stunde Pause für mich allein.
Der Abstieg führte mich über den Normalweg (sogar mit einem kurzen Fixseil gesichert) zurück zum Hummingbird Saddle (übrigens konnte ich dort wirklich einen Kolibri beobachten) und dann den bekannten Steig hinunter zum Fillmore Fall (1¼ Stunde). Hier entschied ich mich einen kleinen Umweg nach Dripping Springs zu machen (½ Stunde, 70 km, 2,5 km), um mir das Visitor Center (¼ Stunde Pause) und am Rückweg zum Auto noch La Cueva (½ Stunde, 30 hm, 2 km) anzusehen. Nach dieser doch recht ausgedehnten Runde (6 Stunden, 1300 hm, 13,5 km), war ich froh in den kühlen Pool zu springen und dann nur noch an meinem Kissen zu lauschen.

Am nächsten Tag unternahm ich einen Ausflug in den White Sands Nationalpark. Dort gibt es mehrere Trails (Playa Trail (¼ Stunde, 0,6 km), Dune Life Trail (½ Stunde, 1,6 km) und Alkali Flat Trail (2 Stunden, 200 hm, 8 km)) von denen mir der letzte am besten gefallen hat. Er führt, mit ein paar Stangen markiert, direkt durch das Herz der Dünenlandschaft. Der weiße (Gips-)Sand war angenehm kühl in der sonst brennend heißen Wüste. Die Dünen werden auch zum Rodeln verwendet, was ziemlich lustig aussah.
Auf dem Weg zurück nach Las Cruces besichtigte ich noch den Missile Ground im White Sands Missile Range, nicht ganz einfach als Ausländer da rein zu kommen, mit etwas Hartnäckigkeit aber auch kein Problem. Und danach genoss ich noch den frühen Abend, bei den Aquirre Boulder in den Organ Mountains. In der Kühle der Berge, an einem kleinen Bach, konnte ich ein bisschen zur Ruhe kommen und Energie tanken.

Für die folgenden Tage benötigte ich diese Energie. Zwei Tage Workshop und zwei Tage Task Group Meeting der ASTM G04 bei der NASA WSTF in Las Cruces. So etwas cooles hab ich noch nicht erlebt, so viel Raumfahrtgeschichte auf einen Haufen und ich mittendrin, aber anstrengend war es auf jeden Fall.

In WSTF lernte ich Jon kennen, begeisterter Kletterer, dessen zweite Heimat die Organs sind. Er brachte mich auf die Idee, am Heimweg noch einen kleinen Abstecher in den Hueco Tanks zu machen. Wer konnte auch ahnen, dass die nur ½ Stunde vom Flughafen El Paso entfernt sind. Was soll ich sagen, WOW. Es begann zwar etwas holprig, da ich keine Permit-Reservierung bekam, aber weil ich direkt bei Parköffnung auf der Matte stand, erhielt ich eines der Permits, die nicht reservierbar sind. Und so hatte ich um ½ 9 Uhr meine "Orientation" absolviert und war frei mich am North Mountain zu bewegen. Der Chains Trail brachte mich direkt hinauf zur Grenade, wo ich mich kurz an Man of Leisure (V0-) aufwärmte, bevor ich mich an Nobody Here Gets Out Alive (V2) probierte. Ein bisschen nervös war ich schon, aber vollkommen unbegründet. Nach meinem Flash musste ich diese "beste V2 in der Welt" gleich noch zweimal machen, für Fotos und Videos. Und es machte Spaß, jedes Mal. Nun hatte ich getan, wofür ich gekommen war, die Sonne stieg höher in den Himmel und langsam kamen andere Boulderer, so kletterte ich noch über die Begrenzung der Fern Wall zum Gipfel und wanderte kreuz und quer über den North Mountain. Dabei besuchte ich unter anderem Cave Kiva, North Mountain Summit und Upper/Lower Site 17. Während dieser Wanderung kam ich wieder an der Rotten Potato vorbei. Für Woman of Leisure (V1) musste ich sogar die Kletterschuhe aus dem Rucksack holen, Eye Gouger (V0-) machte ich dann aber zum Abschluss barfuß. Nach etwa 4 Stunden (200 hm, 5 km) musste ich den Huecos den Rücken kehren, um meinen Rückflug nicht zu verpassen.

Was für zwei aufregende Wochen. Unglaublich viel Input, sowohl Intellektuell, wie auch für meine Bergsteigerseele. Danke Karin, dass du das alles mit den Kids so gut schaffst, damit ich so coole Sachen machen kann. Jetzt freue ich mich aber wieder auf zu Hause, auf Karin und die Kids.

