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Sonntag, Juli 05, 2026

Predigtstuhl Westpfeiler - 28.06.2026

Da ich erst am Samstagmorgen in München gelandet war, war ich ziemlich gejetlagt, das ist aber gar nicht so schlimm, wenn man wegen der Hitze sowieso sehr früh raus will. So starteten Bene und ich um 4 Uhr in München. Trotz des frühen Starts kam beim Zustieg zur Steinernen Rinne schon die Sonne um die Ecke und brachte uns ganz schön ins Schwitzen. In der Rinne gings dann aber wieder und auch die Schotterterrasse zum Bozongkamin lag noch tief im Schatten (2 Stunden, 900 hm). Nach einer gemütlichen Pause und nachdem wir uns aufgemascherlt hatten, gings in den Westpfeiler des Predigtstuhls (7 SL, UIAA 5+). Gleich in der ersten Seillänge verfranste ich mich ein wenig, was eine Seilschaft hinter uns nutzte um zu überholen, mir war es nur Recht, Stress hatten wir ja keinen. Dass diese Seilschaft dann sofort den Verhauer in der dritten Seillänge, der im Führer schön beschrieben ist, nahmen, konnte wirklich keiner ahnen. So waren wir ab da wieder vorne dran. Da wir ähnlich schnell kletterten, war das aber auch in Ordnung. Dritte und vierte Seillänge sind für den Grad doch recht steil und man muss nicht nur zupacken, sondern auch ein wenig Eigeninitiative bei den Sicherungen zeigen. So war ich nicht nur froh einen Keilsatz sondern auch ein paar Friends am Gurt hängen zu haben. Oben raus führt die Tour dann durch leichtes Gelände zum Gipfel (3½ Stunde, 200 hm), wo wir eine ausgiebige Pause einlegten.

Für den Abstieg taten wir uns mit Thomas und Jojo, der anderen Seilschaft, zusammen. Die Abseilpiste in die Scharte zum Hinteren Goinger Halt (1x10m + 3x20m) ist, wie auch die Tour, überraschend steil. Der Abstieg zur Geröllterrasse dann noch ein bisschen zum Aufpassen (¾ Stunde), aber ab dort hieß es nur noch dem Weg hinunter zur Griesner Alm folgen. Auch auf dem Weg durch die Steinerne Rinne sollte man keinen Fehltritt machen, aber im Gegensatz zum Schrofengelände oben, ist es doch nur noch ein Spaziergang (1¼ Stunde).

Was für eine schöne Tour, was für ein cooler Tag, da machte das TAB gleich doppelt Spaß und mein Jetlag war auch fast überstanden.

Mittwoch, April 01, 2026

April April auf der Zugspitze - 01.04.2026

Anna hatte ich noch einen letzten Skitag versprochen, deshalb gings heute nicht auf Skitour, sondern mit Liftunterstützung auf den Berg. Leider haben die meisten bayrischen Skigebiete trotz des Neuschnees schon ihre Saison beendet. So entstand die Idee auf die Zugspitze zu fahren und vielleicht neben dem Skifahren auch noch den Gipfel zu besuchen. Das Skifahren war nur mäßig, da zwar schöner Schnee und gute Pisten herrschten, aber leider auch null Sicht, dafür hatten wir beide richtig viel Spaß vorher auf den Gipfel zu Wühlen. Zwischen 10:30 und 11:10 grüßen die zwei Wühlmäuse auf der Panoramawebcam der Zugspitzbahn. Mit Anna kann man so kleine Abenteuer inzwischen schon richtig gut machen, da hab wohl ich meine Winterbergsteiggene weitergegeben.
2026_04_01_Zugspitze

Mittwoch, März 25, 2026

Zwei Törl und eine Scharte - Spitzkehrentango und Rinnenflitzen im Griesnerkar - 25.03.2026

Es ist zwar Frühlingswetter, aber der Winter soll nochmal zurückschlagen. Also früh los, damit sich ein paar Höhenmeter in der Sonne ausgehen, bevor Sturm, Regen und Schnee zuschlagen. Leider zieht sich die Fahrt zur Griesneralm immer ein bisschen und so startete ich ins Griesnerkar deutlich später als ich eigentlich wollte.
Man kann immer noch direkt an der Alm die Ski anziehen und nur im Waldgürtel vor dem Hochtal muss man (wie immer) ein paar Minuten tragen. So gings gemütlich Richtung Griesnerkar hinauf, wobei ich mich am westlichen Rand hielt, um möglichst früh Sonne abzubekommen. Unterwegs überholte ich einige Tourengeher (muss denn mittwochs keiner mehr arbeiten?) und stand als erster im Goinger Törl (2 Stunden, 1200 hm). Weil ich ein paar Stapfspuren Richtung Nördlicher Törlspitze sah, musst ich natürlich gleich mein Glück versuchen. Bis auf den Gipfel bin ich nicht gekommen, spaßiges Gekraxle in mehr oder weniger festem Fels war es aber allemal (↑↓20 Minuten, 50 hm).
Als die ersten anderen Tourengeher kamen, fellte ich ab und fuhr die schön aufgefirnte Rinne bis unters Kleine Törl ab (½ Stunde). Dort kamen die Felle wieder auf die Ski und ich stieg, in etlichen Spitzkehren und zuletzt stapfend, zum Kleinen Törl auf (½ Stunde, 140 hm).
Hier machte ich nun eine etwas ausgedehntere Pause, vor allem auch, weil mein Knie wieder mal etwas Liebe benötigte. Es wird Zeit, dass das endlich besser wird. Für die Abfahrt zurück ins Kar hielt es aber wieder gut. Und im unteren, weniger steilen Teil fand ich sogar ein bisschen Wildschnee, der ziemlich viel Spaß machte (¼ Stunde). Unter der Regalpscharte kamen wieder die Felle an die Ski und wieder begann der Spitzkehrentango. Auch hier stapfte ich nur die letzten paar, wirklich steilen, Meter bis zur Scharte (½ Stunde, 220 hm). Von hier hat man freie Sicht auf die Hochgrubachspitze, wo ich einer Dreierseilschaft (?) beim Abklettern zusehen konnte.
Brotzeit und Getränke waren inzwischen aufgebraucht und das schlechte Wetter zog unaufhaltsam von Nord-Westen herein, so sparte ich mir die Pause und fellte ab. Die Abfahrt durch die steile Rinne war deutlich besser als befürchtet und wie schon am Kleinen Törl, war im unteren Teil super schöner Wildschnee. Die breite, unverspurte Flanke ins Kar lud zum Cruisen ein und an der Fritz Pflaum Hütte kam ich ohne Gegenanstieg, aber auch ohne Stopp, vorbei. Die restliche Abfahrt war pistenähnlich eingefahren, was mir mit meinen müden Oberschenkeln ganz recht war. Durch den Wald hieß es kurz tragen, aber dann konnte man bis nach der kleinen Fußgängerbrücke an der Griesneralm abfahren (¾ Stunde).
Was für ein cooler Tag, 5¼ Stunden und über 1600 hm. Aber hoffentlich war das noch nicht die letzte Skitour für diese Saison.

Mittwoch, Januar 21, 2026

Alpspitze - 21.01.2026

Hämmernde Gitarrenriffs im Ohr, hämmernder Herzschlag in der Brust, Schritt, Schritt, Atmen. Die Schenkel brennen, der Blick nach unten bereitet leichtes Unbehagen. Warum mache ich das?

Szenenwechsel, eine Stunde später. Immer noch Herzschlag bis in die Ohren, gepresste Atmung, alle paar Schwünge eine kurze Pause. Dafür stehe ich in der Sonne und die Tiefe zieht nicht mehr so sehr. Aber wo war jetzt der "fahrbare" Durchschlupf? JA, das geht, nur wenige Sharks....ist eh der Steinski, Hauptsache nicht stürzen.

Wo hatte ich mich denn da schon wieder hineinmanövriert? Eigentlich waren meine Beine müde von einem sportmedizinischen Belastungstest am Dienstag, aber es war halt auch Mittwoch und richtig gutes Wetter. Schnee ist aber leider immer noch rar. Also wieder eine Pistentour, Garmisch vor zwei Wochen war nicht so schlecht und damals hatte ich schon ein paar Leute in der Alpspitz Ferrata gesehen. So stieg ich mit dem bisschen Zusatzgewicht von Steigeisen und Pickel zum Kreuzeck auf (1¾ Stunde, 950 hm). Die Beine fühlten sich nicht schlecht an, also gings weiter. Ohne den Umweg auf den Längenfelderkopf, querte ich vom Sommerweg knapp unter dem Osterfelderkopf hinüber zum Einstieg der Ferrata (1 Stunde, 510 hm). Die Spur ist super ausgetreten und das Seil weitgehend frei. Wahrscheinlich würde es im Moment sogar ohne Steigeisen gehen...ausprobieren wollte ich es aber nicht. Auch wenn die Alpspitz Ferrata sehr einfach und die Flanke relativ flach ist, ausrutschen wäre doch eher ungesund. Bis zur Schulter kamen mir ein paar andere Begeher entgegen und ich überholte eine Gruppe Gebirgsjäger (1 Stunde, 430 hm). An der Schulter kann man die Nase dann endlich wieder in die Sonne halten und es ging ein bisschen ausgesetzter das letzte Stück zum Gipfel hinauf (¼ Stunde, 100 hm).
Durchschnaufen, trinken, eine Kleinigkeit essen. Aber was jetzt? In der Ostflanke waren zwar keine Abfahrtsspuren, aber so ganz schlecht sah sie nicht aus. Da ich die Ski schonmal mitgeschleppt hatte, wollte ich eine Abfahrt zumindest probieren, wenns nicht passt, kann ich ja auch wieder aufsteigen. Was soll ich sagen, weit entfernt von perfekt, aber in diesem Winter bin ich nicht wählerisch und so würde ich sagen, das war gar nicht schlecht. Gerade im steilen, felsigen, unteren Teil, muss man höllisch auf Sharks aufpassen, aber der Treibschnee ist in der gesamten Flanke leicht zu erkennen. Es findet sich ein durchgängiger Weg, ohne dass man die Ski abschnallen müsste. Im Kessel unter der Ostflanke liegt ein nicht allzu alter Lawinenkegel und erinnert daran, dass man solche Unternehmungen nur bei halbwegs stabilen Bedingungen starten sollte (¾ Stunde). An den Schöngängen wechselte ich wieder auf Steigeisen. Im Gegensatz zur Alpspitz Ferrata sind die hier notwendig, zwischen drin gibt es ein paar Passagen mit dickem Wassereis (¼ Stunde). Und dann war die Tour auch schon zu Ende. Natürlich noch nicht ganz, aber die Abfahrt über die Piste hinunter zum Auto zählt eigentlich nicht wirklich (½ Stunde). Knapp 6 Stunden und 2000 hm nach meinem Start kam ich am Bus an. Jetzt durften die Schenkel wirklich müde sein.

