Samstag, Juli 29, 2017

Rock Springs, das wahre Amerika - 19.-28.07.2017

Ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Eigentlich wollten wir am Samstag auf Kathis und Hannes Hochzeit gehen, aber nach einem kurze Anruf am Dienstagmorgen saß ich Mittwoch schon im Flieger nach Wyoming. Viel Zeit für Aktivitäten neben der Arbeit bleibt bei so einem Aufenthalt sowieso nicht, aber für einem kleinen Ausflug am Abend reichte es dann doch.
Mein Ziel waren die Killpecker Sand Dunes nördlich von Rock Springs. Am Weg dorthin konnte ich noch einen kleinen Abstecher beim und auf dem Boars Tusk (max. UIAA III) machen. Am Gipfel gäbe es sogar einen Abseilstand aus drei Haken, ohne Seil musste ich aber die etwas brüchige Aufstiegsroute wieder abklettern. Das Dünenfeld ist dann schon recht beeindruckend, auch wenn man mit einem normalen Auto nur einen kleinen Teil erkunden kann (angeblich das zweitgrößte aktive Dünenfeld der Erde). Im Gegensatz zu den Dünen im Death Vally, die wir letztes Jahr  besucht hatten, darf man hier große Teile mit ATVs befahren. Am Rückweg sah ich mir noch die White Mountain Petroglyphs an und drehte eine Runde über den Wild Horse Loop. Der Wild Horse Loop heißt so, weil dort die Wahrscheinlichkeit wilde Pferde zu sehen ziemlich groß ist. Neben den Wildpferden bekam ich auch noch Pronghorn Antelopen, Kaninchen, einen Uhu und Beifußhühner zu sehen. Zum Sonnenuntergang stieg ich schließlich noch auf den Pilot Butte, die höchste Erhebung des White Mountains, bevor ich todmüde ins Hotel zurück kam.
Auf meiner Rückreise hatte ich noch Zeit mir Denver anzusehen und eine Führung im Colorado State Capitol mit zu machen. Ob man sich Denver wirklich ansehen muss sei dahin gestellt, aber besser als am Flughafen zu sitzen ist es aus jeden Fall.
Alles in allem eine sehr anstrengende Reise an den A. der W., wegen der tollen Leute auf der Baustelle aber gut auszuhalten. Danke dafür.
RockSpringsBlog

Montag, Juli 10, 2017

Oberammergau mit meinen Eltern - 08./09.07.2017

Zu Weihnachten hatten wir meinen Eltern einen Besuch beim Brandner Kasper in Oberammergau geschenkt, zusammen mit einem Wochenende mit uns. So trafen wir uns alle am Freitag Nachmittag am Campingpark Oberammergau und verbrachten einen gemütlichen Abend bei Geschichten von ihrem Sizilienurlaub und unserem Korsikaurlaub.
Leider war das Wetter recht unbeständig, aber für eine Wanderung auf den Kofel reichte es allemal. Vorbei am Friedhof und dem Dottenbichel zogen wir einen steilen Weg hinauf auf den Kofelsattel (1½ Stunden, 400 hm). Am Unterstand am Sattel durften die Kinder ihre Klettersteigsachen anziehen und schon gings über den versicherten Steig zum Gipfel, es einen Klettersteig zu nenne fände ich übertrieben. Aber perfekt für Paul, um das Umhängen der Karabiner zu üben und Anna hängten wir vorsorglich an, ein Fehltritt auf dem Steig wäre nicht wirklich gesundheitsfördernd (½ Stunde, 100 hm). Vom Gipfel hatten wir trotz der herumziehenden Wolken einen fantastischen Rundumblick und nach einer Motivations- und Smartiespause stiegen wir wieder in den Sattel ab (½ Stunde). Zurück zum Camping war es dann nicht mehr schwer, höchstens ein motivatorisches Problem, wobei Paul die gesamte Wanderung selbst ging und Anna nur im Abstieg zwei kleine Tragepassagen hatte. (1¼ Stunden). Erst als wir wieder an den Bussen waren begann es zu regnen und den ganzen Abend/Nacht zogen immer wieder teils sehr kräftige Gewitter durch.
Sonntag begann dann gleich wieder mit einem Regenguss, so ließen wir die Klettersachen zurück und radelten zuerst zur Ettaler Mühle (vorbei an Frauenwasserl, was zwar trocken, aber auch total überfüllt war) über Graswang zum Schloss Linderhof (2 Stunden, 14 km). Nach einer Mittagspause und einem Besuch im Schlosspark fuhren wir (diesmal die Kinder für die gesamte Streck im Hänger) zurück (¾ Stunde) und erreichten die Busse wieder gerade bevor es zu regnen begann.
Ein sehr schönes Wochenende, auch wenn das Wetter recht instabil war.
2017_07_08_Oberammergau