Montag, Oktober 03, 2022

Stöhrhauslauf, Almkanal, Götschen und Toter Mann - ein verlängertes Wochenende in Berchtesgaden - 01.-03.10.2022

Fürs verlängerte Wochenende war eher bescheidenes Wetter vorhergesagt, gleichzeitig war ein Besuch bei meinen Schwiegereltern geplant. Samstag sah das Wetter zumindest am Vormittag noch ganz passabel aus und das wollte ich nutzen, um mich ein bisschen zu bewegen. Zufällig fand genau da der Stöhrhauslauf statt. Da ich sowieso keine wirkliche Idee für eine Tour hatte, meldete ich mich Freitagabend noch an und stand mit Karin Samstagmorgen vor dem Dürrlehen in der Hintergern. Der kleine aber feine Berglauf ist wirklich super organisiert und da wir Glück mit dem Wetter hatten, konnten sogar unsere Wechselklamotten in einem Nebelfenster zur Hütte geflogen werden. 
Den Weg von der Hintergern zum Stöhrgatterl kannte ich schon von der letztjährigen Winterkletteraktion mit Peter und wusste ungefähr was auf mich zukommt. Die Temperaturen waren ideal zum Laufen (ich bin ja eher ein Freund von Kälte) und entgegen meiner Befürchtungen erwartete uns am Gatterl kein eisiger Wind. Ideale Bedingungen um Gas zu geben. Dass ich bei den ganzen Berchtesgadenern wenig Land sehe, war mir schon klar, am Ende kam ich aber immerhin als 20 (von 24 Männern) mit einer Zeit von 1:16:35 ins Ziel auf der Terrasse des Stöhrhauses (↑1078 hm, ↓26 hm, 5,8 km). Ich bin super zufrieden mit der Zeit, weil schneller hätte ich trotz oder wegen meines Trainingstandes sowieso nicht gekonnt.

Die einzelnen Abschnitte des Laufs:
Materialseilbahn (0:41:56, ↑576 hm, ↓26 hm, 3,8 km) 7,2
Stöhrgatterl (0:15:37, ↑226 hm, 0,8 km) 6,8
Stöhrhaus (0:19:02, ↑276 hm, 1,2 km) 6,8

In der Hütte wurde noch gemütlich zusammengesessen und nach der Preisverteilung sogar aufgspielt. Nach einer Suppe verabschiedete ich mich aber und machte mich, nach einen kurzen Abstecher am Gipfel (¼ Stunde, ↑↓70 hm), an den Abstieg übers Nierntal nach Winkl (1¼ Stunden, ↓1270 hm). Jedes Mal wieder ein schöner Weg, nur den Maximilians Reitweg sparte ich mir diesmal und lies mich von Karin abholen, als mich schließlich das vorhergesagte schlechte Wetter doch noch erreichte. So hatten wir auch eine super Ausrede den Nachmittag in der Watzmann Therme zu verbringen und ich konnte meine müden Muskeln ein bisschen entspannen.

Sonntag war dann, wie vorhergesagt, Regen, den ganzen Tag. Ob der Regen jetzt von oben oder nur von unten kommt, ist beim Surfen auch schon egal. Leider meiner Familie nicht, so verbrachte ich den Vormittag alleine beim Surfen am Almkanal. Nachmittag gings dann aber wieder als Familie zum Kraxnsonntag in den Markt.

Montag hatte nicht nur der Regen aufgehört, es traute sich sogar die Sonne heraus. Davon sah ich aber zunächst nicht viel, als ich im Dunkeln auf den Götschen joggte. Wobei gehen wohl das bessere Wort ist, Bestzeit wurde es mit meinen schweren Beinen definitiv nicht (51 Minuten, 650 hm, 4,2 km). Weiter gings zum Toten Mann (19 Minuten,  ↓130 hm, ↑200 hm, 1,4 km) und dann Richtung Söldenköpfl und über den Silberg zurück nach Hause (¾ Stunde, ↑50 hm, ↓770, 5,3 km). Eine schöne Runde und pünktlich zu Sonnenaufgang und Frühstück wieder zurück. Den Tag verbrachten wir dann beim Tag der offenen Tür im Haus der Berge in Berchtesgaden. Ein nettes Fest und ein schöner Ausklang des Wochenendes.