Donnerstag, August 21, 2025

Sommer auf der Guggi - 15-17.08.2025

Alle Jahre wieder, diesmal zum 15. Mal, besuchten wir Dani auf der Guggi. Wie immer war Martina mit dabei, Carolin hatte Zeit und Chi Chi kam auch mit. Unser nettes Grüppchen traf sich am Freitag zur ersten Bahn nach Grindelwald und weiter zum Eigergletscher. Zusätzlich zu unseren Essensvorräten waren Paul und ich auch noch mit dem Eiszeug aufgepackt, weil wir uns am Nollen austoben wollten. Zu zweit zogen wir vorne weg, während die anderen sechs gemütlich hinterherzuckelten. Trotz meiner Erkältung letzte Woche und den schweren Rucksäcken lief es ganz gut und so kam ich gefühlt mit einer neuen Bestzeit an der Guggi an (1:37 Stunden, ↑700 hm, ↓220 hm). Als Paul eine ½ Stunde später ankam, war schon die Fahne gehisst und alles vorbereitet, damit er sich ums Feuer kümmern konnte.
Wie immer verbrachten wir einen Schlemmernachmittag auf der Terrasse, bis uns ein Gewitter mit Hagel in die Hütte trieb. Schon davor waren mir am Weg zum Keller die Haare zu Berge gestanden und als ich die Fahne einholte, bekam ich sogar einen Schlag. Aber pünktlich zum Sonnenuntergang zeigte sich die Sonne wieder, auch wenn Paul und ich nichts davon mitbekamen, da wir früh ins Bett gingen.

Wenn der Wecker läutet, ist das selten angenehm. Um ¾ 4 Uhr ist es allerdings ganz besonders unschön! Nach dem Eisantesten im letzten Jahr, hatten wir uns diesmal den Nollen zum Ziel gesetzt. Langsam und mühsam ging es durch die Dunkelheit hinauf zum Mönchsplateau (1 Stunde, 300 hm) und zum Firnfeld unterm Nollen (1 Stunde, 220 hm). Inzwischen war es hell und die Bedingungen sahen gar nicht so schlecht aus. Die ganze Zeit über hatte ich mir Gedanken gemacht, wie ich Paul über den Nollen hinauf und noch viel wichtiger, wieder hinunter bringe. Es ist nämlich so, wenn man das Rucksackpacken nicht überwacht, bleibt mit Sicherheit etwas wichtiges zu Hause. Die Dreilagenjacke konnten wir relativ einfach mit Karins Jacke substituieren, der vergessene Gurt war da schon schwieriger zu ersetzen. Zum Glück verstehe ich zumindest die Grundlagen der behelfsmäßigen Bergrettung und mit ein paar Bandschlingen im Rucksack, war schnell etwas gebastelt. Nicht ideal, aber auch kein Weltuntergang. Wirklich gebraucht haben wir den "Gurt" dann aber nicht. Paul hatte kurz unter dem Nollen genug (½ Stunde, 130 hm) und so kehrten wir um. Spannend war es trotzdem, beim Abstieg stolperte Paul nämlich im letzten Abschnitt des Firnfelds und obwohl das Firnfeld dort schon sehr flach ist, brauchte Paul ziemlich lange, um sich zu bremsen. Eine gute Übung für den Fall der Fälle, wenn das Gelände mal nicht so gutmütig ist. Um uns von dem Schreck zu erholen, legten wir dann eine ausgedehnte Pause ein und machten Brotzeit, bevor wir wieder zur Guggi abstiegen (1¼ Stunde). 

Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder mit Essen, Schlafen und Ratschen. Ein ordentliches Gewitter, diesmal ohne Hagel, verhagelte uns leider den Sonnenuntergang und nach einer entspannten Nacht, einem Frühstück aus den Resten und dem Aufräumen der Hütte, hieß es wieder Lebewohl sagen. Der Abstieg mit Chi Chi gestaltete sich dann fast noch als Herausforderung. So kam sogar mein Seil noch zum Einsatz. Am Trümmelbach trafen wir uns alle wieder (2½ Stunden) und stiegen zusammen zurück zur Station Eigergletscher auf (20 Minuten, 220 hm).

Wie jedes Jahr ein super schönes Wochenende, auch wenn wir diesmal noch am Abend zurück nach München mussten, weil auf Karin und mich am Montagmorgen die Arbeit wartete.

Donnerstag, Juli 24, 2025

Ein Pause-Klassiker mit dem Tommi - Kleiner Lafatscher NO-Verschneidung - 22.07.2025

Jamie, Tommi und die Kids urlauben im Moment in Tirol, also war klar, Tommi und ich müssen uns einen Tag freinehmen, um unsere Schmach aus dem Yosemite auszubügeln. Die Idee war recht schnell geboren: Lafatscher NO-Verschneidung (10 SL, UIAA 6). Immerhin eine „Pause-Tour“ und trotz Sanierung an den Ständen, immer noch ein großes alpines Abenteuer. Alpenvereinaktiv schreibt immerhin: „Die Riesenverschneidung ist bis auf die Standplätze ganz klar das Gegenteil von Plaisir.“ Für Dienstag sah das Wetter ganz brauchbar aus, einzig war nur nicht klar, ob die Verschneidung auch trocken sein würde, da es Montag noch geschüttet hatte. Spoiler: unten wars ein wenig feucht, oben aber trocken genug.

So trafen wir uns in der Früh in Kolsass und fuhren gemeinsam zum Parkplatz Halltal. Dort starteten wir kurz nach 6 Uhr mit den Bikes durchs Halltal bis zum Issanger (1 Stunde, 870 hm, 4 km). Wir waren froh, dass Tommi sich das E-Bike seines Vaters ausgeliehen hatte. So gings mit Abschleppleine kommod hinauf, auch wenn man trotzdem ordentlich treten musste, dieses Halltal ist ganz schön steil. An der Abzweigung zum Stempeljoch ließen wir die Bikes stehen und wanderten zum Lafatscherjoch hinauf (1 Stunde, 450 hm). Von dort steigt man den Weg zum Hallerangerhaus ab und zweigt kurz vor dem Haus, unter den Felswänden zum Einstieg ab. Über Schotter und Schrofen führt ein kleines Steiglein bis direkt unter die Wand (1 Stunde, ↓350 hm, ↑190 hm). Unter dem Vorbau machten wir eine kleine Frühstückspause und mascherlten uns für die Kletterei auf.

Nachdem wir den Vorbau seilfrei gegangen waren, gings in der ersten Seillänge gleich los. Nicht schwierig, aber schlecht absicherbar und wie so oft im Karwendel, nicht überall fest, aka Sau brüchig. Nachdem wir uns im leichten Gelände etwas verlaufen hatten (es stecken ein paar alte Schlaghaken abseits der Linie und Stände lassen sich ganz gut bauen) kamen wir nach der dritten Seillänge an einem der gebohrten Stände an. Ab dort muss man dann auch richtig hingreifen. Seillänge vier ist ein lustiger Kamin mit anschließender Risskletterei. Die Nummer fünf ist die Schlüssel(riss)länge (UIAA 6) und verlangt nicht nur großes Sicherungsmittels, sondern auch die Trickkiste des alpinen Kletterers. Da war ich ganz froh, dass Tommi bei der nächsten Seillänge (SL 6, UIAA 6-) wieder an der Reihe war. Und schließlich schrubbte ich noch die letzte Risslänge (SL 7, UIAA 6-) zum Wandbuch hinauf. Tja, da muss man schon das ein oder andere mal die Arschbacken zusammenkneifen, aber es löst sich alles schön auf. Es folgt ein schottriges Band und dann die zwei Ausstiegslängen, die zwar nicht schwer aber, im Karwendelstil brüchig sind (6 Stunden, 400 hm). Am Ausstiegsstand sitzend, kam uns dann doch der ein oder andere Grinser auf die Lippen, was für eine eindrucksvolle Tour.

Der Abstieg zum Lafatscherjoch ist auch nicht zu unterschätzen. Man muss sich noch ein bisschen konzentrieren, da man die ganze Zeit im Absturzgelände spaziert. Es gibt einen neu markierten Abstieg, direkt vom Ausstieg hinunter, mit Abseilstelle (1x40m oder 2x20m?) und Fixseil, oder den „alten“, für den wir uns entschieden, ein paar Meter hinauf, dann durch eine Rinne nach Süden und auf Bändern und Schotter zur Jochreisen. Dieser ist immer wieder mit Steinmandln und verblassten Punkten markiert. Über die Jochreisen gings dann unschwierig zurück zum Lafatscherjoch (¾ Stunde, 70 hm). Jetzt ließ auch die Anspannung langsam nach und die Müdigkeit und der Hunger kamen langsam durch. Also runter in den Issanger und dann mit den Bikes aus dem Halltal raus (1¼ Stunde, 40 hm). Dabei gönnten wir uns noch ein TAB in St. Magdalena.

Was für ein genialer Tag mit Tommi, ein schön tagesfüllendes, alpines Abenteuer (insgesamt 12 Stunden und über 2000 hm). Nach so einer Tour relativiert sich dann auch der Alltagswahnsinn.

Mittwoch, Februar 26, 2025

Westliche Hochgrubachspitze übers Schönwetterfensterl - Skitour im Griesnerkar - 26.02.2025

Nachdem wir am Wochenende das frühlingshafte Wetter in München genossen hatten, kam der Wetterumschwung Anfang der Woche. Als ich am Dienstagabend aus Italien zurückkehrte, begrüßte mich schon der erste Regenschauer. Der Vorteil: In höheren Lagen sollte der Niederschlag immerhin in brauchbarem Aggregatzustand ankommen.
So waren die Randbedingungen für meine Mittwochstour gesteckt: Nicht zu weit zu fahren, aber relativ hoher Startpunkt, durch die immer noch günstige Lawinenlage durfte es auch ein bisschen steiler sein und am besten irgendwo, wo ich mich ein bisschen auskenne, damit ich mich nicht sofort verlaufe. Also ab ins Griesnerkar.

