Mittwoch, August 16, 2017

Verlängertes Wochenende Campen und Klettern - 12.-15.07.2017

Mit Julia, Julian, Lisa, Dominik und den ganzen Kids gings über das verlängerte Wochenende zum Wolfsee bei Fischbachau. Sehr nette Gegend mit nettem Camping, kleinem Ausflug nach Geitau, Schwimmen im Wolfsee und nächtliche Schatzsuche in den Ruinen am See. Montag Abend besuchten wir dann meine Eltern und am Dienstag konnten wir endlich mit Kathi und Hannes am Silberberg klettern und unsere letzte Hochzeitsrätselstation lösen. Zum Abschluss gabs noch eine Abkühlung im Fischweiher und eine super Grillerei, bevor wir die Heimreise antraten. Ein sehr gemütliches und doch abwechslungsreiches Wochenende mit lauter guten Freunden.
2017_08_12-15_Wolfsee

Donnerstag, August 10, 2017

Guggihütte - 05./06.08.2017

Freitag Abend konnte ich endlich Karin und die Kids in die Arme nehmen. Wie jedes Jahr war für das erste Augustwochenende ein Besuch auf der Guggi geplant und so trafen wir uns in Interlaken. Diesmal begleiteten uns Laura, Vladi und Martina. Meine Eltern waren leider kurzfristig ausgefallen. Bei strahlendem Sonnenschein stiegen wir Samstag von der Kleinen Scheidegg auf. Am Weg besuchten wir auch das Eigernordwandmuseum (an dem wir zwar schon oft vorbei gewandert waren, aber noch nie hineingeschaut hatten), sahen Steinböcke und ließen uns gut Zeit (↑880 hm, ↓160hm, 4¼ Stunden). Paul ging diesmal die gesamte Strecke alleine, Anna ließ sich die zweite Hälfte von mir tragen. Der Nachmittag war wie auch schon die letzten Jahre feuchtfröhlich und kulinarisch hochwertig.
Beim Abstieg trennten wir uns, Laura und Vladi (der eine ziemlich schlechte Nacht hinter sich hatte) stiegen schon ab, während wir noch aufräumten. Die beiden mussten ja noch nach München weiter. Beim Abstieg (3 Stunden) wurden wir noch richtig nass, also typisches Guggiwetter. Am Nachmittag lockerte es auf und bei wieder gutem Wetter konnten wir den Tag bei Dani bei Grillen, Wein und in seinem Jacuzzi ausklingen lassen.
Wieder ein sehr nettes Wochenende bei Dani und eine schöne Möglichkeit Martina und Corinna zu treffen und mit Laura und Vladi etwas zu unternehmen.
2017_08_05_Guggi

Mittwoch, August 09, 2017

Hochtouren Oberengadin - 31.07.-04.08.2017

Der erste Teil dieses Blogbeitrages entstand während der Tour, der zweite dann zu Hause unter den Eindrücken des Erlebten. Diese Tour hat uns sehr eindrücklich gezeigt, wie nahe Freude und Katastrophen beieinander liegen. Wer also nur über schöne Touren lesen möchte, sollte das Lesen bei der Begehung des Biancograts einstellen. Für mich ist dies eine Möglichkeit das Erlebte zu reflektieren, aufzuarbeiten und möglicherweise in einer ähnlichen Situation andere Entscheidungen zu treffen.

Chamanna Boval
Montag konnte es endlich mit unserer Hochtourenwoche los gehen. Die schweren Ziele für die Woche hatten Vladi und ich schon begraben, nun ging es nur noch darum ein Gebiet mit halbwegs brauchbarem Wetter zu finden. Das Engadin zeigte als einzige Region stabiles Wetter und so starteten wir von Morteratsch aus zur Chamanna Boval (1¾ Stunden, ↑580 hm). Der Abend verging recht schnell, da wir zum einen Christoph trafen (der einen Hochtourenkurs für den Holländischen Alpenverein führte) und wir zum anderen einer Hubschrauberbergung vom Spallergrat bei einsetzender Dunkelheit zusehen konnten.
2017_07_31_Boval

