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Montag, Juni 15, 2026

Eine Bikerunde zum Blauen Kastl und ein Vater-Sohn-Tour auf den Staufen - 13./14.06.2026

Nach einer regnerischen Woche traute sich die Sonne am Wochenende endlich wieder hinter den Wolken vor. Freitag besuchten Karin und ich noch das Linkin Park Konzert in der Allianz Arena und Samstagfrüh gings ins BGL. Eigentlich um Karins Mutter im KH zu besuchen, aber so einen Krankenbesuch kann man ja gut für ein bisschen Bewegung nutzen. So fuhren Paul und ich mit den Bikes rüber ins KH BGD (20 Minuten, 100 hm, 6 km) und am Rückweg bogen wir zum Blauen Kastl ab (1 Stunde, 600 hm, 7 km). Mit meinen müden Beinen, ließ ich mich sogar ein bisschen von Paul ziehen, schon eine feine Sache so ein E-Bike. Den Fußweg runter zur Kastensteinerwand gings deutlich besser als das letzte Mal mit Karin und Paul kann solche Trails sowieso praktisch durchfahren. Der Blitzweg ist dann sowieso weniger anspruchsvoll und etwa zweidrittel der Kehren kann ich inzwischen fahren (½ Stunde, 75 hm, 3 km).

Sonntag sah das Wetter zwar nicht so gut aus wie am Samstag, aber dafür konnte ich Paul motivieren mit mir noch eine Runde zu drehen. Diesmal einen meiner Lieblingsklettersteige in der Gegend. Mit den Bikes kamen wir fast bis zur Abzweigung des Klettersteigzustiegs, weil wer muss schon Akkuladen (½ Stunde, 400 hm)? Also Bikes abstellen und zum Rastplatzl unterhalb des Klettersteigeinstiegs hinauf spazieren (¼ Stunde, 130 hm). Das Bankerl lud zu einer kurzen Rast ein und so mascherlten wir uns auch gleich hier auf. Eine Dreiergruppe, die hinter uns ankam, tat es uns gleich.
Im unteren Teil war der Steig weitgehend trocken und zwischenzeitlich zeigte sich sogar immer wieder kurz die Sonne. Die relativ steilen Pfeiler machen jedes mal wieder Spaß, die Wanderwege zwischen drin müssten nicht sein, sie machen den Steig aber auch irgendwie aus. Im oberen Teil kamen wir dann in den Nebel und der Fels war an vielen Stellen relativ feucht. Die Arme müde, der Fels rutschig, da freuten wir uns als wir aus dem Steig ausstiegen konnten und nur noch die paar Meter zum Gipfel hinauf gehen mussten (3 Stunden, 790 hm). Die Pause am Gipfel hielten wir sehr kurz und machten uns schnell an den Abstieg zurück zu unseren Bikes. Beim Rausrollen zeigte sich wieder mal, warum man für den Steig unbedingt die Räder mithaben sollte (1¼ Stunden) und so konnten wir nach knapp fünfeinhalb Stunden zum Mittagessen mit den Anderen fahren.

Was für zwei schöne Touren mit Paul. Jetzt freu ich mich aber auch schon auf die nächsten zwei Wochen in den USA, schauen wir mal was da so geht.

Montag, März 09, 2026

Frühling im BGL - Gipfelsammeln im Watzmannkar und eine Geburtstagstour zum Eckerleiten - 07./08.03.2026

Nicht nur im Koasa hat sich der Frühling breit gemacht, auch im Berchtesgadener Land. Das ist die richtige Zeit, um das E-Bike auszupacken, zur Benzinkurve hinauf zu radeln (½ Stunde, 590 hm) und dem Watzmannkar einen Besuch abzustatten. Ein paar Meter muss man die Ski inzwischen schon tragen, aber ab dem Abzweig vom Wanderweg gibt es eine 
durchgängige Schneedecke. Als erster an diesem Tag stieg ich durch den Lärchenwald bis ins Kar auf und ließ das 4. Kind links liegen, um zum Skischartl zu gelangen (1¾ Stunde, 1030 hm). Sehr ungewöhnlich fürs Kar: ich war nicht nur der erste, sondern praktisch alleine. Nach einer kurzen Abfahrt in sehr zweifelhaftem Schnee (¼ Stunde), fellte ich wieder auf und besuchte das 5. Kind (½ Stunde, 180 hm). Dort begegnete ich zwei anderen Skitourengehern, welche auch überrascht über die wenigen Leute waren. Die zweite Abfahrt bis unters 4. Kind war ähnlich bes%$§& wie die erste, aber in den Westhängen des 4. Kinds gingen sich auch ein paar brauchbare Schwünge aus (¼ Stunde). Der letzte Aufstieg des Tages brachte mich noch zum 3. Kind (½ Stunde, 260 hm), wo ich die erste richtige Pause einlegte und mir meine Brotzeit schmecken ließ. So schön das Wetter auch war, die Sicht Richtung Süden war schon deutlich getrübt vom Saharastaub, der gerade in der Luft liegt. Die Abfahrt zurück zur Benzinkurve war dann besser als befürchtet, die Osthänge hatten inzwischen ein bisschen Firn bekommen und der Lärchenwald ist so stark eingefahren, dass die Schneebeschaffenheit sowieso keine Rolle mehr spielt (½ Stunde). Zu guter Letzt hieß es nur noch mit dem Bike zurück zum Auto rollen (¼ Stunde), damit ich rechtzeitig zum Mittagessen zurück zu Hause war.
Was soll ich sagen, landschaftlich ein toller Tag, wegen der Abfahrt hätte man es aber nicht machen müssen. Dafür hab ich aber mal wieder jede Form von Bruchharsch gesehen.

Am Sonntag hatte ich dann meinen Joker frei. Einmal im Jahr darf ich mir eine Familienskitour wünschen, ganz ohne Gemecker. Dafür muss meine Familie mir kein Geburtstagsständchen singen, finde ich einen fairen Deal.
Die kürzeste Skitour im BGL ist das Eckerleiten, weshalb wir hier auch in der Vergangenheit mit den Kids schon unterwegs waren. Diesmal endete die Tour für die Kids aber nicht an der Ecker Alm, sondern wir stiegen alle gemeinsam bis zum Purtschellerhaus auf (1½ Stunden, 500 hm). Dort vergruben die Kids zwei LVS für mich (einen DSP und ein (analoges) F1), damit ich das neue nivia 3D finder, das mir Micha zum Testen überlassen hatte, mal gründlich ausprobieren konnte (1 Stunde, 50 hm). Mit meinem DSP bin ich definitiv eingespielter, aber der 3D finder ist super intuitiv und am Mittwoch werde ich eine zweite kleine Testrunde in die geplante Tour mit Martin einbauen.
Die Abfahrt machte den Kids im oberen Teil nicht wirklich Spaß, aber unten raus zauberte der Firn allen einen Grinser aufs Gesicht (¼ Stunde). Wie schon am Samstag, gings von der Tour direkt zum Mittagessen, irgendwie muss man die verbrannten Kalorien ja wieder auffüllen.

Ein wirklich sehr schönes Geburtstagswochenende bei den Schwiegerleuten. Allerdings bin ich neugierig wie lange noch Skitouren gehen, weil viel Schnee ist es nicht mehr.

Sonntag, Februar 08, 2026

Gröbner Hals mit Anna - 08.02.2026

Karin bei ihren Eltern, Paul im Vor-Skilager-Chill-Modus und bestes Wetter vorhergesagt, was macht man da? Genau, Vater-Tochter-Skitour im Karwendel.
Anna und mein Ziel war der Gröbner Hals. Die schattige Forststraße durchs Unterautal hat noch genug Schnee bzw. Eis, leider im Flachen auch ein bisschen Splitt, wahrscheinlich von den Pferdekutschen die durch das Tal fahren. Kurz vor der Hochstegenalm gibt es dann ein paar Stellen, die in den nächsten Tagen aper werden dürften, heute gings aber noch ohne Abschnallen. Nord-, ost- und westseitig ist ausreichend Schnee und die Hauptroute an der Gröbenalm sieht fast wie eine Piste aus. Alle südseitigen Hänge sind aber inzwischen bis in die Gipfelbereiche hinauf schneefrei. Vom eigentlichen Gröbner Hals stiegen wir noch auf das kleine Skihörndl direkt westlich auf (3 Stunden, 780 hm) und machten dort eine ausgedehnte Pause.
Die Abfahrt war dann leider Kategorie 2 Spaß, die Hänge zur Gröbenalm waren zwar schön firnig und man musste nur ein bisschen auf Steine aufpassen. Unterhalb der Alm war die Abfahrt aber schon im Schatten und überfror leicht. Trotzdem schafften wir es ohne Verluste auf die Forststraße und über diese dann im flotten Schuss, raus zum Auto (½ Stunde).

Was für eine coole Tour, ich bin wahnsinnig Stolz auf mein "kleines" Mädel. Sie macht ihrer Mutter schon fast Skitourenkonkurrenz.

Montag, Januar 05, 2026

Statt einer Zwischen-den-Jahren-Skitour, eine Im-Neuen-Jahr-Wanderung aufs Ebner Joch - 02.-05.01.2026

Da Samstag immer großer An-/Abreisestau ist, ließen wir das Auto stehen und wanderten zum Mittagessen nach Fischl (¾ Stunde, 210 hm) und danach wieder zurück. Da hat man dann auch gleich wieder ein paar Kalorien runter und das bei bestem Wetter.

Für Sonntag hatten wir uns, wie alle Jahre, zu unserer Zwischen-den-Jahren-Skitour verabredet. Nun war es inzwischen aber schon im neuen Jahr und Schnee gibts immer noch nicht. So wurde es eine Wanderung, aufs Ebner Joch, was mindestens genauso schön ist.
Hannes (Huhn) und ich starteten von Jenbach und in Eben (1 Stunde, 450 hm) stießen dann Hannes (Maaf) und Karin zu uns. Zusammen gings ratschend weiter über die Astenau (1 Stunde, 500 hm) aufs Ebner Joch (1 Stunde, 500 hm). Sonne und Windstille am Gipfel, da schmeckte die Brotzeit besonders gut und beim Abstieg machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Kirchenspitz (¼ Stunde), bevor wir uns vor der Astenau (½ Stunde) noch etwas sonnten. Zum Abschluss gabs in Eben (¾ Stunde) noch ein Schnitzel und ein Bier, was will man mehr an so einem Tagele mit guten Freunden.