Die Fahrt zur Griesner Alm war ziemlich ernüchternd, der Frühling hat in den Voralpen zugeschlagen und erst kurz vor der Alm ließen sich die ersten Schneereste blicken. Dazu regnete es. Im Gegensatz zum letzten Mal konnte ich die Ski direkt an der Alm anschnallen, nur durch den Wald musste ich etwa 10 Minuten tragen. Im Kar angekommen (½ Stunde, 250 hm) hatte sich der Regen in Schneefall verwandelt, nur die Sicht ließ zu wünschen übrig. Trotzdem lichtete sich der Nebel und die Wolken immer wieder und gaben kurz den Blick auf die spektakuläre Kulisse des Kaisers frei. Entlang des Sommerwegs stieg ich zur Fritz Pflaum Hütte auf (1¼ Stunde, 620 hm). Von hier aus sah ich kurz mein Ziel, die Rinne zum Schönwetterfensterl. Im folgenden Nebel durchquerte ich tastend  das Griesnerkar und stieg bis zum unteren Ende der Rinne auf (½ Stunde, 180 hm). Hier wechselten die Ski von den Füßen auf den Rucksack und stapfend ging es weiter die, teilweise sacksteile (>45°), Rinne hinauf. Gut 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee hatten sich in der Rinne gesammelt und machten den Aufstieg stellenweise recht anstrengend. Nur die steile Engstelle im oberen Teil war blank und zwar Blankeis. Hier hätte ich mir zum ersten Mal an diesem Tag Steigeisen gewünscht. So wich ich nahe an die Felsen aus und zitterte mich hinauf. Am Schönwetterfensterl erwartete mich leider kein schönes Wetter, sondern der Sturm mit voller Stärke (¾ Stunde, 200 hm). Zu einer Rast lud dies wirklich nicht ein und so blieben Ski und Rucksack zurück und ich wühlte mich Richtung Normalweg zur Westlichen Hochgrubachspitze. In dem schrofigen Gelände und spätestens am Grat zum Gipfel, hätte ich mir ein zweites Mal Steigeisen gewünscht, naja aber im Wohnzimmer liegen sie auch gut (20 Minuten, 80 hm). Der Abstieg ins Schönwetterfensterl wurde nicht schöner (wie gesagt, meinem persönlichen Sicherheitsbedürfnis hätten Steigeisen relativ gut getan) und die unzähligen Spinndrifts, speziell im unteren Teil, erinnerten fast an ein richtiges alpines Abenteuer (½ Stunde). Dafür stand nun der anspruchsvolle Teil an, die Abfahrt ins Kar. Den vereisten Teil wagte ich nicht mit den Ski abzufahren, so stieg ich das erste Stück zu Fuß ab und legte dann in der windgeschützten Rinne endlich eine kleine Trinkpause ein. Die folgende Abfahrt war der absolute Wahnsinn. Der flauschige Pulver ließ sich super fahren und viel zu schnell war ich wieder zurück im Griesnerkar (½ Stunde). Nun hieß es noch einmal kurz auffellen und zur Fritz Pflaum Hütte aufsteigen (5 Minuten, 30 hm). Den Windschatten der Hütte nutzte ich, um endlich mein Brot zu essen und meinen Tee zu trinken. Darauf hatte ich mich schon das ganze Rinnengestapfe über gefreut. Hier sah ich auch noch eine andere Skitourengeherin, die hinter mir aufgestiegen war und nun vom Kleinen Törl kam. Ihre Abfahrtsspur nutzte ich, um bei der Abfahrt irgendeine Kontur zur Orientierung zu haben. Nach dem Waldstück holte ich sie ein und sie erzählte mir, dass sie kurz vor dem Kleinen Törl umgekehrt war, da ihr die Bedingungen zu heikel waren. Zusammen fuhren wir noch das letzte Stück zur Griesner Alm ab und beendeten damit beide eine jeweils ziemlich coole Tour (½ Stunde).

Freitag, August 09, 2024

Hosen voll in den Dolos - 02.-04.07.2024

Wenn man sich in unserer Wohlstandsgesellschaft mal so richtig gruseln will, fährt man Geisterbahn...oder man geht Alpinklettern in den Dolomiten. Ihr dürft raten für was wir uns entschieden haben.
Matze, Bäda und ich konnten uns relativ kurzfristig Freitag freinehmen und so trafen wir uns in aller frühe in Rosenheim, um möglichst schnell über den Brenner zu kommen. Und siehe da, kurz vor Mittag waren wir schon am Valparola. Schnell ein paar Friends und die Gurte in den Rucksäcken verstaut und schon stiegen wir durch den Goinger Stollen zum Einstieg (½ Stunde, 150 hm) der Hexenstein Südkante (7 SL, UIAA 5-). Die Route ist wirklich nett für den Schwierigkeitsgrat und die Stände sind sogar mit jeweils einem zementierten Ring ausgerüstet. Dass uns am vierten Stand ein Hagelschauer überraschte, trübte die Stimmung nur geringfügig, zumal wir auf dem Gipfel (1¾ Stunden, 150 hm) die nassen Sachen schon wieder trocknen konnten. Nach einer gemütlichen Pause stiegen wir durch die Stellungen (wie mit den Kids letzten Herbst) wieder zum Parkplatz am Werk Tre Sassi ab (½ Stunde).
Eine gemütliche, kleine Runde an so einem Nachmittag. Wir hatten aber Blut geleckt und der Plan für den nächsten Tag nahm, bei Bier und Nudeln immer mehr Gestalt an. Und so suchten wir uns einen gemütlichen Schlafplatz nahe dem Rifugio Dibona.

Samstag ging es nämlich im ersten Licht für uns an den 2. Tofana-Pfeiler. Die berühmt-berüchtigte Pilastro trauten wir uns (zu Recht) nicht zu, aber für die Pfeiler Kante (14 SL, UIAA 6-) sollten wir das Rüstzeug schon haben. Der Zustieg über den Wanderweg und ein Band am unteren Ende der Wand (¾ Stunde, 280 hm), ist noch recht lieblich, aber schon in der ersten Seillänge geht es zur Sache. Und es wird nicht leichter. Mich hatte der Start schon ziemlich eingeschüchtert und so war ich froh, dass Bäda am scharfen Ende unserer Halbseile unterwegs war. Die Krux der Tour, ein brüchiger 6- Quergang mit unglaublich viel Luft unter den Sohlen, ist wirklich beeindruckend. Und auch darüber ist die Ausgesetztheit gewaltig. Noch dazu sind die Stände dolomitentypisch, also mehr oder minder gute Schlaghaken und einige davon sind Hängestände. Wie viel Spaß es macht an so einem zu dritt zu hängen, kann jeder für sich selbst entscheiden. Aber jeder Spaß geht irgendwann zu Ende und so stiegen wir über die letzten, etwas leichteren Meter auf den Pfeiler aus (8 Stunden, 500 hm). Die Pause hatten wir uns redlich verdient und so vernichteten wir endlich unsere Brotzeit, bevor wir auf einem kleinen, ausgesetzten Militärsteig aus dem 1. Weltkrieg zum Rifugio Giusanni abstiegen (½ Stunde, 20 hm). Das Bier, obwohl ein italienisches, schmeckte unglaublich gut und so war der Abstieg zum Rifugio Dibona auch nur noch halb so schlimm (½ Stunde).
Nach den 800 hm und 11 Stunden (mit Pausen), hatten wir uns an diesem Abend Bier und Pizza in Cortina verdient, bevor wir uns ein Schlafplätzchen nahe dem Passo Tre Croci suchten, um die Anfahrt für den nächsten Tag zu verkürzen.

Auch Sonntag starteten wir wieder im Morgengrauen, diesmal aber mit einer Autofahrt zur Auronzo Hütte. Unser Ziel für diesen Tag war nämlich die Große Zinne Westwand Dülfer (8 SL, UIAA 5+). Der Zustieg zog sich deutlich mehr als gedacht und ist, vor allem im oberen Bereich, relativ unangenehmes Geschottere (¾ Stunde, 360 hm). Zusammen mit einer Unterlandler Seilschafft kamen wir an der Tour an. Die beiden ließen uns aber den Vortritt und so stieg Bäda bis zum ersten Stand vor. Recht kompakt, aber auch unglaublich steil für den Grat. Die folgende Riesenverschneidung tropfte aber vor Nässe. Also entschieden wir uns Abzuseilen und zum Einstieg zurück zu kehren (1. SL + Abseilen; 1 Stunde, 40 hm). Durch die Rinne, über die wir schon zugestiegen waren, traten wir unseren Abstieg an (½ Stunde). Am unteren Ende der Rinne querten wir aber nach Osten, um zum Normalweg (UIAA 3+) auf die Zinne zu gelangen (½ Stunde, 150 hm). Der Normalweg ist relativ einfach zu finden. Hie und da glänzt ein Abseilhaken oder ein Steinmadl weißt den Weg über die Rinnen, Kamine und Bänder zum Gipfel (1½ Stunden, 450 hm). Auch wenn wir den Aufstieg seilfrei absolvierten, so waren wir doch froh das Seil für den Abstieg zu haben. Im oberen Bereich folgten wir der Aufstiegsroute, bis zum unteren Terrassenband. Über dieses gibt es Steigspuren nach Westen bis zu einem Köpfchen, dort kann man entweder eine steile Rinne in die Rinne zwischen Großer und Kleiner Zinne absteigen, oder an nigelnagelneuen Abseilständen über die Süd-Ostwand vier- bzw. zweimal abseilen (2 Stunden). Somit gelangten wir fast direkt an den Punkt, an dem wir ein paar Stunden vorher zur Dülfer zu- bzw. abgestiegen waren. Von hier aus sind auch die letzten paar Hundert Meter zurück zum Auto nicht mehr der Rede wert (¼ Stunde). Durch unseren kleinen Abstecher an der Westwand hatten wir an diesem Tag dann doch 1000 hm in 7 Stunden (mit Pausen) gesammelt.

Was für ein Wochenende, viel steiler, brüchiger Fels, viel Angst und am Ende jeder Tour unglaublich viel Erleichterung und Freude. Ob wir drei wirkliche Dolomitenfreunde werden, ich weiß nicht, aber hie und da gruseln in unserer Wohlstandswelt, warum nicht. Jungs, das Wochenende mit euch war mir ein Volksfest.