Dienstag, Juli 04, 2017

Korsika - 15.06.-01.07.2017

Unser diesjähriger Urlaub begann an Fronleichnam. In aller Frühe fuhren wir in Richtung Süden los, bis Livorno. Dort verbrachten wir nicht nur einen gemütlichen Nachmittag und Abend am Lago Le Tamerici sondern übernachteten auch, um ohne Stress unsere Fähre am Freitagmittag zu erreichen. Nach 4 Stunden ereignisloser Überfahrt über spiegelglatte See (was Karin sehr entgegen kam) erreichten wir in Bastia endlich korsischen Boden. Da wir wussten, dass Freunde aus Pauls und Annas Spielegruppe auch auf Korsika waren, fuhren wir noch eine Stunde nach Süden, nach Aleria, um sie auf dem Campingplatz zu treffen. Zusammen verbrachten wir ein paar wunderbar entspannte Tage mit Baden, Grillen und Nichtstun. Doch schließlich kam wieder unser Bewegungsdrang durch und es war Zeit weiterzuziehen. Alex, Roland und die Kids begleiteten uns noch als Tagesausflug zu den Gumpen am Weg zum Bavella Massiv. Eine herrliche Erfrischung bei den heißen Temperaturen, wobei der Solenzara Fluss wesentlich wärmer war als er aussah. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen auf unserem neuen Camping (U Rosumarinu) kehrten sie nach Aleria zurück und wir machten es uns in der Gumpe unter dem Camping gemütlich. Eine Waterline sorgte für ein bisschen Action beim Plantschen.
Vom Bavella Massiv hatten wir schon gehört und der Blick auf dem Weg zu den Gumpen in das Massiv bekräftigten unseren Plan, da müssen wir hin. Also gings die kurvenreiche Straße über Bocca di Larone hinauf aufs Col de Bavella. Von dort aus unternahmen wir eine Wanderung zum Crocé Leccia (↑1¼ Stunden, 200 hm, ↓1 Stunde). Dabei konnten wir uns ein paar der Sektoren des Sportklettergebiets am Col de Bavella ansehen. Sieht schon toll aus, aber wirklich gut schauen die ganzen alpinen Geschichten im Massiv de Bavella aus.
Nach Bavella kam unser erster Boulderspot an die Reihe, Palombaggia nahe Porto-Vecchio. Palombaggia selbst ist angeblich der schönste Strand Korsikas, naja, wem es gefällt (laute Musik und viel zu viele Leute). Uns gefiel dafür die Blockansammlung am Ende des Strands. Zwar nicht wirklich groß, aber echt sehr fein und die Kulisse ist einmalig. Leider riss ich mir beim Baden meine Ferse auf, was mich den gesamten Urlaub verfolgte (inklusive ziemlich vieler vollgebluteter Socken). Die Bewertung der Boulder in Palombaggia ist ziemlich egofördernd, was auch mal schön sein kann.
Bonifacio, die südlichste Stadt Frankreichs, war unser nächstes Ziel. Von einem Schiff aus kann man sehen wie die Stadt auf den Kreidefelsen thront. Ein Pflichttermin ist die steile "Escalier du roi d'Aragon" von der Altstadt bis knapp übers Meer. Außerdem kann man seinen Mut am "Sandkorn", zusammen mit den einheimischen Jugendlichen, beweisen (gute 8 Meter ist der Sprung und die Einheimischen warten immer auf die Touristenboote um Publikum zu haben). Etwas westlich von Bonifacio befindet sich Capineru, ein zauberhafter Ort, versteckt hinter 100ten Metern von Stachelbüschen. Hat man sich erst durch die Dornenhecken gekämpft erwartet einen ein Paradies in Granit. Der Fels ist besser als in Palombaggia und auch die Auswahl an Bouldern ist größer. Die Bewertung ist außerdem um einiges ehrlicher.
Der Weg Richtung Norden an der Westküste ist dann um einiges "mühsamer" als an der Ostküste. So legten wir eine Pause in Olmeto (Bucht von Propriano) an einem Luxuscamping ein. Das verschaffte uns nicht nur eine Erfrischung in einem ziemlich luxuriösem Pool, sondern auch eine nur noch ½-stündige Anfahrt ins Valdu di Saltu. Angeblich DAS Topgebiet in Korsika. Nach einigem Suchen fanden wir es auch und ja, der Wald ist super, der Fels auch UND ganz wichtig, man sollte eine gute Bürste nicht vergessen. Die meisten Linien sind vom Wald zurückerobert, viel wird dort wohl im Moment nicht gebouldert. Das die Blöcke in dem Wald etwas magisches haben ist unumstritten, leider ist auch im Schatten des Waldes bei über 30°C nicht wirklich an Bouldern zu denken. Ein paar schöne Bewegungen waren aber dennoch dabei.
Unser nächster Stopp führte uns nach Sagone, bekannt für seine Buchten und Strände. Sehr schön ist die Liamone Mündung, aber im Großen und Ganzen für uns nur eine Pause, um weiter nach Galéria und ins Fango-Tal zu kommen. Doch zuvor fährt man noch ein paar der schönsten aber auch kurvigsten Straßen der Insel. Der Abschnitt zwischen Piana und Porto, die Calanche, ist sogar UNESCO Weltnaturerbe. Doch schließlich erreichten wir doch das Fango-Tal und schlugen unser Lager in einem kleinen, einfachen Camping in Tuvarelli auf. Von dort waren es zwei Minuten bis zu den ersten Gumpen. Das Wasser des Fangos ist, wie schon in Bavella, angenehm warm und die schwarzen Steine speichern die Wärme des Tages bis weit in die Nacht hinein. Mit den Kindern unternahmen wir eine kleine Flusswanderung. Immer abwechselnd schwammen wir durch Gumpen und wanderten von einer Gumpe zur nächsten und ich sprang von jedem Felsen, der genug Wasser darunter hatte. Fotos davon gibts keine, da wir unsere wasserdichten Säcke zu Hause vergessen hatten, aber ich hatte es geschafft mir als Andenken einen gehörigen Sonnenbrand zu holen.
Unser letzter Halt brachte uns nach Calvi, dem wahrscheinlich touristischsten Teil Korsikas. Trotzdem ist Calvi mit seiner Zitadelle ein malerisches Städtchen und noch viel wichtiger, rund um Calvi kann man richtig gut bouldern. Eines der Gebiete befindet sich am Strand von Lumio. Das Gebiet ist ziemlich klein und beherbergt fast ausschließlich leichte Boulder. Landschaftlich ist das Gebiet aber kaum zu überbieten und die Blöcke haben wieder fantastische Formen. Baden konnten wir nicht, da eine Gewitterfront das Meer aufgepeitscht hatte und nach einer kurzen Bouldersession erwischte uns dann ein kurzer, aber umso heftigerer Regenguss. Bis auf die Haut nass zogen wir von dannen, nur um zu sehen, dass eine ½ Stunde später die Sonne wieder schien und kein Wölkchen am Himmel war. Diesen Umstand nutzten wir, um uns noch ein letztes Bouldergebiet auf unserer Reise anzusehen, Tramariccia im Stadtgebiet von Calvi. Auch dieses Gebiet liegt wieder direkt am Meer und bietet, wie auch Lumio, die absonderlichsten Felsformationen. Da ich die nassen Kletterschuhe im Bus gelassen hatte, hieß es barfuß bouldern, auch nett. Eine Anekdote zu Calvi gibt es natürlich auch noch. Als wir ankamen, bekam ich eine SMS, Absender unbekannt. Darin erklärte mir Daniel, dass er unseren Bus gesehen hätte, zum Klettern mit seiner Freundin da sei und ob ich nicht Lust hätte zusammen was zu unternehmen. Es stellte sich heraus, dass Daniel ein Freund von Josef ist und er von ihm meine Nummer bekommen hatte. Anscheinend ist unser Bus doch recht auffällig. Leider ging sich zusammen Klettern nicht mehr aus, denn bei uns gings wieder nach Bastia (über Saint-Florent), wo wir mit etwas Verspätung (meteorologischen Bedingungen sei Dank) unsere Fähre nach Livorno bestiegen. Karin hatte bei dieser Überfahrt nicht ganz so viel Spaß wie zwei Wochen zuvor, die Kinder und ich genossen aber das einschläfernde Schaukeln.
Nach einer kurzen Nacht am Lago Le Tamerici folgte der obligatorische Besuch in Pisa, wo die Kinder kontrollieren mussten, ob die Olchis den Turm wirklich nicht gerade gerückt hatten. Ein Einkauf bei Decathlon verlief dann etwas anders als erwartet, nachdem Paul aufgrund eines Unfalls mit einem Tretroller mit seinem Gesicht aufschlug. Wie üblich bei Verletzungen im Gesicht, war sofort alles total blutverschmiert und Paulchen bekam eine dicke Lippe. Auf der Weiterfahrt gings ihm allerdings schnell besser und so konnten wir unseren geplanten Zwischenstopp in Arco einlegen. Der Spaziergang zur Festung wurde nur getrübt von der Tatsache, dass diese um 19 Uhr zusperrt und wir so am verschlossenen Burgtor umkehren muss. Bevor wir am Samstag die endgültige Rückreise antraten, stiegen wir noch mit den Kindern über den Klettersteig auf den Colodri (↑ Zustieg: ½ Stunde, 100 hm; Steig: 1 Stunde, 150 hm; Gipfel: ¼ Stunde, 50 hm; ↓1½ Stunden) und frühstückten dort. Anna ist noch ein wenig klein für so einen Steig, aber Paul konnte den gesamten Steig alleine meistern (wenn auch von mir zusätzlich am Seil gesichert).
Und so ging ein wirklich schöner Urlaub zu Ende. Mit dem festen Vorsatz Korsika wieder zu besuchen, vielleicht wenn die Kinder etwas größer sind, um im Landesinneren Wandern und Klettern zu gehen.
KorsikaBlog

Sonntag, Juni 04, 2017

Signalkopf (Mittlerer Rotofen) Direkte Nordwand, Klettern am Aschi und Rauher Kopf - 03.-05.06.2017

Pfingstsamstag weckte uns perfektes Wetter und so stiegen Karin und ich von Hallthurm Richtung Rotofensattel auf. Kurz vor dem Sattel bogen wir unter die Nordwand der Signalkuppe (Löwenkopf, Mittlerer Rotofen) ab und folgten den Steigspuren bis zum Einstieg der Direkten Nordwand (4 SL, 6/5/6+/6+) (1½ Stunden, 600 hm). Leider war die erste SL pitschnass und so stieg ich nicht direkt ein, sondern stieß erst am dritten Bolt auf die Linie. Nach zwei Bohrhaken verließ ich die gebohrte Linie wieder und stieg in weniger nassem Gelände zum Stand hoch. Ab der zweiten SL wars dann nicht nur trocken, sondern auch überraschend steil, fest und ausgesetzt. Eine tolle Linie entlang von Rissen und Verschneidungen. Die letzte SL verläuft über zwei kompakte Pfeiler (original Route geht rechts über eine brüchige Verschneidung hinaus (4+)) in perfektem Fels bis direkt auf den Gipfel (2½ Stunden, 125 m). Das warme Wetter lud uns ein am Gipfel eine ausgedehnte Rast zu machen (½ Stunde) und den Blick im schönen BGL schweifen zu lassen. In unserem Rücken wälzte sich die Blechlawine der Pfingstferien-Nach-Süden-Fahrer gegen Salzburg (hier gute Gedanke dazu) und wir waren froh dem ganzen Wahnsinn, zu mindest dieses Wochenende, entflohen zu sein. Ein kurzer Abstieg (1 Stunde) und schon standen wir wieder am Auto und konnten rechtzeitig zum Abendessen zu Hause sein. Eine schöne Halbtagestour im Lattengebirge, für warme Sommertage.
2017_06_03_SignalkopfDirekteNord

Am Sonntag trübte es dann wie vorhergesagt ein, doch bevor es zu regnen begann gingen wir mit den Kindern noch Klettern am Aschi. Leider begann es promt bei der ersten Tour zu schütten und so durften zwar die Beiden ein wenig klettern, aber wir brachen bald wieder zum Märchenpfad auf, um im Wald etwas regengeschützt zu sein. Trotz des Wetters ein netter Vormittag mit den Kids.
2017_06_04_KletternAschi

Der Montag überraschte dann mit richtig gutem Wetter. Wir sahen uns den Umzug zum 500 Jahr Jubiläum des Salzbergwerks Berchtesgaden an bevor wir mit Tante Waltraud in der Gern Essen gingen. Um nach Hause zu kommen, wählte ich den Weg von der Ober Gern über den Rauhen Kopf (1 Stunde, 650 hm). Beim Abstieg nahm ich noch eine kleine extra Runde mit, da ich nicht zwischen Kleinem und Großem Rauhen Kopf heraus gekommen war, wie gedacht und wissen wollte wo ich mich verhaut hatte (1 Stunde, 100 hm). Ein netter Nachmittagsspaziergang bei bestem Wetter.