Montag trafen wir uns noch mit den Innsbruckern zum Eislaufen auf der Außenbahn der Olympiaworld und schon waren die Ferien auch wieder vorüber. Schön wars, auch wenn der Winter im Moment etwas zu wünschen übrig lässt.

Sonntag, Dezember 14, 2025

Brecherspitz - Wandern mit Anna hoch über dem Spitzingsee - 13.12.2025

Seit Donnerstag war Karin mit Caro und unserem Bus in Saalbach, also musste ich mir etwas überlegen, da Anna den Wunsch geäußert hatte, wieder mal Wandern zu gehen. So etwas muss natürlich genutzt werden, wenn die Motivation mal von ihrer Seite kommt. Inzwischen habe ich schon eine gewisse Erfahrung mit der öffentlichen Anreise, nun benötigte ich nur noch eine Tour, die potentiell halbwegs schneefrei ist. Da fiel mir schnell der Ostgrat des Brecherspitz ein. Weitgehend südseitig ausgerichtet, Felsen und Grasflanken, die durch die Sonneneinstrahlung schnell schneefrei sein sollten, gut dass ich die Tour schon mit Paul gemacht hatte und daher relativ gut einschätzen konnte, ob und wo sich Probleme ergeben könnten.
Also starteten wir nach einem Frühstück im nebligen München. Schon auf der Fahrt zum Spitzingsattel entflohen wir dem Nebel und konnten die Sonne genießen. Der Aufstieg über den unmarkierten Pfad war, wie gehofft, weitgehend schneefrei und für die kurzen Passagen, wo noch ein wenig Schnee liegen geblieben war, musste ich nicht mal in die Trickkiste greifen. Seil und Grödel blieben im Rucksack und relativ schnell hatten wir den Ostgrat überwunden (1½ Stunden, 570 hm) und konnten eine ausgedehnte Pause am Gipfelkreuz einlegen. Im Gegensatz zum letzten Mal, war schon bei der Fahrt zum Spitzing die Idee gereift, nicht nach Süden abzusteigen, sondern nach Norden, über den Nordgrat nach Neuhaus (1½ Stunden, ↓900 hm). Damit würden wir uns den potentiell vollen Bus sparen und noch dazu eine neue Runde ausprobieren. Die Trickkiste konnte ich auch hier eingepackt lassen, über die Grödel waren wir aber beide im oberen Teil des Weges recht froh. Unterhalb etwa 1100 Metern liegt dann auch nordseitig kaum mehr Schnee.
Ein super schöner Samstag mit Anna. Es freut mich, dass die Kids immer noch (zumindest manchmal) unseren Enthusiasmus für die Berge teilen.

Sonntag, Oktober 19, 2025

Mit der Bahn zum Berg - Blankenstein und Risserkogel mit Paul - 17./18.10.2025

Verena und Max feierten gemeinsam ihren Geburtstag mit einer Übernachtung auf der Blankensteinhütte. Das war eine super Gelegenheit einen mir noch unbekannten Fleck der Bayrischen Voralpen zu erkunden. Da Karin und Anna mit dem Bus im Bayrischen Wald unterwegs waren, fuhren Paul und ich mit der BRB nach Tegernsee. Vom Bahnhof gings mit den Bikes weiter nach Rottach-Egern und hinauf zur Kistenwinterstube (1 Stunde, 260 hm, 10 km). War es hierhin schon steil, wurde die Straße Richtung Altem Wallberghaus noch steiler. Erst nach dem Sibli-Wasserfall legte sich die Straße wieder etwas zurück und nach der Abzweigung zur Blankensteinalm gings sogar kurz abwärts. Die letzten Meter zur Blankensteinhütte (wo auch der erste, versteckte Wegweiser steht) sind dann ein kleiner, unscheinbarer Pfad durch den Wald und plötzlich steht man auf der Lichtung mit der modernen, hellen Hütte (1 Stunde, 280 hm, 3,5 km).

Der Abend war dann super nett, wenn auch dunkel, weil die PV Anlage der Hütte nicht funktionierte. Störte uns aber nicht weiter und die einzigen anderen Gäste neben uns, eine Familie mit vier kleinen Kindern, auch nicht. Nach einer Nacht auf unseren Iso-Matten (ja, Matratzen oder Decken gibts auf der Hütte nämlich auch nicht), weckte uns die Sonne durch die bodentiefen Fenster.

Während die anderen den Wanderweg hinter der Hütte loswanderten, strampelten Paul und ich die Forststraße zur Blankensteinalm hinauf ( 20 Minuten, 120 hm). Hier trafen wir uns wieder und spazierten gemeinsam zum Riederecksee. Dort kehrten Verena und Amelie um, während wir anderen an der Südwand des Blankenstein entlang zum Blankensteinsattel aufstiegen (1 Stunde, 430 hm). Für Paul und mich gings kraxelnd weiter zum Gipfel des Blankenstein, wo wir kurz Pause machten, aber dann direkt wieder zum Sattel abstiegen (½ Stunde, 90 hm, UIAA 2). Hier trennten wir uns endgültig von Max, Quirin und Markus. Sie stiegen über die Rötenstein Alm ab, Paul machte eine Pause und stieg dann direkt zum Riederecksattel ab, während ich den kleinen Umweg über den Risserkogel nahm (¼ Stunde, 130 hm). Zurück an der Blankensteinalm (¾ Stunde) wechselten wir wieder auf die Bikes und fuhren die Trails an der Hütte vorbei hinunter zur Kistenwinterstube (½ Stunde, 3 km). Diesmal nahmen wir nicht die Valepp-Straße sondern den Fußweg, womit wir den Verkehr auf der Valepp-Straße umgingen und definitiv mehr Spaß als auf der Asphaltstraße hatten. Am See angelangt, hieß es nur noch zum Bahnhof Tegernsee zurückstrampeln (½ Stunde, 80 hm, 10,5 km), wo wir sogar ohne Wartezeit einen Zug nach München erwischten.

Was für ein schönes, kleines Abenteuer. Öffentlich in die Berge zu fahren, erweitert das Abenteuer um eine Dimension, aber wenn es so ganz ohne Probleme klappt, ist es einfach cool.

Dienstag, Oktober 07, 2025

Klettern und Biken am Gardasee - Tag der Deutschen Einheit im Valle di Bondo - 03.-05.10.2025

Schon ewig liegt mir Karin in den Ohren, mit einem kleinen Häuschen im Valle di Bondo am Gardasee. Unsere Ferien waren aber immer wieder anderweitig verplant, doch das verlängerte Wochenende zum Tag der Deutschen Einheit bot sich an, diesen kleinen Traum am „Ende der Welt" zu besuchen.

Nach einem Stopp bei meinen Eltern, gings zusammen mit den ersten Lastwagen über den Brenner. Früh genug wie sich herausstellte, denn ohne Stau konnten wir in Arco frühstücken. Gut gestärkt fuhren wir Richtung Ledro See, um im Klettergarten Regina del Lago klettern zu gehen. Der Zustieg zum Gebiet ist zwar nicht lang, aber am Anfang der Straße entlang, was nur mäßig Spaß macht (½ Stunde, 150 hm). Wir genossen die Sonne in Sektor B und kletterten Sopra und Sassicaia (beide 5c, ca. 10 m) so wie Flebo (6a+, 32 m), alles schöne Genussplatten. An Eros (6b+, 20 m) blieb es bei einem Versuch, an der Schlüsselstelle waren mir zu kräftige Züge an zu schlechten Griffen, beim nächsten Mal. Am Rückweg nahmen wir einen kleinen Umweg zum Bach hinunter und zur Pregasina-Straße, geringfügig länger, aber definitiv angenehmer als an der Val-di-Ledro-Straße entlangzugehen (¼ Stunde, 50 hm). Um den Tag abzuschließen, gabs noch einen Kaffee in Pregasina, bevor wir nach Tremosine hinauffuhren und unser kleines Häuschen im Valle di Bondo bezogen.

Den Samstag ließen wir dann ganz gemütlich angehen und nach einem späten Frühstück drehten Karin und ich eine Bikerunde auf den Passo Nota (1½ Stunde, 560 hm). Nach einem großen Teller Nudeln fuhren wir die alte Militärstraße zum Bocca di Faigole weiter (½ Stunde, 130 hm), wo wir die Räder kurz abstellten und zum Cima Traversole (1440 m) hinaufstiegen (¼ Stunde, 130 hm). Der unscheinbare Gipfel bietet einen wunderbaren Ausblick auf den See. Weiter gings durch mehrere Tunnels die, immer schmäler werdende, Militärstraße vom Passo Nota entlang, die schließlich zu einem Wanderweg wird (S1). Leider ist diese Passage relativ kurz und man trifft bald auf die Militärstraße die von Vesio heraufführt. Im oberen Teil mussten wir noch etwas aufpassen, wegen losem Schotter und einigen größeren Steinen, bald schon konnten wir es aber einfach laufen lassen. Am Ende der Straße bogen wir wieder ins Val di Bono ab und kurbelten kurz zurück zu unserer Unterkunft (1 Stunde, 30 hm). Was für eine schöne Kaffeerunde, nicht zu anstrengend und nie technisch anspruchsvoll, allerdings könnte ein Sturz an vielen Stellen eher unschön ausgehen. Bemerkenswert ist auch, dass wir inzwischen fast die einzigen mit Biobikes waren. Für die 850 hm und 22 km brauchten wir insgesamt mit Pausen 4¾ Stunden.

Der Sonntag begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel. So gingen wir noch eine Runde Klettern im Gebiet Valle di Bondo nur ein paar Minuten von unserem Haus weg. Die Felsqualität ist zwar nicht so überragend wie in den meisten anderen Gebieten rund um Arco, dafür waren wir aber auch allein. Nachdem wir alle Supersonica (5c, 20 m) geklettert hatten, fuhren wir runter nach Limone und nahmen die Strada della Forra, die "James Bond"-Straße, um nach Pieve di Tremosine zu gelangen. Dort aßen wir noch auf der Terrazza del Brivido, bevor wir uns, zusammen mit halb München, in den Stau gegen Norden stellten. Was für ein schönes Wochenende.