Mittwoch, Juni 12, 2024

Tonawanda und Las Vegas - 03.-12.06.2024

Manchmal können Dienstreisen wirklich gut werden, zum Beispiel wenn man mit den richtigen Kollegen unterwegs ist oder wenn man ein paar Urlaubstage dran hängen kann, um mit einem guten Freund Zeit zu verbringen. Dieses Mal trat beides ein, was für eine coole Reise.

Es stand wieder mal ein Besuch in Tonawanda, Upstate New York, an. Dieses mal aber nicht alleine, sondern zusammen mit Sebastian. Da er ziemlich ähnlich tickt wie ich, war die Abendgestaltung gesichert. Am Weg von Toronto nach Buffalo besuchten wir aber erst mal die Canadian Falls, um das Sightseeing abzuhandeln.

Die Abende verbrachten wir dann bei Spaziergängen zur Eternal Flame (1¾ Stunden, 160 hm, 4,5 km) und anschließendem Schwimmen im Lake Erie, dem Wirlpool und Devils Hole Trail (3 Stunden, 240 hm, 10,5 km) und einem Ausflug zum Stony Brooks State Park und dem Letchworth State Park. In Letchworth stolperten wir nicht nur beinahe über eine Schlange, sondern wurden auch gleich von einer Rangerin erwischt, wie wir über eine Trailabsperrung kraxelten....die Touris halt wieder. Alles in allem eine sehr vollgepackte und arbeitsreiche Woche. So hatte ich mir ein paar Urlaubstage zusammen mit Tommi redlich verdient.
2024_06_03-08_Tonawanda


Während sich Sebastian auf den Weg zurück nach Toronto machte, flog ich nach Vegas, um mit Tommi im Red Rock Canyon Klettern zu gehen. Den Wahnsinn dieses Plans realisierten wir erst, als wir bei über 40°C den Flughafen verließen. So leicht ließen wir uns aber nicht abschrecken und ein netter Verkäufer bei REI empfahl uns noch ein paar Routenklassiker im Schatten. Die suchten wir dann auch gleich auf. Vom Pine Creek Canyon Parkplatz wanderten wir zur Nordwand des Mescalito (¾ Stunde, 100 hm, 2,5 km). In der Hitze wäre ich beinahe umgekippt. Am Wandfuß dann aber Schatten, ein kleines Bächlein und eine Wahnsinnslinie durch die schattige Wand: Dark Shadow (4P/5.8/Trad). Die ersten zwei Längen hängte ich zusammen, mit einer ziemlich coolen glatten Verschneidung. Die dritte Länge lag bei Tommi, der die steile Verschneidung bis unter ein weit ausladendes Dach meisterte. So blieb mir noch ein Risssystem auf den Pfeiler Kopf, von dem aus Abgeseilt wurde. Was für eine schöne Kletterei. Die Stände und Abseilstände mit zwei Bohrhaken abgesichert, so musste man nicht übermäßig viel Angst haben. Als die Sonne tiefer stand, sank auch die Temperatur etwas, was den Abstieg etwas erträglicher machte.

Die erste Nacht wollten wir in Red Rock übernachten, so wanderten wir kurz vor Sonnenuntergang noch von Willow Springs in die Rainbow Mountain Wilderness. Ein passendes Plätzchen war bald gefunden, nur mit unserem Zelt hatten wir etwas weniger Glück,. Wir wollten nur das Innenzelt mitnehmen, um Gewicht zu sparen. Leider blieb der falsche Teil im Auto....naja Biwak ist auch schön und zuviel Getier sollte es ja hoffentlich auch nicht geben. Nach einer relativ erholsamen Nacht, weckte uns ein Kolibri und die Sonne und damit stiegen auch die Temperaturen wieder. Für diesen Tag hatten wir uns eine kleine Wand zum Sportklettern herausgesucht, die Hidden Falls Wall im Lost Creek Canyon (10 Minuten). Um es vorweg zu nehmen, mein Mut war bei der Tour am Vortag aufgebraucht, so stieg ich nur Camel Doe (5.9/Sport) vor. Von dort aus topropten wir noch Bigfoot/Sole Slasher (5.10a/Sport). Der Kopf war aber nicht wirklich bei der Sache, also gings rein ins Vergnügen von Vegas. Wir stiegen im The Venetian ab und verbrachten den Nachmittag am Pool und  am Abend erkundeten wir den Strip.

Der Kulturschock setzte uns so zu, dass wir kurzentschlossen am nächsten Tag wieder in die Red Rocks fuhren, Angst hin oder her, das war Verlockender als der Wahnsinn in Vegas. Im Icebox Canyon stiegen wir zur Necromancer Wall zu (½ Stunde, 110 hm, 1,5 km). Diese Wand ist im Sommer zumindest am Vormittag im Schatten und bietet darum ganz gute Bedingungen. Mit der Hop Route (2P/5.7/Trad) findet man eine leichte Tour, super abzusichern und im bombigen Fels. Das machte alles vergessen und brachte pures Vergnügen. Zurück im Hotel hatte sich auch der Wochenendtrubel etwas gelegt und so funktionierte das abendliche Entspannen auch etwas besser.

Was für ein absolut gewaltiger Trip mit Tommi. Schön, wie viel Spaß man mit einem guten Freund auch (oder vor allem) abseits der Vergnügungsmeile am Strip haben kann.

Dienstag, April 23, 2024

Aprilpowder auf der Amberger Hütte - 19.-21.04.2024

Vor zwei Jahren waren wir als Familie relativ spontan auf der Lavarella Hütte im Fanes. Nun hatte dieselbe Gruppe ein Wochenende auf der Amberger Hütte geplant und wieder einen Restplatz zu vergeben. Nach einigem hin und her standen wir am Freitagabend schließlich zu viert, Max, Martin, Leo und ich, am Parkplatz in Gries und machten uns bei Schneetreiben zur Amberger Hütte auf. Trotz des Wintereinbruchs mussten wir die Ski, mit ein paar Unterbrechungen, bis über die Sulztalalm tragen (1¾ Stunde, 500 hm).

Am Samstag herrschte ähnliches Wetter, Schneefall und Nebel. Wir entschieden uns für den Aufstieg zum Schwarzenbergferner, da in dem Tal einige große Blöcke zur Orientierung herumliegen. Immer wieder wurde die Sicht etwas besser, um kurze Zeit später noch schlechter zu werden. Während uns eine Zweiergruppe überholte und weiter auf den Schwarzenbergferner zog, bogen wir zum Schwarzenbergjoch ab und stiegen den steilen Hang und das abschließende Schuttfeld bis zum Joch auf (3½ Stunden, 1100 hm). Am Joch dann die freudige Überraschung, es riss kurz auf und wir konnten über den Alpeiner Ferner bis zur Ruderhofspitze sehen, insgeheim unser Traumziel an dem Tag. Vom Joch sind es nur ein paar steinige Meter auf den Gletscher und diesem folgten wir ohne wirklichen Höhengewinn oder -verlust zur Hölltalscharte und weiter in das Gletscherbecken unter der Ruderhofspitze (1¼ Stunde, 200 hm). Der Weg zum Gipfel würde nun über die Obere Hölltalscharte auf den Grat führen, dem man dann bis zum Gipfel folgt. Wegen der schon fortgeschrittenen Stunde und dem alles andere als idealen Wetter entschieden wir uns aber zur Umkehr und fuhren bzw. gingen zurück zum Schwarzenbergjoch (1¼ Stunde, 50 hm). Hier kam das Highlight des Tages, die Abfahrt zum Schwarzenbergferner hinunter. Ein gut 35°-steiler Hang, in dem locker flauschiger Pulver lag. Es geht doch nichts über Pulver im April. Die restliche Abfahrt war dann ok, wenn auch immer wieder mit Steinkontakt und am Ende muss man die flache Sulze hinaus zur Amberger Hütte (1 Stunde, 50 hm).

An diesem Abend hatten wir uns das Abendessen, das übrigens ausgesprochen gut ist, redlich verdient und so verbrachten wir noch einen wirklich netten Abend bei Bier und Berggeschichten mit einer der Kellnerinnen.

Sonntag fiel das Aufstehen deutlich schwerer als am Tag zuvor, doch das Wetter hatte sich gebessert und so stiegen wir diesmal in Richtung Sulztalferner auf. Nach der Zwinge am Grund der Sulze bogen wir aber nach Westen ins Wannenkar bzw. zum Kuhscheibenferner ab. Unser Ziel war die Zahme Leck am oberen Ende des Ferners. Als wir die Rinne die zum Grat führt erreichten, zog es leider zu und begann wieder heftig zu schneien (4 Stunden, 1050 hm). Das hinderte uns allerdings nicht uns noch bis auf den Grat hinauf zu wühlen (¼ Stunde, 50 hm). Obwohl uns zum Gipfel nicht mehr viel gefehlt hätte (laut Karte etwa 70 Meter und 50 hm) entschieden wir umzukehren. Um ehrlich zu sein, hatte ich die Hosen gestrichen voll. Eingeschneite Platten sind anscheinend nicht mehr so ganz meins, dafür war die Freude über ein kleines Wetterfenster für die Rinne (immerhin gut 45°-steil) umso größer. Was soll ich sagen, es hat den ganzen Weg zurück zur Hütte gestaubt (1 Stunde).
So blieb uns nach Kuchen und Bier nur noch der Abstieg bzw. Abfahrt nach Gries, ich sags mal so: ich war froh den Steinski mitzuhaben.

Ein rundum gelungenes Wochenende in einer super Tourengruppe, gerne wieder Jungs.