Piz Morteratsch (3751 m, PD/II)
Der Dienstag begann um 4 Uhr, so dass wir kurz vor 5 Uhr als erste den Weg zur Fuorcla da Boval hinauf wandern konnten. Kurz vor der Fuorcla gings noch in leichter Kraxelei durch einen Felsriegel (2 Stunden, ↑830 hm) und dahinter hinunter auf den Gletscher. In der Nacht gab es Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt und so war der Gletscher kurz nach Sonnenaufgang ein einziges Sulzfeld. Nach einer kurzen Pause (und aufmascherln fürs Eis) stiegen wir in eisigem Wind (im Gegensatz zur Morteratsch Seite wehte es auf dieser Seite der Fuorcla sehr kräftig) zur Schulter und weiter zum Gipfel des Piz Morteratsch auf (1½ Stunden, ↑450 hm). Der Ausblick auf Piz Palü, Biancograt und Piz Roseg sind gigantisch, der kalte Wind ließ uns aber nicht lange verweilen und so traten wir nach 20 Minuten den Abstieg an.
Nach einer kurzen Schrecksekunde auf der blanken Flanke unterhalb der Schulter (Vladi war ein Steigeisen weggerutscht) trafen wir noch Christoph mit seiner Gruppe und erreichten nach einem Sprung über den Bergschrund das Block- und Schottergelände oberhalb der Chamanna Tschierva (1 Stunde, ↓580 hm). Das Aufräumen gestaltete sich als etwas mühsam (vor allem das Seil war etwas widerspenstig) und der Wind nervte uns inzwischen schon sehr, aber nach dem endgültigen Abstieg zur Hütte (1 Stunde, ↓560 hm) konnten wir endlich ein Bier und den Windschatten genießen.
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Piz Roseg (Schneekuppe, 3917 m) über Eselsgrat (AD-/40°/III+)
Spätestens am Gipfel des Piz Morteratsch war klar, dass unser Ziel, die Ostwand des Piz Roseg nicht machbar ist. Die warmen Nächte hatten die Wand blank und mit riesigen Felsriegeln hinterlassen und das Steinbombardement startete schon vor Sonnenaufgang. Also über den N-Grat (Eselsgrat) hinauf und hinunter, auch schön. Zusammen mit den Biancograt-Begehern bekamen wir um 3 Uhr unser Frühstück auf der Tschierva. Anschließend überquerten wir im Schein unserer Stirnlampen den Ostteil des Vadret da Tschierva, stiegen am Piz Umur bis zum Beginn des Nordgrats auf und wechselten auf den Westteil des Vadret da Tschierva. Das Gletscherbecken durchquerten wir in einem weiten Süd-Bogen, bis wir an den Beginn des Eselsgrat gelangten (3 Stunden, 800 hm). Ab hier begann die ziemlich lustige Kletterei in bombenfestem Fels, sogar mit einigen Bohrhaken abgesichert. Teils luftig ging es über zwei Türme und ein paar Türmchen (1 Stunde, 200 hm). Der Weiterweg führte erst durch sulzigen Schnee und dann durch blankes Eis (in der Gipfelflanke) zum Gipfel der Schneekuppe (1½ Stunden, 450 hm).
Auch hier dauerte unser Gipfelaufenthalt nicht lange. Der Weiterweg auf den Hauptgipfel sah zwar ziemlich spektakulär aus, wegen des aufgeweichte Schnees am weiteren Grat verwarfen wir aber den Plan weiter zum Hauptgipfel zu gehen und stiegen ab. In der steilen Flanke ließ ich Vladi gesichert abklettern und so erreichten wir den Beginn des Eselsgrats etwas später als gedacht (1½ Stunden). Der Bergführer mit seinen zwei Kunden war allerdings auch nicht schneller. Die Abseilstellen waren leicht zu finden und so waren wir 1 Stunde später über den Bergschrund am Gletscher. Der Rückweg durch das Spaltengewirr des Tschiervagletschers, über das Geschottere des Piz Umurs und zurück zur Tschiervahütte war dann die Pflicht nach der Kür (2 Stunden), aber eigentlich halb so schlimm. Wenn die Temperaturen bleiben wie sie sind, dürfte der Weg durch den Gletscher erheblich schwerer werden.
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Piz Bernina (4049 m) über Biancograt (AD+/40°/IV-)
Der Donnerstag hatte gut begonnen. Ein schnelles Frühstück und schon wanderten wir zur Fuorcla Prievlusa (2½ Stunden, 860 hm). Schon am Klettersteig nahm ich Vladi ans Seil, auch wenn er es nicht gebraucht hätte. Der Felsteil nach der Fuorcla machte, sowie auch am Tag zuvor schon, richtig Spaß (welch ein Unterschied im Trockenen zu klettern, im Gegensatz zum letzten Mal). Als wir am Firn vor der Haifischflosse ankamen (1 Stunde, 170 hm) bereitete sich gerade eine Dreierseilschaft vor loszugehen. Zusätzlich war noch ein Bergführer (Raphael) mit Kunde da und zwei Vorarlberger Bergretter (Dana und Marco), die uns im Felsteil überholt hatten.
