Mittwoch, September 16, 2020

Berlin und Mecklenburgische Seeplatte - 30.08.-06.09.2020

Eigentlich hatten wir den Plan in der letzten Ferienwoche Richtung Norden aufzubrechen schon ziemlich lange, nach der Aktion an der Alpspitze war es aber noch passender ein wenig Abstand zwischen mich und die Berge zu bringen.
So besuchten wir zuerst Christian in Berlin. Schon viel zu lange hatten wir uns nicht mehr gesehen. Zwei Tage lang machten wir die Stadt mit den Rädern unsicher. Die Radinfrastruktur ist nicht perfekt, aber München kann sich definitiv noch viel von Berlin abschauen. 
Den Rest des Urlaubs verbrachten wir an der Mecklenburgische Seenplatte. Vom Gobenowsee aus unternahmen wir SUP-Touren (Gobenowsee - Drosedower Bek - Rätzsee und zurück (~7 km) / Gobenowsee - Dollbeck - Labussee - Canower Schleuse und zurück (~6,5 km)), einer Radtour nach Wustow (mit Panne auf dem einzigen Straßenstück der Runde (12 km, 200 hm)) und einer Wanderung zur Brücke übers Drosedower Bek.
Auch wenn das Wetter nicht ganz perfekt war, waren es ein paar schöne, entspannte Tage bevor für uns wieder der Schulwahnsinn begann.

Mittwoch, August 26, 2020

Geburtstagsbiwak, Blassengrat Versuch und viel Glück im Unglück - 19./20.08.2020

Es gibt Geschichten, die gut beginnen und schlecht enden. Diese ist nicht so eine Geschichte, sonst würde ich diese Zeilen nicht schreiben. Aber zwischendurch war uns beiden das Lachen vergangen und zwar gründlich.

An Karins Geburtstag war richtig gutes und vor allem stabiles Wetter vorhergesagt wie schon seit Jahren nicht mehr. So war für uns beide klar, eine größere Tour musste her, am besten mit Biwak. So begann der Plan zu reifen, den Blassengrat zu begehen, der kleine, aber wildere Bruder des Jubi. Vorgenommen hatte ich mir die Tour schon ewig, gepasst hatte es noch nie. Gesagt getan, am Mittwochnachmittag ging es los nach Garmisch und mit der Alpspitzseilbahn hinauf zum Osterfelderkopf. Schnell entflohen wir den Massen in Richtung Nordwandsteig. Unschwierig aber unendlich langsam, wegen der Hitze und dem schweren Gepäck, wanderten wir zum Bernadeinkopf und hinunter zum Stuibensee. Im Gegensatz zu dem Biwak mit den Kindern vor zwei Jahren stiegen wir noch fast bis zum Ostgrat des Hohen Gaif auf, um dort einen wunderbaren Biwakplatz zu finden (2½ Stunden, ↑400 hm, ↓310 hm). Eine schöne Abendstimmung ließ uns in eine gute klare Biwaknacht gleiten und der Sonnenaufgang weckte uns mit seiner ganzen Pracht.
Leider zog nach dem prächtigen Sonnenaufgang das Wetter etwas herum, so war das aber nicht vorhergesagt! Und der Ostgrat auf den Hohen Gaif stellte sich als wesentlich ausgesetzter heraus als gedacht. Immer wieder sicherte ich Karin gestuft und als ich in einer steilen Rinne ziemlich am Anfang des Grates einen Stein los trat und dieser genau Karin am Helm und hinterm Ohr traf, dachte ich eigentlich schon die Tour sei zu Ende. Langsam waren wir und wir sicherten viel, einen langen Grat begehen sieht eigentlich anders aus. Am Gipfel des Hohen Gaif (1 Stunde, ↑150 hm) glaubten wir schon beide nicht mehr an die Tour, dennoch stiegen wir noch in die erste große Scharte vor den Schlüsselstellen ab (¾ Stunde, ↓80 hm). Dort fiel dann die endgültige Entscheidung, Umkehr bevor ein Rückzug schwierig wird. Wenn der Kopf nicht passt, kommt einem das Wetter manchmal zugute und so tröpfelte es immer wieder kurz auf unserem Weg zurück zum Gipfel und hinunter zu unserem Biwakplatz. Am Ende des Grates trafen wir noch eine Seilschaft, die trotz des einsetzenden Regens einstieg, wir verkrochen uns in den trockenen Biwaksack. Als der Regen nachgelassen hatte, hieß es zusammenpacken und hinunter zum Stuibensee und auf der anderen Seite wieder zum Bernateinkopf hinauf (1 Stunde, ↑150 hm, ↓180 hm). Bevor wir aber auf die Massen auf den Wanderwegen trafen, genossen wir noch eine ruhige und fast einsame Pause.

Nun könnte diese Geschichte zu Ende sein, nur noch die ½ Stunde zurück zur Alpspitzbahn über den Nordwandsteig, aber es kam anders und zwar ganz anders als wir uns das vorgestellt hatten. Direkt nach der versicherten Rinne des Steigs überholten wir zwei Klettersteiggeher und ich spurtete wie gewohnt über den breiten Weg. Kurz vor einem Absatz mit Trittsprossen musste ich zurück auf den ausgetretenen Teil des Weges und registrierte noch das Glänzen der abgetretenen Felsen. Ok, kein Problem, rutschig, keine schnellen Richtungswechsel, kein abruptes Bremsen, nur ein schneller Schritt drüber. Ich weiß nicht warum mein Fuß weggerutscht ist und noch weniger weiß ich wo mein zweiter Fuß hängen geblieben war, aber bevor ich reagieren konnte, stürzte ich auch schon kopfüber in die Nordwand der Alpspitze. Ein unschönes Gefühl, so einen Wandfuß auf sich zukommen zu sehen. Und wenn sich jemand gefragt hat, ob der Körper in so einem Moment genug Adrenalin ausschüttet um einen Aufschlag nicht zu spüren....nein. Der erste Aufschlag tat definitiv weh. Instinktiv hatte ich mich ein bisschen zur Seite gedreht und so schlug ich auf Hüfte und Ellbogen auf, krallte mich an Felsen fest und überschlug mich. Und der Flug ging weiter. Wie oft ich mich überschlagen habe weiß ich nicht, gefühlt drehte sich alles um mich herum und mit jedem Aufprall versuchte ich hektisch irgendwie den Sturz zu bremsen. Auf einem Schotterband/Rinne blieb ich dann liegen. Mein ganzer Körper schmerzte und sowohl an mir, wie auch an den umliegenden Steinen glänzte mein Blut (also ich nehme an, dass es meines war, weil mehrere Leute werden ja nicht so dämlich sein an der gleichen Stelle hinunter zu knallen). Schnell war ich auf den Beinen, einer Wandererin, die zu mir absteigen wollte, rief ich noch entgegen, dass alles in Ordnung sei (wobei glaube ich auch mehrmals das Wort Scheiße und Aua fiel) und stieg wieder zum Weg auf. Karin kam hinter mir über die Trittsprossen herunter gestiegen, ganz schön blass um die Nase, half mir die letzten Schritte zum Weg und legte mich auf unsere Rucksäcke. Sie hatte nur meinen Schrei gehört und meinen Kopf/Helm plötzlich aus ihrem Blickfeld verschwinden gesehen. Als sie um die Ecke gebogen kam, war ich schon wieder auf meinen Beinen, aber eben deutlich unter dem Weg. Auf unseren Rucksäcken, quer über den Weg liegend, machten wir erst mal Pause, bei der ich vor mich hin blutete, versuchte meinen Kreislauf weiter im Kreis laufen zu lassen und dabei nicht den guten Inhalt unserer Brotzeit zu verlieren. Karin untersuchte die Stellen, die mir am meisten weh taten, auf grobe knöcherne Verletzungen. Kaputt schien nichts zu sein, also machten wir uns auf den Weg und stiegen zur Bahn ab. Mehrmals musste ich ziemlich irre lachen. Auch wenn ich es ungern zugab, mehr noch als körperlich, hatte mich der Abflug psychisch mitgenommen. Als wir endlich aus dem steilen Geländer heraus waren und ich mich auf weichem Gras hinlegen konnte, schluchzte ich hemmungslos los. Ich konnte nichts dagegen tun, ich heulte wie ein Schlosshund und mit den Tränen fiel auch die Anspannung der letzen Stunde von mir ab. Was für eine Scheiß Schlagzeile wäre das denn gewesen:"38-jähriger stürzt auf Wanderweg aus ungeklärte Ursache in den Tod".
Humpelnd erreichten wir die Bahn (1¼ Stunden, ↑100 hm, ↓160 hm) und fuhren, unter den kritischen Blicken einiger Wanderer, zu unserem Auto zurück. Karin hatte mir das Versprechen abgenötigt, dass ich mich im Krankenhaus untersuchen lasse, oder zumindest zum Arzt gehe. Im Gegenzug bestand ich darauf, dies in München zu tun, um gleich wieder nach Hause humpeln zu können. In der Notaufnahme der Schön Klinik Harlaching (ich hatte ja schließlich Hüfte, Elbogen, Knie und Ferse, deshalb ab zur Orthopädie) sagte man mir, man könne mich nicht adäquat versorgen und ich solle doch ein Haus mit Maximalversorgung aufsuchen, hier könne man nämlich keine inneren Blutungen oder Organschäden ausschließen. Für diese Aussage musste die Schwester auch erst einen Arzt fragen, der sich übrigens nicht blicken ließ. Aus Angst vor meinen inneren Blutungen hatte man übrigens auch keinen Rettungswagen für einen Weitertransport gerufen, aber dafür meine Versichertenkarte eingelesen. Ziemlich geladen humpelte ich wieder zum Auto. Ok, dann am Heimweg noch im Schwabinger vorbeischauen, aber gleich mit der Anweisung an Karin, dass sie in der Nähe parken soll, weil ich auf langes Warten keinen Bock mehr hatte und deshalb eigentlich nach Hause wollte. An der Anmeldung der Notaufnahme schilderte ich kurz den Unfall, als ein Rettungswagen mit Notarzt ankam. Die Dame telefonierte und sagte irgend etwas von Triage in der Zwei und Polytrauma und schickte mich mit der Anweisung an das Ende des Ganges, dort an der Glastür zu läuten, bis mir jemand aufmacht. Also wieder weiter humpeln, das Schild an der Klingel:"nur für Rettungsdienst" und der volle Warteraum nebenan, kamen mir allerdings schon etwas seltsam vor. Als sich die Tür öffnete, machte ich mich schon auf Anschiss gefasst und wollte erklären, dass die Dame an der Anmeldung doch gesagt hatte, dass ich läuten soll und zwar bis mir aufgemacht wir. Aber nichts mit Anschiss....ich wurde auf eine Liege gelegt und dann ging alles ganz ganz schnell. Mit dem Polytrauma am Telefon war wohl nicht der Patient des Rettungsdienstes gemein. Die nette Ärztin erzählte mir auch, dass man nach einem Sturz wie ich ihn hatte normalerweise nicht selbst absteigt, sondern man in ein Krankenhaus geflogen wird (so weit kommts noch) und, was die Dame noch sympatischer machte, sie erklärte mir etwas von Sturzenergie (da geht dem Ingenieur natürlich das Herz auf, wenn es noch Ärzte gibt die dir etwas von Energieerhaltung erzählen). Was ich weniger schön fand war ihre Meinung dazu, wohin die Sturzenergie wirkt, nämlich nicht nur in den Stellen, die mir weh taten, sondern vor allem in meinen Bauchraum. Ok, zugegebenermaßen, tat mir inzwischen alles oberhalb der Hüfte bis unter den Rippenbogen auch weh, aber das konnte ja viele Gründe haben. Bei der Auswahl Traumaspirale (CT von Kopf bis Fuß) oder gezielte Röntgens der betroffenen Bereiche plus Ultraschall aller Organe, ließ sie noch mit sich reden, bei meiner Anmerkung, dass eine stationäre Aufnahme überhaupt nicht nötig sein, weil ja eh alles gut ist, nicht mehr. Zehn Röntgen, ein großes Ultraschall, Wundversorgung und einem Coronatest später bezog ich mein Zimmer und Karin durfte mich kurz besuchen.