Donnerstag, Februar 08, 2024

Ellmauer Halt mit Lena - 07.02.2024

Mittwoch, Lena hat Zeit, die Wettervorhersage ist gut, nur das mit dem Schnee ist noch so eine Sache, mit dem Nachschub hapert es nämlich. Aber wie schon in den Weihnachtsferien, kann man fehlenden Pulver auch mit Firn substituieren. Also eine südseitige Tour....wir dachten beide an den Ellmauer Halt, den hatten wir uns schon seit Jahren vorgenommen.
Um 8 Uhr starteten wir mit geschulterten Ski an der Wochenbrunner Alm. Im Wald unter der Gruttenhütte konnten wir dann endlich auf die Ski wechseln (½ Stunde, 200 hm) und so zogen wir gemütlich unsere Spur durchs Hochgrubachkar hinauf zum Brotzeitplatzl in die Rote-Rinn-Scharte (1½ Stunden, 800 hm). Die letzten 100 Höhenmeter stapften wir zum einen, da der Schnee hartgefroren war und zum anderen weil Lena einen Ski bei einer Spitzkehre verloren hatte. Zum Glück blieb er etwa 50 bis 100 Meter tiefer liegen. Lena entschied sich Zeit zu sparen und ihn nicht zu holen, sondern auch den zweiten zurückzulassen und erst beim Abstieg wieder einzusammeln.
Vom Brotzeitfels stiegen wir nicht weiter in die eigentliche Rote-Rinn-Scharte, sondern durch eine steile Rinne Richtung Norden zur Jägerwand hinauf. Am oberen Ende dieser Rinne begegneten uns zwei andere Begeher auf ihrem Weg herunter (½ Stunde, 125 hm). Nach einem kurzen Ratsch, deponierte ich meine Ski und wir stiegen in dem nun kombinierten Gelände weiter. Immer wieder wechselten sich seilversicherte mit seilfreien Passagen ab. Da einige Stellen mit Eis überzogen waren, waren wir froh Steigeisen und Pickel mit dabei zu haben. Durch den schneegefüllten Kamin stapften wir hinauf zur Babenstuber Hütte und dem Gipfel entgegen (¾Stunde, 195 hm). Im Gegensatz zum Sommer, ist die Passage oberhalb des Kamins relativ exponiert und verlangt trotz der vorhandenen Spur eine halbwegs sichere Steigeisentechnik.
Obwohl der Gipfel eine Wahnsinnsaussicht bietet und die Sonne immer noch schien, blies ein eisiger Wind, der uns eine Pause gehörig vermieste. Also schnell wieder hinunter, wobei schnell immer relativ ist, vor allem in diesem Gelände. Den Kamin umgingen wir über die Rissspur, wobei die letzten Meter vor der Rissspur relativ unangenehm zu gehen waren. Und so benötigten wir für den Abstieg zu meinen Ski länger als hinauf (1 Stunde). Während Lena ihren Abstieg durch die steile Rinne begann, machte ich mich für die Abfahrt bereit. Zum Glück war die Rinne gut firnig, aber nicht grundlos sulzig und so war ich wenige Minuten und einige gesprungene Schwünge später wieder am Brotzeitfels. Nun verfluchte Lena die Entscheidung die Ski zurück zu lassen und musste zu mir herunter stapfen. Von der Scharte runter ins Hochgrubachkar war der Schnee deutlich härter, was die Abfahrt zwar weniger angenehm machte, dafür aber den Abstieg für Lena, zusammen mit dem deutlich flacheren Gelände, massiv vereinfachte. Und siehe da, neben ihrem Ski, stand auch der zweite, der abgehauen war. Irgendein netter Skitourengeher hat in mit hinaufgebracht, vielen Dank!
Hier im Hochgrubachkar hatte es schön aufgefirnt und das weite Kar machte super Spaß zum Abfahren. Vorbei an der Gruttenhütte konnten wir mit nur einer kurzen Unterbrechung bis in den Wald über der Wochenbrunner Alm abfahren (1 Stunde). So beschränkte sich das Tragen nur mehr auf die letzten 100 Höhenmeter (¼ Stunde).

Was für eine schöne Tour. Tolle Bedingungen, gutes Wetter und nicht zu Letzt eine super Tourenpartnerin, so machen Mittwoche Spaß.

Sonntag, September 17, 2023

Ostwand und Signalkopf - 15./16.09.2023

Seit langer Zeit hatte ich einen Plan im Hinterkopf, die Ostwand, von der Wimbachbrücke aus. Da das Wetter relativ stabil aussah und ich mir den Freitag geistig sowieso schon freigenommen hatte (für eine Tour mit Maaf, die leider ins Wasser fiel), stand schnell fest, das könnte der Tag sein.

Um 4 Uhr startete ich von der Wimbachbrücke mit Walters E-Bike (Stadtrad, Tiefeinstieger) zur Kühroint (½ Stunde, 750 hm). Durch dichten Nebel stieg ich den super rutschigen Rinnkendlsteig nach 
Bartholomä ab (1½ Stunden, 50 hm). So weit also zur Zusatzübung, die Beine und viel wichtiger auch der Kopf, fühlten sich gut und so war mein erster großer Umkehrpunkt geschafft. Am Weg durch das Eistal zur Eiskapelle dämmerte es langsam und so konnte ich mir den Wegverlauf bis zur Wasserfallplatte relativ gut einprägen (¾ Stunde, 250 hm). Wie immer wird alles leichter, sobald es hell wird und die, über mir in der aufgehenden Sonne, glühende Ostwand ließ die Zuversicht noch weiter wachsen und entlockte mir fast ein Juchzen. Der unterste Teil, bis zum Schuttkar, war leicht zu finden. Durch die nassen Grashänge und Platten ziehen immer wieder Steigspuren und vereinzelte Steinmanndl weisen auf Abzweigungen und Richtungswechsel hin (1 Stunde, 500 hm). Auch der Weiterweg ist eigentlich leicht zu finden und die Wandbeschreibung im Rasp Ostwand Führer ist äußerst akkurat. Trotzdem sah ich im Schuttkar den einzigen anderen Begeher, wie er am unteren Ende des Kars durch einen grasigen Kamin Richtung Rampe/Rinne klettern versuchte. Nach einigem hin und her kam er wieder ins Kar und wir Ratschten kurz. Da er nur das gezeichnete Topo von Bergsteigen.at bei sich hatte (die eigentlich guten Topos, kann man für so eine unübersichtliche, große Wand getrost in der Pfeife rauchen!), hängte er sich an meine Fersen und wir verließen das Kar am oberen (!) rechten Rand. Nie schwierig, aber immer anregend geht es über Schrofen, Rinnen und Bänder zum 1. und 2. Sporn und zur Wasserfallplatte (1 Stunde, 380 hm). In meiner Planung war diese für mich das große Fragezeichen. Dass ich die Platte ohne weiteres Klettern kann (UIAA III) stand außer Fragen, aber laut einhelliger Meinung aller Rountenbeschreibungen ist die Platte stark steinschlaggefährdet und ich war mir nicht sicher, ob ich das Risiko eines Treffers ungesichert eingehen wollte. An der Platte angekommen entspannte ich mich aber merklich, wie auch den Rest des Tages, gab es nämlich keine fliegenden Steine. Die Platte ist unschwierig, nur die Querung zum Anfang der Platte stellte sich als äußerst unangenehm dar, weil Wasser über den Fels lief und das Unterfangen ziemlich schmierig machte.
Direkt nach der Wasserfallplatte quert man, etwas weniger offensichtlich, nach rechts über ein grasiges Band auf eine Rampe, der man über ein paar Platten (UIAA III) zur Wiese am unteren Ende der Gipfelschlucht folgt (¾ Stunde, 230 hm). Bis hierher war mir der andere Bergsteiger gefolgt, nun wollte/musste er aber eine Pause einlegen, während ich mich der Gipfelschlucht zuwandte. Am Beginn der Schlucht vereinen sich alle Ostwandwege. Die ungefähre Wegfindung hatte ich noch vom Kederbacher mit Peter in Erinnerung und so konnte ich die Tourenbeschreibung im Rucksack verstauen und langsam aber stetig der Biwakschachtel entgegensteigen (1 Stunde, 400 hm). Neben der Biwakschachtel legte ich eine kurze Pause ein und genoss die Sonne, den Ausblick und Tiefblick und einen Müsliriegel.
Ein kurzer Blick in die Tourenbeschreibung half mir die graue Rinne zu den Ausstiegskaminen zu finden. Diese führten mich gestuft zur Schlüsselstelle des Berchtesgadener Wegs, dem 8 Meter Wandl (UIAA III+). Danach sind es nur noch wenige Meter bis zum Gipfel der Südspitze (1 Stunde, 340 hm). Was für ein Tag, was für ein Wetter, was für eine schöne Tour! Nach 4¾ Stunden Konzentration hätte ich nun die ganze Welt umarmen können. Das Spezi und die Wurstsemmel hatte ich mir redlich verdient. Die Fernsicht in der klaren Spätsommerluft war phänomenal und ich genoss einfach die Sonne und die Ruhe. Als nach ein paar Minuten ein paar BergsteigerInnen von der Überschreitung kamen, packte ich zusammen und machte mich auf den Weg zur Mittelspitze (¾ Stunde, 180 hm). Jedes Mal wieder nett und, genauso wie auch der Weiterweg zum Hocheck, relativ einfach ohne Metall zu machen (¼ Stunde, 40 hm). Irgendwann muss ich die Überschreitung auch im Winter probieren.
Am Hocheck ist das Absturzgelände endlich zu Ende, auch wenn man hinunter zum Watzmann Haus noch ein bisschen auf seine Füße achten muss (1 Stunde), kann man es spätestens über den Falzsteig zur Kühroint dann laufen lassen (¾ Stunde). Das Rad an der Kühroint erleichterte mir den letzten Abschnitt hinunter zur Wimbachbrücke ungemein (¼ Stunde), so muss eine Tour enden, nicht mit ewigem Forststraßengehatsche.
Nach 11 Stunden, 3130 hm und knapp 32 km, waren meine Beine dann doch etwas müde, aber in meinem Gesicht war ein fettes Grinsen.
2023_09_15_Ostwand

Samstag konnte ich Anna für eine kleine Regenerationstour gewinnen. Zusammen stiegen wir über ein kleines, vergessenes Steiglein nordseitig zum Rotofensattel auf (1½ Stunde, 600 hm). Am weiteren Steiglein hinauf zur Brust der Hexe, dem Mittlerer Rotofen, muss man sich zwar hie und da mit den Händen festhalten, aber von Annas früherer "Höhenangst" ist wirklich nichts mehr über (¼ Stunde, 100 hm). Vom Gipfel aus konnten wir eine Seilschaft an der Nase beobachten, das nächste Mal werden Anna und ich dann der Hexe gemeinsam auch auf die Nase steigen.
Für den Abstieg, hatte ich eigentlich auch ein kleines Steiglein geplant, nach ein paar Verhauern im schrofigen Gelände (1 Stunde, 100 hm), stiegen wir dann aber doch über den Agnes Rundweg ab (1 Stunde, 40 hm). Am Panoramaweg angelangt, wartete Anna auf mich, während ich zum Auto zurück joggte (¼ Stunde, 60 hm) und sie abholte.
Eine super Runde mit dem Töchterchen und beste Regeneration ever.