Also Stau in der Umgehung, die schon recht blank aussah. Als sich er Stau auflöste stiefelten auch wir los und direkt hinter den Vorarlbergern setzte ich im ersten Blankeis eine Schraube für Vladi als Stand. In der etwa 40° Flanke gings schnell hinauf und als ich an der Hälfte die zweite Schraube setzte, hörte ich einen Schrei über mir. Mit einer leichten Drehbewegung flog der Erste der Dreierseilschaft über den Grat, dicht gefolgt von der Zweiten. Nach einer kurzen Pause wurde der Dritte über den Grat gerissen und die Drei nahmen unaufhaltsam Fahrt auf. Nach einer gefühlten Ewigkeit, nur das klimpern der schlagenden Ausrüstung im Ohr, und vielen Versuchen der Drei ihre Rutschpartie zu stoppen, trafen sie auf die Randfelsen auf und verschwanden aus unserem Blickfeld. Schnell legte ich die letzten Meter zu Dana und Marco zurück, die schon die Rega verständigten, und holte Vladi zu mir herauf. Wir sahen uns an, keiner hatte in diesem Moment schon wirklich realisiert was gerade passiert war. Die Rega fragte ob wir ausgeflogen werden wollten, nach kurzer Beratung die einhellige Meinung: nein uns geht es gut. Nachdem wir der Kantonspolizei noch unsere Namen und Telefonnummern gegeben hatten, warfen wir vier unsere Ausrüstung zusammen und entschlossen uns als eine Seilschaft gesichert den blanken ersten Grataufschwung zu gehen. Langsam ging es hinauf, alle 20-30 Meter eine Schraube, jede zweite Schraube ein Tibloc. Nach dem ersten Aufschwung wieder aufgeweichter Firn. Wir entschieden die Seilschaft aufzulösen und mit Vladi am kurzen Seil stapfte ich dem Gipfel entgegen. Der Wind hatte aufgefrischt und wehte uns fast vom Grat. Mitten in der Firnspur auf einmal ein runder Ausbruch, eine Rutschspur, keine Seileinschnitte. Das dürfte die Stelle sein, an der am Tag zuvor eine Bersteigerin abstürzte. Immer wenn sich der Grat blank zeigte wieder ein Stück an Eisschrauben gesichert weiter, ohne Blankeis am kurzen Seil, die Nerven zum Zerreißen gespannt. Raphael hatte ein paar gute Stände für seinen Gast geschlagen, wir konnten sie nutzen, um bis in den Firn hinein zu sichern. Die Beiden hatten die Dreierseilschaft direkt nach der Haifischflosse überholt und waren beim Sturz ein gutes Stück über ihnen. Raphaels Gast, zu der Zeit mit Klettern beschäftigt, hatte nicht nach unten gesehen. Nicht auszudenken wenn sich die Beiden knapp hinter/unter den Stürzenden befunden hätten. Langsam setzte mir das Erlebte zu, sickerte in mein Bewusstsein, aber weiter konzentrieren, funktionieren. Wenn ich Vladi an einer Eisschraube nachsicherte begann das Zittern. Die Vorarlberger blieben immer weiter zurück und zogen schließlich den Rega Joker (Hut ab vor dem Piloten und dem Flugretter, eine Seilbergung bei diesem Sturm). Nach einer kurzen Absprache mit Vladi zeigte ich dem Helikopter, dass wir keine Hilfe benötigen, es sind nur noch wenige Meter zum Gipfel des Piz Bianco (3¼ Stunde, 450 hm). Am Gipfel angelangt fällt die Anspannung ab, ich kauere mich hin, zittere und werde von Weinkrämpfen gepackt, was machen wir hier eigentlich. Dieses Mal benötigte ich den guten Zuspruch von Vladi.
Aber die Tour ist am ersten Gipfel noch lange nicht vorbei, der Teil vor dem ich am meisten Respekt hatte kommt erst noch, der Verbindungsgrat zwischen Piz Bianco und Piz Bernina. Doch dieses Mal liegt hier kein Schnee. Ohne Steigeisen macht die Kletterei richtig Spaß und das Erlebte wird wieder in den Hintergrund gedrängt. Trotzdem sind wir langsam, legen viele Sicherungen, gehen vieles nicht am laufenden Seil sondern sichern konsequent. Am letzten Aufschwung werden wir von einem Bergführer (Marcel) mit Gast (Natascha) und ihrem Fotografen (Thomas) überholt, es werden ein paar freundliche Worte gewechselt und dann geht es weiter. Die beiden Italiener, die schon die ganze Tour auf Abstand hinter uns sind, kommen immer näher. Und da erreichen wir die Bernina (2½ Stunden, 130 hm), mein fünfter Versuch an diesem Berg. Mir wäre heute ein wetterbedingtes Umkehren lieber gewesen. Am Gipfel gibt es Platz und wir machen eine ½ Stunde Pause, geredet wird wenig (außer von den dauerquasselnden Italienern). Alle brechen auf und wir lassen sie vor, auch am Spallergrat müssen wir uns noch konzentrieren. Der Absturz von Norbert Joos letztes Jahr ist mir noch gut in Erinnerung. Noch vor dem ersten Firnteil kommt uns Thomas wieder entgegen. Er ist auch Bergführer und bietet uns an, uns zur Marco e Rosa Hütte zu bringen. Wir sind froh, die Belastung der letzten Stunden hat ihren Tribut gefordert und so ist es schön sich über Seiltechnik und Wegfindung keine Gedanken mehr machen zu müssen. Die Abseilstellen klettern wir ab und so überholen wir auch die Italiener mit ihrem Seilverhau wieder. Am Ende des Felsgrates habe ich Netz und kann Karin anrufen. Als ich ihr erzähle bricht es wieder aus mir heraus, ich hatte nicht gedacht, dass mich das Erlebte so sehr berührt. Ich dachte ich wäre abgebrühter.... Endlich erreichen wir die Hütte (2 Stunden, ↓450 hm) und können uns aus unserer Ausrüstung schälen. Nach 12½ Stunden und dem Erlebten sind wir fertig mit der Welt. Die Hüttenwirte nahmen uns herzlich auf und Bier und Pasta (mit dem besten Pesto das ich je gegessen habe) stärkten uns und wir konnten mit den anderen (vor allem mit Raphael, Thomas und Marcel) den Unfall durchsprechen. Mir tat es gut darüber zu sprechen, jetzt da alles im Bewusstsein angekommen ist. Überraschenderweise schlief ich schnell und gut ein und auch fast aus (wenn man 5 Uhr ausschlafen nennen will). 
2017_08_03_Bernina

