Letzter Mittwoch in dieser Saison, da brauchte ich noch ein besonderes Schmankerl. Daniela konnte ich als Begleitung gewinnen und das Wetter sollte auch ganz passabel werden, da war nur noch Schnee gefragt. In den Voralpen ist der Winter inzwischen durch und am Alpenhauptkamm hatten Sturm, Regen und Schnee eine ungute Gemengelage, mit hoher Lawinengefahr, hinterlassen. Da ist guter Rat teuer, oder die Antwort so nah, das Griesnerkar. Da vor drei Wochen überraschend viel Schnee lag, hoffte ich, dass es für eine halbwegs schöne Tour noch reichen würde und ja, es reichte!
Von der Griesner Alm muss man die Ski zwar erstmal bis über den Waldgürtel tragen (¾ Stunde, 280 hm), dann gings aber ohne Unterbrechung zur Fritz-Pflaum-Hütte hinauf (1½ Stunden, 600 hm). Das letzte Mal hatte ich mir die westliche Trilogie (Goinger Törl, Kleines Törl und Regalpscharte) einverleibt, so war diese Saison noch das Schönwetterfensterl offen. Nachdem wir das Griesnerkar gequert hatten, stiegen wir zur Rinne hinauf (½ Stunde, 130 hm) und dort wo es enger wird, packten wir unsere Ski auf den Rucksack und stapften weiter. Nach dem ersten Drittel der Rinne hatte Daniela genug und kehrt um, während ich mich weiter zum Schönwetterfensterl wühlte (¾ Stunde, 230 hm). Was für ein toller Ausblick, geschlossene Wolkendecke zu meinen Füßen und nur die Berge des Hauptkamms spitzen in den wolkenlosen Himmel. Der Weiterweg auf die Westliche Hochgrubachspitze war, im Gegensatz zu letztem Jahr, fast schneefrei (¼ Stunde, 80 hm). Wie immer in solchem Gelände benötigte ich zurück zum Schönwetterfensterl fast gleich lange wie hinauf.
Dann gings aber an die Abfahrt. Ganz schlecht waren die Bedingungen nicht, wirklicher Genuss aber auch nicht. Trotzdem konnte ich mich relativ schnell für eine Pause zu Daniela auf einen Stein im Kar setzen (¼ Stunde). Die Sonne hatte die Schneedecke inzwischen so durchweicht, dass grundloser Sulz ein Euphemismus wäre. Nach den ersten paar Hängen steckten wir aber wieder im Nebel und so besserte sich auch der Schnee. Nach dem Wald konnten wir sogar noch ein paar Meter Slalom von Schneefleck zu Schneefleck fahren und das sogar ohne schlimmeren Steinkontakt. Nur die letzten paar Meter kamen die Ski wieder auf den Rucksack (1 Stunde).
Was für ein cooler Skitourenabschluss, leider für diese Saison wirklich endgültig, auch wenn Skihochtouren sicher noch bis in den Juni hinein gehen dürften. Mit 38 Skitouren (41160 hm), drei Skitagen und einem Tag Snowboarden, war dieser Winter, auch wenn viele gejammert haben, ziemlich gut. Man musste nur dem Schnee ein bisschen hinterherreisen.