Freitag, Juni 02, 2017

Grünstein Klettersteig - 02.06.2017

Das letzte Wochenende und die Woche waren recht anstrengend. Mit müden Beinen vom Wochenende kämpfte ich mich mit dem Radl in die Arbeit, war Bouldern mit Matze und lief am Mittwoch beim Oberlandlauf (5 km, 24:56 Minuten) in Geretsried mit. Freitag wollten wir eigentlich mit Vroni, Matths und Sophia in den Freizeitpark nach Ruhpolding. Leider zerlegte Matths seinen Fuß und so fiel der Parkbesuch ins Wasser, das frühe ins BGL Fahren behielten wir aber bei, um den Pfingststau zu umgehen.
So konnten wir am Freitag ausschlafen und nach einem gemütlichen Frühstück legte ich leider alleine, Karin hat eine Sommergrippe erwischt, eine kleine Vormittagsrunde auf den Grünstein ein. Vom Echostüberl gings rauf zum Einstieg und nach einem kurzen Ratsch mit ein paar anderen Klettersteiggehern gings in die Räuberleiter (½ Stunde, 250 hm). Trotz kurzer Schauer in der Nacht und in der Früh war der Steig weitgehend trocken und nach der Alpinvariante (Gipfelvariante) erreichte ich mit langgezogenen Armen den Gipfel (1¼ Stunden, 450 hm). Nach dem Abstieg zum Auto (35 Minuten) kam ich rechtzeitig zum Mittagessen wieder zu Hause an.
2017_06_02_Gruenstein

Montag, Mai 29, 2017

Verlängertes Wochenende in Tirol - 25.-28.05.2017

Donnerstag: Georgenberg über die Wolfsklamm
Verlängertes Wochenende in Tirol und gutes Wetter und Vatertag, das klingt nach Aktion in den Bergen. Donnerstag war noch der schlechteste Tag, aber nach dem Regen in der Nacht, war es zumindest trocken. Nach einem späten Frühstück ergatterten wir einen Parkplatz in Stans an der Wolfsklamm und nachdem wir am Mauthäuschen den Eintritt entrichtet hatten, konnten wir eintauchen in die wilde Wasserwelt. So eine Klamm mit Wasserfällen, Brücken, Stegen und Treppen zusammen mit einem Seil um den Bauch ist für die Kinder Motivation pur und so gestaltete sich der Aufstieg durch die Klamm als sehr kurzweilig (1 Stunde, 200 hm). Eine lange Pause am Bach oberhalb der Klamm war noch ein zusätzlicher Lohn. Der weitere Weg nach Georgenberg stellte sich dann motivatorisch als eher anspruchsvoll dar. Wenn man selbst Forstwege nicht mag, ist es relativ schwierig Freude bei den Kindern dafür zu wecken. Aber spätestens bei der Hohen Brücke erwachten die Geschichten, über Raubritter die die Mönche überfallen wollen, zum Leben (¾ Stunde, 150 hm). Unsere Raubritter bekamen ein Eis und im Sauseschritt gings zur und durch die Klamm zum Auto (1 Stunde) zurück.
Eine sehr nette Wanderung mit Kindern (2¾ Stunden, 350 hm, 6 km), die durch spielen (vor allem am Bach oberhalb der Klamm) leicht zu einer Tageswanderung ausgedehnt werden kann.
2017_05_25_Wolfsklamm

Freitag: Hirsch Kopf und Fiechter Spitz / Pioniersteig Pill
Um 4 Uhr steht es sich immer schlecht auf, diesmal aber besonders. Trotzdem stellte ich kurz darauf den Bus am GH Karwendelrast in Vomperberg ab und machte mich auf den Weg zur Waldhorbalm (1 Stunde, 700 hm). Der Weg ist ganz nach meinem Geschmack, er zieht, bis auf kurze Unterbrechungen, steil berauf und gibt sich nicht mit unnötiger Strecke ab. In gleicher Manier gings weiter auf den Hirsch Kopf (½ Stunde, 390 hm). Nun stand ich früher als geplant am Gipfel und überlegte, was ich mit der gewonnen Zeit anfangen könnte. Zum Glück fällt einem beim Blick nach Westen sofort etwas ein, der Fiechterspitz. Bis zum Beginn der Kletterei folgt man einfach einem Gamssteig (mit roten Punkten markiert) (¼ Stunde, 200 hm). Der Weg durch den abweisenden Gipfelaufbau führt zunächst durch eine Rinne (roter Pfeil und am weiteren Weg vereinzelte rote Punkte). Die Schlüsselstelle stellt dabei der Einstieg in die Rinne dar (III- / zwei oder drei Stellen). Nach der Rinne steigt man leicht links empor bis man auf eine Rampe trifft. Dieser Rampe folgt man bis zur Hälfte und quert dann nach links auf einen Grat, dem man bis auf den Gipfel folgt (½ Stunde, 130 hm). Die Wegfindung ist vor allem wegen der roten Punkte einfach, solange gute Sicht herrscht. Versteigen ist wie so oft eher keine gute Idee, es handelt sich definitiv ab dem Einstieg um Absturzgelände. Der Fels ist überwiegend karwendeluntypisch fest, nur in der Rampe liegt etwas Schotter auf den man aufpassen muss. Der Weiterweg zur Mittagsspitze sieht ähnlich gut aus. Für mich stand aber fest, dass ich jetzt nach Hause musste, wenn ich das Brot zum Frühstück mitbringen wollte (erst zu Hause sah ich, dass mich der Abstieg über Mittagsspitze, Schneekopf und Bärenkopf wahrscheinlich nicht viel mehr Zeit gekostet hätte).
Der Abstieg ist dann mindestens genauso fordernd wie der Aufstieg, aber alle unangenehmen Stellen lösten sich schön auf (½ Stunde). Auch auf den steilen Grashängen zum Hirsch Kopf muss man ein bisschen Aufpassen, ein Fehltritt wäre auch dort ungut (¼ Stunde). Ab dem Hirsch Kopf konnte ich dann aber wieder Gas geben. Im Laufschritt gings über die Walhornalm (20 Minuten) zurück zum Auto (½ Stunde). Nach den 1400 hm schmeckte das Frühstück zu Hause natürlich besonders gut.
2017_05_26_Fiechterspitz

Am Nachmittag drehten wir mit den Kindern noch eine Runde über den Pioniersteig in Pill (2 Stunden, 170 hm, 4 km). Wenn man im Grafenwald richtig abzweigt (nicht markiert), kommt man wieder am "Mausa Wiesl" heraus und man spart sich ein gutes Stück Forstweg und Asphaltstraße durch den Ort (wir haben am Müllplatz geparkt). Am "Mausa Wiesl" lädt übrigens nicht nur der Bach und das Kleintiergehege zum Verweilen ein, sondern auch ein paar Hängematten direkt am Bach.
2017_05_26_Pioniersteig


Samstag: Wanderung Richtung Loassattel
Beim Frühstück donnerte schon der erste Hubschrauber direkt übers Dach. Immer wieder landete er bei der Feuerwehr in Außerberg. Als wir zu unserer Wanderung Richtung Loassattel aufbrachen, sahen wir auch warum, die Grubenwehr hatte Übung. Immer zwei zusammen mit einem Flugretter wurden an der Longline zum Hüttegg geflogen. Das Zusehen machte nicht nur den Kindern Spaß. Die nächste Station war ein Wasserrad und ein Fischteich am Wegesrand. Leider führte der restliche Weg bis zur Tramwaldhütte ausschließlich über Forststraßen (3½ Stunden, 350 hm, 4 km). Das fanden nicht nur die Kinder langweilig und so zog sich auch der Rückweg ganz gewaltig (2¼ Stunden, 50 hm, 4 km).
2017_05_27_WegZurLoas