Abstieg über Fortezza
Auf der Marco e Rosa Hütte gibt es nur eine Frühstückszeit und so starten alle fast gleichzeitig sowohl zur Bernina, wie auch zum Palü, oder wie wir zum Abstieg über die Fortezza. Etwas wehmütig verabschiedeten wir uns von den anderen und ließen sie vor uns wegziehen. Der Abend mit Natascha, Marcel und Thomas (und auch Raphael) hatte gut getan. Vor allem Thomas sind wir sehr dankbar, ohne ihn hätten wir sicher noch ein bis zwei Stunden länger für den Abstieg benötigt.
Bei bestem Wetter folgten wir der Spur durch das Spaltengewirr zur Belavista Terrasse. Ich frage mich, was ich mir dabei gedacht hatte mit Claudi und Peter hier bei praktisch Nullsicht durchzustolpern. Am Beginn der Fortezza (1¾ Stunden, 200 hm, ↓300 hm) hat sich die Routenführung wegen einem frischen Ausbruch verändert, durch die gute Markierung kann man sich aber eigentlich nicht verlaufen. Und so kletterten wir den Grat ab. Vladi vor, ich hinterher (1½ Stunden, ↓ 160 hm). Am Ende des Grates warteten noch ein paar Eispassagen (praktisch alles blank) und der Fortezzagletscher, bis wir endlich die Isla Persa erreichten (1 Stunde, ↓480 hm). An einem kleinen Schmelzsee machten wir Pause und sahen hinüber zur Unfallstelle des Vortages, kein schöner Anblick, aber zumindest begann ich nicht mehr am ganzen Körper zu zittern.
Der restliche Abstieg ist dann nur noch Geschottere und die Überquerung des Morteratschgletschers, musste natürlich auch noch gemacht werden. Nach den letzten Tagen war vor allem der "Gletscherpfad" nach Morteratsch hinaus etwas skurril. Wir mit unseren Rucksäcken vollgestopft mit Ausrüstung und unseren Köpfen schwer von Erlebnissen, inmitten von Tagesausflüglern und Familien (2 Stunden, ↓950 hm). 
2017_08_04_Fortezza

