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Sonntag, Juli 05, 2026

Predigtstuhl Westpfeiler - 28.06.2026

Da ich erst am Samstagmorgen in München gelandet war, war ich ziemlich gejetlagt, das ist aber gar nicht so schlimm, wenn man wegen der Hitze sowieso sehr früh raus will. So starteten Bene und ich um 4 Uhr in München. Trotz des frühen Starts kam beim Zustieg zur Steinernen Rinne schon die Sonne um die Ecke und brachte uns ganz schön ins Schwitzen. In der Rinne gings dann aber wieder und auch die Schotterterrasse zum Bozongkamin lag noch tief im Schatten (2 Stunden, 900 hm). Nach einer gemütlichen Pause und nachdem wir uns aufgemascherlt hatten, gings in den Westpfeiler des Predigtstuhls (7 SL, UIAA 5+). Gleich in der ersten Seillänge verfranste ich mich ein wenig, was eine Seilschaft hinter uns nutzte um zu überholen, mir war es nur Recht, Stress hatten wir ja keinen. Dass diese Seilschaft dann sofort den Verhauer in der dritten Seillänge, der im Führer schön beschrieben ist, nahmen, konnte wirklich keiner ahnen. So waren wir ab da wieder vorne dran. Da wir ähnlich schnell kletterten, war das aber auch in Ordnung. Dritte und vierte Seillänge sind für den Grad doch recht steil und man muss nicht nur zupacken, sondern auch ein wenig Eigeninitiative bei den Sicherungen zeigen. So war ich nicht nur froh einen Keilsatz sondern auch ein paar Friends am Gurt hängen zu haben. Oben raus führt die Tour dann durch leichtes Gelände zum Gipfel (3½ Stunde, 200 hm), wo wir eine ausgiebige Pause einlegten.

Für den Abstieg taten wir uns mit Thomas und Jojo, der anderen Seilschaft, zusammen. Die Abseilpiste in die Scharte zum Hinteren Goinger Halt (1x10m + 3x20m) ist, wie auch die Tour, überraschend steil. Der Abstieg zur Geröllterrasse dann noch ein bisschen zum Aufpassen (¾ Stunde), aber ab dort hieß es nur noch dem Weg hinunter zur Griesner Alm folgen. Auch auf dem Weg durch die Steinerne Rinne sollte man keinen Fehltritt machen, aber im Gegensatz zum Schrofengelände oben, ist es doch nur noch ein Spaziergang (1¼ Stunde).

Was für eine schöne Tour, was für ein cooler Tag, da machte das TAB gleich doppelt Spaß und mein Jetlag war auch fast überstanden.

Samstag, Juni 27, 2026

Von Bosten zu den Niagara Falls - ein Roadtrip durch den Nordosten - 15.-27.06.2026

Wieder mal hatte ich die Möglichkeit über ASTM zu einem interessanten Ort zu gelangen, inklusive eigenem Vortrag, diesmal das MIT.
Montagabend traf ich mich mit Jim in Boston und ab Dienstag machten wir Bosten bzw. Cambridge bzw. das MIT unsicher, inklusive Vortrag, treffen alter Bekannter (vor allem von der NASA) und einem Baseballspiel der Red Sox im Fenway Park. Was für eine coole Woche.
Da ich die folgende Woche für eine Reihe von Themen in Tonawanda sein sollte, nutzte ich das Wochenende für einen Roadtrip, fliegen kann ja wirklich jeder. Was ich nicht ganz einkalkuliert hatte, zum einen die Entfernungen und zum anderen den Verkehr auf den großen Straßen an der Ostküste. So wurden es am Ende fast 12 Stunden Fahrzeit, aber auch viel Zeit dazwischen für Klettern, Wandern und Sightseeing.
Freitagabend kam ich nach einer schier endlosen Fahrt von Bosten in den Gunks an. Die späte Ankunft hatte den Vorteil, dass wieder genügend Parkplätze in den West Trapps frei waren. Trotzdem war, wie beim letzten Mal, noch ganz schön Betrieb am Überfall. Da ich ein Rope Solo geplant hatte, war mir der Rummel zu viel, wollte ich mein Setup doch lieber in Ruhe und vor allem alleine testen. So wanderte ich am Cliff weiter, um den Einstieg von High Exposure (2 oder 3 SL, 5.6) zu suchen (1 Stunde, 120 hm, 2,5 km). Die Tour hatte mir Jon empfohlen, der leider keine Zeit hatte, um zu dem Treffen in Bosten zu kommen. Und siehe da, an High E war niemand. Überhaupt war es an diesem Wandteil viel ruhiger als vorne. Es war zwar schon 6 Uhr, trotzdem wollte ich mein Setup an der ersten Seillänge probieren. Nicht ganz ideal, aber auch nicht ganz schlecht und Reibung im Seilverlauf stört bei dieser Art des Klettern auch nicht. Also kam ich ohne viel Stress am großen Band an (60 Meter Seil reichen gerade so). An einem der Blöcke dort baute ich einen Stand und seilte ab, um die Seillänge zu cleanen. Zurück am großen Band stellte sich die Frage aller Fragen, wie wieder runter kommen, ohne Material zurück zu lassen? Sehen wir uns mal die obere Seillänge an (die Money Pitch wie der Ami sagt). Und ja, der Name ist Programm, die Ausgesetztheit ist enorm, der Schwierigkeitsgrad gibt diese definitiv nicht wieder! Nach einer etwas unangenehmen Bewegung aus dem Dach, mit viel Luft unterm Hintern, gehts steil bis zum Ende der Wand hinauf. Perfekt abzusichern, so störte auch ein kurzer Regenguss in diesem letzten Teil nicht wirklich. Am Ende der Route belohnte nicht nur die Aussicht zum Sonnenuntergang, sondern auch ein perfekter Regenbogen. Jetzt hieß es aber nicht trödeln, abseilen, cleanen und die Abseilpiste suchen. Nach dreimal Abseilen, stand ich im letzten Licht wieder am Fuß der Wand (3 Stunden) und war total geflasht von dem Abenteuer. Ich hatte gerade wirklich einen der absoluten Gunks Klassiker (Kraus/Wiessner - 1941) geklettert, sowohl im Vorstieg, wie auch im Nachstieg/Toprope. Da schmeckte das Bier gleich dreimal gut!
So war es nicht weiter schlimm, dass der Samstag mit weniger Motivation begann. Ich wanderte erstmal dem Millbrook Ridge entlang und legte eine gemütliche Frühstückspause in der Sonne ein. Erst als es fast Mittag war stieg ich den nicht gekennzeichneten Pfad zum Fuß der Wand ab und sah mir die letzten paar Routen der Near Trapps an (¾ Stunde, 150 hm, 2,5 km). In King of P, die Tour die mich am ehesten anlachte, war die einzige andere Seilschaft in diesem abgelegenen Teil des Gebiets. So versuchte ich mein Glück in Eowyn (2 SL, 5.4). Mit der Route wurde ich einfach nicht warm, so seilte ich am ersten Stand ab und baute ab. Dabei traf ich Alex, er war auch alleine und da die andere Seilschaft inzwischen weg war, taten wir uns zusammen und kletterten King of P (2 SL, 5.3) gemeinsam. Was für ein lustiger und netter Abschluss für meinen Aufenthalt in den Gunks.
Von den Gunk gings westwärts in die Region der Finger Lakes, wo ich eine Wanderung durch den Watkins Glen State Park machte. Die Wanderung vom oberen Eingang entlang des Gorge Trails und am North Rim Trail retour (1¼ Stunde, 120 hm, 3,7 km) war eine willkommene Pause vom Autofahren.

Nach Tonawanda zu kommen, fühlt sich inzwischen fast ein bisschen wie heimkommen an. So wurde mir am Abend auch nie langweilig. Egal ob ich bei Regen einen Abstecher im AKG Museum machte (mit Kusama Sonderausstellung!) oder bei bestem Wetter am Wirlpool State Park eine Wanderung zum Wasser hinunter machte (1½ Stunden, 140 hm, 6,8 km), es war auf jeden Fall immer ein super Ausgleich für die arbeitsreichen Tage. Donnerstagabend besuchte ich dann noch das Trift Reserve, eine alte Industriebrache im südlichen Hafen von Buffalo, wo sich die Natur ihren Platz zurück holen durfte, inklusive Gänsen, Schildkröten, Hasen und Rehen. Den Abschluss bildete noch eine kurze Runde zur Eternal Flame allerdings schaffte ich es diesmal ums verrecken nicht sie zu entzünden (½ Stunde, 50 hm, 2,5 km).

Und so kam ich nach nicht ganz zwei Wochen, ziemlich Schnitzelfertig wieder in München an. So schön es auch jedes Mal ist, bin ich doch froh wieder bei Karin und den Kids zu sein.

Donnerstag, Juni 11, 2026

Normandie - 30.05.-06.06.2026

Die erste Hälfte der Pfingstferien verbrachten Karin und ich als kinderloses Paar bei bestem Sommerwetter in München. Anna und Paul waren nämlich mit ihrer Klettergruppe in Fontainebleau. Und so entstand auch schnell die Idee für die zweite Ferienwoche: Kids in Bleau aufgabeln und einen Kurztripp in die Normandie. Gesagt, getan, mit der kleinen Einschränkung, dass Karin Freitagabend noch Konzertkarten hatte. Um eins kroch sie zu mir ins Bett, um zwei läutete der Wecker...das Leben kann ganz schön hart sein.
Die Fahrt verlief aber gut und so schlossen wir kurz vor Mittag die Kids wieder in die Arme...die hatten uns doch glatt ein wenig vermisst, bildeten wir uns zumindest ein. Da es viel zu heiß zum Bouldern war, flackten wir am Pool ab, unternahmen eine Radltour zum Schloss Fontainebleau und legten eine abendliche Session in Petit Bois ein. Bevor wir am Montag weiter in die Normandie fuhren durfte sich Paul noch an der Marie Rose (Bas Cuvier) versuchen.