Sonntag: Kleiner und Großer Gamsstein
Sonntagfrüh bot sich noch für eine kleine Laufrunde an. Wobei nicht viel mit Laufen war, nach meinem Abstieg am Freitag. So humpelte ich zum Loassattel (1¼ Stunden, 700 hm). Meinen eigentlichen Plan über den Kuhmesser aufs Kellerjoch zu laufen verwarf ich und wand mich dem sonnigen Kleiner Gamsstein zu (½ Stunde, 300 hm). Auch auf dem Weiterweg zum Großer Gamsstein hatte ich kaum Schneeberührung (½ Stunde, 250 hm). Die Nordseite des Gilfert ist aber noch recht weiß und so stieg ich über Almrosenmatten ins Kar östlich des Großen Gamsstein ab, bis ich auf den Steig der von der Schneebrugalm herüberführt traf. Diesem folgte ich zur Lafaster und über die Forststraße und einen direkten Abschneider über einen frischen Schlag zurück nach Außerberg (2 Stunden, 50 hm).
Eine schöne "Almwanderung" bei bestem Wetter, wenn man durchgängig läuft sollte man ohne weiteres eine bis eineinhalb Stunden aus den 4¼ Stunden bei 1300 hm und 18 km herausholen können.
2017_05_28_Gamsstoana

Sonntag, Mai 14, 2017

Skitour Göll, mit Anna ins Nixloch und mit Peter auf den Staufen - 13./14.05.2017

Und Skitouren gehen immer noch, auch wenn das Wetter nicht ganz so toll ist.
Samstagfrüh startete ich von Hinterbrand aus Richtung Hoher Göll (typischer Saisonabschluss: 2009/2014). Die Ski muss man ein gutes Stück über die zweite Steilstufe tragen (1 Stunde, 450 hm), dann ist aber eine durchgängige Schneedecke bis zum Gipfel. Mühsam gings durch den weichen Schnee den oberen Teil des Alpeltal hinauf, aber zumindest die Sicht war gut, bis zum Beginn der Umgäng (1¼ Stunden, 400 hm). Leider steckte ich ab da im Nebel. Ohne eine bestehende Spur wäre ich umgekehrt, es ist ein Leichtes sich im Nebel in den Umgäng zu verirren und gerade die Dolinen dort sind wirklich kein Spaß. So begleitete mich der Nebel bis zum Gipfel (1½ Stunden, 550 hm). Zwischenzeitlich wurde es zwar ein wenig hell, am Gipfel wehte aber ein kalter Wind und so beschränkte ich mich aufs Abfellen (¼ Stunde Pause). Die Abfahrt entlang der Aufstiegsspur war dann wie erwartet nicht unbedingt der Brüller, obwohl der Schnee besser als erwartet war (¾ Stunde bis zu den Turnschuhen). Mit geschulterten Ski konnte ich den schneefreien Teil über der zweiten Steilstufe absteigen und direkt bis zur Steilstufe noch ein paar Schwünge ziehen (¼ Stunde). In der unteren Steilstufe begegnete ich dann noch einer Vierergruppe die sich den Göll auch antun wollten. Seit ich wieder aus dem Nebel gekommen war, hatte es geschüttet und so kam ich ziemlich durchnäßt am Auto an (¼ Stunde). Immer wieder eine schöne 1400 hm Tour (3¾ Stunden Auftieg, 1¼ Stunden Abfahrt).
Nach dem Mittagessen besuchten Anna und ich noch das Nixloch. Nachdem ich Paul letztes Jahr schon dorthin mitgenommen hatte, war das nun ihre Höhlenpremiere und es hat ihr gefallen.

Sonntag zogen dann die nächsten Regenbänder durch und so entschieden sich Peter und ich gegen den ursprünglichen Plan. Anstelle des Pidinger Klettersteigs stiegen wir über die Steinernen Jäger zum Hochstaufen auf. Bis zum Reichenhaller Haus hatten wir Sonne. Erst nach einer Presshalben zogen die Nebel um den Gipfel (2¼ Stunden, 1300 hm). Dafür kamen wir beim Abstieg zur Steineralm (¾ Stunde) schnell wieder aus dem Nebel heraus, das Wetter hatte sich aber verschlechtert und von Norden her türmten sich Wolken auf. Aber auch den letzten Hatscher, von der Steineralm den Forstweg entlang zurück zum Wandererparkplatz, schafften wir trocken (½ Stunde). Eigentlich hätten wir also auch den Klettersteig machen können, was mit dem Restschnee sicher bei der zweiten Querung (Panoramaweg) spannend geworden wäre. Es war aber auch so ein nette Vormittagswanderung.
2017_05_13_Goell+Nixloch+Staufen

Montag, Mai 01, 2017

Skitour auf den Gilfert und Bouldern in Vomperbach - 01.05.2017

Nach den Schneefällen Ende letzter Woche war die Skitourensaison doch noch nicht zu Ende. Den Samstag benötigte ich zur Regeneration vom JGA von Weis und der Sonntag war für die Kinder reserviert, aber der Tag der Arbeit, zumindest der Morgen, gehörte mir. Von Ausßerberg stieg ich mit den Ski am Rucksack über Forststraßen und querfeldein durch den Wald zur Forststraße die zur Lafasteralm führt auf. Dort war dann endlich genug Schnee, um die Ski an die Füße zu schnallen (1¼ Stunden, 570 hm). Dem Forstweg folgend gings zum Lafaster-Niederleger (¾ Stunde, 260 hm) und von dort den Hang direkt hinauf zum Lafaster-Hochleger (20 Minuten, 150 hm). Nach einem kurzen Ratsch mit einem Jäger an der Lafaster (er beobachtete die Auerhähne, die mit der Balz beginnen) folgte ich den Abfahrtsspuren über die noch gut gefrorenen Hänge hinauf zum Gilfert (1¼ Stunden, 610 hm). Das herumziehende Wetter machte die kurze Pause am Gipfel recht frisch und so fuhr ich schnell wieder ab. Die Abfahrt war eine Mischung aus eingewehtem Pulver (in einer Rinne), grausigem Bruchharsch (direkt unterm Gifel und im Mittelteil), schwerer Pulver unter angeschmolzenem Harschdeckel (in den Nordostpassagen) und tragfähigem Harsch (westseitig und direkt überhalb der Lafaster). Auf dem Forstweg gings dann noch ein kleines Stück weiter, als ich in der Früh durch den Wald gekommen war (40 Minuten Abfahrt), aber dann hieß es die Ski wieder schultern und diesmal weitgehend durch den Wald hinunter nach Außerberg (50 Minuten Abstieg). Wer hätte schon gedacht, dass der Maibaum dieses Jahr ein Gipfelkreuz sein würde und nochmal 1600 hm (auf ca. 16 km, in gesamt 5¼ Stunden) bringt.
2017_05_01_Gilfert

Am Nachmittag fuhren wir noch mit den Kindern zum Bouldern nach Vomperbach. Ich konnte mich nach meiner Vormittagsbetätigung nicht mehr wirklich motivieren, den Kindern und Karin gefiel es aber. Der Bach und auch die Boulderei sind ganz nett, leider gibt es seit neuestem ein Fahrverbot und so kann man nicht mehr am Kraftwerk parken sondern muss von der Landesstraße los gehen. Das Verbot wir durch die Polizei Schwaz kontrolliert, was uns heute ein Organstrafmandat und einen Besuch am Polizeiposten Schwaz einbrachte. Klingt jetzt schlimmer als es war, mir wurde sehr freundlich erklärt warum es dort jetzt ein Fahrverbot gibt. Leider haben die lieben Besucher des Vomperbachs (Kletterer, aber auch alle anderen) so viel Müll zurück gelassen, dass es den Anwohnern irgendwann gereicht hat. Da kann ich die Anwohner verstehen, leider ist das Gebiet durch den massiv weiteren Zustieg (entlang der Straße zum Kraftwerk) nur noch wenig lohnend.
2017_05_01_Vomperbach