Unsere gesamte Runde waren ⇅5120 hm, die Bedingungen in den Eisteilen der einzelnen Touren  zum Teil heikel. Durch den direkt miterlebten Seilschaftsabsturz am Biancograt waren wir psychisch stark belastet und hätten im Nachhinein betrachtet sofort die Notbremse (aka Rega Joker) ziehen sollen. Die psychische Komponente habe ich definitiv unterschätzt. Vor allem wie langsam uns das Erlebte am weiteren Weg gemacht hat. Da sich das Wetter stabil gehalten hatte, kamen wir nicht in Bergnot, wobei wir beide froh waren, als Thomas uns beim Abstieg unter seine Fittiche genommen hat. Ob ich beim (hoffentlich niemals eintretenden) nächsten Mal schlauer bin, ich hoffe schon, hier die Hubschrauberbergung abzulehnen kommt mir im Nachhinein als falscher Stolz vor. Vielleicht habe ich unterbewusst aber auch zum Weitergehen gedrängt da ich an diesem Berg schon vier erfolglose Versuche hatte. Andererseits gab uns der Abschluss der Tour auch wieder Selbstvertrauen in unsere Fähigkeiten. Wie sehr mich das Erlebte bei weiteren Touren beeinflussen wird kann ich auch noch nicht abschätzen, (panische) Angst vor Mitreisunfällen hatte ich sowieso schon (spätestens seit unserer Aktion am Glocknerleitl nach dem Stüdlgrat). Trotz allem war die Woche eine schöne Zeit mit Vladi, hoffentlich begleitet er mich trotzdem wieder ins Eis.