Dienstag, Mai 03, 2022

Saisonabschluss auf der Wildspitze - 02.05.2022

Nachdem Karin und ich schon drei Mal auf der Wildspitze waren (2008, 2010 und 2012) bzw. ich schon zwei Mal den Pitztaler Eisexpress probiert hatte, war meine Motivation in der Gegend eine Tour zu unternehmen eher gering. Allerdings hatte Martin mal erzählt er würde gerne die Wildspitze gehen. Menschen die ich mag, tue ich ja gerne einen Gefallen, so ganz hässlich ist die Gegend ja nicht und den Brochkogel gibt es ja auch noch. Also fuhren wir zwei am Montagmorgen ins Pitztal.

Kurz nach 9 Uhr starteten wir mit der Abfahrt zum Mittelbergjoch und weiter auf den Taschachferner (½ Stunde, ↓200 hm). Dort hieß es nicht nur auffellen, sondern auch anseilen. Die vier anderen Seilschaften am Taschachferner stiegen den Normalweg auf, während wir völlig alleine unsere Spur zur Nordseite der Wildspitze zogen. Noch vor dem oberen Gletscherbecken verschluckte uns der Nebel und so hieß es mit dem GPS bis zum Bergschrund unter der Nordwand navigieren (2¼ Stunden, ↑525 hm). Durch die fehlende Sicht, war schon früh klar, dass der eigentliche Plan, die Nordwand, nicht funktionieren würde. Also querten wir nach Westen und stiegen über den Bergschrund und einen relativ steilen Hang zur Gratschulter auf (1 Stunde, ↑120 hm). In dem Stück hatten wir schon von Ski auf Steigeisen gewechselt und stapften nun auf diesen weiter zum Nordgipfel (¾ Stunde, ↑135 hm). Der Grat zum Südgipfel (¼ Stunde, ↑30 hm) war im Gegensatz zum letzten Mal (mit Karin) nicht überwechtet, sondern fast durchgängig Fels. Von dem mächtigen Eisschild auf der Westseite scheint nicht mehr viel über zu sein.
Die schlechte Sicht, aber auch unsere fehlende Fitness, hatte uns viel Zeit gekostet, so machten wir auch am Hauptgipfel keine Pause, sondern stiegen zum Skidepot ab (20 Minuten, ↓100 hm). Erst hier gönnten wir uns eine kurze Pause, schnallten die Steigeisen ab und bereiteten uns auf die Abfahrt vor. Das schlechte Wetter war inzwischen noch schlechter geworden und zum Nebel hatte sich nun auch Schneefall gesellt. Aber am Skidepot gab es endlich auch wieder andere Spuren (alle anderen hatten nämlich hier umgedreht) und so mussten wir nur diesen Spuren folgen, um zu unserem Startpunkt am Taschachferner ohne Spaltenberührung zurück zu finden (½ Stunde, ↓600 hm). Unsere Beine wurden zwar beim Rückanstieg ins Mittelbergjoch ziemlich schwer (¼ Stunde, ↑100 hm), wir mussten uns aber ein bisschen beeilen, um noch die Lifte für die Talfahrt zu erwischen. Ganz so knapp war es dann am Ende doch nicht, aber der Brochkogel wäre sich definitiv nicht mehr ausgegangen. Den muss ich also doch ein anderes Mal nachholen, vielleicht ja wieder mit Martin.
Ein coole Tour mit Martin, die wegen des Wetters doch recht abenteuerlich war. Und wessen Ego wird nicht gestärkt, wenn man es als einzige Seilschaft auf so einen beliebten Gipfel schafft. Außerdem war es ein krönender Abschluss für eine super Skisaison, die mit 38 Skitouren (36220 hm), 2 Freeridetagen, 6 mal Telemarken, 2 mal klassisch Pisteln und 2 mal Snowboarden selbst für meine Verhältnisse sehr gut war.

Montag, August 09, 2021

Guggi und Nollen - 06.-08.08.2021

Der August kommt und für uns beginnt der Sommer immer mit unserem Besuch beim Dani.
Zusammen mit Olga und ihm stiegen wir am Freitag von der Station Eigergletscher zur Guggi auf. Mit der neuen V-Bahn (Eigerexpress) fährt es sich komfortabler und schneller bis zu der neuen Station hinauf. Nebenbei hat man noch eine super Sicht in die Eigernordwand. Von der Station stiegen wir auf Pfadspuren unter den Eigergletscher ab und querten durch den Gletscherschliff bis zum Guggiweg hinüber. Knapp unter den Kraxelstellen trafen wir auf den altbekannten Weg und etwas oberhalb machten wir ausgiebig Pause (1½ Stunden, ↓160 hm, ↑260 hm). So gestärkt war der weitere Anstieg zur Guggi ein Klax (1¼ Stunden, 360 hm). Johannes der nachgekommen war, holte uns auch noch ein und so hatten wir jede Menge Zeit die mitgebrachten Vorräte zu dezimieren.

Am Samstag läutete unser (Johannes und mein) Wecker um 3 Uhr. Wir hatten geplant um ½ 4 Uhr zum Nollen aufzubrechen. Wie immer ist die Nacht um dieses Zeit besonders dunkel und die Aufstiege besonders beschwerlich. Dennoch erreichten wir das Schneefeld unter dem Nollen recht zügig (1½ Stunden, 550 hm). Nachdem wir uns angezogen hatten (nicht nur Ausrüstung sondern auch jede Menge dicke Klamotten, es gab nämlich beißend kalte Sturmböen) stapften wir das Schneefeld bis direkt unter den Nollen (¾ Stunde, 250 hm), fast perfekter Trittfirn. Im Gegensatz zu letztem Jahr, gab es auch am Nollen Trittfirn und immer wieder gute Stellen für Stände. So erreichten wir nach drei Seillängen das Plateau am Nollen und machten eine kurze Pause unter dem sich aufsteilenden obere Firnfeld (1¾ Stunden, 150 hm). Das Firnfeld stapften wir, jeder für sich alleine, zum Grat (1 Stunde, 300 hm). Nun wäre der Gipfel nicht mehr weit gewesen, aber unsere Umkehrzeit war überschritten und das Wetter drückte immer schlechter von Süden herein, also fiel die Entscheidung: Umkehr.
Wie so oft in solchen Routen, der Abstieg kostet fast gleich viel Zeit wie der Aufstieg und so standen wir nach einer Stunde wieder an den Abbrüchen des Nollen. Wir entschieden uns fürs Abklettern und so konnten wir uns nach 1¼ Stunde am unteren Ende des Schneefelds wieder aus unserer Ausrüstung schälen. Den restlichen Abstieg warfen uns die Sturmböen teilweise fast von den Beinen, aber letztendlich schafften wir es ohne Probleme, aber ziemlich müde, zurück zur Guggi (1¼ Stunde).
Neun Stunden waren wir unterwegs gewesen. Nach einer Suppe und einem TAB verabschiedete sich Johannes und trat seinen Heimweg nach München an, während ich mich ein Stündchen aufs Ohr legte. Er wurde am Weg zum Eigergletscher noch ziemlich nass, aber letztendlich kam auch Johannes irgendwann gut zu Hause an.

Sonntag weckte uns wieder die Sonne. Der Regen hatte aufgehört und für uns blieb nur wie immer nach dem Frühstück, Hütte aufräumen und uns für den Abstieg fertig machen. Beim Abstieg zum Trümmelbach begegneten wir noch einem Steinbock (2 Stunden, ↓710 hm). Vom Bach aus hieß es dieses Mal die Moräne zur Station Eigergletscher aufsteigen (½ Stunde, 220 hm), um dann mit Seilbahn und Eisenbahn direkt zurück nach Interlaken zu gelangen.

Wie jedes Jahr ein super schönes Wochenende mit Olga, Dani und Martina und diesmal mit Johannes auch sportlich gesehen sehr ansprechend. Ich freu mich auf nächstes Jahr.

Dienstag, April 06, 2021

Ein Brett am Kalter und ein Spaziergang ins Kar - der Saisonabschluss im BGL - 02.-08.04.2021

Wir hatten zwar noch lange daran festgehalten, aber schon einige Zeit vor Ostern zeichnete es sich ab, Bleau würde dieses Jahr wieder ausfallen. Der Plan nach dem Plan sah ein Ausweichen auf Franken vor, aber nachdem dort auch wieder eine nächtliche Ausgangssperre herrschte, wurde es jetzt doch wieder das BGL.
Das Wetter war eher solala angesagt und so machten wir uns erst Freitagmittag auf den Weg. Das gab uns aber noch genug Zeit um mit Paul am Nachmittag noch eine Runde von Loipl aus mit den Bikes zu drehen. Für den ersten Downhill (½ Stunde, ↓250 hm) kam er noch mit, den Weg zurück zum Auto (½ Stunde, ↑250 hm) überließ er uns dann. Und weils beim ersten Mal so schön war, fuhren Karin und ich noch einen zweiten Downhill, diesmal über den Panoramaweg nach Winkl (1 Stunde, ↓420 hm, ↑170 hm). Das letzte Mal zum Auto hoch durfte ich dann alleine (½ Stunde, ↑250 hm), das ist der Nachteil, wenn man oben parkt. Und dann überraschte mich meine liebe Frau wieder einmal. Nach dem Essen meinte sie, ob ich noch Lust hätte eine Skitour auf den Götschen zu gehen. Na was für eine Frage, NATÜRLICH! Viel weniger Schnee darf es nicht mehr sein, aber man kann noch durchgängig aufsteigen, außer durch den Wald zum Gipfel (55 Minuten, 450 hm) und auch abfahren, auch wenn man sich an ein paar Stellen "leicht machen muss" (¼ Stunde).
2021_04_02_Goetschen