Sonntag, April 30, 2017

Fontainebleau - 14.-23.04.2017

Skitouren zu Ende, Frühling beginnt, das bedeutet für uns Bouldern in Bleau. Seit nunmehr 11 Jahren beginnt unsere Kletter-/Bouldersaison hier, inzwischen als Familienurlaub. Nachdem wir inzwischen auch die geistige Reife besitzen, nicht mehr am ersten Tag anreißen zu müssen, konnten wir am Freitag ganz gemütlich ankommen, einkaufen gehen und ein gemütliches Bier trinken. Aber anreißen ist sowieso relativ, bei meinem Trainingsstand.
Samstag gings nach Apremont. Dieses Gebiet hatten wir am ersten Tag unseres ersten Besuchs in Bleau nicht gefunden, Jahre später unverständlich, aber sogar wir lernen dazu. Schon länger waren wir nicht mehr dort und so hatte das Gebiet wieder einen fast neuen Reiz. Am Sonntag schlug Stephan J. A. Martin vor. Auch nach all den Jahren gibt es für uns immer noch neue Gebiete zu entdecken und J. A. Martin gehört da dazu. Der Mix aus kurzem Zustieg, Sandbecken und gemütlichem Wald und Boulder in allen Schwierigkeitsgraden macht das Gebiet sehr attraktiv. Am Ende zeigte sich mit Le Préfabriqué, dass auch ohne Training 6a geht. Den letzten Feiertag (Montag) wanderten wir den Weg nach Rocher Fin, um durch den langen Zustieg, Menschenmassen zu umgehen. Der Zustieg war lang, leer war es aber leider nicht, trotzdem ist es wirklich schön im Zentrum von Trois Pignons. Etwas frustrierend waren zwei kleine Mädels: die Eine fragt die Andere, was ist eigentlich der Unterschied zwischen 7a und 7b. Die Andere, naja 7b ist schwerer. Und dann steigen Die einfach ein und machen das Ding. In Désordre (6c) konnten wir dann aber sehen, dass sich manchmal auch kleine Mädchen schwer tun. Dienstag war für die Laura, Vladi, Claudi, Peter und Kimi Pausetag, während wir mit Steffi und Stephan und den Kids nach Rocher Canon fuhren. Der Kletterspaß an dem Tag hielt sich aber eher in Grenzen und wir fuhren weiter in den Carrefour. Als wir wieder zurückkehren wollten überraschte uns ein Regenguss und so war es auch für uns, wenn auch ungeplant, ein Pausetag.
Unseren geplanten Pausetag verbrachten wir am Mittwoch in Paris. Als wir im Gare de Lyon ankamen, wurde dieser gerade geräumt und generell hatte sich die Stadt seit unserem letzten Besuch vor 6 Jahren verändert. Viel mehr Polizei, der Platz unter dem Eifelturm abgesperrt, aber dafür auch mit neuen Parks an der Seine. Im Großen und Ganzen ein super Tag bei zwar schönem, aber auch saukaltem Wetter. Donnerstag gings dann wieder mit allen zum Éléphant. Perfekt ausgeruht konnten wir sogar ein wenig spielen. Gerade im unteren Teil gibts ein paar 6er die mir (wahrscheinlich wegen meiner Größe) recht leicht fielen. Vladi und ich probierten dann noch unser Glück in Le Cœur (7a) und Terminator (7a+), wenn auch mit wenig Erfolg. Freitag verzweifelte ich in Isartis gleich zu Beginn in ein paar Platten. Der rote und der weiße Circuit weisen aber weitgehend nette Boulderrei auf und so hatten wir den ganzen Tag richtig viel Spaß. La Power-Lolotte (weiß 10, 6a+), der lustige Schildkrötenboulder, ist seit Februar nicht mehr kletterbar (oder nur massiv schwerer), weil der große Griff in der Mitte ausgebrochen ist. Am Samstag brachen wir unsere Zelte ab, doch bevor es nach Hause ging, boulderten wir noch eine Runde in Rocher Canon. Dieses Mal ohne Regen, aber viel Bouldern spielte sich nach dieser Woche sowieso nicht mehr ab. Als wir Stunden später München bei Regen und Eiseskälte erreichten, sehnten wir uns schon wieder zurück nach Bleau.
Es war wieder eine sehr nette Runde in Bleau. Vielleicht schaffen wir es nächstes Jahr wieder uns vor Bleau ein bisschen fit zu machen, dann könnte man wieder an etwas Anspruchsvollerem Spaß haben.
2017_04_14-23_Bleau

Sonntag, April 09, 2017

Wimbachschloss - 09.04.2017

Diese Wintersaison war wie verhext, ich stolperte von einer Erkältung (oder Brechdurchfall) in die Nächste. Eigentlich waren die Bedingungen für Skitouren im BGL noch perfekt, leider lag ich aber die letzten eineinhalb Wochen mit Mittelohrentzündung flach. Also keine Abschlussskitour für diese Saison, die mit 23 Skitouren (22450 hm) nicht üppig, aber ganz passabel war (+ 4x Skifahren vor allem mit den Kindern). (Update 14.05.: 25 Skitouren/25450 hm)
Anstrengen traute ich mich noch nicht, aber ein Spaziergang mit den Kindern ging schon. So starteten Karin und ihr Vater mit den Kindern und mir bei der Wimbachbrücke ins Wimbachtal. Leider ist die Wimbachklamm wegen Steinschlags gesperrt, so mussten wir einige motivatorische Bachpausen einlegen, damit wir das Wimbachschloss erreichten (2½ Stunden, 300 hm, 5 km). Für mich das härteste an der Wanderung: ziemlich viele Skitourengeher die uns entgegen kamen und die große Reibn hinter sich gebracht hatten. Am Wimbachschloss pausierten wir ausgiebig an den Überresten der großen Lawine, die Mitte März herunter gekommen ist. Der Weg hinaus ging dann um einiges leichter, wir verkürzten ihn trotzdem mit einer langen Pause am Wimbach (1½ Stunden).
Ein sehr netter Sonntagsspaziergang bei bestem Wetter, einziger Wehmutstropfen war die noch gesperrte Wimbachklamm.
2017_04_09_Wimbachschloss

Sonntag, März 26, 2017

Olympiaturmlauf und Heavensgate Abschiedsklettern - 25.03.2017

Durch Fred, den ich bei der Ortovox Safety Night kenne gelernt hatte, erfuhr ich vom Radio Gong Turmrun. Und weil ich sowieso für jeden Mist zu haben bin und wir dieses Wochenende wegen Steffens Geburtstagsfeier in München bleiben wollten, stand dem Event nichts im Wege. Nach der Anmeldung hatte ich auch noch das Glück, einen der Startplätze zugelost zu bekommen, also fand ich mich am Samstag um 9 Uhr im Olympiapark ein, um mir mit ein paar anderen Bekloppten die 7€ für den Aufzug zu sparen.
Ich hatte die Startnummer 2 im ersten Startblock und so mussten Karin und die Kinder mit Großeltern nicht lange auf der Plattform auf mich warten. Mit einer Zeit von 7:51 (31. in der Männerwertung, 32. Gesamtwertung) bin ich ziemlich zufrieden mit mir, auch weil es praktisch jedem nach dem Zieleinlauf ziemlich dreckig ging. Nach einer kurzen Pause machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause, nun riss es auch langsam auf und die späteren Starter konnten sich über die wärmende Sonne freuen.
2017_03_25_TurmRun

Am Nachmittag trafen wir uns mit der ganzen alten Mannschaft ein letztes Mal im Heavensgate. Nächste Woche zum offiziellen Abschluss (Big Wallhalla) sind wir ja nicht da, also verabschiedeten wir uns auf unsere eigene Art von unserem Wohnzimmer. In den letzten 12 Jahre habe ich wirklich viel Zeit dort verbracht. Das Gate hat sich gewandelt, wir wahrscheinlich auch, trotzdem ist die kommende dreijährige Schließung traurig. Hoffentlich kann sich das (dann ganz neue) Gate von der Schließung erholen und sich zumindest ein bisschen seines Flairs bewahren.

Montag, März 20, 2017

Skitouren im Sesvennagebiet und Rojental - 18./19.03.2017

Seit unserer Wellnesstour, also seit fast einem Monat, waren wir nun abstinent. Ein paar Mal mit den Kindern Skifahren, vor der Arbeit Bouldern und die kleine Wanderung auf die Galaun, das wars aber schon. Nun stand aber wieder unser Reschenwochenende an und so mussten auch ohne guter Wettervorhersage ein paar Touren her. Ole hatte im Vorfeld den Piz Sesvenna in die Runde geworfen. Das Wetter schien zwar nicht mitzumachen, aber bei einem frühen Start am Samstag könnte man sich ja die Rasassspitze ansehen. Ole checkte für uns dann noch ab, dass wir unser Frühstück schon eine Stunde früher bekamen und schon konnten wir (Karin, Peter, Dieter, Ole und ich) von Schlinig aus zur zur Sesvenna Hütte aufsteigen (1½ Stunden, 500 hm). Selbst das heikle Stück an der Schwarzen Wand war unproblematisch, da in den steilen südseitigen Rinnen praktisch kein Schnee mehr lag. Der Aufstieg über die Südhänge zum Rasassspitz sah gar nicht so verlockend aus und so beschlossen wir nach einer Pause in der Hütte (bei welcher wir gleich mit dem Wirt Schnaps trinken mussten) den Weg nach Süden, zur Sesvenna Scharte, einzuschlagen. Bei immer schlechter werdendem Wetter überholte uns zuerst der Kellner von der Sesvenna Hütte, bevor wir eine Gruppe mit Bergführer einholten. Das Rätsel, warum der Großteil der Gruppe Gurte anhatte, konnten wir leider nicht lösen, den letzten Gletscher dürfte es auf dem Weg zur Sesvenna Scharte aber während der letzten Eiszeit gegeben haben. An der Scharte angekommen (1¼ Stunden, 600 hm) montierte ich meine Ski auf den Rucksack und kämpfte mich im Wind auf dem Grat Richtung Fernerspitz durch. Die anderen fuhren bereits ab, während ich nach einer kurzen Abfahrt in eine Scharte den Fernerspitz erreichte (½ Stunde, 200 hm). Nicht nur der starke Wind machte die ganze Sache zum Kategorie 2 Spaß sondern vor allem die schlechte Sicht im diffusen Licht bei der Abfahrt zur Hütte (½ Stunde). Nur der letzte Hang vor der Hütte machte noch tierisch Spaß. Nach einer Mittagspause und unserem zweiten Schnaps an dem Morgen fuhren wir in mäßigem Regen zum Auto ab (20 Minuten).
Auch wenn wir bei der Tour mäßiges bis schlechtes Wetter hatten, war sie es wegen der netten Hütte (und dem noch netteren Hüttenwirt) auf jeden Fall wert. Und 1300 hm habe ich dabei gerade mal so nebenbei gesammelt.
2017_03_18_Fernerspitz