Dienstag, September 23, 2025

Untersberg Südwand mit Paul und Sonnenaufgang mit Karin am Rauhen Kopf- 20./21.09.2025

Nach den kühlen drei Wochen auf Island, begrüßte uns Bayern mit einem wunderschönen Spätsommer/Frühherbst. Das erste Wochenenede zurück verbrachten wir zu Walters Geburtstag im BGL. Bei diesem Wetter eine perfekte Gelegenheit mit dem Junior auf große Tour zu gehen, Klettern in der Untersberg Südwand (11 SL, UIAA 4-).

Von Ettenberg stiegen wir über den kleinen Waldweg zum Scheibenkaser auf (1½ Stunden, ↑650 hm). An den Hängen war ein massiver Windwurf, weshalb der Weg praktisch nicht mehr begehbar ist. Nach einer kurzen Pause im Schatten des Scheibenkasers gings weiter (mit einer weiteren Pause) zum Einstieg über ein Band links der Gelben Mauer (¾ Stunde, ↑300 hm). Hier pausierten wir nochmal ausgedehnt, da wir schon im Zustieg einer seeeehhhhr langsamen Seilschaft zugesehen hatten. Durch dieses Pause vermieden wir es praktisch die ganze Tour über auf diese Seilschaft aufzulaufen (wenn auch nur knapp). Die Kletterei in der (alte) Südwand ist dann einfach schön (die ersten Seillängen kannte ich schon vom Barthkamin mit Karin). Wobei ich mir im Nudelwalker, am Ende der ersten Seillänge, kurz überlegte, ob es so schlau war die Kletterschuhe zu Hause zu lassen. Am Ende waren sie definitiv nicht notwendig. Immer wieder wechseln sich in der Tour schöne feste Kletterstellen mit Bändern und Schrofen ab. Mehrere Seillängen ließen sich einfach zusammenhängen und so kamen wir relativ schnell an der Schlüssellänge, einem steilen Kamin, an. Dieser war dann so eng, dass ich mit dem Rucksack (ok, und auch mit meiner Hüfte) feststeckte. Nach umständlichem Rucksack Heruntergefummel, nachziehen und wieder Hinaufgefummle, war aber auch diese Länge purer Genuss. Die letzten Längen schossen wir das Seil dann auf und legten die Schrofen zum Gipfel frei zurück (2¾ Stunde, ↑250 hm). Was für ein schöner Nachmittag und zwischen drin wurden wir auch noch vom Rettungshubschrauber unterhalten, der in der Süd-Ost Wand jemanden mit dem Tau barg.

Nach den obligatorischen Fotos vor dem Kreuz, stiegen wir zum Stöhrhaus ab (¼ Stunde), wo wir eine ausgedehnte Pause mit Kuchen und Spezi in den Liegestühlen einlegten. Leider wird durch so eine Pause der Abstieg nicht kürzer und so mussten wir wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und uns auf den Weg zum Scheibenkaser machen. Da wir beide schon etwas müde waren, entschieden wir uns für den Weg übers Stöhrgatterl (¾ Stunde, ↑50 hm, ↓440 hm) und dann gings direkt weiter (diesmal über den normalen Weg) zum Parkplatz (½ Stunden, ↓630 hm).
Was für ein cooler Tag mit Paul, schön mit ihm inzwischen richtige Touren gehen zu können.

Sonntag gings dann mit Karin zum Sonnenaufgang auf den Rauhen Kopf. Um 5 Uhr starteten wir von der Kastensteinerwand übers Blaue Kastl und schafften es als Punktlandung zusammen mit der Sonne auf den Gipfel (1¾ Stunde, ↑830 hm). Beim Abstieg nahmen wir noch den Kleinen Rauhen Kopf mit (¼ Stunde, ↑20 hm), auf dem inzwischen ein schönes, kleines Kreuz (Marterl) steht und begegneten erst kurz vor dem Auto (1 Stunde) den ersten paar anderen Wanderern.
Schöne Einsamkeit auf unserer Seite des BGL, am Hocheck hatten wir nämlich die Stirnlampenkaravane vom Watzmann Haus hinauf gesehen.

Sonntag, September 21, 2025

Island - If you don't like the weather, wait five minutes - 23.08.-15.09.2025

Island war schon lange ein Traum für uns. Eigentlich wollten wir immer mit dem Bus hin, aber alleine für die Anreise fast eine Woche, das macht es ohne Elternzeit/unbezahlten Urlaub fast unmöglich. Außerdem sind wir ja auch noch an die Ferien gebunden. Auf der anderen Seite, keiner weiß wie lange die Kids noch mit uns in den Urlaub kommen. Also fliegen. Drei Wochen ist auch nicht schlecht. Nur unsere typische Urlaubszeit, Ende August/Anfang September ist nicht ganz ideal, zumindest dürfte es nicht so heiß wie in Sizilien vor drei Jahren werden.
 
Als wir unseren Mietwagen in Keflavík abholten, zeigte sich das Wetter auf jeden Fall von seiner garstigen Seite, Regen der horizontalen Sorte. Die Dame von der Vermietung warnte uns noch eindringlich vor dem Zeltdach bei Wind, nicht beim Schlafen, sondern beim Fahren sollen wir aufpassen. Im Sturm waren wohl an dem Wochenende zwei Dächer in den Westfjorden abhanden gekommen. Mit den guten Tipps im Gepäck steuerten wir unseren ersten Bonus und dann den Campingplatz in Grindavík an. Was uns dabei gar nicht so bewusst war, das Lavafeld auf dem  Weg dorthin ist ziemlich frisch. Überall dampfte es und am Campingplatz waren Evakuierungsschilder angebracht. Im Moment gibt der Fagradalsfjall aber Ruhe. Keine Ruhe gaben dafür Regen und Wind, sodass wir am Morgen mehrere Liter Wasser im Zelt stehen hatten. Vor allem Karins Schlafsack war komplett durchgeweicht. Was für ein toller Start. Damit begann auch unsere Suche nach einem Campingplatz mit Trockner. Kleiner Spoiler, nicht das einzige Mal. Diesen fanden wir in Stykkishólmur auf der Snæfellsnes Halbinsel. Dorthin durchquerten wir nochmal das Svartsengi Lavafield (2024 Eruption), sahen uns die Blue Lagoon von außen an und unternahmen eine kleine Wanderung an den heißen Quellen bei Krýsuvík auf den Haverafjall (308 m) (¾ Stunde, 150 hm, 2,5 km). Ein langer Tag, aber wir bekamen alles trocken und die Nacht in Stykkishólmur blieb, bis auf einen kurzen Guss, auch trocken. Da wir nun mal schon auf der Snæfellsnes Halbinsel waren, bestiegen wir am nächsten Tag den Kirkjufell (463 m) (1¼ Stunde, 450 hm). Nette kleine Tour, teilweise mit Fixseilen versichert und bei Nässe sicher ganz schön blöd, aber mit einem tollen Blick in die Bucht. Paul und ich spazierten noch zum Nordgipfel und zurück (¼ Stunde, 50 hm), bevor wir alle wieder abstiegen. Etwas weiter westlich wanderten wir zum Svöðufoss und ganz im Westen besuchten wir den Saxhóll, einen erloschenen Vulkan. Um die Runde abzuschließen fuhren wir noch an Lóndrangar, ein paar Felstürme an der Küste und Gatklettur, einem Felsentor in Arnarstapi, vorbei. Eher zufällig fanden wir noch die Rauðfeldsgjá Schlucht, in die man reinkraxeln kann. Auf dem Weg zu unserem Camping an der Guðrúnarlaug stoppten wir noch an der Búðakirkja in Búðir und beendeten unseren Tag mit der ersten Schotterpiste, etwas wirklich besonderes…naja, mit ein paar Tagen Abstand, nicht mehr wirklich, irgendwann hing uns das Geholper auf der Reise ganz schön bei den Ohren raus. Aber so weit war es noch nicht.