Freitag, August 19, 2022

Abkühlung in Tirol - Brandenberger Ache, Fiechter- und Mittagsspitz, Alpenzoo und Klettersteig in Mayrhofen - 16.-18.08.2022

Wie fast überall in Mitteleuropa war es auch in Tirol fast unerträglich heiß, so suchten wir uns Abkühlung. Das geht bekanntlich am besten an kalten Gebirgsbächen oder bei Wanderungen die in aller Früh hoch hinaus gehen. Letztes Jahr waren wir schon durch die Tiefenbachklamm gewandert, diesmal trafen wir uns mit Hannes und Simon etwas weiter flussaufwärts, um in der Brandenberger Ache zu baden. Ein kühler Spaß für Groß und Klein.

Mittwoch hieß es früh hoch hinaus. Von der Karwendelrast ging es wie vor ein paar Jahren schon zum Fiechter Spitz (2299 m). Meine Fitness scheint wie vor fünf Jahren zu sein, die Begehungszeiten gleichen sich auf jeden Fall sehr. Über die Waldhorbalm stieg ich zum Hirschkopf auf (1½ Stunden, 1070 hm) und von dort aus, über den recht zugewachsenen Pfad, bis zum Einstieg unter der Rinne zur Fiechter Spitz (½ Stunde, 220 hm). Die Route ist immer noch gut mit Punkten markiert und beim Nachlesen des Blogbeitrags zur letzten Begehung musste ich schmunzeln, so treffend hatte ich den Weg beschrieben (¼ Stunde, 130 hm). Dieses Mal hielt ich mich am Gipfel aber nicht lange auf, sondern machte mich an den Übergang zum Mittagsspitz (2332 m). Im Gegensatz zum Aufstieg zur Fiechter Spitz ist der Weg hier an ein oder zwei Stellen nicht ganz logisch und die Punkte helfen, um nicht suchen zu müssen (20 Minuten, ↑80 hm, ↓40 hm). Der Weg weiter zum Schneekopf (2313 m) führt dann wieder direkt am Grat entlang und ist nicht zu verfehlen (½ Stunde, ↑90 hm, ↓110 hm). Am Grat würde es nun deutlich schwieriger zu den Niedernissltürmen und dem Hochnissel gehen, ich aber folgte dem (markierten) Steig hinunter zum Oberen und Unteren Bärenkopf (¾ Stunde, ↑20 hm, ↓380 hm). Dieser Steig, wie auch der Steig weiter zur Jagdhütte Adlerblick, fordern noch mal Konzentration, aber ab der Jagdhütte kann man es laufen lassen und sich dem Flow des Trails hingeben (1 Stunde, ↓1040 hm). So kehrte ich nach ziemlich genau 5 Stunden und etwas über 1600 hm und 11 km wieder zum Auto zurück und konnte entspannt den Nachmittag im Garten genießen.

Donnerstag war dann nicht mehr so heiß, dafür viel labileres Wetter. Zusammen mit Jamie und Renee besuchten wir den Alpenzoo und danach die Dombaustelle in Innsbruck. Ein bisschen Kultur muss sein, vor allem wenn es diese Jahrhundert-Change gibt, sich die Fresken aus nächster Nähe anzusehen.

Freitag schoben sich dann kalte Luftmassen von Norden unter die warmen Luftmassen von Süden und sorgten für ergiebige Regenfälle. Vormittags hatten wir aber noch ein Wetterfenster, um in Mayrhofen einen Klettersteig zu gehen. Diesmal schafften die Kids den Huterlaner, nicht "nur" den Kinderklettersteig, wie beim letzten Mal (1¾ Stunden, 250 hm). Beide Kids machten ihre Sache super und so hatten wir uns alle ein Mittagessen im GH Zimmereben verdient. Danach gings schnell runter zum Auto und im Rückreiseverkehr zurück nach München. Ein schönes Ende einer superguten Woche.

Sonntag, Mai 29, 2022

Ein Abstecher in Tirol und ein Bikewochenende im Isartal - 26./28./29.05.2022

An Christi Himmelfahrt besuchten wir meine Eltern, die wieder aus ihrem Urlaub zurück waren und die wir seit dem Winter nicht mehr gesehen hatten. Das Wetter war ganz brauchbar und die Kids zeigten sich im Garten recht zufrieden und nicht gewillt diesen zu verlassen. So lief ich eine kleine Runde Richtung Kienberg, weil ich mich ja eh immer bewegen muss. Übers Wasserschloss gings bis unter die Weiße Wand wo ich meine Umkehrzeit erreichte (40 Minuten, 500 hm). Auf dem Rückweg legte ich noch eine Pause am Klaus Bankerl ein, bevor es im Laufschritt zurück ging und ich auf die Minute pünktlich zum Mittagessen kam (½ Stunde).