Nachdem wir den Großraum Paris hinter uns gelassen hatten, folgen wir der Seine bis zur Schleife in der Les Andelys liegt. In den Kreidefelsen nah des Ortes ist das Falaise Val Saint Martin, ein ziemlich cooles "Softmover" Gebiet, mit fast perfekter (Kletterhallen-)Absicherung. Von dort ging es weiter mit einem Abstecher in Rouen, der unglaublich pittoresken Hauptstadt der Normandie (in der Jeanne d'Arc verbrannt wurde), nach Le Havre (weniger schön). Die Küste entlang nach Ètretat, wo die Kreidefelsen zwar sehr malerisch sind, uns das schon fast isländische Wetter aber auch total durchweichte. Jede Bucht und jedes Kap ausfahrend gings weiter nach Saint-Valery-en-Caux und letztendlich nach Dieppe, von wo aus wir die Heimreise antraten.
Am Rückweg legten wir noch einen Stopp in Les Glachoirs ein, zwar nicht um zu klettern, aber uns das Gebiet mal anzusehen. Ob man extra hin muss, wage ich zu bezweifeln, aber wenn man in der Gegend ist lohnt sich ein Abstecher auf jeden Fall. In der Champagne übernachteten wir dann noch in Trépail, bevor es den letzten Teil der Reise in einem Rutsch zurück nach Hause ging.

Wirklich schön diese Ostnormandie. An der wilden Steilküste reiht sich ein wunderschönes Örtchen an das nächste an und auch wenn es hier nichts zum Klettern gibt und ich kein Surfbrett mit hatte, die kleineren und größeren Biketouren und Spaziergänge machten es zu einen super entspannten Urlaub.

Samstag, April 11, 2026

Klettern und Biken auf Krk - 04.-11.04.2026

Nachdem wir für diese Ostern irgendwie überhaupt keinen Plan hatten, entschieden wir uns kurzfristig nach Kroatien, auf die Insel Krk zu fahren. In Punat hatten wir das Häuschen von Freunden von uns und verbrachten die ersten zwei Tage mit faulenzen am Strand.

Montag blieb dann Anna zu Hause und Paul, Karin und ich drehten eine Runde mit den Bikes auf den Veli Vrh (542 m). Teils schiebend gings die steile Rampe bei den Tri Križi hinauf zum Marcinova Trail und dann den Wanderweg zum Gipfel. Hier musste ich mein Bike die letzten paar Minuten tragen, zum Abfahren gings dann aber. Unten folgten wir dem Crni Biser Spust, Rockgarden Delux und Runtele DH bis wir wieder direkt in Punat herauskamen (3 Stunden, 540 hm, 15 km). Was für eine coole Runde. Da ich aber wie immer noch nicht genug hatte kurbelte ich nach einer Pause nochmal an den Tri Križi vorbei hinauf und testete diesmal den Vela Draga aus (½ Stunde, 220 hm, 4,5 km). Sehr cooler schwarzer Trail, große Sprünge kann man umfahren, nur die technischen Felspassagen muss man fahren und das auch wirklich wollen.

Nach so coolen Bike Touren war Reparaturzeit angesagt und Paul und ich wechselten an unseren Bikes Reifen bzw. stellten Pauls Bike auf Tubeless um. Am Nachmittag unternahmen wir noch einen kleinen Kletterausflug nach Baška, wo wir in Bunculuka 4 Touren im Bereich 5a/5b kletterten (Zustieg ca. 10 Minuten vom Parkplatz Kricin).
Jetzt waren wir angefixt, so gings am Mittwoch ins Gebiet Portafortuna, das größte Klettergebiet Krks (ca. 80 Touren von 3c bis 7c). Zunächst stiegen wir zum Sektor E auf (¼ Stunde, 100 hm), wo wir einmal die Familie Duck kletterten (3c-5a). In wenigen Minuten gings hinüber zum Sektor C (50 hm), wo ich noch Metulji so srečni (5c) und Eierbär (5c) kletterte. Im Schatten wurde es relativ frisch, deshalb beendeten wir unseren Klettertag (vielleicht aber auch, weil die Kids nach den Ducks keine Lust mehr zu klettern hatten). Am Heimweg stiegen Paul und ich mit den Bikes am Pass aus und fuhren ein zweites Mal den Crni Biser Spust und Runtele DH nach Hauses (¾ Stunde, ↑130 hm, ↓450 hm).
Donnerstag durften die Kids dann mal einen Gammeltag einlegen, während sich die Eltern einen gemütlichen zweiten Kettertag in Portafortuna machten. Diesmal im Sektor D, laut Führer der Sektor für den "Recreational Climber". Was soll ich sagen, wir hatten einen gemütlichen Tag ohne zu viel Anstrengung mit den neun linken Touren des Sektors, von 4a bis 5a. Und noch dazu, wie am Tag zuvor, fast den ganzen Tag alleine.

Und dann hieß es Abschied nehmen. Aber bevor wir die Reise Richtung Norden antraten, drehten Paul und ich noch eine Runde am Vela Draga DH. Einfach ein cooler Trail, bis Pauls Hinterreifen aufriss, dann hieß es Schlauch in den Tubelessschlonz einziehen, Prost Mahlzeit. Damit ging’s aber den restlichen Trail ohne Probleme bis zum Meer, wo wir uns mit den Mädels trafen, die eine kleine Runde entlang der Strände gedreht hatten, um zusammen ein letztes Eis zu essen (2 Stunden, 250 hm).

Und weil der Heimweg wieder am BGL vorbei führte, legten wir eine kleine Pause ein und ich drehte eine Runde am Götschen. Mit dem Bike zur Götschenalm und dann mit Ski auf den Götschenkopf, bzw. zweimal zum FIS Start (2½ Stunden, 1350 hm). Zum Götschen muss man tragen, der FIS Start geht aber gerade noch durchgängig. Wer mag keine Skitouren in kurzer Hose und oben ohne? Mittwoch ziehe ich nochmal mit Daniela los, dann dürfte die Saison aber endgültig durch sein.

Montag, Dezember 29, 2025

Rauher Kopf, Vier Jahreszeiten an der Eisberg Südostwand, Götschen und Hintersee - Kaiserwetter im BGL - 27.-29.12.2025

Nachdem wir Weihnachten in München verbracht hatten, gings am 26ten abends, nach Karins Dienst, ins BGL. Im Gegensatz zum Alpenvorland zeigte sich der Talkessel in bestem Sonnenschein, kein bisschen Nebel, aber leider auch kein Schnee.

Samstag traf ich mich mit Gregor auf der Kastensteinerwand am Abzweig zum Rauhen Kopf (¼ Stunde, 140 hm). Ratschend stiegen wir zum Kleinen Rauhen Kopf auf (1 Stunde, 780 hm). Einfach schön sich wieder mal zu sehen und auszutauschen. Nach einer kurzen Trinkpause gings wieder runter zur Kastensteinerwand (¾ Stunde), damit er noch rechtzeitig mit seinen Mädels in die Therme kam. Und für mich gings über den Blitzweg nach Hause (½ Stunde, 80 hm).

Sonntag hatten Peter und ich eigentlich eine größere Tour am Untersberg geplant. Nachdem er mit seinen Jungs aber eine unruhige Nacht hatte, entschieden wir den Start ein wenig zu verschieben und den kürzeren Zustieg zur Eisberg Südostwand zu nutzen. Nach der Zick Zack im Oktober gings diesmal in die Vier Jahreszeiten (6 SL, UIAA 7+). Schon im Zustieg genossen wir die Sonne (1 Stunde, 550 hm). In der Tour war es dann genauso angenehm warm und die rauen Platten und Wasserrillen sind ein wahrer Klettergenuss (2¾ Stunden, 130 hm). Diesmal brachte ich meinen Kopf etwas besser unter Kontrolle als beim letzten Mal und so gingen wir die Tour in Wechselführung. Nur die 7+ Stelle musste ich im Nachstieg kurz "nullen", ansonsten liefs ganz gut rein. Vom Ende der Tour seilten wir über die Zick Zack zum Einstieg ab (½ Stunde) und nach einem TAB am Wandfuß gings in den letzten warmen Sonnenstrahlen zurück zum Auto (¾ Stunde). Was für ein cooler Tag, perfekt genutzt und einfach schön.

Montag war dann der letzte Tag mit Kaiserwetter. Das nutzten Karin und ich für eine kleine Wanderung auf den Götschen. Ich mit Ski am Rücken, Karin ohne. Beim Bankei (¾ Stunde, 300 hm) kehrte Karin um und ich stieg den Rest der Tal-/Familienabfahrt mit Ski auf (¾ Stunde, 380 hm). Für den Aufstieg reicht der Schnee gerade so, abfahren kann man aber vergessen. Sogar auf der FIS-Abfahrt geht nur die untere Hälfte. So packte ich an der Götschenalm die Ski wieder auf den Rucksack und wackelte zurück zum Mittagessen. Das Eislaufen am Hintersee am Nachmittag war dann definitiv besser, auch wenn beide Mädels Stürze hinlegten.

Jetzt hoff ich aber, dass mit der morgigen Störung auch ein bisschen Schnee kommt, ist ja zum Mäuse melken dieser Winter.

Sonntag, November 02, 2025

Finstere Isartrails, heller Götschen und ein wenig die Hosen voll auf der Reiteralm - 29.10./01.-02.11.2025

Mittwoch drehten Martin und ich eine Runde auf den Isartrails. Da es inzwischen recht früh dunkel wird, mussten wir relativ schnell die Lampen auspacken. Nach ein paar Metern machte Martins Lampe aber schlapp und so standen wir bzw. Martin im finsteren Wald. So hieß es für ihn den Schäftlarner Downhill runterschieben, für den Isarradweg zurück in die Stadt reichte dann auch nur eine Lampe. Bewegung wars trotzdem und Spaß hats auch gemacht (2½ Stunden, 300 hm, 38 km).

Zum Wochenende gings wieder mal ins BGL, Herbstwetter ausnützen. Allerheiligen half Karin zunächst noch am Grab, während ich an ihrem bzw. Pauls Bike schraubte. Mit frisch eingestellter Schaltung, strampelten wir dann am Nachmittag zum Götschen hoch (1½ Stunden, 650 hm, 5,5 km). Runter gings durch den Wald zum Silberg und weiter die altbekannten Trails von Loipl nach Bischofswiesen (1 Stunde, 50 hm, 7,5 km). Karin hatte nun genug, ich drehte aber noch zwei Runden zur Kastensteinerwand. Den Blitzweg kann ich immer noch nicht durchgängig fahren, die Kehren, bei denen ich den Fuß zur Hilfe nehme, werden aber weniger (1 Stunde, 370 hm, 6,5 km). 