Nach unserem morgendlichen Bad in der Guðrúnarlaug ging’s in die Westfjorde, zu unserem ersten Stopp in Flókalundur. Hier war dann auch meine erste richtige F-Road, die F66 Kollafjarðarheiði. Eine Bergstraße, aber ohne wirklicher Furt, damit überhaupt kein Problem mit unserem Karpatenmuli. Um uns den Staub der Straße runter zu waschen sprangen wir noch in die Hellulaug, ein kleiner heißer Naturpool direkt am Meer. Die Nacht war dann nicht nur die erste ohne Regenguss, sondern auch mit einer Aurora, was für ein Empfang in den Westfjorden. Unseren Tag begannen wir mit einer kleinen Wanderung zu einem namenlosen Wasserfall bei Flokalundur (¾ Stunde, 50 hm, 2 km), bevor wir uns das endlose Schottergerumple nach Látrabjarg antaten. Látrabjarg ist bekannt für die Brut von Papageientauchern. Leider waren diese für dieses Jahr schon ausgeflogen, die Wanderung an den Klippen entlang war trotzdem richtig schön und erinnerte mich sehr an die Cliffs of Moher in Irland (1½ Stunden, 200 hm, 5 km). Auf dem Rückweg besuchten wir noch Rauðasandur, einen zehn kilometerlangen Sandstrand. Der Camping in Tálknafjörður lag dann direkt neben dem Schwimmbad, in dem wir uns in der Früh von der Nacht (und dem Aurora-Schauen) aufwärmten. Die Fahrt weiter führte uns am Dynjani Wasserfall vorbei (¾ Stunde, 100 hm), über die alte Passstraße nach Pingeyri und nach Isafjördur. Wo der Camping direkt am Fuße des Bunárfoss liegt, Abendspaziergang zum Wasserfall natürlich inklusive (½ Stunde, 250 hm, ¼ Stunde Abstieg). Da die ganze Nacht der Nebel über Isarfjördur hing, hatten wir wenig Hoffnung am Kaldalón einen Blick auf die Gletscherzunge des Drangajöklls zu werfen. Je weiter wir aber nach Osten kamen, umso besser wurde das Wetter und im Skötufjördur sichteten wir dann sogar mehrere (Mink)Wale direkt von der Straße aus. Bei so gutem Wetter mussten wir natürlich auch den nördliche Teil der F66 mit der dortigen Furt fahren und in der Einsamkeit der Kollafjarðarheiði unser kleines Mittagessen genießen. Die Wanderung vom Kaldalón zur Gletscherzunge ließen wir dann aber ausfallen, zu langweilig sah der kilometerlange Talhatscher aus. Dafür spazierten wir noch in Dalbær Snæfjallaströnd zur Kirche (1 Stunde) und ich stieg anschließend den Kamm über dem Flugfeld auf (1 Stunde, 250 hm). Dabei stolperte ich fast über zwei Polarfüchse, die scheinbar genauso überrascht waren wie ich. In der Nacht sahen wir dann die letzte Aurora, wenn auch nur ganz schwach, weil es bis kurz vor der Dämmerung geschüttet hatte und es erst zusammen mit dem ersten Licht im Osten aufklarte. So war die Nacht zwar feucht, der Morgen startete aber sonnig und wir konnten das Zelt schön trocknen, bis wir unser Zelt abbauten, da schüttete es nämlich wieder. Gut, wir hatten zwar meistens Glück und das Zelt trocknete vor dem Abbau, aber es war auch nicht das erste Mal, dass wir ein nasses Zelt einpackten. Neu war aber, dass wir an diesem Tag (und Nacht) keine Möglichkeit fanden das Zelt wieder zu trocknen. Es schüttete den ganzen Tag, zur Krossneslaug, beim Abstecher in einer verlassenen Konservenfabrik in Ingólfsfjörður und bei unserer Ankunft am Camping. Dieser hatte einen großen Gemeinschaftsraum, in dem wir nicht nur das Zelt aushängten, sondern auch unsere Matten auswarfen und dort schliefen. Zum Glück waren wir alleine, außer zwei Off-Roader Paaren, die mit ihrem Defender und Jimny die F26 gefahren waren und weiter in die Westfjorde wollten. Die störten sich nicht an uns. Unsere Nacht war also trocken, leider war das Dachzelt der Kids auf der Wetterseite nicht komplett zu, somit stand das Wasser unter bzw. in der Matratze. Wenn’s läuft, dann mal richtig. Aber warum sich aufregen, wenn man es eh nicht ändern kann. Wetterbesserung war auch nicht in Sicht, also fiel die Campingwahl auf einen Platz mit großem Gemeinschaftsraum und eigenem Hot Pot. Auf dem Weg dorthin waren dann Museen angesagt. Zuerst moderne Kunst in der stillgelegten Heringsfabrik in Djúpavík und dann noch das Hexenmuseum Hólmavík. Beide super spannend und so störte der Regentag auf der Fahrt nach Reykjaskólavegur nicht wirklich.
2025_08_23-31_Westfjorde

Den Westfjorden hatten wir nun den Rücken gekehrt, das Wetter blieb aber schlecht. Zwar bekamen wir das Dachzelt (also die Matratze) trocken, es stürmte aber so sehr, dass wir das kleine Zelt nicht aufstellen konnten. Der Karpatenmuli wurde am Schotterparkplatz im Windschatten des Küchengebäudes geparkt und für uns stand schon wieder eine Nacht im Gemeinschaftsraum an. Dafür besserte sich das Wetter, zumindest im Nordwesten. Vor allem für Blönduós sah es vielversprechend aus, wenig Wind und wolkenlos. So fuhren wir „nur" die nächste Halbinsel aus. Aber auch das hatte einiges zu bieten. In Illugastadir beobachteten wir Robben mit ihren Jungtieren. Hvítserkur, einem Felsentor vor der Küste und der Basalt Festung Borgarvirki statteten wir einen Besuch ab und am Campingplatz in Blönduós waren wir so früh, dass wir nicht nur unsere Wäsche waschen konnten, sondern auch noch einen Spaziergang auf die Insel Hrútey im Blanda River unternehmen konnten. Die Off-Roader bei Krossnes hatten uns von Grettislaug erzählt, zwei kleinen Pools direkt am Meer. Hier badeten wir und planten den nächsten Abschnitt. Zunächst stoppten wir gegenüber, auf der anderen Seite des Fjords, bei der Grafarkirkja in Hofsós, der ältesten Kirche Islands und dann bei der Fosslaug in Varmahlíð. Hier badet man direkt am Kopf des Wasserfalls, wie man aus dem Namen schon schließen kann. Die Nacht bei Akureyri war dann wieder feucht und der Camping riesig und für unser Gefühl ganz schön voll, naja inzwischen sind wir auf der Ringroad angekommen und etwas verwöhnt von den Westfjorden.
Da das Wetter ganz im Norden (Húsavík und die nördlichen Fjorde) leider sehr schlecht vorher gesagt war, begruben wir den Plan auch diesen Teil der Insel komplett zu umrunden und machten uns stattdessen auf den Weg zum Mývatn. Vorbei am Goðafoss und mit den Kids umrundeten wir den Skútustaðir (¾ Stunde, 3 km), einen kleineren See südlich des Mývatn, mit einem tollen Infozentrum. Am Dimmuborgir Lavafeld streikten die Kids dann und blieben im Auto, während Karin und ich zur „Kirche“ spazierten (1 Stunde, 4 km). Bei der Wanderung auf den Hverfell (452 m) begleitete uns dann zu mindestens Paul (1¼ Stunden, 200 hm, 4,5 km).  Die Grjótagjá, bekannt aus der GoT Szene zwischen John Snow und Ygritte, sahen wir uns wieder alle gemeinsam an.  Leider ist das Wasser dort inzwischen viel zu heiß um zu baden. Um den Tag abzuschließen machten wir noch alle einen Spaziergang über Hverir, einem geothermalen Feld, und zum Dettifoss, dem wasserreichsten Wasserfall Europas.
Wie so oft regnete es in der Nacht, aber die Sonne am Morgen ließ schnell wieder alles trocknen. Trotzdem war uns kalt und wir waren feucht. So legten wir eine Aufwärmpause im Schwimmbad von Egilsstaðir ein, aber erst nach einem Abstecher am Stuðlafoss und einer Wanderung zur Stuðlagil Schlucht (1½ Stunden, 100 hm, 5,5 km). Die Schlucht war übrigens bis dato „the most over-rated place" der Reise, Massen an Menschen und durch den Regen der letzten Tag ein so hoher (und brauner) Wasserstand, dass ein Wandern in die Schlucht unmöglich war. Die Nacht verbrachten wir dann im äußersten Osten, dem Fährhafen Seyðisfjörður. Ein pittoresker Ort, mit Regenbogengasse und schöner Kirche, in der wir der Orgel-/Gesangsprobe beiwohnen konnten. Am nächsten Tag gings wieder zurück nach Egilsstaðir und zum Hegifoss (1½ Stunden, 260 hm), auch hier wieder ein Touri Hotspot, aber die geologische Schichtung des Falls ist wirklich schön. Um wieder etwas abseits der Ringroad Touristen zu reisen, machten wir einen Abstecher an Kárahnjúkavirkjun, einem riesigen Staudamm (700 Meter breit und 200 Meter hoch) nördlich des Snæfell (1833 m). Von hier nahmen wir den östlichsten Teil der F910 (Austurleið), um zur Laugavallalaug, einer warmen Quelle, die als kleiner Wasserfall zum Baden einlädt. Über die F907 (Brúarvegur) gelangten wir schließlich zum Camping an der kleinen Alm Sænautasel. Die Nacht hier im Hochland wurde empfindlich kalt, so wärmten wir uns bei Tee, Kaffee, heißer Schokolade und Pancakes im ehemaligen Schafstall der Alm auf. Dieser Tag wurde leider einer unserer „Regentage". Bei leichtem Regen gings das letzte Stück F-Road zurück auf die 1 und nach Egilsstaðir. Der Regen intensivierte sich und so stoppten wir nur kurz bei Djúpivogur und am Snædalsfoss, bevor wir entschieden kurzfristig vier feste Wände für die Nacht zu mieten. Im Glacier World - Hoffell Guesthouse konnten wir nicht nur unsere gesamte Ausrüstung trocknen, sondern auch die hauseigenen Hot Pots mit Blick auf den Hoffellsjökull nutzen, dem wir natürlich an diesem Abend auch noch einen Abstecher abstatteten.