Das war das Ende eines Scheißgeburtstags für Karin. Und der Tag an dem ich in Zukunft auch Geburtstag feiern kann. Ich hatte verdammtes Glück, außer ein paar Prellungen, jeder Menge blauer Flecken und Abschürfungen ist mir nichts passiert. Ein paar Meter früher oder später hätte die Geschichte ganz anders ausgesehen, liegenbleiben eher unwahrscheinlich. Ob ich wieder ohne ein blödes Gefühl in die Berge kann? Ich weiß es nicht, im Moment fühlt sich auf jeden Fall nur der Gedanke an Berge unangenehm an.

Montag, August 17, 2020

Ein paar Tage in Tirol und ein Wochenende am Berghof - 12.-16.08.2020

Nach unserem schönen verlängerten Wochenende in Interlaken musste Karin, so wie auch die letzten Jahre schon, zurück nach München, während ich mit den Kindern meine Eltern in Tirol besuchte. Das gute Wetter nutzen wir zum Schwimmen und um am Achensee SUP zu fahren. Mit Hannes war ich einen Abend Klettern in Rotholz. Dadurch lernte ich ein für mich neues Klettergebiet kennen und hatte vor allem endlich wieder mal Zeit mit ihm ausgiebig zu ratschen. Die Kühle am Donnerstagmorgen nutzten meine Mutter und ich, um den Klettersteig am Dalfazer Wasserfall zu begehen (Zustieg: ½ Stunde, 220 hm; Steig: D, 20 Minuten, 100 hm; Abstieg: ¾ Stunde). Der Steig wurde inzwischen durch mehrere Eisenklammern etwas entschärft, für eine Begehung nur am Fels muss man aber immer noch ganz ordentlich hinlangen. Für meine Mutter ein Testpiece um wieder etwas Vertrauen in ihre Kraft und Ausdauer zu sammeln.
Bevor ich mit Anna Richtung Bayern aufbrach, nutze ich noch den relativ trockenen Freitagvormittag für eine Begehung des Dristenkopfs (2005 m). Wenn man weiß wo der Weg los geht, dann findet sich der Aufstieg relativ leicht (1¾ Stunden, 1010 hm). Das letzte Mal, dass ich auf diesem Gipfel stand, muss über 25 Jahre her sein. Wie die Zeit vergeht und die Gipfel stehen immer noch, irgendwie beruhigend. Nach dem Abstieg (1¼ Stunden) sprang ich noch in den Achensee, bevor es zu Hause ein spätes Frühstück bzw. frühes Mittagessen gab.

Weil Anna (bzw. alle Vorschulkinder in unserem Kindergarten) diese Jahr coronabedingt um ihre Kindergarten Berghoffahrt umgefallen war, organisierten ein paar Eltern ein gemeinsames Wochenende am Berghof in Agatharied. Und wir mit dabei. Es war ein unglaublich nettes Wochenende mit ganz viel Action für Klein und Groß. Von Lagerfeuer am Freitag und Samstag, über einen Besuch in einem Kletterwald, einer Sommerrodelbahn und einer Flusswanderung am Samstag und Wandern und Tretbootfahren am Spitzing am Sonntag. Liebe Leute, vielen Dank fürs organisieren und die schöne Zeit mit euch.

Mittwoch, August 12, 2020

10-jähriges Guggijubiläum und Nollen-Solo - 07.-09.08.2020

Unser Besuch bei Dani auf der Guggihütte ist inzwischen eine liebe Familientradition. Begonnen hat diese Tradition mit der Nollenbegehung von Tommi und mir vor 10 Jahren. Dieses Jahr stiegen wir sozusagen zu unserem 10-jährigem Jubiläum mit Dani, Olga und Martina am Freitagmorgen von der Kleinen Scheidegg aus zur Guggi auf. Zum ersten Mal trugen beide Kinder ihre eigenen Rucksäcke und Seil und Gurt benötigten wir für die beiden auch nicht mehr (3½ Stunden, ↑880 hm, ↓160 hm). Da wir früh gestartet waren und nur eine Brotzeit unter dem Überhang vor der ersten Kraxelstelle gemacht hatten, blieb uns ein langer Nachmittag mit Wein und allen kulinarischen Köstlichkeiten, die wir hinauf geschleift hatten.
Der Schlechtwettereinbruch am vergangenen Wochenende hatte Neuschnee gebracht und so spurte ich noch den Weg zum Mönchsplateau hinauf, bevor ich mich ganz dem Wein auf der Terrasse hingab (35 Minuten, 350 hm). Schließlich wollte ich mir ein aktuelles Bild der Bedingungen am Nollen machen und außerdem hilft ein bestehende Spur am Morgen bei einem Kaltstart ungemein.
2020_08_07_GuggiBlog

