Montag, Juli 16, 2018

Campingwochenende und Klettern mit den Kindern in Bad Heilbrunn - 14./15.07.2018

Wie letztes Jahr auch schon, verbrachten wir ein Campingwochenende mit Lisa, Dominik und den Kids. Diesmal in Bad Tölz, um genau zu sein am Stallauer Weiher. Ein geniales Wochenende, um sich vom Jubiläumsgrat zu regenerieren.
Sonntag gingen wir noch klettern in Bad Heilbrunn. Ein sehr nettes kleines Gebiet, vor allem für Kinder. Obwohl ziemlicher Andrang herrschte fanden wir sofort eine Tour (Kleine Plattenverschneidung, 3) und ich hängte sie für die Kinder ein. Leider bedachte ich bei den Sandsteinplatten die Reibung nicht, so hatte ich ein kleines Problem Paul wieder abzulassen, also musste ich zu ihm hinauf und mich mit ihm abseilen. Die restlichen Kinder bekamen dann ein "Pflückseil", damit wir sie auch wieder herunter bekamen. Ein sehr nettes Campingwochenende mit einem super Klettertag.
2018_07_15_BadHeilbrunn

Donnerstag, Juli 12, 2018

Jubili, Jubila, Jubiläumsgrat - 11.07.2018

Ich bin bekennender A-Team Fan. Vor allem Hannibals: "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert." hatte es mir immer angetan. Die Runde mit den Kindern am Sonntag war schön, machte aber vor allem Lust auf eine richtige Tour. So war ein Plan geboren. Mittwoch hatte ich dann etwas Luft in der Arbeit und damit Zeit um den Plan umzusetzen. Und am Mittwoch Abend konnte ich dann grinsend Hannibals Spruch herauslassen, aber eins nach dem anderen:
Als ich um kurz vor 6 Uhr in Hammersbach startete, schüttete es in Strömen. In Regenklamotten spurtete ich durch die Höllentalklamm zur Höllentalangerhütte (1¼ Stunde, ↑630 hm). Der Regen hatte inzwischen aufgehört, ich nahm mir aber das ¼ Stündchen, um einen Frühstückskaffee zu trinken.
Trotz der Pause hatte ich schnell alle Wanderer, die von der Höllentalangerhütte gestartet waren, eingeholt und damit den Weg frei über Leiter und Brett zum Höllentalferner (1½ Stunden, ↑900 hm). Am Gletscher liegt noch gut Trittfirn und so konnten meine Grödel im Rucksack bleiben. Am Einstieg des Klettersteigs (¼ Stunde, ↑170 hm) begann es dann gleich wieder zu gießen. Naja auch gut, ein wenig Feuchtigkeit zur guten Sicht im Nebel. Der Weiterweg ist aber kaum zu übersehen und obwohl der Fels im Regen ganz schön seifig war, wusste ich vom letzten Mal, dass das wohl kein Problem werden würde. Zum Gipfel war es dann unspektakulär aber dennoch zum Aufpassen, weil ein wenig rutschig war es schon (1 Stunde, ↑500 hm). Die viel gerühmte Weitsicht hielt sich dann nebeltechnisch in Grenzen, also beschloss ich mich im Münchener Haus aufzuwärmen und zu Frühstücken, es war ja gerade erst 10 Uhr und für die 2200 hm hatte ich 4 Stunden gebraucht.
Während meiner Pause trafen drei Bergsteiger ein, die vom Jubiläumsgrat kamen. Am Dienstag hatten sie ihn schon gemacht, sich aber im Nebel kurz vor der Grieskarscharte verfranst (Spoiler: im Nebel ist die Stelle wirklich ganz schön knifflig). Um nicht in Absturzgelände zu geraten, kehrten sie um und übernachteten in der Biwakschachtel. Der Nebel verzog sich nicht und so kamen sie zur Zugspitze zurück. 
Da sich der Nebel nach 1½ Stunden Pause noch nicht gelichtet hatte, beschloss ich mich auf den Weg zu machen. Am Gerüst von der Terrasse hinunter traf ich eine der Bergsteigerinnen die ich im Höllental überholt hatte. Sie hatte auch vor den Jubiläumsgrat zu machen und so viel schnell die Entscheidung, dass Anja und ich zusammen weiter gehen würden.
Die Zeit verging im Fluge und während einem netten Ratsch überkletterten wir alle Schwierigkeiten ohne sie zu bemerken. Kurz vor der Inneren Höllentalspitze bemerkte Anja, dass sie dringend etwas zu Essen benötigte und so machten wir eine ¼ Stunde Pause bei der Abzweigung zur Knorrhütte zwischen Innerer und Mittlerer Höllentalspitze (2¼ Stunden, ↑330 hm, ↓620 hm). Anja regenerierte sich zwar, aber sie entschied sich ihren ursprünglichen Plan umzusetzen und in der Biwakschachtel zu übernachten (¾ Stunde, ↑140 hm, ↓110 hm).
Der Weg weiter bis zum Ende des Grates ist bis auf die Vollkarspitze unspektakulär und so erreichte ich ziemlich schnell die Abzweigung zur Grieskarscharte bzw. dem Hochblassen (1 Stunde, ↑220 hm, ↓270 hm). Der Weg runter zur Grieskarscharte ist eigentlich unschwierig, im Nebel verfranste ich mich aber an der selben Stelle wie die Drei gestern und erst nach einigem Suchen fand ich fast direkt am Grat ein Steinmandl und damit den Weg in die Grieskarscharte (½ Stunde, ↑70 hm, ↓230 hm). Nun gings aber wirklich nur noch um die Pflicht nach der Kür. Das letzte Mal stieg ich über die Alpspitze ab, also entschied ich mich diesmal fürs Mathaisenkar hinunter zur Höllentalangerhütte (1½ Stunden, ↑30 hm, ↓1100 hm). Hier legte ich wieder eine kurze Pause ein, diesmal für eine Suppe, bevor ich den letzten Rest zum Parkplatz in Hammersbach hinter mich brachte (1 Stunde, ↓630 hm).
Insgesamt eine sehr schöne Tour mit gut ↑↓3000 hm und 27,5 km in 11 Stunden reiner Gehzeit. Einfach schön wenn der Kopf und die Beine passen und es einfach ein schöner Tag wird. Grödel, Gurt, Schlinge und Karabiner hätte ich eigentlich zu Hause lassen können, aber als Trainingsgewicht haben sie allemal getaugt. Wieder mal danke an Karin und Matthias für den freien Tag. Danke auch an Anja für die netten drei Stunden am Grat, ich hoffe dein Abschluss heute war genau so gut wie meiner gestern.
2018_07_11_Jubilaeumsgrat

Dienstag, Juli 10, 2018

Wanderung mit den Kindern übers Hupfleitenjoch und den Schwarzenkopf ins Höllental - 08.07.2018