Samstag waren wir zum Grillen in Ascholding eingeladen. Da liegen die Isartrails sozusagen auf dem Weg und so drehten wir eine Runde vom Brückenwirt aus. Die Ostseite bis kurz vor den Tierpark, das steile Hochufer hinauf, über die Großhesseloher Brücke auf die Westseite und zurück zum Brückenwirt (2½ Stunden, 160 hm, 13,5 km). Das gab genau den richtigen Hunger und Durst für die Feier mit lauter HG Altnasen. Damit die Kalorien dann wieder verbraucht werden können, fuhren Paul und ich von Ascholding über Geretsried und Wolfratshausen zurück nach München (4¼ Stunden, 230 hm, 42 km). Eine doch ganz ordentliche Runde und wegen eines schönen Regengusses und einer (tiefen) Bachquerung auch recht feucht (und dadurch leider auch echt kalt). So endete unser kleines Abenteuer in Hinterbrühl mit Karin als Joker-Taxi, auf die restlichen zwölf Kilometer durch die Stadt hatten wir, durchgefroren wie wir waren, keine Lust mehr.

Dienstag, Mai 11, 2021

Götschen, Königsbachfall und Kleiner Barmstein - 08./09.05.2021

Und wieder ein Wochenende im Berchtesgadener Land, könnte auch schlechter sein. Diesmal zum Geburtstag der Schwiegermutter und zum Muttertag. Und weil ich mich natürlich bewegen muss, drehte ich am Samstagvormittag auch eine Runde auf den Götschen (44 Minuten, 650 hm). Dafür, dass ich mich eigentlich ziemlich unfit fühle, ganz passabel. Nur abwärts bin ich definitiv langsamer als früher (26 Minuten), aber das Knie hat gut mitgemacht und das bleibt hoffentlich auch so.

Nachdem an diesem Wochenende der Sommer Einzug gehalten hatte, kühlten wir uns bei einer Wanderung zum Königsbachfall (1 Stunde, 90 hm), beziehungsweise in den Gumpen direkt unter dem Hauptfall ab (¼ Stunde, 60 hm). Am Ufer des Königssees entdeckten wir jede Menge Getier. So zählten die Kurzen immerhin sieben Ringelnatter (davon ein Schlangennest mit zwei Jungtieren), 18 zum Teil ziemlich zutrauliche Mäuse und einen dicken, fetten Laubfrosch. Da verging der Hin- aber auch der Rückweg (1 Stunde, 100 hm) wie im Fluge.

Für den Muttertag inspirierte uns die liebe Claudi, wir suchten nämlich ein kleine, nicht zu weite, aber auch nicht langweilige Wanderung und am besten etwas, was wir mit den Kindern noch nicht gemacht hatten. So viel unsere Wahl auf den Kleinen Barmstein. Vom Café s'Barmstoa spazierten wir vorbei am Wildgehege zum Einstieg des Kleinen Barmstein. Von wo aus es erst über Treppen, dann seilversichert zum Gipfel hinauf geht (½ Stunde, 140 hm). Scho schee, vor allem die Tiefblicke auf Hallein oder der Blick gegen Süden auf die Ostwand des Göll. Nach dem Abstieg (½ Stunde) folgten wir dem Weg noch weiter nach Südosten zur Ruine Thürndl (¼ Stunde, 25 hm). Wie leicht doch solche Spaziergänge fallen, wenn die Kids die richtige Motivation haben, in unserem Fall eine alte Burgruine. Und selbst der Rückweg in der Hitze (ja, es hat sich wirklich wie Sommer angefühlt) ging fast von alleine (¼ Stunde).
Wieder ein schönes Wochenende im Berchtesgadener Land, jetzt wird es aber definitiv wieder mal Zeit für einen Besuch in Tirol!

Donnerstag, Dezember 31, 2020

Rückblick auf ein verrücktes Jahr

Man könnte im Jahresrückblick sagen: was für ein S*****jahr, aber das wäre zu einfach gegriffen. Das Jahr hatte nämlich viel mehr als ein blödes Virus zu bieten. Neben Corona gab es einige Höhen und auch Tiefen in diesem Jahr. Die Skitourensaison am Anfang des Jahres bot einige Highlights, wie zum Beispiel das Kopftörl im Kaiser oder auch der Hundstodreibn im Steinernen Meer. Nach unserem super schönen Besuch bei Chanti und Joël bremste uns (und auch die restliche Welt) Corona aus und wir nutzten die Zeit für Bewegung in den eigenen vier Wänden.
Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit dieses Jahr brachte uns viele schöne Wanderungen und Übernachtungen in den Voralpen, schöne Klettertage in Franken und Treffen mit neuen und alten Freunden.
Ein sommerliches Highlight war die Begehung des Nollen während wir Dani auf der Guggi besuchten. Kurze Zeit später kam der absolute Tiefpunkt in diesem Jahr, mein Stolperer an Karins Geburtstag. Dass wir an dem Tag nun gemeinsam Geburtstag feiern können, habe ich nur einer ganzen Schar an Schutzengeln zu verdanken.
So waren wir trotz aller Unwägbarkeiten doch recht viel in den (vor allem bayrischen) Bergen unterwegs (55200 hm davon 19140 hm mit Ski und 8860 hm mit dem Bike).
So bleibt uns an diesem letzten Tag des Jahres nur noch euch einen guten Rutsch in ein hoffentlich super tolles Jahr zu wünschen! Rutscht gut rüber.