Und so startete ich am Samstag, nach einer kurzen Nacht, um ½5 Uhr. Ums verrecken hatte ich keinen Partner für eine Tour auf der Nordseite des Mönchs gefunden, dann eben alleine, dafür eine Tour die ich schon kenne. Bis zum Nollen hat man ja immer die Möglichkeit ohne große Schwierigkeiten umzukehren. So zog ich langsam meine Spur durch die Dunkelheit zum Mönchsplateau (¾ Stunde, 350 hm) und weiter über die beiden Steilstufen und das Firnfeld bis unter den Nollen (1½ Stunden, 420 hm). Bis hierhin gab es weitgehend Schneeüberdeckung, die noch dazu tragfähig war. Der Nollen selbst war nun blank. Aber wie so oft auf solchen Touren, sobald die Sonne aufgeht und die Dunkelheit verscheucht, verschwinden auch die schlechten Gedanken und man kann sich wieder ganz und gar auf das konzentrieren was man kann. Im Gegensatz zum letzten Mal sah die linke Seite des Nollen recht verlockend aus und war nur etwa 60-65° steil. So pickelte ich mich mehr oder minder schnell bis auf den Nollen (½ Stunde, 100 hm). Hier hatte ich das erste Mal Muse für eine "richtige" Pause und eine kleine Nachricht an Karin, dass alles gut läuft. Auch die weitere Flanke hinauf zum Süd-West-Grat hatte nur kurze blanke Stellen worüber ich und meine Waden doch recht froh waren (1¼ Stunde, 410 hm). Am Grat stand ich zum ersten Mal in der Sonne und in eisigem Wind. Die Wahnsinns-Fernsicht und mein schwerer Atem ließen mich verweilen und den Blick ins Wallis und bis in die Mont Blanc Gruppe schweifen. Die restlichen Meter zum Gipfel brachte ich dann noch schnell hinter mich (¼ Stunde, 60 hm) und konnte nach 4¾ Stunden (4¼ Stunden Gehzeit) ein paar Minuten alleine am Gipfel verbringen. Bald schon kam eine Pinzgauer Gruppe herauf, mit denen ich kurz ratschte und die bereitwillig ein Foto von mir machten.
Der erste Teil des Abstiegs über den Süd-Ost-Grat ist recht spektakulär, sobald man aber den Firngrat hinter sich hat, geht es unschwierig (max UIAA II) hinunter aufs Jungfraufirn (1 Stunde, ↓500 hm). Im Abstiegsstau hatte ich noch genügend Zeit mit dem ein oder anderen Führer (die waren in der Regel wesentlich entspannter als ihre Gäste) zu ratschen und mich ein wenig über die Bedingungen an den Gipfel der näheren Umgebung zu informieren. Am Jungfraufirn reite ich mich dann in die Ameisenstraße zum Jungfraujoch ein (¼ Stunde, ↓150 hm) und ließ den Kommerz-Kitsch-Rummel an der Bahnstation nach genau 6 Stunden recht konzentrierten Gehens auf mich wirken. Nach diesem Tag konnten nicht mal die 74 Franken für die Talfahrt oder die Wartezeit auf die Bahn im dunklen Tunnel meine gute Laune trüben.
An der Station Eigergletscher hieß es für mich noch einmal den Rucksack schultern und zum Trümmelbach absteigen (¼ Stunde, 200 hm). Dort deponierte ich den Großteil meiner Ausrüstung und genoss die Sonne und das kühle Wasser, bevor ich meine Beine in die Hand nahm und den letzten Anstieg des Tage zur Guggi hinter mich brachte (1¼ Stunde, ↑700 hm).
Was für ein Tag, da hatte ich mir Wein, Melone und Schinken auf der Guggi redlich verdient. An dem Abend kamen noch zwei Seilschaften um die perfekten Bedingungen am Nollen zu nutzen. 
Sonntag blieb dann nur noch die Hütte aufzuräumen und den Abstieg anzutreten. Dabei machten wir wieder einen Abstecher bei der Alte Guggi (1 Stunde, ↓400 hm) und eine ausgedehnten Pause am Trümmelbach (½ Stunde, ↓300 hm). Und selbst der eher langweilige Abstieg zur Kleinen Scheidegg (¾ Stunde, ↑160 hm, ↓180 hm) fiel keinem mehr all zu schwer.
Wieder ein unglaublich schönes Wochenende mit guten Freunden, netten Gesprächen und viel gutem Wein.

Sonntag, Juli 26, 2020

Martlspitze und Klettern am Plateau - 24.-26.07.2020

Vroni mit Kids auf Heimaturlaub, das heißt natürlich für uns ein Kurzbesuch bei meinen Eltern. Obwohl Freitag Regenwetter vorhergesagt war, hielt das Wetter und so drehte ich am Abend noch eine kleine Runde. Von Astenberg stieg ich über den Weg zur Alpiglalm zur Schicht auf und von dort weiter über ein Jägersteigl in eine Scharte am Ostgrat des Ebner Jochs (1¼ Stunden, 820 hm). Mein Ziel lag etwas tiefer am Ostgrat, die Martlspitze (1574 m). Durch Latschen und Wiese stieg ich bis zur Einschartung westlich der Martlspitze ab, bevor es in leichter Kletterei, etwas brüchig zum Gipfel ging (½ Stunde, 40 hm). Bei Nässe muss man sich das nicht unbedingt antun und für den Bergsteiger mit etwas mehr Sicherheitsbedürfnis sei ein Seil empfohlen, ein paar passende Bohrhaken sind vorhanden. Dem Fixseil im Steilaufschwung traute ich erst im Abstieg, nach genauer Kontrolle, da war es dann aber auch ganz praktisch (½ Stunde, 60 hm). Zurück auf dem Jägersteig stieg ich zur Astenau und weiter über die Kanzelkehre nach Astenberg ab (1 Stunde). Eine super Wanderung auf einem einsamen Gipfel im Rofan (laut Gipfelbuch war meine die 7. Begehung in diesem Jahr).

Samstag gingen dann Vroni und ich mit den Kindern Klettern am Plateau. Die Routen vom AV-Jenbach sind einfach schön und im Gegensatz zu letzter Woche stieg Paul die Routen ohne Probleme vor. Beim Um- und Abbauen der Routen im gesicherten Solo wäre mir dann aber beinahe ein kleines Missgeschick passiert (wobei so ein kleines Missgeschick ja schon beim ein oder anderen im Rollstuhl oder Grab geendet hat). Beim Abseilen am Fixstrang bemerkte ich erst bei der letzten Kontrolle, dass ich mich im Strang getäuscht hatte und beinahe ungesicherte 10-15 Meter hinuntergerauscht wäre. Da war ich dann schon einigermaßen froh, alles immer doppelt zu kontrollieren.

Das geplante Klettern mit Hannes am Sonntag fiel dann leider dem Regen zum Opfer. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und das nächste Mal passt das Wetter sicher wieder und Karin hat dann sicher auch keinen Samstagsdienst.

Donnerstag, Juli 23, 2020

Stefans Geburtstag in Franken und Surfbesuch aus der Schweiz - 18./19./22.07.2020

Jeder wird älter...auch Stefan. Zu unserem Glück war der Geburtstag rund und so luden Knirschis zum Feiern nach Franken. Chanti und Joël kamen auch und so wurde es nach unserem gemeinsamen Skiurlaub wieder ein Portugal-Revival-Wochenende.
Samstag ließen wir es ruhig angehen, nachdem ich am Freitag gleich einen Vorabendpunkt gemacht hatte. Gemeinsam mit Knirschis und Chanti und Joël fuhren wir mit den Rädern ins Wiesenttal, um Klettern zu gehen. Aus dem Kletterngehen wurde ein Felsensuchen und aus dem Felsenssuchen ein 3er-Routen-Einhängen für die Kinder. Denen hat es auf jeden Fall Spaß gemacht und das ist schließlich das wichtigste. Am Rückweg sprangen Joël und ich noch in die Wiesent, bevor wir bei Kaffee und Kuchen, Grillerei und Lagerfeuer Stefan feierten. Bei der Feier (eigentlich beim Klettern) lernten wir Kathy und Peter mit ihren Kindern kennen. Paul verstand sich mit Nora (der Älteren) auf Anhieb, was bei ihm nicht ganz selbstverständlich ist und so war es für uns ein ziemlich entspanntes Wochenende. Die Vier waren eigentlich für ein Jahr mit ihrem Geländewagen in Südamerika unterwegs, da hatte ihnen aber Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht und so hatten wir das Glück sie kennen zu lernen. Ihre super spannenden Geschichten gibt es auf ihrem Blog Outdoorpashionists (Peek of the Week). Hoffentlich geht sich bald mal zusammen eine Tour, Übernachtung oder sonstige Aktivität aus.

Chanti und Joël hatten noch Urlaub und so besuchten sie uns auf dem Rückweg von Franken für eine verlängerte Mittagspause auf der E2. Ich liebe Chantis 7ft-MF Board, Wahnsinn was so ein bisschen mehr Volumen ausmacht, gemütliches Cruisen durch die Welle, sogar mit meinem Kampfgewicht.

Sonntag, Juli 12, 2020

Der Agnes auf den Hut steigen - 12.07.2020

Nach dem weltuntergangsgleichem Regen der letzten eineinhalb Tage, kam pünktlich zum Sonntag wieder die Sonne heraus. Mit den Kindern stiegen wir von Hallthurm zum Rotofensattel auf (1½ Stunden, 600 hm). Von dort gings weiter zur Steinernen Agnes (¾ Stunde, 100 hm), weil wir der lieben Agnes auf den Hut steigen wollten. Die Mädels lehnten dankend ab und ließen uns Jungs den Vortritt. Sie nutzten die Zeit und Sonne für eine ausgiebige Pause, während Paul und ich zuerst auf die Schulter und dann weiter auf den Hut kraxelten.
Nach diesem Intermezzo stiegen wir ein kleines (und für uns noch unbekanntes) Steiglein zum Weißbach ab (1 Stunde). Teilweise ist der Steig sogar seilversichert. Da wir wesentlich weiter südlich vom Auto heraus kamen als geplant, lief ich vor, um die Runde zum Frechenbach, Bichllehen, Eisenrichterberg und dem Parkplatz fertig zum machen (¾ Stunde, 125 hm) und die anderen am Landthal abzuholen.
Was für eine schöne Runde, vor allem der Abstieg. Und Hut ab, dass ich auf die Agnes auch schon ohne Seil geklettert war, bzw. Karin dort irgendwie hinauf geschleift hatte. Wir waren halt auch mal jung.