Seit über einem Monat sind wir schon nicht mehr in die Berge gekommen. Ich scharrte schon förmlich mit den Füßen und so nutze ich den Sonntag, um mit den Kindern die Gegend um Garmisch unsicher zu machen. Um genau zu sein das Hupfleitenjoch (1750 m), den Schwarzenkopf (1818 m) und das Höllental.
Da Karin und Caro unterwegs waren, kam Nick kurzerhand auch mit uns mit. Der Aufstieg wurde mit der Kreuzeckbahn verkürzt und so starteten wir gegen Mittag am Kreuzeck in Richtung Hupfleitenjoch. Der anfängliche Forstweg mündet bald in einen netten Wanderweg, der in gutmütiger Steigung unter der Alpspitzbahn hindurch zum Joch hinauf führt (50 Minuten, ↑140 hm, ↓70 hm).  Dem Trubel am Joch entflohen wir durch einen Abstecher auf den Schwarzenkopf (10 Minuten, ↑70 hm), den wir eine ganze Weile für uns alleine hatten. Der kleine Gipfel bieten tolle Tiefblicke ins Höllental. Zurück am Hupfleitenjoch (10 Minuten, ↓70 hm) beginnt der "anspruchsvolle" Teil der Tour. In einigen Kehren steigt man Richtung Höllental ab, um dann die steile Flanke bis zu den Knappenhäusern zu queren. Diese Querung ist aber weder schlimm noch schwer, dennoch sollte man in dem Absturzgelände nicht stolpern. Das Stahlseil neben dem Weg gibt aber sogar dem Ängstlichsten die nötige Sicherheit, um den Weg zu meistern. Die Gurte und das Seil, um die Kinder anzuhängen, blieben im Rucksack und nur mit ein paar mahnenden Worten querten wir zu den Knappenhäusern (¾ Stunde, ↓230 hm). Der Weiterweg führt zwar nicht mehr durch eine felsige Flanke, sondern durch eine Grasbewachsene, stolpern sollte man aber auch hier nicht. Spielen stand in dieser Passage wieder mehr im Vordergrund und so konnten wir auch eine ausgedehnte Pause an einem Altschneefeld machen, bevor wir die Höllentalangerhütte erreichten (¾ Stunde, ↑30 hm, ↓170 hm).
Die Höllentalangerhütte ist die einzige Möglichkeit für eine Einkehr auf der Tour und so legten wir eine größere Pause ein, die von Paul und Nick zum Kraxeln neben einem Wasserfall auf der gegenüberliegenden Talseite genutzt wurde. Alle zusammen ließen wir uns eine heiße Suppe schmecken, bevor wir uns auf den weiteren Abstieg machten (½ Stunde, ↑↓60 hm). Der letzte Teil der Wanderung brachte uns zur Höllentalklamm (mit einem kleinen Abstecher zu der Höhle am Ende des Stangensteigs) und durch diese hinunter (1½ Stunden, ↑60 hm, ↓450 hm). Unterhalb der Klamm wurde nochmal am Bach gespielt, wobei ich die Kinder nun antreiben musste, um die letzte Zugspitzbahn in Hammersbach zu erreichen (1 Stunde, ↓200 hm). Dies brachte uns die eine Station zurück zu unserem Ausgangspunkt an der Kreuzeckbahn.
Eine sehr nette Wanderung, die die Kinder (und zwar alle drei) sehr gut gemacht haben und die insgesamt 6 Stunden, ↑360 hm, ↓1200 hm und gut 12 km haben alle super weggesteckt.
2018_07_08_Hupfleitenjoch

Montag, Juni 25, 2018

Zürich, eine Stadt mit Möglichkeiten - 19.-22.06.2018

Die letzten Wochen und Wochenenden blieb wenig Zeit für die Berge, nur für ein paar kleinere Aktionen in München. Diese Woche hatte ich dann beruflich in Zürich zu tun. Eine gute Möglichkeit die Stadt zu erkunden und auch ein wenig was für meine Fitness zu unternehmen. In der Früh drehte ich jeden Tag eine Runde auf den Uetliberg (4 x 1 Stunden 20 Minuten, ↑↓450 hm, 11 km). Eine super schöne Runde, vor allem zum Sonnenaufgang. Die Abende verbrachte ich dann mit Bouldern im Gaswerk und am Unteren Letten. Gerade das DWS an der Mauer des Unteren Letten ist einfach der Wahnsinn, wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich mir den Abstecher im Gaswerk sparen können.
2018_06_19-22_Zurich

Montag, Juni 04, 2018

Ein autofreies, verlängertes Wochenende - Schwabinger Microadventures und Voralpen per Zug - 31.05.-03.06.2018

Dieses verlängerte Wochenende war für uns gar keins. Karin hatte Samstagsdienst und so beschlossen wir den Freitag nicht frei zu nehmen. Das gute Wetter nutzen wir trotzdem, allerdings eher mit "Schwabinger Microadventures". Mittwoch Nachmittag zog es uns ins Ungererbad und danach zum Stustaculum, ein sehr gelungener Frühsommernachmittag/-abend. Donnerstag radelten wir mit Lisa, Dominik und den Kids zum Poschinger Weiher. Das Wasser dort ist schon sehr angenehm, der Bump Park am Weg eine riesen Gaudi für die Kids und am Heimweg besuchten wir gleich nochmal das Stustaculum. Dafür erwischte uns auf der Fahrt nach Hause noch ein heftig Gewitter, schön wars trotzdem und eine gar nicht so kleine Runde für die Kinder (20 km). Den Samstag verbrachten die Kinder dann mit mir bei einer kleinen Bootsfahrt am Schwabinger Bach. Von den Tierkliniken schipperten wir zur Schwabinger Bucht, welche zufälligerweise direkt neben dem Stustaculum ist. Zufälle gibt es.
2018_05_31_SchwabingerMicroA

Der Sonntag gehörte dann wieder den Bergen, einer Wanderung in den Voralpen. Da wir das Auto nicht bewegen wollten, entschieden wir uns für die BOB und den Tegernsee. 1 Stunde 5 Minuten Zugfahrt nenne ich mal einen entspannten Start in den Tag. Vom Bahnhof Tegernsee stiegen wir über den Bayernweg zur Neureuth auf (2½ Stunden, ↑500 hm). Der Weg führt zum größten Teil durch angenehm kühlen Wald, was das Wandern an so einem Tag deutlich angenehmer macht. Die Pause auf der Neureuth hatten sich die Kinder auf jeden Fall verdient. Aber da es nun mal meine Kinder sind, konnten sie die Füße nicht lange stillhalten und nach ¼ Stunde brachen wir schon wieder auf zur Gindelalmschneid (1 Stunde, ↑100 hm, ↓30 hm). Bis hierher kannte ich die Wanderung von unserem Abteilungswandertag, nun entschieden wir uns aber für einen Abstieg über die Gindelalmen und den Hennerer Hof zum Schliersee (2¼ Stunden, ↓540 hm). Leider fast durchgehen Forststraße und am Ende eine Teerstraße bis in den Ort. Trotzdem ganz nett und durch die Nutzung der BOB waren wir auch nicht auf den gleichen Ausgangspunkt festgelegt. Von Schliersee ist man dann in 55 Minuten wieder in München, was auch schneller sein dürfte als im Wandererrückreisestau.
2018_06_03_Gindelalmschneid

Montag, Mai 28, 2018

Ein Wochenende im BGL - Göll Überschreitung und Grünstein Klettersteig - 26./27.05.2018

Nachdem das Klettern für Peter und mich ausfiel, suchte ich mir eine gemütliche Alternative zur Hinterstoisser-Kurz. Erkältungsbedingt und aus Mangel an einem Kletterpartner entschied ich mich für lockeres Wandern.
Von der Scharitzkehl stieg ich über den Steftensteig zum Mannlgrat auf (1¼ Stunde, 800 hm). Weils so schön war, hängte ich noch gleich den Mannlgrat an (1 Stunde, ↑250 hm, ↓100 hm). Gar nicht so einfach, wenn man versucht kein Eisen zu verwenden. Der Schrott hängt nämlich ganz schön im Weg, mit ein paar Verrenkungen gehts aber. Nur an einer Platte, ziemlich am Ende, nahm ich einen Trittstift mit, um keinen Sturz in eine Rinne zu riskieren. Schnee lag nur noch am Rauchfang und kurz vor dem Gipfel des Höhen Göll (¾ Stunde, 500 hm). Hier gönnte ich mir nicht nur eine Brotzeit, sondern auch ¼ Stündchen Pause. Zum Kuchler Kreuz musste ich etwas ausgedehntere Schneefelder queren, die Südflanke war aber wieder schneefrei. Am Weg zum Hohen Brett gab es noch ein paar Schneefelder, aber alle unproblematisch zu begehen (1 Stunde, ↑200, ↓350 hm). Da ich mein Wasser inzwischen aufgebraucht hatte, hielt ich mich nicht lange am Gipfel des Bretts auf, sondern stieg Richtung Brett Gabel ab. Das nette kleine Steiglein brachte mich ohne einen einzigen anderen Wanderer bis zum Parkplatz Hinterbrand (1¼ Stunde, ↓1150 hm). Von dort nahm mich gleich die zweite Autofahrerin mit und somit musste ich nicht den Straßenhatscher zur Scharitzkehl zurück gehen.
Eine wunderschöne (wenn ich kleine sagen würde, wäre das gelogen) Runde, bei fast perfektem Wetter. Nur besser eincremen sollte ich mich das nächste Mal und zwei Liter Wasser sind etwas wenig.
2018_05_26_Goell