Die Sesvenna Hütte war zwar sehr nett, aber mit Weißbier und Sauna konnte sie dann doch nicht konkurieren. Und so waren wir nicht ganz unfroh, dass das Wetter für Sonntag eher am Nachmittag besser vorhergesagt war. Erst kurz vor 10 Uhr starteten wir von Rojen durch das Skigebiet Schöneben Richtung Zehnerkopf. Hier lernten wir von einem freundlichen Carabinieri, dass der Aufstieg in einem italienischen Skigebiet nicht erlaubt ist. Also setzten wir unseren Aufstieg abseits der Pisten fort (1 Stunde, 450 hm). Überhalb des Skigebiets gings dann zu einer kleinen Scharte zwischen Zehnerkopf und Grubenkopf und durch eine "eigenartige" Grube (ja im Skitourenführer Österreich Süd steht wirklich eigenartige Grube) zu einer Scharte neben den Zwischenöpf (1 Stunde, 300 hm). Den Weiterweg konnten wir im Nebel nicht mal mehr erahnen und so fiel die Entscheidung die Elferspitze einfach mal Elferspitze sein zu lassen und umzukehren. Vladi und ich stiegen am Rückweg noch zum Gipfel des Zehnerkopfs auf (½ Stunde, 150 hm), während Peter und Karin zum Auto abfuhren. Die steile Flanke vom Gipfel machte richtig Spaß, es hatte zwar nicht aufgefirnt, aber trotz fehlender Abstrahlung in der Nacht, waren nur die obersten paar Zentimeter durchfeuchtet. Bei Sonnenschein hätte ich mich nicht mehr in diese ostseitige Flanke getraut, so aber erinnerte die Abfahrt zumindest an Firn. Die Hänge überhalb des Skigebiets waren dann ähnlich gut zu befahren und nur die Pistenbedingungen im unteren Teil der Abfahrt ließen etwas zu wünschen über (½ Stunde).
2017_03_19_Zehnerkopf

Wieder Mal ein sehr schönes Wochenende mit den Kletterern. Jetzt freuen wir uns aber auf den Frühling, das Bouldern und alles was diese Saison noch so kommt.

Mittwoch, März 08, 2017

Geburtstagswanderung auf die Galaun und den Riederstein - 08.03.2017

Das gute Wetter lud dazu ein einen spontanen Urlaubstag zu nehmen und den Tag als Familie zu verbringen. Von Rottach-Egern (Wandererparkplatz am Süßbach) wanderten wir über die Forststraße zur Galaun (1¼ Stunden, 280 hm) und nach einer Pause im Gasthof Riederstein, führte uns der Kreuzweg zur Kapelle am Riederstein (½ Stunde, 150 hm). Das schlechte Wetter von gestern hatte uns sogar in dieses tiefen Lagen Schnee beschert und so tobten die Kinder in der weißen Pracht. Selbst der Abstieg (1 Stunde) war nie langweilig (statt der Forststraße nutzten wir ein kleines Steiglein) und so gingen beide Kinder den ganzen Weg selbst, ganz ohne (oder fast ohne) meckern. Eine sehr schöne Geburtstagswanderung bei ziemlich gutem Wetter.
2017_03_08_Riederstein

Freitag, Februar 24, 2017

Wellnesstour auf den Kämikopf - 22.02.2017

Nach dem schönen Wochenende mit Corinna, hatten wir noch drei Tage kinderfrei und genossen Wellness im "Das Kranzbach". Da wir unsere Füße einfach nicht still halten können, musste am Ende zumindest noch eine kleine Skitour her. Vom Wandererparkplatz hinter Schloss Elmau folgten wir am Mittwoch bei frühlingshaften Temperaturen dem Schachen- und Bannholzweg bis ein Forstweg Richtung Süden zum Kämikopf (1861 m) abzweigt (1¼ Stunden, 280 hm). Also eigentlich alles ganz einfach, nur dass wir etwa 50 Meter zu früh abgezweigt waren und plötzlich mitten im Gebüsch standen. Macht nichts, bloß nicht zurück, also weiter durchs Unterholz. Und siehe da, wieder ein Forstweg, der aber nach Westen leitet. Am Ende eines Schlags war dann auch Ende mit dem Weg und so gings wieder weglos durch den Wald und den oberen Teil des Schlags. Dort trafen wir dann auf den Schützensteig und nach kurzer Orientierung, fanden wir auch wieder den Weg ins Kar zwischen Kämi- und Kämitorkopf. Durch Latschen und Blockwerk stiegen wir in ziemlich durchweichtem Schnee auf den Kämikopf (eigentlich nicht der Kämikopf, sondern der etwas höhere Punkt südlich davon, also bei der Wettersteinwand) (1¾ Stunden, 570 hm). Es hatte inzwischen zugezogen und der Wind hatte aufgefrischt und so fellten wir nur kurz ab, um uns den Freuden des Bruchharsches und des tiefen Sulzes hinzugeben. Schließlich schafften wir es aber ohne Knochenbrüche auf den eigentlichen Aufstiegsweg (der wäre definitiv kürzer und angenehmer gewesen) und dann fast durchgehend fahrend zurück zum Auto (¾ Stunde). Ein schöner Abschluss für unsere fünf Erholungstage, wobei die Kinder bei meinen Eltern auch viel Spaß hatten.
2017_02_22_Kaemikopf

Donnerstag, Februar 23, 2017

Skitouren im Gemmipass-/Lämmerengebiet - 18./19.02.2017

Corinna feierte Geburtstag und wir besuchten sie, um mit ihr ein Skitourenwochenende zu verbringen. Zusammen mit Corinna und Chrige (einer Tourenfreundin von Corinna) gings Samstagfrüh im Skifahrerstau nach Kandersteg, von wo uns die Sunnbüelbahn in die Sonne und zu unserem Startpunkt auf 1900 m brachte. Es begann mit einer kurzen Abfahrt in die Spittelmatten (1870 m) und  dann über den breiten Winterwanderweg zum Berghotel Schwarenbach (2060 m) (1 Stunde, ↑200 hm, ↓80 hm). Hier verließen wir den Winterwanderweg Richtung Wysse Flue, um dann am Schwarzgrätli sehr steil zu queren (1½ Stunden, ↑500 hm, ↓150 hm). Die Querung war etwas ungut, das Fixseil des Sommerwegs half aber ungemein. Erst im letzten Abschnitt der Querung rutschte Karin mit einem guten Stück des Hanges talwärts, passiert ist zum Glück nichts. Nach einer Pause, um den Schreck zu verdauen, gings einsam über das Tälliseeli und die Überreste des Tälligletschers in die Rote Totz Lücke (2830 m) (1¾ Stunden, ↑430 hm, ↓30 hm). Von dort aus hatte man nicht nur eine ausgezeichnete Rundumsicht in die Berge des Nordwallis, sondern es ging auch nur noch abwärts, durchs Lämmerental zur Lämmerenhütte (2501 m). Auch hier fungierte Chrige als unser Touriguide, da sie die Gegend bestens von einigen Tourenrennen her kannte (½ Stunden, ↓300 hm).
Für uns waren an diesem Tag nicht die Höhenmeter (1130 hm) ungewöhnlich, sondern die Entfernung (12,8 km). So ließen wir den Tag auf der neu renovierten Lämmerenhütte ausklingen und planten den Sonntag.
2017_02_18_RoterTotzLuecke