Donnerstag, Juli 09, 2020

Kienberg mit Papa und Walchenklamm mit den Kindern - 05.07.2020

Am Wochenende musste ich auf ein Begräbnis nach Jenbach. Und da wir schon mal da waren, das Wetter ein Traum war und mein Vater sich ausnahmsweise nicht vor Bewegung mit mir drückte, beschlossen wir aufs Kienbergkreuz über die Weiße Wand zu gehen. Obwohl die Sonne schon aufgegangen war, war es noch angenehm kühl, als mir mein Vater einen (mir noch unbekannten) Steig aufs Wasserschloss zeigte (¾ Stunde, 350 hm). Ab dem Wasserschloss war es dann an mir ihm den Weiterweg zum Kienbergkreuz zu zeigen (¾ Stunde, 320 hm). 1992 hatte er mich zum ersten Mal hier hinauf mitgenommen und so blätterten wir durch das Gipfelbuch, immer auf der Suche nach allen unseren Einträgen. Wie viele Gipfel haben schon seit 30 Jahren das gleiche Gipfelbuch, welches noch dazu nur halb gefüllt ist? Nach dieser ausgiebigen Pause spazierten wir hinüber aufs Brandköpfl (10 Minuten, 70 hm) und von dort weiter übers Kohlplatzl und die Rodelhütte nach Hause (1½ Stunden, 60 hm). Einfach eine schöne Runde mit meinem Vater.
Den Nachmittag verbrachten wir am Sylvenstein. Mit den SUPs fuhren wir in die Walchenklamm, schwammen im See und lasen Geschichten. Ein durch und durch gemütlicher Nachmittag am Weg nach Hause.

Montag, Juni 29, 2020

Trainerfortbildung Alpine Grate - Schrofengehirsche im Koasa - 26./27.06.2020

Um meinen Trainerschein bei der IG weiter aufrecht zu halten, suche ich mir meist eine Fortbildung mit Christoph, weil wenn man sich fortbildet, kann man ja auch Spaß dabei haben. So war diesmal der Titel: Alpine Grate. Gut, nicht wirklich neu, aber die Möglichkeit sich von einem Profi auf die Finger schauen zu lassen und endlich Fehler auszumerzen.
Lange war nicht klar ob Übernachtungen auf Hütte überhaupt möglich sein werden und unsicheres Wetter mit Christoph kenne ich sowieso schon. Aber dann schien wirklich alles zu passen und wir trafen uns Freitag auf der Wochenbrunneralm. Wir, das waren in diesem Fall Anna, Hauke, Jens, Johannes, ich und natürlich Christoph. Als Stützpunkt diente uns die Gaudeamushütte, bringt zwar im Zustieg nichts (20 Minuten, 200 hm), ist aber trotzdem nett und außerdem ist der Gamsfelsen für ein bisschen Theorie direkt um die Ecke. Und so verbrachten wir den Freitag beim Wiederholen aller nötigen Basics für einen alpinen Grat.
Samstag gings dann hinauf zum Ellmauer Tor (1½ Stunden, 700 hm) und weiter ein Stück die Steinerne Rinne hinunter, um auf die Schotter Terrasse unter der Predigtstuhl Scharte zu gelangen (¾ Stunde, 50 hm). Ab dort wurde es dann endlich interessant. Über Schrofen, Rinnen und kleine Absätze kraxelten wir hinauf in die Predigtstuhl Scharte, von wo aus der Nordgrat des Hinteren Goinger Halts beginnt (1 Stunde, 200 hm). Kurz vor der Scharte überholte uns eine Seilschaft. Schnell, schnell ist aber selten eine gute Idee und so waren die beiden zwar vor uns, verfransten sich aber in den ersten Seillängen gehörig. Zusätzlich war es zugezogen und ein Donnergrollen war im Hintergrund zu hören. Wir diskutierten zwar noch kurz, aber eigentlich war die Entscheidung klar. Sicher ist sicher und drei Seilschaften hinter dem Chaotentrupp mit einem Gewitter im Nacken will ja wirklich keiner. So traten wir den geordneten Rückzug an. Abseilen, Abklettern und Absteigen bis wir wieder auf der Schotter Terrasse ankamen. Nicht jeder in der Gruppe fühlte sich in dem Gelände wohl, dafür war der Lerneffekt für alle enorm da Christoph uns alle Entscheidungen treffen ließ (2½ Stunden). Auf der Terrasse trafen wir Kathi und Vali, die eine Tour am Predigtstuhl gemacht hatten. Auch sie waren froh am Gipfel zu stehen und abzuseilen. Sie hatten den Donner auch gehört, waren sich aber nicht sicher ob es nicht abrutschende Altschneefelder in der Steinernen Rinne waren. Abschließend klären konnten wir es nicht, das Wetter hatte sich auf jeden Fall wieder verzogen und strahlend blauer Himmel zeigte uns die metaphorische Zunge. So traten wir wieder den Rückweg zum Ellmauer Tor (¼ Stunde, 100 hm) und der Gaudeamushütte an (1 Stunde). Dort konnten wir den Ablauf der Tour besprechen und noch viel wichtiger, ein TAB trinken.
Eine gelungene Schulung, durch den Rückzug sicher noch lehrreicher als wenn wir einfach den Grat gegangen wären. Mit Christoph unterwegs zu sein macht sowieso immer Spaß aber in dieser Gruppe war die Fortbildung gleich doppelt lustig. Liebe Leute, danke für die zwei schönen Tage.

Sonntag, Juni 21, 2020

Ebner Joch - 21.06.2020

Das Wetter für die Herz-Jesu-Feuer in Tirol war dieses Wochenende denkbar schlecht, aber Samstagabend riss es auf und wir konnten die Berge brennen sehen. Fast ärgerte ich mich nicht selbst am Berg zu sein. Dafür stand ich Sonntag früh auf, um mir den Sonnenaufgang am Ebner Joch anzusehen. Jetzt ist natürlich ein Problem, dass man als Nicht-Frühaufsteher eine gewisse masochistische Neigung haben muss, um rechtzeitig für den Sonnenaufgang am längsten Tag des Jahres aufzustehen. Aber immerhin schaffte ich es bis 5 Uhr (und damit den Sonnenaufgang) zur Astenau (¾ Stunde, 500 hm). Am Gipfel (¾ Stunde, 500 hm) machte ich eine kurze Pause und sah mir den Bergsturz in der Schicht (vom Heidachstellwand Südgrat ausgehend) an, beeindruckend wie viel Gestein sich da Richtung Tal verabschiedet hat. Über den Huber Steig und die Buchauer Alm stieg ich wieder zurück zum Auto ab (1½ Stunden), genau rechtzeitig um mich noch kurz hinzulegen und dann mit Karin, den Kindern und meinen Eltern zu frühstücken.

Mittwoch, Juni 17, 2020

Fronleichnam im Kleinziegenfelder Tal - 11.-14.06.2020

Da Bleau ausgefallen war, beschlossen wir zumindest das verlängerte Wochenende mit Klettern und Camping zu verbringen. Unser Ziel war Franken, um genau zu sein das Kleinziegenfelder Tal. Nach dem Regen Anfang der Woche kam am Donnerstag die Sonne heraus und wir vergnügten uns mit Biken durch das Kleinziegenfelder- und Bärental (2 Stunden, 250 hm, 24 km) und mit Biertrinken am Campingplatz.
Freitag ging es dann zum ersten Mal in dieser Saison zum Klettern. Am Steinfelder Turm war jede Menge Trubel und so wechselten wir zum Steinfelder Wändchen, was uns, gerade auch wegen der Kürze der Routen, sehr entgegen kam. Mit Butterfly (6) und Kleine Lena (7-) konnte ich zwei nette Routen punkten. Papi ohne Zeit (7) ist nach dem zweiten Haken etwas unübersichtlich und schmutzig, was mir dann auch das Onsight kostete. 
Samstag war es dann noch heißer als am Freitag und wir suchten uns eine nahe, schattige Wand. Mit den Rädern fuhren wir an die Altbabawand. Während die Kinder am Bach spielten, kletterten Bäda, Laura, Vladi und ich kurz + super (5) und die Didaktische Jahresplanung (5+). Bei der Didaktischen Jahresplanung hatte ich mich schon hinauf gezittert, Way of Schwuchtel (7-) probierte ich dann nur noch im Toprope. An der Schlüsselstelle (vor dem zweiten Haken) kann man in der Tour am Einstieg aufklatschen, dafür hatte ich weder den Kopf noch die nötige Fingerkraft für das Fingerloch an der Schlüsselstelle.
In der Nacht zum Sonntag begann es wieder zu regnen und das Wetter gestaltete sich wieder landestypisch. So packten wir in einer Regenpause unsere Siebensachen und brachen alle Richtung Heimat auf. Wir machten noch eine Pause mit einer kleinen Wanderung im Felsengarten Sanspareil. Ein wunderschöner Landschaftsgarten in einem Wäldchen mit verschiedenen Felsformationen.
Ein schöner Kurzurlaub unserer Bleau-Gruppe im entspannten Franken. Zwar kein Ersatz für Bleau, aber trotzdem einfach schöne, wertvolle Zeit zusammen (vor allem nach der langen Zeit ohne soziale Kontakte).
2020_06_11-14_Kleinziegenfeld

Dienstag, Juni 09, 2020

Götschen, Büchsen und Göll - 05.-07.06.2020

Trotz schlechter Wettervorhersage beschlossen wir ein paar Tage im Berchtesgadener Land zu verbringen. Nachdem ich mein Homeoffice am Freitag hinter mich gebracht hatte, fuhren wir mit den Kindern am Nachmittag in den Pumppark nach Viehofen, wieder geöffnete Grenzen machen es möglich. Vor dem Dunkelwerden strampelten Karin und ich noch eine Runde auf den Götschen, inklusive netter Trailabfahrt (2½ Stunden, 700 hm, 13 km).