Der nächste Tag startete dann, wie der letzte begonnen hatte, mit Regen und Sturm, so wurden wir am Diamond Beach durch den horizontalen Regen so nass, dass uns allen die Lust am Aussteigen verging. Gut, man kann ja auch viel mit dem Auto machen, zum Beispiel die Heizung auf Maximum stellen und einer Piste auf den Breiðamerkurjökull zwischen Jökulsárlón und Breiðárlón fahren. Ziemlich spannend, vor allem wenn man das erste Mal realisiert, dass man inzwischen auf schuttbeladenen Gletscher fährt. Karin und ich stiegen am Fjallsárlón noch aus, die Kids bekamen wir aber erst am Svínafellsjökull wieder aus dem Auto heraus. Das Wetter hatte sich endlich gebessert und wir konnten gemeinsam eine kleine Runde auf den Gletscher machen (1¼ Stunden). Als wir dann in Skaftafell ankamen, konnte man das Wetter schon fast gut nennen. In der Früh weckte uns sogar die Sonne und wir unternahmen eine Wanderung zu den Wasserfällen in Skaftafell (2 Stunden, 300 hm, 6 km). Dass das isländische Wetter recht wechselhaft sein kann, wussten wir ja schon, aber dieser Tag war wirklich extrem. Wir sahen uns an diesem Tag Wasserfälle an, deren Wasser nach oben floss (oder wehte) und in Vik, als wir uns die „Sneaker Waves“ am Reynisdrangar ansahen, empfing uns wieder Regen und Sturm. 10 Kilometer weiter westlich und eine ½ Stunde später wanderten wir schon wieder in der Sonne zur Seljavallalaug, (¼ Stunde Fußweg) und auch am Camping Skógafoss war es nur bewölkt, aber trocken.
Die Nacht war ausnahmsweise fast windstill und auch ohne Regen, dafür riss uns asiatisches Geschnatter aus unseren Träumen. Zwei Asiatinnen hatten sich unseren Karpatenmuli ausgesucht, um davor Selfies zu schießen, leider mit dazugehöriger Geräuschkulisse. Auf Karins Ansprache reagierten die beiden leider gar nicht, erst als Karin sie mit einem „Gsch-Gsch" davonjagte, hatten wir wieder unsere Ruhe. Da wir nun aber schon mal munter waren, unternahmen wir noch eine Wanderung am Skógafoss (1 Stunde, 160 hm, km), bevor es weiter, bzw. wieder zurück, zum Sólheimajökul ging. Für eine Wanderung am Gletscher und den dortigen Gletscherhöhlen hatten wir leider keine Ausrüstung dabei, aber auch der Weg zum Gletscher war ziemlich beeindruckend (1 Stunde, 100 hm, 3,5 km). Bevor wir nun in den „Golden Circle" einbogen, gings noch hinter den Seljalandsfoss und in die enge Spalte des Gljúfrabúi.
Wie schon die letzten zwei Wochen, suchten wir unseren Schlafplatz mit Hilfe der Veður App (offizielle App des isländischen Wetterdienstes) und die zeigte für den Nordwesten des Golden Circles halbwegs stabiles Wetter, naja zumindest für isländische Verhältnisse. So steuerten wir direkt den Geysir an und stellten uns auf den Camping neben diesem. Der Vorteil: man kann am Abend und in der Früh fast alleine an den Geysiren sein. Und so konnten wir dem Strokkur Geysir (das ist der kleinere Geysir, etwa 20 Meter hoch) zum Sonnenuntergang wie auch zum Sonnenaufgang zusehen. Der große Geysir (ca. 70 Meter) schläft leider seit einigen Jahren. Bevor wir weiter zum Gullfoss fuhren, spazierten Karin und ich noch eine kleine Runde zu den Geysir-Aussichtspunkten, etwas oberhalb des Geysirparks (¾ Stunde, 80 hm, 2 km). Am Gullfoss zeigte sich dann eine leichte Wasserfallmüdigkeit der Familie. Paul meinte nur: „Mir hängen diese Wasserfälle inzwischen am Arsch heraus!" Dafür war noch keiner Laugmüde, weshalb der Besuch in der Secret Lagoon in Flúðir wesentlich positiver von allen aufgenommen wurde. Bevor wir unser Lager am (fast komplett leeren) Camping Úlfljótsvatn, südlich von Pingvellir aufschlugen. Stoppten wir noch am Kerið Kratersee und wanderten einmal rundherum, natürlich bei Regen. Den Abschluss im Golden Circle machte dann der Nationalpark Thingvellir. Hier wanderten wir entlang der Europäisch-Amerikanischen-Plattengrenze und sahen den Tauchern und Schnorchlern an der Silfra Spalte zu.

Unsere Reise neigte sich langsam dem Ende zu und so entschieden wir uns nun Reykjavik zu erkunden. Der Campingplatz in Reykjavik ist so teuer (die meisten Campingplätze in Island sind teuer, für das was sie bieten, aber die Plätze in und um Reykjavik sind nochmal eine ganz eigene Kategorie), dass wir uns entschieden eine kleine Wohnung zu mieten und in der Stadt die Vorteile von trockenen, festen vier Wänden zu nutzen. Wie in den meisten isländischen Städten besuchten wir zuerst ein öffentliches Bad, die Vesturbæjarlaug und bestaunten dann diese vielfältige, quirlige Stadt. Wir aßen Fish and Chips im Reykjavik-Fish, Crêpes im Café Babalu und Hummersuppe in der Seegräfin. Und, um eine der Fragen in einem unserer Lieblingsspiel endlich abschließend beantworten zu können (Wo bitte ist Umtata) besuchten wir das Penismuseum (fragt bitte nicht, wer Penisse sammelt). Aber nach zwei Tagen Stadt, zog es uns doch wieder hinaus. Diesmal zum geothermalen Feld von Hveragerði, dort kann man nämlich eine kleine Wanderung zu den heißen Quellen von Reykjadalur machen (1 Stunde, 250 hm, 3,6 km). Definitiv kein Geheimtipp, aber wenn man später am Nachmittag kommt, hat man noch ein bisschen Restsonne an den Badestellen und die Menschenmassen werden etwas weniger. Karin und ich umrundeten (bzw. ich kraxelte noch rauf) den Ölkelduhnúkur (440 m)(1 Stunde, 220 hm3,5 km), bevor wir uns ein Bad im heißen Fluss gönnten, der übrigens am oberen Ende so heiß ist, dass man sich verbrühen würde. Am Abstieg sahen wir uns noch ein paar der heißen Krater an (¾ Stunde, 60 hm, 3,6 km) und am Abend stellten wir unser Zelt am einzigen gratis Campingplatz Islands auf, am Gata Free Camping (qualitativ übrigens nicht viel schlechter als manch anderer Campingplatz).
Am letzten Tag auf Island umrundeten wir noch die Reykjanes Halbinsel, die wir ganz am Anfang unseres Urlaubs kurz besucht hatten (Grindavik!). Am Weg dorthin sahen wir noch ein letztes Mal Seehunde an der Küste und am Fagradalsfjall Vulkan östlich von Grindavik wanderten wir ins Nátthagi Valley, einem kleinen Tal in dem es seit 2022 fast jährlich Ausbrüche gegeben hatte, den letzten noch bis etwa Februar 2025. Beeindruckend, das noch immer dampfende Lavafeld, wenn man entlang des Langihryggur (296 m) Ridge wandert (1 Stunde, 250 hm, 3 km). Wie immer gab es kurze Regengüsse (horizontaler Art), weshalb Karin und die Kids wieder zum Auto zurückgingen, während ich noch auf den Stóri Hrútur (357 m) und einen vorgelagerten View Point stieg, um mir den neuesten Krater im Geldingardalir anzusehen. Zurück zum Parkplatz brachte mich dann der Hrútatalur Trail (1½ Stunden, 450 hm, 6 km). Hier war auch wieder Sonne und Wind, also die perfekten Bedingungen, um die Ausrüstung ein letztes Mal zu trocknen. In Grindavik fanden wir die Spalten und das nahe Lavafeld immer noch gleich beeindruckend wie vor drei Wochen, am Anfang unserer Reise. Diesmal durchquerten wir das Lavafeld aber nicht, sondern blieben an der Küste. Sahen uns die Gezeitenpools von Brimketill und die Thermalquellen Gunnuhver nahe des Reykjanes Lighthouse an. Vor dem Leuchtturm sind noch ein paar schroffe Felsen vorgelagert, Valahnúkamöl, und ein paar Kilometer weiter trifft man wieder auf die Kontinentalplattengrenze. In diesem Fall führt die „Bridge Between Continents" darüber. So endete unsere Reise nach 4200 Kilometern, in der Nähe des Flughafen Keflavik mit einer, wie sollte es anders sein, regnerischen und vor allem kurzen Nacht, da wir unser Auto um 5 Uhr Früh abgeben mussten, um unseren Flug ins warme und sonnige München zu erwischen.

Ein Urlaub, der in vielen Aspekten anders als geplant und/oder vorgestellt war. Was aber nicht heißen soll, dass er schlecht war, eher unerwartet und spannend. Es war vor allem anstrengend, nicht nur das Wetter, sondern auch die unglaublich vielen verschiedenen Eindrücke. Wir werden Island sicher wieder besuchen. Karin möchte gerne noch den Norden sehen und mich zieht es ins Hochland. Auf jeden Fall sind wir beim nächsten Mal keine Islandneulinge mehr und machen hoffentlich den ein oder anderen Anfängerfehler weniger.

Donnerstag, August 21, 2025

Sommer auf der Guggi - 15-17.08.2025

Alle Jahre wieder, diesmal zum 15. Mal, besuchten wir Dani auf der Guggi. Wie immer war Martina mit dabei, Carolin hatte Zeit und Chi Chi kam auch mit. Unser nettes Grüppchen traf sich am Freitag zur ersten Bahn nach Grindelwald und weiter zum Eigergletscher. Zusätzlich zu unseren Essensvorräten waren Paul und ich auch noch mit dem Eiszeug aufgepackt, weil wir uns am Nollen austoben wollten. Zu zweit zogen wir vorne weg, während die anderen sechs gemütlich hinterherzuckelten. Trotz meiner Erkältung letzte Woche und den schweren Rucksäcken lief es ganz gut und so kam ich gefühlt mit einer neuen Bestzeit an der Guggi an (1:37 Stunden, ↑700 hm, ↓220 hm). Als Paul eine ½ Stunde später ankam, war schon die Fahne gehisst und alles vorbereitet, damit er sich ums Feuer kümmern konnte.
Wie immer verbrachten wir einen Schlemmernachmittag auf der Terrasse, bis uns ein Gewitter mit Hagel in die Hütte trieb. Schon davor waren mir am Weg zum Keller die Haare zu Berge gestanden und als ich die Fahne einholte, bekam ich sogar einen Schlag. Aber pünktlich zum Sonnenuntergang zeigte sich die Sonne wieder, auch wenn Paul und ich nichts davon mitbekamen, da wir früh ins Bett gingen.

Wenn der Wecker läutet, ist das selten angenehm. Um ¾ 4 Uhr ist es allerdings ganz besonders unschön! Nach dem Eisantesten im letzten Jahr, hatten wir uns diesmal den Nollen zum Ziel gesetzt. Langsam und mühsam ging es durch die Dunkelheit hinauf zum Mönchsplateau (1 Stunde, 300 hm) und zum Firnfeld unterm Nollen (1 Stunde, 220 hm). Inzwischen war es hell und die Bedingungen sahen gar nicht so schlecht aus. Die ganze Zeit über hatte ich mir Gedanken gemacht, wie ich Paul über den Nollen hinauf und noch viel wichtiger, wieder hinunter bringe. Es ist nämlich so, wenn man das Rucksackpacken nicht überwacht, bleibt mit Sicherheit etwas wichtiges zu Hause. Die Dreilagenjacke konnten wir relativ einfach mit Karins Jacke substituieren, der vergessene Gurt war da schon schwieriger zu ersetzen. Zum Glück verstehe ich zumindest die Grundlagen der behelfsmäßigen Bergrettung und mit ein paar Bandschlingen im Rucksack, war schnell etwas gebastelt. Nicht ideal, aber auch kein Weltuntergang. Wirklich gebraucht haben wir den "Gurt" dann aber nicht. Paul hatte kurz unter dem Nollen genug (½ Stunde, 130 hm) und so kehrten wir um. Spannend war es trotzdem, beim Abstieg stolperte Paul nämlich im letzten Abschnitt des Firnfelds und obwohl das Firnfeld dort schon sehr flach ist, brauchte Paul ziemlich lange, um sich zu bremsen. Eine gute Übung für den Fall der Fälle, wenn das Gelände mal nicht so gutmütig ist. Um uns von dem Schreck zu erholen, legten wir dann eine ausgedehnte Pause ein und machten Brotzeit, bevor wir wieder zur Guggi abstiegen (1¼ Stunde). 

Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder mit Essen, Schlafen und Ratschen. Ein ordentliches Gewitter, diesmal ohne Hagel, verhagelte uns leider den Sonnenuntergang und nach einer entspannten Nacht, einem Frühstück aus den Resten und dem Aufräumen der Hütte, hieß es wieder Lebewohl sagen. Der Abstieg mit Chi Chi gestaltete sich dann fast noch als Herausforderung. So kam sogar mein Seil noch zum Einsatz. Am Trümmelbach trafen wir uns alle wieder (2½ Stunden) und stiegen zusammen zurück zur Station Eigergletscher auf (20 Minuten, 220 hm).

Wie jedes Jahr ein super schönes Wochenende, auch wenn wir diesmal noch am Abend zurück nach München mussten, weil auf Karin und mich am Montagmorgen die Arbeit wartete.

Freitag, Juni 27, 2025

New York City und Maine - Klettern und Sightseeing an der US Ostküste - 07.-21.06.2025

Eigentlich wollten wir mit Chanti, Joël und Jari zu Pfingsten in der südlichen Bretagne Surfen gehen. Leider fiel das ganze aus gesundheitlichen Gründen ins Wasser und so mussten wir uns relativ kurzfristig überlegen, was wir machen wollen. Auf 3000 Kilometer Gegurke ohne die Schweizer, hatten wir nur bedingt Lust und so entstand noch am gleichen Abend ein Alternativplan. Flüge sind ja schnell gebucht und so saßen wir drei Wochen später in einem A380 nach New York.

Wenn man das Chaos in JFK mit etwas Gleichmut nimmt, kommt man relativ entspannt öffentlich nach Manhattan. Und nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgeladen hatten, spazierten wir noch durch Chinatown, bevor wir wie tot ins Bett fielen. Die nächsten sechs Tage waren dann ähnlich anstrengend. Wir besuchten das 9-11 Memorial, das Empire State Building, die Freiheitsstatue und Ellis Island, machten eine Rundfahrt am East- und Hutson River zum Sonnenuntergang und entspannten uns im Highline Park und beim Bouldern im Central Park (Rat Rock). Den einzigen Regentag verbrachten wir im American Museum of Natural History, dem Guggenheim und dem MoMA. Natürlich durften neben dem Empire State Building auch die Aussichtsplattformen in den Hudson Yards (The Edge) und am Rockefeller Center (Top of the Rock), so wie ein Besuch auf der Intrepid nicht fehlen.
2025_06_07-13_NYC

Nach einer Woche Großstadt flüchteten wir in die Catskill Mountains, um genau zu sein in die Shawangunks. Schon vor 16 Jahren waren Karin und ich hier Klettern und das wollten wir natürlich auch den Kids zeigen. So verbrachten wir den Freitagnachmittag bei perfektem Wetter in den Trapps (Section Überfall). Alle kletterten wir die erste Seillänge von Betty (2 SL, 5.3) und mit Paul kletterte ich diese wunderschöne Anfängertour als MSL. Zum Abschluss des Tages hängte ich noch die zwei Seillängen von Jackie (2 SL, 5.5) zusammen und seilte mich über die Stände wieder ab.
Über Nacht regnete es leider. Zwar hatte der Regen am Morgen aufgehört, aber der Fels war definitiv zu nass, um zu klettern (auch wenn einige Seilschaften am Werkeln waren). Wir entschieden uns für eine Wanderung entlang der Undercliff Road (1½ Stunde, 30 hm, 4,8 km) und über den Giants Workshop und den Humpty Dumpty Trail zum Artists Rock (¾ Stunde, 150 hm, 1 km). Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf den Mohonk Lake. Nach einer kurzen Pause machten wir uns an den Abstieg über den Giant Trail und den Giants Workshop (¾ Stunde) und über den Old Minnewaska Trail (1 Stunde, ↑50 hm, ↓130 hm, 3,7 km) zum Swimming Hole (wo Paul natürlich, trotz eisigen Temperaturen, ins Wasser sprang) und dem Shongum Path (¼ Stunde, 100 hm, 1 km) zurück zum Auto. Der Fels hatte inzwischen aufgetrocknet und so hakte ich noch Rhododendron (5.6) und Laurel (5.7) am Überfall ab. Ein ziemlich produktiver Tag.

Auch wenn die Gunks wunderschön sind, wollten wir auf dieser Reise auch etwas Neues sehen. So durchquerten wir das grüne Vermont und New Hampshire, um an die Atlantikküste und nach Maine zu gelangen. In Ogunquit legten wir einen Stopp ein, spazierten den Marginal Way und aßen am Strand unsere erste Lobster Roll. Nach einem zweiten Fahrtag erreichten wir auf Mount Desert Island den nord-östlichsten Nationalpark der USA: Acadia. Vom höchsten Berg, dem Cadillac Mountain, den man auch noch mit dem Auto erreichen kann, hat man eine tolle Übersicht über die Insel. Wir besuchten Sand Beach, wo ich eine kleine Runde zum Great Head drehte (½ Stunde, 60 hm, 2,5 km), sahen uns die Kletterrouten am Otter Cliff an und fuhren die Park Loop Road. Ein langer erster Tag im Nationalpark. Dienstagvormittag stand im Zeichen von Topropeklettern am Otter Cliff. Zum Glück hatte ich mir die möglichen Verankerungspunkte am Vortag angesehen, so hatte ich eine ungefähre Idee was ich machen wollte, mitten in den gefühlt 100 Seilschaften. Übrigens ist auch Toprope ziemlich spannend, wenn man seinen Stand selbst bastelt. Paul und ich kletterten im Sektor Ampitheater Seabreeze (5.5), Rolling Swells (5.7) und Wave Action (5.6). Danach baute ich mir noch einen Stand am Seastack für die Wiessner Route (5.9). Alles zusammen sehr schöne und lustige Kletterei.
Die Temperaturen waren ziemlich schnell gestiegen und da es im Gegensatz zu den Tagen zuvor kaum Wind gab, war es fürs Klettern fast zu heiß. Zum Glück findet man hier für jede Temperatur und jedes Wetter eine schöne Aktivität. Im Wald über dem Echo Lake stiegen wir den Beech Cliff Trail (½ Stunde, 160 hm, 1 km) zum Beech Cliff auf und wanderten über einen kleinen Loop und das Canada Cliff wieder zurück zum Echo Lake Beach (1½ Stunde, 50 hm, 2,6 km). Dort sprang Paul sogar noch ins Wasser. Was für ein Tag.

Leider neigte sich unser Urlaub dem Ende zu und so mussten wir langsam aber sicher den Rückweg in den Süden einschlagen. Dabei zeigte uns Maine auch seine neblige/regnerische Seite. In Bucksport hingen die Wolken so tief, dass wir kaum die Brücke über den Penobscot River sahen. Eine super Stimmung, um sich Fort Knox anzusehen und Karins geliebte Outlets und einige Leuchttürme zu besuchen und stolperten so auch noch aus Zufall über Eartha. Im Süden besserte sich das Wetter aber schnell wieder und so verbrachten wir noch einen Strandnachmittag in Ogunquit.

Da unser Rückflug von Boston aus ging, war klar wo unsere Reise enden würde. Auf dem Weg dorthin kamen wir aber noch in Salem vorbei. Eigentlich stoppten wir dort wegen dem Hexenwahn Ende des 17ten Jahrhunderts, aber wie so oft, fanden wir zufällig ein tolles Museum. Das „Urban Museum", bestehend aus tollen Murals im Hafenviertel.

Vor 16 Jahren hatten wir nur sehr begrenzt Zeit uns Boston anzusehen, diesmal blieben aber fast zwei Tage. Und diese nutzten wir für den Freedom Trail, der an allen historisch relevanten Orten in der Stadt vorbeiführt, sahen uns die USS Constitution und die USS Cassin Young an und verbrachten einen gemütlichen Abend in einem Irish Pub mit Livemusik. Was für eine quirlige Stadt, voller Leben. Unser letzter Stopp, vor unserem Rückflug war dann noch Camebridge. Das M.I.T. und Harvard sind definitiv einen Besuch wert.

Und so endete unser genialer Trip, ein Hopser zügig über den Atlantik und direkt vom Flughafen in die neu eröffnete Georgenschwaige.
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Sonntag, März 09, 2025

Faschingsferien in Surcuolm - 01.-08.03.2025

In den Faschingsferien trafen wir uns wieder mit Knirschis bei Chanti, Joël und Jari in Surcuolm. Wie auch in den letzten Jahren eine super geniale Woche, diesmal mit perfektem Wetter.
Knirschis kamen erst am Samstagabend und so schickten wir die Kids Samstag alleine auf die Piste, während Karin und ich von Valata nach Cuolm Sura (1 Stunde, 370 hm) und weiter nach Plitsches aufstiegen (¾ Stunde,180 hm). Die Abfahrt Richtung Sasolas war dann eher bescheiden, Bruchharsch vom Feinsten. Also entschieden wir uns gegen eine weitere Runde und Karin fuhr zur Bar ab, während ich noch zum Piz Mundaun aufstieg (1 Stunde, 410 hm). Den Nachmittag verbrachten wir dann bei einem Konzert an der Bar, bevor es am Abend das Wiedersehen mit Knirschis gab. 
Sonntag ging es dann mit Ski bzw. Snowboard auf die Piste. Die Kids sind inzwischen ziemlich schnell und so mussten wir Erwachsenen ganz schön Gas geben (6600 hm, 58 km). Ab Montag schickten wir die Kids dann wieder in der Ski-/Snowboardschule und hatten dadurch Paar- bzw. Erwachsenenzeit. Zeit um wieder mal die Ski auszupacken und einen schönen Skitag mit Karin zu verbringen (8400 hm, 80 km).