Blaueisspitze und Hochkalter

Samstag hatte es etwas geschneit und war (was das wichtigste war) wieder deutlich kühler geworden. So stand für Sonntag der Plan und mit Stephan der richtige und motivierte Partner fest. Noch im Dunkeln trugen wir unsere Ski bis zur Schärtenalm (1 Stunde, 600 hm) und auf Ski ging es weiter über die gefrorenen Hänge hinauf zur Blaueishütte (¾ Stunde, 300 hm). Dort hatten wir uns ein kleines Frühstück verdient, ob das das Schneehuhn, das uns laut anmotzte auch fand, weiß ich nicht, es ließ sich aber bis auf das Gemotze auch nicht weiter von uns stören.
Für uns ging es aber sowieso weiter ins Kar des Blaueisgletschers und über die (zum Teil) steilen Hänge hinauf über das obere Eisfeld bis unter die Felsen (1¾ Stunde, 700 hm). Vor der steilen Rinne hieß es auf Steigeisen wechseln und die Ski am Rucksack verstauen. Mit ein paar beherzten Zügen und der Hilfe des neuen Fixseils wuchteten wir uns über die vereisten Platten hinauf zu einer schneeigen Querung, um nach ein paar Metern zur Blaueisscharte zu gelangen (¼ Stunde, 60 hm). Ganz ehrlich, an der Stelle war ich über das Fixseil ganz froh, dieser Teil dürfte bei mehr Schnee deutlich leichter sein, auch wenn man dann wahrscheinlich das Seil nicht mehr findet.
Da wir nun schon mal hier waren, ließen wir die Rucksäcke zurück und statteten der Blaueisspitze einen Besuch ab (½ Stunde, 100 hm). Der Anstieg ist bis auf den überwechteten letzten Teil des Grates einfach und das nette kleine Kreuz ist definitiv einen Abstecher wert. Leider zog die ganze Zeit das Wetter um uns herum, so konnten wir weder die Aussicht genießen, noch uns ein wirkliches Bild über den Weiterweg machen. Obwohl die Tour in der vergangenen Woche mehrmals begangen wurde, waren keinerlei Spuren zu finden, dafür aber etwa 5-10 Zentimeter Wildschneeauflage.
Also stiegen wir wieder zur Blaueisscharte ab (¼ Stunde), schulterten die Rucksäcke und spurten Richtung Nordrinne(n). Die Bedingungen stellten sich als ziemlich gut heraus und so stiegen wir stetig höher durch das etwa 50°-steile Gelände, bis zu einer kleinen Scharte direkt unter dem Gipfel. Von dort sind es keine fünf Minuten über den Grat bis zum Gipfel des Hochkalters (1 Stunde, 220 hm). Hier erwartete uns nicht nur das lange ersehnte gute Wetter sondern auch drei Jungs, die vom Ofental aus gekommen waren.
Die Rundumsicht und eine ausgedehnte Pause hatten wir uns nun wirklich verdient. Und so ließen wir uns Zeit und genossen die Sonne und unsere Brotzeit, bevor wir unter den Gipfelfelsen abstiegen und die Steigeisen wieder im Rucksack verstauten. Wie schon vor drei Jahren, wollten wir die Südflanke möglichst durchgängig abfahren. Die Rechnung hatten wir aber ohne die Schneelage gemacht. Es lag deutlich weniger Schnee als beim letzten Mal und so war im Mittelteil an eine Befahrung überhaupt nicht zu denken. Stattdessen hieß es stellenweise abklettern und ein kleinem Zwischenanstieg. Erst im unteren Teil konnten wir wieder fahren, was im Gegensatz zu der Gipfelrinne sogar Spaß machte (¾ Stunde, 30 hm).
Was nun aber kam, war ein Traum in weiß. Das schattige Hochtal hielt perfekten Holländerpowder für uns bereit und so cruisten wir bis in den Wald hinunter (½ Stunde). Dort wo die Abfahrt sowieso unangenehm wird, endete diesmal auch der Schnee und so montierten wir unsere Ski wieder am Rucksack und nahmen wohl oder übel den 600 hm Abstieg ins Klausbachtal in Angriff (1 Stunde). Von dort hieß es nur noch durchs Klausbachtal und um den Hintersee, vorbei an Spaziergängern und Familien, zurück zum Auto hatschen, weil gehen konnte man das schon fast nicht mehr nennen (1 Stunde).

Eine wahnsinnig geniale Tour mit einem super Tourenpartner. Sicher DAS Highlight der Saison! Wir benötigten für die 2010 hm und 24 km insgesamt 9¾ Stunden. Eine Tour die eher den konditionsstarken und vor allem alpinistisch versierten Skitouristen ansprechen dürfte.

Watzmann Skischartl

Obwohl die Beine noch etwas schwer waren, wollten Karin und ich noch das gute Wetter am Montag ausnutzen. Sozusagen zum Saisonabschluss noch ins Kar. Die Erklärung, dass damit nur das Watzmannkar gemeint sein kann, erübrigt sich im BGL eigentlich.
Mit Bike und E-Bike konnten wir bis kurz unter die Benzinkurve fahren (¾ Stunde, 530 hm) von wo es direkt mit Ski weiter ging. Wir sorgten für einige Lacher, da Karin mich über weite Strecken mit unserem Kommit abschleppte, ich war froh darum. Der Aufstieg ins Kar war, wie immer, landschaftlich überwältigend schön. Nachdem wir die Massen an Tourengehern zum 3. Kind ziehen sahen, entschlossen wir uns für das Skischartl, mal etwas anderes da Karin noch nicht dort war (3 Stunden, 1090 hm). Hier war zwar auch, wie nicht anders zu erwarten, reger Betrieb, aber wir fanden noch einen schönen Platz an den Felsen und konnten so die warme Frühlingssonne genießen. Inzwischen schien die Sonne auch in weite Teile des Kars und weil jede Menge anderer Tourengeher nun das Skischartl für sich entdeckt hatten, fuhren wir ab. Beginnend mit etwas schwerem Schnee über ein Stück mit konserviertem Pulver hin zu bestem Firn und am Ende, wie so oft, einer Sulz/Eis Waldabfahrt (1 Stunde).
Spätestens jetzt freuten wir uns über unsere Räder, die Ski auf die Rucksäcke und ab in den Sattel. Wie schön ist es, wenn man das Kar so komfortabel hinter sich lassen kann (¼ Stunde).

Ein wunderschöner Saisonabschluss mit Karin (gesamt 6 Stunden, 1620 hm, 20 km). Es soll zwar in den nächsten Tagen noch schneien, aber ob wir uns nochmal motivieren können die Ski hervor zu holen, wage ich zu bezweifeln. Aber mit diesen Abschlusstouren bin ich nun auch wieder mit der Saison versöhnt.
2021_04_05_Watzmannkar

Dienstag begann es dann wieder zu schneien. Und weil es so richtig durchschneite, hatten wir am Mittwoche unseren ersten Ski/Freeride-Tag. Magels eines Skilifts, nutzen wir den Bus zum Shutteln am Rossfeld. Nach sechs Tiefschneeabfahrten war Paul dann schnitzelfertig.
Aber es schneite weiter und so drehte ich am Donnerstag noch eine Runde auf den Götschen (1¼ Stunden, 700 hm). Jetzt kann es von mir aus aber wirklich Frühling werden. Immerhin gingen sich selbst in dieser Saison 24 Skitouren mit insgesamt 23545 hm aus (Nachtrag vom 25.04.). Viele davon immerhin auch schon mit den Kiddies, was uns natürlich ganz besonders freut, auch wenn diese Touren meist eine motivatorische Herausforderung sind.

Sonntag, Januar 10, 2021

(Kinder)skitouren und winterliche Kletterei im BGL - 01.-08.01.2021

Der erste Tag des neuen Jahres begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein. Ich weiß ja, eigentlich wollte ich wegen der geringen Schneelage keine Skitour mehr gehen, aber wenn das Töchterchen schon mal Lust auf eine Skitour hat, kann man seine Meinung schon mal ändern. Anna, Karin und ich stiegen von der Götschenalm zum Götschenkopf auf (2 Stunden, 450 hm) und ganz so schlimm wie vor drei Tagen war es mit dem Schnee nicht mehr. Mehr als eine Pistentour ist aber definitiv nicht drin.
Das wollte Paul natürlich nicht auf sich sitzen lassen, dass seine kleine Schwester eine größere Skitour gegangen ist als er. Also Familienskitour auf den Götschen (1½ Stunden, 450 hm) am Zweiten. Der Dritte brachte dann nur einen kleinen Spaziergang auf den Lockstein, während Paul und ich am Vierten mit den Zipfelbobs vom Hirscheck (1 Stunde, 350 hm) fuhren, während Karin und Anna am Hochschwarzeck Schlitten fuhren.