Samstag besuchten wir mit den Kindern Franz auf der Büchsenalm. Vorgenommen haben wir uns diesen Besuch schon seit Jahren, aber erst jetzt klappte es. Von Hinterbrand radelten wir die Forststraße am Beschneiungssee vorbei zur Königsbachalm und weiter zur Büchsenalm (1¼ Stunden, 250 hm, 6 km). Nach einer Brotzeit, Sonnenbaden und Mankei-Jagen machten wir uns wieder auf den Rückweg, diesmal über den "Wanderweg" und die Mittelstation (50 Minuten, 150 hm, 5,5 km). Ein schöner Ausflug bei sonnigem, heißem Wetter, viel besser als vorhergesagt.

Sonntag hatte dann leider Peter keine Zeit für mich, ich wollte das Vormittagswetterfenster aber trotzdem nutzen um (für mich) neue Steige zu erkunden. Das Jagawiesl in der Göll Westwand kann man auf so einem (mir noch unbekannten) Steig erreichen. Ich verzichte hier auf die Beschreibung der Wegführung, da der Weg im AV-Führer Berchtesgaden und an mehreren Stellen im Internet beschrieben ist. Trittsicherheit und eine gehörige Portion alpine Wegfindung sollte man allerdings schon mitbringen, dann findet man den Weg über Bänder, Rinnen und Schrofen aber eigentlich ganz gut. Trotz Regens in der Nacht war der Weg nicht übertrieben rutschig und Schnee lag nur im Schuttkessel unter dem Jagawiesl. Aus diesem Grund nahm ich auch vom Kamin (Schlüsselstelle, III) Abstand und erreichte das Jagawiesl ohne Schneeberührung direkt über die nassen, brüchigen Schrofen neben dem Kamin (Scharitzkehl zum Jagawiesl: 3 Stunden, ↑850 hm, ↓↓60 hm). Am Weg weiter zur Gölleiten musste ich noch hie und da einen Durchschlupf durch die Latschen finden, die Schwierigkeiten lagen aber hinter mir und so erreichte ich problemlos den Abzweig zum Schustersteig (1 Stunde, ↑450 hm). Von dort ist der Weg zum Gipfel nur noch Formsache (½ Stunde, ↑210 hm) und so konnte ich bald eine ausgedehnte, sonnige Rast am Gipfel machen. Der Abstieg Richtung Mannlgrat gestaltete sich dann aber recht interessant. Bei dem seilversicherten Abschwung/Kamin kurz vor der Mannlscharte war (wie beim letzten Mal auch) ein dickes, steiles Schneefeld. Das Abklettern war die unangenehmste Stelle der ganzen Tour, vor allem mit dem Wissen, dass vier Tage zuvor auf der Schusterroute ein Bergsteiger in einem Altschneefeld tödlich abgestürzt war. Beim Abklettern verschluckte mich dann der aufziehende Nebel und so brachte ich das Auf und Ab am Grat möglichst schnell hinter mich (1¾ Stunden, ↑100 hm, ↓750 hm). Trotz dichtem Nebel fand ich die Abzweigung zum Steften Steig ohne Probleme, was ich über den Steig selbst nicht sagen konnte. Nach einem Verhauer und ziemlich vorsichtigem Absteigen, da es nass und rutschig war, kam ich im Endstal an. Die Abzweigung in den Jagawieslsteig, die ich sieben Stunden zuvor genommen hatte, konnte ich beim besten Willen in dieser Suppe nicht mehr finden. Und so war ich froh heil am Auto angekommen zu sein, bevor es endgültig zu schütten begann (1½ Stunden, ↓800 hm). Eine sehr coole Tour, wobei ich mir den Jagawieslsteig als Abstieg von einer der Westwandtouren als eher unangenehm vorstelle.

Mittwoch, Mai 27, 2020

Verlängertes Radwochenende mit Unterbrechung - 20.-24.05.2020

Zum Vatertag brachen wir wieder in Richtung Sylvenstein auf. Zum Glück schafften wir es früh genug aus München raus, um in Fall noch einen guten Platz zu bekommen und um gleich noch eine kleine Radtour Richtung Walchenklamm zu unternehmen. Bis zur Klamm schafften wir es nicht, ein netter Abend war es trotzdem (↑↓ 1¾ Stunden, 160 hm, 10 km). Am Parkplatz trafen wir noch Silke und Gabs mit ihren Kids, ein netter Zufall, da sie für den Vatertag die gleiche Tour wie wir geplant hatten, eine Radtour ins Bächental zur Aquila (↑↓ 1½ Stunden, 150 hm, 19 km). Den Tag rundeten wir dann noch mit SUPen am Sylvensteinspeicher ab, bevor wir müde und glücklich wieder nach Hause fuhren.
2020_05_21_Aquila

Nach einem Pausetag für Schule und Arbeit, ging es Freitagnachmittag wieder auf Tour, diesmal nach Norden zu den Heumöderntrails in Treuchtlingen. Vor dem Dunkelwerden drehte ich dann gleich noch eine Runde über den Siggi- und den Eulenhof Trail (½ Stunde, 200 hm, 7,5 km), mit dem neuen Bike gleich etwas ganz anderes und kein Problem mehr alle Passagen durchzufahren.
Samstagvormittag durfte Karin sich dann vor dem Frühstück austoben bevor wir mit den Kindern den Julian Trail (2×) und die Skipiste fuhren. Da hatten sich alle ein Mittagessen im (wiedereröffneten) Biergarten der Talstation verdient. Als Verdauungsrunde nahm ich noch den Z- und den Rodelbahn Trail in Angriff, einmal technisch, einmal flowig, einfach schön. Dann traf uns leider das Tiefdruckgebiet Gudrun und brachte vor allem Regen. Trotzdem konnte ich noch Paul motivieren mit mir den Eulenhof Trail zu fahren. Zurück am Bus trafen wir noch Thomas von Mehr-Berge und seinen Sohn, mit denen ich noch den Julian Trail (2×) und die Skipiste fuhr. Ein ziemlich ausgefüllter Tag  (4½ Stunden, 690 hm, 30 hm), den wir noch beim Grillen mit Evi, Uwe und den Jungs ausklinken ließen.  Außerdem konnten wir den ganzen Tag den Prototypen von Roberts (der Chef der Heumöderntrails) Kinderabschleppsystem testen, sollte im Sommer auf den Markt kommen und wir werden uns auf jeden Fall eines, wenn nicht sogar zwei, zulegen.
Der Abstecher zu Evi und Uwe bescherte uns am Sonntag noch eine kleine Radrunde mit den Kindern und Karin und mir einen Trail auf bzw. vom Rohrberg (¾ Stunde, 220 hm, 7 km).
Wie so oft, ist das Wochenende das was man daraus macht, nämlich ein paar super schöne Tage. 

Sonntag, Mai 17, 2020

Kleine Fluchten - 16./17.05.2020

Das Leben nähert sich Schritt für Schritt wieder der Normalität. Für uns gibt es dadurch wieder Wochenenden im Bus und in den Bergen, zwar noch innerhalb von Bayern, aber immerhin. Dieses Mal führte uns diese kleine Flucht zum Sylvensteinstausee. Samstag wanderten wir in Fall zur Krottenbachklamm und dem Dürrach-Zufluss des Stausees (3½ Stunde, 120 hm, 8 km). Das Abendessen gab es direkt am See und die Nacht verbrachten wir, wie viele andere auch, am Parkplatz. Sonntag zeigte sich das Wetter dann von seiner besten Seite und damit genau richtig für einen Tag am See mit dem SUP.
Ein super entspanntes Wochenende im Bus und dazu nicht weit zu fahren.
2020_05_16-17_Sylvenstein

Montag, Mai 11, 2020

Endlich zurück - 08.-10.05.2020

Zwei Monate (in Zahlen: 2), geschlagene zwei Monate, neun Wochen, 59 Tage, so lange waren wir nicht mehr in den Bergen. Klar waren die Ausgangsbeschränkungen nicht so schlimm wie in anderen Ländern und wir konnten immer noch irgendetwas unternehmen (vor allem viel Radfahren und auch ein bisschen SUPen), aber ich glaube ich war noch nie so lange am Stück in München und noch viel wichtiger: NICHT in den Bergen!