Da es Corinnas Geburtstagstour war und sie sowohl Wildstrubel als auch Steghorn schon gemacht hatte, entschieden wir uns fürs Daubenhorn (2942 m). Dieses sieht zwar auf den ersten Blick recht unspektakulär aus, versprach aber eine tolle Abfahrt über die Nordflanke. Nach einem späten Frühstück, fuhren wir kurz nach 9 Uhr auf den Lämmerenboden ab (½ Stunden, ↓200 hm) und fellten zum ersten Mal an diesem Tag auf. Über kupiertes Gelände stiegen wir bis zum Skidepot kurz unter dem Gipfel auf (1½ Stunden, ↑650 hm). Die 5 Minuten zum Gipfel sind eigentlich nicht der Rede wert, bis auf eine unangenehme Stelle, an der man zwei oder drei schnelle Schritte direkt an den Ostabbrüchen (fast 1000 Meter senkrecht) machen muss. Nach ein paar Minuten am Gipfel mit perfekter Sicht zum Weißhorn, Zinalrothorn, Wellenkuppe und Obergabelhorn, Matterhorn und Dent Blanche, sowie in die Mont Blanc Gruppe, stiegen wir wieder zu den Skiern ab (½ Stunde). Für die Abfahrt trennten wir uns. Chrige und Corinna fuhren die Aufstiegsspur ab, während Karin und ich die Nordflanke unsicher machten. Das Grinsen nach diesem Powderrun konnte uns den ganzen Tag nichts mehr aus dem Gesicht wischen, perfekt konservierter Pulver in interessantem Skigelände (½ Stunden, ↓650 hm). Am Lämmerenboden trafen wir uns wieder und mussten wieder auffellen und flach zum Gemmipass queren. Dort gab es eine kurz Abfahrt zum Daubensee und wieder auffellen, um den See zu überqueren und den Seestutz zu überwinden. Erst die Abfahrt zum Schwarenbach konnte man wirklich wieder eine solche nennen (1½ Stunden, ↑150 hm, ↓450 hm). Von Schwarenbach gings am bereits bekannten Winterwanderweg hinunter in die Spittelmatten und zurück zum Sunnbüel (½ Stunde, ↑80 hm, ↓200 hm). War der Schnee bis dort hin eigentlich noch ganz gut gewesen, folgte nun die Abfahrt nach Kandersteg, eher weniger Genuss, aber zumindest abwechslungsreich entlang eines Singeltrails (¾ Stunde, ↓700 hm).
Obwohl wir an diesem Tag nicht sonderlich viel aufgestiegen waren (880 hm), spürten wir gerade die Entfernung (19,4 km) und die Abfahrtsmeter (2180 hm) ganz schön in den Beinen, welche wir am Abend bei Dani im Jacuzzi regenerieren durften.
2017_02_19_Daubenhorn

Ein super schönes Wochenende in einem traumhaften Tourengebiet mit wirklich netten Leuten, danke an Corinna und Chrige und natürlich an Dani für den netten Sonntagabend.

Montag, Februar 13, 2017

Silvrettahorn vom Val Tuoi - 11./12.02.2017

Karin ist mit den Kindern ins BGL gefahren, so blieben für mich nur zwei Möglichkeiten: Nachkommen und hoffen, dass Paul fit genug ist, damit Karin und ich eine Tour zusammen gehen können, oder ein wochenendfüllendes Ersatzevent. Da Ersteres nicht klappte, startete ich mit Laura und Vladi um 5 Uhr Richtung Unterengadin, um genau zu sein nach Guarda. Unser Ziel war die Chamonna Tuoi (2 Stunden, 650 hm) am Ende des Val Tuoi. Bei dem guten Wetter konnte mich aber nicht mal Christian, der Hüttenwirt, sein Bier oder die Sonnenterrasse halten und so ging es gleich im Anschluss alleine noch ein Stück weiter. Richtung Westen, der einsamen Spur von Christian zur Cronsel folgend und dann durch das Plan Rai aufs Plan Mezdi (2 Stunden, 700 hm). Hier hatte mir Christian den Tipp gegeben nicht zur Fuorcla dal Cunfin wie in den Karten angegeben aufzusteigen, sondern den Hang östlich davon zu nehmen. Dieses namenlose Joch ist nur ein paar Meter höher als die Fuorcla dal Cunfin, aber man kann es von beiden Seiten mit Skiern begehen und befahren (½ Stunde, 150 hm). Auf der Nordseite blies ein wesentlich stärkerer Wind als südseitig und so wurde der weitere Weg entlang der Nordseite des Signalhorns auf den Ochsentalferner hinunter und dann wieder zur Eckhornlücke bzw. dem Skidepot westlich der Egghornlücke hinauf, recht unangenehm (1 Stunde, 200 hm). Von hier aus ist es mehr oder minder steiles Gestapfe (bis etwa 50°), was in dem windgepressten Schnee aber besser ging als befürchtet. So war es kein Problem auf den Vorgipfel zu gelangen, dann hätte ich mir vielleicht auch mal die Tourenbeschreibung durchlesen sollen, die sagt, dass man nicht den direkten Weg zum Hauptgipfel nimmt. Und ja, der Grat ist exponiert und stark überwächtet. Für das vollendete Wohlempfinden sorgte dann der Wind, der mich nicht nur fast vom Grat wehte, sondern mich auch noch sandstrahlte. Hätte das noch nicht gereicht, löste sich ein Steigeisen und in dem Wind schaffte ich es beim besten Willen nicht die Schraube am Kipphebel fest zu ziehen, also ohne Steigeisen weiter. Den Gipfel hab ich dann doch erreicht, wenn auch erheblich langsamer als gedacht (¾ Stunde, 200 hm). Viel Zeit (langsam begann die Sonne unterzugehen) und Muse (siehe Peeling Marke Schneekristall) hatte ich am Gipfel sowieso nicht und so machte ich mich an den Abstieg, diesmal unterhalb des Gipfels die Süd-West-Wand durchquerend, wobei ich wieder zum Grat aufsteigen musste, um meine Steigeisen und meinen Stock mitzunehmen. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte ich das Skidepot (¾ Stunde) und machte mich auf den Weg zurück. Ein kurzer Anruf bei Laura und Vladi brachte nur die Erkenntnis, dass sie auf der Tuoi kein Netz hatten, ich hoffte nur, dass sie sich keine Sorgen machten und die Bergrettung rufen würden. Beim Wiederauffellen unter dem Signalhorn dann der Supergau, In Wind und Kälte hatten die Felle gelitten und eines wollte partout nicht mehr kleben, also nur mehr mit einem Fell und den Harscheisen zurück zum Joch neben der Cunfin (1 Stunde, 200 hm). In dem Moment hätte ich echt heulen können, seit Stunden blies der Wind, langsam merkte ich die paar Höhenmeter, meine Trinkflasche war schon vor Stunden zugefroren und die Sonne war inzwischen untergegangen. Die Stirnlampe hatte ich zwar im Rucksack, aber eben nur die Kleine, mit welcher eine Abfahrt nur begrenzt Spaß macht. Kurz vor der Cunfin sah ich dann noch zwei andere Skitourengeher, woher sie gekommen waren oder wohin sie wollten weiß ich nicht, zur Tuoi fuhren sie auf jeden Fall nicht ab und getroffen hab ich sie auch nicht mehr. Die Abfahrt zur Hütte war dann trotz gutem Schnee eher ein Gewürge, was vor allem mit dem schlechten Licht und den 2100 hm in meinen Beinen zu tun hatte (¾ Stunde). An der Hütte war ich dann genau pünktlich zum Abendessen, das Christian gezaubert hatte, da tat es mir fast leid, dass mein Magen kaum fähig war etwas aufzunehmen.
Im Gesamten eine sehr schöne Tour, die als Tagestour eher den ausdauernden Skialpinsten ansprechen dürfte (8¾ Stunden, 2100 hm).