Montag, August 07, 2017

Blue Moon - 29./30.07.2017

Nach der anstrengenden Woche in Rock Springs, brauchte ich irgendetwas, um meinen Jetlag zu bekämpfen und um wieder ein bisschen runter zu kommen. So fuhren Vladi und ich am Samstag gemütlich in den Kaiser und stiegen zum Wasserfall unter der Kopfkraxn auf (1½ Stunden, ↑600 hm). Die Biwaknacht brachte mir mehr als tagelanges Ausruhen. Nach einem kurzen Regen in der Früh, waren wir dann auch wach genug, um in die Blue Moon (11 SL + 3 SL, 6+) einzusteigen. Der Einstieg war diesmal schnell gefunden (½ Stunde. ↑200 hm) und flüssig ging es höher. Auch die Wasserrillenplatte (diesmal zwar im Nachstieg, aber mit schwerem Rucksack) behagte mir gut und die Piaz-Verschneidung spulte ich im Vorstieg ohne Probleme ab. Was für eine tolle Länge! Oben sind leider zwei etwas weniger schöne Längen, die beide bei mir lagen), dazwischen wartete aber noch eine super kompakte Länge am Einstieg des Ausstiegspfeilers (6 Stunden, ↑400 hm).
Vom Ausstieg ging es, den Gipfel rechts liegen lassend, zurück zum Wasserfall (1 Stunde) und hinunter zum Jägerwirt (1 Stunde) wo wir uns unser TAB schmecken ließen. Als wir dann bei meinen Eltern grillten, gewitterte es heftig und wir waren froh, halbwegs früh unterwegs gewesen zu sein. Ein wirklich gemütlicher Einstieg in meine gemeinsame Woche mit Vladi.
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Samstag, Juli 29, 2017

Rock Springs, das wahre Amerika - 19.-28.07.2017

Ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Eigentlich wollten wir am Samstag auf Kathis und Hannes Hochzeit gehen, aber nach einem kurze Anruf am Dienstagmorgen saß ich Mittwoch schon im Flieger nach Wyoming. Viel Zeit für Aktivitäten neben der Arbeit bleibt bei so einem Aufenthalt sowieso nicht, aber für einem kleinen Ausflug am Abend reichte es dann doch.
Mein Ziel waren die Killpecker Sand Dunes nördlich von Rock Springs. Am Weg dorthin konnte ich noch einen kleinen Abstecher beim und auf dem Boars Tusk (max. UIAA III) machen. Am Gipfel gäbe es sogar einen Abseilstand aus drei Haken, ohne Seil musste ich aber die etwas brüchige Aufstiegsroute wieder abklettern. Das Dünenfeld ist dann schon recht beeindruckend, auch wenn man mit einem normalen Auto nur einen kleinen Teil erkunden kann (angeblich das zweitgrößte aktive Dünenfeld der Erde). Im Gegensatz zu den Dünen im Death Vally, die wir letztes Jahr  besucht hatten, darf man hier große Teile mit ATVs befahren. Am Rückweg sah ich mir noch die White Mountain Petroglyphs an und drehte eine Runde über den Wild Horse Loop. Der Wild Horse Loop heißt so, weil dort die Wahrscheinlichkeit wilde Pferde zu sehen ziemlich groß ist. Neben den Wildpferden bekam ich auch noch Pronghorn Antelopen, Kaninchen, einen Uhu und Beifußhühner zu sehen. Zum Sonnenuntergang stieg ich schließlich noch auf den Pilot Butte, die höchste Erhebung des White Mountains, bevor ich todmüde ins Hotel zurück kam.
Auf meiner Rückreise hatte ich noch Zeit mir Denver anzusehen und eine Führung im Colorado State Capitol mit zu machen. Ob man sich Denver wirklich ansehen muss sei dahin gestellt, aber besser als am Flughafen zu sitzen ist es aus jeden Fall.
Alles in allem eine sehr anstrengende Reise an den A. der W., wegen der tollen Leute auf der Baustelle aber gut auszuhalten. Danke dafür.
RockSpringsBlog