Freitag Nachmittag brachen wir Richtung Berchtesgaden auf. Wir kamen gut durch und so hatten Karin und ich noch Zeit eine kleine Runde mit den Bikes Richtung Götschen zu drehen, ein paar Meter schöner Trail inklusive (1½ Stunden, 400 hm, 8 km). Nach dem Abendessen startete ich dann noch auf den Rauhen Kopf (1½ Stunde, 1050 hm). Beim Abstieg über den Kleinen Rauhen Kopf schaffte ich dann, was ich noch nie geschafft hatte, ich verfranste mich in den Latschen und benötigte Ewigkeiten um wieder auf den normalen Weg zu treffen und nach Hause absteigen zu können (1½ Stunden).

Samstag stand eine Familienradelrunde am Maximilainsreitweg auf dem Programm. Beim Wasserfall kurz vorm Aschi machten wir Pause mit Staudammbau, Wasserplantschen und Klettern bevor es wieder heim ging (1½ Stunden, 150 hm, 5 km). Direkt bevor es dann endgültig zu Schütten begann fuhr ich noch zur Kastensteinerwand um den Blitzweg abzufahren (½ Stunde, 230 hm, 5 km).

Sonntag hatte ich dann nur bis Mittag Zeit und so hieß es früh aufstehen, um mit Peter die Tour auf die Gotzen zu radeln (2¼ Stunden, 1190 hm, 11,5 km). Bis auf zwei sausteile Stellen und dem letzten Stück, auf dem noch Schnee liegt, konnten wir alles fahren. Von der Königsbachalm an hatte es immer wieder leicht genieselt, bei unserer Pause auf einer Bank vor einer der Almen schüttete es dann aber wie aus Eimern. In einer Regenpause schwangen wir uns wieder auf die Bikes und sahen zu, dass wir wieder zurück zum Königssee kamen (¾ Stunde, 90 hm, 11,5 km). Eine schöne, recht lange Tour, technisch wenig spannend, dafür umso kommunikativer, da man auf den Forstwegen immer nebeneinander fahren kann.
2020_05_08-10_BGL-Biken

Mittwoch, April 01, 2020

Sport in Zeiten von Corona - 12.-31.03.2020

Wer hätte das gedacht? Dass eine Regenwetter-Feierabendskitour mit Stephan und Vladi unser Saisonabschluss werden würde. Am Wochenende danach war Tirol schon unter Quarantäne und Lena und ich konnten nicht mehr wie geplant in den Kaiser. Und dann ging es Schlag auf Schlag, Grenzschließung, Ausgangsbeschränkung...wie schnell sich die Welt doch ändern kann. Nun ist die Skitourensaison also genau so abrupt vorbei wie letztes Jahr für mich. Viele schöne Touren waren unter den 20 Skitouren (24240 hm), an 6 Tagen schaffte ich es mit den Telemarkern unterwegs zu sein und zusätzlich kam ich noch auf 3 Freeridetage, 2 Snowboardtage und einen Tag mit den Ski auf der Piste. Also ein ganz passabler Winter, trotz des wenigen Schnees. Wir hätten uns jetzt auch schon auf Bleau gefreut, daraus wird auch nichts, wie aus so vielem.
Aber auch ohne aus dem Haus zu gehen, kann man dem Bergsport frönen, #coronasports. Also bleibt physisch (und genau so wichtig psychisch) gesund und bis bald in den Bergen.
2020_03_12-31_CoronaSports

Mittwoch, März 11, 2020

Schnapsidee zum Feierabend - 10.03.2020

Schnapsideen kommen ja normalerweise aus, wie der Name sagt, einer Schnaps- bzw. Bierlaune. Unsere gestrige Feierabendtour war zwar eine Schnapsidee, aber bei der Ideenfindung waren wir nüchtern, glaube ich zumindest. Also eigentlich fällt diese Tour unter die Rubrik, wie mach ich mir das Leben so ungemütlich wie möglich. Ein gutes Beispiel wäre bei strömendem Regen und Sturm (50 km/h mit 90 km/h Böen) eine Feierabendskitour auf die Brecherspitze zu machen (1¼ Stunde, 550 hm). Ist man zumindest alleine und hat die freie Platzwahl an der Oberen Firstalm. Auch schön und glückliche Gesichter sieht man bei uns ja praktisch immer, wenn wir am Berg unterwegs sind.


Montag, März 09, 2020

Familienskitour auf die Eckerleiten - 08.03.2020

Dieses Wochenende hatte es uns schon wieder ins Berchtesgadener Land verschlagen und weil Sonntag nicht nur mein Geburtstag sondern auch noch Bombenwetter war, gings wieder mit den Skiern in die Berge. Zusammen mit den Kindern stiegen wir von der Enzianhütte zur Ecker Alm auf (1¼ Stunde, 225 hm). Die zwei Kurzen machten das ziemlich gut und während sie an der Alm spielten, stieg ich noch zum Ecker First hinter dem Purtschellerhaus auf (20 Minuten, 325 hm). Die Abfahrt, sowohl oben, wie auch der untere Hang mit den Kindern, war dann ein Pulvertraum. Ein sehr schöner Geburtstag und eine super Tour als Familie.
2020_03_08_EckerleitenKinder

Sonntag, März 01, 2020

Eine Woche bei Chanti und Joël in Surcuolm - 22.-28.02.2020

Nach unserem Sommerbesuch bei Chanti und Joël im letztes Jahr war klar: wir müssen im Winter wiederkommen! Da wir nun ja an Schulferien gebunden sind, wurden es die Faschingsferien. Knirschis hatten auch Zeit und so gab es ein Portugal/Spanien-Revival im schönen Surcuolm.
Nach einem herzlichen Empfang am Freitagabend, begrüßte uns der Samstag mit strahlend blauem Himmel. Karin, Judith und die Kids schnappten sich die Ski, Stefan das Snowboard und ich die Telemarker und zusammen ging es auf die Piste. Ein super schöner Skitag (außer einem kleinen Missgeschick meinerseits, was mir mein Knie etwas übel nahm), den wir bei Chanti und Joël auf der Bar Muntaniala ausklingen ließen. Sonntag brachte dann etwas weniger schönes Wetter, aber immer noch guten Schnee und einen weiteren schönen Skitag mit den Kindern, an dem uns auch Chanti und Joël begleiteten. Montag war dann der erste Skischultag für die Kinder und für uns der erste freie Tag. Stefan und ich schnappten sich die Boards und Karin und Judith die Ski und so erkundeten wir den Rest des Skigebiets, der uns am Tag zuvor mit den Kindern zu weit war. Der Abend war dann ein weiteres Highlight, Käsefondue auf der Hütte, Pistenraupenfahrt inbegriffen.
Leider musste Karin dringend zu ihrer Mutter, so starteten am Dienstag nur Judith, Stefan und ich zu einer Skitour. Nachdem wir die Kinder an der Talstation Valata verabschiedet hatten, stiegen wir über Teile der Talabfahrt und die Rodelbahn nach Cuolm Sura (1 Stunde, 360 hm) und von dort weiter zum oberen Ende des Sasolas-Schlepplifts auf (½ Stunde, 170 hm). Das letzte Stück zum Piz Mundaun ging es durch die steilen Nordosthänge und eine kurze Rinne (entlang des Sommerwegs) hinauf bis zum Gipfel (1 Stunde, 300 hm). Nach der Mittagspause legten Stefan und ich noch eine zweite Runde zum Sasolas-Schlepplift ein (½ Stunde, 170 hm) und weil es so gemütlich war, fuhren wir ein Stück die Piste nach Sasolas ab (bis der Schnee eher dürftig wurde) und stiegen ratschend wieder zurück auf (½ Stunde, 160 hm). Dort trennten wir uns, Stefan fuhr zu Judith ab, während ich noch ein weiteres Mal auf den Piz Mundaun stieg, diesmal über die Pezza Pintga (¾ Stunde, 300 hm). Im Gegensatz zum Mal zuvor fuhr ich diesmal trotz geringer Schneelage nicht über die Piste ab, sondern durch die Rinne vom vormittäglichen Aufstieg.
Mittwoch brachte dann den lange ersehnten Schnee und eine kleine Pause für die Kinder. Nach vier Tagen Skifahren gingen wir im Schneesturm Rodeln. Direkt von der Haustür aus wanderten wir nach Cuolm Sura (2 Stunden, 320 hm) wo es nicht nur eine ausgiebige Pause, sondern auch eine Runde Pistengerät- und Schneemobilfahren gab. Ganz zu schweigen von der Rodel- und Zipfelbobpartie hinunter. Ein gelungener Abschluss mit Knirschis, die mussten nämlich leider nach Hause.
2020_02_22-26_Surcuolm