Mittwoch, September 18, 2019

Kampenwand mit dem Bike und zu Fuß - 17.09.2019

Wie schon einige Male dieses Jahr gings nach der Arbeit nach Aschau, diesmal mit Sebastian. Um nicht immer den Reitweg zu fahren, starteten wir von der Kohlstatt und fuhren die Forststraße hinauf Richtung Kampenwand, ganz schön steil und gar nicht so nett. Die Gorialm ließen wir links (bzw. rechts) liegen und strampelten im Nebel bis zur Steinlingalm (1½ Stunden, 830 hm). Dort ließen wir die Bikes zurück und stiegen im dichten Nebel noch zu Fuß zum Ostgipfel auf (20 Minuten, 200 hm). Rundumblick und Abendstimmung gabs nicht, dafür Wind, Nebel und Kälte, auch schön. Wieder zurück an der Steinlingalm (20 Minuten) entschlossen wir uns nicht einzukehren, sondern sofort abzufahren und bogen bei der Schlechtenbergalm in den Trail durchs Goriloch ab. Diesmal folgten wir dem Trail allerdings weiter Richtung Nordosten und kamen nach einigen verblockten Stellen wieder auf einen Forstweg, der uns zurück in die Kohlstatt brachte (35 Minuten). Trotz nicht ganz gutem Wetter eine nette Feierabendrunde und müde Beine fürs in die Arbeit radeln am Mittwoch gabs auch.
2019_09_17_Kampenwand

Montag, April 01, 2019

Der Weg zurück - 14.-31.03.2019

Egal wie gut eine OP verläuft, die eigentliche Arbeit beginnt danach. Jörg hatte sehr gute Arbeit geleistet, nun lag es aber an mir wieder auf die Beine zu kommen. Dieser Beitrag ist eine kleine Hommage an die drei Frauen, die mir dabei helfen.
Als erstes natürlich Karin. Sie hält nicht nur meine Launen und mein Gejammer aus, sondern macht mir auch jeden Tag eine Lymphdrainage. Außerdem kann sie ziemlich ehrlich sein, wenn ich meine Übungen nicht sauber oder viel zu selten mache.
Katharina ist meine Physiotherapeutin in der Manufactur. Neben kräftigenden Übungen für den Wiederaufbau meiner Muskulatur (vor allem der Quadriceps hatte etwas gelitten), arbeitet sie vor allem mit mir daran, meinen vollen Bewegungsumfang wiederzuerlangen.
Zu guter Letzt noch Juliane Zeller, meine Osteopathin. Sie sorgt für ein reibungsloses Zusammenspiel von Knie, Hüfte und unterem Rücken. Außerdem sorgt sie für etwas Ruhe in der Unordnung in meinem Knie und gibt mir zu Verstehen, dass etwas kürzer treten manchmal auch ein Schritt nach vorne sein kann.