Montag, Juli 10, 2017

Oberammergau mit meinen Eltern - 08./09.07.2017

Zu Weihnachten hatten wir meinen Eltern einen Besuch beim Brandner Kasper in Oberammergau geschenkt, zusammen mit einem Wochenende mit uns. So trafen wir uns alle am Freitag Nachmittag am Campingpark Oberammergau und verbrachten einen gemütlichen Abend bei Geschichten von ihrem Sizilienurlaub und unserem Korsikaurlaub.
Leider war das Wetter recht unbeständig, aber für eine Wanderung auf den Kofel reichte es allemal. Vorbei am Friedhof und dem Dottenbichel zogen wir einen steilen Weg hinauf auf den Kofelsattel (1½ Stunden, 400 hm). Am Unterstand am Sattel durften die Kinder ihre Klettersteigsachen anziehen und schon gings über den versicherten Steig zum Gipfel, es einen Klettersteig zu nenne fände ich übertrieben. Aber perfekt für Paul, um das Umhängen der Karabiner zu üben und Anna hängten wir vorsorglich an, ein Fehltritt auf dem Steig wäre nicht wirklich gesundheitsfördernd (½ Stunde, 100 hm). Vom Gipfel hatten wir trotz der herumziehenden Wolken einen fantastischen Rundumblick und nach einer Motivations- und Smartiespause stiegen wir wieder in den Sattel ab (½ Stunde). Zurück zum Camping war es dann nicht mehr schwer, höchstens ein motivatorisches Problem, wobei Paul die gesamte Wanderung selbst ging und Anna nur im Abstieg zwei kleine Tragepassagen hatte. (1¼ Stunden). Erst als wir wieder an den Bussen waren begann es zu regnen und den ganzen Abend/Nacht zogen immer wieder teils sehr kräftige Gewitter durch.
Sonntag begann dann gleich wieder mit einem Regenguss, so ließen wir die Klettersachen zurück und radelten zuerst zur Ettaler Mühle (vorbei an Frauenwasserl, was zwar trocken, aber auch total überfüllt war) über Graswang zum Schloss Linderhof (2 Stunden, 14 km). Nach einer Mittagspause und einem Besuch im Schlosspark fuhren wir (diesmal die Kinder für die gesamte Streck im Hänger) zurück (¾ Stunde) und erreichten die Busse wieder gerade bevor es zu regnen begann.
Ein sehr schönes Wochenende, auch wenn das Wetter recht instabil war.
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Dienstag, Juli 04, 2017