Der Schneefall von Mittwoch war bitter nötig, verdächtig grün (bzw. braun) sahen schon viele Stellen auf und neben der Piste aus. Es hatte aber zum Glück genug geschneit, um den Blick auch abseits der Pisten schweifen zu lassen. So nahm sich Chanti frei und zusammen machten wir (teilweise im Schneesturm) die freien Hänge vom Piz Mundaun unsicher. Am Nachmittag konnte sich dann auch noch Joël frei nehmen und zeigte uns die Abfahrt vom "Piz" nach Sasolas. Ein Traum in Pulver, eigentlich nicht schwer, aber im Schneesturm, Nebel und ohne bestehender Spur nicht ganz leicht zu finden. Und es schneite weiter, bis Freitag in die frühen Morgenstunden. Nachdem die Kinder wieder abgegeben waren, zogen Chanti und ich unsere Spuren vom Piz nach Cuolm Sura und Sasolas und schlussendlich sogar bis Valata. Dort fand nämlich das Abschlussskirennen der Kinder statt. Für das Skirennen, an dem übrigens auch die Eltern teilnehmen "dürfen", wechselte ich wieder auf die Telemarker, eine Riesengaudi. Leider aber auch das Ende unseres Urlaubs, für mich hieß es nämlich direkt im Anschluss zu Karin ins BGL fahren, wo wir das Wochenende noch mit Krankenbesuch und einer kleinen Wanderung auf die Kastensteinerwand verbrachten.
Liebe Chanti, lieber Joël und liebe Judith, lieber Stefan, es war ein super toller, abwechslungsreicher, spannender, lustiger und auf jeden Fall wiederholenswerter Urlaub, DANKE.
2020_02_27-28_PowdernMundaun

Dienstag, Februar 18, 2020

Eckerleiten und Hundstodreibn - 15./16.02.2020

Nach dem durchwachsenen Wetter während der letzten Woche, lachte am Wochenende die Sonne. Sonntag war für eine größere Aktion mit Lena reserviert, Samstag hatten wir aber Zeit für Unternehmungen als Familie bzw. als Paar. Vormittags gings zum Telemarken und Skifahren mit den Kindern am Götschen und nachmittags auf eine Skitour mit Karin. Von der Buchenhöhe stiegen wir (bei sehr wenig Schnee) durch den Wald zur Enzianhütte und weiter über die Eckerleiten zum Purtschellerhaus und dem Eckerfirst auf (2 Stunden, 800 hm). Die Abfahrt war bis zur Enzianhütte ziemlich gut, man musste nur die abgeblasenen Stellen meiden. Erst im Waldstück gab es eine Tragepassage, wobei dieser Teil der Abfahrt bei viel Schnee schon unschön ist.
Ein sehr schöner Tag und ein bisschen Bewegung, um für Sonntag warm zu werden.
2020_02_15_Eckerleiten

Wie gesagt, der Sonntag war für Lena reserviert. Im Gegensatz zur letzten, gemütlichen Tour, hatten wir uns dieses Mal ein richtiges Brett heraus gesucht. 30 Kilometer, 3000 Höhenmeter, 10 Stunden, das sind die Fakten aus der Tourenbeschreibung der Hundstodreibn. Gezielt hatten wir uns für die längere Variante über das Seehorn entschieden, um dem Hatsch und dem Getrage durchs Wimbachtal zu entgehen.
Am Parkplatz in Hintertal standen schon drei Autos, als wir aufs Seehorn starteten. Ein Pärchen holten wir schnell ein, die vier anderen Jungs trafen wir dann am Gipfel bzw. immer wieder den ganzen Tag über. Gemütlich ratschend stiegen wir über die Forststraße, den Waldgürtel, den Karst und die Westflanke zum Gipfel auf (2½ Stunden, ↑1350 hm). Man würde gar nicht meinen wie viele Gesprächsthemen sich so bieten. Nach einer kurzen Pause war mit Gesprächen aber erst mal Ende. Über die Kematenschneid gings, zum Teil abgeblasen und vereist in die Wimbachscharte (¼ Stunde, ↑50 hm, ↓315 hm). Dort wartete die erste Überraschung, Pulver, wie geil ist das denn? Unsere Variante bietet schon zu Beginn die beste Abfahrt, den Loferer Seilergraben. 40°-steil und weil nordseitig mit gut konserviertem Pulver, ein wahres Schmankerl (½ Stunde, ↓720 hm). Im Wimbachgries hieß es wieder auffellen, es geht zuerst flach bis in den Talgrund und dann dem Sommerweg entlang zur Trischübel Alm (1 Stunde, ↑450 hm). Dort gönnten wir uns noch eine kurze Pause bevor es über die Hundstodgruabn zum Hundstodgatterl ging (1 Stunde, ↑470 hm, ↓50 hm). Definitiv das schönste Fleckchen der Tour, mit einem unbeschreiblichen Blick ins Steinerne Meer. Das Wetter hatte inzwischen aufgerissen und die Sonne brannte vom strahlend blauen Himmel, während wir ein Stück abfuhren und weiter zum Dießbacheck aufstiegen (½ Stunde, ↑180 hm, ↓150 hm). Den Gipfelanstieg des Hundstod ließen wir (wie auch alle anderen) links (bzw. rechts) liegen und genossen dafür den Blick auf den Dießbachstausee und das Seehorn. Nun lag der letzte Abschnitt unserer Tour vor uns, die Abfahrt in die Hochwies (½ Stunde, ↓360 hm). Obwohl hier der Schnee schon etwas gelitten hatte, war die Abfahrt gar nicht so schlecht und so gings mit dem letzten Schwung wieder zur Kematenschneid und dem Seehorn hinauf (1 Stunde, ↑425 hm, ↓20 hm). Auf dem Abschnitt hatte ich langsam keine Lust mehr. Warme, feuchte Felle auf kaltem Triebschnee, ist ein Grund wahrer Freude. Wer kennt das nicht, wenn die Ski plötzlich das fünffache Gewicht haben, weil sie von vorne bis hinten stollen. Nur das letzte, vereiste Stück, bei dem wir die Ski schulterten, machte wieder Spaß. Nun stand zum Ende nur noch die Pflicht nach der Kür an, die Abfahrt zum Auto (¾ Stunde, ↓1350 hm). Wobei die Nord-West-Rinne zwar schon recht zerfahren war und ziemlich schweren Schnee hatte, aber trotz schwerer Beine war sie noch ganz passabel zum Fahren. Unterhalb war es dann, wie erwartet, eher Kategorie zwei Spaß, grundloser Sulz. Aber wir erwischten zumindest die Abfahrt durch den Wald an der Aufstiegsspur und sparten uns somit den unangenehmen Wiederaufstieg zur Kallbrunner Alm.
Eine sehr coole Runde wobei Touren mit Lena bis jetzt sowieso noch jedes Mal Spaß gemacht haben, anscheinend haben wir einen ähnlichen Tourengeschmack.
2020_02_16_Hundstodreibn

Mittwoch, Februar 12, 2020

Rinnenflitzen und Snowtubing in Innsbruck und Skitouren im Allgäu - 08./09.02.2020

Dieses Wochenende war zweigeteilt, Karin war mit Claudi im Allgäu unterwegs, während die Kinder und ich die Innsbrucker besuchten.
Samstag fuhren Moschti, Jamie und Renee mit mir auf die Seegrube, einfach ein tolles Gebiet. Während sich die Meisten Richtung Norden und Osten wandten, stapften wir Richtung Westen, zur Karrinne. Leider eine nicht ganz durchdachte Idee. Es war noch recht früh am Morgen und die Sonne hatte noch nicht lange genug in die Rinne geschienen, so war es ein eher gefrorenes Vergnügen. Also Zeit gewinnen und erst mal zur Hungerburg abfahren. Die zweite Runde, diesmal nur Moschti und ich, war dann schon viel besser und die dritte dann fast perfekt. Zum Abschluss fuhr ich dann noch die Seilbahnrinne, bevor wir zusammen zur Hungerburg abfuhren.
Sonntag waren wir dann alle zusammen beim Snowtubing in Seefeld. Ein Heidenspass für die ganze Familie und ein gelungener Abschluss für das Wochenende.
2020_02_08-09_Innsbruck

Das lang geplante Mädelswochende war endlich da... nur leider war Laura krank. Claudi und ich fuhren somit alleine ins Allgäu, wo wir bei Christine eine super Unterkunft fanden und die uns an beiden Tagen als Local begleitete. Wir starteten am Samstag ganz gemütlich auf die Kuhgehrenspitze, die mit knapp 800hm noch eine tolle Abfahrt bot.
Abends gabs im Moorstüble sehr leckere Pasta und für uns Hungrige sogar noch einen Nachschlag!
Am Sonntag ging es für Claudi und mich erst mal alleine von Baad aus in Richtung Lizenerscharte, wo wir uns dann mit Christine zu einer fast noch Pulverschnee Abfahrt trafen.
Ein wirklich superschönes Wochenende, das unbedingt wiederholt werden muss!
2020_02_08-09_Allgaeu