Am Sonntag gings dann für Paul und mich in den Grünstein-Klettersteig (Isidor-Variante, B/C). Wenig überraschend, es war viel los am Königssee. Gemütlich wanderten wir zum Einstieg (1 Stunde, 250 hm). Die Massen dort erstaunten aber sogar mich, trotzdem fanden wir einen guten Zeitpunkt zum Einsteigen. Wir standen wenig im Stau und erzeugten auch kaum welchen. Und ein paar gute Stellen zum Überholen gibt es im Steig ja auch noch (3 Stunden, 450 hm). Am Gipfel waren dann Vater und Sohn etwas ermattet, was nicht nur mit dem heißen Wetter zu tun hatte. An einigen Stellen war es für Paul unmöglich selbst umzuhängen, da fehlen einfach noch ein paar Zentimeter an Körpergröße. Beim Abstieg zeigte mir Paul dann wo der Hammer hängt, nicht kleinzukriegen dieses Stehaufmännchen (1¼ Stunde). Zur Belohnung gabs nicht nur eine ausgedehnte Pause am Bach über der Rodelbahn, sondern zum Abschluss noch ein Eis am Königssee.
Ein toller Tag mit dem Großen, da ist der Papa natürlich ziemlich stolz.
2018_05_27_Gruenstein

Dienstag, Mai 22, 2018

Gemütliches Wochenende im Zillergrund - 19.-21.05.2018

Obwohl die Wettervorhersage für das Pfingstwochenende nicht wirklich verlockend aussah, trafen wir uns mit Claudi und Peter im Zillergrund. Und es wurde gut!
Samstag wanderten wir mit den Kindern in den Sundergrund (¾ Stunde, 200 hm). Das einst so idyllische Plätzchen hat sich massiv gewandelt. Heute führt eine breite, schlammige Baggerspur quer durchs Gebiet. Anscheinen wurde und wird der Bergsturz als Steinbruch genutzt. Dieser Nutzung dürften auch ein paar Blöcke zum Opfer gefallen sein. Ein paar kleine Probleme machten Peter, Karin und ich aber dennoch und als das Wetter immer schlechter wurde, flüchteten wir zurück zum Gasthof in der Au. Beim Aufmachen eines Biers schaffte ich es dann den Flaschenhals abzureißen und mir mit der scharfen Kante in zwei Finger zu schneiden. Wie heißt es so schön, der ganze Bua a Depp. 
Am Abend regnete es recht stark und so blieb uns für Sonntag nur Wandern. Von der Bärenbadalm gings hinauf zum Stausee Zillergründl (1¼ Stunden, 400 hm). Auf dem abwechslungsreichen Weg war es kein Problem die drei Kinder zum Gehen zu motivieren. Am Stausee selbst locken nicht nur Tiefblicke, informative Tafeln zur energietechnischen Wasserwirtschaft im hinteren Zillertal zeigen wie alle Stauseen über Pumpwerke zusammenhängen. Durch einen Tunnel kann man am See entlang Richtung Plauenerhütte wandern. Entgegen der Vorhersage hielt das Wetter und als Vladi zu uns stieß konnten wir sogar noch ein Feuer machen, um Marshmallows zu grillen.
Der Montag begrüßte uns dann mit strahlendem Sonnenschein. Und als ein ganzer Trupp Allgäuer mit Geli und Josef auftauchte, entschlossen wir uns doch nochmal in den Sundergrund bouldern zu gehen, anstatt im Zillergrund Wald. Wieder ein sehr netter Tag, aber in den Sundergrund müssen wir nun auf absehbare Zeit nicht mehr.
Auf jeden Fall war es ein sehr entspanntes Wochenende, fast ein bisschen Bleauersatz.
2018_05_19-21_Sundergrund

Dienstag, Mai 15, 2018

Trailrun und Bike Trail im BGL - 13.05.2018

Nach einer guten Nacht war mein Kopfweh weg, es blieb nur noch eine dicke Lippe. So konnte ich den Muttertag mit einer kleinen Runde auf den Götschen beginnen (↑↓650 hm, ↑48 Minuten, ↓21 Minuten). Auch wenns gar nicht so langsam war, fühlte es sich gaaaaanz langsam und schwer an. Das bedeutet wohl nicht nur mehr Klettern, sondern auch mehr Laufen.
Zum Mittagessen in Maria Gern fuhren Karin und ich dann mit dem Radl. Über den Maximilians Reitweg und den Rabensteinweg gings ganz ohne Hauptstraße bis zum Bachgütl (¾ Stunde, 6 km, ↑270 hm, ↓160 hm). Den Heimweg traten wir dann über die Obergern und das Blaue Kastl an (1 Stunde, 4,5 km, ↑400 hm, ↓60 hm). Der Weg über dem Blauen Kastl war für uns noch gut fahrbar, weiter zur Kastensteiner Wand sah es dann schon anders aus. Viele Passagen (mit großen Wurzeln) mussten wir schieben (½ Stunde, 1,5 km, ↑30 hm, ↓360 hm). Im oberen Teil des Blitzwegs sah es nicht anders aus, aber zumindest unten konnten wir dann weitgehend fahren (½ Stunde, 1,5 km, ↑40 hm, ↓160 hm).
Eine nette Runde mit dem Rad (13,5 km, ↑↓740 hm), leider für uns weniger fahrbar als gedacht, also zusätzlich auch noch mehr Biken!
2018_05_13_BikeBGL

Samstag, Mai 12, 2018

Die Rache des Untersbergs - 12.05.2018

...oder wie ich heute richtig in die F#!@?$ bekommen habe.
Der Plan von Peter und mir war einfach, Untersberg Süd-Westwand Hinterstoisser-Kurz (7 SL, 6+) gehen und wenns gut läuft ins Untersbergmandl (9 SL, 7) abbiegen. Wie immer zog sich der Zustieg zum Scheibenkaser (1 Stunde, 650 hm) und der Weiterweg zum Einstieg kurz vor dem Mittagsloch war auch nicht viel besser (¾ Stunde, 250 hm). Schon in der Früh brannte die Sonne unbarmherzig herunter, auch gut, dann ist der Fels zumindest trocken. Kurz vor uns stieg eine Seilschaft in den Schwarzen Sheriff ein, die beiden waren recht fix, so konnten wir nach einer kleinen Frühstückspause im Originaleinstieg der Hinterstoisser-Kurz starten. Wow, schon die zweite Seillänge bietet einen ziemlich ausgesetzten Quergang und nach der dritten, steilen Seillänge war für mich klar, dass mein Kopf heute nicht mitmacht. Sozusagen die letzte Möglichkeit für einen Notausstieg. Man kommt gerade mit 60 Meter Halbseilen zum Wandfuß, bevor es mit dem nächsten Quergang schwierig würde für einen Rückzug. OK, das kratzte ganz schön an meinem Ego, aber so Tage gibt es. Was aber tun mit dem angebrochenen Tag? Die Entscheidung viel auf die Just for Fun (10 SL, 8-) neben dem Barthkamin. Da aber keiner von uns einen 8er klettern kann, wollten wir über den Direkten Barthkamin (4 SL, 7) zusteigen und nur den oberen, leichteren Teil der Just for Fun klettern (1 Stunde, 150 hm). Kurz vor dem ersten Stand löste sich dann ein Stein und traf mich mitten im Gesicht. Zum Glück war Peter praktisch am Stand und ich konnte mich erstmal dem Schmerz hingeben. Ein kurzer Check zeigte: Nase nur gestreift, keine Zähne locker, nur eine dicke Lippe, ein paar Schrammen und ein Brummschädel.....Glück gehabt. Trotzdem war für uns beide klar, dass es jetzt Zeit für den Abstieg war. Trotz allem wieder schön mit Peter unterwegs zu sein und ich weiß nun, dass ein wenig Training nicht schaden würde. Mein Kopfweh geht hoffentlich über Nacht weg, damit ich morgen mit meiner Frau was unternehmen kann.
2018_05_12_HinterstoisserKurz