Nun aber eine kleine Chronologie meiner Genesung (so weit):
Tag 0: Donnerstag, Tag der (ambulanten) OP; nach 4 Stunden konnte ich nach Hause. Auffällig war, dass ich das Knie sofort teilbelasten konnte, der Schmerz war weg.
Tag 1: Freitag, die Drainage wurde gezogen und Jörg besprach mit mir den Verlauf der OP (ich wusste nicht, dass gut 20 cm Schlauch in meinem Knie Platz haben). Öffentlich in die Praxis zu fahren, war an Tag 1 möglicherweise bis jetzt nicht die hellste meiner Ideen.
Tag 2/3: Wochenende, das Gehen, auch kurze Strecken in der Wohnung, ging nur mit Stützen und im Großen und Ganzen hieß es vor allem das Bein hochlegen und kühlen.
Tag 4: Montag, erster Physiotherapietermin; ich war begeistert da das Knie schon wieder zwischen 10° und 90° funktionierte.
Tag 5: Dienstag, für kurze Strecken (in der Wohnung) konnte ich inzwischen schon die Stützen weglassen.
Tag 6: Mittwoch, Physiotherapie; diesmal arbeiteten wir (bzw. Katharina) primär an meiner Streckung. Mein Quadrizeps ließ sich wieder ansteuern... was für ein Gefühl wieder Kontrolle über seinen Körper zu haben.
Tag 7: Donnerstag, Osteopathie; Juliane Zeller brachte wieder etwas Ruhe in mein Knie, vielleicht hatte ich es die Tage zuvor doch etwas übertrieben. Die letzten zwei Nächte waren auf jeden Fall gar nicht so gut und obwohl die Schwellung zurück gegangen war, war das Knie noch deutlich dicker als das andere.
Tag 8-10: Wochenende mit Anna; mit den Stützen war ich inzwischen ziemlich mobil, aber regelmäßige Pausen waren noch dringend nötig. Was ich dabei nicht bedacht hatte, war der Muskelkater in Schultern und HWS wegen der Stützen den ich spätestens am Montag hatte.
Tag 11: Montag, Physiotherapie und leichtes Radfahren; außerdem entschied ich mich auf die Stützen zu verzichten, meine Schultern würden es mir danken. Das Knie war bis jetzt schmerzfrei, wenn ich es aber übertrieb, konnte es schon ein wenig Zwicken, vor allem wenn ich abends/nachts zur Ruhe kam.
Tag 13: Mittwoch, Physiotherapie; ja Herrschaftszeiten, es ging gerade gar nichts weiter und das Humpeln ging mir auch langsam auf die Nerven. Ich steckte irgendwo in den letzten 2° meiner Streckung und bei etwa 110° Beugung fest.
Tag 15: Freitag, Osteopathie; neben dem Stagnieren meines Fortschritts schwoll das Knie jetzt auch wieder an. Vielleicht ein Zeichen des Universums, dass es nicht nur nach meinem Willen geht.
Tag 16/17: Wochenende; leichtes Radfahren, Schwimmen, Biergarten und Sonne. Ein bisschen langsamer machen wirkte wahre Wunder, dem Knie ging es besser und ich lerne nun anscheinend, dass ich nicht an einem Tag wieder fit werden muss.
Tag 18: Montag, wieder in die Arbeit; nach der Physio gings zum Fäden ziehen. Jörg war zufrieden mit dem Knie und ich auch. Der Tag in der Arbeit gestaltete sich zwar stressig, aber es lief besser als gedacht. Scheint ja doch alles gut zu werden.
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Noch bevor mein Knie gemuckt hatte, habe ich einen kleinen Beitrag zu einem Artikel für Gregor von Jäger der Berge geschrieben. Dieser ist nun online und ich freue mich, dass Gregor mich in so einem illustrem Umfeld (z.B. Benedikt Böhm oder Flo Neuschwandtner) auch nach meinem Lieblingstrailschuh gefragt hat. Leider steht meine Trailrunningzukunft in den Sternen, mit wenig Hoffnung auf positiven Ausgang.

Donnerstag, Dezember 13, 2018

Abendspaziergang auf den Rauhen Kopf und Gedanken zum Leben - 08.12.2018

Nach einem schönen, sonnigen Tag, den wir nutzten um den Bus zu putzen, verbrachte ich den späteren Nachmittag noch mit einer kleinen Abendrunde auf den Rauhen Kopf (↑1 Stunde 40 Minuten, 1050 hm, ↓1 Stunde 20 Minuten). Auch wenn Eis, Schnee und anbrechende Dunkelheit viel Konzentration forderten, so hatte ich doch Zeit meinen Gedanken nachzuhängen und endlich in Worte zu fassen was mich schon seit Monaten stört. Das der Abstieg unnötig lange und anspruchsvoll wurde, weil ich vermeintlich meine Stirnlampe verloren hatte, war eine andere Geschichte.