Sonntag sollte dann eine Front durchziehen, aber erst ab Mittag, somit hatten Bäda und ich genug Zeit noch an der Eisberg Südostwand (Reiteralm) Klettern zu gehen. Der Wecker ist um 5 Uhr zwar ein A$§%&loch, aber der Sonnenaufgang im Zustieg war dafür gigantisch (1¼ Stunden, 520 hm). In der Morgensonne sah unser Ziel, die Route Zick Zack (6 SL., UIAA 7+, meist 6/6+) ziemlich cool aus, viel kompakte, steile Wand und der logische (klassische) Weg durch diese. Aufgemaschlt stieg ich in die leichte, erste Seillänge ein und bekam sofort einen Vorgeschmack darauf, was hier gefordert ist, nämlich viel Plattenstehen und manchmal ein etwas seltsames Verständnis, wo man am besten einen Haken setzt. Nicht mit meinem Kopf, da musste der Bäda ran, was er dann auch tat und ich den Rest der Tour den Belay Bunny bzw. das Nachsteigerlein machte. Was soll ich sagen, sehr rauer, zerfressener Fels, im oberen Teil relativ steile Kletterei und drei ziemlich spektakuläre Quergänge (3 Stunden, 150 hm). Die 7. (laut Führer unlohnende) Seillänge ließen wir sein, da die Abseilpiste direkt am Stand nach der 6. Seillänge beginnt. In zwei langen, freihängenden Abseilfahrten (40 m + 60 m) kamen wir bis zum Vorbau und dem ersten Stand von Eisbergfieber. Von dort gings dann mit einem Halbseilstrang zurück zu unseren Rucksäcken (¾ Stunde). Das Wetter hatte inzwischen eingetrübt, aber es hielt noch für unser TAB am Wandfuß und erst im Abstieg begann es zu tröpfeln (½ Stunde). Das Wetterfenster perfekt ausgenützt und noch dazu rechtzeitig zum Mittagessen wieder zu Hause, was will man mehr.

Wieder mal eine coole Tour mit Bäda, irgendwie brauch ich aber immer neue Windeln nach unseren gemeinsamen Unternehmungen.
2025_11_02_Eisberg+Goetschen

Dienstag, Oktober 07, 2025

Klettern und Biken am Gardasee - Tag der Deutschen Einheit im Valle di Bondo - 03.-05.10.2025

Schon ewig liegt mir Karin in den Ohren, mit einem kleinen Häuschen im Valle di Bondo am Gardasee. Unsere Ferien waren aber immer wieder anderweitig verplant, doch das verlängerte Wochenende zum Tag der Deutschen Einheit bot sich an, diesen kleinen Traum am „Ende der Welt" zu besuchen.

Nach einem Stopp bei meinen Eltern, gings zusammen mit den ersten Lastwagen über den Brenner. Früh genug wie sich herausstellte, denn ohne Stau konnten wir in Arco frühstücken. Gut gestärkt fuhren wir Richtung Ledro See, um im Klettergarten Regina del Lago klettern zu gehen. Der Zustieg zum Gebiet ist zwar nicht lang, aber am Anfang der Straße entlang, was nur mäßig Spaß macht (½ Stunde, 150 hm). Wir genossen die Sonne in Sektor B und kletterten Sopra und Sassicaia (beide 5c, ca. 10 m) so wie Flebo (6a+, 32 m), alles schöne Genussplatten. An Eros (6b+, 20 m) blieb es bei einem Versuch, an der Schlüsselstelle waren mir zu kräftige Züge an zu schlechten Griffen, beim nächsten Mal. Am Rückweg nahmen wir einen kleinen Umweg zum Bach hinunter und zur Pregasina-Straße, geringfügig länger, aber definitiv angenehmer als an der Val-di-Ledro-Straße entlangzugehen (¼ Stunde, 50 hm). Um den Tag abzuschließen, gabs noch einen Kaffee in Pregasina, bevor wir nach Tremosine hinauffuhren und unser kleines Häuschen im Valle di Bondo bezogen.

Den Samstag ließen wir dann ganz gemütlich angehen und nach einem späten Frühstück drehten Karin und ich eine Bikerunde auf den Passo Nota (1½ Stunde, 560 hm). Nach einem großen Teller Nudeln fuhren wir die alte Militärstraße zum Bocca di Faigole weiter (½ Stunde, 130 hm), wo wir die Räder kurz abstellten und zum Cima Traversole (1440 m) hinaufstiegen (¼ Stunde, 130 hm). Der unscheinbare Gipfel bietet einen wunderbaren Ausblick auf den See. Weiter gings durch mehrere Tunnels die, immer schmäler werdende, Militärstraße vom Passo Nota entlang, die schließlich zu einem Wanderweg wird (S1). Leider ist diese Passage relativ kurz und man trifft bald auf die Militärstraße die von Vesio heraufführt. Im oberen Teil mussten wir noch etwas aufpassen, wegen losem Schotter und einigen größeren Steinen, bald schon konnten wir es aber einfach laufen lassen. Am Ende der Straße bogen wir wieder ins Val di Bono ab und kurbelten kurz zurück zu unserer Unterkunft (1 Stunde, 30 hm). Was für eine schöne Kaffeerunde, nicht zu anstrengend und nie technisch anspruchsvoll, allerdings könnte ein Sturz an vielen Stellen eher unschön ausgehen. Bemerkenswert ist auch, dass wir inzwischen fast die einzigen mit Biobikes waren. Für die 850 hm und 22 km brauchten wir insgesamt mit Pausen 4¾ Stunden.

Der Sonntag begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel. So gingen wir noch eine Runde Klettern im Gebiet Valle di Bondo nur ein paar Minuten von unserem Haus weg. Die Felsqualität ist zwar nicht so überragend wie in den meisten anderen Gebieten rund um Arco, dafür waren wir aber auch allein. Nachdem wir alle Supersonica (5c, 20 m) geklettert hatten, fuhren wir runter nach Limone und nahmen die Strada della Forra, die "James Bond"-Straße, um nach Pieve di Tremosine zu gelangen. Dort aßen wir noch auf der Terrazza del Brivido, bevor wir uns, zusammen mit halb München, in den Stau gegen Norden stellten. Was für ein schönes Wochenende.

Dienstag, September 23, 2025

Untersberg Südwand mit Paul und Sonnenaufgang mit Karin am Rauhen Kopf- 20./21.09.2025

Nach den kühlen drei Wochen auf Island, begrüßte uns Bayern mit einem wunderschönen Spätsommer/Frühherbst. Das erste Wochenenede zurück verbrachten wir zu Walters Geburtstag im BGL. Bei diesem Wetter eine perfekte Gelegenheit mit dem Junior auf große Tour zu gehen, Klettern in der Untersberg Südwand (11 SL, UIAA 4-).

Von Ettenberg stiegen wir über den kleinen Waldweg zum Scheibenkaser auf (1½ Stunden, ↑650 hm). An den Hängen war ein massiver Windwurf, weshalb der Weg praktisch nicht mehr begehbar ist. Nach einer kurzen Pause im Schatten des Scheibenkasers gings weiter (mit einer weiteren Pause) zum Einstieg über ein Band links der Gelben Mauer (¾ Stunde, ↑300 hm). Hier pausierten wir nochmal ausgedehnt, da wir schon im Zustieg einer seeeehhhhr langsamen Seilschaft zugesehen hatten. Durch dieses Pause vermieden wir es praktisch die ganze Tour über auf diese Seilschaft aufzulaufen (wenn auch nur knapp). Die Kletterei in der (alte) Südwand ist dann einfach schön (die ersten Seillängen kannte ich schon vom Barthkamin mit Karin). Wobei ich mir im Nudelwalker, am Ende der ersten Seillänge, kurz überlegte, ob es so schlau war die Kletterschuhe zu Hause zu lassen. Am Ende waren sie definitiv nicht notwendig. Immer wieder wechseln sich in der Tour schöne feste Kletterstellen mit Bändern und Schrofen ab. Mehrere Seillängen ließen sich einfach zusammenhängen und so kamen wir relativ schnell an der Schlüssellänge, einem steilen Kamin, an. Dieser war dann so eng, dass ich mit dem Rucksack (ok, und auch mit meiner Hüfte) feststeckte. Nach umständlichem Rucksack Heruntergefummel, nachziehen und wieder Hinaufgefummle, war aber auch diese Länge purer Genuss. Die letzten Längen schossen wir das Seil dann auf und legten die Schrofen zum Gipfel frei zurück (2¾ Stunde, ↑250 hm). Was für ein schöner Nachmittag und zwischen drin wurden wir auch noch vom Rettungshubschrauber unterhalten, der in der Süd-Ost Wand jemanden mit dem Tau barg.

Nach den obligatorischen Fotos vor dem Kreuz, stiegen wir zum Stöhrhaus ab (¼ Stunde), wo wir eine ausgedehnte Pause mit Kuchen und Spezi in den Liegestühlen einlegten. Leider wird durch so eine Pause der Abstieg nicht kürzer und so mussten wir wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und uns auf den Weg zum Scheibenkaser machen. Da wir beide schon etwas müde waren, entschieden wir uns für den Weg übers Stöhrgatterl (¾ Stunde, ↑50 hm, ↓440 hm) und dann gings direkt weiter (diesmal über den normalen Weg) zum Parkplatz (½ Stunden, ↓630 hm).
Was für ein cooler Tag mit Paul, schön mit ihm inzwischen richtige Touren gehen zu können.

Sonntag gings dann mit Karin zum Sonnenaufgang auf den Rauhen Kopf. Um 5 Uhr starteten wir von der Kastensteinerwand übers Blaue Kastl und schafften es als Punktlandung zusammen mit der Sonne auf den Gipfel (1¾ Stunde, ↑830 hm). Beim Abstieg nahmen wir noch den Kleinen Rauhen Kopf mit (¼ Stunde, ↑20 hm), auf dem inzwischen ein schönes, kleines Kreuz (Marterl) steht und begegneten erst kurz vor dem Auto (1 Stunde) den ersten paar anderen Wanderern.
Schöne Einsamkeit auf unserer Seite des BGL, am Hocheck hatten wir nämlich die Stirnlampenkaravane vom Watzmann Haus hinauf gesehen.