Freitag, Mai 11, 2018

Zwei Hörndl und eine halbe Schönheitskönigin - 10.05.2018

Wenns im Wetterbericht "sonnig und warm, ab Nachmittag möglicher Regen und Gewitter" heißt, sollte man a) früh aufstehen, b) schnell sein und/oder c) etwas Kurzes unternehmen. Früh aufstehen ist nicht so unseres, schnell waren wir nicht mal als wir jung waren und so wirklich kurz gibts im BGL nicht. Also wählten wir d) nass werden.
Unser Ziel war die Schönheitskönigin von Schneizreuth (6 SL, 6). Aber wie das immer so ist, zu einer schönen Kletterei muss auch erst zugestiegen werden, sonst ist ja jeder da, nicht nur wir. Also zusteigen, was übrigens im Frühlingswald und bei Sonne ganz schön schön ist, aber eben auch Zeit braucht (1½ Stunden, 600 hm). Vom Einstieg aus machten wir eine Seilschaft in der oberen Hälfte der Tour aus, nichts was uns gestört hätte, gibt ja noch andere, die schönes Wetter mit einer schönen Tour nutzen wollen. Die ersten drei Seillängen der Schönheitskönigin sind wirklich schön, weniger schön war das Wetter. Es hatte zugezogen und Karin durfte den oberen Teil der 3. SL im Regen klettern, zumindest kein Gewitter. Nach einer kurzen Pause, in der die plattige Verschneidung der nächsten SL immer nasser schimmerte und eine dunkle Wand von Süden auf uns zu zog, fiel die Entscheidung, Abseilen (2¼ Stunden, 100 hm). Das macht mit nassem Seil immer wieder Spaß, zumindest gab's keinen Stress beim Abziehen und so standen wir bei Sonnenschein beim Einstieg (¾ Stunde). Naja, das Wetter. Zeit war noch, also konnten wir auch einen alternativen Abstieg probieren, nämlich übers Pflasterbachhörndl und Müllnerhörndl. Am Weg zum Pflasterbachhörndl regnete es uns zum zweiten Mal gescheit ein, aber am Gipfel war's wieder trocken (1 Stunde, 250 hm). Zum Müllnerhörndl gibt es keinen Weg, aber ein paar Steigspuren führen zu dem nördlichsten Gipfel des Massivs (½ Stunde, ↑50 hm, ↓150 hm). Pünktlich dort, begann es wieder zu tröpfeln und diesmal gesellte sich auch ein Donnergrollen dazu. Regen und Gewitter macht auf der weglosen Nordseite wenig Spaß, also wählten wir die sichere (und längere) Variante über den Aufstiegsweg. Bei der Teufelsschlucht ging's dann über einen kleinen Pass zurück zum Kugelbachbauern und damit zum Auto (1¾ Stunden, ↑80 hm, ↓830 hm).
Eine sehr nette Runde (8 Stunden, 1080 hm), die das Beste aus dem angebrochen Tag gemacht hat. Auf das Fertigklettern der Schönheitskönigin freu ich mich schon besonders, weil mir die ersten drei Seitenlängen so gut gefallen haben.
2018_05_10_Schoenheitskoenigin

Dienstag, Mai 01, 2018

Brombachsee und Steinerne Rinne - 30.04./01.05.2018

Am Wochenende waren wir auf einer Hochzeit in Franken eingeladen. Das verbanden wir ausnahmsweise nicht mit Klettern, sondern mit einem Besuch bei Evi und Uwe mit ihren Jungs. An den zwei gemütlichen Tagen umrundeten wir den Brombachsee mit den Rädern (16 km, kaum Steigungen), sahen beim Maibaumaufstellen zu und spazierten an der Steinernen Rinne bei Rohrbach. Ein verlängertes Wochenende, das sich wie Urlaub anfühlte.
2018_04_30_Brombachsee

Sonntag, April 22, 2018

Isartrails und Buchenhain Bouldern - 22.04.2018

Geniales Wetter und Wochenende, um da dem Stau zu entgehen blieben wir in München und schnappten unsere Räder. Es ging die Isartrails entlang nach Buchenhain zum Bouldern und über die Isartrails und einem kurzen Bad in der Isar zurück (~40 km). Die westlichen Trails fuhr Paul mit Karin komplett, bei den östlichen den ersten Teil bis zu unserer Planschpause (immerhin 17 km). Ein super schönes Tagele und bei der Fahrt vorbei am Flaucher und am E-Garten verstanden wir nicht wie man sich das antun kann.
2018_04_22_Isartrails

Samstag, April 21, 2018

Trails in Teplice - 16.-20.04.2018

Die Arbeit hatte mich letzte Woche nach Tschechien verschlagen und zu meinem Glück lag unser Hotel direkt am Fuß der Burg Daubersberg (Hrad Doubravka) in Teplice. Zusammen mit einem Arbeitskollegen drehte ich an drei Abenden ein paar Runden um und über die Burg, sehr schönes Trailgelände, in dem ich immerhin 30 km / 980 hm sammeln konnte.
2018_04_17_Teplice

Mittwoch, April 11, 2018

Alpspitze Nordwand - 10.04.2018

David und ich wollten schon ewig etwas zusammen unternehmen. Am Sonntag führte er an der Alpspitze und erzählte am Montag, dass die Bedingungen in der Nordwand gut wären. Somit stand ein Plan für Dienstag: vor der Arbeit mit der ersten Bahn zum Osterfelder, in einem Stündchen zur Schulter und die rassige Abfahrt über die Nordwand, um früh wieder in der Arbeit zu sein. Eine ganz gute Idee, leider machte uns die Revision der Alpspitzbahn einen Strich durch die Rechnung. Und für einen frühen Start und einem Brett von unten, war der Herr Bergführer leider nicht zu haben. Naja, also doch wieder eine Soloaktion.
Weckerläuten fühlt sich um 3 Uhr früh immer beschissen an, heute aber besonders. Ich quälte mich aus dem Bett, rein ins Auto und ab nach Garmisch. So konnte ich um ½ 5 Uhr an der Kreuzeckbahn starten und stieg die Olympiaabfahrt zum Kreuzeck auf (1¾ Stunden, 860 hm). Bei inzwischen gutem Licht gings über die Hochalm bis zum Einstieg des Klettersteig, der sich etwa auf der Höhe des Osterfelderkopf befindet (1¼ Stunden, 470 hm). Für den Alpspitz Ferrata sind Steigeisen und/oder Pickel ganz hilfreich, je nach individuellen Sicherheitsbedürfnis. Bei mir blieben die Steigeisen bis zur Schulter im Rucksack, obwohl sie an ein oder zwei Stellen sicher hilfreich gewesen wären. Der Pickel biss aber schön und wirklich steil ist es zum Glück ja auch nicht (1¼ Stunden, 440 hm). An der Schulter ließ ich den Rucksack mit den Skiern zurück und stieg noch das letzte Stück zum Gipfel auf (¼ Stunde, 130 hm). Diesmal aber mit Steigeisen an den Füßen, was sich bei einer kurzen Wassereisquerung mit begrabenem Seil als ganz hilfreich herausstellte.
Den Gipfel hatte ich, wie nicht anders zu erwarten, für mich alleine. Trotzdem stieg ich schnell zurück zur Schulter ab (¼ Stunde). Hier machte ich eine Pause und bereitete mich für die Abfahrt vor (¼ Stunde). Eine Abfahrt die von Heini Holzer 1976 erstbefahren wurde. Wahnsinn was er in den 70ern  befuhr und Wahnsinn welchen Sprung das Material gemacht hat, sodass sogar ein mittelmäßiger Fahrer wie ich die Nordwand heute befahren kann. Der obere, steile Teil war windharschig und teilweise gab es überfrorene Spuren aber ganz gut zu fahren. Im flacheren Mittelteil (dem Herz) wurde die Oberfläche etwas weicher, für Firn reichte es aber nicht. Richtig weich wurde es dann erst in der Einstiegsrinne der Ferrata und nach der Querung unter den Abbrüchen, kurz über der Bernadeinpiste, wurde der Sulz dann schlagartig grundlos (¼ Stunde). Das störte mich aber nicht mehr wirklich, also alles in allem richtig gutes Timing. Die restliche Abfahrt war gar nicht so schlecht und der Schnee reichte bis zum Auto (20 Minuten). Dabei traf ich noch einen Skitourengeher, den ich am Morgen schon an den Schöngängen gesehen hatte, nun fuhr er nur mehr auf einem Ski und hatte ein ziemlich aufgeschlagenes Gesicht, Hilfe wollte er aber nicht. Seine Erklärung dazu war, dass es ihn "oi braggt hod", zeigt dass auch die Ostflanke gut steil ist.
Eine ziemlich eindrucksvolle Tour mit insgesamt 1900 hm in 4½ Stunden für den Aufstieg und etwa einer Stunde für die Abstieg und Abfahrt. Für die Abfahrt muss es absolut lawinensicher sein und es sollte genug Schneeauflage haben. Infos zu dieser und weiteren Steilabfahrten im Gebiete gibts von Tom Wolny.
Die Tour dürfte die letzte in diesem Winter gewesen sein. Was für ein Winter, 5 Monate Saison, mit 37 Skitourentagen (39550 hm), 5 Freeridetagen und immerhin 7 mal Skifahren mit den Kindern. Jetzt freu ich mich aber auf den Sommer und auf alles was wir da so unternehmen werden.
2018_04_10_Alpspitze