Samstag, Februar 08, 2020

Vollmond-Powder am Spitzing - 06.02.2020

Irgendwie hatten wir diese Saison noch keine Feierabendtour geschafft, das mussten Vladi, Stephan und ich dringend ändern. Als wir am Taubensteinparkplatz ankamen, ging es zu wie im Taubenschlag (ein Witz, ein Witz) und so reihten wir uns zum Aufstieg durch den Lochgraben ein. Bei der Straße zu den Schönfeldalmen wollten wir abbiegen und zum Rauhkopf aufsteigen und warteten auf Vladi der zum Fotografieren etwas zurückgeblieben war. Dabei konnten wir einer Bergung der Bergwacht zusehen, inklusive Hubschraubernachtlandung. Die Bäche durch den Lochgraben sind nicht komplett überdeckt und in einem der Bäche war ein Tourengeher verunglückt. Nach 20 Minuten, uns war inzwischen ziemlich kalt geworden, war immer noch kein Vladi da, komisch. Sein Handy hatte auch keinen Empfang, also weiter aufsteigen, vielleicht war er über die Schönfeldhütte gegangen. Auch im nächsten Tälchen keine Spur von ihm. Naja, vielleicht hatte er uns ja schon überholt. Kurz vor dem Gipfel dann der Anruf, wo seid ihr? Na, hier, knapp unter dir. Er hatte uns tatsächlich überholt, aber nicht an der Schönfeldhütte sondern im Lochgraben, Sachen gibt es (1½ Stunden, 630 hm).
Die Abfahrt ins Krottental kannte ich ja schon von meiner Tour mit Martin und nachdem wir uns die Flanke vom Gipfel aus eingehende angesehen hatten, entschieden wir uns sie auch zu fahren. Was soll ich sagen, ein Pulvertraum. Bei solchem Schnee muss man weiter gehen und so stiegen wir Richtung Lempersberg auf (¾ Stunde, 320 hm). Kurz nach der Seilversicherung fellten wir ab und fuhren eine Wahnsinnsabfahrt ins Kleintiefental ab.
Nun ging es ans letzte Kapitel unserer Geschichte, der Aufstieg zum Taubensteinhaus. Dort freuten wir uns auf ein bisschen Essen und ein Bier, die Rechnung hatten wir nicht mit dem Wirt gemacht. In seiner typisch "freundlichen" Art (ihr seids aber früh dran, i sags glei, i mach jetzt zua) schicket er uns gleich wieder raus. Ok, es war 10 vor 10 Uhr, aber manch ein Wirt würde kurz vor Schankschluss auch noch etwas verdienen wollen. Aber wahrscheinlich hat er das nicht nötig, bei (nur noch) zwei Tourengeherabenden in der Woche und dem super Winter dieses Jahr. Ich weiß wieder warum wir letztes Jahr nicht mehr dort eingekehrt waren, sondern im Gipfelstüberl. So gings für uns ohne Pause weiter zur Taubensteinbahnbergstation (½ Stunde, 120 hm) und dadurch ohne abgeblasenen Taubensteinsattel zum Lochgraben und dem Auto.
Auch ohne Essen/Trinken eine super schöne Runde (3¾ Stunden, 1070 hm) mit schönem Schnee und überraschend wenigen Sharks.
2020_02_06_Spitzing

Freitag, Januar 31, 2020

Lenggries - Telemarken beim Skikursabschlussrennen - 30.01.2020

Am Donnerstag war das vorerst letzte Abschlussrennen von einem Skikurs, nämlich von Annas Kindergartenskikurs. Bei bestem Wetter wollten Karin und ich am Vormittag noch die Skitour auf den Schönberg machen. Dass es nicht massig Schnee hat wusste ich ja schon vom Abteilungsskifahren letzten Freitag, aber ein bisschen war ja am Mittwoch dazu gekommen. Leider nur wenig. So stiegen wir zwar von Fleck ein gutes Stück auf. Als sich die Schneelage aber nicht verbesserte, kehrten wir um (1 Stunde, 350 hm). Bei der Abfahrt holten wir uns dann beide ein paar saubere Hacker und ich legte beinahe einen bösen Sturz hin, da ich vergessen hatte einen meiner Skischuhe zuzumachen. Der Vorteil der frühen Umkehr war, dass wir beide noch Zeit zum Telemarken am Brauneck hatten und ohne Stress rechtzeitig zum Rennen unserer kleinen Rennsemmel kamen. Ein schöner Tag mit perfektem Wetter, nur eben viel zu wenig Schnee, bei der Schneelage gehe ich doch lieber wieder Surfen.
2020_01_30_Lenggries

Dienstag, Januar 28, 2020

Koasa als Hahn im Korb und ISPO - 25./26.01.2020

Mit Lena wollte ich schon seit längerem eine "kleine" Tour machen. Unsere Runde auf die Kampenwand im Sommer hatte Lust auf mehr gemacht, bis jetzt hatte es sich aber nie ergeben. Das änderte sich diesen Samstag, zusammen mit Dani und Silli wurde es an der Wochenbrunner Alm ernst. Bei gemütlichem Tempo und netten Gesprächen ging es über den Sommerweg hinauf zur Gruttenhütte (1¼ Stunde, 550 hm). Von dort stiegen wir ins Hochgrubachkar auf, mit unserem eigentlichen Plan, der Roten-Rinn-Scharte. Dafür stiegen wir aber ein wenig zu weit östlich auf und hätten wieder ein Stück abfahren müssen. Oder eben das Ziel ändern, dann halt aufs Kopftörl, das geht nämlich ohne Höhenverlust. Die nordseitige Rinne muss ja hier, wie dort gut gehen. Die letzte Flanke bis zu den Felsen gestaltet sich dann als relativ unangenehm, da sich die Sonne nur sehr zaghaft heraus wagte und von auffirnen überhaupt keine Rede sein konnte (1 Stunde, 350 hm). Für die letzten 100 Höhenmeter, den versicherten Steig, schulterten wir die Ski und Dani und ich stapften los. Ein paar Stellen waren zwar etwas unangenehm, aber nicht weiter tragisch und so standen wir bald am Kopftörl (¾ Stunde, 100 hm). Dort warteten wir auf Lena und Silli und machten erst mal Pause (¾ Stunde). Nach der Pause hieß es aber nun die Theorie vom guten Pulver zu bestätigen und so stiegen wir ein paar Meter ab bis zum Beginn der Rinne in den Hohen Winkel. Und siehe da, zuerst noch etwas windgepresst, dann aber immer besser, gings hinunter in den Hohen Winkel und weiter zum Hauslboden (1 Stunde, ↓800 hm). Das gab ein fettes Grinsen, eine kurze Pause und schon wurde wieder aufgefellt, um über den Sommerweg zum Stripsenjochhaus zu gelangen (¾ Stunde, 350 hm). Von hier aus sah man schon unseren Weiterweg, den Eggersteig in die Steinerene Rinne, weil irgendwie mussten wir ja wieder auf die Südseite zu unserem Auto. Der Steig sah nicht so schlecht aus, Schnee, aber nicht Unmengen davon. Also fuhren wir in den Wildanger ab und fellten wieder auf (¾ Stunde). Silli hatte für diesen Tag genug vom Gestapfe und Gekraxle und entschied sich an diesem Punkt in die Griesenau abzufahren, wo sie dankenswerterweise ein Freund abholen sollte. Wir anderen drei schulterten die Ski und stapften den Eggersteig entlang. Das fühlte sich leider überhaupt nicht so an, wie es von der Strips ausgesehen hatte. Teilweise grundloses Gewühle in aufgeweichtem Schnee und das in Absturzgelände, es gibt schöneres. Als wir dann nach dem kurzen Abstieg im Steig, den Weiterweg nicht mehr eindeutig identifizieren konnten und die folgenden Flanken alles andere als vertrauenerweckend aussahen, zogen wir die Notbremse und kehrten um (½ Stunde, 50 hm). Nun standen wir also auf der Nordseite, für eine Querung am Köpftörl oder an der Roten-Rinn-Scharte fehlte uns die Motivation und die Zeit (es war immerhin schon 2 Uhr und etwa zu Mittag hatte eine kräftige Erwärmung eingesetzt). Doch nach einem kurzen Telefonat war klar, dass Silli und Tom auf uns warten würden und so fehlte nur noch die letzte Abfahrt in die Griesenau (½ Stunde).
Eine super schöne Tour, auch wenn das Wetter nicht ganz perfekt war und die Umrundung von Totenkirchl und Fleischbank nicht funktioniert hat. Inzwischen wissen wir warum die Steinerne Rinne im Winter sehr selten begangen wird. Pickel und Steigeisen hatten wir zwar mit, bei den bestehenden Bedingungen waren diese aber nicht nötig.
Mädels, es war mit ein Volksfest, mit euch geh ich gerne wieder, schauen wir mal, ob ihr mit mir auch wieder gehen wollt ;)
2020_01_25_Kopftoerl

Sonntag hatte dann schon fast etwas frühlingshaftes, Vogelgezwitscher und Temperaturen um die 10°C. Durch die Temperaturen, den eh schon wenigen Schnee und das gar nicht so gute Wetter, hielt sich unser schlechtes Gewissen in Grenzen, da wir nicht auf den Berg wollten, sondern auf die ISPO. Wie immer trafen wir viele Freunde und Bekannte, die wir sonst das ganze Jahr nicht sehen und so war es für uns eine rundum gelungene Veranstaltung.
2020_01_26_ISPO