Donnerstag, Juli 24, 2025

Ein Pause-Klassiker mit dem Tommi - Kleiner Lafatscher NO-Verschneidung - 22.07.2025

Jamie, Tommi und die Kids urlauben im Moment in Tirol, also war klar, Tommi und ich müssen uns einen Tag freinehmen, um unsere Schmach aus dem Yosemite auszubügeln. Die Idee war recht schnell geboren: Lafatscher NO-Verschneidung (10 SL, UIAA 6). Immerhin eine „Pause-Tour“ und trotz Sanierung an den Ständen, immer noch ein großes alpines Abenteuer. Alpenvereinaktiv schreibt immerhin: „Die Riesenverschneidung ist bis auf die Standplätze ganz klar das Gegenteil von Plaisir.“ Für Dienstag sah das Wetter ganz brauchbar aus, einzig war nur nicht klar, ob die Verschneidung auch trocken sein würde, da es Montag noch geschüttet hatte. Spoiler: unten wars ein wenig feucht, oben aber trocken genug.

So trafen wir uns in der Früh in Kolsass und fuhren gemeinsam zum Parkplatz Halltal. Dort starteten wir kurz nach 6 Uhr mit den Bikes durchs Halltal bis zum Issanger (1 Stunde, 870 hm, 4 km). Wir waren froh, dass Tommi sich das E-Bike seines Vaters ausgeliehen hatte. So gings mit Abschleppleine kommod hinauf, auch wenn man trotzdem ordentlich treten musste, dieses Halltal ist ganz schön steil. An der Abzweigung zum Stempeljoch ließen wir die Bikes stehen und wanderten zum Lafatscherjoch hinauf (1 Stunde, 450 hm). Von dort steigt man den Weg zum Hallerangerhaus ab und zweigt kurz vor dem Haus, unter den Felswänden zum Einstieg ab. Über Schotter und Schrofen führt ein kleines Steiglein bis direkt unter die Wand (1 Stunde, ↓350 hm, ↑190 hm). Unter dem Vorbau machten wir eine kleine Frühstückspause und mascherlten uns für die Kletterei auf.

Nachdem wir den Vorbau seilfrei gegangen waren, gings in der ersten Seillänge gleich los. Nicht schwierig, aber schlecht absicherbar und wie so oft im Karwendel, nicht überall fest, aka Sau brüchig. Nachdem wir uns im leichten Gelände etwas verlaufen hatten (es stecken ein paar alte Schlaghaken abseits der Linie und Stände lassen sich ganz gut bauen) kamen wir nach der dritten Seillänge an einem der gebohrten Stände an. Ab dort muss man dann auch richtig hingreifen. Seillänge vier ist ein lustiger Kamin mit anschließender Risskletterei. Die Nummer fünf ist die Schlüssel(riss)länge (UIAA 6) und verlangt nicht nur großes Sicherungsmittels, sondern auch die Trickkiste des alpinen Kletterers. Da war ich ganz froh, dass Tommi bei der nächsten Seillänge (SL 6, UIAA 6-) wieder an der Reihe war. Und schließlich schrubbte ich noch die letzte Risslänge (SL 7, UIAA 6-) zum Wandbuch hinauf. Tja, da muss man schon das ein oder andere mal die Arschbacken zusammenkneifen, aber es löst sich alles schön auf. Es folgt ein schottriges Band und dann die zwei Ausstiegslängen, die zwar nicht schwer aber, im Karwendelstil brüchig sind (6 Stunden, 400 hm). Am Ausstiegsstand sitzend, kam uns dann doch der ein oder andere Grinser auf die Lippen, was für eine eindrucksvolle Tour.

Der Abstieg zum Lafatscherjoch ist auch nicht zu unterschätzen. Man muss sich noch ein bisschen konzentrieren, da man die ganze Zeit im Absturzgelände spaziert. Es gibt einen neu markierten Abstieg, direkt vom Ausstieg hinunter, mit Abseilstelle (1x40m oder 2x20m?) und Fixseil, oder den „alten“, für den wir uns entschieden, ein paar Meter hinauf, dann durch eine Rinne nach Süden und auf Bändern und Schotter zur Jochreisen. Dieser ist immer wieder mit Steinmandln und verblassten Punkten markiert. Über die Jochreisen gings dann unschwierig zurück zum Lafatscherjoch (¾ Stunde, 70 hm). Jetzt ließ auch die Anspannung langsam nach und die Müdigkeit und der Hunger kamen langsam durch. Also runter in den Issanger und dann mit den Bikes aus dem Halltal raus (1¼ Stunde, 40 hm). Dabei gönnten wir uns noch ein TAB in St. Magdalena.

Was für ein genialer Tag mit Tommi, ein schön tagesfüllendes, alpines Abenteuer (insgesamt 12 Stunden und über 2000 hm). Nach so einer Tour relativiert sich dann auch der Alltagswahnsinn.

Dienstag, Juli 08, 2025

Nasenwand und Zimmereben Klettersteig - ein Wochenende in Ginzling - 05./06.07.2025

Seit zehn Jahren besuchen wir einmal im Jahr den Diggl in Ginzling. Über die Jahre änderte sich immer wieder die Zusammensetzung der Gruppe und die Ausrichtung der Aktivitäten, aber eines ist über die Jahre gleichgeblieben: Bier, gutes Essen und lustige Gespräche.

Samstag begingen Marie, Wini, Peter Karin und ich den Nasenwand Klettersteig. Im feucht-warmen Wetter spazierten wir zum Einstieg (¼ Stunde, 40 hm), wo gerade ein Bergführer mit seinen drei Kundinnen einstieg. Scherzend und ratschend kraxelten wir durch den unteren Teil. So war es gar nicht schlimm, dass wir mehrmals auf sie aufliefen. Am Notausstieg verließen uns Karin und Marie und wir drei Jungs stiegen weiter. Leider konnten wir nirgends wirklich überholen und so standen wir mehrmals blöd in der Gegend herum. Zum Glück hatten wir es nicht eilig, da allerdings relativ instabiles Wetter von Süden hereindrückte, wäre mir etwas mehr Geschwindigkeit lieber gewesen (2½ Stunden, 300 hm). Trotz allem kamen wir trocken zurück zum Diggl (¾ Stunde, 30 hm) und am späteren Nachmittag kam noch Hannes vorbei. Mit ihm ging ich noch eine Runde Bouldern im Ginzling Wald. Da erwischte uns dann aber endgültig das Nachmittagsgewitter und wir zogen uns im Regen zum Biertrinken im Diggl zurück.

Bevor es nach Hause ging, wanderte Karin am Sonntag noch von Mayrhofen zum Gasthaus Zimmereben, während Steffen, Peter und ich den Zimmereben Klettersteig machten. Die Sonne brannte sowohl im Zustieg (¼ Stunde, 90 hm), wie auch im Klettersteig (¾ Stunde, 150 hm) ganz schön herunter und so waren wir über jede Schattenpassage froh. Am Gasthaus trafen wir uns wieder mit Karin und stiegen zusammen zu den Autos ab (½ Stunde).

Was für ein schönes Wochenende zusammen, wenn auch diesmal in sehr kleinem Kreis.

Freitag, Juni 27, 2025

New York City und Maine - Klettern und Sightseeing an der US Ostküste - 07.-21.06.2025

Eigentlich wollten wir mit Chanti, Joël und Jari zu Pfingsten in der südlichen Bretagne Surfen gehen. Leider fiel das ganze aus gesundheitlichen Gründen ins Wasser und so mussten wir uns relativ kurzfristig überlegen, was wir machen wollen. Auf 3000 Kilometer Gegurke ohne die Schweizer, hatten wir nur bedingt Lust und so entstand noch am gleichen Abend ein Alternativplan. Flüge sind ja schnell gebucht und so saßen wir drei Wochen später in einem A380 nach New York.

Wenn man das Chaos in JFK mit etwas Gleichmut nimmt, kommt man relativ entspannt öffentlich nach Manhattan. Und nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgeladen hatten, spazierten wir noch durch Chinatown, bevor wir wie tot ins Bett fielen. Die nächsten sechs Tage waren dann ähnlich anstrengend. Wir besuchten das 9-11 Memorial, das Empire State Building, die Freiheitsstatue und Ellis Island, machten eine Rundfahrt am East- und Hutson River zum Sonnenuntergang und entspannten uns im Highline Park und beim Bouldern im Central Park (Rat Rock). Den einzigen Regentag verbrachten wir im American Museum of Natural History, dem Guggenheim und dem MoMA. Natürlich durften neben dem Empire State Building auch die Aussichtsplattformen in den Hudson Yards (The Edge) und am Rockefeller Center (Top of the Rock), so wie ein Besuch auf der Intrepid nicht fehlen.
2025_06_07-13_NYC

Nach einer Woche Großstadt flüchteten wir in die Catskill Mountains, um genau zu sein in die Shawangunks. Schon vor 16 Jahren waren Karin und ich hier Klettern und das wollten wir natürlich auch den Kids zeigen. So verbrachten wir den Freitagnachmittag bei perfektem Wetter in den Trapps (Section Überfall). Alle kletterten wir die erste Seillänge von Betty (2 SL, 5.3) und mit Paul kletterte ich diese wunderschöne Anfängertour als MSL. Zum Abschluss des Tages hängte ich noch die zwei Seillängen von Jackie (2 SL, 5.5) zusammen und seilte mich über die Stände wieder ab.
Über Nacht regnete es leider. Zwar hatte der Regen am Morgen aufgehört, aber der Fels war definitiv zu nass, um zu klettern (auch wenn einige Seilschaften am Werkeln waren). Wir entschieden uns für eine Wanderung entlang der Undercliff Road (1½ Stunde, 30 hm, 4,8 km) und über den Giants Workshop und den Humpty Dumpty Trail zum Artists Rock (¾ Stunde, 150 hm, 1 km). Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf den Mohonk Lake. Nach einer kurzen Pause machten wir uns an den Abstieg über den Giant Trail und den Giants Workshop (¾ Stunde) und über den Old Minnewaska Trail (1 Stunde, ↑50 hm, ↓130 hm, 3,7 km) zum Swimming Hole (wo Paul natürlich, trotz eisigen Temperaturen, ins Wasser sprang) und dem Shongum Path (¼ Stunde, 100 hm, 1 km) zurück zum Auto. Der Fels hatte inzwischen aufgetrocknet und so hakte ich noch Rhododendron (5.6) und Laurel (5.7) am Überfall ab. Ein ziemlich produktiver Tag.