Dienstag machten wir dann eine Skitour, auf die ich schon seit Jahren gelugt hatte, das Dutjer Horn. Von Ober Dutjen stiegen wir durch den relativ steilen Wald zur Dutjer Alp auf (1½ Stunden, 530 hm). Über die freie Fläche oberhalb der Alm ging es zur Cauma, von wo aus sich das Gelände immer weiter aufsteilte bis kurz unter den Gipfel (¾ Stunde, 310 hm). Hier kamen die Ski auf den Rucksack und das letzte Stück des Gipfelhangs ging es stapfend hinauf (5 Minuten, 70 hm). Bis Steff nachgekommen war, spazierte ich noch über den Firngrat zum Piz Miezgi und zurück (10 Minuten, 30 hm). Zusammen machten wir auf dem Dutjer Horn eine ausgiebigen Pause, bevor es an die Abfahrt zu den Mädels ging. Auf den freien Nordhängen der Dutjer Alp fanden wir sogar schönen Frühjahrespulver und nur der steile Wald minderte etwas die Abfahrtsfreude (¾ Stunde).

Das der Dienstag so schön war, starteten wir am Mittwoch noch eine gemeinsame Skitour, zum Grenerbärg. Wie letztes Jahr, starteten wir in Pradamaz und stiegen das mäßig steile Gelände und die Forstwege durch das Wildschutzgebiet zur Alp Prada auf (2 Stunden, 600 hm). Dort wartete wieder die Querung des Alpettlibaches auf uns, bevor wir die perfekten Hänge zum nördlichster Gipfel des Grenerbärgs erreichten (1 Stunde, 450 hm). Skitechnisch wenig lohnend, weshalb wir es letztes Jahr ausgelassen hatten, stieg ich noch über alle kleinen Kuppen zum südlichsten Gipfel des Grenerbärgs, dem Schiarls, auf (20 Minuten, 150 hm). Zurück sind auch ein paar Gegenanstiege zu meistern, allerdings geht dies auch ohne Felle ganz passabel (20 Minuten, 30 hm). Und nun kam die Kür nach der Pflicht, die Hänge zum Alpettibach hinunter. Wie schon am Vortag wunderschöne Frühligspulver und genügend Platz, um eine eigene Linie in die Flanke zu setzen (20 Minuten). Der folgende kurze Aufstieg zur Alp Prada in der glühenden Nachmittagssonne wurde mit dem Blick auf unser Abfahrtsspuren entlohnt (¼ Stunde, 50 hm). Die restliche Abfahrt war dann weniger schlimm als gedacht, was aber vielleicht auch einfach dem Umstand geschuldet war, dass wir im unteren Teil den Schlittelweg über Zarzana nahmen (½ Stunde).

Donnerstag hatte Joël ein paar Stunden Zeit, um mit mir zwei Runden übers Kanonenröhrli zu drehen. Auch hier perfekter Frühlingspulver und fast unverspurt. Ein bisschen mehr Übung beim Freeriden mit dem Snowboard würde mir allerdings gut tun. Den Rest des Tages verbrachten wieder Karin und ich auf der Piste (6600 hm, 61 km) und am Abend gab es Käsefondue auf der Hütte, wie vor fünf Jahren.

Inzwischen waren wir alle ganz schön durch, doch Freitagnachmittag ist immer das Skirennen. So stiegen Karin und ich am Vormittag ein letztes Mal nach Cuolm Sura auf, von wo Karin wieder abfuhr, während ich noch ein letzte Mal auf den Piz schaute (2 Stunden, 760 hm). Die guten Bedingungen vom Donnerstag hatten Lust auf mehr gemacht, so fuhr ich diesmal durchs Kanonenröhrli ab (¼ Stunde). So kamen wir genau pünktlich zum Start von Jari beim Rennen. Die Kids schlugen sich ausgezeichnet, Paul Zweiter, 5 Hundertstel hinter Ida und Anna auch Zweite in ihrer Skigruppe. Karin gewann wieder die Damenwertung und selbst ich wurde diesmal nicht letzter.

Samstag traten Knirschis die Heimreise an, während wir zur Bar spazierten, das Konzert von No Future anhörten und anschließend runter rodelten. Was für eine schöne Woche. Nicht nur perfektes Wetter, super Pisten, schöne Pulver, sondern vor allem eine super Zeit mit Freunden.

Montag, Februar 03, 2025

Familienskitour zum Taubensteinsattel - 01.02.2025

Über Oberbayern hielt sich eine zähe Nebeldecke, aber die Webcam am Spitzing zeigte, oben lacht die Sonne. Stress hatten wir keinen und so starteten erst gegen Mittag aus München raus. Der Lochgraben hat, wie Mittwoch schon, immer noch genug Schnee, nur die Südhänge untern den Wilden Fräulein sind inzwischen wieder aper. Ratschend gings zum Taubensteinsattel hinauf (2 Stunden, 500 hm). Dass ich heute keinen Begleiter mehr für die letzten 10 Minuten zum Gipfel finden würde, war relativ früh klar, so konnte ich auch mit den anderen am Sattel bleiben und in der Sonne eine ausgedehnte Rast einlegen. Zur Abfahrt fanden dann aber doch alle wieder ihre Energie. Und siehe da, am Waldrand fanden wir noch ein bisschen gut konservierten Pulver und dieser war gar nicht mal total verspurt. Dann wie immer viel Geschiebe und ein eisiger unterer Lochgraben, aber alles in allem ziemlich spaßig (½ Stunde).

Wenn man den Nebel im Flachland sieht, weiß man einfach: Alles richtig gemacht. Auch wenn so eine Familienskitour einen vor ganz ordentliche motivatorische Herausforderungen stellen kann. Schön wars trotzdem.

Montag, Januar 06, 2025

Silvester und ein neues Jahr im Berchtesgadener Land - 31.12.2024-05.01.2025

Zu Silvester wechselten wir, wie seit Jahren schon, von Tirol ins Berchtesgadener Land. Das Wetter war immer noch strahlend schön, wie in Tirol, nur die Schneelage ist noch trauriger.
So drehte ich nur eine kleine Runde von Bischofswiesen auf den Götschen (1¼ Stunden, 700 hm). Bevor ich die „Stracciatella-Piste“ der Talabfahrt genoss, hängte ich noch eine zweite Runde von der Götschenalm dran (¾ Stunde, 450 hm). Über die Talabfahrt quälte ich meine Ski ins Tal, zum Glück hatte ich meinen total zerstörten Ski noch nicht weggeworfen, sondern im BGL gelagert. Für die Bedingungen ist mir nämlich sogar mein Steinski zu Schade. 
Das alte Jahr schlossen wir dann beim Eislaufen am Hintersee. Definitiv besser und schöner als eine Skitour im Moment.

Zur Statistik: 2024 hatten wir etwa 50 Tage in den Bergen verbracht und dabei 54275 Höhenmeter gemacht. Davon entfielen 41835 Höhenmeter auf Skitouren, was vor allem der ziemlich guten Skitourensaison 23/24 zu verdanken war.

Das neue Jahr startete wettertechnisch, wie das Alte geendet hatte. Karin und ich nutzten den blauen Himmel für eine kleine Pistentour aufs Rossfeld. Wenn man von der Oberau startet, darf einem der Ski wieder nicht zu Schade sein, dafür ist man herrlich alleine. Im Skigebiet sind die Pisten aber ganz passabel und der Skifahrerandrang hielt sich auch in Grenzen (2 Stunden, 850 hm). Trotzdem fiel die Entscheidung am Donnerstag leicht, die Ski in der Garage stehen zu lassen und stattdessen eine Runde Surfen am Almkanal zu gehen. Auch Freitag blieben die Ski zu Hause, zumindest untertags. Wir drehten noch ein paar Runden mit den Schlittschuhen am Hintersee, Powdereislaufen. Nur am Abend holten wir die Ski wieder raus und nutzend das Nachtskifahren, um auf den Götschen zu gehen (1 Stunde, 450 hm).
Samstag sollte dann der vorerst letzte schöne Tag werde. 10 bis 20 Zentimeter flauschiger Schnee waren im Heutal dazugekommen. Da die Grundlage auch hier sehr spärlich ist, blieb ich bei meinem "Trümmerski". Das bescherte mir am Weg in den Kessel zwischen Reifelberg und Vorderlahner Kopf eine Fellreparatur, da der Gummi am Haken abgerissen war (wir hatten schon ein wenig Übung, kurz nach dem Parkplatz hatten wir einem Paar bei einer ähnlichen Reparatur geholfen). Harscheisen waren an diesem Tag eine gute Idee, da der Schnee auf hartgefrorenem Untergrund lag und der Steile Hang zum Vorderlahner Kopf ohne Harscheisen kein Spaß gewesen wäre (2½ Stunden, 950 hm). Die Abfahrt sah dann besser aus, als sie war. Bester "Tiroler-Powder", bei jedem Schwung ein "Kch". Also Vorsicht im Haifischbecken und nicht darauf vertrauen, dass der Ski wirklich geradeaus fährt.
Da wir noch nicht genug hatten, stiegen wir noch Richtung Hirschegg auf. Die geringe Schneelage machte das ganze Unterfangen zu einem Kampf gegen die Latschen und so gaben wir bei der Einfahrt zur Ostrinne auf (1 Stunde, 380 hm). Diese Abfahrt war sogar fast gut und die letzten Schwünge zur Hochalm runter konnten sich dann wirklich sehen lassen. Eine gemütliche Pause in der Sonne und die Rodelbahn zurück ins Heutal. Wobei die Rodelbahn ganz in Ordnung ist, der untere Teil des Sommerwegs eher nicht, aber so ein Steinslalom zum Abschluss macht auch irgendwie Spaß.

Eine schöne Woche im Berchtesgadener Land und der Wetterumschwung am Sonntag (Regen bis fast 2000 m) machte uns das Heimfahren wieder leicht.

Dienstag, Dezember 31, 2024

Zwischen den Jahren in Tirol 27.-30.12.2024

Karin hatte dieses Jahr wirklich jeden möglichen Feiertagsdienst über Weihnachten ausgefasst, dafür aber ausnahmsweise zu Silvester frei. Deshalb konnten wir alle gemeinsam zwischen den Jahren meine Eltern besuchen und natürlich Skitouren gehen. 