Korsika - 15.06.-01.07.2017

Unser diesjähriger Urlaub begann an Fronleichnam. In aller Frühe fuhren wir in Richtung Süden los, bis Livorno. Dort verbrachten wir nicht nur einen gemütlichen Nachmittag und Abend am Lago Le Tamerici sondern übernachteten auch, um ohne Stress unsere Fähre am Freitagmittag zu erreichen. Nach 4 Stunden ereignisloser Überfahrt über spiegelglatte See (was Karin sehr entgegen kam) erreichten wir in Bastia endlich korsischen Boden. Da wir wussten, dass Freunde aus Pauls und Annas Spielegruppe auch auf Korsika waren, fuhren wir noch eine Stunde nach Süden, nach Aleria, um sie auf dem Campingplatz zu treffen. Zusammen verbrachten wir ein paar wunderbar entspannte Tage mit Baden, Grillen und Nichtstun. Doch schließlich kam wieder unser Bewegungsdrang durch und es war Zeit weiterzuziehen. Alex, Roland und die Kids begleiteten uns noch als Tagesausflug zu den Gumpen am Weg zum Bavella Massiv. Eine herrliche Erfrischung bei den heißen Temperaturen, wobei der Solenzara Fluss wesentlich wärmer war als er aussah. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen auf unserem neuen Camping (U Rosumarinu) kehrten sie nach Aleria zurück und wir machten es uns in der Gumpe unter dem Camping gemütlich. Eine Waterline sorgte für ein bisschen Action beim Plantschen.
Vom Bavella Massiv hatten wir schon gehört und der Blick auf dem Weg zu den Gumpen in das Massiv bekräftigten unseren Plan, da müssen wir hin. Also gings die kurvenreiche Straße über Bocca di Larone hinauf aufs Col de Bavella. Von dort aus unternahmen wir eine Wanderung zum Crocé Leccia (↑1¼ Stunden, 200 hm, ↓1 Stunde). Dabei konnten wir uns ein paar der Sektoren des Sportklettergebiets am Col de Bavella ansehen. Sieht schon toll aus, aber wirklich gut schauen die ganzen alpinen Geschichten im Massiv de Bavella aus.
Nach Bavella kam unser erster Boulderspot an die Reihe, Palombaggia nahe Porto-Vecchio. Palombaggia selbst ist angeblich der schönste Strand Korsikas, naja, wem es gefällt (laute Musik und viel zu viele Leute). Uns gefiel dafür die Blockansammlung am Ende des Strands. Zwar nicht wirklich groß, aber echt sehr fein und die Kulisse ist einmalig. Leider riss ich mir beim Baden meine Ferse auf, was mich den gesamten Urlaub verfolgte (inklusive ziemlich vieler vollgebluteter Socken). Die Bewertung der Boulder in Palombaggia ist ziemlich egofördernd, was auch mal schön sein kann.
Bonifacio, die südlichste Stadt Frankreichs, war unser nächstes Ziel. Von einem Schiff aus kann man sehen wie die Stadt auf den Kreidefelsen thront. Ein Pflichttermin ist die steile "Escalier du roi d'Aragon" von der Altstadt bis knapp übers Meer. Außerdem kann man seinen Mut am "Sandkorn", zusammen mit den einheimischen Jugendlichen, beweisen (gute 8 Meter ist der Sprung und die Einheimischen warten immer auf die Touristenboote um Publikum zu haben). Etwas westlich von Bonifacio befindet sich Capineru, ein zauberhafter Ort, versteckt hinter 100ten Metern von Stachelbüschen. Hat man sich erst durch die Dornenhecken gekämpft erwartet einen ein Paradies in Granit. Der Fels ist besser als in Palombaggia und auch die Auswahl an Bouldern ist größer. Die Bewertung ist außerdem um einiges ehrlicher.
Der Weg Richtung Norden an der Westküste ist dann um einiges "mühsamer" als an der Ostküste. So legten wir eine Pause in Olmeto (Bucht von Propriano) an einem Luxuscamping ein. Das verschaffte uns nicht nur eine Erfrischung in einem ziemlich luxuriösem Pool, sondern auch eine nur noch ½-stündige Anfahrt ins Valdu di Saltu. Angeblich DAS Topgebiet in Korsika. Nach einigem Suchen fanden wir es auch und ja, der Wald ist super, der Fels auch UND ganz wichtig, man sollte eine gute Bürste nicht vergessen. Die meisten Linien sind vom Wald zurückerobert, viel wird dort wohl im Moment nicht gebouldert. Das die Blöcke in dem Wald etwas magisches haben ist unumstritten, leider ist auch im Schatten des Waldes bei über 30°C nicht wirklich an Bouldern zu denken. Ein paar schöne Bewegungen waren aber dennoch dabei.
Unser nächster Stopp führte uns nach Sagone, bekannt für seine Buchten und Strände. Sehr schön ist die Liamone Mündung, aber im Großen und Ganzen für uns nur eine Pause, um weiter nach Galéria und ins Fango-Tal zu kommen. Doch zuvor fährt man noch ein paar der schönsten aber auch kurvigsten Straßen der Insel. Der Abschnitt zwischen Piana und Porto, die Calanche, ist sogar UNESCO Weltnaturerbe. Doch schließlich erreichten wir doch das Fango-Tal und schlugen unser Lager in einem kleinen, einfachen Camping in Tuvarelli auf. Von dort waren es zwei Minuten bis zu den ersten Gumpen. Das Wasser des Fangos ist, wie schon in Bavella, angenehm warm und die schwarzen Steine speichern die Wärme des Tages bis weit in die Nacht hinein. Mit den Kindern unternahmen wir eine kleine Flusswanderung. Immer abwechselnd schwammen wir durch Gumpen und wanderten von einer Gumpe zur nächsten und ich sprang von jedem Felsen, der genug Wasser darunter hatte. Fotos davon gibts keine, da wir unsere wasserdichten Säcke zu Hause vergessen hatten, aber ich hatte es geschafft mir als Andenken einen gehörigen Sonnenbrand zu holen.
Unser letzter Halt brachte uns nach Calvi, dem wahrscheinlich touristischsten Teil Korsikas. Trotzdem ist Calvi mit seiner Zitadelle ein malerisches Städtchen und noch viel wichtiger, rund um Calvi kann man richtig gut bouldern. Eines der Gebiete befindet sich am Strand von Lumio. Das Gebiet ist ziemlich klein und beherbergt fast ausschließlich leichte Boulder. Landschaftlich ist das Gebiet aber kaum zu überbieten und die Blöcke haben wieder fantastische Formen. Baden konnten wir nicht, da eine Gewitterfront das Meer aufgepeitscht hatte und nach einer kurzen Bouldersession erwischte uns dann ein kurzer, aber umso heftigerer Regenguss. Bis auf die Haut nass zogen wir von dannen, nur um zu sehen, dass eine ½ Stunde später die Sonne wieder schien und kein Wölkchen am Himmel war. Diesen Umstand nutzten wir, um uns noch ein letztes Bouldergebiet auf unserer Reise anzusehen, Tramariccia im Stadtgebiet von Calvi. Auch dieses Gebiet liegt wieder direkt am Meer und bietet, wie auch Lumio, die absonderlichsten Felsformationen. Da ich die nassen Kletterschuhe im Bus gelassen hatte, hieß es barfuß bouldern, auch nett. Eine Anekdote zu Calvi gibt es natürlich auch noch. Als wir ankamen, bekam ich eine SMS, Absender unbekannt. Darin erklärte mir Daniel, dass er unseren Bus gesehen hätte, zum Klettern mit seiner Freundin da sei und ob ich nicht Lust hätte zusammen was zu unternehmen. Es stellte sich heraus, dass Daniel ein Freund von Josef ist und er von ihm meine Nummer bekommen hatte. Anscheinend ist unser Bus doch recht auffällig. Leider ging sich zusammen Klettern nicht mehr aus, denn bei uns gings wieder nach Bastia (über Saint-Florent), wo wir mit etwas Verspätung (meteorologischen Bedingungen sei Dank) unsere Fähre nach Livorno bestiegen. Karin hatte bei dieser Überfahrt nicht ganz so viel Spaß wie zwei Wochen zuvor, die Kinder und ich genossen aber das einschläfernde Schaukeln.
Nach einer kurzen Nacht am Lago Le Tamerici folgte der obligatorische Besuch in Pisa, wo die Kinder kontrollieren mussten, ob die Olchis den Turm wirklich nicht gerade gerückt hatten. Ein Einkauf bei Decathlon verlief dann etwas anders als erwartet, nachdem Paul aufgrund eines Unfalls mit einem Tretroller mit seinem Gesicht aufschlug. Wie üblich bei Verletzungen im Gesicht, war sofort alles total blutverschmiert und Paulchen bekam eine dicke Lippe. Auf der Weiterfahrt gings ihm allerdings schnell besser und so konnten wir unseren geplanten Zwischenstopp in Arco einlegen. Der Spaziergang zur Festung wurde nur getrübt von der Tatsache, dass diese um 19 Uhr zusperrt und wir so am verschlossenen Burgtor umkehren muss. Bevor wir am Samstag die endgültige Rückreise antraten, stiegen wir noch mit den Kindern über den Klettersteig auf den Colodri (↑ Zustieg: ½ Stunde, 100 hm; Steig: 1 Stunde, 150 hm; Gipfel: ¼ Stunde, 50 hm; ↓1½ Stunden) und frühstückten dort. Anna ist noch ein wenig klein für so einen Steig, aber Paul konnte den gesamten Steig alleine meistern (wenn auch von mir zusätzlich am Seil gesichert).
Und so ging ein wirklich schöner Urlaub zu Ende. Mit dem festen Vorsatz Korsika wieder zu besuchen, vielleicht wenn die Kinder etwas größer sind, um im Landesinneren Wandern und Klettern zu gehen.
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