Auch wenn die Gunks wunderschön sind, wollten wir auf dieser Reise auch etwas Neues sehen. So durchquerten wir das grüne Vermont und New Hampshire, um an die Atlantikküste und nach Maine zu gelangen. In Ogunquit legten wir einen Stopp ein, spazierten den Marginal Way und aßen am Strand unsere erste Lobster Roll. Nach einem zweiten Fahrtag erreichten wir auf Mount Desert Island den nord-östlichsten Nationalpark der USA: Acadia. Vom höchsten Berg, dem Cadillac Mountain, den man auch noch mit dem Auto erreichen kann, hat man eine tolle Übersicht über die Insel. Wir besuchten Sand Beach, wo ich eine kleine Runde zum Great Head drehte (½ Stunde, 60 hm, 2,5 km), sahen uns die Kletterrouten am Otter Cliff an und fuhren die Park Loop Road. Ein langer erster Tag im Nationalpark. Dienstagvormittag stand im Zeichen von Topropeklettern am Otter Cliff. Zum Glück hatte ich mir die möglichen Verankerungspunkte am Vortag angesehen, so hatte ich eine ungefähre Idee was ich machen wollte, mitten in den gefühlt 100 Seilschaften. Übrigens ist auch Toprope ziemlich spannend, wenn man seinen Stand selbst bastelt. Paul und ich kletterten im Sektor Ampitheater Seabreeze (5.5), Rolling Swells (5.7) und Wave Action (5.6). Danach baute ich mir noch einen Stand am Seastack für die Wiessner Route (5.9). Alles zusammen sehr schöne und lustige Kletterei.
Die Temperaturen waren ziemlich schnell gestiegen und da es im Gegensatz zu den Tagen zuvor kaum Wind gab, war es fürs Klettern fast zu heiß. Zum Glück findet man hier für jede Temperatur und jedes Wetter eine schöne Aktivität. Im Wald über dem Echo Lake stiegen wir den Beech Cliff Trail (½ Stunde, 160 hm, 1 km) zum Beech Cliff auf und wanderten über einen kleinen Loop und das Canada Cliff wieder zurück zum Echo Lake Beach (1½ Stunde, 50 hm, 2,6 km). Dort sprang Paul sogar noch ins Wasser. Was für ein Tag.

Leider neigte sich unser Urlaub dem Ende zu und so mussten wir langsam aber sicher den Rückweg in den Süden einschlagen. Dabei zeigte uns Maine auch seine neblige/regnerische Seite. In Bucksport hingen die Wolken so tief, dass wir kaum die Brücke über den Penobscot River sahen. Eine super Stimmung, um sich Fort Knox anzusehen und Karins geliebte Outlets und einige Leuchttürme zu besuchen und stolperten so auch noch aus Zufall über Eartha. Im Süden besserte sich das Wetter aber schnell wieder und so verbrachten wir noch einen Strandnachmittag in Ogunquit.

Da unser Rückflug von Boston aus ging, war klar wo unsere Reise enden würde. Auf dem Weg dorthin kamen wir aber noch in Salem vorbei. Eigentlich stoppten wir dort wegen dem Hexenwahn Ende des 17ten Jahrhunderts, aber wie so oft, fanden wir zufällig ein tolles Museum. Das „Urban Museum", bestehend aus tollen Murals im Hafenviertel.

Vor 16 Jahren hatten wir nur sehr begrenzt Zeit uns Boston anzusehen, diesmal blieben aber fast zwei Tage. Und diese nutzten wir für den Freedom Trail, der an allen historisch relevanten Orten in der Stadt vorbeiführt, sahen uns die USS Constitution und die USS Cassin Young an und verbrachten einen gemütlichen Abend in einem Irish Pub mit Livemusik. Was für eine quirlige Stadt, voller Leben. Unser letzter Stopp, vor unserem Rückflug war dann noch Camebridge. Das M.I.T. und Harvard sind definitiv einen Besuch wert.

Und so endete unser genialer Trip, ein Hopser zügig über den Atlantik und direkt vom Flughafen in die neu eröffnete Georgenschwaige.
2025_06_18-21_SalemBoston

Samstag, Mai 03, 2025

MSFC Huntsville, Yosemite und JSC Houston - immer wieder USA - 20.04.-01.05.2025

Wie schon vor zwei Jahren, bekam ich dieses Jahr wieder die Möglichkeit einen Vortrag bei der NASA zu halten, diesmal im NASA Marshall Space Flight Center (MSFC) in Huntsville, Alabama. Als im letzten Oktober klar war, dass das ASTM Frühjahrestreffen in Huntsville stattfindet, musste ich mich nur noch auf die Suche nach einem Vortragsthema und einem Sponsor machen...mit etwas Vorlauf und genügend Durchhaltevermögen kein größeres Problem. So verbrachte ich den zweiten Teil der Osterferien in den USA, während Karin und Anna in Paris waren und Paul das BGL unsicher machte.

Trotz gewisser Befürchtungen, war die Einreise in Houston unkompliziert und so kam ich spät am Abend in Huntsville, Alabama an. Um nicht total gejetlagged beim ASTM Treffen anzukommen, hatte ich die Reise in die Feiertage gelegt und so blieb mir ein bisschen Zeit mich anzupassen. Mein Mittel der Wahl für die Zeitverschiebung ist Bewegung an der frischen Luft, so ging ich im Monte Sano State Park wandern. Erst folgte ich dem Arrowhead Trail (1¾ Stunde, ↑70 hm, ↓200 hm, 7,5 km), vorbei an ziemlich coolen Felsformation (nur zum Bouldern hatte ich keine Motivation), um entlang des McKay Hollow Trail auf das Plateau zu gelangen und dem South Plateau Loop und dem Rocky Nightmare Trail wieder am Ende des Arrowhead Trails anzugelangen (1¾ Stunde, ↑250 hm, ↓230 hm, 8 km). Über den Natural Well Trail gelangte ich dann schlussendlich wieder zum Auto (1 Stunde, ↑210 hm, ↓100 hm, 4,5 km), gerade rechtzeitig bevor es zu regnen begann. Den Nachmittag verbrachte ich noch im US Space & Rocket Center, mit ganz viel Raumfahrtgeschichte.
Das weitere Wetter gestaltete sich als etwas launisch, aber leichter Regen ist bekanntlich kein schlechtes Wetter und so entschied ich mich noch für einen kleinen Spaziergang am Rainbow Mountain. Nach der Runde über den Rainbow und JaMooKo Loop Trail (1¼ Stunden, 160 hm, 4,5 km) hatte der Regen sich gelegt und ich folgte dem Balance Rock Trail bis zum Felsabbruch, um zum Fuß der Felsen und den meisten Bouldern in dem Gebiet zu gelangen. Mit The Artist (V3) konnte ich einen der einfacheren Boulder in wenigen Versuchen lösen (ohne Ausstieg, da dieser komplett nass war).

Das Treffen und mein Vortag im NASA Marshall Space Flight Center waren dann ein voller Erfolg und wir bekamen die Möglichkeit uns Raketenteststände, die Entwicklung der ISS Lebenserhaltungssysteme und das ISS Payload Operations Center anzusehen. Manchmal zahlt sich ein bisschen Hartnäckigkeit definitiv aus.
2025_04_21-25_NASA-MSFC

Bevor ich in der zweiten Woche noch einen Abstecher in unsere Niederlassung in The Woodlands in Texas machte, nutzte ich das Wochenende für einen Besuch bei Jamie und Tommi, vor allem bei Tommi. Spät abends kamen wir im Yosemite Valley an und suchten uns ein Plätzchen im Camp 4, wie zwei richtige Climbing Dirtbags. Nachdem die ganze Woche die Sonne schien, hatte sich nun das Wetter massiv verschlechtert ... naja probieren kann man`s ja mal, schlimmsten falls dreht man halt um. So starteten wir im Morgengrauen zum El Cap. Bei The Nose trafen wir auf die Wand und folgten ihr von dort, entlang an viel Klettergeschichte, bis zur East Buttres (5.10b) (1¼ Stunden, 330 hm). Dass das Wetterfenster an diesem Tag nicht für die gesamte Route reichen würde, war uns klar, aber der Rückzug ist in den ersten paar Seillängen noch relativ einfach. Im Kamin der ersten Länge kam mir schon mal das große Kotzen, selbst als ich meinen Rucksack an einer Schlinge nachzog. Also Zwischenstand gemacht und Tommi vorgeschickt, der war nämlich genauso heiß aufs Klettern wie ich. Während er sich hocharbeitete, verschlechterte sich das Wetter zusehends und aus ziehendem Nebel wurde Regen und dann sogar Schneefall. Gemütlich ist etwas anderes, ab wie schon Tommy Caldwell so schön sagte: I don't know what's wrong with me, but I love this shit!
Der Fels wurde immer nässer, mir wurde immer kälter und Tommi legte einen sauberen Abgang im letzten Teil des Kamins hin. Jetzt war auch sein Mut aufgebraucht und ich musste nochmal ran. Das müsste doch gehen, weit ist es ja nicht mehr bis zum Stand. Kurzer Spoiler, nein es ging nicht, aber man kann zumindest den Rückzug relativ „kostengünstig" gestalten. Obwohl der Kamin im gesamten eigentlich ganz gut ging und ich mich mit ein paar „Stem-Moves" über Tommis Umkehrpunkt hinaufgearbeitet, sah ich für die letzten 2 oder 3 Meter (einen sich öffnenden, runden Riss, zu schmal für die Schulter, zu breit für die Faust) keinen Auftrag. Das rinnende Wasser und gefrorene Finger taten ihr übriges und so platzierte ich einen bombigen Keil, hängte meinen ältesten Karabiner dran und baute die restliche Route ab. Der Umkehrpunkt war perfekt, denn mit Seildehnung reichten die 70 Meter von Tommi genau bis zum Einstieg. Schön faszinierend, wie lange man für eigentlich einfache Kletterei brauchen kann (2½ Stunden).
Wie zwei getretene Hunde, mit einem guten Knick im Ego, traten wir den Abstieg an. Diesmal ließen wir uns noch mehr Zeit als beim Zustieg, um die Steilheit und die Dimensionen dieser Wand auf uns wirken zu lassen (1 Stunde, 40 hm). Der Vorteil von einer frühen Rückkehr vom Klettern ist, dass man noch viel vom Tag hat. Zum einen, um sich Burger reinzustopfen, aber auch, um im Camp 4 noch Bouldern zu gehen. Der Regen hatte aufgehört und überall wo es steil genug war, war es sogar relativ trocken geblieben. Je später der Tag (und dann auch der Abend) wurde, desto mehr trocknete es ab und unser Plan für den nächsten Tag entstand, zumindest die erste und zweite Seillänge nochmal zu probieren.
Da machte uns aber das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung. In der Nacht begann es wieder in Strömen zu regnen und so machten wir nur noch einen kleinen Spaziergang vom Curry Village zum Mirrow Lake (2 Stunden, 100 hm, 7,5 km). Nicht nur, dass der Regen den Loop Trail überflutet hatte und wir den See nicht komplett umrunden konnten, sondern als sich die Wolken etwas lichteten, sah man, dass es fast bis in den Grund des Valley geschneit hatte.
Nun gut, ein Erlebnis war es allemal und wir haben eine super Ausrede wieder zu kommen. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht und wir haben ein gutes Gefühl für die Bewertungen im Valley bekommen.
2025_04_26-27_Yosemitey