Die Überanstrengung und möglicherweise auch Pauls Magen-Darm-Infekt zeigten sich dann in der Nacht. Starke Übelkeit und Durchfall ließen mich kaum eine Stunde durchgehen im Bett liegen und so sah ich am Sonntag eher wie ein Zombie als ein Skitourengeher aus. Wir hatten uns schon geeinigt, dass wir die anderen früher losziehen lassen, da wir als Ziel nur die Jamspitzen anpeilten. Laura und Vladi waren am Samstag noch zur Cronsel aufgestiegen und hatten eine schöne Rinne eingefahren und so klangen 900 hm nach einem guten Tagespensum. Aber schon nach 200 hm wusste ich, dass dies nicht mein Tag ist und kehrte um (¾ Stunde, 200 hm). Während die beiden die Hintere Jamspitze machten versuchte ich ein paar Minuten Schlaf, zwischen dem auf die Toilette rennen, zu bekommen. So geschwächt war auch die Abfahrt durchs Val Tuoi noch eine echte Herausforderung und die Fahrt nach München erst recht. Aber alles verlief gut und so konnte ich am Abend tot ins eigene Bett fallen, wo die Toilette nur 10 Meter entfernt ist.
Ein super nettes Wochenende mit Laura und Vladi, auch wenn wir wenig zusammen gegangen sind.

2017_02_11_Silvrettahorn

Freitag, Februar 10, 2017

ISPO 2017 und Nachtskitour Kreuzeck - 05./09.02.2017

Jedes Jahr Anfang Februar findet in München die ISPO statt. Ein Pflichttermin für alle die die Neuerungen der Branche sehen wollen. Oder so wie für uns, eine gute Möglichkeit Freunde und Bekannte zu treffen, die wir sonst nicht mehr all zu oft sehen. Im Vorfeld wurden wir von ispo.com kurz interviewt und unser Antrieb auf die ISPO zu gehen hat es in einen Artikel auf ispo.com geschafft. Die ISPO selbst war wieder ganz nett, aber anstrengend. Die Kids haben sich wacker geschlagen und wir haben uns vor allem gefreut, dass wir Caro, Kurtl und Susanne getroffen haben. Dank der Firma Wintersteiger sind unsere Ski wieder in perfektem Zustand und ein paar neue Kontakte haben wir auch geknüpft, schauen wir mal was draus wird.
2017_02_05_ISPO2017

Um die Woche nicht komplett auf den Schnee verzichten zu müssen, unternahm ich am Donnerstag mit Laura und Claudi eine kleine Feierabendskitour in Garmisch. Gemütlich gings bei nahezu Vollmond über die Tonihütte zum Drehmöser. Kurz vor dem Drehmöser stieg ich durch den Wald Richtung Kreuzeck (1¾ Stunden, 950 hm) auf, während die Mädels im Drehmöser einkehrten und es sich schmecken ließen. Die klare, helle Nacht lud zum Fotografieren ein und einmal mehr wünschte ich mir, dass ich ein Stativ und die Spiegelreflex von Karin mitgenommen hätte. Nach einer ganz guten Abfahrt hieß es noch zurück nach München und tot ins Bett fallen. Danke Mädels fürs Mitnehmen, war ein super Abend.
2017_02_09_Kreuzeck

Freitag, Februar 03, 2017

Brauneck und (Lenggrieser) Waxenstein - 02.02.2017

Abschluss Skirennen vom Sohnemann am Draxlhang. Da ist der Papa nicht nur stolz, sondern auch noch froh, weil er anschließend eine kleine Runde seinem Bewegungsdrang ausleben kann. Um ehrlich zu sein, war das meine erste Skitour bei Tag aufs Brauneck (1555 m). Die ausgewiesene Aufstiegsroute berührt praktisch nie die Piste und so erinnert der Aufstieg sehr an eine "richtige" Skitour (1¼ Stunden, 825 hm). Nach einer kleinen Pause am Gipfel gings gleich wieder runter, um im Kotalmkessel wieder aufzufellen (¼ Stunde). Beim Aufstieg hatte ich nämlich den felsigen Zacken mit Kreuz am Ostgrat des Braunecks gesehen. Sieht nett aus und sollte nicht so schwer zu erreichen sein. Man folgt einem Forstweg, dieser zieht aber leider etwas zu weit nach Westen, Richtung Koteck, und so kam ich etwas zu hoch und zu weit westlich aus dem Wald heraus. Bei einer kleinen Scharte mit ein paar Marterln fand ich einen brauchbaren Einstieg in den Westgrat und kraxelte munter drauf los. Nie wirklich schwer, aber doch zum Festhalten. Schnell kam ich am Gipfel heraus, nur um zu merken, dass der eigentliche Gipfel mit dem Kreuz, hinter einer tiefen Einschartung weiter östlich liegt. Also, den jetzt doch recht ausgesetzten Grat hinunter und auf der anderen Seite wieder hinauf. Dort zumindest in recht kompaktem Fels. Am Gipfel angekommen (½ Stunde, 200 hm) sah man dann auch, dass von der anderen Seite des Waxensteins (1310 m) ein Weg heraufführen würde. Langsam wurde das Licht weniger und ich sah zu diesen Weg abzusteigen. Den Westgipfel musste ich dann doch wieder am Grat übersteigen, da ich auf der anderen Seite ja meine Ski zurück gelassen hatte. Wobei so schlimm wars dann gar nicht und ich schaffte es nicht nur vor der Pistensperrung, sondern auch noch im letzten Licht zurück am Auto zu sein (½ Stunde).
Wieder einmal zeigte es sich, dass man auch bei so kleinen Touren ein wenig Abenteuer finden kann und mit Gegenanstiegen waren es dann doch 1050 hm in 2½ Stunden.
2017_02_02_Brauneck

Dienstag, Januar 31, 2017

Jochberg Nordwand Versuch - 31.01.2017

Ich höre das Gluckern unterm Eis, bei jedem Schlag. Trotz NOFX in den Kopfhörern, das Geräusch überlagert alles. Das Eis ist total unterspült, wird schon halten....oder auch nicht. Das Eis knackt und gut ein Drittel der Kaskade verschwindet. Zurück bleibt ein Sturzbach auf geschliffenen Platten und ein versenkter Frontalzacken meines linken Rambos. Zum Glück ist es nicht steil und ich kann mich in den Sturzbach lehnen, durchatmen, mir die Frage stellen was ich hier eigentlich mache. Manche Ideen sind Schwachsinn, man erkennt es und ... ja und was macht man dann? Manchmal versuche ich es trotzdem ... meist wird eine Erfahrung daraus.
Diese Eisklettersaison wäre ganz passabel gewesen, nur hatte ich wenig Lust mich in dunklen Gullys und Schluchten herumzutreiben. Und noch weniger konnte ich Karin dazu animieren, während der Schnee und das Wetter zum Skitourengehen einlud. Nachdem die Grippewelle mich zwang bei bestem Wetter am Wochenende zu Hause bzw. im Luitpoldpark mit den Hufen zu scharren, kam jetzt der Wettereinbruch. Warm und feucht, schlimmer konnte es fürs Eis und den Schnee nicht werden. Aber Sonntag wurden noch die Gullys am Jochberg gemacht, mit dem Tenor, gutes Eis. Warm wurde es erst Montag Mittag, sollte doch wohl Dienstag Früh noch etwas übrig sein. Um es gleich aufzuklären, nein, nicht wirklich. So startete ich zwar um 4 Uhr in München, um den rechten Gully noch vor der Arbeit zu machen, aber mehr als ein Zustieg, der oben beschriebene halbherzige Versuch und ein Abstieg bei prasselndem Regen wurden es nicht. Aber positiv Denken, ich konnte mich etwas abreagieren und war trotzdem rechtzeitig in der Arbeit.

Freitag, Januar 27, 2017

Ortovox Safety Night und Abteilungsskitag - 24./26.01.2017

Dienstag Abend hatte ich das Glück einen Platz für die Ortovox Safety Night in Garmisch ergattert zu haben. Mit einem Bergführer der Alpinschule Augsburg wurden die Grundlagen der LVS Suche, dem Sondieren und dem Schaufeln wiederholt und geübt. Nach der Veranstaltung blieb noch Zeit für eine Feierabendskitour und so machten sich Fred (auch Teilnehmer des Kurses) und ich uns auf zum Drehmöser. Ich hatte noch nicht genug und stieg noch weiter zum Kreuzeckhaus auf (1 Stunde 40 Minuten, 950 hm), bei der Abfahrt gabelte ich dann Fred am Drehmöser wieder auf und zusammen gings zurück nach München. Ein sehr netter Abend und es wurde ausnahmsweise nicht so spät wie befürchtet.
2017_01_24_SafetyNight

Donnerstag fand dann unser alljährlicher Abteilungsskitag statt. Leider waren außer Helmut, Seppi und mir alle abgesprungen, dafür nahm Helmut noch seinen alten Spezl Michi mit. Das Wetter war perfekt, die Pisten leer und der Schnee nordseitig noch überraschend gut. Seppi und ich drehten zwei Runden über Moosenalm und Unterautal bevor wir uns wieder alle zusammen ein Bier schmecken ließen. Wie auch in den letten zwei Jahren, ein sehr entspannter Tag.
2017_01_26_Christlum