Für den Fünften war nicht nur perfektes, sonniges Wetter vorhergesagt, sondern Peter und ich hatten uns den Tag auch für eine kleine Aktion geblockt. Der Tag am Untersberg letzte Woche hatte gezeigt, dass in der Südwand weniger Schnee als vermutet liegt und da Peter die Anfängerfreuden (8 SL, UIAA 5-) neben der Naturfreundehöhle noch nicht kannte, sollte diese Tour unser Ziel sein.
Um nicht immer von Ettenberg aus zum Untersberg aufzusteigen, starteten wir diesmal von der Hintergern. Über den Störweg und den Weg zum Scheibenkaser gelangten wir zu den Rinnen die zum Einstieg der Tour führen (2 Stunden, 800 hm). Durch den relativ weichen Schnee wühlten wir uns zum Einstieg hinauf (1 Stunde, 150 hm). Hier wären die Steigeisen an ein paar Stellen gar nicht unangenehm gewesen, wir hatten sie (und die Pickel) aber aus Gewichtsgründen im Auto gelassen. Wir klettern schließlich in einer Südwand! Für den Rest der Tour stellte sich dann aber heraus, dass unsere Planung aufging, die kurzen Schneepassagen waren auch ohne Steigeisen gut zu meistern.
Die Tour selbst war ein Traum, auch wenn sich Reibungsplatten (sind zum Glück ja nicht viele) mit einem (nassen) Bergschuh weniger schön klettern lassen, als mit einem Kletterschuh. Ich hatte gerade die vierte und fünfte Seillänge nicht mehr als so schön in Erinnerung (vor sieben Jahren war ich die Tour schon mit Karin geklettert). Die unangenehmste Seillänge war diesmal die vorletzte. Auf den flachen Platten hatte sich eine, leider nicht fest anhaftende, Schneeschicht gebildet, die vornehmlich bei leichter Belastung ihren Weg der Schwerkraft folgend antrat. Aber auch diese Länge ging ohne Steigeisen und so musste ich mich in der letzten Länge nur noch ein paar Meter durch den Schnee hochwühlen, damit wir an der Stütze der Materialseilbahn unser Bier genießen konnten (3 Stunden, 230 hm). Die Pause hatten wir uns redlich verdient und umso schwungvoller ging es danach wieder hinunter zum Auto (1¾ Stunde, 20 hm). Ein toller Tag, wieder einmal komplett alleine bei bestem Wetter und bei netter Kletterei. Es wäre auch warm genug gewesen, um die steileren Touren in der Süd- und Südwestwand komplett schneefrei zu klettern. 
Karin war an diesem Tag mit den Kids bei der Wildfütterung im Klausbachtal.
Drei König brachte dann noch ein bisschen Schnee, aber leider wieder nur in homöopathischen Mengen. So sorgten wir am Donnerstag für ein paar zusätzliche Kratzer in unseren Zipfelbobs, bei der Abfahrt vom Hirscheck (1 Stunde, 350 hm), diesmal als gesamte Familie.
Freitag war dann unser letzter Tag im BGL und das Wetter sah recht passabel aus. Das nutzen Karin und ich noch für eine letzte Skitour alleine. Von Hinterbrand trugen wir die Ski zur Mittelstation und stiegen übern Klaus-Maxei zur Jenner Bergstation auf (2 Stunden, 700 hm). Schnaufen, Ratschen, Schauen, es ist einfach schön Zeit als Paar verbringen zu können. Für den Weg auf den Gipfel ließen wir die Ski wieder an der Bergstation zurück, da immer noch ähnlich wenig Schnee liegt wie vor knapp zwei Wochen (¼ Stunde, 80 hm). Auf der Tour wie auch am Gipfel waren ein paar Leute unterwegs, aber von einem Ansturm, wie ihn ein paar Lokalpolitiker gerne postulieren, war nichts zu sehen. Dies gilt übrigens für das ganze BGL und die ganzen zwei Wochen, die wir da waren. Zurück auf der Sonnenterrasse der Bergstation ließen wir uns unsere Brotzeit schmecken und genossen die Zeit zu zweit. Nach eine kurzen Abfahrt stiegen wir noch zum Klaus-Maxei-Schlepplift auf (¼ Stunde, 80 hm), um die Abfahrt um einen "Pulverhang" zu verlängern. Naja, die Qualität dieser Idee war eher mäßig, dafür ist es aber auch ein Steinski. Über die Jennerwiesen gibt es inzwischen, entlang der Beschneiungslanzen, eine durchgängige Spur, auf der man keine Steine trifft und man die DSV Trainingsstrecke umgehen kann. Nur zurück nach Hinterbrand muss man wieder tragen (¾ Stunde). Ein schöner Abschluss bevor es am Montag wieder zurück in den Home Office und Home Schooling Wahnsinn geht.
2021_01_08_Jenner

Donnerstag, Dezember 31, 2020

Rückblick auf ein verrücktes Jahr

Man könnte im Jahresrückblick sagen: was für ein S*****jahr, aber das wäre zu einfach gegriffen. Das Jahr hatte nämlich viel mehr als ein blödes Virus zu bieten. Neben Corona gab es einige Höhen und auch Tiefen in diesem Jahr. Die Skitourensaison am Anfang des Jahres bot einige Highlights, wie zum Beispiel das Kopftörl im Kaiser oder auch der Hundstodreibn im Steinernen Meer. Nach unserem super schönen Besuch bei Chanti und Joël bremste uns (und auch die restliche Welt) Corona aus und wir nutzten die Zeit für Bewegung in den eigenen vier Wänden.
Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit dieses Jahr brachte uns viele schöne Wanderungen und Übernachtungen in den Voralpen, schöne Klettertage in Franken und Treffen mit neuen und alten Freunden.
Ein sommerliches Highlight war die Begehung des Nollen während wir Dani auf der Guggi besuchten. Kurze Zeit später kam der absolute Tiefpunkt in diesem Jahr, mein Stolperer an Karins Geburtstag. Dass wir an dem Tag nun gemeinsam Geburtstag feiern können, habe ich nur einer ganzen Schar an Schutzengeln zu verdanken.
So waren wir trotz aller Unwägbarkeiten doch recht viel in den (vor allem bayrischen) Bergen unterwegs (55200 hm davon 19140 hm mit Ski und 8860 hm mit dem Bike).
So bleibt uns an diesem letzten Tag des Jahres nur noch euch einen guten Rutsch in ein hoffentlich super tolles Jahr zu wünschen! Rutscht gut rüber.



Ende des Jahres im BGL - 28.-31.12.2020

In diesem Jahr ist vieles anders, so auch zwischen den Jahren. Normalerweise besuchen wir in dieser Zeit ja meine Eltern. Nach unserem Besuch am Sonntag hatte sich aber klammheimlich eine Testpflicht in die Quarantäneverordnung geschlichen. Nun hat es der Markus S. also wirklich geschafft, jetzt wird sogar uns der Aufwand für einen Abstecher in Tirol zu groß, danke dafür. Aber wir haben ja noch einen zweiten, bergnahen Stützpunkt, also ab zu Karins Eltern.
Nach einer Woche weihnachtlichem auf der faulen Haut liegen, mussten wir uns Montag bewegen. Familienskitour, weil heiß auf Schnee sind wir im Moment alle vier. Von der Mautstelle an der Rossfeldstraße stiegen wir mit den Kindern zum Rossfeld auf (1½ Stunden, 350 hm). Nicht nur dass sie beide den Aufstieg gut gemeistert hatten, auch in der Abfahrt (trotz etlicher Steine) kann man wirklich stolz auf die beiden sein. Einfach schön die Freude der Kinder an unserem Lieblings(winter)sport zu sehen. Da erwartungsgemäß mein Bewegungsdrang noch nicht gestillt war, drehte ich noch eine abendliche Runde auf den Götschen (¾ Stunde, 400 hm). Wobei aber auf der Familienabfahrt unter dem Beschneiungssee praktisch kein Schnee mehr vorhanden ist, nachdem sämtlicher Schnee am unteren Hang der FIS Abfahrt zusammengeschoben wurde. Für die Familienabfahrt darf man übrigens sogar mit seinem Steinski wenig Mitleid haben.
2020_12_28_Rossfeld

Dienstag wollten eigentlich Peter und ich zusammen etwas unternehmen. Aus familiären Gründen konnte er aber nicht, so zog ich alleine los. Nach einer spannenden Fahrt nach Hinterbrand (bei Neuschnee erweist sich unser Allrad immer als Gold wert), zog ich meine Spur über die Mittelstation und die Wasseralm zur Priesbergalm (1½ Stunden, 500 hm). Das bisschen Neuschnee, das in der Nacht gefallen war, wurde leider durch den stürmischen Wind verfrachtet. Zu beobachten war das schon unterhalb der Priesbergalm, durch die exponierte Lage war es aber an den Hohen Rossfeldern extrem. Dieser Umstand ließ mit Sicherheit auch die paar anderen Skitourengeher, die hinter mir kamen, am Unteren Rossfeld umkehren. Ich hatte aber eine Spur in den Stiergraben gesehen, die ganz passabel aussah und dafür musste ich noch ein Stück ins Obere Rossfeld. Also konnte ich auch ganz zu den Begrenzungsfelsen des Fagstein aufsteigen (1 Stunde, 450 hm). Beim Abfellen riss mich der Föhnsturm fast von den Beinen und die Abfahrt war immer ein Wechsel aus Wind(bruch)harsch, Gras und Triebschnee, also ein Traum. Kein Wunder, dass ich froh war ohne Zwischenfälle zurück an der Priesbergalm zu sein, einige Steine habe ich auf jeden Fall erwischt. Bei der Abzweigung oberhalb der Königsbachalm ins Torrener Joch fellte ich wieder auf und stieg über die Südhänge zur Jenner Bergstation auf (1 Stunde, 500 hm). Der Wind hatte sich inzwischen fast gelegt und im Gegensatz zu den Rossfeldern ist man hier fast durchgängig in der Sonne. Nach dem doch recht frischen ersten Teil der Tour konnte man sich hier wieder aufwärmen. Zum Jenner Gipfel nahm ich diesmal die Ski gar nicht erst mit, die Abfahrt ist schon bei viel Schnee wenig lohnend, bei den momentanen Bedingungen aber eher eine Kamikaze Aktion (¼ Stunde, 80 hm). Auf der Abfahrt zurück zur Mittelstation gingen sich sogar noch ein paar schöne Schwünge aus (und natürlich auch noch ein paar Steinvolltreffer) und so endete die Tour nach einem kurzen Fußmarsch wieder in Hinterbrand. Eine super 1500 hm Runde, die aber meine letzte Skitour sein dürfte, ohne deutlich Neuschnee.
Den Nachmittag verbrachten wir bei einem Spaziergang um und am zugefrorenen Hintersee und Mittwoch wanderten wir mit Claudi und ihrer Freundin zur Kneifelspitze (1¼ Stunde, 350 hm). Immer wieder eine nette Wanderung und bestens geeignet zum Ratschen wenn man sich lange nicht gesehen hat.

Und am letzten Tag des Jahres klappte es dann doch noch, Peter hatte Zeit, Matze hatte Zeit und ich auch. Unser Ziel war der Berchtesgadener Hochthron über den Klettersteig. Die Tour ist für Peter und mich auch im Winter nichts Neues, aber wie immer im Winter kann man die Bedingungen in der Wand schwer von unten einschätzen. Für alle Eventualitäten ausgerüstet stapften wir, bei deutlich mehr Schnee als auf den Rossfeldern, zum Scheibenkaser (1½ Stunden, 680 hm). Spätestens hier waren wir froh Schneeschuhe hochgeschleppt zu haben. Der Zustieg zum Steig war mit teils grundlosem Pulver zugeweht (¾ Stunde, 170 hm). Der Steig selbst ging weitgehend gut, die Steigeisen und Pickel konnten in den Rucksäcken bleiben, nur das Seil kam an zwei Stellen zum Einsatz. Und so stiegen wir knapp neben dem Gipfelkreuz über die Wechte auf den Hochkarst des Untersberg (2 Stunden, 380 hm). Im eiskalten Wind stiegen wir zum Störhaus ab (¼ Stunde), wo wir ausgedehnt Pause machten und die warme Sonne und ein Bier genossen. Der Abstieg zum Scheibenkaser (1 Stunde, ↑50 hm, ↓600 hm) war dieses Mal um einiges besser als vor drei Jahren, obwohl wir auch spuren mussten. Schnell ging es dann in der ausgetretenen Spur hinunter zu den Autos (¾ Stunde) und damit dem Feierabend entgegen. Ein super Ausklang des Jahres mit den Jungs, so machen Touren einfach Spaß, danke.