Der letzte Stopp meines Tripps war Houston bzw. The Woodlands, wo ich eine unserer Niederlassungen besuchte. Bevor es aber wieder heim ging, machte ich noch einen Abstecher im Visitor Center des Lindon B. Johnson Space Center (JSC). Die Tour durch das Astronauts Training Center ist definitiv empfehlenswert und auch der Rest ist ein Muss für Raumfahrtenthusiasten. So ging eine spannende, aber auch ganz schön anstrengende Reise zu Ende. Ich bin ja neugierig, ob und wann ich es wieder zur NASA schaffe. Tommi sehe ich auf jeden Fall im Sommer in den Tiroler Bergen, das hilft unserem Ego hoffentlch wieder.
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Montag, Februar 10, 2025

Skitour am Hochzeiger - Familienbesuch in Innsbruck - 08./09.02.2025

Karin war dieses Wochenende mit ihren ehemaligen Mitbewohnerinnen unterwegs und dadurch ergab sich für den Rest von uns seit langer Zeit wieder mal ein Wochenende in Innsbruck.

Samstag begleiteten wir Renee zum  Skitraining ins Skigebiet Hochzeiger im Pitztal. Nachdem ich am Mittwoch bei bestem Wetter die Skiwelt Wilder Kaiser im Zuge unseres Abteilungsskitag unsicher gemacht hatten, drückte ich den Kids diesmal nur Skipässe in die Hand und stieg selbst zu Fuß auf. Es gibt drei ausgeschilderte Aufstiegsrouten im Gebiet, alle etwas abseits der Pisten. So stieg ich zuerst zum Sechszeiger über die Aufstiegsroute 1 bzw. 2 auf (1¾ Stunde, 920 hm). Dort trafen wir uns und fuhren gemeinsam zur Mittelstation ab (½ Stunde). Dass es mich dabei ordentlich zerlegte, hatte ich vor allem meiner tollen Dynafit Bindung zu verdanken, die an diesem Tag mehrmals spontan auslöste. An der Mittelstation waren die Kids für eine Mittagspause und ich für eine zweite Runde bereit, diesmal zum Hochzeiger hinauf. Auf dieser Seite des Skigebiets sind zwar keine ausgeschilderte Aufstiegsrouten, man kann aber praktisch ohne Pistenberührung bis zum Hochzeiger aufstiegen. Wobei der steile Nordhang zum Gipfel recht interessant war, spätestens dann bei der Abfahrt im Bruchharsch (1 Stunde, 550 hm). Da am Nachmittag noch die Geburtstagsfeier von Ruby anstand, hielt ich mich nicht lange auf und fuhr in einem Zug bis zum Parkplatz ab (¼ Stunde), wo die anderen schon auf mich warteten.
 
Am Nachmittag gingen Anna und Paul mit Ruby und ihren Freunden Bowlen, während Jamie und ich die Zeit beim Bouldern im Ki verbrachten. Mein erster Besuch in der Halle und der erste Eindruck: sehr cool! Der Boulderbereich ist vergleichbar mit den großen Boulderhallen in München und die Kletterhalle selbst ist sehr hell und weitläufig. Sollten wir definitiv wieder mal herkommen.

Sonntag ließen wir es dann ruhig angehen. Renee war wieder beim Training und wir schliefen aus, frühstückten und gingen dann Eislaufen auf der Außenbahn beim Tivoli. Am Heimweg besuchten wir noch meine Eltern und hatten so einen netten Abschluss für das Wochenende. Wieder mal ziemlich cool und das nächste Mal nehmen wir auch Karin wieder mit.

Sonntag, Dezember 01, 2024

Advent, Advent die Zehen brennt - Klettern am Frauenwasserl mit Paul 01.12.2024

Freitagabend tauschten wir den Familienfilmabend in unserm Heimkino, gegen die EOFT. Wieder ein paar sehr schöne Beiträge und vor allem der Beitrag der beiden Brüder, die mit ihrem Floß "Melissa" zur Ostsee reisen (To The Sea), hat es uns besonders angetan.
Die Mädels machten dann zwei Tage die Münchner Christkindlmärkte unsicher, während Paul und ich am Samstag Isabels Geburtstag am Ammersee feierten und am Sonntag Klettern in Oberammergau gingen. Frauenwasserl steht bis kurz nach 2 Uhr in der Sonne und so macht das Klettern am handwarmen Fels richtig Spaß. Bei der teils doch recht plattigen Kletterei brennen allerdings die eisigen Zehen, da freut man sich jedes Mal auf den Schuhwechsel nach dem Abseilen. Paul kletterte sich in zwei Varianten von Ois Deppen (4) ein und zeigte mir dann in Feierabend (6) wie man souverän über die Platten schleicht. Auf den Hochzeitsweg (6-) hatte er dann keine Lust mehr, so kamen wir je auf drei Routen, was für so einen gemütlich Sonntag ganz in Ordnung ist.

Freitag, November 29, 2024

Ein Aprilscherz Ende November - 27.11.2024

Das Wetter erinnert im Moment eher an April, als November, sozusagen ein Aprilscherz. Vom Schnee der letzten Woche hat der Föhn leider nichts mehr über gelassen und so musste ich mir an meinem ersten freien Mittwoch etwas anderes überlegen. Kein Schnee = keine Skitour. Dafür fand ich mit JJ einen willigen Kletterpartner, der noch dazu Zeit hatte. So machten wir uns auf, zur sonnigen Südwand des Leonhardsteins.

Um den Zu- bzw. später den Abstieg etwas zu verkürzen, hatten wir unsere Bikes mitgebracht. Was wir dabei nicht bedacht hatten, der Weg in die Winterstube ist ein wahres Schnee- und Kälteloch, aber mit etwas Vorsicht kamen wir ohne Stürze bis zum Abzweig des steilen Forstwegs. Dieser war dann schneefrei, aber immer noch zu steil um ihn zu fahren (¾ Stunde, 350 hm). Nach dem Schieben, war der restliche Zustieg zur Südwand eine wahre Freude (¼ Stunde, 110 hm) und so standen wir schnell am Einstieg des Aprilscherz (5 SL, 7). Nur die Sonne hatte sich noch nicht blicken lassen und so war der Fels eisig kalt. Ob ich allerdings mit warmen Fingern über die Platte in der ersten Seillänge ohne beherzten Griff in die Exe gekommen wäre, wage ich eher zu bezweifeln. Naja, ist der Punkt erst ruiniert, nullt's sich dann ganz ungeniert. Was ich sowohl in der dritten als auch vierten Seillänge jeweils an einer Stelle brauchte. In der fünften stürzte ich dann, nachdem ich aus einem Tritt gerutscht war, aber zumindest konnte ich diese Länge frei gehen. So wie es aussieht, müssen wir noch mal herkommen. Die Gutti Plagiat (1 SL, 6) ging dann zumindest ohne größere Probleme und der Ausstieg (6) von Fahrt ins Blaue (6 SL, 7) ist nicht nur super pumpig, sondern auch super schön (3¼ Stunden, 200 hm). Am Gipfel genossen wir die Sonne, den Ausblick und unsere Brotzeit, bevor wir über den Normalweg abstiegen. Da sich nordseitig noch Schnee gehalten hatte, war der immer etwas rutschige Abstieg noch ein wenig unangenehmer. Dafür warteten am Ende unsere Bikes auf uns und wir konnten gemütlich zum Parkplatz rollen (¾ Stunde).

Was für ein genialer Tag, klettern mit JJ macht definitiv Spaß und da ist es doch ganz gut, dass wir nochmal herkommen müssen, um die Tour auch noch frei zu gehen.