Seit Monaten schon störte mich etwas, aber wie Nebel waren die Gedanke nicht greifbar. Wie das Gefühl nach dem Aufwachen aus einem Traum, der zwar noch im Inneren nachhallt aber nicht artikulierbar ist. So ging es mir schon seit Monaten. Irgend etwas hatte sich verändert. Immer noch suchte ich meinen Ausgleich bei, zum Teil, anspruchsvollen Touren, aber die Befriedigung danach hielt oft nicht lange an oder verwandelte sich sofort in ein Gefühl noch mehr, noch größer oder noch schwerer zu Klettern/Laufen/Wandern zu müssen....
Nüchtern betrachtet Suchtverhalten, oder vielleicht doch etwas anderes? Irgendwie fühlte ich mich getrieben, noch mehr als normal. Ein erster Schritt war mein Versuch, mein Internetverhalten während der Reise zu verändern. FB, Instagram nur noch zur Ankündigung eines Blogposts zu nutzen und auch die Blogposts zu reduzieren, um sie als Dokumentation für uns selbst (so wie der Blog immer gedacht war) zu nutzen. Und siehe da, die Unzufriedenheit die mit dem Getriebensein einher geht wurde weniger, wenn sie auch nicht verschwand. Was war nur falsch? Wir hielten uns an zauberhaften Orten auf, kletterten wunderschöne Routen und trafen tolle Leute. Natürlich war nicht immer alles eitel Sonnenschein, trotzdem war diese nicht greifbare Unzufriedenheit sicher nicht angebracht. Vielleicht entstand dieses Getrieben sein aber gar nicht so sehr durch das eigene Mitteilungsbedürfnis und der Jagd nach Likes, als an der Unzufriedenheit, die sich einstellt wenn man schöne Bilder bei anderen sieht. Der Zwang auch etwas zu unternehmen, nur weil es ja der andere auch tut? Aber was ist überhaupt noch echt, was Werbung? Warum sich antreiben lassen, von einer ganzen Industrie vor den Karren spannen lassen? Selbst Better Your Best ist nur noch zur Werbebotschaft eines Laufschuhherstellers verkommen. Ich will mich nicht mehr an anderen messen, oder an mir selbst. Nicht noch schneller, besser, schwerer......Ich will mich wieder mehr auf mich und den Berg besinnen. Ob ich das schaffe, ich weiß es nicht. Dies ist auch kein Versuch mich zu erklären, vielmehr die Gedanken die ich lange nicht greifen konnte zu "Papier" zu bringen, für mich, damit ich wieder zu mir komme.

Freitag, August 17, 2018

Tirolwoche mit den Kindern - 13.-17.08.2018

Karin musste arbeiten und so fuhr ich mit den Kindern direkt von Interlaken zu meinen Eltern. Montag ruhten wir uns im Schwimmbad aus und Dienstag war Regenprogramm in der Jenbacher Kletterhalle angesagt.
Mittwoch startete ich dann kurz nach 4 Uhr zum Ebner Joch. Über den Notburgasteig kam ich nach Maurach und von dort gings zur Buchauer Alm (¾ Stunde, 450 hm). Oberhalb der Buchauer Alm stieg ich im Wald auf, bis ich auf den Hubersteig traf und diesem folgte ich, bis er nach Süden abzweigt. Über steile, felsdurchsetzte Wiesenhänge gelangte ich zur tiefsten Einschartung zwischen Ebner Joch und Haidachstellwand (½ Stunde, 250 hm). Nun ging es immer direkt am Grat, den guten Steigspuren folgend, entlang. An einem markanten Turm war damit aber Schluss. Die vermeintlich einfachste Variante, eine brüchige Rinne an der rechten Seite, entpuppte sich als recht unangenehm. Kurz bevor man aus der Rinne aussteigt, befindet sich ein geschlagener Abseilhaken mit verwitterter Schlinge. Nachdem mir unter anderem eine ganze Schuppe entgegen kam, trat ich den geordneten Rückzug an. Keine Ahnung ob der Durchschlupf überhaupt auf den weiteren Grat führen würde. Auf jeden Fall war die Rinne gefühlt schwerer (und brüchiger) als alles in der Eisenzeit. Einen Versuch an der linken Rippe lies ich auch recht schnell wieder bleiben, zu viel Bruch und zu rutschig für heute (1 Stunde, 160 hm). Durch eine steile Schuttrinne gelangte ich hinunter zum Hubersteig und nach etwa 100 Metern zweigte ich in eine weitere Rinne ab. Über diese gelangte ich wieder auf den Grat. Nach Latschengewühle in der Rinne, überdeckte die Duftnote Latschengrün sogar den Angstschweiß und so kam ich frisch riechend am Gipfel an (¾ Stunde, 300 hm). Das Auto erreichte ich dann recht zügig über den Normalweg (1 Stunde). Nun muss ich allerdings nochmal zum Nordgrat, dann aber mit Seil und PartnerIn.
Nachmittags traf ich mich dann in Kreuth mit Karin und Vladi. Zusammen wollten wir den Schildenstein als Biketour machen. Der Plan, mit einem Bus nach Achenwald, die Tour bis Kreuth fahren und dann das Auto mit dem anderen Bus abholen, dazu aber später mehr. Die Auffahrt von Achenwald zur Blaubergalm verläuft über nicht zu steile Forstwege. Erst oberhalb der Alm muss man kurz schieben/tragen (1¾ Stunden, ↑730 hm). Der erste Trail führt zum Sattel unterm Schildenstein (¾ Stunde, ↑90 hm, ↓120 hm). Leider mit einigen (für uns) nicht fahrbaren Passagen. Zu Fuß erreichten wir den Gipfel (10 Minuten, ↑80 hm), machten kurz Pause und stiegen schnell wieder zu den Rädern ab, um endlich das zu tun weshalb wir hier waren, runterfahren. Die Abfahrt nach Wildbad Kreuth  beginnt anspruchsvoll, wird aber immer besser und flowiger (1¼ Stunde, ↑30 hm, ↓750 hm). Da ist es richtig schade wenn man im Tal ankommt. Über den Radweg gings zurück nach Kreuth (¼ Stunde), wo Karin bemerkte, dass unser Busschlüssel im Handschuhfach von Vladis Bus war ...... AHHHHHH. Das durfte echt nicht wahr sein. Also schwang ich mich aufs Rad und fuhr nach Achenwald, um den Bus zu holen (1 Stunde, ↑270 hm, ↓220 hm, 20 km), während die anderen ihr wohlverdientes TAB tranken. Trotz der Zusatzrunde eine super schöne Tour (gesamt: 40 km, 1300 hm), die Lust auf mehr Biken gemacht hat.
2018_08_15_EbnerJochSchildenstein