Freitag, Seekarlspitz
Nach einem gemütlichen Frühstück ging’s zu Mittag nach Maurach. Die Kids bekamen ihre Tickets für die Rofanseilbahn und Karin und ich stiegen mit den Ski zu den Ruinen der Buchauer Alm auf (1 Stunde, 400 hm). Wobei mit Ski etwas übertrieben ist, da wir den Sommerweg gewählt hatten, mussten wir die Ski fast den ganzen Weg tragen. Südseitig hat die Sonne dem wenigen Schnee von vor Weihnachten ganz schön zugesetzt. Weiter über die alte Abfahrt ist mit Ski kein Problem, auch wenn sie offiziell gesperrt und nicht präpariert ist (¾ Stunde, 430 hm). Auf der Erfurter Hütte trafen sich Karin und die Kids, während ich noch nach Norden abbog, um eine kleine Runde aufs Seekarl zu drehen (1 Stunde, 500 hm). Der Aufstieg war herrlich einsam und nur am Gipfel begegnete ich zwei Gleitschirmfliegern. Für eine gute Abfahrt liegt leider viel zu wenig Schnee und so zieren meinen Steinski ein paar neue Löcher. Auf der Sonnenterrasse der Erfurter Hütte genossen wir noch zu viert den Sonnenuntergang (wo zufälligerweise auch noch ein Arbeitskollege am Nachbartisch saß), bevor wir die überraschend gute Piste und Talabfahrt zurück zum Bus abfuhren.

Samstag hatten wir nur Zeit für einen kleinen Spaziergang nach Fischl (½ Stunde, 200 hm), um Mittagessen zu gehen. Dafür konnte ich endlich mein Bachbrett wieder flott machen. Ein bisschen Schleifen, ein bisschen Harzen und schon ist es wieder wie neu und wartet auf seinen nächsten Einsatz.

Sonntag, Sonnjoch/Großer Beil
Schon seit vielen Jahren haben wir eine Tradition, unsere Zwischen-den-Jahren-Skitour. So trafen wir uns diesmal in relativ kleiner Runde (Huhn, Bäda, Maaf und ich) in Inneralpbach. Über die Rodelbahn stiegen wir zur Faulbaumgarten Alm und weiter durch die Steinbergalm zum Joch in den Märzengrund auf (2 Stunden, 810hm). Beim Aufstieg zum Sonnjoch blieb Marv etwas zurück, für die erste Skitour hatten wir uns dann doch ein ganz schönes Brett herausgesucht (¾ Stunde, 360 hm). Während Maaf noch zum Gipfel Aufstieg, fuhren wir anderen Richtung Wildschönau ab. Für den wenigen Schnee ziemlich gut, aber natürlich nicht annähernd Bedingungen wie beim letzten Mal (2017). Im Graben der Wildschönauer Ache, etwas oberhalb der Gressenstein Alm fellten wir wieder auf und stiegen zum Großen Beil auf (¾ Stunde, 450 hm). Nach einem Steinslalom bei der Einfahrt, belohnt die Westflanke mit ganz passablen Bedingungen, zumindest im oberen Teil. Unten warteten schließlich steile Staudenhänge auf uns. Durch den wenigen Schnee noch nicht wirklich eingeschneit, fanden wir trotzdem unseren Weg zurück zur Faulbaumgarten Alm, wo Maaf auf uns wartete.
Was für eine schöne Tour. Und Karin hatte mit den Kids einen super schönen Tag am Hüttegg.

Montag, Bärenkopf
Das Wetter war immer noch wolkenlos blau, leider hatte ich keinen Tourenpartner. Also entschloss ich mich für meine Haustour am Achensee, den Bärenkopf. Bei frostig Temperaturen, wie die letzten Tage herrschte Inversion, zog ich gemütlich zur Bärenbadalm hinauf (¾ Stunde, 500 hm). Die Spur in der Ostflanke war teilweise unangenehm vereist und im oberen Teil ist viel zu wenig Schnee. Das Queren der Latschenfelder war teilweise ein Kampf gegen Windmühlen, immer mit einer erfrischenden Note Duftbaum Tannengrün in der Nase. Selbst den Gipfel konnte man nicht direkt erreichen, sondern musste dem Sommerweg folgen (1¼ Stunde, 600 hm). Nach dem Kampf retour durch die Latschen, entschied ich mich gegen die Ostflanke und für die Nordrinne. Und siehe da, richtige Entscheidung: flauschiger, konservierter Pulver, so wie am Tag zuvor vom Sonnjoch bzw. Beil runter. Obwohl ich länger nicht in der Rinne war, fand ich den richtigen Weg auf Anhieb und bis auf die letzten Meter zum Forstweg war auch alles gut fahrbar, ohne größere Steine.
Der Vorteil von einer kurzen Tour, man hat den gesamten Nachmittag Zeit für andere Aktivitäten. Also gingen wir noch Eislaufen. Leider mit einem Abschluss in einer Bereitschaftspraxis. Karin holte sich bei einem Sturz eine Platzwunde am Kopf, die genäht werden musste.

Geniale vier Tage, außer dem Abschluss, mit perfektem Wetter, nur sollte nun langsam neuer Schnee kommen.
2024_12_27-30_Tirol

Sonntag, November 24, 2024

Ein lustiger Abend bei Patagonia und der erste Schnee in Lenggries - 23.11.2024

Freitagabend waren wir wieder mal bei einem Vortrag bei Patagonia. Nico Favresse und Sean Villanueva erzählten und sangen von ihren Abenteuern in Riders on the Storm. Ihnen gelang Anfang des Jahres die erste freie Begehung dieses patagonischen Güllich/Albert Klassikers. Ein wahnsinnig lustiger Abend und zwei unglaublich sympathische Jungs.
Samstag nutzten wir dann den Schnee der letzten Tage für die erste Skitour der Saison. Also zumindest die Kids und ich, weil Karin wieder mal arbeiten musste. Bei bestem Wetter gings von der Wegscheid in den Kotalmkessel (2¼ Stunden, 480 hm). Während die Kids einen Kicker bauten, stapfte ich noch auf den Waxenstein (¼ Stunden, 120 hm). Zurück im Kessel zeigte Paul sein Können an seinem Kicker und Anna und ich übten mit dem LVS. Das entschädigte für die Abfahrt, die zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht gut war. Was erwartet man schon Ende November in so tiefen Lagen.
Auf jeden Fall ein schöner Tag bei bestem Wetter.
2024_11_23_Kotalm

Samstag, November 16, 2024

Nachmittagsrunde am Spitzing - Brecherspitz Ostgrat mit Paul - 16.11.2024

Die Woche über lies das Wetter nicht nur in München zu wünschen über, was meinen Einsatz auf einer Anlage in der Ostslowakei nur mäßig lustig gestaltete. Aber pünktlich zum Wochenende war Sonne satt angesagt. Anna und Karin hatten Karten für die Oper und fuhren im Anschluss an die Isar, während sich Paul und ich auf den Weg zum Spitzing machten.
Wie immer wenn man erst gegen Mittag ankommt, war der Parkplatz am Spitzingsattel brechend voll, also parkten wir ein Stück die Straße runter und stiegen zu Fuß zum Sattel auf (¼ Stunde, 120 hm). Von hier zweigt der Weg über den Ostgrat zum Brecherspitz ab. Der Weg ist zwar nicht markiert, weitgehend aber so ausgetreten, dass wir keine Probleme hatten ihn zu finden. An der Schlüsselstelle, einem kleinen felsigen Aufschwung an dem man ein bisschen die Hände zur Hilfe nehmen muss, trafen wir andere Wanderer. Mit zwei teilten wir unser Wasser, da ihre Wasserflasche ausgelaufen war und die anderen zwei fragten uns, ob sie auf dem richtigen Weg sind und ob es noch schwieriger werden würde. Nach diesem kurzen Intermezzo spazierten wir recht zügig weiter zum Gipfel (1 Stunde, 560 hm).
So warm es am windstillen Grat war, so frisch blies nun der Wind am Gipfel und so hielten wir unsere Pause relativ kurz, bevor wir über den Westgrat abstiegen. Der weitere Abstieg folgt in etwa der Skitour, nur kurz vor der Oberen Firstalm kann man schon auf die Rodelbahn zurück zum Spitzingsattel abbiegen (¾ Stunde, 35 hm). Von dort dann noch ein paar Minuten an der Straße entlang und schon waren wir wieder zurück am Auto (10 Minuten).
Eine super nette Nachmittagsrunde mit Paul und trotz des regen Betriebs im Spitzinggebiet und dem Brecherspitz im Speziellen, ist man am Ostgrat weitgehend alleine.

Sonntag, November 10, 2024

Dem Münchner Nebel entfliehen - Wanderung aufs Ettaler Manndl - 10.11.2024

Gefühlt hängt seit Wochen der Nebel in München, dafür sind die Berge diesen Herbst mit besonders gutem Wetter gesegnet. Also hieß es für uns, nach dem Wetterdesaster in den Herbstferien, wieder mal Sonne tanken. Ganz gemütlich fuhren wir kurz vor Mittag nach Ettal, um aufs Ettaler Manndl zu wandern.
Vom Parkplatz am Kloster gings ratschend rauf bis unter den Gipfelaufbau (1½ Stunden, 690 hm). Schon auf dem Weg waren uns einige Wanderer mit Helm und Gurt am Rucksack begegnet, nun sahen wir auch warum. Den letzten Teil des Wegs auf den Gipfel beging ein Großteil der Wanderer mit einem Klettersteigset. Nur genauer hinsehen darf man meist nicht, wobei einem im Stau kaum etwas anderes übrig bleibt. Am Ende ist der Steig (A/B) nicht mehr als ein Schrofenhang an dem ein Seil gespannt ist. Der Fels rund um das Seil hat beinahe den Glanz von Carrara Marmor und bei Nässe ist er sicher etwas unangenehm, bei Bedingungen wie heute konnten wir aber ohne Probleme auf ein Klettersteigset verzichten (10 Minuten, 70 hm). Wer sich aber nicht wirklich sicher ist was er tut, sollte definitiv ein KS-Set mitbringen, weil ein Sturz tödlich wäre.
Nach einer sehr ausgedehnten Pause reihten wir uns wieder in den Gipfelaufbaustau (¼ Stunde) und stiegen schnellen Schrittes wieder zum Kloster ab, sodass wir die Kneipanlage mit den letzten paar Sonnenstrahlen hinter der Notkarspitze erreichten (¾ Stunde).
Ein sehr schöner Sonntag als Familie und sogar Karins Knie hatte mitgemacht.