Dienstag, November 05, 2024

Bleau - 27.10.-02.11.2024

Wir waren zwar dieses Jahr schon ein paar Tage in Bleau, für Paul und mich ging es in den Herbstferien trotzdem nochmal hin, zusammen mit Bösls, Laura und Vladi.
Der strahlenblaue Himmel wich leider einer dicken Nebelglocke, als wir im Großraum Paris ankamen. Und diesem Nebel entkamen wir dann die ganze Woche nicht mehr. Im Wald von Trois Pignons war es so feucht, dass wir Richtung Norden, nach Beauvais ausweichen mussten. In Nainville war ich das erste Mal, ein wirklich schönes Gebiet und da der Nebel hier gefühlt etwas weniger dicht war, konnten wir sogar fast die Sonne sehen. Der orangene und der blaue Parcours sind relativ einfach und Paul und ich konnten sogar ein paar rote zusammen machen. Der schönste Boulder des Tages war aber Trésor Public (fb 5b), eine ziemlich coole Traverse.
An den Drei Zinnen kam dann am späten Nachmittag sogar die Sonne heraus und tauchte den Wald in ein magisches Licht. Dass wir zuvor mit L'Étoile Rouge (fb 6a) eine ganz nette 6a gebouldert waren und uns an der Traverse Brûlures (fb 6b) tot machten, rundete den Tag ab.
In Jean des Vignes war es dafür grau in grau und die Temperaturen am Dienstag fielen deutlich. So boulderten wir zwar ein paar orange und blaue, aber wirklich motivieren konnte ich mich nicht. Mein Motivationsloch, wie auch meine Finger schrien nach einem Pausetag. Da Laura sich vor unserer Ankunft verletzt hatte und uns beim Bouldern nur zugesehen hatte und Vladi nicht alleine Bouldern wollte, fuhren die beiden am Mittwoch nach Hause. Schade aber verständlich, das Wetter lud definitiv nicht zum "Rumsanteln" ein. Wir anderen legten einen Pausetag in Paris ein.
Wobei Pausetag relativ ist. Wirklich erholsam ist so ein Spaziergang vom Louvre über die Champs-Élysées zum Arc de Triomphe und weiter zu Trocadéro und dem Eifelturm nicht. Dafür erwischten wir zufällig genau den Sonnenuntergang am Eifelturm, ziemlich cool. Und am Arc de Triomphe traf ich zufällig Noora mit ihren Kids. Am Abend kamen wir kaputter als an den Bouldertagen auf der Biwakwiese an.
Claudi wollte ihren Mädels unbedingt ein Sandgebiet zeigen und da wir schon einige Jahre nicht mehr in Diplodocus waren und das Gebiet sehr anfängerfreundlich ist, verbrachten wir den Donnerstag dort. Immer wieder schön und eigentlich unverständlich warum wir mehrere Jahre nicht mehr hierher gekommen waren. Den Abend verbrachten wir wie immer im Nebel, der aber an diesem Halloweenabend eine ganz passende Kulisse abgab. Was Paul über diesen Abend schreibt: "Paul und Kimi haben für Lena eine Halloween Schnitzeljagd vorbereitet, dass Lena auch mal Spaß hat. Lena hatte danach aber noch Lust rum zu ziehen."
Den Abschluss bildete ein zweites Mal Beauvais Nainville. Mit Le Bœuf Carotte (fb 6a) hatten sich Paul und ich ein ganz nettes Projekt geangelt. Die Sequenzen gingen relativ schnell, aber der Ausstieg an einem relativ glitschigen Griff war mir dann doch zu scarry und ich zog die "Nö-Karte". Man muss sich solche Boulder auch für ein anderes Mal aufsparen, vielleicht mit ein oder zwei großen, starken Spottern.
Nachdem wir im Herbst nun zwei- von dreimal schlechtes Wetter hatten, bin ich mir nicht so sicher, ob ich mir das nochmal antue. Spaß gemacht hat es trotzdem, auch wenn mir eine sonnige Woche definitiv lieber gewesen wäre.

Freitag, Oktober 18, 2024

IG-Bouldercup - wenn die Jungs sich zerstören - 12.10.2024

Am Samstag fand im Gate der alljährliche Bouldercup statt. Und weil Paul inzwischen nicht nur ganz gut Bouldert, sondern auch noch heiß auf Wettkampf ist, musste ich wieder mal meine Finger langziehen.

Da ich seit dem Sommer nicht mehr wirklich Klettern/Bouldern war (Bleau und Kerlouan zählen nicht wirklich), musste ich mich innerhalb von zweieinhalb Wochen fit machen. Da traf es sich gut, dass ich gerade einen Basis-Kurs im Gate gab, jeden Dienstag Zeit habe, während die Kids im Klettertraining sind und wir einen Tag mit Jörgens Reisegruppe in der Boulderwelt verbrachten.

Was soll ich sagen, der Cup war wieder phänomenal, wahnsinnig schöne Dekoration, viele kreative Verkleidungen und Boulder der Extraklasse. Danke an alle Helfer, dass sie so einen schönen Tag ermöglicht haben.
2024_10_12_Bouldercup

Mittwoch, September 11, 2024

Bretagne - 19.08-08.09.2024

Auch dieses Mal fiel es uns schwer, von Dani aufzubrechen, aber da es weiter ans Meer gehen sollte und nicht zurück in die Arbeit, ging’s etwas leichter. Unsere erste Etappe führte uns zunächst über Oberhofen nach Thun. Letztes Jahr lernte ich am Bach ein paar Tuner kennen die meinten, dass ich die Welle an der Mühlenschleuse auch unbedingt mal ausprobieren muss. Gesagt getan! Was soll ich sagen, schönes Ambiente, nette Welle, schwer in die Welle zu kommen und anstrengende Paddel um wieder ins Kehrwasser zu kommen. Alles in allem ein sehr cooler Nachmittag. Zum Übernachten fuhren wir noch bis Annecy. Wir standen auf einem Parkplatz fast direkt am See nur 10 Minuten von der Altstadt mit den Bikes.
Unser nächster Stopp war Bleau. Diesmal testeten wir den Camping Musadiere. Ein Riesenvorteil, man kann alle Trois Pignon Gebiete mit dem Bike reichen. Aber zunächst begrüßte uns Bleau mit einem verregneten Abend. Im folgenden guten Wetter, trocknete es aber schnell ab und wir boulderten einen Tag im Rocher des Potets und einen Tag am Cul de Chien. So vergingen die ersten Tage unserer Reise, aber wir wollten ja weiter in den Westen, zum Meer. Auf dieses trafen wir in der Normandie, um genau zu sein in Le Mont Saint Michel. Vor zwei Jahren hatten Paul und ich hier einen Teil der Herbstferien verbracht und die zauberhafte Stimmung in dem mittelalterlichen Städtchen wollten wir natürlich auch den Mädels zeigen. Wie schon damals entschieden wir uns für einen Besuch am Abend, wenn die Touristen weniger werden und die Gässchen im Lichtschein noch ein bisschen mystischer werden. Man fühlt sich fast wie in einer Kulisse. Dass wir auf der Heimfahrt komplett eingeweicht wurden, ist eine andere Geschichte. Am nächsten Morgen, querten wir die Brücke auf die Insel erneut, um die Abtei zu besichtigen. Wirklich beeindruckend, wie der Berg erweitert wurde, um für die Kirche Platz zu schaffen. Da wir es ja schon gewöhnt waren, wurden wir auf dem Heimweg gleich noch ein zweites Mal nass. Eine weniger schöne Konstante. In Saint-Malo, einer ehemaligen Korsarenstadt, konnten wir aber alles wieder trocknen. Auch hier übernachteten wir wieder auf einem Parkplatz und fuhren mit den Bikes sehr komfortabel in die Innenstadt. Diese war aber noch überlaufener als Saint Michel. Ob der Entzündung des Para-Olympischen-Feuers oder weil die Stadt ein Touristenmagnet ist, weiß ich nicht. Als wir weiter ziehen wollten, dann der Schreck. Der Bus machte keinen Mucks. Nach einigem hin und her und schließlich und endlich mit Starthilfe zeigte sich, es ist nur die Starterbatterie. Den Motor jetzt bloß nicht abwürgen! Eine längere Fahrt sollte eigentlich Abhilfe schaffen, aber beim einchecken am Camping in Perros-Guirec sprang er auch nicht an, also war die Batterie wohl wirklich tot. Eine weitere Starthilfe brachte uns auf unseren Platz und am nächsten Tag legten Paul und ich eine Radtour zur Werkstatt des Ortes ein. Die Wartezeit auf die neue Batterie nutzen wir mit einer Surfsession, gar nicht mal so schlecht, diese bretonische Nordküste. Nachdem wir die Batterie abgeholt und eingebaut hatten, wanderten wir zur Cote de Granit Rose, wegen der wir eigentlich gekommen waren. Eine wunderschöne Wanderung vom Tourismushafen im Perros-Guirec entlang der Steilküste und den Granittürmen der Ploumanoc‘h bis nach Saint Guirec (1¼ Stunden, 100 hm, 5 km). Dort gab es Moules Frits, bevor wir wieder zurück wanderten, weil der letzte Bus schon weg war (¾ Stunde, 70 hm, 3,5 km). Weil die Surfsession Lust auf mehr gemacht hatte, blieben wir noch einen Tag am Plage Trestraou, bevor wir zum Plage Amiets, knapp westlich von Roscoff, fuhren. Im Camping in den Dünen bekamen wir ein Plätzchen in der ersten Reihe, direkt vor den Füßen der Strand. Der Swell hatte zwar von Tag zu Tag abgenommen, aber Chanti und Joël hatten uns in Biscarrosse schon gezeigt, dass man auch mit 1-2 ft sehr viel Spaß haben kann. Das gleiche galt, auch für unseren nächsten Zwischenstopp, Kerlouan. Eigentlich machten wir den Abstecher, um Bouldern zu gehen (Sektor Le Petit Paradis). Da der Fels aber so rau ist, dass die Haut an den Fingern nicht mehr als ein paar wenige Versuche zulässt, sprang ich direkt noch ein bisschen in den Shorebreak. meine Erkenntnis: bei kleinen, steilen Wellen macht das 6ft Softtop echt Spaß und wenn ich dann auch noch die Leash weglasse, dann bekomme ich (fast) jede Welle.