Seit Jahren schon hat meine Mutter noch eine Klettertour mit mir frei. Donnerstag hatten wir endlich beide Zeit, das Wetter war gut und sie war in guter körperlicher Verfassung. Von der Gramai stiegen wir über die Lamsenjochhütte zur Ostwand der Lamsenspitze, um genau zu sein zur NO-Kante (12 SL, IV), auf (2½ Stunden, ↑950 hm). Als wir kurz Pause machten, kamen noch Stephan, ein Bergführer aus Kramsach/Stans, mit seinem Gast, einem Anwärter und Stephans Tochter zu uns. Später kletterten sie immer direkt hinter uns und meine Mutter hatte somit immer jemanden zum Ratschen am Stand. Nachdem wir die Einstiegslänge (mit ein wenig Hilfe) überwunden hatten, gings zügig hinauf. Nur einem kleinen Verhauer in der dritten Länge unterbrach den Kletterfluss ein wenig. Die zwölf Seillängen sind nie schwer oder brüchig und es ist fast schade, dass die Kletterei schon zu Ende ist, wenn man am Vorgipfel steht. Von dort muss man nur noch in steilem Gelände zum Gipfel queren (3¾ Stunden, ↑350 hm). Einfach eine nette Tour, leider muss man auch noch hinunter und das zieht sich in der sengenden Sonne  etwas. Trotzdem war die Hütte bald erreicht und wir konnten uns ein TAB und eine Suppe schmecken lassen (1½ Stunden, ↓550 hm). Der obere Teil des Abstiegs zur Gramai lag nun auch schon im Schatten und so wurden wir nur auf den letzten 200 hm von der Sonne gebraten (1 Stunde, ↓700 hm). Eine sehr schöne Tour mit meiner Mutter, mit der man definitiv noch alpine Klettereien unternehmen kann und der die Tour sichtlich Spaß gemacht hat.
2018_08_16_LamsenNO

Freitag wollten wir eigentlich einen Klettersteig in Mayrhofen gehen. Als aber schon am Morgen die Sonne wolkenlos vom Himmel brannte verwarfen wir den Plan und kühlten uns im Schwimmbad ab. Wieder einmal eine sehr entspannte Woche in Tirol und ich bin neugierig was das kinderfreie Wochenende für uns bringt.

Montag, Juni 25, 2018

Zürich, eine Stadt mit Möglichkeiten - 19.-22.06.2018

Die letzten Wochen und Wochenenden blieb wenig Zeit für die Berge, nur für ein paar kleinere Aktionen in München. Diese Woche hatte ich dann beruflich in Zürich zu tun. Eine gute Möglichkeit die Stadt zu erkunden und auch ein wenig was für meine Fitness zu unternehmen. In der Früh drehte ich jeden Tag eine Runde auf den Uetliberg (4 x 1 Stunden 20 Minuten, ↑↓450 hm, 11 km). Eine super schöne Runde, vor allem zum Sonnenaufgang. Die Abende verbrachte ich dann mit Bouldern im Gaswerk und am Unteren Letten. Gerade das DWS an der Mauer des Unteren Letten ist einfach der Wahnsinn, wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich mir den Abstecher im Gaswerk sparen können.
2018_06_19-22_Zurich