Samstag, April 07, 2018

Taubenstein und Hochmiesing - 06.04.2018

Nachdem der Donnerstag etwas Abkühlung gebracht hatte, war der Frühling am Freitag wieder strahlend schön und warm zurück. Ein Stündchen früher als sonst stieg ich zum Taubensteinsattel auf (1 Stunde, 500 hm). Von dort konnte ich schon mein Tagesziel sehen, den Hochmiesing. Weil nun aber der Taubenstein fast am Weg liegt und ich Berge nicht einfach auslassen kann, nahm ich den auch noch schnell mit (¼ Stunde, 100 hm). Vom Gipfel konnte ich direkt (und gar nicht mal schlecht) ins Kleintiefental abfahren, wo es wieder Auffellen hieß (¼ Stunde). Nun stand dem eigentlichen Anstieg zum Hochmiesing aber nichts mehr im Wege. Zuerst über den Miesingsattel und dann über den Sommerweg stieg ich stetig dem Gipfel entgegen (¾ Stunde, 350 hm). Nun hatte ich mir für die Abfahrt etwas "besonderes" überlegt, direkt runter ins Krottental, also die Nordrinne. Durch die tiefen Temperaturen in der Nacht war die Rinne gut gefroren und so musste ich mir wegen Lawinen keine Gedanken machen, sehr wohl aber darüber wie schmerzhaft ein Sturz wäre. Die ca. 2 cm an Neuschnee machten das Abrutschen und spätere Schwingen etwas angenehmer, die gefrorenen Lawinenboller am Ende der Rinne schmälerten den Abfahrtsgenuss aber erheblich ;) Auf der Krottentaler Forststraße angekommen hieß es wieder Auffellen, weil irgendwie will man ja auch wieder heim (½ Stunde). Der Aufstieg zum Taubensteinsattel war genussvoller als gedacht, windstill und in der Sonne, was will man mehr (½ Stunde, 300 hm). Da trübte nur die letzte Abfahrt über die vereisten Spuren in der ehemaligen Piste das Gesamterlebnis (½ Stunde).
Alles in allem eine ausgewachsene Skitour für Vor-der-Arbeit und mit 1250 hm in 3¾ Stunden nicht mal eine ganz kleine. Übrigens haben die Hänge vom Auerspitz zum Soinsee nach sehr schönem Skigelände ausgesehen.
2018_04_06_Hochmiesing

Donnerstag, April 05, 2018

Jägerkamp und Wilde Fräulein - 04.04.2018

Nun ist in Mitteleuropa der Frühling endgültig eingekehrt, die Tage werden wieder länger und damit  auch die Zeit die man neben der Arbeit draußen verbringen kann. Mittwoch gings daraufhin gleich an den Spitzingsee, natürlich in aller Frühe, weil zur Arbeit muss ich ja leider auch noch, manchmal, irgendwann. Der Jägerkamp war mein Ziel und so zog ich meine einsame Spur vom Taubensteinparkplatz über die Schönfeldalm zum Gipfel (1¼ Stunden, 650 hm). Der Schnee war trotz morgendlicher Stunde schon recht aufgeweicht und so versprach die Abfahrt wenig Genuss. Also legte ich noch einen Zwischenstopp am Wilden Fräulein ein (½ Stunde, 50 hm). Eigentlich abfahrtstechnisch uninteressant, aber ein weiterer Muggel am Spitzing abgehakt. Einfach schön so eine einsame Bewegungstherapie am Morgen. Weniger einsam war es dann am Parkplatz als ich zum Auto zurück kam, da war der Rentnerausflug voll im Gange. 
2018_04_04_Jaegerkamp

Dienstag, April 03, 2018

Ostern in Fontainebelau - 24.03.-01.04.2018

Alle Jahre wieder zu Ostern ist Bleau unser Ziel. Sozusagen der Frühlingsstart, manchmal halt noch gefühlt mitten im Winter. Diesmal war Ostern recht früh und durch eine Terminkollision mussten wir auch noch die erste Osterferienwoche nehmen. Ende März kanns rund um Paris recht frisch sein, zum Glück sind wir weder aus Zucker ,noch verfroren.
Irgendwie wollte im Vorfeld keine rechte Urlaubsstimmung aufkommen. Viel Arbeit hatte sich bis zum letzten Tag angesammelt und so war das Packen eher ein In-den-Bus-werfen. Dementsprechend sah der Bus auch aus. Nach den gut acht Stunden Fahrt, richteten wir uns am Camping als erste Gäste (!) häuslich ein. Der Tag endete mit einem Einkauf im großen Carrefour und einem kurzen Abstecher in Bas Cuvier, die Marie Rose wird einfach nicht einfacher.
Den ersten richtigen Bouldertag hatten wir dann am Sonntag, bei super Wetter in J. A. Martin. Das Gebiet kennen wir erst seit letztem Jahr, es hat sich aber schnell zu einem unserer Lieblingsgebiete gemausert. Montag und damit unter der Woche war es auch in Canche aux Merciers recht ruhig. In dem Gebiet macht gerade das Bouldern mit Kindern viel Spaß und Jeu de Jambes (6a, Traverse, Rot 13) musste ich noch jedes mal machen. Le Grand Marche (7a+) sah für mich, wie auch die letzten Jahre, ziemlich unmöglich aus.
Die folgenden zwei Regentage nutzten wir mit einem Verwandtschaftsbesuch und einer Fahrt nach Paris.
Donnerstag lachte dann wieder die Sonne vom Himmel und in 95,2 war es so bumsvoll, dass man sich eher an die Boulderwelt um 19:00 Uhr erinnert fühlte, als an ein Bouldergebiet im Wald. Die paar blauen Probleme rund um L'Ectoplasme sind gerade gut um sich aufzuwärmen und so konnte ich schnell mit ein paar Anderen an Message in a Bottle (6b, mit Kante 6a) spielen. Police (6a), direkt daneben, kostete mich definitiv mehr Versuche. Mit Steffi, die wir zufällig trafen, spielte ich noch ein wenig an zwei weiteren Problemen, aber für den Tag war ich dann eigentlich schon durch. In Rochers Canon überdauerten wir einen kleinen Regenguss und dann hieß es den Gelben Circuit ohne Bodenkontakt zu klettern, auch eine Aufgabe. Am letzten Tag erwischte uns dann der für Nachmittag angesagte Regen schon auf dem Weg zum Elephant. Damit fiel der Tag als Bouldertag komplett aus. Eine kleine Wanderung durch das Gebiet und eine Wanderung zum Aussichtspunkt am Hügel von Dame Jouanne konnten wir dann trotz Regen unternehmen. Und man will es gar nicht meinen, auch das hat Spaß gemacht.
Die Woche war zwar wettertechnisch durchwachsen, aber im Großen und Ganzen viel besser als vorhergesagt. Und die Kinder können sich inzwischen schon ganz gut in den Gebieten selbst beschäftigen, damit auch wir wieder etwas Zeit hatten zusammen zu Bouldern. Ein super entspannter Urlaub, auch wenn wir uns freuen nächstes Jahr Bleau wieder zusammen mit den Anderen unsicher zu machen.
2018_03_24-04_01_Bleau

Donnerstag, März 22, 2018

Nachtskitour im Taubensteingebiet - 21.03.2018

Das mit dem Frühlingsbeginn ist so eine Sache, meistens hält sich das Wetter einfach nicht dran. So auch dieses Jahr, 20 cm Neuschnee am Spitzing, da muss man ja fast was machen. Vladi, Stephan und ich wollten nach der Arbeit den Schnee gleich noch nutzen, bevor es zu Tauen beginnen konnte. Bei ziemlich zapfigen Temperaturen stiegen wir zum Taubenstein auf (1¼ Stunden, 600 hm) und weiter zum Lempersberg (½ Stunde, 150 hm). Hier wartete endlich die Belohnung für den Aufstieg, Bayrisch-Alsaka mit flauschigem Powder auf hartem Untergrund und einem Spray im Gesicht. Der Wahnsinn, ich hatte diese Saison wirklich viele sehr gute Abfahrten, aber diese stach definitiv heraus. Vom Kleintiefental gings dann hinauf zum Taubensteinhaus und nach einem gemütlichen Bier und etwas zu Essen weiter in den Taubensteinsattel (½ Stunde, 100 hm). Selbst die Abfahrt durch den Lochgraben konnte sich sehen lassen (½ Stunde). Eine wirklich hervorragende Feierabendtour mit perfektem Schnee, da war es leicht zu verschmerzen, dass das Aufstehen am nächsten Tag doch etwas schwer fiel.
2018_03_21_Taubenstein