Von Kerlouan machten wir einen großen Sprung ans Cap Sizun, an die Pointe du Raz. Am Parkplatz kann man über Nacht stehen und so kletterten wir zum Sonnenuntergang bis ans „Ende der Welt“. Selten wird man an diesem Touristenmagneten so einsam sein wie wir. Zwischen Pointe du Raz und Pointe du Van befindet sich die Baie des Trepasses. Und was macht der liebe Flo(h), wenn er an einem Strand mit Wellen vorbei kommt? Genau! Danach gab’s Moules Frits in einer Bar am Pointe du Van, bei der wir am Vorabend schon gegessen hatten.
Die Kommune Penmach am südlichsten West- Kap der Bretagne hat einiges zu bieten. In Saint Guénolé kann man wunderschön Bouldern und der Pointe de la Torche ist ein Weltklasse Surf-Spot. Direkt am Pointe de la Torche gibt es einen Stellplatz und mit dem Bike ist man in einer ¼ Stunde an den Blöcken von Saint Guénolé. Im Gegensatz zu Kerlouan ist der Fels weniger scharf und ein Fehlgriff führt nicht sofort zum Ende der Session. Hier erreichte uns aber auch das etwas wechselhafte Wetter, für das die Bretagne bekannt ist. Strahlender Sonnenschein wechselte mit Nebel oder Sprühregen fast im Minutentakt. Das relativ schlechte Wetter hat aber bekanntlich auch etwas Gutes: ein Mega-Swell. Eine Session paddelten Paul und ich noch in La Torche, dann wechselten wir aber zu dem etwas geschützterem Pors Carn, der noch dazu etwas weniger überlaufen ist. Und sind wir uns ehrlich, 4-6 ft sind mir bei Weitem genug, was soll ich mit 6+ ft anfangen. Sogar Anna testete ihren neuen Neo mit meinem alten 6er Brett und Paul hatte eine helle Freude mit unserem neuen 5.6er Fish. Nachdem wir den Phare d'Eckmühl besichtigt hatten, brachen wir unsere Zelte in Pors Carn ab und traten unsere Reise Richtung Osten an. Bevor wir die Finistére allerdings verließen, machten wir noch einen kurzen Stop in Clohars-Carnoët. Der Strand von Kérou ist der erste Surfspot östlich von La Torche und gleichzeitig der letzte in der Finistére. Der Swell war zwar wirklich klein, dafür aber sauber und so war ich nicht der einzige Surfer zum Sonnenuntergang.
Eine frühmorgendliche Session beendete dann meinen Surf Urlaub. Paul wollte sich schon nur noch im Skatepark austoben und Anna entfaltete sich lieber kreativ beim Aquarellmalen am Campingplatz. In diesem Mindset stoppten wir das letzte Mal am Meer, im Gavras südlich von Lorient. Karin und ich fuhren mit dem Taxiboot nach Port Louis, während Paul sein Anglerglück am Hafen versuchte und Anna sich in ihre Bücher vergrub. Auch schön, etwas Paarzeit zu haben. Und am Abend trafen wir uns alle wieder auf unsere letzten Moules Frits.

Die Heimfahrt ist dann leider ein ganz schönes Stück. Um sie etwas zu teilen, fuhren wir im ersten Rutsch an Paris vorbei bis Verdun, wo wir eine Übernachtung einlegten. Bevor wir weiter Richtung Osten aufbrachen, besuchten wir noch das Beinhaus von Dauoumont, ein wirklich aufwühlendes Erlebnis. Erschreckend, was der Mensch bereit ist, seinesgleichen anzutun.
Unseren letzten Stopp legten wir noch am Arlberg ein, da Moschti uns eingeladen hatte, am Sonntagvormittag in der Area 47 Wakeboarden zu gehen. Ein Riesenspaß für alle und die Kids haben sich super gut angestellt. Am Heimweg angelten wir uns in Stams noch ein paar Forellen, tranken mit meinen Eltern einen Kaffee und stellten uns schließlich mit dem Rest von Bayern in den Stau nach München.

Was für ein schöner Urlaub. 25 Tage waren wir unterwegs und haben 4441 km herunter gerissen. Freunde besucht, gewandert, viel Fahrrad gefahren und Surfen gewesen. Jetzt heißt es aber zurück ins Hamsterrad, bis die nächsten Abenteuer rufen.
2024_08_19-09_08_Bretagne

Freitag, August 09, 2024

Hosen voll in den Dolos - 02.-04.07.2024

Wenn man sich in unserer Wohlstandsgesellschaft mal so richtig gruseln will, fährt man Geisterbahn...oder man geht Alpinklettern in den Dolomiten. Ihr dürft raten für was wir uns entschieden haben.
Matze, Bäda und ich konnten uns relativ kurzfristig Freitag freinehmen und so trafen wir uns in aller frühe in Rosenheim, um möglichst schnell über den Brenner zu kommen. Und siehe da, kurz vor Mittag waren wir schon am Valparola. Schnell ein paar Friends und die Gurte in den Rucksäcken verstaut und schon stiegen wir durch den Goinger Stollen zum Einstieg (½ Stunde, 150 hm) der Hexenstein Südkante (7 SL, UIAA 5-). Die Route ist wirklich nett für den Schwierigkeitsgrat und die Stände sind sogar mit jeweils einem zementierten Ring ausgerüstet. Dass uns am vierten Stand ein Hagelschauer überraschte, trübte die Stimmung nur geringfügig, zumal wir auf dem Gipfel (1¾ Stunden, 150 hm) die nassen Sachen schon wieder trocknen konnten. Nach einer gemütlichen Pause stiegen wir durch die Stellungen (wie mit den Kids letzten Herbst) wieder zum Parkplatz am Werk Tre Sassi ab (½ Stunde).
Eine gemütliche, kleine Runde an so einem Nachmittag. Wir hatten aber Blut geleckt und der Plan für den nächsten Tag nahm, bei Bier und Nudeln immer mehr Gestalt an. Und so suchten wir uns einen gemütlichen Schlafplatz nahe dem Rifugio Dibona.

Samstag ging es nämlich im ersten Licht für uns an den 2. Tofana-Pfeiler. Die berühmt-berüchtigte Pilastro trauten wir uns (zu Recht) nicht zu, aber für die Pfeiler Kante (14 SL, UIAA 6-) sollten wir das Rüstzeug schon haben. Der Zustieg über den Wanderweg und ein Band am unteren Ende der Wand (¾ Stunde, 280 hm), ist noch recht lieblich, aber schon in der ersten Seillänge geht es zur Sache. Und es wird nicht leichter. Mich hatte der Start schon ziemlich eingeschüchtert und so war ich froh, dass Bäda am scharfen Ende unserer Halbseile unterwegs war. Die Krux der Tour, ein brüchiger 6- Quergang mit unglaublich viel Luft unter den Sohlen, ist wirklich beeindruckend. Und auch darüber ist die Ausgesetztheit gewaltig. Noch dazu sind die Stände dolomitentypisch, also mehr oder minder gute Schlaghaken und einige davon sind Hängestände. Wie viel Spaß es macht an so einem zu dritt zu hängen, kann jeder für sich selbst entscheiden. Aber jeder Spaß geht irgendwann zu Ende und so stiegen wir über die letzten, etwas leichteren Meter auf den Pfeiler aus (8 Stunden, 500 hm). Die Pause hatten wir uns redlich verdient und so vernichteten wir endlich unsere Brotzeit, bevor wir auf einem kleinen, ausgesetzten Militärsteig aus dem 1. Weltkrieg zum Rifugio Giusanni abstiegen (½ Stunde, 20 hm). Das Bier, obwohl ein italienisches, schmeckte unglaublich gut und so war der Abstieg zum Rifugio Dibona auch nur noch halb so schlimm (½ Stunde).
Nach den 800 hm und 11 Stunden (mit Pausen), hatten wir uns an diesem Abend Bier und Pizza in Cortina verdient, bevor wir uns ein Schlafplätzchen nahe dem Passo Tre Croci suchten, um die Anfahrt für den nächsten Tag zu verkürzen.

Auch Sonntag starteten wir wieder im Morgengrauen, diesmal aber mit einer Autofahrt zur Auronzo Hütte. Unser Ziel für diesen Tag war nämlich die Große Zinne Westwand Dülfer (8 SL, UIAA 5+). Der Zustieg zog sich deutlich mehr als gedacht und ist, vor allem im oberen Bereich, relativ unangenehmes Geschottere (¾ Stunde, 360 hm). Zusammen mit einer Unterlandler Seilschafft kamen wir an der Tour an. Die beiden ließen uns aber den Vortritt und so stieg Bäda bis zum ersten Stand vor. Recht kompakt, aber auch unglaublich steil für den Grat. Die folgende Riesenverschneidung tropfte aber vor Nässe. Also entschieden wir uns Abzuseilen und zum Einstieg zurück zu kehren (1. SL + Abseilen; 1 Stunde, 40 hm). Durch die Rinne, über die wir schon zugestiegen waren, traten wir unseren Abstieg an (½ Stunde). Am unteren Ende der Rinne querten wir aber nach Osten, um zum Normalweg (UIAA 3+) auf die Zinne zu gelangen (½ Stunde, 150 hm). Der Normalweg ist relativ einfach zu finden. Hie und da glänzt ein Abseilhaken oder ein Steinmadl weißt den Weg über die Rinnen, Kamine und Bänder zum Gipfel (1½ Stunden, 450 hm). Auch wenn wir den Aufstieg seilfrei absolvierten, so waren wir doch froh das Seil für den Abstieg zu haben. Im oberen Bereich folgten wir der Aufstiegsroute, bis zum unteren Terrassenband. Über dieses gibt es Steigspuren nach Westen bis zu einem Köpfchen, dort kann man entweder eine steile Rinne in die Rinne zwischen Großer und Kleiner Zinne absteigen, oder an nigelnagelneuen Abseilständen über die Süd-Ostwand vier- bzw. zweimal abseilen (2 Stunden). Somit gelangten wir fast direkt an den Punkt, an dem wir ein paar Stunden vorher zur Dülfer zu- bzw. abgestiegen waren. Von hier aus sind auch die letzten paar Hundert Meter zurück zum Auto nicht mehr der Rede wert (¼ Stunde). Durch unseren kleinen Abstecher an der Westwand hatten wir an diesem Tag dann doch 1000 hm in 7 Stunden (mit Pausen) gesammelt.

Was für ein Wochenende, viel steiler, brüchiger Fels, viel Angst und am Ende jeder Tour unglaublich viel Erleichterung und Freude. Ob wir drei wirkliche Dolomitenfreunde werden, ich weiß nicht, aber hie und da gruseln in unserer Wohlstandswelt, warum nicht. Jungs, das Wochenende mit euch war mir ein Volksfest.