Es ist zwar Frühlingswetter, aber der Winter soll nochmal zurückschlagen. Also früh los, damit sich ein paar Höhenmeter in der Sonne ausgehen, bevor Sturm, Regen und Schnee zuschlagen. Leider zieht sich die Fahrt zur Griesneralm immer ein bisschen und so startete ich ins Griesnerkar deutlich später als ich eigentlich wollte.
Man kann immer noch direkt an der Alm die Ski anziehen und nur im Waldgürtel vor dem Hochtal muss man (wie immer) ein paar Minuten tragen. So gings gemütlich Richtung Griesnerkar hinauf, wobei ich mich am westlichen Rand hielt, um möglichst früh Sonne abzubekommen. Unterwegs überholte ich einige Tourengeher (muss denn mittwochs keiner mehr arbeiten?) und stand als erster im Goinger Törl (2 Stunden, 1200 hm). Weil ich ein paar Stapfspuren Richtung Nördlicher Törlspitze sah, musst ich natürlich gleich mein Glück versuchen. Bis auf den Gipfel bin ich nicht gekommen, spaßiges Gekraxle in mehr oder weniger festem Fels war es aber allemal (↑↓20 Minuten, 50 hm).
Als die ersten anderen Tourengeher kamen, fellte ich ab und fuhr die schön aufgefirnte Rinne bis unters Kleine Törl ab (½ Stunde). Dort kamen die Felle wieder auf die Ski und ich stieg, in etlichen Spitzkehren und zuletzt stapfend, zum Kleinen Törl auf (½ Stunde, 140 hm).
Hier machte ich nun eine etwas ausgedehntere Pause, vor allem auch, weil mein Knie wieder mal etwas Liebe benötigte. Es wird Zeit, dass das endlich besser wird. Für die Abfahrt zurück ins Kar hielt es aber wieder gut. Und im unteren, weniger steilen Teil fand ich sogar ein bisschen Wildschnee, der ziemlich viel Spaß machte (¼ Stunde). Unter der Regalpscharte kamen wieder die Felle an die Ski und wieder begann der Spitzkehrentango. Auch hier stapfte ich nur die letzten paar, wirklich steilen, Meter bis zur Scharte (½ Stunde, 220 hm). Von hier hat man freie Sicht auf die Hochgrubachspitze, wo ich einer Dreierseilschaft (?) beim Abklettern zusehen konnte.
Brotzeit und Getränke waren inzwischen aufgebraucht und das schlechte Wetter zog unaufhaltsam von Nord-Westen herein, so sparte ich mir die Pause und fellte ab. Die Abfahrt durch die steile Rinne war deutlich besser als befürchtet und wie schon am Kleinen Törl, war im unteren Teil super schöner Wildschnee. Die breite, unverspurte Flanke ins Kar lud zum Cruisen ein und an der Fritz Pflaum Hütte kam ich ohne Gegenanstieg, aber auch ohne Stopp, vorbei. Die restliche Abfahrt war pistenähnlich eingefahren, was mir mit meinen müden Oberschenkeln ganz recht war. Durch den Wald hieß es kurz tragen, aber dann konnte man bis nach der kleinen Fußgängerbrücke an der Griesneralm abfahren (¾ Stunde).
Was für ein cooler Tag, 5¼ Stunden und über 1600 hm. Aber hoffentlich war das noch nicht die letzte Skitour für diese Saison.