Sonntag, März 18, 2018

Ein kurzer Abstecher nach Jackson Hole, Wyoming - 15.03.2018

Nach unserem super Arlbergurlaub durfte ich direkt nach Wyoming weiterreisen. Meine Arbeit dort konnte ich etwas schneller erledigen als gedacht und so hatte ich einen Tag frei. Was also tun, wenn man im Spätwinter in Wyoming sitzt? Genau, Mietauto schnappen und ab nach Jackson Hole, Schnee gibts noch genug.
Jetzt sind es von Rock Spring nach Jackson Hole aber ca. 200 Meilen (etwa 320 km), was etwa 3½ Stunden Autofahrt bedeutet. Da hilft der Jetlag und so konnte ich bereits um 9 Uhr gefrühstückt und mit Leihausrüstung in der ersten Gondel (Aerial Tram) zum höchsten Punkt (3185 Meter) des Skigebiets stehen. Über Nacht waren etwa 10 cm Neuschnee gefallen, leider mit teils erheblichen Wind und so fühlte sich die erste Abfahrt über den Rendevous-Bowl gar nicht so wirklich gut an. Die vereisten Dünen waren abgeblasen, während sich in den Dünentälern einiges an Neuschnee gesammelt hatte. Aber der Neuschnee hatte es in sich, selten bin ich so leichten, flauschigen Schnee gefahren, mit einem Spray wie man ihn nur von den Skivideos aus den Rockies kennt. WOW! Nicht so WOW waren meine Mietskischuhe, die zwar von der Größe her passten, aber extrem weit ausfielen.Der gemeine Amerikaner hat wohl nicht so zierliche Waden und schmale Füße wie meine Wenigkeit. Also anspruchsvolle Bedingungen mit eingeschränkter Kontrolle über den Ski, olé, olé. OK, jammern auf hohem Niveau. Wegen der zum Teil sehr harten Bedingungen war Corbet’s Couloir gesperrt, mit diesen Schuhen hätte ich den Drop und schnellen Turn am Einstieg sowieso ungern gemacht. Dort wo der Wind den Neuschnee abgelagert hatte, war das Fahren ein Traum. An der Headwall (etwa 15 Minuten unschwieriger Aufstieg, ~100 hm) gingen sich zwei steile und spektakulär gute Abfahrten aus. Zwischenzeitlich kam auch die Sonne heraus, was die Sache noch schöner machte, aber leider der Schneequalität nicht unbedingt zuträglich war. So beendete ich mein Skiintermezzo am frühen Nachmittag und fuhr wieder nach Süden.
Das bisschen Powder das ich gefunden habe, hat mich angefixt. Nach Jackson Hole müssen Karin und ich unbedingt im Hochwinter und vielleicht können wir dann auch ein paar Skitouren in der umgebenden Teton Range anhängen, die Berge haben nämlich nach unendlichem Skispaß ausgesehen. Am Ende noch eine kleine Episode als ich zum geparkten Auto zurück kehrte: Im Shuttlebus traf ich eine ausgewanderte Finkenbergerin, diese Tiroler sind echt überall 😉
2018_03_15_JacksonHole

So ein Skitag in USA ist übrigens nicht ganz billig:
  • Mietausrüstung: $66
  • Daypass: $149
  • Parken: $10
  • Essen: $50
  • Smile in my face: priceless

Sonntag, März 11, 2018

5 Tage am Arlberg - 07.-11.03.2018

Zu Weihnachten schenkten Karin und ich uns gegenseitig ein paar Tage in Lech. Der Clou an der Sache: meine Eltern erklärten sich bereit die Kinder für die Zeit zu nehmen, damit wir uns in einem der bekanntesten Freeride-Reviere Europas austoben können. Im Hotel Lech kamen wir unter, es gehört der Familie von Vreni, die ich am Lugauer kennengelernt hatte.
Am ersten Tag gabs gleich Neuschnee, das freute uns sehr. Weniger freute uns die miese Sicht, die kein wirkliches Freeriden zuließ und vor allem Karin mit Übelkeit sehr zu schaffen machte. Dafür begrüßte uns der Donnerstag (mein Geburtstag) mit blauem Himmel und 15-20 cm Neuschnee. Ein Traum der Tag. Wir drehten eine Runde vom Rüfikopf übers Tannegg nach Lech, wobei wir eine der ersten Linien ziehen konnten. Bei der zweiten Runde spurte ich die Lawinenverbauungen unter der Bahn ein und wir wählten eine Linie auf der wir die steilen Rinnen nördlich des Tanneggs einsehen konnten. Diese Rinnen wählte ich für die dritte Runde, eigentlich war damit der Tag schon gelaufen. Genug hatten wir aber noch lange nicht, deshalb besuchten wir noch die Albona. Die Nordabfahrt vom Albonagrat bekommt auch an so einem Tag keine Sonne und so konnten wir auch am Nachmittag noch Pulver fast bis Stuben finden. Selbst am Weg nach Lech fanden wir noch gute Hänge übers Madloch. Was für ein Tag, fast als wenn ich es mir verdient hätte.
Freitag trübte das Wetter wieder ein. Am Vormittag gingen sich aber trotzdem ein paar schöne Abfahrten am Hexenboden aus. Dann trennten wir uns, Karin, der das diffuse Licht nicht behagte, fuhr übers Madloch nach Lech während ich mich auf den Weg nach St. Anton machte. Mein Ziel war die Valluga. Auf die Valluga kann man nur OHNE Skiausrüstung oder MIT Skiguide fahren. Will man aber MIT Ski und OHNE Führer rauf, muss man stapfen. Und das tat ich. Von der Bergstation der Valluga I stieg ich die steile Flanke zum Grat auf und folgte diesem, teilweise ausgesetzt und mit Seilversicherungen, zum Gipfel (1/2 Stunde, 200 hm). Da hatten ein paar Skifahrer was zum schauen. Die Westabfahrt sah zwar ganz gut aus, der Vormittag hatte aber schon gezeigt, dass die Schneequalität durch die Sonneneinstrahlung erheblich gelitten hatte, also für die Abfahrt dorthin, wo die Sonne nie scheint - die Valluga Nord. Direkt vor mir fuhr eine Skiführerin mit ihren zwei Kunden ein und ich hängte mich mit etwas Abstand dahinter. Man weiß ja nie und im Falle des Falles ist eine Gruppe immer besser als alleine zu sein. Bis zum Pazüeljoch war der Schnee überraschend gut und die Abfahrt überraschend unspektakulär. Im Joch überholte ich dann die Gruppe und zog meine Linie alleine durchs Pazüeltal, bis man wieder an der Tritt-Alpe aufs Skigebiet trifft. Müde kehrte ich übers Madloch nach Lech zurück und lies sogar das Stierloch links liegen, meine Beine freuten sich einfach nur noch auf die Sauna.
Pünktlich zum Wochenende wurde das Wetter dann richtig schlecht, Regen bis 2000 Meter. So besuchten wir am Samstag nur das Freeride-Testival in Warth. Nach ein paar Abfahrten (auf der Piste) gaben wir die geliehenen ABS Airbags zurück und sahen zu nach Lech zurückzukommen. Einen richtigen Freeridetag hätten unsere Beine aber sowieso nicht mehr geschafft und uns dort Freerideski für die Piste auszuleihen kam uns absurd vor.
2018_03_07-10_ArlbergFreeride

Sonntag wollten wir am Weg nach Hause eigentlich noch den Arlberger Winterklettersteig an der Rendlspitze machen. Wollten deshalb, weil unser Blick beim Anstehen an der Liftkasse auf die aktuellen Meldungen fiel und dort hieß es: Riffel 1 & 2 sind wegen Sturm gesperrt. Ohne die beiden Lifte ist aber der Zustieg zum Klettersteig etwas beschwerlich und der Grat bei Sturm auch nicht der beste Ort um sich aufzuhalten. Also sparten wir uns das Geld für das Tourengeherticket und stiegen vom Parkplatz ein Stück Piste und dann den Erzherzog Eugenweg auf, um uns zumindest bewegt zu haben. Als uns der flache Weg nicht mehr freute, machten wir Pause (50 Minuten, 270 hm) und kehrten um. Der Tag war zwar eher ein Satz mit X, so hatten wir aber zumindest noch einen Nachmittag mit den Kindern.
Auf jeden Fall ein paar sehr schöne Tage am Arlberg, ein wirklich tolles Freeridegebiet, nur die Ziehwege im Gebiet nerven ziemlich.

Sonntag, März 04, 2018

Eisklettern in der Nähe des Sylvensteinspeichers - 04.03.2018

Die Temperaturen letzten Sonntag waren ein kleiner Vorgeschmack auf diese Woche. Montag gab ich mir die -14°C noch mit dem Rad, danach ärgerte ich mich dann aber freiwillig mit dem MVV herum. Der Vorteil so einer eisigen Woche: es wächst noch mehr Eis, als diese Saison sowieso schon steht. Dafür gabs pünktlich zum Wochenende Föhn, dann ist es zumindest angenehm warm. Also die besten Voraussetzungen für "super" Bedingungen bei einer Skitour, so schlug Vladi etwas leichtes im Eis vor, den Linken Schergenwieser Fall. Vorweg, es war ein sehr netter Tag, auch wenn wir ziemlich wahrscheinlich einen falschen Graben erwischt haben. Der Graben besteht aus mehreren kleinen Aufschwüngen, die man mehr oder weniger im Eis überwindet, allerdings definitiv nie schwerer als WI2. Winterwandern in alpiner Kulisse (1½ Stunden, 400 hm). Da es aber einige Gräben nebeneinander gibt, kann ich mir schon vorstellen, dass man vielleicht dort lohnendere Kletterei findet.
Ausklingen ließen wir den gemütlichen Vormittag bei einem Mittagessen im Altwirt, also eigentlich alles richtig gemacht.
2018_03_04_Schergenwieser

Sonntag, Februar 25, 2018

Eckerleiten und Hocheisspitze - 24./25.02.2018

Endlich ging es Karin besser, ein bisschen schlapp ist sie zwar noch, für eine kurze Runde übers Eckerleiten reichte es aber schon. Da die Südliche Auffahrt zum Rossfeld gesperrt ist, blieb uns gar nichts anderes übrig, als an der Buchenhöhe zu starten. Bei klirrender Kälte stiegen wir den Sommerweg zur Enzianhütte auf (1 Stunde, 250 hm). Ab hier standen wir dann im Nebel, der sich nur ab und an mal etwas lichtete. Erst über der Ecker Alm sahen wir kurz die Sonne, die sich aber sofort wieder versteckte. Das Purtschellerhaus konnte man kaum erkennen, ein paar Meter oberhalb aber, am Ecker First, wurde der Nebel wieder lichter (1½ Stunden, 550 hm). Unseren eigentlichen Plan Richtung Osten abzufahren und über den Eckersattel zurück zur Aufstiegsspur zu gelangen konnten wir begraben, dafür sahen wir eine Spur ins Ofnertal hinunter und die sah vielversprechend aus. Steile Hänge und Rinnen ziehen hinunter bis zur Ofner-Alm Diensthütte. Von dort kamen wir dann über Forstwege und durch den steilen Wald zum Larosbach und damit zurück zum Auto.
Eine abenteuerliche Runde und schon wieder haben wir eine anspruchsvolle Abfahrt bei dieser Anfängerskitour gefunden.
2018_02_24_Eckerleiten

Sonntag gehörte dann wieder mal Peter und mir. Wir trafen uns in Schneizlreuth und fuhren zusammen nach Weißbach, da die Hocheisspitze (2523 m) unser Ziel war. Vom Parkplatz Hintertal stiegen wir die steile Straße nach Hirschbichl auf und von dort am GH Hirschbichl vorbei ein bisschen hinunter Richtung Bindalm bis der Sommerweg zur Mittereisalm abzweigte. Durch den Wald gings vorbei an der Mittereisalm (1 Stunde, ↑400 hm, ↓50 hm) und weiter zur Hocheisalm. Statt dort nach Süden abzuzweigen folgten wir einer Aufstiegsspur am Hocheiskopf vorbei bis unter die Gipfelhängen des Vorderberghörndls. Hier wurde uns klar, dass wir falsch waren und so querten wir so gut es ging zurück ins Hintereis. Eine kleine Abfahrt (etwa 100 hm) ließ sich beim Zickzack durch die Felsen leider nicht verhindern. Dafür war aber ab hier der Aufstieg klar und einfach. Mit Ski konnten wir bis in den Gipfelhang spuren, nur die letzten 100 hm stapften wir über einen Lawinenkegel bis unter den Gipfel (3¼ Stunden, ↑1270 hm, ↓100 hm). Während unseres Aufstiegs hatten sich schon zwei Tourengeher an der Gipfelrinne probiert und etwa 5 Meter vor dem Gipfel umdrehen müssen. Da waren wir froh die Steigeisen im Rucksack zu haben. Zuerst durch Schnee, am Ende über Eis, kraxelten wir durch die Rinne auf den Gipfel (10 Minuten, 30 hm). Windstille und ein unbeschreibliches Panorama, aber trotzdem bitterkalt. Schnell stiegen wir zu unseren Ski ab, machten eine kleine Pause und bereiteten uns für die Abfahrt vor. Was soll ich zur Abfahrt groß sagen, ein Traum. Die perfekte Menge Pulver auf festem Untergrund in schön steilem Gelände (35-40° im Gipfelhang). Erst die Fahrt durch den Wald unter der Mittereisalm war ein bisschen Gekrampfe (↓1470 hm). Nach Hirschbichl mussten wir die Ski wieder schultern und die Abfahrt über die steile (teilweise apere) Straße zurück zum Auto sparten wir uns dann (1 Stunde, ↑50 hm, ↓200 hm).
Eine geniale, weite Tour mit Peter und definitiv das schönste Kar entlang der Hirschbichlstraße.
2018_02_25_Hocheisspitze

Freitag, Februar 23, 2018

Mit Hagan, Hyphen und Roeckl am Sudelfeld - 19.02.2018

Ein schöner Nebeneffekt der diesjährigen ISPO war eine Einladung zu einem Skitest von Hagan zusammen mit Hyphen Sports und Roeckl Sports.
Hagan, da war mal was, da beginne ich ja fast in Erinnerungen zu schwelgen. Ich habe mir in Studienzeiten den Hagan Titanal (oder so) meines Vaters unter den Nagel gerissen. Der Ski hatte zwar keine nennenswerte Taillierung, aber dafür eine Silvretta 404 und gekürzt war er meine Wunderwaffe für die Verkürzung von Eistouren...oder so. Eher oder so, weil erstens fährt es sich mit Bergschuhen eher mäßig und zweitens war diese Wunderwaffe immer noch schwerer als mein breitester Tourenski heute, und zwar um Welten. Aber das Ganze ist ja auch schon ein paar Jahre her (etwa 15 und der Ski war sicher weit über 20 Jahre alt).
Beim Frühstück im GH Grafenherberg kamen wir schnell ins Gespräch und siehe da, bei vielen der Teilnehmern zeigte sich das gleiche Bild. Kaum jemand der nicht eine Geschichte zu einem alten Hagan zu erzählen gehabt hätte.
Gut gestärkt fassten wir das Testmaterial aus. Von Hagan den Core TF und den Boost 107 (190 cm), von Hyphen die Jamspitz (hochelastische 3-Lagenjacke) und die Monte Stivo (Weste) und bei Roeckl entschied ich mich für den Kholeno (Aufstieg) und den Monashee GTX (Abfahrt). Als wir Grafenherberg verließen, war leider nichts mehr mit gutem Wetter. Nebel hatte sich übers Sudelfeld gelegt. Naja, was gibt es besseres als mieses Wetter um gute Kleidung zu testen. In kleinen Grüppchen begannen wir aufzusteigen und schnell stellte sich heraus, dass Axel von bergsteigen.at und ich tempomäßig gut zusammen passten. Schnell hatten wir unser Ziel, den Sudelfeldkopf erreicht (50 Minuten, 380 hm). Die Abfahrt hielt sich dann in Grenzen, nicht weil sich der Boost nicht gut fahren ließe, aber ein 107er Ski ist einfach nicht für eine eisige Piste gemacht. Also wechselte ich auf den Core 88 (184 cm) und mit Axel verflog die Zeit zum Sudelfeldkopf wie im Flug (37 Minuten, 380 hm). Der Ski passte viel besser zur Abfahrt, leider wollte die Sicht nicht mehr mitspielen. Ein wenig Zeit gab es noch und so entschied ich mich in der dritte Runde für den Core 83 (178 cm) und eine Runde bis Vogelsang hinauf (43 Minuten, 460 hm). Und siehe da, beim Abfellen konnten wir unsere Nasen sogar in die Sonne halten. Bei der Abfahrt war der Nebel allerdings so dicht, dass wir uns verloren und uns erst am GH beim Essen wieder trafen.
Auch bei relativ schlechtem Wetter ein saucooler Tag. Die Ski und der Skischuh waren gut, die Jamspitz ein Wahnsinn (von der Lugauer muss mich ja sowieso seit zwei Jahren keiner mehr überzeugen, von der kann man mich nicht mehr trennen) und die Handschuhe von Roeckl machen genau was sie sollen, die Hände rauf und runter warm und trocken halten. Danke an Caro und Johannes von Outdoor Relations für die perfekte Organisation und die Einladung.
2018_02_19_Sudelfeld

Mittwoch, Februar 21, 2018

Skitourenwochenende im Langtauferertal - 17./18.02.2018

Seit Jahren trifft sich der Kletterertrupp ein Wochenende im Winter, um dem Wintersport zu frönen. Dabei hat sich die Gewichtung definitiv in den letzten Jahren gewandelt. Vom Skifahren in Obertauern zum Freeriden im Pitztal, über Kiten und Skitouren am Reschen bis hin zu reinen Skitourenwochenenden im Langtauferertal. Spaß hat es noch jedes Mal gemacht, ob auf Tour oder beim gemütlichen Zusammensein am Abend in der Sauna oder an der Bar.

Samstag, Falbenairspitze (3199 m):
Nach einem schönen Freitagabend wollte keiner so recht früh aufstehen und so wurde es 9 Uhr bis wir von Kappl aus nach Maseben starteten (1 Stunde, 400 hm). Der Aufstieg über die ehemalige Skipiste ist unspektakulär, aber eben die Pflicht vor der Kür, um in das Tourengebiet Maseben zu kommen. Beim Atlantis der Berge querten wir den Schlepplift und umrundeten den Mittagkopf in einer flachen Querung nach Osten bis ins Roteben (¾ Stunde, 250 hm). Ab da sah man schon fast unser Ziel, also wenn kein Nebel im hinteren Tal gehangen wäre. Als wir den Sattel erreichten blies ein eisiger Sturm der den Nebel vertrieb und uns die Sicht auf den Gipfel der Falbenairspitze freigab (1¼ Stunde, 600 hm). Entgegen der Tourenbeschreibung konnte man bis zum Gipfel unproblematisch mit Ski aufsteigen (½ Stunde, 150 hm). In dem ungemütlichen Wind fellte ich nur kurz ab und wartete bis Ole und Chrissi bei mir angelangt waren, um wieder in den Satteld abzufahren. Dort warteten wir alle zusammen und machten Pause in der Windstille unterhalb des Sattels.
Die Hänge unter dem Sattel waren ein Traum, leider zog der Nebel herum und die Sicht hielt sich dadurch in Grenzen. Am Ende der Hänge entschieden wir uns gegen die Querung zurück nach Maseben und für die direkte Abfahrt zur Melag-Alm. An der Alm trafen wir auf die Langlaufloipe, die uns talauswärts bis nach Kappl führte (2 Stunden, 100 hm).
So kamen wir nach dieser schöne 5½ Stunden (1500 hm und 14 km) Tour rechtzeitig zum Hotel zurück um eine Massage und die Sauna zu genießen.
2018_02_17_Falbenairspitze

Sonntag, Mitterlochspitze (3174 m):
Endlich fühlte sich Karin besser und konnte zumindest eine kleine Tour mitgehen. Nach Maseben kann man sich mit einem Schneemobiltaxi fahren lassen, diesen Service nutzten an diesem Tag alle außer Ole und mir. Im Atlantis der Berge trafen wir uns wieder (¾ Stunde, 400 hm) und stiegen zusammen zum Ende des Schlepplifts auf (½ Stunde, 160 hm). Von hier aus folgt man dem flachen Tal nach Süden bis sich die Hänge aufsteilen. Bei halbwegs bedachter Spurwahl kann man relativ flach in das Joch zwischen Mitterlochspitze und Gamsspitze aufsteigen (2¼ Stunden, 680 hm). Hier blieb Karin zurück, während ich die Ski schulterte und über den Grat zum Gipfel aufstieg. Kurz vor dem Gipfel kamen mir Chrissi und Ole entgegen und so machte ich am Gipfel keine Rast (¼ Stunde, 150 hm), sondern schnallte mir die Ski an und fuhr süd-westlich zum Grat ab. Dort wechselte ich auf die Nordseite, wo weite, steile Hänge auf mich warteten. Nach der spektakulären Abfahrt vom Gipfel folgte ein kurzer Aufstieg zurück zum Joch und zu den Anderen (½ Stunde, 50 hm). Die weiten Hänge machten richtig Spaß, vor allem weil es in der Nacht 15 cm Neuschnee gegeben hatte und die Sicht im Gegensatz zum Vortag einwandfrei war (½ Stunde). An der Hütte gönnten wir uns noch ein Essen bevor es über die Piste (definitiv schneller und einfacher als am Tag zuvor) zurück nach Kappl ging (¼ Stunde).
So ging mit dieser zweiten schönen Tour (5 Stunden, 1440 hm und 12 km) ein geniales Wochenende  mit guten Freunden zu Ende.
2018_02_18_Mitterlochspitze

Donnerstag, Februar 15, 2018

Skitour: Mit Maaf auf den Hirzer - 14.02.2018

Johannes (aka Maaf) hatte seinen Besuch in Tirol angesagt und da konnte ich nicht widerstehen diesen Besuch für eine Skitour zu nutzen. Das Wetter wartete mit perfektem Sonnenschein, aber eisigen Temperaturen auf. Und so kam die Temperatur bei unserem Start beim GH Hanneburger im Wattental nicht über -15°C hinaus. Auf der Forststraße zum Povers-Niederleger wurde geholzt, so mussten wir über einen kurzen Stich durch den Wald ausweichen. Über die Almwiesen und einen lichten Wald gelangten wir zum Povers-Hochleger und in die Sonne. An der Kälte änderte das leider nicht wirklich etwas. Zu den drei Damen die mit uns gestartet waren kamen noch zwei Tourengeher hinzu und so zogen wir als relativ große Gruppe über die freien Hänge zum Grat hinauf. Am Grat kam zur Kälte noch ein beißender Wind hinzu und so war es nicht verwunderlich, dass der Grat an weiten Stellen abgeblasen war und sich auf Seite des Hirzerkars der vom Lawinenwarndienst vorhergesagte (leicht zu erkennenden) Triebschnee gebildet hatte. Zusammen mit den zwei Tourengehern kam ich am (kreuzfreien) Gipfel an (3¼ Stunden, 1400 hm). Das Gipfelkreuz liegt unter Schnee vergraben, die Stahlwinkel mit denen es im Boden verankert war, haben das Zeitliche gesegnet. Während die Anderen recht schnell abfellten und sich an die Abfahrt machten, wartete ich noch auf Johannes, auf die Pause verzichteten wir dann aber auch. Im Gegensatz zu allen anderen wählten wir nicht den Weg zurück über den Grat, sondern ein paar schöne Hänge in Richtung Hirzerkar. Eine weite Querung brachte uns dann über ein Joch zurück zur Aufstiegsroute. Ob wir bei dieser Variante weniger Steine als die anderen erwischt haben weiß ich nicht, die ersten Hänge waren es aber definitiv wert. Die weiten Hänge über dem Povers-Hochleger hielten was sie beim Aufstieg versprochen hatten, Pulvergenuss! Am Hochleger legten wir eine Pause ein und genossen Tee und Jause in Sonne und Windstille, dabei konnten wir den unzähligen anderen Skitourengehern beim Aufstieg bzw. Abfahrt zusehen. Da hat sich das frühe Aufstehen also doch ausgezahlt. Die Abfahrt zur Forststraße stellte sich als immer noch ganz gut heraus, wenn auch nicht vergleichbar mit den Hängen oben, dieses Jahr sind wir wirklich ganz schön verwöhnt.
Eine tolle, einfache, aber recht weite Tour, die mit Maaf sehr viel Spaß gemacht hat. Wieder mal danke an die beste Frau der Welt und den besten Chef für den freien Tag.
2018_02_14_Hirzer